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Zeugen Jehovas??? HILFE....

12. Januar 2005 um 9:11

Hallo ihr Lieben, vor einem Monat habe ich dafür gesorgt, daß meine 4 Neffen und 1 Nichte (3-11 Jahre) ins Kinderheim gekommen sind. Ich hatte Euch ja davon berichtet. Sie wurden mit Holzbügeln verprügelt, waren total ängstlich und verstört, und in einem heruntergekommenen, verwahrlostem Zustand.

Meine Familie (alle Zeugen Jehovas) haben zum Größten Teil keinen Verständnis für meine Entscheidung. Meine Schwester (Mutter der Kinder) ist eine sogenannante "Ausgeschlossene" bei den Zeugen Jehovas. Das bedeutet, sie wurde dort herausgeschmissen, weil sie Fehler begangen hat. Meine Familie schiebt die Fehler nicht auf ihre Eigenverantwortlichkeit, sondern weil sie Gott verlassen hat, und in Satans Einfluß stand. Jetzt möchte meine Schwester wieder Zeuge Jehovas (nach ca. 8 oder 9 Jahren Ausschluß!!!!!) werden. Da sie ihren eigenen Anteil am Fehlverhalten nicht erkennen wird, kann ich auch nicht erwarten, daß sie sich wirklich ändern wird.

In den ganzen 8-9 Jahren Ausschluß hat sie sich scheinbar nicht mit der Lehre der Z.J. auseinandergesetzt, sonst wäre sie NIEMALS wieder zurück gegangen. Sie ist auch stinksauer auf mich- spricht nicht mehr mit mir. Die Beeinflussung der Zeugen wird mehr und mehr...

Das ist eine Katastrophe!!!!! Fehler werden dort unter den Tisch gekehrt!! Eltern, die ihre Kinder verprügeln sind an der Tagesordnung.

Die Kinder werden vielleicht zurück zu meiner Schwester kommen, das heißt ganz normale Kinder kommen auf einen Mal in eine Zeugen Jehovas-Sekte. Bisher haben sie nicht viel von der Lehre der Sekte mitbekommen. Das wird ein absoluter Schock für die...Dann kommt die "Gehirnwäsche". Kontakte zu nicht-Zeugen-Jehovas werden schleichend abgebaut. Irgendwann verliere ich den Kontakt zu ihnen, dann sind sie der Sektenlehre ausgesetzt!!

Die Frau vom Jugendamt sieht die Gefahr nicht: Die Zeugen Jehovas werden den Kinder ständig sagen: Kontakt zu nicht-Zeugen-Jehovas (wie mir) ist schlechter Umgang- Jehova Gott wünscht das nicht, und ihr wollt doch Gott gefallen, oder? So werden die Kinder so erzogen, daß sie von sich aus den Kontakt zu mir abbrechen. Was will dann die Frau vom Jugendamt machen???
Sie checkt das irgendwie noch nicht. "Hier in Deutschland ist Religionsfreiheit, da kann man nicht verbieten, wenn die über ihre Religion sprechen."

Die Argumentation der Zeugen ist sehr geschickt, nur das es immer eine "äußere", aber auch "innere" Wahrheit gibt- das wissen die meisten nicht. Sie sind immer so freundliche, nette Menschen, nach außen!! - aber die Realität ist anders.

Die Kinder dürfen unter keinen Umständen in die Hände der Zeugen geraten!!! Was soll ich denn machen?????

Wer weiß über rechtliche Schritte Bescheid? Wer hat Ahnung von Pflegeeltern, Sorgerechtsstreit etc.? Habe auch noch keine Anzeige wegen Mißhandlung gemacht.

Am kommenden Montag habe ich meinen ersten Besuchstermin. Hatte vielleicht gedacht, daß ich die Kinder in Form von kleinen Kasperletheaterstücken auf Situationen vorbereite, und über ihre Rechte (Religionsfreiheit, gewaltlose Erziehung) aufkläre, aber was bringt das in Bezug auf evt. jahrenlangen Einfluß, der ihnen bei den Zeugen bevorsteht? Ich könnte auch fragen ob sie überhaupt nach Hause wollen. Aber verunsichern möchte ich sie auch nicht.

Am liebsten würde ich sie alle mitnehmen, und beschützen. Aber es sind nicht meine Kinder. Außerdem wäre das komplett unrealistisch- ich weiß. Das ist ja nicht möglich. Sie tun mir so leid!!

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12. Januar 2005 um 10:04

Hallo Netti!
Ich kann mich noch an deinen alten Beitrag erinnern.

