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Zu wenig Vertrauen und zu unterschiedliche Welten für Beziehung?

12. Dezember 2009 um 23:49 Letzte Antwort: 13. Dezember 2009 um 15:51

Ich bin mit meinem Freund seit 3 Jahren zusammen. Wir führen seit Anfang an eine Fernbeziehung und sehen uns etwa 3 mal pro Monat für ein Wochenende. Ich dachte am Anfang er sei meine große Liebe, das wonach ich mich immer gesehnt habe. Er ist einfühlsam, gut aussehend, intelligent, locker und charismatisch, ein echter Optimist mit kleinen aber liebenswerten Maken. Aber letztens ist ein Funken Zweifel in mir entstanden, seit dem ich ihn einfach nicht wieder löschen kann. Ich bin fast fertig mit dem Studium und wollte danach meinen Lebenstraum erfüllen und nach Frankreich ziehen, aber wir haben uns geinigt, dass ich noch 4 Jahre auf ihn warte, bis auch er sein Studium beendet hat. Jetzt frage ich mirch, ob er überhaupt der richtige ist und ob ich einen Fehler mache mit ihm zusammen zubleiben und meine Träume zu verschieben... oder renne ich vor etwas weg?

Grunde

1) Enttäuschung und verlorenes Vertrauen:

Seine Exfreundin hat ihm ständig Nacktfotos und Liebesbotschaften geschickt, obwohl sie wusste, dass er wieder vergeben ist. Und auch wenn er behauptet er sei nicht drauf eingegangen, hat er immer wieder durch seine nette Art dieser Frau Hoffnungen gemacht. UND er hat mich mehrmals belogen, er hätte gar keinen Kontakt mehr zu ihr, "mir zu Liebe". In Wirklichkeit hab ich rausgefunden, dass er mit ihr seitenlange emails austauscht und sms schreibt, vll trifft etc. Inzwischen denk ich, dass sie kapiert hat, dass es zwischen den entgültig vorbei ist und nur noch freundschaft will, aber dass er mich die ganze Zeit belügt enttäuscht mich sooo sehr.


2) seine Famile

Während ich aus einer gebildeten Akademikerfamilie aus der Großstadt stamme, kommt er aus einer Familie vom Land, in denen alle nach dem Hauptschulabschluss Bauarbeiter oder Landwirt gelernt haben. (ich habe ihn ermuntert Fachabi nachzuholen und ein Fernstudium zu absolvieren, dass ihm sogar Spaß macht). Die Familie ist sehr religiös und konservativ und sie rennen jeden Sonntag in die Kirche. Ich hingegen studiere Naturwissenschaft und bin Atheistin und Vegetarierin. Und das ist ein Grund für die Familie hinter meinem Rücken so richtig über mich und meine Lebenseinstellzungen zu lässtern ("diese faulen Studenten, die nicht arbeiten wollen, kein Geld verdienen und alles von den Eltern finanziert bekommen, eine schande" (dabei lerne ich jeden Tag stundenlang in der Uni!) Oder "Überleg dir gut, ob du mir zusammen sein willst, unreligiöse Frauen sind tückisch, das wirst du noch merken!" "Vegetarierinnen gehören eine Woche eingesperrt ohne Essen, nur mit Wasser und Wurst, damit die mal endlich zur Vernunft kommen!"
Ich habe es so satt ständig hintenrum kritisiert zu werden und vor der Verwandschaft schlecht gemacht zu werden wegen meinen Lebensansichten. Er wohnt mit 24 Jahren immer noch bei den Eltern. Es verletzt mich so sehr, ich hab ihn schon drauf angesprochen, aber er verneint die Situation.

3) sein Umfeld;
Seine besten 2 Freund sind supernette Typen, mit denen ich auch ganz dick befreunndet bin. Aber der Rest, vor allem die weiblichen Kumpels sind alles Tussi-Mädels, mit denen ich null auskomme, und deren einzige Hobbies shoppen und Party machen ist. Und denke ich wäre mit dem Leben auf dem Lande, wo er wohnt und dass er gewohnt ist nicht lange glücklich, weil ich einfach soooo sehr die Großstadt vermisse und mir deshalb überlege weg zu ziehen.

