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Zusammenleben - Freund wünscht sich mehr Flexibilät - wenig gemeinsame Zeit

19. Mai 2016 um 11:48

Hallo!

Ich habe folgendes Problem:
Mein Freund (24) und ich (27) sind seit 7 Monaten zusammen. Da ich eine eigene Wohnung habe, ist er innerhalb kurzer Zeit (ca. 3 Monate) in einem "schleichenden" Prozess zu mir gezogen und wohnt nun komplett bei mir. Er kommt aus einem ca. 26 km entfernten Ort in der Nähe und hat noch zu Hause gewohnt.

Er hat einen sehr speziellen und großen Freundeskreis (unterschiedliche Charaktäre), seine wichtigsten Kumpels haben derzeit auch keine Freundinnen. Vor "meiner Zeit" haben sie oft was zusammen gemacht, quasi jede freie Minute miteinander verbracht. Die Ex meines Freundes hat das immer schön mitgemacht und akzeptiert, dass sie ihn kaum sehen konnte. Seine Kumpels waren und sind schon immer ein sehr großer und wichtiger Punkt in seinem Leben. Seitdem er bei mir wohnt fährt er natürlich nicht mehr jeden Abend in seine alte Heimat.

Leider ist es so, dass wir uns durch seine Arbeitszeiten nur wenig sehen können und das meiste der Hausarbeit (einkaufen, putzen, kochen, waschen) an mir hängen bleibt, da er abends noch seine Freunde sehen möchte.

Wir leben und wohnen quasi zusammen, sehen uns aber meist nur mal kurz eine Stunde nach der Arbeit und dann abends/morgens im Bett. Zusammen kochen oder mal einkaufen ist schon eine Seltenheit.

Da ich privat auch sehr eingebunden bin (Vereinstätigkeiten, Sport), habe ich auch meine regelmäßigen und festen Termine 2-3x pro Woche. Ich habe von Anfang an versucht, meine Termine immer so zu legen damit es passt, und ich meinen Freund an den anderen Abenden sehen kann.

Seine Freunde kommen gar nicht damit klar, dass er jetzt so eine "reife und ernste" Beziehung führt, da er vorher ja noch zu Hause gewohnt hat und keine Verpflichtungen hatte und somit immer spontan zur Verfügung stand.

Meist ist es so das sie mittags/abends spontan anrufen und fragen, ob er am Abend Zeit hat. Da er aber noch ca. 1 Stunde Fahrzeit für Hin- und Rückfahrt einkalkulieren muss versucht er dann, schnell nach der Arbeit nur was zu Hause zu essen und weiter zu seinen Leuten zu fahren.

Ich bin ein recht strukturierter Mensch und habe vor ihm ca. 1,5 Jahre alleine gewohnt. Ich hatte und habe meine Wohnung im Griff, wünsche mir aber mehr Unterstützung von ihm. Es hat sich auch schon einiges gebessert, ich habe es ja schon mehrmals angesprochen. Trotzdem reißt es oft einfach wieder ein.

Manchmal fühle ich mich wie ein "Hotel" in das man kommen und gehen kann wie man will. Oder wie die liebe Hausfrau, die sich um alles kümmert und ihm den Rücken frei hält, damit er machen kann, was er will.

Wenn wir was planen am Abend vorher, z.B. das wir am nächsten Tag zusammen kochen o.ä. kommt es oft vor, dass seine Leute dann dazwischen funken und er lieber nochmal zu ihnen fährt und mich damit unter Druck setzt, weil ich ja auch meine Planung komplett umwerfen muss.

Ich ärgere mich sehr darüber da ich versuche meine Freunde dann zu treffen wenn er z. B. sowieso selbst was geplant hat. Da es sich in seinem Freundeskreis aber immer sehr spontan entwickelt und dann dazu kommt, dass verplante Abende auf einmal platzen, muss ich halt auch sehr flexibel sein, was sehr schwierig ist.

