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Zweifel an Liebe

12. Oktober um 0:34

Ich weiss nicht was ich machen soll. Ich bin ansich ein sehr verunsichert er Mensch. Habe nie so wirklich an liebe geglaubt. Aber es ist passiert. Und ich bin jetzt seit fast einem Jahr eigentlich glücklich mit meinem Freund zusammen. Aber mich lässt seit ein paar Wochen der Gedanke einfach nicht mehr los was liebe eigentlich ist und ob ich ihn überhaupt liebe. Ich habe kein Kribbeln im Bauch wenn wir uns Küssen oder so. Daran habe ich zwar auch eigentlich nie geglaubt aber trotzdem zweifle ich jetzt an mir und unserer Beziehung. Ich will mir meine Zukunft nicht ohne ihn vorstellen. Aber ich habe Angst ihn nicht zu lieben. Nur er kann mich beruhigen und mir geht es schrecklich wenn ich ihn vermisse. Ich vermisse ihn eigentlich immer. Alles spricht für liebe und trotzdem mache ich mir totalen Druck.
ist das normal? Könnt ihr mich irgendwie beruhigen?

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12. Oktober um 9:39
Beste Antwort

Vielleicht verwechselst du grade Liebe und Verliebtheit. Verliebtheit ist das mit dem Kribbeln im Bauch, und vor allem ne hormonelle Angelegenheit, hat aber auch was damit zu tun, dass der Partner neu und aufregend ist und man noch nicht so recht weiß, wie er auf was reagiert und ob er dich wohl genauso mag und so weiter. Die Verliebtheitsphase hält in einer Beziehung üblicherweise so etwa 6 bis 18 Monate lang an. In dieser Zeit ist die Beziehung auch meistens ein Selbstläufer, manche Experten gebrauchen dafür den Begriff "Limerenz" - das bedeutet, dass die Partner sich gegenseitig ständig positiv bestärken, z.B. bringt dir dein Freund was Schönes vom Einkaufen mit, und schon allein dein strahlendes, dankbares Lächeln führt dazu, dass er sich beim nächsten Einkaufen wieder was Tolles einfallen lässt (und umgekehrt).
Verliebtheit hat aber auch was damit zu tun, dass man die Macken und Fehler des Partners entweder noch nicht kennt oder großzügig darüber hinwegsieht (siehe Limerenz). Wenn die Hormone sich aber nach besagten 6-18 Monaten wieder auf Normalmaß einpendeln, in die Beziehung ne gewisse Gewohnheit eingekehrt ist und man auch die ersten Streitereien und Konflikte hinter sich hat, dann entscheidet sich, ob die Beziehung wirklich ne dauerhafte Basis hat - und wenn du deinen Partner gut kennst, einschließlich seiner Schwächen und Unpassend-heiten, und trotzdem (oder grade deswegen) mit ihm zusammen sein willst, dann nennt man das Liebe. 
Allerdings ist dann das mit der Limerenz längst nicht mehr so ausgeprägt wie vorher - das kommt daher, dass Menschen dazu neigen, Dinge, die immer da sind, als selbstverständlich zu betrachten und nicht mehr so viel dafür zu tun, dass sie auch weiterhin da bleiben. Da kommt dann dieser blöde Begriff "Beziehungsarbeit" ins Spiel - was eigentlich nur heißt, dass man sich immer wieder selbst daran erinnern muss, was Positives in die Beziehung einzubringen und gegen den Alltag anzuarbeiten, der die Gefühle sonst zwangsläufig abflachen lässt.

Also, wenn du das Kribbeln im Bauch vermisst, aber dir trotzdem dein Leben ohne deinen Freund nicht vorstellen kannst - dann kann das heißen, dass die Verliebtheitsphase für dich rum ist und du tatsächlich diese vertraute Liebe empfindest. Das ist nix Schlechtes, im Gegenteil. Nur wenn du allgemein jemand bist, der ständig nach nem neuen Emotions-Kick und nach Bestätigung sucht, dann ist dieses Gefühl vielleicht etwas zu "gedämpft" und unaufgeregt für dich. Dann wird's Zeit, deine Prioritäten zu überdenken.

Kann aber auch heißen, dass deine Beziehung doch nicht so glücklich ist, sondern nur "eigentlich glücklich" (was, wie man aus dem Forum weiß, eigentlich "meistens sch@iße" heißt ) und du mehr aus Abhängigkeit als aus Liebe mit deinem Freund zusammen bist. Das musst du letztlich selber wissen. Meistens gilt, dass man erstmal halbwegs mit sich selber klarkommen muss, damit man in der Lage ist, eine glückliche Beziehung zu haben - sonst ist man a) zu sehr mit sich selber beschäftigt, um der Beziehung wirklich die Aufmerksamkeit zu widmen, die sie zum Leben braucht, und b) neigt man dann dazu, die eigenen Probleme auf dem Partner abzuladen, und der hat schließlich auch sein eigenes Päckchen zu tragen. Darüber lässt sich aber schlecht was sagen, solange du nicht mehr Infos über deine Beziehung rausrückst.

lg
cefeu
 

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12. Oktober um 9:53
In Antwort auf ariiiii23

Ich weiss nicht was ich machen soll. Ich bin ansich ein sehr verunsichert er Mensch. Habe nie so wirklich an liebe geglaubt. Aber es ist passiert. Und ich bin jetzt seit fast einem Jahr eigentlich glücklich mit meinem Freund zusammen. Aber mich lässt seit ein paar Wochen der Gedanke einfach nicht mehr los was liebe eigentlich ist und ob ich ihn überhaupt liebe. Ich habe kein Kribbeln im Bauch wenn wir uns Küssen oder so. Daran habe ich zwar auch eigentlich nie geglaubt aber trotzdem zweifle ich jetzt an mir und unserer Beziehung. Ich will mir meine Zukunft nicht ohne ihn vorstellen. Aber ich habe Angst ihn nicht zu lieben. Nur er kann mich beruhigen und mir geht es schrecklich wenn ich ihn vermisse. Ich vermisse ihn eigentlich immer. Alles spricht für liebe und trotzdem mache ich mir totalen Druck.
ist das normal? Könnt ihr mich irgendwie beruhigen?

wenn verliebtheit zu liebe wird

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