Home / Forum / Liebe & Beziehung / Zum Freund ziehen - wie bring ich das meinem Papa bei?

Zum Freund ziehen - wie bring ich das meinem Papa bei?

8. Juni 2012 um 10:53

Hallo zusammen!

Kurz zu meiner Augangssituation: Ich bin 20 und studiere in einer anderen Stadt, bin also wochentags in einem Wohnheim zuhause. Ansonsten (Wochenende + Semesterferien) lebe ich bei meinem alleinerziehenden Vater. Bedingt hieraus habe ich zu Hause relativ viel zu tun, mein Papa muss arbeiten um Geld zu verdienen, das Haus ist noch nicht fertig, so bin ich für den Großteil des Haushalts verantwortlich, was ich aber nicht schlimm finde.
Meinen Freund kenne ich seit der Grundschule, seit 4 Jahren sind wir in einer Beziehung.
Er hat seine eigene Wohnung und mich gefragt, ob ich zu ihm ziehen möchte. Und ob ich das tue!
Ich fühle mich zuhause bei meinem Vater nicht besonders frei. Allerdings nicht, weil er mir Dinge verbietet, sondern weil er mir bei vielen Dingen, die ich tue, das Gefühl gibt, etwas falsches zu machen. Beispiel: Ich möchte bei meinem Freund übernachten. Ich halte das für völlig normal. Mein Papa nicht. Er sagt dann, dass er das nicht gut fände und dass das nicht zu Gewohnheit werden solle. Es ist ja auch sein gutes Recht, seine ehrliche Meinung kund zu tun, aber ich fühle mich damit total eingeschränkt und tue vieles, was ich eigentlich für gut und richtig halten würde, nicht, weil ich mir denke, mein Vater könnte das für schlecht halten.

Wovor ich große Angst habe, ist, dass mein Papa denken würde, ich sei undankbar (immerhin bezahlt mein Vater mir mein Studium) oder möchte mich gar vor der Hausarbeit drücken o.ä., wenn ich ihm sage, dass ich ausziehen möchte.
Was ich auf jeden Fall meine zu wissen ist, dass er es für eine ganz, ganz schlechte und sehr, sehr naive Idee halten wird. Was mich zu meiner zweiten Angst führt: Evtl. macht er mir wieder so ein schlechtes Gewissen, dass ich es doch wieder sein lasse, obwohl ich innerlich eigentlich ausziehen will. Mein Vater kann da vermutlich nichts dafür, dass ich mich so sehr von seiner Meinung beeinflussen lasse. Er sagt ja meist nur, was er denkt. Ich lege nur immer soviel Wert auf seine Meinung und schränke mich dadurch selbst ein.

Dann gibt es da noch ein zweites Problem: Vor etwas mehr als einem Jahr, kurz vor meinem Abitur, habe ich zuhause auch schon mal anklingen lassen, dass ich nach dem Abi gerne mit meinem Freund zusammenziehen wollte. Damals hat mein Vater u.a. auch gesagt, dass wenn ich das machte, ich nicht mehr mit großartiger finanzieller Unterstützung von ihm rechnen könne. Wenn ich aussziehe, würde ich damit klar statuieren, dass ich auf eigenen Beinen stehen will und auf gut Deutsch gesagt eben selbst schauen müsse, wie ich klarkomme.
Ich weiß aber, dass er rechtlich dazu verpflichtet ist, mich während meiner Ausbildungszeit zu unterstützen. Ich will aber auch nicht mit ihm vor Gericht ziehen. Denn, das kam vermutlich bisher nicht so rüber, das Verhältnis zwischen meinem Papa und mir ist eigneltich ein sehr gutes. Bis auf die angesprochenen Punkte eben.
Ich habe mal durchgerechnet, finanziell würde ich auch ohne ihn klarkommen. Für die Miete in der Wohnung meines Freune müsste ich vorerst mal nichts zahlen. Das ist mir zwar aus mehrerlei Hinsicht etwas zuwider, aber das ist ein anderes Thema.
Studiengebühren muss ich nicht zahlen, da ich zwei Geschwister habe. Es bleibt, dass ich mein Zimmer in meiner Uni-Stadt + Verpflegung + Fahrtkosten + Uni-Kram (Literatur etc.) zu zahlen hätte.
Ich würde auf jedenfall Kindergeld bekommen. Meine Mutter zahlt momentan Geld an meinen Papa für mein Studium. Das würde ich dann wohl auch selbst bekommen, dazu muss ich aber nochmal mit meiner Mutter sprechen.
Nebenher arbeite ich außerdem.
Ich habe das alles gestern mal durchgerechnet, am finanziellen würde es wohl nicht scheitern, selbst wenn mein Vater sich weigerte, mich zu unterstützen.

