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Zusammenhang zwischen Kindesmisshandlung und Beziehungsproblemen?!?

13. August 2006 um 14:10

Ich lebe seit 2 Jahren mit einem Mann (32J) zusammen in einer Beziehung, die einer ständigen Achterbahnfahrt gleicht. Er hat mir schon ziemlich zeitig erzählt, dass er in einer Pflegefamilie aufgewachsen ist, da seine leibliche Mutter ihn als kleines Kind so schwer misshandelt(Schläge mit dem Kochlöffel und schwere Verbrennungen) hat,so dass er ins Kinderheim kam. Von dort kam er in eine sehr liebevolle Pflegefamilie, in der er heranwuchs. Als junger Erwachsener konnte er sich nirgends wirklich integrieren, wechselte ständig seine Arbeitsstellen und Wohnorte und auch die Frauenbeziehungen hielten nie lange an. Als ich ihn kennenlernte, hatte er zwar gerade eine dreijährige Beziehung hinter sich, in der sich aber auch beide Partner mehrmals betrogen hatten. Es gab in seiner Vergangenheit auch mehrere kleinere Konflikte mit dem Gesetz, die schließlich in einer vierteljährigen Haftstrafe mündeten.
All das habe ich jedoch noch tolerieren können,da unsere Beziehung wunderschön war und die Probleme seiner Vergangenheit ja nicht unmittelbar mit mir zu tun hatten. Als wir zusammenzogen, konnte er hier lange Zeit keinen Job finden,so dass er schließlich eine Stelle im Ausland annahm und wir uns seitdem nur noch jedes 2.Wochenende sehen. Und hier beginnen meine Probleme:
Da seine Post nach wie vor zu mir kommt und ich sie in seinem Auftrag auch öffne, habe ich auch seine Handyrechnung letzten Monat gelesen, und bin fast umgefallen, als da ein Betrag von fast 1000 stand, resultierend aus Gesprächen zu Sex-Hotlines! Es gab (wieder einmal) ernste Aussprachen, Trennungsabsichten meinerseits , Konzepte zur Vermeidung eines weiteren Rückfalls, und eine tränenreiche Versöhnung.
Auch in unserer Beziehung hatte er per SMS desöfteren wieder Kontakte mit anderen Frauen , welche zwar angeblich nur platonisch waren, aber naja...
Mit der Tatsache, dass er Pornomagazine kauft, komme ich ja noch halbwegs klar, nicht aber mit meiner letzen Entdeckung: Dass er selbst eine Kontaktanzeige in einem solchen Magazin aufgegeben hat!
Als ich sie fand, war meine erste Reaktion kay, das war's, ich kann nicht mehr! Seitdem bestürmt er mich, ihm doch nochmal eine Chance zu geben, er wolle zum einen mit mir gemeinsam eine Paartherapie machen und zum anderen eine weitere Therapie alleine, um seine Probleme in den Griff zu bekommen und mich nicht zu verlieren.
Und ich....ich bin vollkommen ratlos....lässt sich denn sein Verhalten denn wirklich mit seiner schlimmen Kindheit entschuldigen und auch soweit von Therapeuten aufarbeiten, dass er zu einer "normalen" "treuen" Beziehung fähig wird, oder hat das Eine mit dem Anderen überhaupt nichts zu tun und er ist einfach nie erwachsen und beziehungsfähig geworden?
Ja, ich liebe ihn noch immer, denn Gefühle lassen sich leider nicht von jetzt auf gleich ausschalten, aber so, wie es zuletzt war, bin ich nicht mehr in der Lage, weiter zu leben, zumal ich auch eine Menge Verantwortung zu tragen habe, bin zweifache Mutter und kann deswegen kein "drittes Kind" mehr gebrauchen.
Bin gespannt auf Eure Meinungen!

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13. August 2006 um 14:23

Entschuldigen lässt sich gar nichts
aber es ist sicherlich so,dass eine schwere Kindheit sehr prägend ist.

Was Du geschildert hast,liest sich beinah so wie die Kindheit einer Cousine von mir.
Viel passiert und vieles ist nicht nachvollziehbar.

Schulden von ihr gehen in die zigtausende.
Ich hab mal vor einiger Zeit mit einem Psychologen darüber gesprochen.

Man darf einfach keinerlei Erwartungen an irgendwas haben.
Stimmt wohl
Aber es ist schlimm für die,die jemandem nahestehen,und solche Sachen live mitbekommen.
Das tut einfach weh und die menschliche Enttäuschung-immer wieder-ist auch schlimm.