Das klingt ja grauenhaft. Ich habe eigentlich keine Erfahrung mit den Zeugen Jehovas. Nur was man halt so in den Medien hört. Mir war es aber nicht bewußt, dass sie unter Sekte fallen. Mir fällt eigentlich nur eins ein: es gibt doch sicherlich in jeder größeren Stadt Sektenberatung für Betroffene oder Angehörige. Vielleicht könntest du diese Beratung kontaktieren und sie können dir ein Paar Tipps geben, wie du vorgehen kannst. Es ist schon schlimm, wenn man solche Geschichten vom Jugendamt hört. Sie müssten doch selbst gesehen haben, wie verstört die Kinder waren/sind und da kann man sie doch nicht wieder zurück schicken. Ich verstehe das alles nicht. Ich hoffe, dass die Kinder weiterhin im Heim bleiben können und nicht wieder zurück müßten. Das wäre wohl wirklich schlimm für sie. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg bei deiner Mission. Ich finde das übrigens sehr mutig von dir, dass du für die Kinder einstehst. Nicht jeder hätte wohl so viel Mut gehabt, da was zu unternehmen.

lg
duschka

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12. Januar 2005 um 10:11

Du brauchst dringend unterstützung
leider bin ich die falschen, weil ich nur ansatzweise mit zeugen zu tun hatte. diese sache mit innerer und äußerer wahrheit habe ich z. b. auch schon gehört. ich weiss, dass die zeugen gefährlich sind.

1. was ich aber weiß ist, dass es selbsthilfegruppen gibt, die dir vielleicht helfen können. ich habe auch schon von auststeigern gehört, die helfen können. wenn du es schaffst so jemanden zu finden und zu der frau vom jugendamt zu schleppen, dann setzt die sich vielleicht wieder intensiver damit auseinander.
die leute vom jugendamt sind ja leider ziemlich überlastet und suchen manchmal den leichtesten weg. wenn der frau die gefahr der zeugen nicht bewusst ist, wird sie folglich auch die kinder zurück zur mutter schicken.

mein bruder ist in der sozialarbeit und hat deswegen auch häufig mit dem jugendamt zu tun. er hat mir gesagt, dass deren devise meist lautet: besser eine schlechte mutter, als gar keine. das geht selbstverständlich nur bis zu einem gewissen punkt. kinder misshandeln ist natürlich nicht drin!

2. sammle beweise
fotografiere die verletzungen der kinder.
notiere ihre aussagen, frage andere zeugen usw. (mit datum jeweils)

3. keinen wilden aktionismus
du scheinst sehr besonnen und durchdacht zu handeln, deswegen ist das wahrscheinlich nicht zu befürchten.

4. kontakt halten
aber das brauche ich wahrscheinlich auch nicht zu sagen.
versuche, das vertrauen insbesondere deiner schwester zu behalten.

mehr fällt mir gerade nicht ein
ich wünsche dir viel kraft, ausdauer und glück
4

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12. Januar 2005 um 11:15
In Antwort auf gena_12107388

Hallo Netti!
Ich kann mich noch an deinen alten Beitrag erinnern.

Das klingt ja grauenhaft. Ich habe eigentlich keine Erfahrung mit den Zeugen Jehovas. Nur was man halt so in den Medien hört. Mir war es aber nicht bewußt, dass sie unter Sekte fallen. Mir fällt eigentlich nur eins ein: es gibt doch sicherlich in jeder größeren Stadt Sektenberatung für Betroffene oder Angehörige. Vielleicht könntest du diese Beratung kontaktieren und sie können dir ein Paar Tipps geben, wie du vorgehen kannst. Es ist schon schlimm, wenn man solche Geschichten vom Jugendamt hört. Sie müssten doch selbst gesehen haben, wie verstört die Kinder waren/sind und da kann man sie doch nicht wieder zurück schicken. Ich verstehe das alles nicht. Ich hoffe, dass die Kinder weiterhin im Heim bleiben können und nicht wieder zurück müßten. Das wäre wohl wirklich schlimm für sie. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg bei deiner Mission. Ich finde das übrigens sehr mutig von dir, dass du für die Kinder einstehst. Nicht jeder hätte wohl so viel Mut gehabt, da was zu unternehmen.

lg
duschka

Es steht noch nicht fest,
daß die Kinder zurück zu ihrer Mutter kommen. Die vom Jugendamt wußte es selbst noch nicht.

Fakt ist, daß das Haus meiner Schwester von einer Messie-vermüllten-Bude zu einem ordentlichen Haus geworden ist. Zudem helfen natürlich jetzt alle Familienmitglieder mit, daß ein guter Eindruck entsteht, so daß eine Rückkehr der Kinder nicht gefährdet ist. (Es ist ja auch klar, daß man in der Zeugen Jehovas-Gemeinde sehr gut da steht, wenn man ein altes Mitglied + 5 Kinder- alles leichte Opfer!!! - dazugewinnen kann!!!)

Ich versuche mal Kontakte zu ehemaligen Zeugen zu knüpfen!
Vielleicht helfen die weiter. Danke für den Rat.

