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Zynismus pur...

19. April 2005 um 14:17 Letzte Antwort: 20. April 2005 um 16:46

Mein Vater, der mich als Kind ständig verprügelt hat, der mich fertiggemacht hat, bis heute versucht (er wird es aber nie schaffen) mein Leben zu kontrollieren - wird jetzt aktives Mitglied beim "Weissen Ring". Für alle, die diesen Verein nicht kennen, es handelt sich hierbei um einen Verein, der Opfern von Gewaltanwendung, insbesondere Vergewaltigungen hilft.

Am Wochenende fährt er zu einem Seminar... ich kann es mir so gut vorstellen, wie er dort steht und grossartige Reden schwingt, die vor "Humanismus" nur so triffen werden.

Und ich: ich bin so wütend, ich fühle mich total hilflos, wie in irgendeinem amerikanischen Film, wo keiner dem Opfer glaubt und denkt es sei total verrückt, zu behaupten der grossartige Mr. X würde zu Hause seine Familie tyrannisieren.

Es ist irgendwie so, als wenn ich nochmal zum Opfer gemacht werde nach all den Jahren, weil mein Vater sich jetzt sozusagen auf die Seite der Ankläger stellt und gleichzeitig seine Hände in Unschuld wäscht. Wie Pontius Pilatus...

Ich weiss überhaupt nicht wohin mit meiner Wut und mit meiner Hilflosigkeit...

Danke fürs Lesen,

xeres

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19. April 2005 um 14:40

Liebe Xeres
Ich kann Deine Wut oder Deine Enttäuschung sehr gut verstehen. Mein Vater ist ebenfalls ein sehr schlechter Mensch gewesen und ist es immer noch. Er hat es nie verdient eine Familie zu haben, leider kommt es im Leben oft anders. Er hat mich erst in Ruhe gelassen, als ich schon jahrelang nicht mehr bei ihm wohnte und ihm irgendwann direkt ins Gesicht sagte, dass ich keine Angst mehr von ihm habe und ihn jemals weder sehen noch hören möchte! Seit dem hatte er nie wieder versucht mein Leben zu zerstören oder gar mich zu tyrannisieren, erpressen usw.

Wie alt bist Du, wenn ich fragen darf? Bist Du darauf angewiesen bei den Eltern zu wohnen? Wenn nein, dann zieh aus, fange ein neues Leben an. Es wird sicherlich sehr lange dauern, bis Du wirklich ein komplett neues Leben angefangen hast, aber glaube mir, es lohnt sich! Du wirst irgendwann drüber wegkommen und wenn Du ihn dann siehst, wirst Du nichts mehr empfinden. Erst dann kannst Du Dir sicher sein, dass er Dir nie wieder etwas antun kann. Er wird es aber so lange machen, solange Du ihm die Möglichkeit dazu gibst. Sicherlich weiß er, dass Du Angst vor ihm hast und deshalb erlaubt er sich eben solche Dinge. Du musst versuchen ihm Grenzen zu setzen, in dem Du ihm klar machst, er kann Dir nichts mehr antun. Dazu brauchst Du aber unbedingt Abstand von ihm!

Lass Dir bloß nicht von den anderen einreden, dass Du zum Therapeuten gehen solltest. Du bist ja nicht krank, sondern Dein Vater, der Dich unterdrückt. Warum sollen also gesunde Menschen zum Therapeuten rennen? Du schaffst es ganz alleine, auch wenn es Jahre dauern wird. Ich spreche aus Erfahrung und es hat sich wirklich gelohnt so lange auf ein neues Leben zu warten

Alles Gute

Izabela

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19. April 2005 um 14:47

Hallo Xeres!!
OOOhhhh jaaa, ich kann auch ein Lied davon singen. Mein Vater war früher auch gewaltätig ,mir und meiner Schwester gegenüber, und meine Mutter hat einfach weggesehen.
Heute ( meine Schwester und ich sind aus dem Haus), ist alles anders herum. Meine Mutter lässt uns links liegen und mein Vater schaut weg. Ich bin seit 2 Jahren alleinerziehend mit 2 Kindern und ich bekomme nur zu hören ich müsste mich da durch beissen und mir würde es doch gut gehen. Ihre Enkel holen sie sich fast nie ab.Und der Kindesvater kümmert sich gar nicht um sie. Ich stehe also komplett alleine da und dann soll es mir gut gehen??!!
Nun ja, meine Mutter hatte vor einigen Jahren umkonfessioniert zum katholischen Glauben und reisst sich förmlich den A..... für die Kirche auf. Sie organisiert Kinderfeste unterrichtet Komunionkinder und macht sämtliche Fahrten da mit.
Aber für ihre Enkel oder für ihre Töchter hat sie keine Zeit.
Ich kann Deine Wut sehr gut verstehen und mich macht es auch immer wieder traurig!!
Aber machen können wir nichts, denn sie lassen sich eh nichts von ihren Kindern sagen oder sich zurecht weisen.
LG Larissa

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19. April 2005 um 14:52

Wie wärs
mit einem (offenen?) brief an den weissen ring? mit nennung des namens deines vaters!
so jemand DARF einfach nicht in eine solche position und der verein sollte es unbedingt wissen!!

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19. April 2005 um 14:52

Handel schnell...
...sonst wird aus Deiner Wut und Hilflosigkeit, Hass. Schei Deine Wut raus und zwar bei dem, der es verdient hat. Bei mir war es nicht der Vater sondern der Ex. Er hat immer und überall ein auf lieber ,netter und hilfsbereiter Mann gemacht. Keiner konnte sich vorstellen was in den eigenen vier Wänden ablief.

Mach was, sonst verfolgt es Dich noch sehr lange.
Ich sprech da aus Erfahrung, da ich nichts dagegen gemacht habe

Viel Glück
LG
Chiara

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19. April 2005 um 14:55
In Antwort auf detta_12238014

Wie wärs
mit einem (offenen?) brief an den weissen ring? mit nennung des namens deines vaters!
so jemand DARF einfach nicht in eine solche position und der verein sollte es unbedingt wissen!!

Und wer wird das glauben?
Das könnten Vermutungen sein. Ihr Vater könnte sie verklagen, weil sie dafür keine Beweise hat

So etwas wird nicht funktionieren. Solche Menschen sichern sich immer von allen Seiten ab und sind nach aussen hin die besten und liebsten Menschen und daheim sind es die schlimmsten Psychopathen, die es gibt.

Grüße

Izabela

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19. April 2005 um 14:58
In Antwort auf Izabela

Und wer wird das glauben?
Das könnten Vermutungen sein. Ihr Vater könnte sie verklagen, weil sie dafür keine Beweise hat

So etwas wird nicht funktionieren. Solche Menschen sichern sich immer von allen Seiten ab und sind nach aussen hin die besten und liebsten Menschen und daheim sind es die schlimmsten Psychopathen, die es gibt.

