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Zusammenziehen und Depression

24. März um 9:54 Letzte Antwort: 24. März um 11:08

Guten Morgen, 

ich hab vorhin einen Forumsbeitrag gelesen der sich mit einem ähnlichen Thema beschäftigt hat und ihm wurde sehr geholfen daher wende ich mich hier an euch. 

Zu meinem Problemchen:
Ich bin seit einem Jahr mit meiner Freundin zusammen und es läuft super, selbe Interessen etc.. Allerdings wohnen wir getrennt - jeder allein in einer eigenen Wohnung. 
Vor einem dreiviertel Jahr kam die Frage ob ich denn nicht mit ihr zusammenziehen will. 
Ich hab damals drauf gesagt dass es mir noch viel zu früh ist und ich es mit vielleicht frühestens im Sommer vorstellen könnte. 
War nach kurzer Diskussion erledigt. 

Als sie mich nach ein paar Monaten wieder darauf angesprochen hat hab ich mir gedacht, dass ich mir sicherer geworden bin und gemeint, dass ich es mir vorstellen kann im Sommer zusammen zu ziehen.

Seit dem macht sie (irgendwo verständlicherweise) sehr großen Druck. Sie schaut jeden Tag nach Wohnungen und setzt mich sehr unter Druck es meinen Eltern endlich mitzuteilen. 

In den letzten Monaten hat sich allerdings etwas hervorgetan womit ich noch nicht ganz umgehen kann. 
Sie hat alle paar Wochen irrsinnig schwere depressive Episoden, hatte sie allerdings schon seit sie 13 ist. 
Momentan verbringe ich meine Zeit eigentlich nur bei ihr und jedes Mal bei einer der Episoden vermittelt sie mir dass Gefühl dass ich daran Schuld sei. Was natürlich unfug ist und in guten Zeiten bestätigt sie mir das auch immer. 
Ich kann damit allerdings noch nicht umgehen. 
Diese Episoden gehen dann meist über 2 - 3 Tage und dann ist eh wieder alles gut.

Es sind mehrere Gründe dazu gekommen warum ich jetzt doch nicht mit ihr zusammenziehen will. Beruflich bin ich gerade in der letzten Phase einer wichtigen Ausbildung welche noch ein Jahr dauert und mich wahnsinnig einspannt und ich fühle mich nun doch nicht mehr bereit dass wir zusammenziehen, was ich ihr in dieser Form noch nicht sagen konnte. 

Vor wenigen Tagen hat sie mir nun erzählt, sie habe ihre Wohnung gekündigt, da wir dann bis wir eine gemeinsame Wohnung gefunden haben ja bei mir wohnen werden. 
Wir haben dies zwar abgesprochen, dass wir das so machen könnten, ich hab ihr allerdings gesagt, dass ich noch ein paar Tage brauche mir das zu überlegen. 
Ich wollte ihr dann sagen, dass ich noch nicht bereit dazu bin, aus oben genannten Gründen. 

Ohne nochmal mit mir zu reden hat ihr Vater ihre Wohnung gekündigt - Frist: 3 Monate. 

Als sie mir das nun vor kurzem (leider an einem Tag mit einer sehr schweren dep. Episode) gesagt hat, kam es zu einem Streit. 

Ich habe ihr gesagt, dass ich noch nicht mit ihr zusammenziehen will weil ich nicht weiß wie ich sie am besten unterstützen kann mit den Depressionen und dass ich mich zu unvorbereitet fühle. Weiters habe ich gemeint, dass ich mir vorstellen könne 'probeweise' in ihrer Wohnung zusammenzuwohnen um zu sehen wie es funktioniert und sie könne parallel eine Therapie beginnen (wovon sie selbst auch schon oft gesprochen hat) womit ich sie total verärgert/verletzt habe. Sie meinte dann unter Tränen 'super, ich fühle mich durch die Depression nun zum ersten Mal weniger wert.' was ich dann natürlich gleich richtigstellen wollte und ihr gut zu reden wollte. Sie hat dann auch gemeint dass sie das mit der Probe nicht wolle 'entweder ganz oder garnicht'. Auch ob die Beziehung dann überhaupt noch Sinn hat hat sie gemeint. Sie könne sich nicht länger vorstellen in zwei Wohnungen zu leben sondern will gemeinsam einen Haushalt führen und nicht jeder seinen. 

Dann sind wir eingeschlafen und sind uns zwei Tage aus dem Weg gegangen. Die schlimmsten zwei Tage ever. Bis sie sich dann am abend beim Film schauen zu mir gekuschelt hat und dann war zwei Tage alles beim alten. 
Gestern ist es dann allerdings wieder eskaliert. Waren gemeinsam baden und sie war plötzlich wieder so wie sie in den Episoden ist und hat mir gesagt man könne mit mir nicht reden und was ich denn jetzt wolle und ob es jetzt passt dass wir zusammen ziehen. Worauf sie dann im selben moment aus der Wanne ist und schlafen ging. 