Vertrauen meiner Schwester zurück zu gewinnen- damit ist es wohl nicht mit getan. Das mußt Du Dir vergleichsweise schwerer vorstellen als einen Heroinabhängigen von Drogen zu befreien! Also die Macht der Sekte solltest Du nicht unterschätzen. Die Gehirnwäsche ist so stark, daß man genauso lange braucht, um sich gedanklich davon zu befreien wie man Mitglied war. Meine Schwester wurde vor ca. 8 Jahren (mit 30 Jahren) ausgeschlossen, das heißt endgültig hätte sie sich gedanklich von der Lehre mit 60 Jahren verabschiedet!!!! Das hatte ich mal gelesen, und es kann wirklich ungefähr passen.

Ich bin ja dort hineingeboren, und mit 15/16 Jahren ausgestiegen. Dadurch, daß ich als Kind mir noch keine eigenen Gedanken machen konnte (Kritikfähigkeit wird ja erst später ausgeprägt), habe ich bis heute (werde 25) gebraucht, um dort auszusteigen. Das sind knapp 10 Jahre!! Mit 20 Jahren, also n5 Jahren nach dem Austritt, habe ich noch damit liebgeäugelt zurück zu kehren. Das müßt Ihr Euch vorstellen!!!

Es ist sehr schwer. Stell Dir vor, Du bekommst immer und immer wieder eingeredet, daß alle Nicht-Zeugen schlechte, satanische Menschen sind. Dann wird immer auf schlechte Nachrichten geachtet, und in der Presse findet man immer Schlechtigkeiten- eine Bestätigung für jeden Zeugen!! "Alles Satans Werk". Die Ansprüche der Zeugen sind kaum zu erfüllen, so daß viele zwischendurch aussteigen. Dann holen sie oft alles extrem nach, kommen oft in die Drogenszene, Frauen werden sexuell ausgenutzt usw. All das kennt man als Zeuge gar nicht. Irgendwann tauchen auch Probleme auf, und man denkt: "Ist ja klar. Wenn ich auf Satans Seite stehe, dann geht es mir auch schlecht." Rückschluß: Man geht zurück, wo einem die Entscheidungen abgenommen werden.

Das ist für Personen vielleicht alles schwer nachzuvollziehen, aber wenn Du darin aufwächst und komplett von anderen Personen in Schule und Beruf abgeschirmt bist, ist es schwer sich eine eigene Meinung zu bilden. Und wenn man jemand dann sagt, daß man ans Paradies glaubt usw., dann wird sich darüber lustig gemacht. Also entweder man spricht nicht darüber, um Freunde außerhalb zu finden- kann sich dann aber niemals der Lehre entziehen, oder man spricht darüber, und findet keinen Anschluß, und kann sich auch nicht von der Lehre lösen.

So folgt jedem Ausschluß irgendwann wieder einer Aufnahme. In der Welt außerhalb der Zeugen kommen Ausgeschlossene sogut wie nicht klar. Zumal die Angst mit ihnen lebt, daß Gottes Gericht "Harmagedon" jeden Tag vor der Tür stehen kann, und sie dann vernichtet werden. So lebt man, als ob jeder Tag der letzte wäre- und nimmt alles mit! Drogen, Alkoholexzesse, Sex mit so vielen wie möglich etc. Man "betäubt" sich, um nicht daran zu denken, daß man bald stirbt- das so ein Leben nicht glücklich ist, ist klar, oder??

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12. Januar 2005 um 11:48

Die rechtliche seite
hallo netti1980, alleine wirst du nicht mit jugendamt, gericht klar kommen. wie geschickt die zeugen argumentieren ist dir klar. du wirst in jedem fall einen rechtsanwalt brauchen, dieser muß fit in dieser materie sein (zwingend). vorher würde ich dir empfehlen, dich bei den sektenbeaufragten der kirchen ausführlich beraten zu lassen. alleine, ohne beistand, ist die gefahr fehler zu machen zu groß. kühlen kopf und mut wünscht dir nugae

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12. Januar 2005 um 12:15
In Antwort auf nugae

Die rechtliche seite
hallo netti1980, alleine wirst du nicht mit jugendamt, gericht klar kommen. wie geschickt die zeugen argumentieren ist dir klar. du wirst in jedem fall einen rechtsanwalt brauchen, dieser muß fit in dieser materie sein (zwingend). vorher würde ich dir empfehlen, dich bei den sektenbeaufragten der kirchen ausführlich beraten zu lassen. alleine, ohne beistand, ist die gefahr fehler zu machen zu groß. kühlen kopf und mut wünscht dir nugae

Bekomme ich einen Sektenberater
auch als Nicht-Kirchenmitglied? Ist an jedem Ort einer? Kontakt über örtliche Gemeinde?

