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Zwischen Trauer und Wahnsinn...

12. Januar 2010 um 10:58

Hallo zusammen,

ich weiß gar nicht ob ich bei euch richtig bin, habe aber den Drang es einfach verstehen zu wollen. Ist er einfach nur ein ... (wenn ihr meine Geschichte gelesen habt, werdet ihr den Ausdruch verstehen) oder kann er einfach nicht anders.

Vor einem halben Jahr lernte ich durch Zufall auf der Autobahn einen Mann kennen. Wir fuhren 100 km hintereinander her und fuhren dann irgendwann raus und tauschten die Nummern da ich weiter musste. Ich muss dazu sagen er war überhaupt nicht mein Typ und ich wollte ihm eigentlich gar nicht meine Nummer geben. Warum ich es doch tat - keine Ahnung. Vielleicht musste ich diese Erfahrung einfach machen in meinem Leben.
Ich muss dazu sagen das ich zu diesem Zeitpunkt als das passierte verheiratet war und zwei Kinder habe.
Er schrieb mich eine halbe Stunde später mit einem absolut flachen Spruch (deine Augen sind einfach der Hammer!) an und ich schrieb was ganz belangloses zurück. Dann herschte erstmal ein paar Tage ruhe.
Wir fingen dann irgendwann an Emails zu tauschen und erzählten uns gegenseitig aus unserem Leben. Ich schrieb ihm das ich verheiratet bin und zwei Kinder habe, das meine Ehe nicht mehr das ist was sie mal war und er erzählte mir von seiner ebenfalls gescheiterten Ehe.
Ich "gewöhnte" mich immer mehr daran das er da war und mir die Aufmerksamkeit schenkte die ich in meiner Ehe nicht bekam. Gegen ein Treffen habe ich mich immer gewehrt, da ich ja schließlich verheiratet war und sowas nicht tun wollte. Warum ich mich letztendlich mit ihm getroffen habe, kann ich bis heute nicht sagen.
Wir haben über 3 Monate rund um die Uhr Emails und SMS ausgetauscht und eines Tages trafen wir uns dann. Auch bei diesem Treffen hat er mir optisch (ich muss dazusagen das er 17 Jahre älter ist als ich) nicht wirklich gefallen hat, aber wir haben uns super verstanden. Es waren zwei Stunden in einem Cafe die wie im Flug vergingen. Zum Abschied wollte er mich küssen, was ich allerdings nicht zuließ.

Wir haben uns dann weiter geschrieben und es kam wieder zu einem Treffen. Wir gingen am Main spazieren und saßen im Biergarten und redeten über Gott und die Welt. Ja reden kann der Kerl. Unglaublich. Er gab mir jederzeit das Gefühl etwas besonderes zu sein, mich meine Probleme, Ängste und sorgen zu verstehen.
Nach diesem Treffen erzählte ich meinem Mann von ihm. ich sagte das ich jemanden kennengelernt hätte und das ich nicht weiß wie es weitergehen soll. Mein Mann war fix und fertig. Wir haben viel geredet, aber der Andere war mittlerweile so tief in meinem Kopf und meinem Herz das mein Mann nicht den Hauch einer Chance hatte.

Ich beschloss dann auszuziehen und mein neuer Freund (nennen wir ihn Ralf) fragte ob wir nicht zusammen etwas suchen sollen. Ich war überrascht, geschmeichelt und unendlich glücklich. Zeigte es mir doch das er hinter mir und meinen Kindern stand und sich mit uns gemeinsam etwas aufbauen wollte. Wir fingen also an Häuser zu besichtigen, doch es war nie das passende dabei. Dann musste er auf einmal beruflich für drei Tage nach Österreich. Während dieser Zeit hörte ich gar nichts von ihm. Ich habe versucht ihn am zweiten Tag abends anzurufen, aber er drückte mich weg und das ganz genau dreimal. Das kam mir komisch vor und ich fing an ein komisches Gefühl zu bekommen.