Grüße

Izabela

Ich weiss nicht
ist es nicht gerade der gedanke, dass einem nicht geglaubt wird, was einen davon abschreckt??
bei vergewaltigungen schweigen ja auch die opfer jahrelang, weil sie dies denken. wenn's dann aber mal rauskommt, wird mit grosser gewissheit schon gehandelt (würde ich zumindest meinen).
gerade eine organisation wie der weisse ring hat bestimmt kompetente leute, die das schon richtig einschätzen werden können. vielleicht selber mal eine WR-büro besuchen oder per telefon die sachlage erklären..

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19. April 2005 um 15:01
In Antwort auf detta_12238014

Wie wärs
mit einem (offenen?) brief an den weissen ring? mit nennung des namens deines vaters!
so jemand DARF einfach nicht in eine solche position und der verein sollte es unbedingt wissen!!

Find
ich auch. Ich kann mich zwar nicht in deine Lage versetzen, da mir Gott sei Dank so etwas noch nicht wiederfahren ist, aber du mußt damit abrechnen. Wenn du ihn noch nicht angezeigt hast, tu es. Such ein Gespräch mit dem Weissen Ring. Er hat es nicht verdient, so sein Gewissen zu beruhigen. Das geht einfach nicht!

Ein Therapeut wäre auch eine Möglichkeit, nicht weil du krank bist, sondern um mit jemandem zu reden, der dir auch wirklich zu hört und dich bei ggf. rechtlichen Schritten unterstützt und stärkt.

Das ist wirklich purer Zynismus, ich will mir gar nicht vorstellen, wieviel Hass du empfinden mußt. Nur wie weiter oben auch schon gesagt, das muß raus, sonst zerfrisst es dich und er hätte doch wieder gewonnen.

Ich wünsch dir alles, alles Gute!

LG, koellegoerl

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19. April 2005 um 15:08
In Antwort auf detta_12238014

Ich weiss nicht
ist es nicht gerade der gedanke, dass einem nicht geglaubt wird, was einen davon abschreckt??
bei vergewaltigungen schweigen ja auch die opfer jahrelang, weil sie dies denken. wenn's dann aber mal rauskommt, wird mit grosser gewissheit schon gehandelt (würde ich zumindest meinen).
gerade eine organisation wie der weisse ring hat bestimmt kompetente leute, die das schon richtig einschätzen werden können. vielleicht selber mal eine WR-büro besuchen oder per telefon die sachlage erklären..

Es ist eine nette Idee, aber...
... aus meiner Erfahrung würde so etwas nicht funktionieren. Meine Mutter und wir Kinder hatten damals sogar Polizei eingeschaltet, die meinte, wenn er uns nichts angetan hat (wie etwas gebrochen oder noch schlimmer, am besten bestimmt getötet) können sie auch nichts machen! Wie will das arme Mädel denn in diesem Verein beweisen, was er in den 4 eigenen Wänden für ein schrecklicher Mensch ist? Welche Beweise hat sie denn dafür? Hier in Deutschland zählen leider nur Beweise. Sicherlich könnte sie ihren Vater dazu provozieren, dass er sie schlägt und vorher sich natürlich um Zeugen kümmern, die das aus sehen (niemand aus der Familie!), aber bei dieser psychischen Angst vor ihm würde sie sicherlich zu solchen Methoden nicht greifen. Man ist froh, wenn man ne zeitlang von einem Psychopathen in Ruhe gelassen wird, da wird man ihn doch nicht absichtlich provozieren.

Es ist daher einfacher gesagt als getan. Wenn man so einen Druck nicht erlebt hat, dann kann man es sich überhaupt nicht vorstellen, wie schlimm jeder Tag ist! Umso mehr freut man sich, wenn man von so einem Menschen loskommt

Grüße

Izabela

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19. April 2005 um 15:15
In Antwort auf Izabela

Liebe Xeres
Ich kann Deine Wut oder Deine Enttäuschung sehr gut verstehen. Mein Vater ist ebenfalls ein sehr schlechter Mensch gewesen und ist es immer noch. Er hat es nie verdient eine Familie zu haben, leider kommt es im Leben oft anders. Er hat mich erst in Ruhe gelassen, als ich schon jahrelang nicht mehr bei ihm wohnte und ihm irgendwann direkt ins Gesicht sagte, dass ich keine Angst mehr von ihm habe und ihn jemals weder sehen noch hören möchte! Seit dem hatte er nie wieder versucht mein Leben zu zerstören oder gar mich zu tyrannisieren, erpressen usw.

Wie alt bist Du, wenn ich fragen darf? Bist Du darauf angewiesen bei den Eltern zu wohnen? Wenn nein, dann zieh aus, fange ein neues Leben an. Es wird sicherlich sehr lange dauern, bis Du wirklich ein komplett neues Leben angefangen hast, aber glaube mir, es lohnt sich! Du wirst irgendwann drüber wegkommen und wenn Du ihn dann siehst, wirst Du nichts mehr empfinden. Erst dann kannst Du Dir sicher sein, dass er Dir nie wieder etwas antun kann. Er wird es aber so lange machen, solange Du ihm die Möglichkeit dazu gibst. Sicherlich weiß er, dass Du Angst vor ihm hast und deshalb erlaubt er sich eben solche Dinge. Du musst versuchen ihm Grenzen zu setzen, in dem Du ihm klar machst, er kann Dir nichts mehr antun. Dazu brauchst Du aber unbedingt Abstand von ihm!

Lass Dir bloß nicht von den anderen einreden, dass Du zum Therapeuten gehen solltest. Du bist ja nicht krank, sondern Dein Vater, der Dich unterdrückt. Warum sollen also gesunde Menschen zum Therapeuten rennen? Du schaffst es ganz alleine, auch wenn es Jahre dauern wird. Ich spreche aus Erfahrung und es hat sich wirklich gelohnt so lange auf ein neues Leben zu warten

Alles Gute

Izabela

Falscher Ansatz, Izabela ...
" ... Lass Dir bloß nicht von den anderen einreden, dass Du zum Therapeuten gehen solltest. Du bist ja nicht krank, sondern Dein Vater, der Dich unterdrückt. Warum sollen also gesunde Menschen zum Therapeuten rennen? ..."