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12. Januar 2005 um 13:31

Kann dir nur
...raten das ganze im auge zu behalten und immer dann das amt zu informieren, wenn etwas rechtswidriges passiert, daß den kindern schadet. z. b. wenn notwendige arztbesuche nicht getan werden.

gruß von nemesis/dunkle-mondin.de

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12. Januar 2005 um 14:32

Oh mann
Hallo Netti,

kann Dir jetzt nicht wirklich was zu Deinem Problem was sagen. Nur soviel: Ich wohne in der Nähe des Hauptsitzes der ZJ. Eigentlich ist es (für außenstehende) fast schon lachhaft, wie sich die Armen Menschen mit ihrem Wachturm die Beine in den Bauch stehen und die Hochherrschaftlichen residieren, als wären sie in Fort Knox.

Ein Freund von mir hat früher regelmäßig Getränke dorthin geliefert. Die Bestimmungen für Nicht-ZJ sind ja schlimmer als im Zuchthaus.

Eigentlich wollte ich Dich nur zu Deinem Ausstieg beglückwünschen.

Kenne keinen Zeugen persönlich. Die finden allerdings bei uns in der Gegend auch nicht viel Anklang.

Gruß

Ulli

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12. Januar 2005 um 14:40
In Antwort auf zowie_12530744

Es steht noch nicht fest,
daß die Kinder zurück zu ihrer Mutter kommen. Die vom Jugendamt wußte es selbst noch nicht.

Fakt ist, daß das Haus meiner Schwester von einer Messie-vermüllten-Bude zu einem ordentlichen Haus geworden ist. Zudem helfen natürlich jetzt alle Familienmitglieder mit, daß ein guter Eindruck entsteht, so daß eine Rückkehr der Kinder nicht gefährdet ist. (Es ist ja auch klar, daß man in der Zeugen Jehovas-Gemeinde sehr gut da steht, wenn man ein altes Mitglied + 5 Kinder- alles leichte Opfer!!! - dazugewinnen kann!!!)

Ich versuche mal Kontakte zu ehemaligen Zeugen zu knüpfen!
Vielleicht helfen die weiter. Danke für den Rat.

Vertrauen meiner Schwester zurück zu gewinnen- damit ist es wohl nicht mit getan. Das mußt Du Dir vergleichsweise schwerer vorstellen als einen Heroinabhängigen von Drogen zu befreien! Also die Macht der Sekte solltest Du nicht unterschätzen. Die Gehirnwäsche ist so stark, daß man genauso lange braucht, um sich gedanklich davon zu befreien wie man Mitglied war. Meine Schwester wurde vor ca. 8 Jahren (mit 30 Jahren) ausgeschlossen, das heißt endgültig hätte sie sich gedanklich von der Lehre mit 60 Jahren verabschiedet!!!! Das hatte ich mal gelesen, und es kann wirklich ungefähr passen.

Ich bin ja dort hineingeboren, und mit 15/16 Jahren ausgestiegen. Dadurch, daß ich als Kind mir noch keine eigenen Gedanken machen konnte (Kritikfähigkeit wird ja erst später ausgeprägt), habe ich bis heute (werde 25) gebraucht, um dort auszusteigen. Das sind knapp 10 Jahre!! Mit 20 Jahren, also n5 Jahren nach dem Austritt, habe ich noch damit liebgeäugelt zurück zu kehren. Das müßt Ihr Euch vorstellen!!!

Es ist sehr schwer. Stell Dir vor, Du bekommst immer und immer wieder eingeredet, daß alle Nicht-Zeugen schlechte, satanische Menschen sind. Dann wird immer auf schlechte Nachrichten geachtet, und in der Presse findet man immer Schlechtigkeiten- eine Bestätigung für jeden Zeugen!! "Alles Satans Werk". Die Ansprüche der Zeugen sind kaum zu erfüllen, so daß viele zwischendurch aussteigen. Dann holen sie oft alles extrem nach, kommen oft in die Drogenszene, Frauen werden sexuell ausgenutzt usw. All das kennt man als Zeuge gar nicht. Irgendwann tauchen auch Probleme auf, und man denkt: "Ist ja klar. Wenn ich auf Satans Seite stehe, dann geht es mir auch schlecht." Rückschluß: Man geht zurück, wo einem die Entscheidungen abgenommen werden.

Das ist für Personen vielleicht alles schwer nachzuvollziehen, aber wenn Du darin aufwächst und komplett von anderen Personen in Schule und Beruf abgeschirmt bist, ist es schwer sich eine eigene Meinung zu bilden. Und wenn man jemand dann sagt, daß man ans Paradies glaubt usw., dann wird sich darüber lustig gemacht. Also entweder man spricht nicht darüber, um Freunde außerhalb zu finden- kann sich dann aber niemals der Lehre entziehen, oder man spricht darüber, und findet keinen Anschluß, und kann sich auch nicht von der Lehre lösen.

So folgt jedem Ausschluß irgendwann wieder einer Aufnahme. In der Welt außerhalb der Zeugen kommen Ausgeschlossene sogut wie nicht klar. Zumal die Angst mit ihnen lebt, daß Gottes Gericht "Harmagedon" jeden Tag vor der Tür stehen kann, und sie dann vernichtet werden. So lebt man, als ob jeder Tag der letzte wäre- und nimmt alles mit! Drogen, Alkoholexzesse, Sex mit so vielen wie möglich etc. Man "betäubt" sich, um nicht daran zu denken, daß man bald stirbt- das so ein Leben nicht glücklich ist, ist klar, oder??

