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Zur Abwechslung mal was recht Kopliziertes

29. September 2003 um 10:06 Letzte Antwort: 1. Oktober 2003 um 13:08

Ich habe mich in eine gefühlsmäßige Zwickmühle hineingeritten und es soweit gebracht, daran gerade zu verzweifeln ...
Ich habe eine längere Partnerschaft, die etwas ganz Seltenes und Kostbares ist. In so gut wie jeder Beziehung, auf fast allen Ebenen. Sie gibt mir Glück, Halt, Geborgenheit, Stärke ... ein Gefühl der Heimat und des Nach-Hause-Kommens. Eigentlich bin ich durch diesen Menschen erst das geworden, was ich heute bin. Und ich weiß, das ich nie wieder mit einem anderen Menschen derart glücklich sein und werden kann, das ist ziemlich sicher.
Im letzten Jahr hatten wir immer wieder Probleme mit unserer Sexualität - ich habe keine Lust mehr. Da ist einfach der Wurm drin, egal wie wir es drehen und wenden (und wir haben es oft und viel thematisiert und einiges ausprobiert), mir fehlt das Gefühl der Leidenschaft und der Begierde.
Wenn wir miteinander schlafen - was sehr selten ist - genieße ich die Nähe mit ihm, aber ich begehre ihn nicht. Das ist gerade ziemlich hart für mich, das auszusprechen.
Es hat mich auch nicht gestört - für mich - also, ich habe nichts vermisst, im Gegenteil, ich war rundum glücklich. Dass sowas die Beziehung belastet, ist klar, aber unsere Beziehung ist so reich, dass es verschmerzbar ist.
Dachte ich.
Nun habe ich jemanden kennengelernt und bin fast am Durchdrehen, weil ich mich körperlich sehr zu ihm hingezogen fühle. Ich kann das absolut nicht einordnen - ich empfinde ein Gefühl des Verliebtseins, das mit der Zeit wächst. Ich hatte gehofft, dass es vorüber geht, aber den Gefallen will es mir nicht tun.
Ihm geht es übrigens genauso, und er weiß natürlich, dass ich liiert bin, glücklich liiert , wie ich dachte und irgendwie noch denke, seltsamerweise.
Was mich belastet ist, dass ich die Gefühle, die ich bei x habe, gerne in meiner Beziehung hätte. Sie sind gerade völlig fehl am Platz - bei x - , denn sie gehören (sollten gehören) zu meinem Partner, und nicht zu dieser Bekanntschaft. Kann das irgendjemand nachvollziehen?
Ich weiß gar nicht, wo ich überhaupt ansetzen soll - ich muss mir klarmachen, dass unsere Beziehung gefährdet ist, noch mehr, dass ich vielleicht einen Traum gelebt hab, aus dem ich jetzt erwache. Oder wie soll ich mir erklären, dass ich gestern noch glücklich und zufrieden war und heute das Gefühl habe, ausbrechen zu müssen??
Ganz nebenbei habe ich sehr starke Schuldgefühle. Ich fühle mich sehr oberflächlich und auch grausam, dass ich meiner Beziehung das antun muss (für mich ist es klar, dass ich ihm reinen Wein einschenken muss). Das ist auch das Schlimmste daran - ihn zu verletzen.
Ich zerstöre gerade das Liebste, was ich habe, das ist in etwa mein Grundgefühl.
Klar kann ich nichts für meine Gefühle ... und ich will ihnen auch nachgehen, ich könnt mir nicht vorstellen, einfach so "weiterzumachen" wie bisher. In mir hat sich was Grundlegendes geändert.
Ich denke gar nicht viel über den anderen Mann nach (stimmt nicht, eigentlich in jeder Minute). Aber ich habe keine großen Hoffnungen, dass es ein gutes Ende nimmt. Zum einen kann ich mir keinen anderen, besseren Partner als meinen jetzigen vorstellen, und zum anderen bringe ich es nicht, von einer Beziehung in die nächste zu stolpern.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass mein Freund sich zurückzieht und geht, wenn er es erfährt. Das macht die Situation und das Nachdenken nicht wirklich leichter ;-/

Was ich mich auch frage: Kann man sich ZU nah sein, dass die Leidenschaft in der ganzen Vertrautheit keinen Platz mehr findet??

Ich dachte, ich könnte darauf verzichten, ganz ehrlich, weil es ansonsten so stimmig ist.
Ich bin aufgewacht als ein anderer Mensch ... und komme damit einfach nicht zurecht.

Jetzt ist guter Rat teuer













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29. September 2003 um 11:02

Klar kann ich nichts für meine Gefühle
Liebe Peas,

wir können immer für unsere Gefühle - wer sonst? Aber sie haben immer einen Sinn, auch in Deinem Fall.
Lass uns mal zusammenfassen: Du lebst seit langer Zeit in einer guten Beziehung mit viel Nähe und Verbundenheitsgefühlen. Schön... aber das kann auch erdrückend sein. Da wären Gefühle wie Begierde, Leidenschaft und sexuelle Lust dann wirklich zu viel des Guten??? Wie schaut es eigentlich mit der anderen Seite einer guten Beziehung bei Euch aus? Streitet Ihr auch, werden auch die Agressionen gelebt?

Auf jeden Fall kommt jetzt Bewegung in eure Beziehung und das ist immer gut

LG Bettina

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29. September 2003 um 11:49

Liebe Peas,
ich kann diesen satz nicht oft genug wiederholen:

wir sollten sehr genau überlegen WARUM wir in einer beziehung glücklich oder unglücklich sind, befriedigt oder unbefriedigt und wir sollten uns immer nach dem höchst möglichen glück, der tiefst möglichen liebe sehnen.

wichtig sind allein die MOTIVE für eine beziehung, und es ist entscheidend den wahren gründen auf die spur zu kommen, warum man (noch) zusammen ist. erkennt man dann, dass es die liebe gewohnheit ist, ein sich-zuhause-fühlen oder bequemlichkeit, kann man darüber nachdenken was man denn noch vom leben erwartet.

nur du allein kannst entscheiden ob diese bekanntschaft es wert ist, dass du die sicherheit und den zusammenhalt mit deinem freund aufgibst.

diese bekanntschaft ist sicherlich neu, aufregend und spannend - aber hält sie auch den belastungen des alltags stand?

wie du schreibst hast du eine recht starke bindung zu deinem freund. wahrscheinlich seid ihr durch schwierige situationen hindurchgegangen und habt sie erfolgreich gemeistert. und dein freund verdient es wahrscheinlich, dass du weise entscheidest und auch in jeder hinsicht zu ihm stehst und auch bei ihm bleibst.

wenn du mit deinem freund nicht mehr intim sein kannst, dann fehlt aber eine wichtige komponente in eurer beziehung.
ich denke, dass zuviel nähe in einer beziehung in bezug auf die leidenschaft eher negativ wirkt, als ihr gut tut.

aber: es bedarf einer genauen prüfung deiner gefühle, um herausfinden zu können, wie es wirklich um euch steht.

vielleicht wäre es auch denkbar für dich, einfach (mit billigung deines freundes) eine gewisse zeit *über die stränge zu schlagen*, nur um herauszufinden, ob dir etwas fehlt?
bedenke: solange du dich nicht aus freiem willen fest gebunden hast, kannst du alle erfahrungen sammeln die deine seele begehrt.

aber: niemand lebt sich allein. und auf dieser wahrheit können, ja sollen ! wir unser leben aufbauen.
und ab dem augenblick in welchem wir beginnen verantwortung zu übernehmen, für jemand oder etwas bewußt sorge zu tragen, kurz: zu dienen ! lebt unser innerstes auf.

mein rat an dich wäre also: wenn du einmal von dem gefühl der sehnsucht nach etwas neuem, aufregendem absiehst, was bleibt dann noch übrig? was macht dich glücklich? was erbaut dich? was macht dir freude? wo wirst du am nötigsten gebraucht, an welchem platz kannst du deinen ganz eigenen dienst leisten? diesen platz wähle. ein solcher weg ist kompromisslos, geradlinig und klar umrissen.

solltest du aber das empfinden haben, dass dir etwas fehlt, überdenke deine beziehung in bezug auf eine endgültigkeit.

prüfe dich genau und bleib dir selbst ehrlich und treu gegenüber.
und lass dir stets genügend zeit für deine entscheidungen.

ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen.

liebe grüsse
cosmic.

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29. September 2003 um 12:02

Abwägen...
Liebe Peas,

dies ist wirklich nicht einfach, aber vielleicht helfen dir ja ein paar Anregungen.

