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Zu ihm ziehen und alles aufgeben?

3. Dezember 2013 um 19:29

Hallo, mich würde eure Meinung zu einem Thema interessieren, dass mich zur Zeit ziemlich beschäftigt.
Mein Freund und ich führen seit 2 Jahren eine Fernbeziehung und wohnen ca. 4 Stunden voneinander entfernt. Er hat nun eine Zusage für eine Job bei sich in der Nähe bekommen, den er auch antreten möchte. Ich verstehe natürlich, dass es sehr wichtig für ihn ist, da er sonst Gefahr läuft, keine weiteren Zusagen zu bekommen und dann lange Zeit ganz ohne Job dazustehen, dh es steht eigentlich außer Frage, dass er den Job sozusagen annehmen muss. Ich bin allerdings noch mindestens 3 Jahre an das Bundesland, in dem ich z.Zt. wohne, gebunden, das würde also nochmal 3 Jahre Fernbeziehung bedeuten, bis ich mich auf eine (sehr wahrscheinlich schlechter bezahlte) Stelle an seinem Heimatort bewerben könnte (bzw. eventuell auch früher, in ca. einem Jahr, dies aber unter noch erheblicheren finanziellen Einbußen). Er hat sich im Gegenzug nur sehr halbherzig auf Stellen in meiner Nähe oder zumindest Stellen, die auf halbem Wege liegen, beworben, da er laut eigener Aussage nur sehr ungern in Betracht ziehen würde, mehr als eine Stunde (im schlimmsten Fall) von seinen Eltern und alten Schulfreunden entfernt zu wohnen. Ich kann eine solche Einstellung nicht wirklich nachvollziehen, da ich sehr weltoffen, freiheitsliebend und reisefreudig bin, respektiere aber, dass ihm seine Familie nun einmal so wichtig ist, auch wenn ich mich insgeheim oft dabei ertappe, seine Einstellung als unreif und unselbstständig zu verurteilen; meiner Meinung nach ist es das Normalste auf der Welt, dass ein erwachsener Mensch nicht unbedingt 5min von Mami entfernt leben muss (wie er es Zeit seiner gesamten Ausbildung bis zum jetzigen Zeitpunkt getan hat).
Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich ihn liebe, aber ich finde es auch nicht richtig, dass ich die Einzige sein soll, die Kompromisse bringt, dh alles aufgebe, mich nach ihm richte und zu ihm ziehe. Dazu muss ich sagen, dass ich mich mit seinen Freunden nicht unbedingt sonderlich gut verstehe. Es ist nicht so, dass sie mich unfreundlich behandeln würden, aber sie sind eine sehr eingeschworene Dorfgemeinschaft und ich fühle mich in ihrer Gegenwart immer etwas ausgegrenzt, da sie auch ständig in ihrem Dialekt (den ich schlecht verstehe) und von "Insider"ereignissen sprechen, bei denen ich nicht mitreden kann. Man könnte im Großen und Ganzen sagen, dass ich mit niemandem von ihnen so wirklich auf einer Wellenlänge liege. Auch ist es so, dass es schon seit Beginn unserer Beziehung so war, dass ich quasi Luft bin, wenn seine Kumpels dabei sind. Seine Familie ist zwar sehr nett, aber... vielleicht verstehen einige von euch, dass ich mir nicht unbedingt erträume, jeden zweiten Tag meine Schwiegereltern in spe auf der Matte zu haben bzw. Familienbesuche zu unternehmen, da sie ja ohnehin alle "ums Eck" wohnen. Was ich auch sehr merkwürdig finde, ist die Tatsache, dass er sich explizit nach Auslandsaufenthalten mit seiner Firma sehnt (mindestens zwei Wochen wären "ein Traum", vor allem Fernreisen), mir aber schon mehrmals deutlich gemacht hat, dass er nicht wirklich an Reisen und Urlaub an sich (mit mir) interessiert ist, da er für das Geld lieber mit seinen Kumpels einen (oder zwei oder drei) trinken gehen würde (Zitat). Das ist doch schon sehr bedenklich und bizarr??