Ja,
das hört sich wirklich schrecklich an!!!! Ich kann eigentlich nur eins sagen, dass ich hoffe, dass die Kinder nicht zurück gehen und ein normales Leben ohne den Einfluss der Zeugen führen können. Dir kann ich nur gratulieren, dass du den Ausstieg geschafft hast und hoffe für dich, dass das so bleibt. Alles Gute für dich weiterhin

lg
duschka

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12. Januar 2005 um 17:53
In Antwort auf zowie_12530744

Es steht noch nicht fest,
daß die Kinder zurück zu ihrer Mutter kommen. Die vom Jugendamt wußte es selbst noch nicht.

Fakt ist, daß das Haus meiner Schwester von einer Messie-vermüllten-Bude zu einem ordentlichen Haus geworden ist. Zudem helfen natürlich jetzt alle Familienmitglieder mit, daß ein guter Eindruck entsteht, so daß eine Rückkehr der Kinder nicht gefährdet ist. (Es ist ja auch klar, daß man in der Zeugen Jehovas-Gemeinde sehr gut da steht, wenn man ein altes Mitglied + 5 Kinder- alles leichte Opfer!!! - dazugewinnen kann!!!)

Ich versuche mal Kontakte zu ehemaligen Zeugen zu knüpfen!
Vielleicht helfen die weiter. Danke für den Rat.

Vertrauen meiner Schwester zurück zu gewinnen- damit ist es wohl nicht mit getan. Das mußt Du Dir vergleichsweise schwerer vorstellen als einen Heroinabhängigen von Drogen zu befreien! Also die Macht der Sekte solltest Du nicht unterschätzen. Die Gehirnwäsche ist so stark, daß man genauso lange braucht, um sich gedanklich davon zu befreien wie man Mitglied war. Meine Schwester wurde vor ca. 8 Jahren (mit 30 Jahren) ausgeschlossen, das heißt endgültig hätte sie sich gedanklich von der Lehre mit 60 Jahren verabschiedet!!!! Das hatte ich mal gelesen, und es kann wirklich ungefähr passen.

Ich bin ja dort hineingeboren, und mit 15/16 Jahren ausgestiegen. Dadurch, daß ich als Kind mir noch keine eigenen Gedanken machen konnte (Kritikfähigkeit wird ja erst später ausgeprägt), habe ich bis heute (werde 25) gebraucht, um dort auszusteigen. Das sind knapp 10 Jahre!! Mit 20 Jahren, also n5 Jahren nach dem Austritt, habe ich noch damit liebgeäugelt zurück zu kehren. Das müßt Ihr Euch vorstellen!!!

Es ist sehr schwer. Stell Dir vor, Du bekommst immer und immer wieder eingeredet, daß alle Nicht-Zeugen schlechte, satanische Menschen sind. Dann wird immer auf schlechte Nachrichten geachtet, und in der Presse findet man immer Schlechtigkeiten- eine Bestätigung für jeden Zeugen!! "Alles Satans Werk". Die Ansprüche der Zeugen sind kaum zu erfüllen, so daß viele zwischendurch aussteigen. Dann holen sie oft alles extrem nach, kommen oft in die Drogenszene, Frauen werden sexuell ausgenutzt usw. All das kennt man als Zeuge gar nicht. Irgendwann tauchen auch Probleme auf, und man denkt: "Ist ja klar. Wenn ich auf Satans Seite stehe, dann geht es mir auch schlecht." Rückschluß: Man geht zurück, wo einem die Entscheidungen abgenommen werden.

Das ist für Personen vielleicht alles schwer nachzuvollziehen, aber wenn Du darin aufwächst und komplett von anderen Personen in Schule und Beruf abgeschirmt bist, ist es schwer sich eine eigene Meinung zu bilden. Und wenn man jemand dann sagt, daß man ans Paradies glaubt usw., dann wird sich darüber lustig gemacht. Also entweder man spricht nicht darüber, um Freunde außerhalb zu finden- kann sich dann aber niemals der Lehre entziehen, oder man spricht darüber, und findet keinen Anschluß, und kann sich auch nicht von der Lehre lösen.

So folgt jedem Ausschluß irgendwann wieder einer Aufnahme. In der Welt außerhalb der Zeugen kommen Ausgeschlossene sogut wie nicht klar. Zumal die Angst mit ihnen lebt, daß Gottes Gericht "Harmagedon" jeden Tag vor der Tür stehen kann, und sie dann vernichtet werden. So lebt man, als ob jeder Tag der letzte wäre- und nimmt alles mit! Drogen, Alkoholexzesse, Sex mit so vielen wie möglich etc. Man "betäubt" sich, um nicht daran zu denken, daß man bald stirbt- das so ein Leben nicht glücklich ist, ist klar, oder??