Sicherlich ist jemand, der sein Kind über Jahre misshandelt, krank, aber ganz genau so wird dieses Kind, das misshandelt wurde, krank an seiner Seele und hat dann lange Zeit seines Lebens ein großes Päckchen mit sich zu schleppen. Andersfalls wäre es ja für Xeres ein Einfaches gewesen, alles abzuschütteln und zu sagen: "Interessiert mich nicht mehr und hab ich nix mehr mit zu tun". Aber die 'Weißer Ring'-Aktion ihres Vaters nimmt sie ja immer noch sehr schwer mit, obwohl sie gar nicht direkt davon betroffen ist. Und bei diesem Prozeß, die Misshandlungen zu verarbeiten und für die Zukunft einen Umgang damit zu finden, kann ein Therapeut mit seiner Ausbildung vermutlich ganz gut helfen. Vielleicht schaft Xeres es auch alleine, sich davon zu lösen, aber es dürfte dann auf jeden Fall der schwerere Weg sein.

LG

Larsen

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19. April 2005 um 15:20
In Antwort auf Izabela

Es ist eine nette Idee, aber...
... aus meiner Erfahrung würde so etwas nicht funktionieren. Meine Mutter und wir Kinder hatten damals sogar Polizei eingeschaltet, die meinte, wenn er uns nichts angetan hat (wie etwas gebrochen oder noch schlimmer, am besten bestimmt getötet) können sie auch nichts machen! Wie will das arme Mädel denn in diesem Verein beweisen, was er in den 4 eigenen Wänden für ein schrecklicher Mensch ist? Welche Beweise hat sie denn dafür? Hier in Deutschland zählen leider nur Beweise. Sicherlich könnte sie ihren Vater dazu provozieren, dass er sie schlägt und vorher sich natürlich um Zeugen kümmern, die das aus sehen (niemand aus der Familie!), aber bei dieser psychischen Angst vor ihm würde sie sicherlich zu solchen Methoden nicht greifen. Man ist froh, wenn man ne zeitlang von einem Psychopathen in Ruhe gelassen wird, da wird man ihn doch nicht absichtlich provozieren.

Es ist daher einfacher gesagt als getan. Wenn man so einen Druck nicht erlebt hat, dann kann man es sich überhaupt nicht vorstellen, wie schlimm jeder Tag ist! Umso mehr freut man sich, wenn man von so einem Menschen loskommt

Grüße

Izabela

Verstehe ich..
und mir tut's leid, dass so viele menschen so etwas durchmachen (mussten) - auch du..

ich kann halt nur hypothetisch drüber sinnieren, mir fehlen die erfahrungswerte. ich denke aber, dass es in einer konkreten situation schwerer sein wird, ihm etwas polizeilich/gerichtlich nachzuweisen.

hier geht es jedoch um eine information an einen verein, der sich ausschliesslich um das thema kümmert. den menschen, die sich sonst an sie wenden, wird ja auch (meist) geglaubt - sonst hätte das ganze ja keinen sinn!
ich rede nicht davon, rache im sinne von anzeige etc. zu nehmen - nur davon, den WR zu informieren, damit so ein mensch nicht die möglichkeit hat, "seine hände in unschuld zu waschen"!

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19. April 2005 um 15:22
In Antwort auf Izabela

Es ist eine nette Idee, aber...
... aus meiner Erfahrung würde so etwas nicht funktionieren. Meine Mutter und wir Kinder hatten damals sogar Polizei eingeschaltet, die meinte, wenn er uns nichts angetan hat (wie etwas gebrochen oder noch schlimmer, am besten bestimmt getötet) können sie auch nichts machen! Wie will das arme Mädel denn in diesem Verein beweisen, was er in den 4 eigenen Wänden für ein schrecklicher Mensch ist? Welche Beweise hat sie denn dafür? Hier in Deutschland zählen leider nur Beweise. Sicherlich könnte sie ihren Vater dazu provozieren, dass er sie schlägt und vorher sich natürlich um Zeugen kümmern, die das aus sehen (niemand aus der Familie!), aber bei dieser psychischen Angst vor ihm würde sie sicherlich zu solchen Methoden nicht greifen. Man ist froh, wenn man ne zeitlang von einem Psychopathen in Ruhe gelassen wird, da wird man ihn doch nicht absichtlich provozieren.

Es ist daher einfacher gesagt als getan. Wenn man so einen Druck nicht erlebt hat, dann kann man es sich überhaupt nicht vorstellen, wie schlimm jeder Tag ist! Umso mehr freut man sich, wenn man von so einem Menschen loskommt

Grüße

Izabela

Der weiße Ring
ist aber nun einmal eine andere Institution als die Polizei. Die Polizei hat ihre Regeln und Gesetze an die sie sich halten muss oder sollte, der weiße Ring ist da in seinen Entscheidungen schon freier.

Außerdem werden sie bestimmt häufiger mit dem Prblem der fehlenden Beweise etc. konfrontiert. Aber selbst wenn nichts dabei rauskommt, wäre es fatal nur aus diesem Grund nicht zu handeln, denn man kann es wenigstens versuchen. Könnte mir aber schon vorstellen, dass so etwas Konsequenzen haben wird. Selbst wenn ihr Vater "nur" aufgrund von Verdachtsmomenten nicht mehr große Reden von der heilen Familie schwingen darf und vielleicht sogar ausgeschlossen wird, ist doch schon sehr viel geschafft.

Gruß
kratzamkopp

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19. April 2005 um 15:24
In Antwort auf helmut_12550923

Falscher Ansatz, Izabela ...
" ... Lass Dir bloß nicht von den anderen einreden, dass Du zum Therapeuten gehen solltest. Du bist ja nicht krank, sondern Dein Vater, der Dich unterdrückt. Warum sollen also gesunde Menschen zum Therapeuten rennen? ..."

Sicherlich ist jemand, der sein Kind über Jahre misshandelt, krank, aber ganz genau so wird dieses Kind, das misshandelt wurde, krank an seiner Seele und hat dann lange Zeit seines Lebens ein großes Päckchen mit sich zu schleppen. Andersfalls wäre es ja für Xeres ein Einfaches gewesen, alles abzuschütteln und zu sagen: "Interessiert mich nicht mehr und hab ich nix mehr mit zu tun". Aber die 'Weißer Ring'-Aktion ihres Vaters nimmt sie ja immer noch sehr schwer mit, obwohl sie gar nicht direkt davon betroffen ist. Und bei diesem Prozeß, die Misshandlungen zu verarbeiten und für die Zukunft einen Umgang damit zu finden, kann ein Therapeut mit seiner Ausbildung vermutlich ganz gut helfen. Vielleicht schaft Xeres es auch alleine, sich davon zu lösen, aber es dürfte dann auf jeden Fall der schwerere Weg sein.

LG

Larsen

Aber der schwerere Weg...
... hilft im Leben oft mehr als die ständige Hilfe von einem fremden Menschen, auf den man sich dann womöglich bis ans Ende des Lebens verläßt, weil man denkt, man bewältigt nichts mehr alleine. Ein Therapeut kann niemandem einen anderen Vater geben und er ist auch nicht im Alltag bei diesen Menschen daheim. Und so gesehen kann hier ein Therapeut jemandem, der noch daheim wohnt, eigentlich gar nicht helfen. Oder würdest Du Dich dauernd freiwillig zu den Prügeln, die Du schon ständig bekommst, der Gefahr aussetzen so einen Menschen noch mehr zu provozieren.