Es bleibt also: Wie bringe ich meinem Vater bei, dass ich ausziehen möchte, ohne, dass:
*er mich für undankbar hält
*ich mich durch seine Meinung von meiner Entscheidung
zurückhalten lasse
*das Ganze einen Keil durch unsere eigentlich gute
Beziehung treibt.

Vielen Dank schon mal fürs Durchlesen. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich ein paar Meinungen/Vorschläge/Ideen sammeln könnte

Liebe Grüße

Mehr lesen

8. Juni 2012 um 14:58

Papa ist IMMER der erste "Freund" der Tochter
vergesst das nicht... und es fällt ihnen ein Leben lang schwer, diese Nabelschnur ab zu schneiden und los zu lassen.

So lange es im gesunden Rahmen bleibt ist es auch kein Problem. Wenn es zum Gefängnis wird, geht's nicht mehr. Dann müsste eigentlich Therapie ran...

Oft sind es jedoch auch die Mädchen, die viel zu dieser Bindung (als Kind) beigetragen haben und weiter beitragen. Die kleine Prinzessin fühlt sich vom Papa natürlich auch hoffentlich geliebt. Sollte das NICHT so sein, dann wird sich die kleine Tochter sehr um diese Liebe bemühen. Klappt das nicht (oder die Liebe von Papa kommt im Herzen der kleinen nicht an) wird dies die erste unglückliche Beziehung zu einem Mann... und wirkt sich oft unbewusst ein Leben lang auf spätere Partnerschaften aus.

Daher sollte jeder Mensch seine Beziehungen zum Mutter der Kindheit und zum Vater der Kindheit klären. Sonst liegt altes Geröll auf dem Partnerschaftsweg...

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

8. Juni 2012 um 16:49

Hey,
vielen Dank für die Antwort
Es ist ja nicht so, als hätte ich in diesem bestimmten Fall mit dem übernachten nicht schon mal nachgefragt, warum er so denkt. Er konnte es mir aber auch nicht so richtig erklären. Er findet auf jeden Fall, dass ich bei ihm zuhause bin, und so lange das noch so ist, sollte ich auch zuhause leben. Du hast vermutlich Recht, er hat wohl tiefdrin Angst, mich zu verlieren, er würde das aber nie so sagen.Ich glaub er weiß selbst nicht so genau, dass er diese Angst hat.

Ich hab mal überlegt, ob ich meine Oma, also die Mutter meines Papas, in mein Vorhaben einweihe. Dann könnte sie da wirklich mal vorfühlen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

8. Juni 2012 um 16:53
In Antwort auf ford_12830113

Papa ist IMMER der erste "Freund" der Tochter
vergesst das nicht... und es fällt ihnen ein Leben lang schwer, diese Nabelschnur ab zu schneiden und los zu lassen.

So lange es im gesunden Rahmen bleibt ist es auch kein Problem. Wenn es zum Gefängnis wird, geht's nicht mehr. Dann müsste eigentlich Therapie ran...

Oft sind es jedoch auch die Mädchen, die viel zu dieser Bindung (als Kind) beigetragen haben und weiter beitragen. Die kleine Prinzessin fühlt sich vom Papa natürlich auch hoffentlich geliebt. Sollte das NICHT so sein, dann wird sich die kleine Tochter sehr um diese Liebe bemühen. Klappt das nicht (oder die Liebe von Papa kommt im Herzen der kleinen nicht an) wird dies die erste unglückliche Beziehung zu einem Mann... und wirkt sich oft unbewusst ein Leben lang auf spätere Partnerschaften aus.

Daher sollte jeder Mensch seine Beziehungen zum Mutter der Kindheit und zum Vater der Kindheit klären. Sonst liegt altes Geröll auf dem Partnerschaftsweg...

Danke
Das ist zwar sehr schön und sicher richtig, was du da schreibst. Allerdings hilft es mir nicht großartig, weil es mich nicht so richtig betrifft. Wie gesagt, die Beziehung zu meinem Papa ist eine sehr gute.

Trotzdem danke

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Diskussionen dieses Nutzers
Du willst nichts mehr verpassen?
facebook

Das könnte dir auch gefallen