Es hoert sich so grausam an...
ich kenne nur einen frueheren Klassenkameraden, denn ich eines Tages in der Stadt sah mit einem Wachturm in der Hand. Er hat mich gesehen aber gar nicht beachtet, und seine Eltern standen neben ihm. In der Schule war er eigentlich immer ganz lieb und eher unaufaellig. Was ich Dich aber fragen moechte ist, wie hast Du Dich aus der Sekte retten koennen ? Hat Dir dabei jemand geholfen ?

Fuer die Kleinen hoffe ich nur das beste und dass sie hoffentlich im Heim bleiben duerfen. Kaempfe bitte darum.

Ich wuensche Dir sehr viel Kraft!
Isabelle

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12. Januar 2005 um 20:10

Sekten........
hallo netti.....


dein thema interessiert mich, weil ich gerade auch im themna sekten unterwegs bin.
würde mich feruen von dir zu hörne!


lg tinka

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12. Januar 2005 um 20:13
In Antwort auf ninon_12337178

Sekten........
hallo netti.....


dein thema interessiert mich, weil ich gerade auch im themna sekten unterwegs bin.
würde mich feruen von dir zu hörne!


lg tinka

Klar,
was willst Du wissen?

Gruß, Netti

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12. Januar 2005 um 20:18
In Antwort auf ulli29

Oh mann
Hallo Netti,

kann Dir jetzt nicht wirklich was zu Deinem Problem was sagen. Nur soviel: Ich wohne in der Nähe des Hauptsitzes der ZJ. Eigentlich ist es (für außenstehende) fast schon lachhaft, wie sich die Armen Menschen mit ihrem Wachturm die Beine in den Bauch stehen und die Hochherrschaftlichen residieren, als wären sie in Fort Knox.

Ein Freund von mir hat früher regelmäßig Getränke dorthin geliefert. Die Bestimmungen für Nicht-ZJ sind ja schlimmer als im Zuchthaus.

Eigentlich wollte ich Dich nur zu Deinem Ausstieg beglückwünschen.

Kenne keinen Zeugen persönlich. Die finden allerdings bei uns in der Gegend auch nicht viel Anklang.

Gruß

Ulli

Ehrlich, schlimmer als im Zuchthaus?
Kann ich mir denken Nicht-ZJ sind ja auch gaaaaanz böse Menschen, vielleicht haben sie heimlich einen Dämon in ihrer Tasche mit eingeschleust

Besser ist es man setzt sich erst gar nicht mit den ZJ auseinander- denn allzu schnell gerät man dann in deren Fänge. Da ist es schon gut, daß sie bei Euch keinen Anklang finden. Ich war auch schon einmal zur Besichtigung des Hauptwerkes direkt in Selters/ Taunus. Da war ich aber vielleicht 12.

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12. Januar 2005 um 22:56

Hallo netti
da ich nicht weiß aus welchem bundesland du kommst, kann ich dir keine für dich absolut passende kontakadresse geben...allerdings kannst du mit hilfe der untenstehenden adressen und telefonnummern ganz sicher hilfe bekommen und auch mit einigermaßen fundierten aussagen rechnen....


S I N e. V. - Sekten Info Niederrhein

Aufklärung und Hilfe Spezialgebiet: Zeugen Jehovas

Frau Annette Lenze-Chlewinski

Friedrichstr. 172

41516 Grevenbroich

Tel. 02182 / 811221

Fax.: 02182 /81952, E-mail: sin@lenze-chlewinski.de

Frau Christel Kristen

Fliederstraße 58

47475 Kamp-Lintfort

Tel.: 02842 / 70 74 70

Fax.:02842 / 70 74 71


am besten du rufst einfach durch und schilderst dein thema...

vielleicht ist dieser link auch hilfreich
http://www.religio.de/kids.html
wie immer bindestriche raus


viel glück
bleu de q

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13. Januar 2005 um 8:50
In Antwort auf bleudeq

Hallo netti
da ich nicht weiß aus welchem bundesland du kommst, kann ich dir keine für dich absolut passende kontakadresse geben...allerdings kannst du mit hilfe der untenstehenden adressen und telefonnummern ganz sicher hilfe bekommen und auch mit einigermaßen fundierten aussagen rechnen....


S I N e. V. - Sekten Info Niederrhein

Aufklärung und Hilfe Spezialgebiet: Zeugen Jehovas

Frau Annette Lenze-Chlewinski

Friedrichstr. 172

41516 Grevenbroich

Tel. 02182 / 811221

Fax.: 02182 /81952, E-mail: sin@lenze-chlewinski.de

Frau Christel Kristen

Fliederstraße 58

47475 Kamp-Lintfort

Tel.: 02842 / 70 74 70

Fax.:02842 / 70 74 71


am besten du rufst einfach durch und schilderst dein thema...

vielleicht ist dieser link auch hilfreich
http://www.religio.de/kids.html
wie immer bindestriche raus


viel glück
bleu de q

Ich komme aus NRW,
bei Bielefeld.