Natürlich ist eine Fernbeziehung oft notwendig, ich finde aber, dass man sich irgendwann, wenn es "ernst" wird, auch für einen gemeinsamen Lebensmittelpunkt entscheiden muss. Ehrlich gesagt bin ich diesem ewigen Hin und Her, du zu mir oder ich zu dir, auch langsam wirklich überdrüssig und wünsche mir, dass wir zusammenziehen könnten - er hat das auch schon geäußert, seine Prämisse ist aber wie gesagt, dass er "seine Familie, Freunde und Freundin an einem Fleck" hat. Vermutlich ist es schwer verständlich für viele, wenn ich sage, dass ich ihn zwar wirklich liebe, es mir aber nicht leicht fällt, alles hinter mir zu lassen, um zu ihm zu ziehen (à la: oooh aber wenn es doch deine große Liebe ist!! ...). Ich möchte einfach nicht da sitzen, mich jeden Abend mit seinen Dorffreunden oder seiner Familie treffen und eine Art Anhängsel sein. Was ich mir wünschen würde wäre, dass wir in eine gemeinsame Zukunft ohne "Altlasten" starten, eben halt etwas wirklich Gemeinsames, was wir uns zusammen aufbauen. Das Problem ist, dass ich immer wüsste, dass er mir vorwirft, dass er wegen mir seine Familie oder seine Freunde "aufgeben" muss... Was ich nicht verstehen kann, denn für mich heißt es nicht, seine Freunde aufzugeben, nur weil man sie nicht jedes Wochenende sieht - einige meiner besten Freunde sehe ich nur ein oder zwei Mal im Jahr; mein Freund kann dies überhaupt nicht verstehen und nimmt diese Freunde von mir auch nicht ernst, als wären es Hirngespinste - und das verletzt mich auch. Ich versuche immer, mich in seine Perspektive hineinzuversetzen; aber für ihn ist alles, was er nicht nachvollziehen kann, nicht "normal".
Was sagt ihr dazu? Es ist wirklich ein heikle Sache für mich... ich will ihn nicht verlieren, aber ich will mich auch nicht aufgeben für ihn. Ich weiß, dass er nie in Betracht ziehen würde, in die Nähe meiner Familie zu ziehen, da er dann ca. 5h von seinem Heimatort entfernt wäre, aber dass ich es in Kauf nehme, weder meine Freunde noch meine Familie in der Nähe zu haben, ist für ihn sozusagen selbstverständlich. Ich möchte einfach nicht von meinem Freund abhängig sein (klar, ich liebe ihn, aber was, wenn wir uns trennen? Dann stehe ich da mit einem schlechtbezahlten Job an einem Ort, zu dem ich keinen Bezug und keine Verbindung habe und es wird auch nicht einfach für mich sein, wieder in meiner alten Wahlheimat Fuß zu fassen). Andererseits ist er derjenige, der immer für mich da ist, wenn es mir schlecht geht, was leider aus persönlichen Gründen in letzter Zeit häufiger der Fall war und ich weiß, dass er es oft nicht leicht mit mir hat; andere hätten da vielleicht schon längst das Weite gesucht, nicht aber er, er kümmert sich um mich und gibt mir dadurch zu verstehen, dass ihm auch sehr viel an mir liegt.
Auf eure Meinungen hierzu bin ich sehr gespannt!