Du scheinst deinen Freund sehr zu lieben. Gibt es ausser dem mangelnden Liebesleben noch mehr Unstimmigkeiten? Warum hast du keine Lust auf ihn - ist er nicht die Erfüllung deiner Träume im Bett? Nicht alle Männer sind einfühlsam, manche zu sehr... Lassen sich diese Probleme vielleicht noch lösen durch Paartherapie oder aber auch durch neue "Spielereien"? Vielleicht würde dein Freund auch gerne Neues ausprobieren, traut sich aber nicht.
Sex ist schon sehr wichtig. Mein Exfreund war damals derjenige, der kein großes sexuelles Bedürfnis hatte und ich habe darunter gelitten. Allerdings hatten wir noch mehr Probleme, so dass ich insgesamt einen Schlussstrich gezogen habe. Nun habe ich einen tollen neuen Partner mit dem ich sehr glücklich bin und es klappt im Bett hervorragend. Mein Ex hatte mir damals Vorwürfe gemacht, dass mir Sex so wichtig wäre und es ein Grund für die Trennung war. Aber: Sex ist nun mal wichtig, oder magst du dir deine Zukunft bis zum Ende mit unbefriedigendem Sex vorstellen. Manchmal muss man egoistisch sein.

Also, ich würde Folgendes machen:
Liegt es nur am Sex und es gibt noch eine Chance ihn zu verbessern: Vergesse den Neuen. (ich weiß, einfacher gesagt als getan )

Hast du das Gefühl, der Sex mit deinem Freund wird sich niemals bessern, überlege, ob du damit leben kannst, oder "probiere" den Neuen heimlich aus, ob es wirklich so viel besser ist. Mit deinem Freund kannst du dann immer noch Schluss machen. Ich würde jedenfalls nichts überstürzen, ansonsten bereust du es vielleicht.

LG, Kimmi

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29. September 2003 um 12:25
In Antwort auf freetime

Klar kann ich nichts für meine Gefühle
Liebe Peas,

wir können immer für unsere Gefühle - wer sonst? Aber sie haben immer einen Sinn, auch in Deinem Fall.
Lass uns mal zusammenfassen: Du lebst seit langer Zeit in einer guten Beziehung mit viel Nähe und Verbundenheitsgefühlen. Schön... aber das kann auch erdrückend sein. Da wären Gefühle wie Begierde, Leidenschaft und sexuelle Lust dann wirklich zu viel des Guten??? Wie schaut es eigentlich mit der anderen Seite einer guten Beziehung bei Euch aus? Streitet Ihr auch, werden auch die Agressionen gelebt?

Auf jeden Fall kommt jetzt Bewegung in eure Beziehung und das ist immer gut

LG Bettina

Die andere Seite und zuviel Philosophisches
Hallo Bettina,

stimmt, das ist ein ziemlich blöder Satz, dass ich nichts für meine Gefühle kann ... ich glaube, ich wollte mich so vor "Absolutionen" schützen, die mich zwar trösten, aber nicht weiterbringen.
Wobei mir Trost sehr willkommen ist, puh tut das gut: die Gefühle haben immer einen Sinn ...

Bewegung ist ein Stichwort - ja, das ist was Gutes.
Für mich sind die Vorzeichen leider eher zerstörerisch ... El Ninho statt Bewegung, so in etwa.

Was ist die andere Seite einer guten Beziehung? Die Frage ist ganz ernst gemeint.
Streit, Aggressionen, meinst du das? Als ausgleichender Gegenpol zu Vertrautheit, Harmonie?

Hm, also wir haben keine Scheinharmonie. Wobei ich auch gerade dabei bin, das infrage zu stellen, denn schließlich werde ich gerade von Gefühlen plattgewalzt, die in mir entspringen und von deren Vorhandensein ich bis dato keine Ahnung hatte ... oder nur einen Schimmer Ahnung?

Wir streiten eher selten, und auch nie richtig aggressiv. Im Laufe der Zeit haben wir gelernt, uns "konstruktiv auseinanderzusetzen" ... und das genieße ich auch sehr, diese Ebene gefunden zu haben.
Andererseits frage ich mich auch, ob das nicht auch eine Art goldener Käfig ist. ich versuche das mal zu erklären:
Wir haben uns anfangs sehr zusammenraufen müssen, und das war in der ersten Zeit oft hart und schmerzlich. Aber sehr fruchtbar.
Daraus ist etwas entstanden mit sehr viel Substanz und Tiefe, worauf wir auch "stolz" (ist nicht ganz das richige Wort) sind. Vielleicht haben wir jetzt ein "perfektes Bild" unserer Beziehung, das es erschwert, kritische & zweifelnde Stimm(ch)en zuzulassen?
Ich könnte es mir - für mich - vorstellen.
Ich habe dafür das Bild im Kopf, dass die Gefühle den Rahmen gegeben hatten, und jetzt, da sie sicher und klar und geordnet sind, erscheint es mir, als würde die Beziehung den Rahmen (für die Gefühle) vorgeben.
Ui, ist das verständlich?

So verhält es sich auch mit der Aggression.
Unser Umgang miteinander ist ganz zärtlich, ganz liebevoll. Nicht verzärtelt - Aufrichtigkeit spielt eine große Rolle bei uns. Oh man, zumindest habe ich es immer so empfunden
Da "passt" Aggression nicht ins Bild ... *zyn*
Ja, ich habe bei mir feststellen können, dass ich mich nicht traue, einige wenige Gedanken überhaupt zuzulassen. Das ist fatal, das weiß ich. Leider wird es mir gerade erst bewusst.

Wenn ich jemanden liebe, liegt es mir fern, diesen Menschen zu verletzen. Und diesen Menschen liebe ich wie ich es mir nie vorstellen konnte. Ich ahne, dass ich deswegen auch "gefährliche" Gedanken verdränge ... was für eine Logik ... aber um die geht es wohl nicht.

Nein, Begierde und Begehren wären nicht zuviel des Guten ... das wäre der Himmel.
Aber ich neige dazu, das Große, was da ist, höher zu bewerten als Leidenschaft. Weil Letzteres keinen Bestand hat. Wie ich gerade feststellen muss

Ich frage mich auch, ob die Umstände das Bewusstsein prägen, sehr frei nach marx , also ganz platt gesagt, ob ich sehe, was ich habe, es für gut und passend erachte und meine Bedürfnisse dem anpasse. Natürlich gänzlich unbewusst.

Vielleicht ist es damit (ab)getan, dass man nicht alles haben kann *zyn* ... und ich fühle mich auch wirklich zutiefst undankbar. So wie die Frau aus dem Märchen, die alles haben wollte und dann mit leeren Händen dastand.
Mit leerem Herzen, würde ich dazufügen.

Soviele Gedanken ...

LG von peas





















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29. September 2003 um 12:35

Whow ...
ich bin ganz platt über soviele Antworten. Ich möchte mir gerne die Zeit nehmen, euch zu antworten. Es tut so gut, mich darüber auszutauschen und - ja, vielleicht auch von euren Erfahrungen zu profitieren.
Ich komme so schwer an mich heran, dass ich für meine erste Antwort schon recht lange gebraucht hab ("die andere Seite und zuviel Philosophisches"), vielleicht habt ihr dazu noch ein paar schlaue weise Gedanken?

dankbare grüße von peas

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29. September 2003 um 12:54
In Antwort auf winnie_12164884

Whow ...
ich bin ganz platt über soviele Antworten. Ich möchte mir gerne die Zeit nehmen, euch zu antworten. Es tut so gut, mich darüber auszutauschen und - ja, vielleicht auch von euren Erfahrungen zu profitieren.
Ich komme so schwer an mich heran, dass ich für meine erste Antwort schon recht lange gebraucht hab ("die andere Seite und zuviel Philosophisches"), vielleicht habt ihr dazu noch ein paar schlaue weise Gedanken?

dankbare grüße von peas

Liebe peas,
du solltest dir zuerst klar werden, wie du dir deine Zukunft (mit welchem Partner auch immer) vorstellst.

Hast du schon mal mit deinem Freund über deine Gefühle gesprochen? Er scheint ja auch nicht mit eurem Sexleben zufrieden zu sein.

Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass du "dankbar" für diese Beziehung bist. Es ist alles so vertraut, man kennt sich in und auswendig, kann über (fast) alles reden, er hat dir in schwierigen Zeiten beigestanden. Doch ohne eine gewisse Portion Egoismus reicht das auf Dauer nicht aus.

Zu dem Thema "Aggression": Sex ist manchmal auch aggressiv, wild und aufregend. Nicht, dass ich für Schläge bin. Ich meine das Animalische in uns, dass ich auch vor meiner jetzigen Beziehung nicht kannte. Mit meinem Ex hatte ich nur Blümchensex - wenn überhaupt
So wollte ich nicht weitermachen.

Aber vielleicht kannst du mit deinem Freund noch reden und es ist noch nicht alles verloren.

Ich habe übrigens ein Jahr gebraucht, um mich endgültig von meinem Ex zu trennen. Heute wäre ich hoffentlich klüger... aber das sagt man ja immer hinterher

LG, Kimmi

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29. September 2003 um 13:06

Nur ein Beispiel...
und keine allgemeinen Betrachtungen mehr von mir, ich bin müde mich zu wiederholen.

Vor etwa 2 Jahren ging es meinem besten Freund und seiner Freundin ebenso. Sie liebten sich, harmonierten wunderbar, nach 3 Jahren Beziehung, aber SIE hatte keine Lust mehr. Sie hat es wie du nicht verstanden, hatte Schuldgefühle, er fühlte sich unwohl, weil er meinte nicht mehr reizvoll zu sein...

