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Zweite Trennung, ich will ihn wieder zurücl

11. November 2013 um 15:08

Hallo zusammen,

ich möchte hier meine Geschichte schreiben, zum einen, um sie für einen Augenblick lang loszuwerden, zum anderen, weil ich mir Wünsche, Leute zu treffen, die vielleicht ähnliches durchmachen oder mir den einen oder anderen Tipp geben können. Ich danke euch im Voraus fürs Lesen...

Mein Freund und ich waren 2 1/2 Jahre zusammen. Unsere Geschichte ist recht eigenartig. Wir kennen uns schon seit ca. 7 Jahren, haben uns im Studium kennengelernt. Das witzige ist, am Anfang war er in mich verliebt und ich wollte keine Beziehung mit ihm, dann habe ich mich irgendwann verliebt und er hatte kein Interesse. Wir waren dann aber trotzdem lange befreundet, hatten auch mal eine Affäre. Und irgendwann kamen wir zusammen, nachdem sein Vater gestorben ist und ich ihm einige Wochen lang sehr nah gewesen bin. Ich habe mich oft gefragt, ob das nicht nur passiert ist, weil er Nähe und Geborgenheit wegen des Todes gebraucht hat, aber das denke ich nicht. Schliesslich waren wir ja nicht nur ein paar Monate zusammen...
Es ist so, dass wir bei vielen Dingen sehr verschieden sind: Kleidungsstil, Hobbies und Interessen sind sehr unterschiedlich, wir haben auch einen ganz anderen Lebensstil gehabt zu dieser Zeit. Das hat dazu geführt, dass wir zwar sehr glücklich miteinander waren, aber auch oft gestritten oder diskutiert haben.
Kurz nach Beginn unserer Beziehung ging es mir plötzlich nicht mehr gut. Ich hatte psychosomatische Probleme, die ich mir nicht erklären konnte, etwa Schwindel, Herzrasen, Erstickungsgefühle etc. Das war furchtbar. Es war eine Zeit, in der sich viel geändert hat, und womöglich ist das die Ursache der Beschwerden gewesen, da die Ärzte nichts körperliches finden konnten. In dieser Zeit hat er sich total süss und lieb um mich gekümmert, leider war ich oft total böse oder abweisend, hab ihn angeschrieen usw. Ich war sehr unausgeglichen, obwohl er immer so lieb zu mir war. Oft wurde es mir zu viel und ich wusste nicht damit umzugehen. Es war sehr sehr verwirrend.
Es ist mir peinlich, es zu sagen, aber ich habe ihm einmal nach einem Streit, in dem er mir Dinge vorgeworfen hatte, die nicht stimmten, eine Ohrfeige gegeben. Das habe ich bis heute nicht verdaut und schäme mich zutiefst deswegen. Er hat es mir damals verziehen, aber natürlich war er erstmal total geschockt von mir...

Nach einem Jahr hat er sich von mir getrennt. Er meinte, wir passen einfach nicht zusammen, sind uns zu unterschiedlich und gehen uns die ganze Zeit nur auf die Nerven. Er meinte auch, dass ich ihm zu dominant und impulsiv bin, und seine Bemühungen nicht zu schätzen weiss. Zu dieser Zeit hatte ich mich emotional von ihm distanziert, weil ich ebenso der Meinung war, dass es nicht gepasst hat. Deswegen habe ich seine Entscheidung angenommen und weitergemacht. Ich hatte einige sehr glückliche Monate, in denen ich Gutes für mich selbst getan und mich beruhigt habe. Mir war auch nicht mehr so oft schwindlig und so. Nach einigen Monaten habe ich angefangen, mich mit der Beziehung und Trennung auseinanderzusetzen und meine Fehler angenommen. Ich habe grosse Schuldgefühle gehabt und mich total schlecht gefühlt und wollte mit ihm darüber reden, da es davor keine Gelegenheiten gegeben hatte. Ich habe wieder mit ihm Kontakt aufgenommen, und er hat eigentlich ziemlich schnell wieder aufgemacht, wir haben uns ein paar Mal getroffen, uns unterhalten, haben auch miteinander geschlafen und beide festgestellt, dass unsere Gefühle unverändert sind. Er hat mich darum gebeten, ihm Zeit zu geben, da er erstmal ein paar Dinge in seinem Leben klären wollte, bevor wir uns wieder näher kommen. Nach einigen Wochen hat er mich gefragt, ob wir wieder zusammenkommen wollen.

Wir waren jetzt wieder über ein Jahr zusammen und vieles hat sich geändert. Wir sind anders miteinander umgegangen und ich war viel entspannter und ausgeglichener. Trotzdem haben wir immer wieder gestritten und er hat sich von mir in die Ecke gedrängt gefühlt. Er hat mir gestanden, nicht über die Probleme unserer ersten Beziehung hinweg gekommen zu sein, und dass jedes Mal, wenn wir streiten, er daran denken muss und sich unrespektiert vorkommt. Ausserdem meinte er, dass er nie das Gefühl hat, die Dinge auch mal in die Hand nehmen zu können, weil ich immer schneller bin als er und immer alles überstürze...
Es ist so, dass ich seit Juni im Ausland lebe, aus beruflichen Gründen. Wir haben seitdem also eine Fernbeziehung gehabt. Der Anfang in der neuen Stadt war für mich sehr schwer. Ich habe mich überhaupt nicht wohl gefühlt und habe ihn schrecklich vermisst. Ich hatte grosse Verlustängste, ja ich hatte Angst vor der Einsamkeit und dass er sich von mir entfernen würde, wenn wir uns nicht mehr so oft sehen. Weil ich mir dachte, jetzt wo ich weg bin ist es für ihn ruhiger und schöner, und er wird es geniessen und mich nicht mehr vermissen. Durch meine Angst habe ich mich schon ziemlich an ihn geklammert und habe nur auf das Wochenende gewartet, damit wir uns sehen können. Wenn es mal nicht geklappt hat, war ich immer sehr traurig. Und wenn wir uns verabschiedet haben, kam ich mit der Situation gar nicht klar, und schon am Samstag Abend habe ich begonnen, unruhig, nervös und zickig zu werden, weil ich wusste, dass dann dieser Abschied kommt.