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3. Dezember 2013 um 22:43

Ich kann dich verstehen
Ich führe auch eine Fernbeziehung und zwischen uns liegen 2-3.Std. Sie möchte auch bei ihrer Familie gerne wohnen bleiben ,was für mich auch okay ist.Auch wenn ich nicht gerne aus meiner Umgebung raus möchte,einer muss diesen schritt machen,ansonsten kann man gleich die Beziehung beenden.Auf dauert bringt eine Beziehung aus der Ferne nichts. Und dazu kommt auch noch das sie den sicheren Job von uns beiden hat und auch nicht überall arbeit finden würde. Ich dagegen kann überall arbeiten und würde auch überall etwas finden.

Du musst selbst für dich wissen,was das beste für dich wäre.

1.) Du ziehst zu deinem Freund und Akzeptierst es ,das seine Familie immer in der Nähe sein wird und seine komischen Freunde auch.

2.) Du lässt alles erst einmal so weiter laufen .

3.) Du trennst dich von Ihm.

Ich weiß,das dass alles nicht leicht ist und das eine Entscheidung treffen zu müssen auch scheiße ist.

Und das mit seinen Freunden....Die Leute vom Dorf sind eh immer komisch...und wenn du dazu ziehst,wirst du eh nie richtig Akzeptiert..ich weiß wovon ich rede. wohne seit mehreren Jahren in nem Dorf und werde wie Luft behandelt...Das verhalten von seinen Freunden ist normal...die sind selbst alle leider so aufgewachsen...du bist fremd....vielleicht tauen sie ja noch etwas auf mit der Zeit

Mir fällt es auch nicht leicht so weit weg zu ziehen ,von Familie und Freunden...doch wir haben keine andere Wahl...und sie ist das beste was mir je passieren konnte.sie versteht mich und versucht mir auch meine Ängste zu nehmen.Will sogar wenn ich bei ihr wohnen ,jedes Wochenende zu meiner Familie mitfahren.
Sie besucht mich auch im Moment mehr ,wie ich sie ....damit sie meine Familie auch richtig kennenlernen kann udn meine Freunde und alle verstehen sie zum Glück super...

Aber wir stehen ja noch am Anfang ...!

Wie alt ist deine Freund eigentlich ?

Lg

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3. Dezember 2013 um 23:15

Hallo fridale,
ich muss sagen bevor ich die letzten Sätze gelesen habe ging mir nur durch den Kopf: "Der liebt sie nicht!". Aber du bist vom Gegenteil überzeugt und hast dafür ganz sicher deine Gründe.

Darum meine zweite Vermutung: Dein Freund ist egoistisch. Darf ich raten: Er ist Einzelkind!? Ohne über alle Einzelkinder gleichermaßen zu urteilen, es gibt einfach welche die haben nicht gelernt, dass man Menschen die einem wichtig sind auch Zugeständnisse machen muss.

Ich würde auf keinen Fall zu ihm ziehen, ich denke du würdest unter den gegebenen Umständen sehr unglücklich dort werden. V.a. da dein Freund seine Kumpels jetzt schon dir vorzieht. Wie wird das erst wenn ihr zusammen wohnt: "Nein Schatz, das WE gehört meinen Freunden. Dich sehe ich doch sowieso schon jeden Tag...." Oder die Schwiegermutter jeden Samstag auf der Matte steht....

Dein Freund ist leider nicht bereit zu dir zu ziehen, also sehe ich es wie du, ihr solltet euch ein gemeinsames Nest in der geografischen Mitte zwischen euren Heimatorten suchen. Am WE kann er ja dann ab und zu (nicht immer!) nach Hause fahren. Sollte er dazu nicht bereit sein, würde ich mir ernsthafte Gedanken über die Beziehungsfähigkeit deines Freundes machen. Ich mache sie mir ohnehin schon, angesichts seines Unverständnisses deiner Beziehung zu für dich wichtigen Menschen oder der Priorität die er dir bezüglich seiner Freizeit (Urlaub) einräumt.

Lass dich angesichts seiner Kompromisslosigkeit blos nicht zu etwas drängen, von dem du im vornherein schon weist das du es nicht möchtest.



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4. Dezember 2013 um 20:12

Danke!
Hallo,

Erstmal vielen Dank für eure Antworten.

yannina30, danke für deine Einschätzung Du hast recht, mir ist eigentlich auch klar, dass es nur diese 3 Möglichkeiten gibt, bzw. Nr. 2 ist für mich eigtl. keine Option, ich möchte nicht quasi "mein Leben lang" pendeln, sowohl in finanzieller Hinsicht als auch hinsichtlich einer gemeinsamen Zukunftsplanung ist dies für mich nicht praktikabel. Er selbst sieht das auch so; das Problem ist nur, dass ich nicht einsehe, warum ich die Einzige sein soll, die Kompromisse eingeht. Bei euch mag das Argument mit dem sichereren Job deiner Freundin mitspielen, bei uns ist es anders: er sieht sich nach etwas Neuem um und könnte sich theoretisch deutschlandweit bewerben, ich habe allerdings dort wo ich bin einen sicheren Job... Du sagst, einer muss diesen Schritt tun und aus seiner alten Umgebung herauskommen, aber könnten nicht in unserer Situation ich UND mein Partner das tun?
Interessant, dass es dir auch so geht, von einer "eingeschworenen" Dorfgemeinschaft nicht akzeptiert zu werden Ich selbst komme vom Dorf und bin es von dort gewohnt, wie es oft zugehen kann, ich persönlich konnte mich nie mit einer solchen Mentalität anfreunden, was auch einer der Gründe für meinen Wegzug war. Damals dachte ich mir immer: so werde ich nie - und jetzt habe ich einen Freund mit genau dieser Mentalität...^^
Übrigens, zu deiner letzten Frage: ich bin Mitte und er ist Ende 20.