Sie hätten sich beinahe getrennt. Aber sie waren ehrlich zueinander, redeten und verabredeten, dass Sex mit nem andern okay wäre. Ich war der andere, und hab ein wenig Leidenschaft und Unsicherheit zurückgebracht.

Sie sind immer noch zusammen, immer noch glücklich und haben wieder lustvollen Sex. Ein *vorsichtiges* Experiment, geglückt. (Er hat natürlich auch mal ne andre gehabt). Natürlich mochte ich sie auch vorher schon, und sie mich, und natürlich lief da vor der Verabredung nichts, wir sind *immer* ehrlich gewesen zueinander.

Die beiden bisher vorgeschlagenen Alternativen - Trennung oder heimliches Fremdgehen - finde ich sinnlos bis gefährlich. Warum überleg dir mal selbst.

Du kannst natürlich serielle Monogamie in Dreijahresphasen betreiben bis du 40 bist, viel Spass, oder lernen ohne Sex zu leben, viel Spass auch, oder deinen Partner belügen, noch viel mehr Spass.

cu,nathan

und doch noch mal der übliche disclaimer: ich propagiere NICHT die freie Liebe, Monogamie ist was feines, wer aber monogam empfindet, hat eben NICHT dein Problem, einfach per Definition.

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29. September 2003 um 13:52
In Antwort auf winnie_12164884

Die andere Seite und zuviel Philosophisches
Hallo Bettina,

stimmt, das ist ein ziemlich blöder Satz, dass ich nichts für meine Gefühle kann ... ich glaube, ich wollte mich so vor "Absolutionen" schützen, die mich zwar trösten, aber nicht weiterbringen.
Wobei mir Trost sehr willkommen ist, puh tut das gut: die Gefühle haben immer einen Sinn ...

Bewegung ist ein Stichwort - ja, das ist was Gutes.
Für mich sind die Vorzeichen leider eher zerstörerisch ... El Ninho statt Bewegung, so in etwa.

Was ist die andere Seite einer guten Beziehung? Die Frage ist ganz ernst gemeint.
Streit, Aggressionen, meinst du das? Als ausgleichender Gegenpol zu Vertrautheit, Harmonie?

Hm, also wir haben keine Scheinharmonie. Wobei ich auch gerade dabei bin, das infrage zu stellen, denn schließlich werde ich gerade von Gefühlen plattgewalzt, die in mir entspringen und von deren Vorhandensein ich bis dato keine Ahnung hatte ... oder nur einen Schimmer Ahnung?

Wir streiten eher selten, und auch nie richtig aggressiv. Im Laufe der Zeit haben wir gelernt, uns "konstruktiv auseinanderzusetzen" ... und das genieße ich auch sehr, diese Ebene gefunden zu haben.
Andererseits frage ich mich auch, ob das nicht auch eine Art goldener Käfig ist. ich versuche das mal zu erklären:
Wir haben uns anfangs sehr zusammenraufen müssen, und das war in der ersten Zeit oft hart und schmerzlich. Aber sehr fruchtbar.
Daraus ist etwas entstanden mit sehr viel Substanz und Tiefe, worauf wir auch "stolz" (ist nicht ganz das richige Wort) sind. Vielleicht haben wir jetzt ein "perfektes Bild" unserer Beziehung, das es erschwert, kritische & zweifelnde Stimm(ch)en zuzulassen?
Ich könnte es mir - für mich - vorstellen.
Ich habe dafür das Bild im Kopf, dass die Gefühle den Rahmen gegeben hatten, und jetzt, da sie sicher und klar und geordnet sind, erscheint es mir, als würde die Beziehung den Rahmen (für die Gefühle) vorgeben.
Ui, ist das verständlich?

So verhält es sich auch mit der Aggression.
Unser Umgang miteinander ist ganz zärtlich, ganz liebevoll. Nicht verzärtelt - Aufrichtigkeit spielt eine große Rolle bei uns. Oh man, zumindest habe ich es immer so empfunden
Da "passt" Aggression nicht ins Bild ... *zyn*
Ja, ich habe bei mir feststellen können, dass ich mich nicht traue, einige wenige Gedanken überhaupt zuzulassen. Das ist fatal, das weiß ich. Leider wird es mir gerade erst bewusst.

Wenn ich jemanden liebe, liegt es mir fern, diesen Menschen zu verletzen. Und diesen Menschen liebe ich wie ich es mir nie vorstellen konnte. Ich ahne, dass ich deswegen auch "gefährliche" Gedanken verdränge ... was für eine Logik ... aber um die geht es wohl nicht.

Nein, Begierde und Begehren wären nicht zuviel des Guten ... das wäre der Himmel.
Aber ich neige dazu, das Große, was da ist, höher zu bewerten als Leidenschaft. Weil Letzteres keinen Bestand hat. Wie ich gerade feststellen muss

Ich frage mich auch, ob die Umstände das Bewusstsein prägen, sehr frei nach marx , also ganz platt gesagt, ob ich sehe, was ich habe, es für gut und passend erachte und meine Bedürfnisse dem anpasse. Natürlich gänzlich unbewusst.

Vielleicht ist es damit (ab)getan, dass man nicht alles haben kann *zyn* ... und ich fühle mich auch wirklich zutiefst undankbar. So wie die Frau aus dem Märchen, die alles haben wollte und dann mit leeren Händen dastand.
Mit leerem Herzen, würde ich dazufügen.

Soviele Gedanken ...

LG von peas





















Begierde und Begehren wären der Himmel
Ein Bild ist ja auch etwas Starres... Zeit mal aus dem Rahmen zu fallen

liebe Peas,

mir sind im Laufe meines Lebens viele Menschen begegnet, die große Angst davor haben oder hatten "gefährliche" Gedanken zu haben.( ich gehöre auch zu diesen Menschen)

Gerade wenn uns ein anderer Mensch sehr wichtig ist, ist es noch "gefährlicher" Wut in seinen unterschiedlichen Formen zum Ausdruck zu bringen, auch mal agressiv zu sein. Scheinbar " gefährlich", denn gefährlich für eine Beziehung sind eher das Nicht-Leben von Gefühlen.


Malen wir doch mal Deine Geschichte weiter aus (Dein Bild)
Du erzählst Deinem Freund, dass Du Dich in einen anderen Mann verliebt hast. Dass Du Leidenschaft bei ihm spürst, Begierde, Lust... all das, was Du mit ihm vermißt.
Mal angenommen, er ist ein Mensch, der sich traut, seine Gefühle zu leben, dann passiert nachdem er seinen "Schock" überwunden hat, doch folgendes: Er haut mit der flachen Hand mal richtig auf den Tisch. Das gehört auch meiner Meinung nach dahin.
Vielleicht würde er Dir Dinge sagen, die Du niemals von ihm zu hören erwartet hättest. Und vielleicht würde er daraufhin von Dir Dinge hören, die er noch nie gehört hat. Zu wünschen wäre es.

So hättest Du unbewußt dafür gesorgt, dass Ihr in Eurer Beziehung einen notwendigen Entwicklingsschritt machen könnt.

Stimmt, wir können nicht ALLES haben- Eine lebendige Beziehung können wir haben
LG Bettina

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29. September 2003 um 14:04
In Antwort auf freetime

Begierde und Begehren wären der Himmel
Ein Bild ist ja auch etwas Starres... Zeit mal aus dem Rahmen zu fallen

liebe Peas,

mir sind im Laufe meines Lebens viele Menschen begegnet, die große Angst davor haben oder hatten "gefährliche" Gedanken zu haben.( ich gehöre auch zu diesen Menschen)

Gerade wenn uns ein anderer Mensch sehr wichtig ist, ist es noch "gefährlicher" Wut in seinen unterschiedlichen Formen zum Ausdruck zu bringen, auch mal agressiv zu sein. Scheinbar " gefährlich", denn gefährlich für eine Beziehung sind eher das Nicht-Leben von Gefühlen.


Malen wir doch mal Deine Geschichte weiter aus (Dein Bild)
Du erzählst Deinem Freund, dass Du Dich in einen anderen Mann verliebt hast. Dass Du Leidenschaft bei ihm spürst, Begierde, Lust... all das, was Du mit ihm vermißt.
Mal angenommen, er ist ein Mensch, der sich traut, seine Gefühle zu leben, dann passiert nachdem er seinen "Schock" überwunden hat, doch folgendes: Er haut mit der flachen Hand mal richtig auf den Tisch. Das gehört auch meiner Meinung nach dahin.
Vielleicht würde er Dir Dinge sagen, die Du niemals von ihm zu hören erwartet hättest. Und vielleicht würde er daraufhin von Dir Dinge hören, die er noch nie gehört hat. Zu wünschen wäre es.

So hättest Du unbewußt dafür gesorgt, dass Ihr in Eurer Beziehung einen notwendigen Entwicklingsschritt machen könnt.

Stimmt, wir können nicht ALLES haben- Eine lebendige Beziehung können wir haben
LG Bettina

Stimme...
... vollkommen zu.

nathan

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29. September 2003 um 14:23
In Antwort auf oliver_12558894

Nur ein Beispiel...
und keine allgemeinen Betrachtungen mehr von mir, ich bin müde mich zu wiederholen.