Ich weiß nicht weiter. Ich habe das Gefühl ich verletze sie wenn ich ihr sage, dass ich doch nicht bereit bin und löse damit bzw verstärke die Depression. Jedoch kann ich ihr auch nicht sagen, dass ich es will, denn das tue ich nicht. 
Ich liebe sie und will sie nicht verlieren jedoch bin ich einfach nicht bereit zusammen zu ziehen. Die Episoden kosten mich jedes Mal wieder alle meine Kräfte und ich will sie ja auch unterstützen und gebe alles was ich kann, allerdings brauche ich dann auch wieder Tage allein in meiner Wohnung. 

Ich brauche schnellstens eure Hilfe denn ich weiß echt nicht was ich machen soll. 

Vielen lieben Dank schon mal!

Alex

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24. März um 10:10

Hallo Alex,

Als erstes möchte ich, dass du dir etwas ganz genau einprägst:

DU bist NIEMALS Schuld an den Depressionen deiner Freundin, DU bist auch NIEMALS Schuld, wenn diese sich verschlimmern. Das ist eine Krankheit. Wenn jemand Krebs bekommt, würdest du dich auch nicht schuldig fühlen und genau so, musst du auch mit Depressionen umgehen.

Dein Ansatz ist absolut richtig, dass du erst zusammenziehen möchtest, wenn sie eine Therapie beginnt und es vielleicht schon positive Veränderungen gibt.

Ich finde es toll von dir, dass du sagst du kannst damit nicht umgehen, weil du das auch nicht musst. Du bist kein Therapeut und kein Pfleger.

Depressive neigen dazu, anderen Schuldgefühle einzureden um ihren Willen durchzusetzen, ich bin selber Borderlinerin und weiß wovon ich reden.

Bleibt erstmal getrennt wohnen, bis sie sich Hilfe geholt habt. Ihr scheint auch noch jung zu sein und gerade in der Ausbildung ist die finanzielle Zukunft immer etwas ungewiss.

Bitte sie, mit dem Vermieter zu sprechen, dass die Kündigung aufgelöst wird. In der momentanen Situation ist es auch nicht leicht Nachmieter zu finden, daher wird er bestimmt nicht ablehnen.

Und lass dich nicht unter Druck erpressen, dass sie einfach kündigt ohne Rücksprache ist wirklich schon Rücksichtslos.


Allerdings solltest du deine Wünsche klarer formulieren und ihr keine falschen Hoffnungen machen, das ist auch nicht richtig.

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24. März um 10:38

Zuallererst - vielen Dank für deine Antwort!
Jetzt fühle ich mich nicht mehr wie ein kompletter Idiot.

Dass ich ihr falsche Hoffnungen gemacht habe war natürlich ein Fehler - ich werde versuchen meine Wünsche klar zu formulieren. Wie gesagt - ich will sie nicht verletzen. 


Es ist wirklich sehr hilfreich! Danke! 

Alles Liebe 

Alex
 

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24. März um 11:08
In Antwort auf user403404586

Guten Morgen, 

ich hab vorhin einen Forumsbeitrag gelesen der sich mit einem ähnlichen Thema beschäftigt hat und ihm wurde sehr geholfen daher wende ich mich hier an euch. 

Zu meinem Problemchen:
Ich bin seit einem Jahr mit meiner Freundin zusammen und es läuft super, selbe Interessen etc.. Allerdings wohnen wir getrennt - jeder allein in einer eigenen Wohnung. 
Vor einem dreiviertel Jahr kam die Frage ob ich denn nicht mit ihr zusammenziehen will. 
Ich hab damals drauf gesagt dass es mir noch viel zu früh ist und ich es mit vielleicht frühestens im Sommer vorstellen könnte. 
War nach kurzer Diskussion erledigt. 

Als sie mich nach ein paar Monaten wieder darauf angesprochen hat hab ich mir gedacht, dass ich mir sicherer geworden bin und gemeint, dass ich es mir vorstellen kann im Sommer zusammen zu ziehen.

Seit dem macht sie (irgendwo verständlicherweise) sehr großen Druck. Sie schaut jeden Tag nach Wohnungen und setzt mich sehr unter Druck es meinen Eltern endlich mitzuteilen. 

In den letzten Monaten hat sich allerdings etwas hervorgetan womit ich noch nicht ganz umgehen kann. 
Sie hat alle paar Wochen irrsinnig schwere depressive Episoden, hatte sie allerdings schon seit sie 13 ist. 
Momentan verbringe ich meine Zeit eigentlich nur bei ihr und jedes Mal bei einer der Episoden vermittelt sie mir dass Gefühl dass ich daran Schuld sei. Was natürlich unfug ist und in guten Zeiten bestätigt sie mir das auch immer. 
Ich kann damit allerdings noch nicht umgehen. 
Diese Episoden gehen dann meist über 2 - 3 Tage und dann ist eh wieder alles gut.

Es sind mehrere Gründe dazu gekommen warum ich jetzt doch nicht mit ihr zusammenziehen will. Beruflich bin ich gerade in der letzten Phase einer wichtigen Ausbildung welche noch ein Jahr dauert und mich wahnsinnig einspannt und ich fühle mich nun doch nicht mehr bereit dass wir zusammenziehen, was ich ihr in dieser Form noch nicht sagen konnte. 