Als er wieder da war, sagte er er hätte mich nicht weggedrückt. Das Handy wäre aus gewesen. Ok...
Ich fragte ihn dann ob er wirklich mit mir zusammen ziehen möchte oder ob ich mir nicht lieber erstmal was eigenes suchen soll. Ich wollte einfach nur die bestätigung das alles in Ordnung ist und was sagt er. Ja es wäre besser wenn ich mir was für mich alleine suchen würde. Ich war wie vor den Kopf geschlagen. Ich war entäuscht und füllte mich alleine gelassen. Ich fing an zu zweifeln, begann aber mit der Suche nach einer kleinen Wohnung für mich und die Kids. Bis dato war ich Abends nachdem ich die Kinder ins Bett gebracht hatte immer bei Ralf. Wir gingen was trinken, oder spazieren, haben Dinge unternommen oder saßen einfach nur bei ihm auf der Couch rum und haben gekuschelt. Es fühlte sich so gut und so richtig an. Wenn da nicht ab und an mal komische Anrufe von irgendwelchen Frauen gewesen wären die er immer ziemlich schnell abgewürgt hat. Ich sprach ihn darauf an und da meinter er nur das wären nur gute Bekannte die ihm aber manchmal auf die nerven gingen. Naja ok dachte ich mir, du telefonierst ja auch mit Kumpels und habe das in meinem Kopf ganz weit nach hinten geschoben.

Es vergingen zwei Monate bis ich endlich eine Wohnung gefunden haben und es wurde ernst. Ralf half mir bei der Renovierung und alles war gut bis der Tag des Auszuges kam. Von da an wurde unser Kontakt auf ein Mindestmaß reduziert. Ich verstand das nicht das er sich zurückzog. Immerhin wollte er ja mal mit mir zusammen ziehen. Ich bekam wahnsinnige Angst ihn zu verlieren. Ich klammerte, beschwerte mich wenn er mich nicht anrief und darüber das wir uns nur noch dann sahen wenn ich kinderfreies Wochenende hatte oder 1 bis zweimal die Woche. Er fing an seinen Freund zu besuchen der 600 km entfernt wohnt und meldetet sich wenn er dort war überhaupt nicht mehr. Meine Angst ihn zu verlieren wurde immer größer. Ich verstand die Welt nicht mehr und war tot unglücklich. Ich glaube ich habe noch nie so gelitten in meinem Leben.
Er fragte mich warum ich mich so aufregen würde, er würde doch immerwieder zu mir zurück kommen und er würde sich doch auch immer wieder melden. Das es ja nichts damit zu tun hat das wenn man sich nicht sieht, das man ja trotzdem in Gedanken beieinander ist. Ich habe das alles irgendwann nicht mehr ausgehalten und habe Schluss gemacht. Da ich mir dachte lieber leide ich ein paar Wochen ohne ihn und dann ist gut, als wenn ich immer und immer wieder wegen ihm leiden und weinen muss. Er bekniete mich förmlich nicht alles hinzuschmeissen und stand dann auf einmal unverhofft vor meiner Tür. Er hatte einen Termin abgesagt und wollte bei mir sein. Er nahm mich ganz fest in den Arm. Ich war wieder glücklich da ich das Gefühl hatte das ich ihm wirklich wichtig war.


Zwei Tage später (in denen wir uns nicht gesehen haben) fuhr er wieder zu seinem Kumpel und wieder hörte ich nichts von ihm. Ich fiel wieder in ein Loch.