Vor etwa 2 Jahren ging es meinem besten Freund und seiner Freundin ebenso. Sie liebten sich, harmonierten wunderbar, nach 3 Jahren Beziehung, aber SIE hatte keine Lust mehr. Sie hat es wie du nicht verstanden, hatte Schuldgefühle, er fühlte sich unwohl, weil er meinte nicht mehr reizvoll zu sein...

Sie hätten sich beinahe getrennt. Aber sie waren ehrlich zueinander, redeten und verabredeten, dass Sex mit nem andern okay wäre. Ich war der andere, und hab ein wenig Leidenschaft und Unsicherheit zurückgebracht.

Sie sind immer noch zusammen, immer noch glücklich und haben wieder lustvollen Sex. Ein *vorsichtiges* Experiment, geglückt. (Er hat natürlich auch mal ne andre gehabt). Natürlich mochte ich sie auch vorher schon, und sie mich, und natürlich lief da vor der Verabredung nichts, wir sind *immer* ehrlich gewesen zueinander.

Die beiden bisher vorgeschlagenen Alternativen - Trennung oder heimliches Fremdgehen - finde ich sinnlos bis gefährlich. Warum überleg dir mal selbst.

Du kannst natürlich serielle Monogamie in Dreijahresphasen betreiben bis du 40 bist, viel Spass, oder lernen ohne Sex zu leben, viel Spass auch, oder deinen Partner belügen, noch viel mehr Spass.

cu,nathan

und doch noch mal der übliche disclaimer: ich propagiere NICHT die freie Liebe, Monogamie ist was feines, wer aber monogam empfindet, hat eben NICHT dein Problem, einfach per Definition.

...
Hallo Nathan,

"...wer aber monogam empfindet, hat eben NICHT dein Problem..."

Dem kann ich nicht zustimmen. Ich bin absolut monogam veranlagt, bin nie fremdgegangen, obwohl sich Gelegenheiten ergeben haben.

Ich kann Peas Gefühle sehr gut nachempfinden.
Ich behaupte jetzt einfach mal, dass Männer und Frauen in dieser Beziehung i.d.R. auch unterschiedlich ticken. Frauen sehnen sich nicht danach mit mehreren Männern gleichzeitig ihre Lust auszuleben (Ausnahmen bestätigen die Regel). Mein Ex hatte mir sogar selbst vorgeschlagen, ich solle mir einen anderen suchen. Bevor er mich verliert, würde er mich lieber teilen. Hallo? So einen Mann wünscht Frau sich nicht. Eine Frau möchte einen Mann,
der weiß was er will und mit dem sie alles teilen kann - auch befriedigenden Sex.

Wie kommt dein bester Freund eigentlich damit klar, dass du mit seiner Freundin im Bett warst? Diese Situation stelle ich mir auch nicht ganz so leicht vor. Aber bei euch scheint es ja funktioniert zu haben.

Im Grunde stimme ich dir zu, dass man seinen Partner nicht belügen sollte. Auch finde ich es schrecklich, seinen Partner auf Dauer mit einem Liebhaber zu hintergehen. Das Beste ist offen und ehrlich mit ihm zu reden. Doch manche Dinge kann man nur mit sich selbst ausmachen. Jeder sollte sich erst mal klar werden was er vom Partner erwartet.

Ich hoffe, dass wir Peas jetzt nicht total durcheinander gebracht haben. Peas, mache einfach nichts Unüberstürztes. Vielleicht siehst du im Moment auch nur alles schlimmer als es ist.

Kimmi

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29. September 2003 um 15:00

Mal ehrlich,
ich wüßte niemanden, dem es nicht so gegangen wäre wie Dir.

Klar stellt sich nach langer Zeit in einer Beziehung Routine und Alltag ein. Und klar ist eine neue Person, die man näher und eingehender kennenlernt, aufregend und spannend, sie ist neu und erzählt einem Dinge, die man nie zuvor gehört hat, fasziniert und bindet einen mit dem Reiz des Neuen, einer Art Verliebtheit oder Schwärmerei.
Allerdings würde sich auch hier das Spielchen wiederholen, Routine, Alltag, etc. Würde man sich immer aufs Neue darauf einlassen, einfach, weil's sehr intensiv und begehrenswert ist, man würde von einer Beziehung in die nächste schlittern und am Ende allein bleiben.

Ein bekanntes Ehepaar, seit 10 Jahren glücklich verheiratet, ist scheinbar verliebt wie am ersten Tag. Deren Geheimnis ist Distanz voneinander. In einer Beziehung gibt man einen Teil seiner selbst und seiner Freiheit zugunsten der Partnerschaft auf, aber man darf nicht alles davon aufgeben. Und viele merken das erst, wenn es schon fast zu spät ist.

Gruß,

folldepp

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29. September 2003 um 15:19

Kleines...
Missverstaendnis... mit der 3-Jahres-phasen-monogamie mein ich eher die typische Abfolge:

kennenlernen - heisse phase - langweilige phase - trennung - kennenlernen - heisse phase - langweilige phase - trennung ... usw... Dann 40, keine Kinder, frustriert, Maenner sind Scheisse...

Du hattest ja ne heimliche Affaere, das ist immer noch besser, obwohl 's halt schon eher gefaehrlich ist, finde ich...

Ich weiss nicht, wenn ich eine Freundin haette die ich liebe und die fuer ne Familiengruendung in Frage kaeme, und ich wuerde irgendwann rausfinden, dass sie seit nem Jahr oder so heimlich mit nem andern pennt, den ich nicht kenne, oder schlimmer - den ich kenne und der mich auch belogen hat - der vielleicht ganz anders ist als ich... mhm... , da haette ich schon arge Muehe cool zu bleiben.
Ich meine, wie irre muss man werden, wenn man erfaehrt, dass man solange von dem vertrautesten Menschen belogen wurde?

Es kommt schon irgendwie auf die Situation an... So wie du das schilderst haette ich dir sicher verziehen... Je nachdem wie gross die Liebe noch ist auf beiden Seiten...

Uebrigens bin ich auch schon fremdgegangen und habe gelogen, fuer kurze Zeit, bin ja kein Heiliger, das war aber so schrecklich, dass ich das nie wieder haben will...

Ich werde jedenfalls nur wieder 'ne feste Beziehung eingehen, wenn auch in diesen Dingen Offenheit herrscht, ich hab ueberhaupt nichts gegen einen Lover ab und an, solange ich davon weiss, und die Wahl nicht voellige Geschmacklosigkeit demonstriert....

cu,nathan

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29. September 2003 um 15:30
In Antwort auf amy_11877007

...
Hallo Nathan,

"...wer aber monogam empfindet, hat eben NICHT dein Problem..."

Dem kann ich nicht zustimmen. Ich bin absolut monogam veranlagt, bin nie fremdgegangen, obwohl sich Gelegenheiten ergeben haben.

Ich kann Peas Gefühle sehr gut nachempfinden.
Ich behaupte jetzt einfach mal, dass Männer und Frauen in dieser Beziehung i.d.R. auch unterschiedlich ticken. Frauen sehnen sich nicht danach mit mehreren Männern gleichzeitig ihre Lust auszuleben (Ausnahmen bestätigen die Regel). Mein Ex hatte mir sogar selbst vorgeschlagen, ich solle mir einen anderen suchen. Bevor er mich verliert, würde er mich lieber teilen. Hallo? So einen Mann wünscht Frau sich nicht. Eine Frau möchte einen Mann,
der weiß was er will und mit dem sie alles teilen kann - auch befriedigenden Sex.

Wie kommt dein bester Freund eigentlich damit klar, dass du mit seiner Freundin im Bett warst? Diese Situation stelle ich mir auch nicht ganz so leicht vor. Aber bei euch scheint es ja funktioniert zu haben.

Im Grunde stimme ich dir zu, dass man seinen Partner nicht belügen sollte. Auch finde ich es schrecklich, seinen Partner auf Dauer mit einem Liebhaber zu hintergehen. Das Beste ist offen und ehrlich mit ihm zu reden. Doch manche Dinge kann man nur mit sich selbst ausmachen. Jeder sollte sich erst mal klar werden was er vom Partner erwartet.

Ich hoffe, dass wir Peas jetzt nicht total durcheinander gebracht haben. Peas, mache einfach nichts Unüberstürztes. Vielleicht siehst du im Moment auch nur alles schlimmer als es ist.

Kimmi

Sorry, aber...
fuer mich besteht da ein logischer Widerspruch... Waere Peas voellig monogam, haette sie doch weiter Lust auf ihren Freund und nicht auf den anderen, oder? So ist jedenfalls mein Verstaendnis von Monogamie - wenn du das Wort anders deutest, wie denn dann?

Natuerlich ist es manchmal richtig, sich zu trennen und mit einem neuen wiederum monogam zu leben, aber doch nicht im andauernden Wechsel und nicht wenn die Beziehung, wie Peas' extrem gut ist, und nicht wenn Kinder da sind und nicht einfach nur wegen einem voruebergehenden Lustmangel!!