Danke, werde dort mal anrufen. Kann Euch ja auf dem Laufenden halten, was passiert.

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13. Januar 2005 um 9:39
In Antwort auf grete_12848309

Es hoert sich so grausam an...
ich kenne nur einen frueheren Klassenkameraden, denn ich eines Tages in der Stadt sah mit einem Wachturm in der Hand. Er hat mich gesehen aber gar nicht beachtet, und seine Eltern standen neben ihm. In der Schule war er eigentlich immer ganz lieb und eher unaufaellig. Was ich Dich aber fragen moechte ist, wie hast Du Dich aus der Sekte retten koennen ? Hat Dir dabei jemand geholfen ?

Fuer die Kleinen hoffe ich nur das beste und dass sie hoffentlich im Heim bleiben duerfen. Kaempfe bitte darum.

Ich wuensche Dir sehr viel Kraft!
Isabelle

Ja, ich hatte Unterstützung.
Ohne Unterstützung hätte ich es nicht geschafft. Am Anfang (15/16) wurde ich kritischer. An der Lehre selbst hatte ich keine Zweifel, aber einfach daran, ob ich vollwertiges, getauftes Mitglied werden kann ohne zu prüfen was andere Religionen glauben. Ich war der Ansicht, ich könnte nur dann ZJ werden wenn ich für mich feststellen kann, daß sie die einzig wahre Religion ist, so wie sie es immer behaupten. Ich wollte quasi alle Religionen der ganzen Welt prüfen, und nicht nur die "großen". Das stieß auf totales Unverständnis, ich wurde langsam gemieden.

Dann kam der erste Freund aus der Schule (keine ZJ!!), und meine Vorliebe für die bei den Zeugen verbotene Heavy Metal Musik. Natürlich mußte alles extrem heimlich getan werden, damit keiner etwas mitbekommt, und mich nicht verpfeift. Das ist nämlich ein Hauptgrundsatz bei den Zeugen.

Mein Tagebuch wird gelesen, alle Briefe werden kontrolliert. Man muß höllisch aufpassen, um das Doppelleben zu führen. Alles mußte ins kleinste Detail durchgeplant sein, damit es geklappt hat. Nur eine falsche Äusserung zu Schulfreunden, die das evt. meiner kleinen Schwester unbewußt weitererzählt hätten, wäre "mein Tod" gewesen- ich wäre aufgeflogen.

Mein Freund war der Zwillingsbruder meiner besten Freundin. Ich durfte ihr nichts von unserem Verhältnis sagen. In der Schule durfte keiner wissen, daß wir zusammen sind.

So langsam entfernte ich mich innerlich von den Zeugen Jehovas, aber die Lehre war mir immer ein Begleiter. Als ich autritt war ich erstmal frei, aber der Kampf im Elternhaus ging erst richtig los. Es würde ein ganzes Buch füllen, wenn ich alle Details schreiben würde.

Mit 18 lernte ich meinen heutigen Freund kennen, und zog nach wenigen Monaten bei ihm ein. Er wohnte noch bei seinen Eltern, und mit der Oma unter einem Dach. Dort fand ich eine liebevolle Familie, die mich stark unterstützte. Auch mein Freund war mir eine sehr große Hilfe. Ohne diese Familie hätte ich es NIE geschafft, mich innerlich von den ZJ zu lösen, und mir ein eigenes Leben aufzubauen.