Weil man sich auf nix verlassen kann.
Und es kann sich alles wiederholen.
Weiss nicht,ob das eine Hilfe für Dich ist,kaum wohl
Wir wissen auch oft nicht,was tun.
Wir versuchen unser möglichstes,aber immer in der Gewissheit,dass vielleicht wieder Dinge passieren werden oder könnten,die wir nie nachvollziehen können und uns ggf.sogar schaden.
Dennoch hatten wir bisher den Kontakt aufrechterhalten.Im Gegensatz zu anderen Freunden und dem Rest der Verwandtschaft

Ist vielleicht blöde und naiv,aber wir mögen Margit sehr trotz allem,was sie sich schon im Leben verbaut hatte.Haftentlassen seit Sommer.
angeblich nicht resozialisierbar
Was tun...nichts wohl.
Es geht kaum.
Und was man tut-ist falsch.
Und wenn man was tut,ist es nicht das RIchtige zum falschen Zeitpunkt.
Das ist eine andere Denkweise,da kommen wir nicht mit.
Leider

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13. August 2006 um 16:21

...
Ja ich habe auch immer das Gefühl, mich drehen und wenden zu können, wie ich will,und es trotzdem verkehrt zu machen. SO wie es jetzt war, will und kann ich nicht weiter leben...andererseits will ich ihn aber auch nicht aufgeben....wenn es doch noch Hilfsmöglichkeiten gibt.
Hat denn keiner einen Rat, wo man ihm helfen kann??? Bin kein Psychologe, aber das, was ich im Internet gelesen habe, lässt mich auch an ein Borderline-Syndrom denken ?!?

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13. August 2006 um 16:26

Mit dem Begriff
"Co-Abhängigkeit" hast Du sicher gar nicht so unrecht...das wurde mir schon vor einiger Zeit mal gesagt...Hm.....
Aber ich liebe ihn doch, wie kann ich ihn denn da fallen lassen?
Alles bullshit, ich weiß

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13. August 2006 um 18:50

Hmm
...Gute Frage...liebt man denn nicht immer auch ein Stück weit die Vorstellung, die man von einem Menschen hat????
Aber ich glaube, ich schweife vom Thema ab
Und, nein, du hast Recht, so, wie es zuletzt zwischen uns war, tut es mir alles andere als gut....aber da ist auch immer noch die Erinnerung daran, wie es mal war....als es mir einfach nur gut tat.....

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16. August 2006 um 0:12

Er gibt seinen Job im Ausland jetzt auf,
um zurück zu kommen und eine Therapie machen zu können. Am Telefon sagte er heute zu mir, dass ich auf jeden Fall zur ersten Sitzung mitkommen solle, um dem Therapeuten die ganze Wahrheit zu sagen, für den Fall, dass er selbst es sich nicht traue.
Er kämpft also wirklich um mich!
Habe einem Psycholgen unseren ganzen Schlamassel geschildert, dieser meinte, wenn es ihm wirklich ernst wäre ,seine Vergangenheit aufzuarbeiten, dann würde er es auch schaffen. Er bräuchte dazu aber eine Frau, die voll und ganz zu ihm steht. Hmm

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16. August 2006 um 10:44
In Antwort auf silvermoon6116

Er gibt seinen Job im Ausland jetzt auf,
um zurück zu kommen und eine Therapie machen zu können. Am Telefon sagte er heute zu mir, dass ich auf jeden Fall zur ersten Sitzung mitkommen solle, um dem Therapeuten die ganze Wahrheit zu sagen, für den Fall, dass er selbst es sich nicht traue.
Er kämpft also wirklich um mich!
Habe einem Psycholgen unseren ganzen Schlamassel geschildert, dieser meinte, wenn es ihm wirklich ernst wäre ,seine Vergangenheit aufzuarbeiten, dann würde er es auch schaffen. Er bräuchte dazu aber eine Frau, die voll und ganz zu ihm steht. Hmm

Das
ist ja ganz schön mies von dem Psychologen.
Als ob Du für die "Heilung" deines Partners verantwortlich wärst...
Für ihn da sein ist ja ok...
Aber das hört sich für mich nach perfektem Druckmittel an,wenn er es nicht "schafft" kannst ja immernoch Du an seinem "Versagen" schuld sein.....
Für mich hört sich das komisch an.

LG MM

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