Das Leben ist endlich, man kann nicht 10mal eine 3 jaehrige Testbeziehung fuehren...

Aber bitte, jeder wie er mag...

cu,nathan

Ach so: Mein Freund kommt sehr gut damit klar... Die Sache ruht ja nun schon seit einem Jahr und wir sind immer noch die besten Freunde... Wir haben uns allerdings auch vorher schon jahrelang extrem gut verstanden, vielleicht hat das auch erst die Sache ueberhaupt moeglich gemacht... Wir waren einfach grossartig harmonisch, zu dritt...


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29. September 2003 um 16:04
In Antwort auf oliver_12558894

Sorry, aber...
fuer mich besteht da ein logischer Widerspruch... Waere Peas voellig monogam, haette sie doch weiter Lust auf ihren Freund und nicht auf den anderen, oder? So ist jedenfalls mein Verstaendnis von Monogamie - wenn du das Wort anders deutest, wie denn dann?

Natuerlich ist es manchmal richtig, sich zu trennen und mit einem neuen wiederum monogam zu leben, aber doch nicht im andauernden Wechsel und nicht wenn die Beziehung, wie Peas' extrem gut ist, und nicht wenn Kinder da sind und nicht einfach nur wegen einem voruebergehenden Lustmangel!!

Das Leben ist endlich, man kann nicht 10mal eine 3 jaehrige Testbeziehung fuehren...

Aber bitte, jeder wie er mag...

cu,nathan

Ach so: Mein Freund kommt sehr gut damit klar... Die Sache ruht ja nun schon seit einem Jahr und wir sind immer noch die besten Freunde... Wir haben uns allerdings auch vorher schon jahrelang extrem gut verstanden, vielleicht hat das auch erst die Sache ueberhaupt moeglich gemacht... Wir waren einfach grossartig harmonisch, zu dritt...


Wahrscheinlich...
...meinen wir zwei Paar unterschiedliche Schuhe.

Ich bin auch völlig der Meinung, dass wenn eine Beziehung super läuft und es sich nur um eine zwischenzeitliche Flaute im Bett handelt, kann man dran arbeiten. Wie man das macht, bleibt jedem selbst überlassen.

Es gibt aber auch das Problem, dass man im Bett nicht harmoniert. Nicht dass wir uns falsch verstehen, ich erwarte keinen "Hengst" im Bett der ständig neue Stellungen ausprobiert. Ich möchte einfach nur Spass haben und einen Partner, der auf meine Bedürfnisse eingeht und nicht nur an sich denkt. Viele Frauen achten leider nicht auf ihre eigenen Bedürfnisse und meinen lange Zeit "das gibt sich schon wieder - ich darf nicht so fordernd sein". So vergehen Jahre und frau ist gefrustet. Klar kann jetzt deine Lösung helfen, ich bezweifel aber, dass das jedermanns Sache ist.

In der Regel ist es dann so, man lernt einen anderen kennen und denkt sich "Whow, so kann es also auch sein!".

Ist dies dann passiert muss man sich überlegen: bleibe ich bei meinem Partner und ändere was an der Beziehung oder gehe ich neue Wege.

Dies hat nichts mit einer Beziehung zu tun, die abschlafft und dann sucht man sich halt einen Neuen. Dafür bin ich auch nicht, an einer Beziehung muss man ständig arbeiten, damit sie funktioniert und weiterlebt. Merkt man aber, dass man mit seinen Bemühungen nichts erreicht...

Viele Grüße,

Kimmi

Ach ja, Monogamie: Lebt man in einer Partnerschaft und hat "Lust" auf einen anderen, ist man trotzdem monogam, wenn man dies nicht auslebt. Man kann ja trotzdem Sehnsüchte haben.
In meinen früheren Beziehungen habe ich mir öfters vorgestellt, wie es wäre mit anderen. Das waren halt im Nachhinein nicht die richtigen Männer, ich hatte etwas vermisst. Seit ich mit meinem jetzigen Freund zusammen bin passiert mir das nicht mehr - ich will nur noch ihn.

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29. September 2003 um 18:14

Mach
langsam. Ophelia

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29. September 2003 um 18:20
In Antwort auf oliver_12558894

Kleines...
Missverstaendnis... mit der 3-Jahres-phasen-monogamie mein ich eher die typische Abfolge:

kennenlernen - heisse phase - langweilige phase - trennung - kennenlernen - heisse phase - langweilige phase - trennung ... usw... Dann 40, keine Kinder, frustriert, Maenner sind Scheisse...

Du hattest ja ne heimliche Affaere, das ist immer noch besser, obwohl 's halt schon eher gefaehrlich ist, finde ich...

Ich weiss nicht, wenn ich eine Freundin haette die ich liebe und die fuer ne Familiengruendung in Frage kaeme, und ich wuerde irgendwann rausfinden, dass sie seit nem Jahr oder so heimlich mit nem andern pennt, den ich nicht kenne, oder schlimmer - den ich kenne und der mich auch belogen hat - der vielleicht ganz anders ist als ich... mhm... , da haette ich schon arge Muehe cool zu bleiben.
Ich meine, wie irre muss man werden, wenn man erfaehrt, dass man solange von dem vertrautesten Menschen belogen wurde?

Es kommt schon irgendwie auf die Situation an... So wie du das schilderst haette ich dir sicher verziehen... Je nachdem wie gross die Liebe noch ist auf beiden Seiten...

Uebrigens bin ich auch schon fremdgegangen und habe gelogen, fuer kurze Zeit, bin ja kein Heiliger, das war aber so schrecklich, dass ich das nie wieder haben will...

Ich werde jedenfalls nur wieder 'ne feste Beziehung eingehen, wenn auch in diesen Dingen Offenheit herrscht, ich hab ueberhaupt nichts gegen einen Lover ab und an, solange ich davon weiss, und die Wahl nicht voellige Geschmacklosigkeit demonstriert....

cu,nathan

Hallo nathan,
ist deine Freundin schon zurück aus dem Süden? Ich wünsche dir, dass die Sache mit euch noch hinhaut, "aber" ich lese deine Beiträge sehr gerne und ich werde sie vermissen, wenn du wieder ausgefüllt bist und diese Foren nur noch eine vage Erinnerung sind . . .
Ophelia

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29. September 2003 um 18:54
In Antwort auf amy_11877007

Wahrscheinlich...
...meinen wir zwei Paar unterschiedliche Schuhe.

Ich bin auch völlig der Meinung, dass wenn eine Beziehung super läuft und es sich nur um eine zwischenzeitliche Flaute im Bett handelt, kann man dran arbeiten. Wie man das macht, bleibt jedem selbst überlassen.

Es gibt aber auch das Problem, dass man im Bett nicht harmoniert. Nicht dass wir uns falsch verstehen, ich erwarte keinen "Hengst" im Bett der ständig neue Stellungen ausprobiert. Ich möchte einfach nur Spass haben und einen Partner, der auf meine Bedürfnisse eingeht und nicht nur an sich denkt. Viele Frauen achten leider nicht auf ihre eigenen Bedürfnisse und meinen lange Zeit "das gibt sich schon wieder - ich darf nicht so fordernd sein". So vergehen Jahre und frau ist gefrustet. Klar kann jetzt deine Lösung helfen, ich bezweifel aber, dass das jedermanns Sache ist.

In der Regel ist es dann so, man lernt einen anderen kennen und denkt sich "Whow, so kann es also auch sein!".

Ist dies dann passiert muss man sich überlegen: bleibe ich bei meinem Partner und ändere was an der Beziehung oder gehe ich neue Wege.

Dies hat nichts mit einer Beziehung zu tun, die abschlafft und dann sucht man sich halt einen Neuen. Dafür bin ich auch nicht, an einer Beziehung muss man ständig arbeiten, damit sie funktioniert und weiterlebt. Merkt man aber, dass man mit seinen Bemühungen nichts erreicht...

Viele Grüße,

Kimmi

Ach ja, Monogamie: Lebt man in einer Partnerschaft und hat "Lust" auf einen anderen, ist man trotzdem monogam, wenn man dies nicht auslebt. Man kann ja trotzdem Sehnsüchte haben.
In meinen früheren Beziehungen habe ich mir öfters vorgestellt, wie es wäre mit anderen. Das waren halt im Nachhinein nicht die richtigen Männer, ich hatte etwas vermisst. Seit ich mit meinem jetzigen Freund zusammen bin passiert mir das nicht mehr - ich will nur noch ihn.

Okay...
ich glaube darauf koennten wir uns einigen...

"Es gibt aber auch das Problem, dass man im Bett nicht harmoniert"

Ja, das gibt es allerdings... Und es kann auch sein, dass man das erst ziemlich spaet bemerkt, dann ist eine Trennung sicher das beste... Aber oft (und wenn ich's recht verstehe, auch in Peas' Fall) hat die Leidenschaft ja nur nachgelassen und war frueher genauso stark wie jetzt fuer den Neuen, Harmonie war also mal da und es gibt doch keinen wirklichen Grund, warum sie sich nicht wieder einstellen sollte...

