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Zum ersten Mal verliebt.

7. Mai 2015 um 23:47

Hallo liebe Community,

ich habe ein großes Problem, deshalb möchte ich lieber anonym bleiben. Ich bin 30 Jahre alt und ihr könnt mich Stella nennen, wenn ihr wollt. Nun zu meinem Problem, ich bin zum ersten Mal in meinem Leben verliebt. Für viele von euch ist das natürlich kein Problem, sondern ihr erlebt dieses Gefühl öfter und auch viel früher als ich. Ich darf mich jedoch nicht verlieben oder diesen Gefühlen nachgeben, denn ich bin Nonne. Wir haben uns in einem katholischen Krankenhaus kennengelernt, wo wir beide arbeiten. Er ist zwei Jahre jünger als ich und er weiß nicht, dass ich mich in ihn verliebt habe. Ich habe Angst ihm aber zugestehen, dass ich mehr als nur kollegiale Gefühle für ihn empfinde. Vielleicht findet er es abstoßend, da ich im Habit (Ordenstracht) rumlaufe oder aber er ist bereits vergeben. All diese Fragen gehen mir nicht aus dem Kopf, in stillen Momenten denke ich an ihn. Ich bat eine alte Freundin von mir diese Zeilen hochzuladen, sie ist momentan die Einzige, der ich mich anvertrauen kann. Meine Mitschwestern hätten dafür wenig Verständnis und würden es auch nicht tolerieren. Solche Gefühle sind Tabu, darüber sollten wir nicht einmal nachdenken, dies wäre die Antwort darauf. Dabei möchte ich es am liebsten laut herausschreien, ich bin eine gläubige Katholikin und gerne Ordensschwester, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott mir diese Gefühle verbieten würde. Ich kann meine Freude mit niemandem Teilen, nicht wie ich bei der Begrüßung seine Hand für zehn Sekunden halte oder wie mein Herz fast zerspringt, wenn wir beide zusammen Dienst haben. Ich weiß nicht was ich tun soll, den Orden verlassen, mein Gelübde brechen und den Mitschwestern nie wieder in die Augen sehen zu können, nur damit sich herausstellt, dass er bereits vergeben ist oder nur freundschaftliche Gefühle für mich empfindet. Oder weiter aller Welt vorgaukeln ich sei eine gute Klosterfrau und mich selbst belügen. So oder so, es gibt da keinen Weg dazwischen, entscheiden muss ich mich nur wie? Soll ich das Leben als Nonne aufgeben, welches mich glücklich macht, oder soll ich meine Gefühle aufgeben, die mich ebenfalls glücklich machen? Wenn ihr irgendwelche Ideen oder Ratschläge habt, wäre ich euch sehr dankbar. Ich weiß nämlich nicht mehr was falsch und richtig ist und bin mit meinem Latein am Ende. Ich danke euch schon mal für die Zeit und mühe die ihr euch macht.

Grüße von Stella

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8. Mai 2015 um 8:22

Schwierig
Vorne weg muss ich sagen, dass ich mit derartigen Verboten, wie es die katholische Kirche über Gläubige verhängt, nichts am Hut habe. Ich finde es für die heutige Zeit nicht mehr angebracht.

2. empfinde ich es als sehr schwach von deinen Mitschwestern, menschliche Gefühle zu tabuisieren. Wir alle sind Menschen, Jesus war ein Mensch und ich glaube nicht, dass man sich derart positive Gefühle, wie das Verliebtsein, verbieten sollte, denn das führt nur dazu, dass man sich schlecht fühlt, was in Anbetracht deiner momentanen Situation verheerend ist.
Liebe sollte man leben dürfen und gerade Kirchenleute, die die (Nächsten-)Liebe immer wieder predigen, sollten dabei nicht ausgeschlossen sein und vor allem aber auch nicht verurteilen, wenn man als Nonne ganz normale Gefühlsregungen erlebt.
Erfreue dich an deinen Gefühlen.

Bevor du dich jetzt aber gegen ein von dir gewähltes Leben als Nonne entscheidest, solltes du die Möglichkeit, dass deine Gefühle so schnell wie sie gekommen sind, auch wieder gehen können, in Betracht ziehen. Du sagst es ja selbst, was wenn er nicht so empfindet? Was wenn ihr es versucht, aber sich herausstellt, dass es nichts wird? Das ihr nicht zusammenpasst?

Andererseit, warum sein Leben lang sich etwas verbieten, was Gott für uns gewollt hat? Liebe ist das schönste was es gibt. Liebe zu erfahren und zu geben ist ein Gefühl, dass nicht zu beschreiben ist. Warum sich das verwehren, wegen vom Menschen gemachten Vorschriften?

Wenn du deinen Ordenen verlassen möchtest, gibt es sicher andere Möglichkeiten um deine Religion zu leben, z.B. als Religionslehrerin oder Seelsorgerin etc.

Ich wünsch dir viel Glück und Kraft für deine Entscheidungsfindung.

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