Die meisten meiner Freund/innen haben bereits Familie und Kinder wodurch es halt echt schwierig ist, mal "spontan" vorbeizuschneien. Für deren Planung ist es natürlich auch wichtig im Voraus eine Verabredung zu planen. Da mein Freund dann aber kurzfristig an dem Abend doch nicht weggeht und dafür an einem anderen Tag sehen wir uns dann noch weniger.
Ich habe dann auch immer gleich ein schlechtes Gewissen und bin traurig, weil ich sehr gerne mehr Zeit mit ihm verbringen würde.

Um eine feste Regelung zu finden hatte ich ihm zwei Abende pro Woche vorgeschlagen die er fest für seine Kumpels reserviert. Das kann und will er aber auch nicht, da diese Kumpels ja sehr spontan sind und sich nicht auf zwei Abende festlegen möchten.

Zuletzt war es auch so das wir uns für abends zum Essen kochen verabredet haben, ich war extra dafür einkaufen. Morgens teilte er mir dann mit das sein Kumpel was mit ihm machen wolle und er ja erst mit mir essen könne und dann zum Kumpel möchte. Damit setzt er mich aber auch unter Druck weil ich dann quasi direkt nach Feierabend schnell was kochen müsste (wenn möglich mit ihm gemeinsam, geht aber durch seine Arbeit nicht immer), wir schnell was zusammen essen damit er dann spätestens um 18 / 19 Uhr "abhauen" kann.

Seine Kumpels setzen ihn auch unter Druck und werfen ihm vor er habe ja eh keine Zeit mehr für sie. Letzt haben sie ihm an den Kopf geworfen, ob er endlich mal wieder "Freigang" hätte.

Ich komme mir dabei einfach super blöd vor und weiß einfach nicht, was ich noch machen soll. Wie flexibel und spontan ich noch werden soll. Ich weiß einfach nicht, wie wir hier eine gute Lösung finden könnten. Die zwei festen Abende würden mir am besten gefallen, da kann jeder planen und ich habe an diesen Tagen auch keinen Druck und kann zum Sport, wann ich möchte und essen, wann ich möchte.

Ich will ihn auf keinen Fall verlieren, wir sind in allen anderen Dingen ein wirklich gutes Team und verstehen uns super. Die Zeit die wir zu zweit verbringen ist immer wunderschön. Ich könnte mir niemand besseren an meiner Seite vorstellen.

Aber das große Problem ist halt, dass er sehr viel Wert auf seine Kumpels und vor allem auf deren Meinung legt.

Manchmal denke ich, er ist einfach noch nicht bereit und reif genug für was festes. Das sind dann immer mal so negative Gedankengänge, die zwischendurch hochkommen. Er wirft mir ja immer vor, ich könne keine Kompromisse eingehen.

Wir haben schon sehr oft darüber geredet und versucht, Lösungen zu finden. Es ist trotzdem sehr schwierig und immer wieder eine neue Herausforderung. Meist läuft es mal ein paar Tage super glatt und dann machen seine Freunde uns wieder einen Strich durch die Rechnung.

Ich möchte ja auch nicht, dass er für mich seine Freunde aufgibt. Um Gottes Willen! Ich verbringen halt nur auch gerne Zeit mit ihm und da wir zusammen leben möchte ich ihn nicht nur abends im Bett oder mal eben schnell zum essen sehen. Auch an den Wochenenden ist es oft schwierig, weil er samstags manchmal arbeiten muss und ich noch einen Nebenjob habe, für den ich sporadisch auch mal sonntags ran muss.

Zeit ist einfach Mangelware. Mir ist es sehr wichtig, Zeit mit IHM zu verbringen und das unabhängig vom nebeneinander schlafen / kochen / wohnen.

Ich weiß nicht, wie ich ihm das näher bringen soll. Ich bin echt am Ende mit meinem Latein.

Vielleicht hat ja einer von Euch einen guten Tipp für mich.

Danke und LG!

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19. Mai 2016 um 12:10

Mach ihm den Vorschlag,
dass er wieder zu Mutti zieht. Dann ist er frei, sich mit seinen Kumpels zu treffen, wann und wie er lustig ist.

Ach nein, du willst ihn ja auf KEINEN FALL verlieren!

Dann mach alles schön mit, was immer an Unverschämtheiten von ihm kommt.

Ändern wirst du ihn jedenfalls nicht. Das hast du ja gesehen.