Ich finde, man sollte genau pruefen, ob das vielleicht so ist, und wenn ja, sich gut ueberlegen ob man nicht durch eine Trennung in ein Muster serieller Monogamie reinlaeuft, voellig unnoetigerweise...

Viele Gruesse zurueck!
nathan

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29. September 2003 um 19:24
In Antwort auf alaina_12657268

Hallo nathan,
ist deine Freundin schon zurück aus dem Süden? Ich wünsche dir, dass die Sache mit euch noch hinhaut, "aber" ich lese deine Beiträge sehr gerne und ich werde sie vermissen, wenn du wieder ausgefüllt bist und diese Foren nur noch eine vage Erinnerung sind . . .
Ophelia

Freundin im Sueden?
Hi Ophelia,
danke fuer's Kompliment , aber ne Freundin im Sueden hab ich nicht, jedenfalls keine mit der's irgendwie "noch hinhauen" koennte...
Haste wohl was missverstanden - ich bin schon verliebt in ein Maedchen in D, wir schreiben uns auch, treffen uns im Urlaub usw., aber wird wohl nichts werden, sie liebt mich halt nicht, mhm.

Na ja, irgendwie geb' ich glaub ich aber doch nicht auf, hab's schon ein paarmal versucht, ging nicht... Und wer weiss, sie verhaelt sich so merkwuerdig, dass ja vielleicht doch... ach ja, ich weiss nicht, egal...

Aber unabhaengig davon faellt's mir schon langsam schwerer mich zu konzentrieren hier, ich fuerchte meine Beitraege werden immer flacher...

cu,nathan

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30. September 2003 um 10:57

Nähe
Hallo Marite,

(wo finde ich denn den "Strich" über deinem e?)

schon seltsam, dass man sich zu nah sein kann, oder? Nähe und Vertrautheit ist das, was ich mir wünsche, wonach ich mich ganz tief sehne.
Sich selbst verlieren in der Nähe ... es schmerzt, aber ich habe mich - auch - gefunden in dieser Nähe.

"Wenn man sich zu nah ist, dann ist es auch schwer sich aneinander zu reiben um so fleißende Wärme zu erzeugen...meine Erfahrung." - über diesen Satz denke ich die ganze Zeit nach. Ich habe ein unbestimmtes, leider unklares Gefühl dazu, dass er wichtig ist, kann ihn aber nicht ganz (be-)greifen.
Meinst du, du findest dazu noch ein paar Worte?

Ich glaube, ich habe mich in einigen Teilen ziemlich verstrickt, was mein Bild (m)einer glücklichen Beziehung betrifft.
Du schreibst, dass es dir wichtig ist, den Partner von dir zu weisen, um dich durch deine Leidenschaft spüren/erleben zu können ... ich möchte das gerne verstehen. Wie meinst du das?
In sexueller Hinsicht, oder Leidenschaft im allgemeinen Sinn?
"Es zeigt mir mein Wesen" - beziehst du das nur auf Sachen, die "Leiden-schaffen"?

*grübel*

LG von peas







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30. September 2003 um 11:42
In Antwort auf oliver_12558894

Nur ein Beispiel...
und keine allgemeinen Betrachtungen mehr von mir, ich bin müde mich zu wiederholen.

Vor etwa 2 Jahren ging es meinem besten Freund und seiner Freundin ebenso. Sie liebten sich, harmonierten wunderbar, nach 3 Jahren Beziehung, aber SIE hatte keine Lust mehr. Sie hat es wie du nicht verstanden, hatte Schuldgefühle, er fühlte sich unwohl, weil er meinte nicht mehr reizvoll zu sein...

Sie hätten sich beinahe getrennt. Aber sie waren ehrlich zueinander, redeten und verabredeten, dass Sex mit nem andern okay wäre. Ich war der andere, und hab ein wenig Leidenschaft und Unsicherheit zurückgebracht.

Sie sind immer noch zusammen, immer noch glücklich und haben wieder lustvollen Sex. Ein *vorsichtiges* Experiment, geglückt. (Er hat natürlich auch mal ne andre gehabt). Natürlich mochte ich sie auch vorher schon, und sie mich, und natürlich lief da vor der Verabredung nichts, wir sind *immer* ehrlich gewesen zueinander.

Die beiden bisher vorgeschlagenen Alternativen - Trennung oder heimliches Fremdgehen - finde ich sinnlos bis gefährlich. Warum überleg dir mal selbst.

Du kannst natürlich serielle Monogamie in Dreijahresphasen betreiben bis du 40 bist, viel Spass, oder lernen ohne Sex zu leben, viel Spass auch, oder deinen Partner belügen, noch viel mehr Spass.

cu,nathan

und doch noch mal der übliche disclaimer: ich propagiere NICHT die freie Liebe, Monogamie ist was feines, wer aber monogam empfindet, hat eben NICHT dein Problem, einfach per Definition.

Klingt so einfach
Hallo Nathan,

ich sehe es ähnlich, weder Trennung noch Fremdgehen ist für mich die Lösung. Wäre beides wohl zu einfach
Mir ist Offenheit sehr wichtig, und ich kann mir vorstellen, dass eine Beziehung diese "erschlagende Ehrlichkeit", wie sie so of genannt wird, besser ertragen kann als eine verlogene Scheinharmonie. Zumindest in der Theorie ...

Man braucht sehr viel Kraft als Partner, um eine solche 3-Ecks-Geschichte durchzustehen. Ich weiß selbst nicht, ob ich das aushalten würde.
Und leider ist nicht jeder so "offen" ... meinen Freund würde es kaputt machen, derjenige zu sein (bzw. sich als derjenige zu fühlen), der nicht genügt, der mit Makeln behaftet ist und nicht "ausreicht".

"Du kannst natürlich serielle Monogamie in Dreijahresphasen betreiben bis du 40 bist, viel Spass, oder lernen ohne Sex zu leben, viel Spass auch, oder deinen Partner belügen, noch viel mehr Spass."

- Super Antwort. Meine ich ganz ernst. Weil es so schön ungeschnörkelt daher kommt ... ja, viel Spaß dabei. Wie ich schon beschrieben hab, kommt nix davon für mich infrage. Serielle Monogamie ... hm, du hattest es ja schon näher definiert.
Ich bin auf der Suche nach was anderem, nur dazu gehören immer zwei, die bereit sind, den gleichen Weg zu gehen.

Für mich ist es so: ich wache auf und stelle fest, dass es nicht mehr okay für mich ist, eine Beziehung ohne Begehren zu führen. Natürlich hätte ich mir den Wecker stellen können (müssen), und wäre dann auf eine "bessere" Art wach geworden aber das hab ich verschlafen zu tun.
Empfinde ich daher nicht monogam? Oder geht es hier um Definitionen? Hm ... bisher dachte ich, dass ich auch ohne "Leidenschaft und Unsicherheit" glücklich bleiben könnte. Hab ich mich verdacht. Oder es war so und es hat sich nun geändert. Dem möchte ich nachspüren.
Ich will nicht dorthin stolpern, wo die Leidenschaft oder was man sich auch immer darunter vorstellt (vormacht) zu finden ist, ich will sie wieder bei mir haben. Nicht gehen und irgendwo abpflücken, sondern selbst pflanzen, produzieren, ernten ... so in etwa.
Monogam? Eigentlich will ich raus aus den Schablonen und nicht wieder eine neue auftun ... in der letzteren Disziplin bin ich Meisterin.

LG von peas






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30. September 2003 um 11:58
In Antwort auf amy_11877007

Liebe peas,
du solltest dir zuerst klar werden, wie du dir deine Zukunft (mit welchem Partner auch immer) vorstellst.

Hast du schon mal mit deinem Freund über deine Gefühle gesprochen? Er scheint ja auch nicht mit eurem Sexleben zufrieden zu sein.

Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass du "dankbar" für diese Beziehung bist. Es ist alles so vertraut, man kennt sich in und auswendig, kann über (fast) alles reden, er hat dir in schwierigen Zeiten beigestanden. Doch ohne eine gewisse Portion Egoismus reicht das auf Dauer nicht aus.

Zu dem Thema "Aggression": Sex ist manchmal auch aggressiv, wild und aufregend. Nicht, dass ich für Schläge bin. Ich meine das Animalische in uns, dass ich auch vor meiner jetzigen Beziehung nicht kannte. Mit meinem Ex hatte ich nur Blümchensex - wenn überhaupt
So wollte ich nicht weitermachen.

Aber vielleicht kannst du mit deinem Freund noch reden und es ist noch nicht alles verloren.