Vor wenigen Tagen hat sie mir nun erzählt, sie habe ihre Wohnung gekündigt, da wir dann bis wir eine gemeinsame Wohnung gefunden haben ja bei mir wohnen werden. 
Wir haben dies zwar abgesprochen, dass wir das so machen könnten, ich hab ihr allerdings gesagt, dass ich noch ein paar Tage brauche mir das zu überlegen. 
Ich wollte ihr dann sagen, dass ich noch nicht bereit dazu bin, aus oben genannten Gründen. 

Ohne nochmal mit mir zu reden hat ihr Vater ihre Wohnung gekündigt - Frist: 3 Monate. 

Als sie mir das nun vor kurzem (leider an einem Tag mit einer sehr schweren dep. Episode) gesagt hat, kam es zu einem Streit. 

Ich habe ihr gesagt, dass ich noch nicht mit ihr zusammenziehen will weil ich nicht weiß wie ich sie am besten unterstützen kann mit den Depressionen und dass ich mich zu unvorbereitet fühle. Weiters habe ich gemeint, dass ich mir vorstellen könne 'probeweise' in ihrer Wohnung zusammenzuwohnen um zu sehen wie es funktioniert und sie könne parallel eine Therapie beginnen (wovon sie selbst auch schon oft gesprochen hat) womit ich sie total verärgert/verletzt habe. Sie meinte dann unter Tränen 'super, ich fühle mich durch die Depression nun zum ersten Mal weniger wert.' was ich dann natürlich gleich richtigstellen wollte und ihr gut zu reden wollte. Sie hat dann auch gemeint dass sie das mit der Probe nicht wolle 'entweder ganz oder garnicht'. Auch ob die Beziehung dann überhaupt noch Sinn hat hat sie gemeint. Sie könne sich nicht länger vorstellen in zwei Wohnungen zu leben sondern will gemeinsam einen Haushalt führen und nicht jeder seinen. 

Dann sind wir eingeschlafen und sind uns zwei Tage aus dem Weg gegangen. Die schlimmsten zwei Tage ever. Bis sie sich dann am abend beim Film schauen zu mir gekuschelt hat und dann war zwei Tage alles beim alten. 
Gestern ist es dann allerdings wieder eskaliert. Waren gemeinsam baden und sie war plötzlich wieder so wie sie in den Episoden ist und hat mir gesagt man könne mit mir nicht reden und was ich denn jetzt wolle und ob es jetzt passt dass wir zusammen ziehen. Worauf sie dann im selben moment aus der Wanne ist und schlafen ging. 

Ich weiß nicht weiter. Ich habe das Gefühl ich verletze sie wenn ich ihr sage, dass ich doch nicht bereit bin und löse damit bzw verstärke die Depression. Jedoch kann ich ihr auch nicht sagen, dass ich es will, denn das tue ich nicht. 
Ich liebe sie und will sie nicht verlieren jedoch bin ich einfach nicht bereit zusammen zu ziehen. Die Episoden kosten mich jedes Mal wieder alle meine Kräfte und ich will sie ja auch unterstützen und gebe alles was ich kann, allerdings brauche ich dann auch wieder Tage allein in meiner Wohnung. 

Ich brauche schnellstens eure Hilfe denn ich weiß echt nicht was ich machen soll. 

Vielen lieben Dank schon mal!

Alex

Etwas komplizierte Situation, aber nur auf den ersten Blick. 
Versuche das ein bisschen zu sortieren. Unter welchen Bedingungen zieht man denn zusammen bzw. baut sich ein gemeinsames Nest? Und warum?
Dass du dich freiwillig für sie entscheiden willst, ist richtig. Solche Nötigungsversuche von ihr oder ihrem Vater (was hat der denn damit zu tun?) würde ich an deiner Stelle auch ablehnen. 

Aber ihr seid auch beide schon in einer Zeit massiver Gehirnwäsche aufgewachsen. Die brach an, als unverheiratete Väter die gleichen Rechte erhielten wie verheiratete. Also Unentschlossene ohne Pflichten erhielten die gleichen Rechte wie verantwortungsbewusste Familienväter bzw. Partner. 
Das sollte gut für Kinder sein. Inzwischen hat sich aber herausgestellt, dass damit wieder Motivation, zu heiraten, verschwunden ist. Es gibt noch mehr Trennungskinder. Und es wird weiter daran herumgenagt. Nächstes Ziel ist das Ehegattensplitting. Und das, obwohl noch lange nicht alle Frauen unabhängig sein können. Es vielleicht auch nie werden können, solange die Konservativen dagegen kämpfen. 

Das ist eine klare Entscheidung für die Partnerin, mit der du eine Familie aufbauen willst. Das Zusammenziehen ist eigentlich erst Folge davon. 

Den Zusammenhang von Sex und Kindern muss ich dir ja nicht erst erklären, oder?

Habt ihr beide schon so weit gedacht?  

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