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Zuviel Umgang?

9. November 2005 um 10:13

Hallo, ich habe dieses Thema auch in einem anderen Forum gepostet, bin aber sehr interessiert an vielen Meinungen und Erfahrungen.
Ich lebe seit etwa 2 1/2 Jahren getrennt. Mein Sohn (fast 6) und meine Tochter (9) (für beide gemeinsames Sorgerecht) leben bei der Mutter. Wir wohnen in der selben Stadt, 5 Fußminuten entfernt. Die Kinder haben in (unserer ehemals gemeinsamen) Wohnung der Mutter jeder ein Kinderzimmer. Bei mir haben sie ein gemeinsames Kinderzimmer.
Da die Mutter immer Montags in Fitness-Studio geht, habe ich immer Montags die Kinder (auch über Nacht). Außerdem gehen wir abwechselnd jeden Dienstag mit dem Kleinen zum Fußball-Training, so dass ich auch jeden Dienstag bis etwa 18 Uhr eines der Kinder habe.
Alle 14 Tage von Freitag nachmittag sind die Kinder auch bei mir.
Jeden Tag außer Mittwochs hole ich den Kleinen morgens von der Mutter ab und bringe ihn zum Kindergarten (ich warte vor dem Haus, bis er hinaus kommt).
Ich bin war im Elternkuratorium des Kindergartens, bin im Elternrat der Schule. Veranstaltungen von Schule und Kindergarten besuchen wir Eltern (wenn zeitlich möglich) gemeinsam.
Termine bei Kinderärzten, Gesundheitsberatern oder Logopäden nehmen wir paritätisch wahr, mitunter ich aufgrund meiner flexiblen Arbeitszeit mehr.
Kindergeburtstage feiern wir bislang in der Kostellation "Kinder, Eltern, Familien und Freunde der Kinder" ohne unseren Lebenspartner.
Urlaub und Feiertage versuchen wir "gerecht" aufzuteilen.
Aus meiner Sicht hat sich dieses Modell für die Kinder bislang nicht schädlich ausgewirkt. Es verlangt schon etwas Management - insbesondere in Hinblick auf die eigene Zeit und auch den eigenen Lebenspartner - aber schließlich geht es ja um die Kinder.
Seit einiger Zeit allerdings mokiert die Mutter, dass die Kinder keinen richtigen Lebensmittelpunkt hätten. Sie beobachet "Orientierungslosigkeit" bei dem Kleinen ("Wo schlafen wir denn heute?") und findet, dass die derzeitige Entwicklung negativ für die Kinder ist. So versucht sie, meine Zeit mit den Kindern zu schmälern, damit die Kinder mehr Zeit bei ihr und damit ihrem eigentlichen Lebensmittelpunkt haben.
Ich bin mir nicht sicher, ob das richtig ist. Ich habe (ohne den Grund zu nennen) mit der Lehrerin, den Hortnerinnen und Erzieherinnen gesprochen und gefragt, ob sie eine nachteilige Tendenz bei den Kindern sehen. Alle haben verneint.
Ich will der Entwicklung der Kinder nicht im Weg stehen, ihnen keine sozialen oder psychischen Probleme bereiten. Ich kann mir schon vorstellen, dass so eine Menge an Bezugspunkten und -situationen nicht ganz unkompliziert ist.
Deswegen meine Frage: Kennt jemand einschlägige Studien, die sich mit dem Thema "Lebenswelten von Trennnungskindern" und deren Auswirkungen beschäftigen? Hat jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen und eine Patentregelung?
Natürlich hätte ich gern weiter so engen Kontakt zu den Kindern; bin ich sehr glücklich, ihr Leben weiter teilen zu können/dürfen. Es täte sehr weh, auf die kleinen Alltäglichkeiten und den fast normalen Umgang verzichten zu müssen.
Aber die Mutter meint, wir wären da vollkommen unnormal, sie hätte mit vielen anderen Trennungspaaren (sicher Müttern) gesprochen und die anderen Väter hätten längst nicht soviel Kontakt wie ich. Kinder bräuchten einen klaren Rahmen und nicht so ein "Hin und Her".
Danke für eure Hilfe,
M.

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9. November 2005 um 10:30

Mein Gefühl
Hallo! Eigentlich sollte ich hier nicht mitreden, weil ich kaum Ahnung habe, aber ich möchte trotzdem meine Gedanken niederschreiben.

Ich kann mir vorstellen, dass die Kinder orientierungslos sind in mancher Hinsicht, aber ich glaube trotzdem, dass sie ja ihr "zuhause" bei ihrer Mutter haben.