Ich habe übrigens ein Jahr gebraucht, um mich endgültig von meinem Ex zu trennen. Heute wäre ich hoffentlich klüger... aber das sagt man ja immer hinterher

LG, Kimmi

Hallo Kimmi,
ja, nachdem ich lange gebraucht habe, mir es einzugestehen und noch ein paar Tage, um es in Worte zu fassen, habe ich es ihm erzählt. Leider nicht vorher, nicht rechtzeitig(?), als es anfing, sich in mir zu rühren und ich es dringend hätte beachten sollen ... das ist auch so ein Vorwurf, den ich mir mache.
Wer nicht (auf sich) hören will, muss fühlen ... so geht das in echt.
Nein, er war auch nicht zufrieden mit unserem Sexleben. Natürlich hat der Druck, der in der Luft hängt, wenn nur einer will und der andere nicht, sein Übriges getan. Vielleicht war das ein Mitgrund, warum ich mich eher mit seinen Bedürfnissen bzw. der Tatsache, ihnen nicht "gerecht" werden zu können, beschäftigt habe als mal zu linsen, was mit meinen ist.
Ja, hinterher ist man immer klüger ... es ist nur so verdammt schade, wenn das der einzige Trost ist, das einzig Sinnhafte.
Danke für deine lieben Worte, liebe Grüße von peas



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30. September 2003 um 12:04
In Antwort auf amy_11877007

Abwägen...
Liebe Peas,

dies ist wirklich nicht einfach, aber vielleicht helfen dir ja ein paar Anregungen.

Du scheinst deinen Freund sehr zu lieben. Gibt es ausser dem mangelnden Liebesleben noch mehr Unstimmigkeiten? Warum hast du keine Lust auf ihn - ist er nicht die Erfüllung deiner Träume im Bett? Nicht alle Männer sind einfühlsam, manche zu sehr... Lassen sich diese Probleme vielleicht noch lösen durch Paartherapie oder aber auch durch neue "Spielereien"? Vielleicht würde dein Freund auch gerne Neues ausprobieren, traut sich aber nicht.
Sex ist schon sehr wichtig. Mein Exfreund war damals derjenige, der kein großes sexuelles Bedürfnis hatte und ich habe darunter gelitten. Allerdings hatten wir noch mehr Probleme, so dass ich insgesamt einen Schlussstrich gezogen habe. Nun habe ich einen tollen neuen Partner mit dem ich sehr glücklich bin und es klappt im Bett hervorragend. Mein Ex hatte mir damals Vorwürfe gemacht, dass mir Sex so wichtig wäre und es ein Grund für die Trennung war. Aber: Sex ist nun mal wichtig, oder magst du dir deine Zukunft bis zum Ende mit unbefriedigendem Sex vorstellen. Manchmal muss man egoistisch sein.

Also, ich würde Folgendes machen:
Liegt es nur am Sex und es gibt noch eine Chance ihn zu verbessern: Vergesse den Neuen. (ich weiß, einfacher gesagt als getan )

Hast du das Gefühl, der Sex mit deinem Freund wird sich niemals bessern, überlege, ob du damit leben kannst, oder "probiere" den Neuen heimlich aus, ob es wirklich so viel besser ist. Mit deinem Freund kannst du dann immer noch Schluss machen. Ich würde jedenfalls nichts überstürzen, ansonsten bereust du es vielleicht.

LG, Kimmi

Hallo nochmal!
Hallo Kimmi,

ich gestehe, dass ich natürlich (?) auch schon darüber nachgedacht habe, "den Neuen heimlich auszuprobieren" und dann bei Missgefallen ins warme Nest zurückzufliegen ... ich weiß nur leider, dass ich damit alles, was mir wichtig ist, zerstören würde. Es wäre nicht mehr das Gleiche wie vorher, ich glaube, dann gäb es keinen Anknüpfungspunkt mehr.
Dann lieber mir selbst treu bleiben als ... ja, was oder wem?

Huch, noch verwirrtere Grüße von peas


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30. September 2003 um 12:20
In Antwort auf winnie_12164884

Hallo Kimmi,
ja, nachdem ich lange gebraucht habe, mir es einzugestehen und noch ein paar Tage, um es in Worte zu fassen, habe ich es ihm erzählt. Leider nicht vorher, nicht rechtzeitig(?), als es anfing, sich in mir zu rühren und ich es dringend hätte beachten sollen ... das ist auch so ein Vorwurf, den ich mir mache.
Wer nicht (auf sich) hören will, muss fühlen ... so geht das in echt.
Nein, er war auch nicht zufrieden mit unserem Sexleben. Natürlich hat der Druck, der in der Luft hängt, wenn nur einer will und der andere nicht, sein Übriges getan. Vielleicht war das ein Mitgrund, warum ich mich eher mit seinen Bedürfnissen bzw. der Tatsache, ihnen nicht "gerecht" werden zu können, beschäftigt habe als mal zu linsen, was mit meinen ist.
Ja, hinterher ist man immer klüger ... es ist nur so verdammt schade, wenn das der einzige Trost ist, das einzig Sinnhafte.
Danke für deine lieben Worte, liebe Grüße von peas



Liebe Peas,
so, nun hast du den ersten Schritt gemacht und mit ihm geredet. Wenn ich es richtig aus deinem Beitrag herauslese, möchtet ihr beide zusammen wieder glücklicher werden. Das ist doch toll! Nun kann es weitergehen und ihr könnt versuchen aufeinander zuzugehen. Am Freitag ist doch Feiertag. Habt ihr beide vielleicht Zeit am Wochenende wegzufahren? Muss ja nicht weit weg sein, einfach nur mal raus und eine andere Umgebung sehen. Werdet wieder neugierig aufeinander. Es ist jetzt auch ein guter Zeitpunkt mal reinen Tisch zu machen und zu sagen, was man gerne hat und was nicht. Wenn nicht jetzt wann dann? Macht doch zum Beispiel ein Spiel daraus, nach dem Motto: Ich verwöhne dich jetzt so, wie ich es gern bei mir hätte und danach umgekehrt. Oder verbindet euch die Augen und geht auf Entdeckungstour. Ehrlich gesagt, bin ich auch nicht ein Fan großer Worte und manches fällt mir tierisch schwer auszusprechen. Nur erraten kann das der Partner nicht. (Oh Mann, wenn ich mir doch selbst auch so gute Tipps geben könnte)

Ich wünsche euch alles Liebe,

Kimmi

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30. September 2003 um 12:24
In Antwort auf Cosmicgirl

Liebe Peas,
ich kann diesen satz nicht oft genug wiederholen:

wir sollten sehr genau überlegen WARUM wir in einer beziehung glücklich oder unglücklich sind, befriedigt oder unbefriedigt und wir sollten uns immer nach dem höchst möglichen glück, der tiefst möglichen liebe sehnen.

wichtig sind allein die MOTIVE für eine beziehung, und es ist entscheidend den wahren gründen auf die spur zu kommen, warum man (noch) zusammen ist. erkennt man dann, dass es die liebe gewohnheit ist, ein sich-zuhause-fühlen oder bequemlichkeit, kann man darüber nachdenken was man denn noch vom leben erwartet.

nur du allein kannst entscheiden ob diese bekanntschaft es wert ist, dass du die sicherheit und den zusammenhalt mit deinem freund aufgibst.

diese bekanntschaft ist sicherlich neu, aufregend und spannend - aber hält sie auch den belastungen des alltags stand?

wie du schreibst hast du eine recht starke bindung zu deinem freund. wahrscheinlich seid ihr durch schwierige situationen hindurchgegangen und habt sie erfolgreich gemeistert. und dein freund verdient es wahrscheinlich, dass du weise entscheidest und auch in jeder hinsicht zu ihm stehst und auch bei ihm bleibst.

wenn du mit deinem freund nicht mehr intim sein kannst, dann fehlt aber eine wichtige komponente in eurer beziehung.
ich denke, dass zuviel nähe in einer beziehung in bezug auf die leidenschaft eher negativ wirkt, als ihr gut tut.

aber: es bedarf einer genauen prüfung deiner gefühle, um herausfinden zu können, wie es wirklich um euch steht.

vielleicht wäre es auch denkbar für dich, einfach (mit billigung deines freundes) eine gewisse zeit *über die stränge zu schlagen*, nur um herauszufinden, ob dir etwas fehlt?
bedenke: solange du dich nicht aus freiem willen fest gebunden hast, kannst du alle erfahrungen sammeln die deine seele begehrt.

aber: niemand lebt sich allein. und auf dieser wahrheit können, ja sollen ! wir unser leben aufbauen.
und ab dem augenblick in welchem wir beginnen verantwortung zu übernehmen, für jemand oder etwas bewußt sorge zu tragen, kurz: zu dienen ! lebt unser innerstes auf.

mein rat an dich wäre also: wenn du einmal von dem gefühl der sehnsucht nach etwas neuem, aufregendem absiehst, was bleibt dann noch übrig? was macht dich glücklich? was erbaut dich? was macht dir freude? wo wirst du am nötigsten gebraucht, an welchem platz kannst du deinen ganz eigenen dienst leisten? diesen platz wähle. ein solcher weg ist kompromisslos, geradlinig und klar umrissen.

solltest du aber das empfinden haben, dass dir etwas fehlt, überdenke deine beziehung in bezug auf eine endgültigkeit.

prüfe dich genau und bleib dir selbst ehrlich und treu gegenüber.
und lass dir stets genügend zeit für deine entscheidungen.

ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen.

liebe grüsse
cosmic.

Hallo Cosmic,
deine Worte sind mir sehr nah gegangen und bei jedem Lesen gehen sie tiefer.
Das höchst mögliche Glück, die tiefst mögliche Liebe, ja.
"An welchem platz kannst du deinen ganz eigenen dienst leisten?"
Ich glaube, das ist die wichtigste Frage.