studentin91, auch dir danke ich herzlich für deinen Beitrag! Uuund - du landest einen Treffer ins Schwarze, tatsächlich ist er Einzelkind und Mamis Liebling Und leider habe ich in dem von dir erwähnten Zitat ("Das WE gehört meinen Freunden ...") tatsächlich meinen Freund wiedererkannt, so traurig es ist - du hast 100%ig recht. Das war auch in unserer frühen Beziehungszeit oft Streitthema, er hat nämlich immer so getan, als ob er eine Art "Opfer" bringen würde, wenn er das WE mit mir verbringt und zu mir fährt, anstatt mit seinen Kumpels feiern zu gehen, mit den Worten (Originalzitat): "Die kenne ich ja auch schon länger als dich". Aha... Demnach werde ich ihnen ja nie das Wasser reichen können. Ich muss dazu sagen, dass es sich seitdem extrem gebessert hat, aber ich kann einfach nicht verhindern, dass mich diese extreme, übertriebene Affinität zu seiner Heimat schon sehr stört. Er hat auch einmal gesagt: "Mein Traum wäre es, meine Freunde, meine Familie und meine Freundin an einem Ort zu haben." Manchmal denke ich wirklich, es wäre besser für ihn, ein Dorfmädel als Freundin zu haben....

lana7813, danke auch für deinen Kommentar. Ja, wie gesagt war das auch schon oft der Gedankengang, der mir durch den Kopf gegangen ist. Aber wenn wir einfach nur zusammen sind oder bei mir sind, ist er immer für mich da, sorgt sich um mich etc. ... Wenn da nur diese eine, "egoistische" Seite, wie studentin91 sie nennt, wäre, hätte ich mich schon längst von ihm getrennt, aber er kann eben auch ganz ganz anders sein. Es ist eben diese egoistische Seite, die mich oft sehr wütend und verzweifelt macht, aber in anderen Situationen habe ich dann wieder fast schon ein schlechtes Gewissen, weil er so "gut" zu mir und nachsichtig mit mir ist.

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5. Dezember 2013 um 14:35

"er hat so getan, als ob er eine Art "Opfer" bringen würde, wenn er das WE mit mir verbringt [...]"
Ähm...ja. Nun, ich wiederhole mich: zieh nicht zu ihm! Du wärst dort unglücklich.

Möglichkeit 1: abwarten, vielleicht ändert er mit der Zeit seine Meinung. (Unwahrscheinlich?)

Möglichkeit 2: Ein ernstes Gespräch suchen, wie er sich die Beziehung konkret mit dir vorstellt, wie weit er bereit ist auf dich zuzugehen und ob er tatsächlich eure Beziehung riskieren würde nur um dort zu wohnen. Nach dem Gespräch entscheiden ob und welche Konsequenzen du ziehen möchtest.

Ein Mensch kann noch so lieb und toll sein, manchmal passen die Vorstellungen halt einfach nicht...

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9. Dezember 2013 um 22:32

Tja...
alles nicht so einfach...

Hat sich inzwischen was Neues bei dir und deinem Freund ergeben ?
Ist wirklich unverständlich wenn es sich Bundesweit bewerben kann das er nicht in Betracht zieht ,dann doch umzuziehen. Da du doch auch nen Sicheren Job hast..

Okay,ich kann schon verstehen,das er in der nähe seiner Eltern bleiben möchte.Wenn man ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern hat ,dann ist das nun mal so....Aber wenn er dich wirklich liebt ,dann sollte er dir doch dann doch auch mal entgegen kommen.Seine Eltern sind ja nicht aus der Welt und man kann ja immer mal zu besuch hin.

Da sollte er sich schon etwas bemühen ....

Ist ja bei mir und meiner Freundin auch so.Ich bewerde mich in Ihrer Umgebung und sobald ich einen Job habe,werde ich zu Ihr ziehen.Weil man will doch irgendwann auch mal den Partner länger bei sich haben ,ausser nur am Wochenende.

Ich hoffe und wünsche dir,das sich das im guten klären wird!