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19. Mai 2016 um 12:56

Das
Klingt ja wirklich so als ob du seine Mami bist. Kochen putzen waschen und der gute Herr verzieht sich gleich nachdem er gesättigt ist. Warum macht ihr es nicht so, anstelle das er zwei Tage Zeit für seine Kumpels hat, hat er diese zwei Tage Zeit nur für dich. Egal ob seine Kumpels anrufen, diese zwei Tage gehören nur euch. Wenn er das auch ausschlägt weißt du doch eh wo du bei ihm stehst.

Ach ja, ich würde erstmals auch nur für mich selber kochen putzen waschen, soll er doch selber sehen voher er Nahrung und saubere Wäsche bekommt. Immerhin kannst du dir sicher sein das du mal ne tolle Mama werden könntest.

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19. Mai 2016 um 13:12

...
Ich sehe halt die Wohnung immernoch als "meine" Wohnung an. Ich mag nicht im Dreck leben und/oder nichts zu essen / saubere Klamotten zu haben. Meist reicht meine Wäsche nur 1x pro Woche für eine Waschladung, um sie voll zu kriegen habe ich seine Sachen halt mit reingeworfen.

Er hat sich ja auch schon geändert und geht auch mal einkaufen, stellt eine Wäsche auf und kocht auch mal was. Aber es ist halt so, dass ich oft die Initiative ergreifen muss weil er nicht mit dem A.... hochkommt. Ich habe es halt auch gerne sauber zu Hause und möchte die Wohnung nicht verkommen lassen.

Das wir zu früh zusammen gezogen sind ist mir klar! Ich habe ihm auch schon gesagt das es wohl besser wäre, wenn er mal alleine wohnen würde!

Ich denke wenn Männer direkt zu ihren Freundinnen ziehen und nie alleine gelebt haben ist bei dem ein oder anderen das denken drin, dass die Freundin das so wie Mutti übernimmt. Aber das kann er sich abschminken!

Ich koche mittlerweile sehr unregelmäßig (absichtlich). Ich taue mir oft was gekochtes, was ich eingefroren habe, auf und esse das dann.

Im Kühlschrank habe ich auch schon nur das Nötigste drin gelassen und "meine" Joghurts usw. auf der Arbeit gelagert.

Ich will ihn ja nicht auflaufen lassen aber er soll schon merken, dass ich das nicht mit mir machen lasse! Ich umsorge meine Mitmenschen zwar sehr gerne und bin ein gutmütiger Mensch, das alles hat aber auch irgendwo seine Grenzen.

Ich hatte schon mehrere längere Beziehungen und habe auch schon mal mit einem Ex 4 Jahre zusammen gewohnt. Vom Typ und Charakter her sind wir einfach wie füreinander gemacht! Sei es Vorlieben, Hobbys, Denkweisen (...in vielerlei Hinsicht).

Das wir beide gleich sind sehe ich nicht so!
Ich habe schon Sachen für ihn aufgegeben und zurück gesteckt. Zum Verein gehe ich z. B. nur noch jede zweite Woche und den Sport lege ich so, dass ich hingehe, wenn er noch arbeiten ist. Auch die Wochenenden halte ich mir wenn möglich frei, es sei denn, man hat wirklich mal eine Verabredung mit Freunden!

Ich würde gerne gemeinsam mit ihm zusammen machen! Leider haben wir halt nicht so viele Pärchen in unseren Freundeskreisen bzw. nicht solche, mit denen man mal was unternehmen kann.

Aber ihr habt schon Recht, es muss sich was ändern! Denn ansonsten wird das wohl keine Zukunft haben!

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19. Mai 2016 um 13:26

Geht gar nicht
Er ist von Hotel Mama ins Hotel Freundin gezogen. Ich finde es gut, wenn jeder weiterhin sein eigenes Leben hat. Aber bitte schön, NACHDEM man seine Pflichten im Haushalt gemacht hat. Ich würde (wie untent schon vorgeschlagen) auch konsequent einen oder 2 Abende pro Woche fordern, wo ihr euch NUR für euch Zeit nehmt, ansonsten kann jeder machen, wie er möchte. Aber ich würde ihm nicht alles hinterherputzen und Wäsche machen.