Alleine kann jeder Mensch sehr viel schaffen, er muss nur wollen. Für den ersten Augenblick mag es einfacher sein einen Therapeuten zu beauftragen meine Probleme zu lösen. Aber wie sieht es dann in Zukunft aus? Warum sollte ich mich dann mit Problemem befassen, wenn ich wieder mal einen Therapeuten mit meinen neuen Problemen beauftragen kann, er wird es ja schaffen, schließlich bekommt er ja dafür Geld. Und wo bleibt denn Deine Persönlichkeit dabei? Ich möchte mir nicht von einem Therapeuten vorschreiben lassen, wie ich zu leben habe, was ich machen darf und was nicht, wobei dieser Therapeut selbst vielleicht bei sich daheim ein noch schlimmerer Tyrann ist!

Grüße

Izabela

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19. April 2005 um 15:27
In Antwort auf runa_12850644

Der weiße Ring
ist aber nun einmal eine andere Institution als die Polizei. Die Polizei hat ihre Regeln und Gesetze an die sie sich halten muss oder sollte, der weiße Ring ist da in seinen Entscheidungen schon freier.

Außerdem werden sie bestimmt häufiger mit dem Prblem der fehlenden Beweise etc. konfrontiert. Aber selbst wenn nichts dabei rauskommt, wäre es fatal nur aus diesem Grund nicht zu handeln, denn man kann es wenigstens versuchen. Könnte mir aber schon vorstellen, dass so etwas Konsequenzen haben wird. Selbst wenn ihr Vater "nur" aufgrund von Verdachtsmomenten nicht mehr große Reden von der heilen Familie schwingen darf und vielleicht sogar ausgeschlossen wird, ist doch schon sehr viel geschafft.

Gruß
kratzamkopp

Und was kommt nach dem Ausschluß?
Meinst Du, der Vater würde es einfach so hinnehmen, dass er das der Tochter zu verdanken hat?

Liebe Leute, es sind sehr nette Ideen von Euch, aber wenn Ihr es selbst nicht erlebt habt, dann könnt Ihr es überhaupt nicht nachvollziehen, wozu so ein Mensch fähig ist. Vor allem als Kinder, die noch bei ihm wohnen, ist es extrem unangenehm.

Grüße

Izabela

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19. April 2005 um 15:34
In Antwort auf Izabela

Und was kommt nach dem Ausschluß?
Meinst Du, der Vater würde es einfach so hinnehmen, dass er das der Tochter zu verdanken hat?

Liebe Leute, es sind sehr nette Ideen von Euch, aber wenn Ihr es selbst nicht erlebt habt, dann könnt Ihr es überhaupt nicht nachvollziehen, wozu so ein Mensch fähig ist. Vor allem als Kinder, die noch bei ihm wohnen, ist es extrem unangenehm.

Grüße

Izabela

Dann
schick mir mal seine adresse - ich geh ihn mal "besuchen"! mit 2 gebrochenen armen und ohne zähne kann man weder jemanden schlagen noch rumbrüllen!!

nee, echt.. da könnt ich an die decke gehen!!! da muss sich doch was machen lassen - sowas DARF man einfach nicht hinnehmen!

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19. April 2005 um 15:38
In Antwort auf detta_12238014

Dann
schick mir mal seine adresse - ich geh ihn mal "besuchen"! mit 2 gebrochenen armen und ohne zähne kann man weder jemanden schlagen noch rumbrüllen!!

nee, echt.. da könnt ich an die decke gehen!!! da muss sich doch was machen lassen - sowas DARF man einfach nicht hinnehmen!

Genau das
hatte ich mir damals auch gewünscht. Ich hoffte, dass sich jemand findet, der ihn so richtig verprügelt und Angst bekommt und somit die Finger von uns läßt. Mein Ex-Freund hat sich zum Glück ein paar mal mit ihm angelegt Das war vielleicht witzig. Zum Glück für uns, aber Pech für ihn, denn danach hatte mein Ex nur Probleme mit ihm. Bei diesen Menschen ist es eigentlich egal, was Du machst, es wird immer verkehrt sein. Sie sind mit sich selbst so unzufrieden, dass sie das alles eben an anderen auslassen. Da kann man nichts machen als einfach von ihnen weglaufen und ein neues Leben anfangen.

Izabela

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19. April 2005 um 15:45
In Antwort auf Izabela

Und was kommt nach dem Ausschluß?
Meinst Du, der Vater würde es einfach so hinnehmen, dass er das der Tochter zu verdanken hat?

Liebe Leute, es sind sehr nette Ideen von Euch, aber wenn Ihr es selbst nicht erlebt habt, dann könnt Ihr es überhaupt nicht nachvollziehen, wozu so ein Mensch fähig ist. Vor allem als Kinder, die noch bei ihm wohnen, ist es extrem unangenehm.

Grüße

Izabela

Entschuldige,
möchte nicht, dass das irgendwie falsch rüberkommt, aber es sind zumindest Ideen, dem Ganzen ein Ende zu bereiten. Mir ist auch schon klar, dass sie nicht mehr zu Hause wohnen könnte, aber auch hierfür gibt es doch Lösungen!
Sich nicht helfen zu lassen, ist kein Zeichen von Stärke.
Aus Angst still zu halten ist doch genau das Ziel von diesen Psychopathen.

LG, koellegoerl

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19. April 2005 um 15:47
In Antwort auf Izabela

Aber der schwerere Weg...
... hilft im Leben oft mehr als die ständige Hilfe von einem fremden Menschen, auf den man sich dann womöglich bis ans Ende des Lebens verläßt, weil man denkt, man bewältigt nichts mehr alleine. Ein Therapeut kann niemandem einen anderen Vater geben und er ist auch nicht im Alltag bei diesen Menschen daheim. Und so gesehen kann hier ein Therapeut jemandem, der noch daheim wohnt, eigentlich gar nicht helfen. Oder würdest Du Dich dauernd freiwillig zu den Prügeln, die Du schon ständig bekommst, der Gefahr aussetzen so einen Menschen noch mehr zu provozieren.

Alleine kann jeder Mensch sehr viel schaffen, er muss nur wollen. Für den ersten Augenblick mag es einfacher sein einen Therapeuten zu beauftragen meine Probleme zu lösen. Aber wie sieht es dann in Zukunft aus? Warum sollte ich mich dann mit Problemem befassen, wenn ich wieder mal einen Therapeuten mit meinen neuen Problemen beauftragen kann, er wird es ja schaffen, schließlich bekommt er ja dafür Geld. Und wo bleibt denn Deine Persönlichkeit dabei? Ich möchte mir nicht von einem Therapeuten vorschreiben lassen, wie ich zu leben habe, was ich machen darf und was nicht, wobei dieser Therapeut selbst vielleicht bei sich daheim ein noch schlimmerer Tyrann ist!