Lg Yannina

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19. Januar um 3:16
In Antwort auf fridale

Hallo, mich würde eure Meinung zu einem Thema interessieren, dass mich zur Zeit ziemlich beschäftigt.
Mein Freund und ich führen seit 2 Jahren eine Fernbeziehung und wohnen ca. 4 Stunden voneinander entfernt. Er hat nun eine Zusage für eine Job bei sich in der Nähe bekommen, den er auch antreten möchte. Ich verstehe natürlich, dass es sehr wichtig für ihn ist, da er sonst Gefahr läuft, keine weiteren Zusagen zu bekommen und dann lange Zeit ganz ohne Job dazustehen, dh es steht eigentlich außer Frage, dass er den Job sozusagen annehmen muss. Ich bin allerdings noch mindestens 3 Jahre an das Bundesland, in dem ich z.Zt. wohne, gebunden, das würde also nochmal 3 Jahre Fernbeziehung bedeuten, bis ich mich auf eine (sehr wahrscheinlich schlechter bezahlte) Stelle an seinem Heimatort bewerben könnte (bzw. eventuell auch früher, in ca. einem Jahr, dies aber unter noch erheblicheren finanziellen Einbußen). Er hat sich im Gegenzug nur sehr halbherzig auf Stellen in meiner Nähe oder zumindest Stellen, die auf halbem Wege liegen, beworben, da er laut eigener Aussage nur sehr ungern in Betracht ziehen würde, mehr als eine Stunde (im schlimmsten Fall) von seinen Eltern und alten Schulfreunden entfernt zu wohnen. Ich kann eine solche Einstellung nicht wirklich nachvollziehen, da ich sehr weltoffen, freiheitsliebend und reisefreudig bin, respektiere aber, dass ihm seine Familie nun einmal so wichtig ist, auch wenn ich mich insgeheim oft dabei ertappe, seine Einstellung als unreif und unselbstständig zu verurteilen; meiner Meinung nach ist es das Normalste auf der Welt, dass ein erwachsener Mensch nicht unbedingt 5min von Mami entfernt leben muss (wie er es Zeit seiner gesamten Ausbildung bis zum jetzigen Zeitpunkt getan hat).
Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich ihn liebe, aber ich finde es auch nicht richtig, dass ich die Einzige sein soll, die Kompromisse bringt, dh alles aufgebe, mich nach ihm richte und zu ihm ziehe. Dazu muss ich sagen, dass ich mich mit seinen Freunden nicht unbedingt sonderlich gut verstehe. Es ist nicht so, dass sie mich unfreundlich behandeln würden, aber sie sind eine sehr eingeschworene Dorfgemeinschaft und ich fühle mich in ihrer Gegenwart immer etwas ausgegrenzt, da sie auch ständig in ihrem Dialekt (den ich schlecht verstehe) und von "Insider"ereignissen sprechen, bei denen ich nicht mitreden kann. Man könnte im Großen und Ganzen sagen, dass ich mit niemandem von ihnen so wirklich auf einer Wellenlänge liege. Auch ist es so, dass es schon seit Beginn unserer Beziehung so war, dass ich quasi Luft bin, wenn seine Kumpels dabei sind. Seine Familie ist zwar sehr nett, aber... vielleicht verstehen einige von euch, dass ich mir nicht unbedingt erträume, jeden zweiten Tag meine Schwiegereltern in spe auf der Matte zu haben bzw. Familienbesuche zu unternehmen, da sie ja ohnehin alle "ums Eck" wohnen. Was ich auch sehr merkwürdig finde, ist die Tatsache, dass er sich explizit nach Auslandsaufenthalten mit seiner Firma sehnt (mindestens zwei Wochen wären "ein Traum", vor allem Fernreisen), mir aber schon mehrmals deutlich gemacht hat, dass er nicht wirklich an Reisen und Urlaub an sich (mit mir) interessiert ist, da er für das Geld lieber mit seinen Kumpels einen (oder zwei oder drei) trinken gehen würde (Zitat). Das ist doch schon sehr bedenklich und bizarr??
Natürlich ist eine Fernbeziehung oft notwendig, ich finde aber, dass man sich irgendwann, wenn es "ernst" wird, auch für einen gemeinsamen Lebensmittelpunkt entscheiden muss. Ehrlich gesagt bin ich diesem ewigen Hin und Her, du zu mir oder ich zu dir, auch langsam wirklich überdrüssig und wünsche mir, dass wir zusammenziehen könnten - er hat das auch schon geäußert, seine Prämisse ist aber wie gesagt, dass er "seine Familie, Freunde und Freundin an einem Fleck" hat. Vermutlich ist es schwer verständlich für viele, wenn ich sage, dass ich ihn zwar wirklich liebe, es mir aber nicht leicht fällt, alles hinter mir zu lassen, um zu ihm zu ziehen (à la: oooh aber wenn es doch deine große Liebe ist!! ...). Ich möchte einfach nicht da sitzen, mich jeden Abend mit seinen Dorffreunden oder seiner Familie treffen und eine Art Anhängsel sein. Was ich mir wünschen würde wäre, dass wir in eine gemeinsame Zukunft ohne "Altlasten" starten, eben halt etwas wirklich Gemeinsames, was wir uns zusammen aufbauen. Das Problem ist, dass ich immer wüsste, dass er mir vorwirft, dass er wegen mir seine Familie oder seine Freunde "aufgeben" muss... Was ich nicht verstehen kann, denn für mich heißt es nicht, seine Freunde aufzugeben, nur weil man sie nicht jedes Wochenende sieht - einige meiner besten Freunde sehe ich nur ein oder zwei Mal im Jahr; mein Freund kann dies überhaupt nicht verstehen und nimmt diese Freunde von mir auch nicht ernst, als wären es Hirngespinste - und das verletzt mich auch. Ich versuche immer, mich in seine Perspektive hineinzuversetzen; aber für ihn ist alles, was er nicht nachvollziehen kann, nicht "normal".
Was sagt ihr dazu? Es ist wirklich ein heikle Sache für mich... ich will ihn nicht verlieren, aber ich will mich auch nicht aufgeben für ihn. Ich weiß, dass er nie in Betracht ziehen würde, in die Nähe meiner Familie zu ziehen, da er dann ca. 5h von seinem Heimatort entfernt wäre, aber dass ich es in Kauf nehme, weder meine Freunde noch meine Familie in der Nähe zu haben, ist für ihn sozusagen selbstverständlich. Ich möchte einfach nicht von meinem Freund abhängig sein (klar, ich liebe ihn, aber was, wenn wir uns trennen? Dann stehe ich da mit einem schlechtbezahlten Job an einem Ort, zu dem ich keinen Bezug und keine Verbindung habe und es wird auch nicht einfach für mich sein, wieder in meiner alten Wahlheimat Fuß zu fassen). Andererseits ist er derjenige, der immer für mich da ist, wenn es mir schlecht geht, was leider aus persönlichen Gründen in letzter Zeit häufiger der Fall war und ich weiß, dass er es oft nicht leicht mit mir hat; andere hätten da vielleicht schon längst das Weite gesucht, nicht aber er, er kümmert sich um mich und gibt mir dadurch zu verstehen, dass ihm auch sehr viel an mir liegt.
Auf eure Meinungen hierzu bin ich sehr gespannt!