Ich suchte das Gespräch da ich diesen Umschwung nicht verstehe, das wir doch zusammen sein wollten und nun wo es ging will er nicht mehr.
Er sagte das er sich eingeengt fühlt. Das er lange Jahre nur Ehemann und Vater war der brav Abends nach Hause gekommen ist, keine Freunde keine Freiheit. Er würde das nicht mehr wollen. Ich sollte ihm seine Freiräume lassen, locker sein und dann würde sich schon alles finden.

wir machten einen Kurzurlaub zum Skifahren in dem wir eine Menge Spaß hatten, wir waren zusammen und ich war glücklich.
Als wir uns dann am Montag morgen trennten, fragte ich ihn wann wir uns denn wiedersehen würden und da sagte er: Du wirst wohl wieder ein paar Tage auf mich verzichten müssen, ich werde für ein paar Tage meinen Kumpel besuchen fahren. Und wieder stürzte ich ab. Kein Mucks von ihm, wir telefonierten nur wenn ich ihn anrief und da hatte ich auch noch das Gefühl ihm auf die Nerven zu gehen.

Ich fing langsam an mich an das alleine sein zu gewöhnen. Machte viel in der Wohnung, machte es gemütlich und genoß langsam meine Abende alleine, auch wenn es immer einen bitteren Beigeschmack hatte. Aber ich lenkte mich ab.
Ich lernte dann auch ein paar nette Leute kennen mit denen ich ab und an weg ging und war auf einmal nicht mehr so von Ralf abhängig. Ich versuchte mir ein Leben ohne ihn aufzubauen. Trotz alledem machte es mich immer wieder traurig was er mit mir machte und ich beschloss die Sache endgültig zu beenden.

Wir waren eines Abends mit ein paar Bekannten unterwegs und ich schnappte mir aus Spaß sein Handy und sagte mal sehen wenn du neben mir noch so hast. Mich trag der Schlag, als ich die SMS nachrichten von 3 Frauen fand. Er hat sich aus allem mal wieder prima rausreden können und ich habe ihm einfach glauben wollen.


Er fuhr dann wieder Montags zu seinem Kumpel. An Sylvester kam er nachmittags von seinem Kumpel zurück und wir hatten uns für abends verabredet. Ich hatte all seine Sachen zusammengepackt. Wir trafen uns dann und es stand für mich fest das ich dem ganzen endlich ein Ende setzen wollte.
Er merkte wohl das es mir ernst war und fing auf einmal an mir zu sagen das ich ihm doch so wichtig wäre. Er wollte mich nicht gehen lassen. Wir haben einen schönen Abend miteinander verbracht. Wir haben miteinander geschlafen und ich hatte das Gefühl das wir uns schon lange nicht mehr so nah gefühlt haben.

Der Sex war immer ein bedeutendes Thema in unserer Beziehung. Im Bett lief es fantastisch mit uns. Er sagte mir auch nur beim Sex das er mich liebte, sonst nie. Wenn ich ihm sagte oder schrieb das ich ihn liebte, ging er gar nicht drauf ein und wenn ich das dann hinterfragte sagte er nur ich solle ihn nicht so unter Druck setzen das würde genau das Gegenteil bewirken.

Nach diesem Sylvesterabend ließ ich einfach locker, ich ließ ihn machen wie er wollte. Wenn er kommen wollte war gut, wenn nicht war auch ok.
Wir verstanden uns wieder besser. Wir sahen uns selten, aber das war ok da ich auch die zeit des alleinseins mit mir genoss. Die Zeit war schön und wir hatten viel Spaß.

Dann kam das Wochenende der Wochenenden. Ich hatte kinderfrei, er kam zu mir und wir blieben das ganze Wochenende bei mir. Wir hatten viel Sex, gingen aus, haben viel gelacht und rumgegammelt. Es war richtig schön. Ich war wirklich glücklich!