Grüße

Izabela

Wenn sie noch mit ihrem Vater ...
unter einem Dach lebt, ist es natürlich schwierig, aber das habe ich ihrem Anfangsbeitrag nicht so entnommen.

Ich fürchte, Du überschätzt den Therapeuten da ein wenig. Es ist nicht seine Aufgabe, seinen Schützlingen die Problemlösung inkl. Handlungsanleitung zu liefern, sondern er gibt Hilfe zur Selbsthilfe. Er zeigt Ansätze auf und hilft dem Menschen, der da zu ihm kommt, sich besser zu verstehen und über diesen Weg dann Änderungen für sich zu erreichen. Man möge mich da korrigieren, wenn ich es ungenau beschreibe (ich bin kein Fachmann auf diesem Gebiet), aber ein Therapeut dürfte nach meinem Verständnis nie mit Imperativen arbeiten, also den Patienten vorschreiben, was sie wie, wo und wann zu tun und zu lassen haben. Ob der Therapeut dann privat ein Tyrann oder sonst was ist, dürfte schnurz sein, solange er nur seinen Job, nämlich diesem Menschen zu helfen, gut macht.

LG

Larsen

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19. April 2005 um 16:00
In Antwort auf henda_12684219

Entschuldige,
möchte nicht, dass das irgendwie falsch rüberkommt, aber es sind zumindest Ideen, dem Ganzen ein Ende zu bereiten. Mir ist auch schon klar, dass sie nicht mehr zu Hause wohnen könnte, aber auch hierfür gibt es doch Lösungen!
Sich nicht helfen zu lassen, ist kein Zeichen von Stärke.
Aus Angst still zu halten ist doch genau das Ziel von diesen Psychopathen.

LG, koellegoerl

Verdammt ...
jetzt hatte ich mir so einen guten Text ausgedacht und der Server hatte Probleme ;(. Werde wohl morgen noch was dazu schreiben.

Koellegoerl, ich habe absolut nichts gegen Deine Tipps, ganz im Gegenteil: Jetzt im Nachhinein würde ich auf in so einer Sitation solche Tipps geben, aber wenn ich mich in meine damalige jahrelange Situation versetze, sieht es ganz anders aus.

Izabela

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19. April 2005 um 16:04
In Antwort auf helmut_12550923

Wenn sie noch mit ihrem Vater ...
unter einem Dach lebt, ist es natürlich schwierig, aber das habe ich ihrem Anfangsbeitrag nicht so entnommen.

Ich fürchte, Du überschätzt den Therapeuten da ein wenig. Es ist nicht seine Aufgabe, seinen Schützlingen die Problemlösung inkl. Handlungsanleitung zu liefern, sondern er gibt Hilfe zur Selbsthilfe. Er zeigt Ansätze auf und hilft dem Menschen, der da zu ihm kommt, sich besser zu verstehen und über diesen Weg dann Änderungen für sich zu erreichen. Man möge mich da korrigieren, wenn ich es ungenau beschreibe (ich bin kein Fachmann auf diesem Gebiet), aber ein Therapeut dürfte nach meinem Verständnis nie mit Imperativen arbeiten, also den Patienten vorschreiben, was sie wie, wo und wann zu tun und zu lassen haben. Ob der Therapeut dann privat ein Tyrann oder sonst was ist, dürfte schnurz sein, solange er nur seinen Job, nämlich diesem Menschen zu helfen, gut macht.

LG

Larsen

Dann könnte es im Prinzip egal sein...
... ob der Vater der Verfasserin hier ein Tyrann ist oder nicht, was den Verein angeht, oder? Denn auch er würde anderen Menschen helfen, auch wenn er es bei seiner Familie nie geschafft hat...

Sorry, aber ich habe sehr viel alleine geschafft im Lehen und ich bin sehr stolz darauf. Im Prinzip bringt Dich der Therapeut auf den einen Weg, der natürlich in seinen Augen der richtige für Dich ist, der nächste auf einen anderen, weil er es anders kennt usw. usw. Man kann deshalb am besten sich selber auf seinen eigenen Weg, auf den richtigen bringen

Izabela

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19. April 2005 um 16:50
In Antwort auf detta_12238014

Wie wärs
mit einem (offenen?) brief an den weissen ring? mit nennung des namens deines vaters!
so jemand DARF einfach nicht in eine solche position und der verein sollte es unbedingt wissen!!

Genau
das würde ich an deiner stelle auch tun, liebe xeres. mit diesem offenen brief kannst du sogar seine aufnahme verhindern: nach der satzung des vereins ist die aufnahme schriftlich zu beantragen, über die Aufnahme entscheidet der Geschäftsführende Vorstand und teilt seine entscheidung der/dem Antragstellerin mit. wenn also der vorstand ausreichend gründe hätte, die dagegen sprechen deinen vater aufzunehmen, könnte er gar nicht mitglied im wr werden. du siehst, liebe xeres, du bist nicht hilflos!

und mit deiner wut im bauch kannst du
- in den wald gehen und schreien, so laut du kannst, so lange, bis du denkst, du hast keinen atem mehr,
- in deiner wohnung auf deine matratze oder ein kissen einschlagen, so lange, bis du glaubst, du hast keine kraft mehr (du wirst merken, 5 min. können da ganz schön lang sein),
- diese energie auch produktiv nutzen, indem du alle hausarbeiten erledigst, die so richtig anstrengend sind,
- dich beim sport auspowern.

was ich dir mit diesen beispielen sagen will ist folgendes: du hast einige möglichkeiten, etwas zu tun - du bist *nicht* hilflos!
und wenn du dennoch glaubst, dass du es nicht allein schaffst, dann kannst du dir therapeutische unterstützung geben lassen.

und noch etwas möchte ich dir sagen: alles geschieht immer genau dann, wenn die zeit dafür reif ist. so wie ich es empfinde, ist für dich jetzt die zeit gekommen, dich mit dieser opfer-täter-problematik auseinanderzusetzen, die verletzungen, die du durch deinen vater erlitten hast, zu heilen (entweder allein oder mit therapeutischer hilfe).
dafür wünsche ich dir mut und die stärke, die du brauchst.

glg,
elfenh

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19. April 2005 um 16:57
In Antwort auf Izabela

Dann könnte es im Prinzip egal sein...
... ob der Vater der Verfasserin hier ein Tyrann ist oder nicht, was den Verein angeht, oder? Denn auch er würde anderen Menschen helfen, auch wenn er es bei seiner Familie nie geschafft hat...