Jetzt am Wochenende war es so weit, er hat sich von mir getrennt. Dieses Mal hatte ich sofort verstanden, dass es für ihn etwas endgültiges ist. Er hat mir gesagt, dass wir zu unterschiedlich sind, dass es einfach nie klappen würde auf Dauer mit uns. Er hat gesagt, dass unsere Zeit die schönste und gleichzeitig schlimmste seines Lebens war, und dass er nicht mehr kann. Er fühlt sich nicht mehr gewürdigt, respektiert und hätte sich selbst verloren. Ich habe in den letzten Monaten von ihm verlangt, dass er sich festlegen soll, wie es mit unserer Zukunft aussehen soll. Ich habe Themen wie das Zusammenziehen oder später eine Familie gründen angesprochen. Er hat sich total unter Druck gefühlt, obwohl er früher immer wieder positiv auf dieses Thema reagiert hatte.

Ich bin total verzweifelt. Ich konnte ihn nicht halten und weiss nicht, was mit mir los ist. Ich wollte es doch so sehr, ihn glücklich zu machen und eine "normale" Beziehung zu führen. Aber ich fühle mich so, als wäre es mit mir nicht möglich. Ich fühle mich eine Versagerin, die es nicht geschafft hat, seine Liebe anzunehmen und Geduld und Zuversicht zu haben. Ich habe immer mehr verlangt und ihn überrumpelt und manchmal auch schlecht behandelt. Und ich bin eigentlich ein Mensch mit einem grossen Herz der sehr, sehr viel geben kann. Das hat er mir auch gesagt, nur er meinte, dass er es alles nicht mehr will, sondern seinen Weg alleine finden muss, ohne mich.

Alles kommt mir sehr endgültig vor und in der neuen Stadt kenne ich noch fast niemanden. Ich habe Angst vor meiner Zukunft aber vor allem kann ich es nicht akzeptieren, dass es aus ist, und ich ihn nicht glücklich machen konnte. Irgendwas stimmt nicht mit mir, und ich würde mir wünschen, dass das Leben mir noch eine Chance geben könnte, es wieder gut zu machen. Ich würde ihm das so gerne alles sagen, aber er meinte, dass er mir nicht mehr vertrauen kann.

Ich kann verstehen, dass er gegangen ist. Ich respektiere seine Entscheidung. Aber ich würde so gerne etwas tun können, um ihn wieder zurückzuhaben und dass er merkt, dass ich das alles eingesehen habe.
Ich freue mich auf eine nette Rückmeldung...

LG
Pariserin

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11. November 2013 um 21:39


Gut, es ist eine männliche Antwort jetzt, ich hoffe es bringt dir trotzdem etwas.
Ich habe ähnliches erlebt, ich war allerdings eher in deiner Position.

Ich kann dir wenig zum Anfang deines Textes sagen; es soll so etwas geben, dass man dann gesundheitlich solche Auswirkungen spürt, aber damit hast du dir die Frage doch schon selbst beantwortet. Scheinbar hat dir die Beziehung in dieser Zeit nicht gut getan, gleichzeitig schreibst du ja auch, dass du danach Monate erlebt hast, die für dich sehr glücklich waren.
Danach schreibst du allerdings, dass er sich von dir getrennt hat und in die Ecke gedrängt gefühlt hat. Das ist schon für dich in dem Sinne "krass", als dass es dich sehr verletzt haben muss, und eine Zurückweisung deinen Gefühlen ggü war.
Wo ich dir allerdings deutlich widersprechen muss, ist der Umstand, dass du dich dafür schämen musst, über Pläne in der Zukunft zu reden. Wieso? Für dich passte es emotional, da denkt man viel an die Zukunft. Normalerweise für beide Partner eine erfüllende Vorstellung. Weniger, wenn ein Partner nicht so sehr dahintersteht. Dann kann der Partner einem sehr schnell Geklammere, in die Ecke gedrängt fühlen, und solche Schubladen an den Kopf werfen. Ich halte es für falsch, dass du dir das anziehst.
Und ebenso bedenklich finde ich, dass du ihn glücklich machen wolltest etc. Das spricht dafür, dass du viel investiert hast, gerade emotional. Doch damit kann sich jemand, der selbst nicht auf so sicherer Basis steht wie du in Bezug auf diese Beziehung, schnell bedrängt fühlen. Aber das ist nichts, was du dir als Vorwurf machen solltest. Du hast geliebt, versuch dir das bewusst zu machen an dieser Stelle, nicht deine Fehler zu sehen.

Du solltest dich darauf freuen, vielleicht eher jemanden zu finden, der auch deine Liebe in dem Maße akzeptieren zu können. Das ist vielleicht weniger das, was du erwartest. Aber dieses Ungleichgewicht, was du schilderst, wird auf Dauer eher schlimmer. Du willst immer mehr, und er wird sich immer mehr bedrängt fühlen. Das macht eher beide unglücklich.

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