Ich setzte mich dann Abends an meinen Computer um ein paar Emails zu checken und sah das er sein Emailacount nicht richtig abgemeldet hatte. Ich konnte es nicht lassen und klickte auf erneut anmelden und siehe da ich war in seiner Mailbox. Ich sah die ganzen Mails die er mit einer Frau schrieb, mit der er sich getroffen hat als er angeblich in Österreich war. Sie haben gemeinsam ein Wochenende verbracht. Es ist die Schwester von seinem Kumpel, der aber nichts davon weiß das die beiden sich näher gekommen sind. Es waren alle Emails noch da von beiden. Es war wie bei uns damals er hat sie umworben solange bis sie einem gemeinsamen Wochenende zugestimmt hatte. Sie haben sich gegenseitig in den blumigsten Worten angeschmachtet. Nach diesem Wochenende das sie gemeinsam verbrachten, schrieb er ihr emails wie: ich kann deine Haut noch unter meinen Fingerspitzen spüren.... die letze Mail vom Anfang Januar beinhaltete den Satz von ihm das er in letzter Zeit oft an Sex mit ihr denken muss und mit ihr kuscheln möchte ihre Hand halten wie sie es ja getan habe.....
Ich glaube ich stand unter Schock. Als ich diese ganzen Emails gelesen hatte schaute ich mal weiter und fand eine Email die an ein Hotel gerichtet war. Es war ein Hotel in dessen Apresbar wir an unserem Skiwochenende verkehrten. Er schrieb dem Hotel das er dort eine hübsche Frau gesehen hätte, hat sie beschrieben, schrieb das er der Herr war der mit einer jüngeren Dame an einem Tisch in einer Ecke gesessen hätte (sie würde sich sicher an ihn erinnern) und bat das hotel seine Kontakdaten an diese Frau weiterzuleiten denn sein Herz wäre getroffen.
Das war der krönende Abschluss der Mailbox.
Ich weiß nicht warum, aber ich konnte nicht weinen. Ich war nur entäuscht und entsetzt darüber was er für ein Spiel mit mir gespielt hat. Ich bin wie betäubt, ich habe noch nicht mal Hass für ihn übrig. Er soll bleiben wo der Pfeffer wächst. Ich habe ihn nicht angerufen und ihm eine Szene gemacht. Ich habe so getan als wenn nichts wäre. Er heuchelte rum von wegen mein Schatz und so. Ich bin so fassungslos und kann das nicht begreifen. Wie kann ein Mensch nur so skupellos sein und so mit meinen Gefühlen spielen?

So nun ist es raus und ich fühle mich wieder ein Stückchen freier. Ich glaube das war genau das was ich gebraucht habe um mich von ihm zu lösen. Obwohl ich immer wieder mit schrecken feststelle das ich anfange mir irgendwelche Erklärungen und Ausreden für sein Verhalten einfallen zu lassen. Ich merke wie die Hoffnung in meinem Herz rebiliert. Wie kann man nur so selbstäuscherich sein?

Ja das war meine Geschichte, sehr lang ich weiß aber es musste raus. Vielen Dank fürs lesen!

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12. Januar 2010 um 11:18


Und da soll man nicht das Vertrauen in die Männerwelt verlieren?
Das Lesen hat leider so lange gedauert, dass mir für eine Antwort nicht wirklich Zeit bleibt.
Ich wünsche dir und deinen Kids auf jeden Fall alles Gute ohne diese Pfeife!

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12. Januar 2010 um 11:32

Genug vergeudet
Kann es sein, dass Du ganz schön lange die Augen verschlossen hast und nicht sehen wolltest, was sowieso schon klar war? Du hast es wohl so hart gebraucht....
Dein letzter Absatz lässt mich schaudern - Du fängst schon wieder an, ihn zu entschuldigen? Schluss jetzt, Du hast genug vergeudet an Zeit und Gefühlen.
Geniesse die Zeit als Single, mach es Dir schön, werd nicht verbittert und sieh positiv in die Zukunft - es kann ja eigentlich nur besser werden.
In Zukunft weisst Du ja einige Punkte, die Dich bei einem neuen Mann stutzig werden lassen sollten....

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12. Januar 2010 um 11:37

Viel Glück..
wünsche ich Dir von Herzen. Habe sowas ähnliches selbst erlebt, es braucht eine Weile, bis man die ganze Sache klar sieht und sich endlich trennen kann, aber dann doch richtig und endgültig. Geniesse Deine neue Unabhängigkeit.
Alles Gute

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