Sorry, aber ich habe sehr viel alleine geschafft im Lehen und ich bin sehr stolz darauf. Im Prinzip bringt Dich der Therapeut auf den einen Weg, der natürlich in seinen Augen der richtige für Dich ist, der nächste auf einen anderen, weil er es anders kennt usw. usw. Man kann deshalb am besten sich selber auf seinen eigenen Weg, auf den richtigen bringen

Izabela

Weisst du,
es geht ja nicht darum, über Sachverhalte, die wir gar nicht kennen zu urteilen.
Die Frage ist nicht, ob der Vater ein Tyrann gegenüber seiner Familie war oder nicht, sondern was kann die Verfasserin tun, damit sie nicht mehr leiden muss.

kein Mensch auf dieser Welt will leiden und kein Mensch auf dieser Welt sollte leiden müssen. Wir können nicht alles Leid verhindern, aber wir können etwas tun.
Wenn es uns selber gut geht können wir gutes tun und deshalb ist es erstrebenswert für jeden von uns, dass es ihm/ihr gut geht.

Weshalb um Himmels willen sollte man fremde Hilfe nicht annehmen, wenn man kann?
Hilfe anzunehmen ist keinesfalls ein Zeichen von Schwäche!
Wenn du dich zwingst etwas aus eigener kraft zu überleben, braucht das Energie.
Stell dir einen Akku (ein etwas gefühlloser Vergleich, sorry) vor - ist er einmal ganz leer, so braucht es umso länger ihn wieder aufzuladen.
Weshalb sollte man ihn also ganz leer werden lassen?
O.K. vielleicht kann man das eben auch nicht auf den Menschen übertragen.

der punkt ist, dass menschen, welche psychologische hilfe in anspruch nehmen keine schlechteren und auch keine schwächeren menschen sind und jeder für sich entscheiden sollte, ob er das braucht oder nicht.

auf jeden fall hat man angst diesen schritt zu tun - hilfe anzufordern. dein argument kann also recht kontraproduktiv sein...

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19. April 2005 um 16:57
In Antwort auf Izabela

Dann könnte es im Prinzip egal sein...
... ob der Vater der Verfasserin hier ein Tyrann ist oder nicht, was den Verein angeht, oder? Denn auch er würde anderen Menschen helfen, auch wenn er es bei seiner Familie nie geschafft hat...

Sorry, aber ich habe sehr viel alleine geschafft im Lehen und ich bin sehr stolz darauf. Im Prinzip bringt Dich der Therapeut auf den einen Weg, der natürlich in seinen Augen der richtige für Dich ist, der nächste auf einen anderen, weil er es anders kennt usw. usw. Man kann deshalb am besten sich selber auf seinen eigenen Weg, auf den richtigen bringen

Izabela

Hallo,
erst mal vielen, vielen Dank für alle Eure Antworten!

Ich wohne zum Glück nicht mehr zu Hause, trotzdem nimmt mich das Ganze so mit, weil es mich auf gut Deutsch ankotzt, dass er sich jetzt so aus der Affäre zieht. Ausserdem versucht er ja immer noch, mein Leben zu kontrollieren, durch Anrufe, Vorwürfe, Schuldzuweisungen, etc. Wenn ich mal eine Woche zu Hause bin, bin ich danach immer total fertig, weil ich ständig das Gefühl habe, mich vor körperlichen oder verbalen Attacken schützen zu müssen.

Ich hatte mir schon überlegt, ihn beim Weissen Ring blosszustellen, aber ich weiss genau, dass es dann meine Mutter abbekommen würde... andererseits hat die sich immer verkrümmelt, wenn mein Vater wieder mal handgreiflich geworden ist und hat mich dann im Anschluss daran gezwungen, mich bei meinem Vater zu entschuldigen. Als wenn ich daran schuld gewesen wäre, dass er mich geschlagen hat. Meine Schwester und ich sind beide nach dem Abi von zu Hause geflohen...

Ausserdem ist mein Vater ein sogenanntes "ehrenwertes" Mitglied der Gesellschaft, war früher ein hohes Tier in einer grossen deutschen Firma, hat dann auch noch für die UNO gearbeitet. Was glaubt Ihr, wem man glauben würde? Mein Vater kämpft mit allen Mitteln, er hat mich auf einer Geburtstagsfeier vor der gesamten Verwandtschaft enterbt und keiner hat einen Pieps gesagt. (Nicht, dass ich auf sein Geld so scharf wäre, aber es war offensichtlich dazu gedacht, mich in Misskredit zu bringen).

Ich habe auch die Diskussion mit der Therapie verfolgt. Ich bin bereits in Therapie, und nur dadurch habe ich gelernt mit dem Problem besser umzugehen. Ansonsten hätte ich es auch nie geschafft, selbst im Forum darüber zu schreiben. Die Therapie hilft mir schon, selbstbewusster zu werden und auch erst mal zu sehen, was mein Vater mir überhaupt angetan hat. Ausserdem war ich es durch meine familiäre Erfahrung gewöhnt, dass mich jeder als Fussabtreter behandelt und meine Gefühle nicht ernst nimmt. Ich habe in der Therapie viel gelernt, z.B. dass mich andere nur mit Respekt behandeln, wenn ich nicht alles mit mir machen lasse. Klar, muss ich meine Probleme selber lösen und kein Therapeut kann mir dabei helfen, aber mir fehlte bisher die Anleitung dazu.

Andererseits sehe ich natürlich auch, dass eigentlich mein Vater die Rechnungen für meine Therapie bezahlen müsste und er derjenige ist, der ein(ige) Probleme hat. Und die Probleme, die ich heute habe, beruhen auf der Be-(Miss)handlung durch ihn. Nur, meinen Vater werde ich nie mehr ändern, aber ich kann etwas daran ändern wie ich mein Leben gestalte und ob ich glücklich bin so wie ich lebe.

Die Therapie hat mir persönlich die Kraft gegeben, mich diesen Problemen zu stellen und mich auch gegen meinen Vater zu wehren. Und nur so kann ich mir letztendlich auch meinen Vater davon abhalten über mein Leben zu verfügen.

Aber das mit dem Weissen Ring ist so als wenn er mich erneut in diese Opferhaltung zwingt, weil er genau weiss, dass ich nichts dagegen tun kann und ich völlig hilflos zusehen muss, wie er grossartige Reden schwingt. Das Beste ist vielleicht meinen Vater direkt damit zu konfrontieren, wenn ich den Mut dazu aufbringe. Damit meine ich, ihm zu sagen, dass es für mich die grösste Heuchelei ist, was er veranstaltet. Wenn ich ihn in der öffentlichkeit blosstelle, wird er sowieso alles leugnen und ich bin dann letztendlich wieder die Dumme.

Vielen Dank fürs Zuhören! Es hilft mir viel zu sehen, dass nicht ich diejenige bin, die ein Problem hat.