Außerdem glaube ich, dass deine Kinder sehr traurig wären, wenn sie ihren Vater seltener sehen würden. Ich finde toll, wie ihr das managed.

Vielleicht könnt ihr die Kinder ja selbst entscheiden lassen. Also einfach mal fragen, ob es ihnen lieber wäre, wenn sie am Montag bei ihrer Mutter schlafen. Oder eben ob sie das Wochenende bei der Mutter bleiben möchten.

Aufgrund Gespräche mit meiner Nichte habe ich das Gefühl, dass man Kindern oft nicht genug eigene Entscheidungskraft und Kraft zum Verarbeiten von Dingen zu traut.

Hoffe ihr könnt das im Sinne aller lösen.

Lg MysticSound

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14. November 2005 um 20:33

Antwort bereits selbst gegeben
hallo,
bei mir ist es fast ähnlich, ich habe zwei kinder (10-7) die neben den "normalen" besuchs we auch während der woche und in den ferien bei mir sind. wir haben nie eine starre regelung getroffen.es ist immer eine absprache sache zwischen kinder und den eltern (ev mit partner). wie du richtig sagst, ist dir ja das wohle des kindes das wichtigste und das muß man als elternteil auch immer im auge behalten. also so wie du das gemacht hast , dich also bei den anderen erkundig die deine kinder betreuen, ob die da eine zerissenheit gespürt oder erlebt haben.kinder im alter deiner kinder erzählen ja auch schon und man sieht und spührt ob bestimmte wechselnde situation und bezugspersonen ihnen schaden, oder sie eher unsicher machen. sehe zur zeit keinen anlass zur sorge bei dir. was ist schlimm, oder ohne orientierung, wenn die kinder an bestimmten tagen bei dir sind? montag und dienstag ist papa tag mittwoch bis freitag mama ect. es ist eine frage wie sehr sich die kinder wohlfühlen und wie sehr sie selber auch mitentscheiden können. flexibilität, wenn es um freunde besuchen einladen geht, so das zb auch an einem papa tag das kind mal bei mama in der wohnung bleibt, weil nebenan die beste freundin wohnt.

um es ganz klar zu sagen, es gibt immer verschiedene modelle, aus meinem berufsaltag (erzieher) weiss ich, das es nichts wichtigeres gibt, als das kinder nach der trennung beide elternteile behalten und die väter und mütter nicht nur die besuchswochenend eltern werden, sondern mitgestaltent und miterlebent am altag der kinder teilhaben. es wird auf dauer gesehen immer eine gewisse alltäglichkeit geben und solange sie sich am wohle des kindes orientiert und nicht an denen der eltern ist alles ok.
würde zur sicherheit ruhig mit den betreuern der kinder nochmal genau im bezug auf die bei euch stattfindende regelung reden, sie sind die die kinder außerhalb eures modelles erleben und sie sind es die am ehesten bestimmte veränderungen wahrnehmen.

zu dem satz wo schlafen wir den heute....kinder mit 6 oder 9 fragen auch ist morgen kindergarten/schule, aber darum schick ich meine kinder trotzdem nicht sonntags in den kiga oder die schule.


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14. November 2005 um 20:48
In Antwort auf jette_12520888

Mein Gefühl
Hallo! Eigentlich sollte ich hier nicht mitreden, weil ich kaum Ahnung habe, aber ich möchte trotzdem meine Gedanken niederschreiben.

Ich kann mir vorstellen, dass die Kinder orientierungslos sind in mancher Hinsicht, aber ich glaube trotzdem, dass sie ja ihr "zuhause" bei ihrer Mutter haben.

Außerdem glaube ich, dass deine Kinder sehr traurig wären, wenn sie ihren Vater seltener sehen würden. Ich finde toll, wie ihr das managed.

Vielleicht könnt ihr die Kinder ja selbst entscheiden lassen. Also einfach mal fragen, ob es ihnen lieber wäre, wenn sie am Montag bei ihrer Mutter schlafen. Oder eben ob sie das Wochenende bei der Mutter bleiben möchten.

Aufgrund Gespräche mit meiner Nichte habe ich das Gefühl, dass man Kindern oft nicht genug eigene Entscheidungskraft und Kraft zum Verarbeiten von Dingen zu traut.

Hoffe ihr könnt das im Sinne aller lösen.

Lg MysticSound

Mitredenkönnend
Ich kenne das auch, das Verhalten der Mutter deutete mir auf Eifersucht hin, denn bislang gab es doch keine Probleme, oder?

Zappra

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