Ich weiß nicht so ganz, wie ich es beschreiben soll - je höher das Glück, desto weniger kompromissbereit bin ich. Kennst du diesen Satz aus dem Buch "Die Möwe Jonathan?" - "Wer einmal das Außergewöhnliche erfahren hat, kann sich nicht mehr an die Normen des Durchschnitts binden." Ein Satz, der mir immer Mut gemacht hat, meinen Weg zu gehen. Ich hab jetzt das Gefühl, dass er mir zum Verhängnis werden kann. Ich bin mit ihm zum Horizont geflogen und darüber hinweg, habe gesehen, was möglich ist, und das vielleicht nun als Standard für mich, für uns definiert. Irgendwie so

Hm. Flügel abschnallen, das Federkleid flicken?

Ich möchte mir so gerne Zeit nehmen, ja, und ich machs auch. Gleichzeitig weiß ich, dass er sich seine Gedanken macht, dass er vielleicht schon dabei ist, Kosequenzen zu ziehen, ja, vielleicht ist in ihm längst etwas zerbrochen.
Vielleicht hätte ich doch warten sollen, bis ich es ihm erzähle? Nein ...

Ich danke dir. Liebe Grüße in deinen Kosmos von peas

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30. September 2003 um 12:33

Bedenke das Ende
Hallo Traumfee,

was denkst du, was passiert wäre, wenn du diese Leidenschaft nicht ausgelebt hättest?
Okay, ist natürlich sehr müßig, sich darüber einen Kopf zu machen.
Es ist schon komplett daneben: ich weiß sehr genau, was ich an ihm habe. Und gerade weil es so viel ist, fällt das Minimale, was ich bei einem anderen entdecke, so ins Gewicht.
Weil ich bisher ALLES in und bei ihm gefunden habe.

Manchmal, wenn ich darüber nachdenke, glaub ich, ich spinne total.

Liebe Grüße von peas

P.S. " ... als vor lauter frust ständig an der wasserversorgung des ganzen hauses rumzumurksen, bis nix mehr funktioniert, obwohl es doch vorher eigentlich sonst paßte" - ähem, ja, das trifft ins Schwarze.
Trotzdem - wie soll ich es erklären - das Kostbare, das "Reine" würde zerbrechen, wenn ich diesen Weg gehen würde. Obwohl ich zugeben muss, dass er sicherlich einer der Klügsten ist.

??

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30. September 2003 um 12:46
In Antwort auf freetime

Begierde und Begehren wären der Himmel
Ein Bild ist ja auch etwas Starres... Zeit mal aus dem Rahmen zu fallen

liebe Peas,

mir sind im Laufe meines Lebens viele Menschen begegnet, die große Angst davor haben oder hatten "gefährliche" Gedanken zu haben.( ich gehöre auch zu diesen Menschen)

Gerade wenn uns ein anderer Mensch sehr wichtig ist, ist es noch "gefährlicher" Wut in seinen unterschiedlichen Formen zum Ausdruck zu bringen, auch mal agressiv zu sein. Scheinbar " gefährlich", denn gefährlich für eine Beziehung sind eher das Nicht-Leben von Gefühlen.


Malen wir doch mal Deine Geschichte weiter aus (Dein Bild)
Du erzählst Deinem Freund, dass Du Dich in einen anderen Mann verliebt hast. Dass Du Leidenschaft bei ihm spürst, Begierde, Lust... all das, was Du mit ihm vermißt.
Mal angenommen, er ist ein Mensch, der sich traut, seine Gefühle zu leben, dann passiert nachdem er seinen "Schock" überwunden hat, doch folgendes: Er haut mit der flachen Hand mal richtig auf den Tisch. Das gehört auch meiner Meinung nach dahin.
Vielleicht würde er Dir Dinge sagen, die Du niemals von ihm zu hören erwartet hättest. Und vielleicht würde er daraufhin von Dir Dinge hören, die er noch nie gehört hat. Zu wünschen wäre es.

So hättest Du unbewußt dafür gesorgt, dass Ihr in Eurer Beziehung einen notwendigen Entwicklingsschritt machen könnt.

Stimmt, wir können nicht ALLES haben- Eine lebendige Beziehung können wir haben
LG Bettina

Man kommt aus seiner haut nicht raus
Hallo Bettina,

ich muss dir in vielem zustimmen. Weitaus gefährlicher ist das Nicht-Leben der Gefühle, wie wahr.

Ja, ich muss das lernen. Mein Selbstbild überdenken, löschen, aus dem Rahmen fallen ... sonst wird das nix.

Eine mutmachende Szenerie, die du da beschrieben hast. Er ist ein Mensch, der seine Gefühle leben kann. Oder nur seine Trauer und seinen Schmerz? Auf jeden Fall ist die Geschichte anders ausgegangen - daher das Gefühl, dass man nicht aus seiner Haut rauskommt. Es war kein "auf-den-Tisch-hauen", sondern eine tiefe Verbundenheit, auch im Schmerz. Vielleicht fehlt uns ein Gen??
Ich glaube, die gesunde Agression bleibt bei mir völlig auf der Strecke, ich kann sie nur als apokalyptische Zerstörung, die alles mit sich in den Abgrund reißt, ausleben. Bäh.

LG von peas



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30. September 2003 um 12:53
In Antwort auf amy_11877007

Liebe Peas,
so, nun hast du den ersten Schritt gemacht und mit ihm geredet. Wenn ich es richtig aus deinem Beitrag herauslese, möchtet ihr beide zusammen wieder glücklicher werden. Das ist doch toll! Nun kann es weitergehen und ihr könnt versuchen aufeinander zuzugehen. Am Freitag ist doch Feiertag. Habt ihr beide vielleicht Zeit am Wochenende wegzufahren? Muss ja nicht weit weg sein, einfach nur mal raus und eine andere Umgebung sehen. Werdet wieder neugierig aufeinander. Es ist jetzt auch ein guter Zeitpunkt mal reinen Tisch zu machen und zu sagen, was man gerne hat und was nicht. Wenn nicht jetzt wann dann? Macht doch zum Beispiel ein Spiel daraus, nach dem Motto: Ich verwöhne dich jetzt so, wie ich es gern bei mir hätte und danach umgekehrt. Oder verbindet euch die Augen und geht auf Entdeckungstour. Ehrlich gesagt, bin ich auch nicht ein Fan großer Worte und manches fällt mir tierisch schwer auszusprechen. Nur erraten kann das der Partner nicht. (Oh Mann, wenn ich mir doch selbst auch so gute Tipps geben könnte)

Ich wünsche euch alles Liebe,

Kimmi

Ach ja
Hallo Kimmi,

das ist ein schöner Vorschlag.
Aber das kann ich noch nicht, denn ich hab ja noch in mir diese Gefühle für den anderen. Das wäre so unehrlich, ihm jetzt gegenüberzutreten.
Außerdem ist er verletzt wie ... ohne Worte. Ich weiß nicht, ob er überhaupt noch Kraft genug hat, es noch einmal zu versuchen. Ich glaube, das braucht Zeit.
Ich weiß auch nicht, ob er es sich überhaupt vorstellen kann, es auszuprobieren, ob Kraft da ist

Danke und einen ganz lieben Gruß von peas




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1. Oktober 2003 um 13:08
In Antwort auf winnie_12164884

Man kommt aus seiner haut nicht raus
Hallo Bettina,

ich muss dir in vielem zustimmen. Weitaus gefährlicher ist das Nicht-Leben der Gefühle, wie wahr.

Ja, ich muss das lernen. Mein Selbstbild überdenken, löschen, aus dem Rahmen fallen ... sonst wird das nix.

Eine mutmachende Szenerie, die du da beschrieben hast. Er ist ein Mensch, der seine Gefühle leben kann. Oder nur seine Trauer und seinen Schmerz? Auf jeden Fall ist die Geschichte anders ausgegangen - daher das Gefühl, dass man nicht aus seiner Haut rauskommt. Es war kein "auf-den-Tisch-hauen", sondern eine tiefe Verbundenheit, auch im Schmerz. Vielleicht fehlt uns ein Gen??
Ich glaube, die gesunde Agression bleibt bei mir völlig auf der Strecke, ich kann sie nur als apokalyptische Zerstörung, die alles mit sich in den Abgrund reißt, ausleben. Bäh.

LG von peas



Da sitzt die Wut wohl noch verborgen
unter der Trauer und dem Schmerz und der Scham (die Vorstellung von der apokalyptischen Zerstörung- bäh)

Hallo Peas,

Na ja, die Geschichte ist ja noch nicht zu Ende, sondern eher einen Schritt weiter. Niemand kann plötzlich Blockaden überwinden. Das geht nur in kleinen Schritten. Und das ist doch schon ein Schritt, den Ihr da gegangen seid.
Das Fehlen von einem Agressionsgen hätte ja auch was beruhigendes: Dann bräuchtest Du Dich ja gar nicht mehr weiter damit zu beschäftigenUnd Dein Freund auch nicht.

liebe Grüße Bettina

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