Viele liebe Grüsse an alle, die auf meinen Beitrag geantwortet haben,

Xeres

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20. April 2005 um 14:02
In Antwort auf alix_12239584

Weisst du,
es geht ja nicht darum, über Sachverhalte, die wir gar nicht kennen zu urteilen.
Die Frage ist nicht, ob der Vater ein Tyrann gegenüber seiner Familie war oder nicht, sondern was kann die Verfasserin tun, damit sie nicht mehr leiden muss.

kein Mensch auf dieser Welt will leiden und kein Mensch auf dieser Welt sollte leiden müssen. Wir können nicht alles Leid verhindern, aber wir können etwas tun.
Wenn es uns selber gut geht können wir gutes tun und deshalb ist es erstrebenswert für jeden von uns, dass es ihm/ihr gut geht.

Weshalb um Himmels willen sollte man fremde Hilfe nicht annehmen, wenn man kann?
Hilfe anzunehmen ist keinesfalls ein Zeichen von Schwäche!
Wenn du dich zwingst etwas aus eigener kraft zu überleben, braucht das Energie.
Stell dir einen Akku (ein etwas gefühlloser Vergleich, sorry) vor - ist er einmal ganz leer, so braucht es umso länger ihn wieder aufzuladen.
Weshalb sollte man ihn also ganz leer werden lassen?
O.K. vielleicht kann man das eben auch nicht auf den Menschen übertragen.

der punkt ist, dass menschen, welche psychologische hilfe in anspruch nehmen keine schlechteren und auch keine schwächeren menschen sind und jeder für sich entscheiden sollte, ob er das braucht oder nicht.

auf jeden fall hat man angst diesen schritt zu tun - hilfe anzufordern. dein argument kann also recht kontraproduktiv sein...

???
Habe ich war verpasst? Wo bitte schön habe ich geschrieben, dass Hilfe anzunehmen eine Schwäche ist? Ich habe lediglich geschrieben, dass man psychisch sehr viel an Stärke gewinnt und sehr stolz darauf sein kann, wenn man etwas aus eigener Kraft auf die Beine bringt. Aber jeder soll machen, wie er es für richtig hält. Ihrm glaube, Ihr versteht überhaupt nicht, was ich meine.

Geht der eine zum Psychiater, muss es der andere dann auch tun? Wo steht das denn, dass alle das gleiche machen müssen? Gibt es schon wieder ein neues Gesetz und nur ich habe es verpasst zu erfahren? Es gibt immer mehrere Wege. Viele Menschen schicken andere lieber zum Psychiater, weil sie keine Lust mehr haben anderen Menschen (sogar Freunden!) zuzuhören und zu helfen, sie wollen sich keine Zeit dafür nehmen. Deshalb ist hier natürlich ein Psychiater die beste Lösung, vor allem, wenn er Geld verlangt dann muss er mir ja helfen! Das beste Beispiel dafür ist nämlich das mit dem Akku

Sorry, aber ich verstehe eben diese Einstellung nicht. Ich gebe lieber mein Geld für andere Sachen aus und möchte (!) eben meine Probleme selber lösen und entscheiden wann und wie ich sie lösen werde. Wenn jemandem eine psychiatrische Behandlung gut getan hat, ok, seine Sache. Vielleicht hatte diese Person niemanden zum Reden, zum Zuhören und zum Helfen, deshalb war der einzige Weg eine Therapie.

Ich bin nur sehr froh, dass ich Freunde habe, mit denen ich auch über viele Probleme reden kann und nicht nur feiern uns Spaß haben. Das wünsche ich vor allen denen, die solche Möglichkeit nicht haben

Grüße

Izabela

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20. April 2005 um 14:06
In Antwort auf Izabela

???
Habe ich war verpasst? Wo bitte schön habe ich geschrieben, dass Hilfe anzunehmen eine Schwäche ist? Ich habe lediglich geschrieben, dass man psychisch sehr viel an Stärke gewinnt und sehr stolz darauf sein kann, wenn man etwas aus eigener Kraft auf die Beine bringt. Aber jeder soll machen, wie er es für richtig hält. Ihrm glaube, Ihr versteht überhaupt nicht, was ich meine.

Geht der eine zum Psychiater, muss es der andere dann auch tun? Wo steht das denn, dass alle das gleiche machen müssen? Gibt es schon wieder ein neues Gesetz und nur ich habe es verpasst zu erfahren? Es gibt immer mehrere Wege. Viele Menschen schicken andere lieber zum Psychiater, weil sie keine Lust mehr haben anderen Menschen (sogar Freunden!) zuzuhören und zu helfen, sie wollen sich keine Zeit dafür nehmen. Deshalb ist hier natürlich ein Psychiater die beste Lösung, vor allem, wenn er Geld verlangt dann muss er mir ja helfen! Das beste Beispiel dafür ist nämlich das mit dem Akku

Sorry, aber ich verstehe eben diese Einstellung nicht. Ich gebe lieber mein Geld für andere Sachen aus und möchte (!) eben meine Probleme selber lösen und entscheiden wann und wie ich sie lösen werde. Wenn jemandem eine psychiatrische Behandlung gut getan hat, ok, seine Sache. Vielleicht hatte diese Person niemanden zum Reden, zum Zuhören und zum Helfen, deshalb war der einzige Weg eine Therapie.

Ich bin nur sehr froh, dass ich Freunde habe, mit denen ich auch über viele Probleme reden kann und nicht nur feiern uns Spaß haben. Das wünsche ich vor allen denen, die solche Möglichkeit nicht haben

Grüße

Izabela

Jaja
aber du kannst zuhören, was?

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20. April 2005 um 14:08
In Antwort auf henda_12684219

Entschuldige,
möchte nicht, dass das irgendwie falsch rüberkommt, aber es sind zumindest Ideen, dem Ganzen ein Ende zu bereiten. Mir ist auch schon klar, dass sie nicht mehr zu Hause wohnen könnte, aber auch hierfür gibt es doch Lösungen!
Sich nicht helfen zu lassen, ist kein Zeichen von Stärke.
Aus Angst still zu halten ist doch genau das Ziel von diesen Psychopathen.

LG, koellegoerl

Was habt Ihr denn mit der Stärke?
Jeder Mensch geht anders mit Problemen um. Wenn ich mir nicht von einem Therapeuten helfen lasse möchte, dann ist das eine Schwäche? Es ist meine Entscheidung, wenn ich es aus eigener Kraft schaffe und nicht einem fremden Menschen Monate lang meine Probleme erzähle. Bis dahin habe ich schon selbst eine Lösung gefunden.