Aber er ist sehr traurig daraüber und sagt. dass er mich nicht verlieren will und mich liebt und irgendwann mit mir auswandern und Kinder kriegen will und dass ich die Richtige sei und genau deswegen mit mir zusammen sei, weil ich so anders als sein Umfeld wäre.

Aber ich zweifel an unserer Liebe und unserer Zukunftsfähigkeit und daran, dass er mich glücklich machen kann. Denn ermacht oft viele andere Sachen, die mich enttäuschen.


Was meint ihr? Sind wir zu unterschiedlich? Wer hat da schon Erfahrungen? Oder sollte man für die Beziehung kämpfen?

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13. Dezember 2009 um 0:00


Nach dem ersten Lesen hab ich das Gefühl, du solltest kämpfen.
Du sagst, er enttäuscht dich immer wieder, was macht er denn ? Hast ja nur von der Ex erzählt und da ist fast klar, dass er nicht sagt: "Ja, mit der schreib ich jeden Tag, die ist wie meine beste Freundin" sondern dich nicht verletzen will und dirs verheimlicht.
Ist nicht der richtige Weg, aber wenns das einzige ist, was er angestellt hat, würde ich mich daran nicht aufhängen...

Seine Familie hat ein Problem mit dir, das kann dir auch relativ egal sein (ist es nicht, ich weiß, bin in einer ähnlichen Situation des Nicht-Akzeptiert-Werdens). Du bist ja mit IHM zusammen und nicht mit seiner Familie. Und er sagt, er ist bereit, mit dir
auszuwandern, dann habt ihr vermutlich sowieso sehr wenig Kontakt mit seinen Eltern, oder ?

Es hört sich so an, als würde er viele Opfer bringen.

Fernstudium macht er deinetwegen (auch wenns gut für ihn ist, aber seine Eltern scheinen ja nciht viel davon zu halten und er war dann vermutlich bestimmt, den Familienbetrieb zu übernehmen oder sowas, gab vielleicht auch Stress mit der Familie und das hat er auf sich genommen)

Er sagt, er wird mit dir auswandern. Ist doch auch wunderbar, nicht jeder Partner würde das mitmachen !!

ABER:
Du hast Zweifel und die kommen nicht irgendwoher. Du hast das Gefühl, er ist dir ein Klotz am Bein und behindert dich in der Erfüllung deiner Träume. Du hast Angst, er macht dich nicht glücklich, also nehme ich an, du bist jetzt schon nicht glücklich, oder ??

Und da liegt wohl der Hase begraben. Wenn du solche Zweifel hast, wird sich das in dir abspielen, er macht wohl kein Fehler, oder so kleine, die man eigentlich übersehen könnte, aber weil du dir schon so unsicher bist, machst du aus jeder Fliege einen Elefanten und denkst dir, er sei nicht der Richtige.
Eben weil du scheinbar nicht willst, dass er es ist.

Du solltest dir klar werden, wie du wirklich zu ihm stehst. Ist es wirklich noch die große Liebe, auch für dich ??

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13. Dezember 2009 um 15:51

Ein Partner ist weniger dazu da euch glücklich zu machen...
vielmehr sollte er euer Glück versüßen, bezeugen und mitunter auch tolerieren, falls du begreifst.

Die Floskel" glücklich machen" oder "glücklich sein", wird natürlich oft gebraucht, wie weiter unten ja auch steht und jeder der euch liebt will das natürlich erreichen bei euch.

Schon schwierig dafür andere Begrifflichkeiten zu finden, eventuell Freude am Leben oder mehr Freude daran, was weiß ich.
Schlußendlich ist aber größtenteils jeder auch selbst verantwortlich für seine Freude oder sein Glück.

Seine Familie kann er sich schlecht aussuchen, sein Umfeld und mit wem er schreibt allerdings schon.

Ich telefoniere und schreibe auch mit Ex Freundinnen, es sind Freundinnen und die wissen das ich nein sagen kann, insofern würden die so einen Kinderkram mit Bildchen gar nie versuchen, da ich denen auch keine Hoffnungen mache. Das nur als Zusatz, einen Ex Partner warm halten ist Murks, ihn oder sie als Freund gewinnen belebend, wie ich finde.

Alles Gute.

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