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19. Mai 2016 um 13:54

...
Euer Vorschlag mit den zwei Abenden pro Woche für den Partner finde ich gut! Das werde ich auf alle Fälle ansprechen!
Ich hatte ihm das ja schon mal vorgeschlagen da meinte er, "..und wenn dann aber an den anderen Tagen die Kumpels doch keine Zeit haben!?".

Aber wie ihr schon richtig gesagt habt, man muss nicht alles mit sich machen lassen. Manchmal sieht man das halt für sich selbst nicht so klar.

Ich rede zwar auch schon mit Freunden drüber, aber da diese ihn auch kennen ist es oft schwierig da einen "neutralen" Ratschlag zu bekommen.

Ich habe ihm gestern gesagt das ich mir wünsche, dass wir wieder mehr Zeit füreinander haben und mehr gemeinsam machen. Wir fahren schon ab und an mal zusammen Fahrrad oder gehen am Fluß spazieren etc., aber man will ja auch mal zusammen shoppen gehen oder oder oder.

Dafür habe ich ja auch eine Partnerschaft, sonst könnte ich auch in eine WG ziehen oder eine Freundschaft+-Beziehung eingehen, bei der jeder machen kann, was er will.

Klar ist das ich ihm die Grenzen klar aufzeigen muss. Und entweder ich komme langfristig damit klar und habe Geduld, dass sich nicht alles von heute auf morgen ändern lässt was jahrelang schief gelaufen ist (seine Unstrukturiertheit etc.) oder ich muss mich trennen!!!

Ich bin natürlich Kompromissbereit und versuche auch, es für uns beide so passend wie möglich zu machen. Aber ich glaube, vergessen darf ich dabei nicht, was ICH will. Denn das ist das Wesentliche. Erst dann kommt der andere.

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20. Mai 2016 um 7:21

...
Ich werde es halt erst mal so weiterhin durchziehen und ihm klar machen, dass sich die Wäsche etc. nicht von alleine macht. Ich habe ja schon öfter den Wäschekorb überlaufen lassen, dann hat er es nach 1 Tag auch endlich mal kapiert.
Er macht es ja dann zwar auch, aber er braucht immer einen Anstoß.

Was mich am meisten ärgert/stört ist halt die Tatsache, dass er ständig nur unterwegs ist. Wenn ich meinen Vereinstätigkeiten nachgehe, hätte er ja auch mal Zeit für "sich". Da müsste es doch einfach drin sein, dass man an den anderen Abenden eine gute Lösung findet. Den Sport kann ich ja so legen, wie ich will. Es gibt ja viele Kurse, die ich besuchen kann.

Es ist einfach wirklich frustrierend. Der Gedanke, dass er noch nicht reif genug für eine Beziehung ist, kam mir auch schon öfter. Andererseits ist er in allen anderen Dingen sehr reif (Finanzen, Versicherungen, etc.).

Meist ist es so, dass der "Frieden" ein paar Tage/Wochen hält bis dann wieder seine Kumpels ins Spiel kommen.

Kaum kommt von denen mal wieder irgendeine Stichelei, z. B. "Du Fo*zenknecht", "Machst ja eh nur noch was mit Deiner Alten" etc. wird er wieder rebellisch und verspürt erst recht den Drang, wieder was mit seinen Kumpels zu machen.

Er verabredet sich mit ihnen, wie z.B. letzten Dienstag. Auf einmal haben sie spontan keine Zeit weil sie "chillen" wollen. Wir hatten uns geeinigt, dass er Mo, Di und Fr was für sich macht. Er ist dann Dienstags mit anderen Leuten weg gewesen. Dann auf einmal ist er donnerstags auch weggegangen, weil sein Kumpel dann da auf einmal auch "spontan" Zeit hatte.

Da ich dann samstags noch Vereinsmäßig unterwegs war, haben wir uns quasi an keinem Tag so wirklich gesehen und konnten nichts zusammen machen.

Das frustriert einfach total!
Ich versuche mich ja wirklich, nach ihm zu richten und Kompromisse einzugehen. Aber ich hab manchmal das Gefühl, er will einfach auch weiterhin "sein Ding" machen und bekommt das mit mir zusammen nicht unter einen Hut.

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