Außer dem zu Deinem letzten Satz: ein Psychopath erwartet nicht unbedingt, dass Du still hälst. Manche fordern Dich absichtlich heraus und freuen sich, wenn Du ausflippst und genau das gibt ihnen den Kick. Sie wollen das Opfer nur unterdrücken und Macht über das Opfer haben, aber jeder Psychopath macht es eben auf 'ne andere Art. Deshalb ist das Ziel des Psychopathen meiner Meinung nach nicht dass das Opfer still hält, sondern die Befriedigung, wenn deren Vorhaben geklappt hat. Und manchmal solltest Du auf keinen Fall auf einen Psychopathen reagieren und erst dann hört er auf Dich zu tyrannisieren.

Izabela

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20. April 2005 um 14:10
In Antwort auf alix_12239584

Jaja
aber du kannst zuhören, was?

Du fühlst Dich doch ...
... nicht angesprochen, oder?

Ich muss doch gar nicht beweisen, ob ich zuhören kann. Jeder selbst muss wissen, ob er das, was er macht, für richtig hält und genau das ist das wichtigste.

Izabela

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20. April 2005 um 15:27
In Antwort auf Izabela

Du fühlst Dich doch ...
... nicht angesprochen, oder?

Ich muss doch gar nicht beweisen, ob ich zuhören kann. Jeder selbst muss wissen, ob er das, was er macht, für richtig hält und genau das ist das wichtigste.

Izabela

@izabela
Grundsätzlich finde ich toll, wenn Du Deine Probleme selber lösen kannst, bzw. Freunde hast, die Dir dabei helfen. Leider habe ich solche Freunde nicht und habe eben die Erfahrung gemacht, dass wenn es mir richtig beschissen ging, ich immer auf mich alleine gestellt war.

Ich habe lange versucht mir selbst zu helfen, mit Büchern, etc., aber irgendwann war ich an einem Punkt angelangt, wo ich nicht mehr weitergekommen bin. Da habe ich mich nach langem Hin- und Herüberlegen entschlossen eine Therapie zu machen. Die Entscheidung ist mir persönlich nicht leicht gefallen, denn wie Du selber schreibst, es ist immer die Gefahr gegeben, dass man an die falsche Person gerät, bzw. das ein Therapeut die Notlage des Patienten ausnutzt. Ich hatte jedoch Glück. Es ist auch nicht so, dass mein Therapeut meine Probleme für mich löst, das erwarte ich auch nicht, aber ich bekomme neue Denkanstösse.

Du hast oben auch noch etwas sehr interessantes geschrieben, was mir gestern auch in den Sinn gekommen ist, nämlich, dass mein Vater vielleicht partout Aufmerksamkeit von mir haben will. D.h. er möchte, dass ich darauf reagiere, damit er mich wieder fertigmachen kann. Das hat er in der Vergangenheit auch schon so gemacht. Er liebt es, andere Menschen zu provozieren. Deswegen wäre jede Reaktion von mir falsch.

Ausserdem denke ich, dass mein Vater es sowieso nicht kapiert. Es geht ihm ja auch nicht um die Opfer, sondern nur darum sich selber in dem Verein darzustellen. Jegliche Aufmerksamkeit wäre daher Wasser auf seine Mühlen.

LG, xeres

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20. April 2005 um 16:45
In Antwort auf zera_12686858

@izabela
Grundsätzlich finde ich toll, wenn Du Deine Probleme selber lösen kannst, bzw. Freunde hast, die Dir dabei helfen. Leider habe ich solche Freunde nicht und habe eben die Erfahrung gemacht, dass wenn es mir richtig beschissen ging, ich immer auf mich alleine gestellt war.

Ich habe lange versucht mir selbst zu helfen, mit Büchern, etc., aber irgendwann war ich an einem Punkt angelangt, wo ich nicht mehr weitergekommen bin. Da habe ich mich nach langem Hin- und Herüberlegen entschlossen eine Therapie zu machen. Die Entscheidung ist mir persönlich nicht leicht gefallen, denn wie Du selber schreibst, es ist immer die Gefahr gegeben, dass man an die falsche Person gerät, bzw. das ein Therapeut die Notlage des Patienten ausnutzt. Ich hatte jedoch Glück. Es ist auch nicht so, dass mein Therapeut meine Probleme für mich löst, das erwarte ich auch nicht, aber ich bekomme neue Denkanstösse.

Du hast oben auch noch etwas sehr interessantes geschrieben, was mir gestern auch in den Sinn gekommen ist, nämlich, dass mein Vater vielleicht partout Aufmerksamkeit von mir haben will. D.h. er möchte, dass ich darauf reagiere, damit er mich wieder fertigmachen kann. Das hat er in der Vergangenheit auch schon so gemacht. Er liebt es, andere Menschen zu provozieren. Deswegen wäre jede Reaktion von mir falsch.

Ausserdem denke ich, dass mein Vater es sowieso nicht kapiert. Es geht ihm ja auch nicht um die Opfer, sondern nur darum sich selber in dem Verein darzustellen. Jegliche Aufmerksamkeit wäre daher Wasser auf seine Mühlen.

LG, xeres

Ich verurteile...
... Dich auf keinen Fall, nur weil Du Dich für eine Therapie entschieden hast Ich habe lediglich meine Meinung dazu geschildert und bin eben sehr stolz, dass ich das selbst geschafft habe. Aber ich bewundere auch, dass Du den Mut hattest, einem fremden Menschen zu erzählen, was in Dir vorgeht. Wirklich schade, dass Du solche Freunde nicht hast. Ich mußte sehr lange suchen und zum Glück habe ich Freunde gefunden, das bedeutet mir sehr viel. Wünsche Dir wirklich vom Herzen, dass Du jemanden findest, der Dich in vielen Lebenslagen unterstützt, ohne etwas dafür zu verlangen

Das mit der Aufmerksamkeit sehe ich auch so. Psychopathen möchten eben Aufmerksamkeit und sonst interessiert sie nichts mehr. Es sind pure Egoisten, deshalb solltest Du ihm so schnell wie möglich diese Möglichkeit entziehen. Vielleicht wird er irgendwann einsehen, was er gemacht hat, dass er vieles besser machen konnte, aber darauf würde ich jetzt nicht bauen. Sein schlechtes Gewissen wird ihn irgendwann einholen.

Grüße

Izabela

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20. April 2005 um 16:46

Tja, das ist
wirklich äußerst zynisch. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass dein Vater selbst früher misshandelt wurde - vielleicht sogar sexuell. Ist zwar keine Entschuldigung dafür, dass er dich auch geschlagen hat, aber die Gewaltkette hatten wir ja hier schon des öfteren, als z.B. eine Frau ihren Partner verprügelte weil sie von ihrem Vater auch immer geschlagen wurde...

Demzufolge dient vielleicht dein Vater als Beispiel dafür, wie Gewalt von Generation zu Generation weitergetragen wird. Vielleicht hat er sich selbst dort im Verein schon geoutet?

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