Hey!
 Ich weiß, dass das Thema schon ein paar Tage her ist, aber ich stecke im Moment in exakt der gleichen Situation, dein Beitrag könnte echt von mir sein. In meinem Fall kommt noch hinzu, dass mein Freund am liebsten in die obere Wohnung seines Elternhauses ziehen möchte, ich hätte also die Schwiegereltern direkt vor der Nase.
Vielleicht magst du berichten, was aus euch geworden ist oder kannst mir durch deine Erfahrungen einen Rat geben? Ich wäre dafür mega dankbar!!

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19. Januar um 9:14

Ihr scheint sehr unterschiedlich zu sein in euren Vorstellungen, das kann auf Dauer zu Problemen führen.

Ich würde das Risiko ebenfalls nicht eingehen, die Vorzeichen sind nicht allzu gut. Warst du schon mal längere Zeit bei ihm? Also über Wochen (zB. im Urlaub)?

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19. Januar um 9:14

Oh - ups, auch erst jetzt gesehen. Bin reingefallen 

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21. Januar um 21:32

Weil ich von der Fragestellerin ihre Erfahrungen hören wollte und nicht „Tipps“ von irgendwelchen Leuten, die zu faul sind, überhaupt den ganzen Text zu lesen bzw. sich die bisherigen Beiträge genauer anzusehen...

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22. Januar um 18:56

Ist mir doch egal, ob sie hier aktiv war oder nicht, die Chance besteht ja grundsätzlich, dass es von ihr gelesen wird. Ich hab mir extra nen älteren Beitrag rausgesucht, da sich die Situation ja mittlerweile irgendwie aufgelöst haben muss. Und falls du nichts weiter beizutragen hast, als irgendwelche unberechtigten Mutmaßungen über mich (also nichts, was stimmt oder weiterhilft), dann lass es doch einfach.

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