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13. Januar 2005 um 11:04

Eigentlich wollte ich ja die Klappe halten...
aber so langsam macht es micht echt verrückt, wie dauernd auf Minderheiten rumgehackt wird (das bezieh ich jetzt nicht auf dich Netti sondern auf die anderen die sich relativ wenig mit der Materie beschäftigt haben). Das kennen wir ja alles aus dem Dritten Reicht. "Oh mein Gott, da denkt jemand anders als ich, das ist ja gefährlich...". Ich will nicht behaupten, daß es bei den ZJs keine extremen Menschen gibt, aber das gibt es bei den Katholiken, Muslimen usw. auch (meine ach so christlichen Großeltern haben mit meiner Mutter 15 Jahre kein Wort geredet weil sie keinen Katholiken geheiratet hat, meine pakistanische Freundin wurde von ihrem Vater fast zu Tode geprügelt weil sie nicht den ausgesuchten Mann heiraten wollte...). Ich finde Extremismus hat nichts mit der jeweiligen Glaubensansicht zu tun. Ich selber war auch in meiner Kindheit bei den ZJ und es war eigentlich eine sehr schöne Zeit. Mit 18 habe ich beschlossen einen anderen Weg zu gehen und KEINER hat mir Vorwürfe gemacht oder ähnliches. Ich weiß von KEINEM Fall wo Kinder VERPRÜGELT worden sind. Außerdem hatte ich immer Freunde außerhalb der Religion. Gegen Gehirnwäsche spricht ja schon mal, daß ich einen eigenen Willen habe (und immer gehabt habe). Wenn du in einer extremen Familie aufgewachsen bist tut es mir leid für dich aber bitte hüte dich vor Verallgemeinerungen. Es werden immer nur negative Fälle an die Öffentlichkeit getragen und dadurch entsteht ein seltsamer Gesamteindruck. Ich habe übrigens immer noch sehr guten Kontakt zu meiner Familie und niemand verbietet den Kindern meines Bruders das Wochenende bei mir zu verbringen. Klar haftet einem die Erziehung die man als Kind bekommen hat noch an, aber jeder Mensch kommt irgendwann an einen Punkt wo er für sich entscheidet. Wenn deine Familie etwas seltsam ist versteh ich natürlich, daß du die Kinder nicht zu Ihnen geben willst, aber ich glaube daß man da nicht viel machen kann wenn die Mutter dafür ist. Versuch auf jeden Fall den Kontakt zu ihnen zu halten, denn ich glaube daß sie dich brauchen. Wenn deine Eltern versuchen den Kontakt zu unterbinden mußt du dich wehren. Es gibt bestimmt einen Weg die Kinder regelmäßig zu sehen.
Ich wünsch dir viel Glück

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13. Januar 2005 um 11:18
In Antwort auf nugae

Die rechtliche seite
hallo netti1980, alleine wirst du nicht mit jugendamt, gericht klar kommen. wie geschickt die zeugen argumentieren ist dir klar. du wirst in jedem fall einen rechtsanwalt brauchen, dieser muß fit in dieser materie sein (zwingend). vorher würde ich dir empfehlen, dich bei den sektenbeaufragten der kirchen ausführlich beraten zu lassen. alleine, ohne beistand, ist die gefahr fehler zu machen zu groß. kühlen kopf und mut wünscht dir nugae

Ps. die rechtliche seite
hallo netti, im internet unter dem rubrum "sektenbeauftragte" wirst du fündig. die beratung ist an keine religion gebunden und für jedermann kostenlos. nugae

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13. Januar 2005 um 12:03
In Antwort auf milana_12112448

Eigentlich wollte ich ja die Klappe halten...
aber so langsam macht es micht echt verrückt, wie dauernd auf Minderheiten rumgehackt wird (das bezieh ich jetzt nicht auf dich Netti sondern auf die anderen die sich relativ wenig mit der Materie beschäftigt haben). Das kennen wir ja alles aus dem Dritten Reicht. "Oh mein Gott, da denkt jemand anders als ich, das ist ja gefährlich...". Ich will nicht behaupten, daß es bei den ZJs keine extremen Menschen gibt, aber das gibt es bei den Katholiken, Muslimen usw. auch (meine ach so christlichen Großeltern haben mit meiner Mutter 15 Jahre kein Wort geredet weil sie keinen Katholiken geheiratet hat, meine pakistanische Freundin wurde von ihrem Vater fast zu Tode geprügelt weil sie nicht den ausgesuchten Mann heiraten wollte...). Ich finde Extremismus hat nichts mit der jeweiligen Glaubensansicht zu tun. Ich selber war auch in meiner Kindheit bei den ZJ und es war eigentlich eine sehr schöne Zeit. Mit 18 habe ich beschlossen einen anderen Weg zu gehen und KEINER hat mir Vorwürfe gemacht oder ähnliches. Ich weiß von KEINEM Fall wo Kinder VERPRÜGELT worden sind. Außerdem hatte ich immer Freunde außerhalb der Religion. Gegen Gehirnwäsche spricht ja schon mal, daß ich einen eigenen Willen habe (und immer gehabt habe). Wenn du in einer extremen Familie aufgewachsen bist tut es mir leid für dich aber bitte hüte dich vor Verallgemeinerungen. Es werden immer nur negative Fälle an die Öffentlichkeit getragen und dadurch entsteht ein seltsamer Gesamteindruck. Ich habe übrigens immer noch sehr guten Kontakt zu meiner Familie und niemand verbietet den Kindern meines Bruders das Wochenende bei mir zu verbringen. Klar haftet einem die Erziehung die man als Kind bekommen hat noch an, aber jeder Mensch kommt irgendwann an einen Punkt wo er für sich entscheidet. Wenn deine Familie etwas seltsam ist versteh ich natürlich, daß du die Kinder nicht zu Ihnen geben willst, aber ich glaube daß man da nicht viel machen kann wenn die Mutter dafür ist. Versuch auf jeden Fall den Kontakt zu ihnen zu halten, denn ich glaube daß sie dich brauchen. Wenn deine Eltern versuchen den Kontakt zu unterbinden mußt du dich wehren. Es gibt bestimmt einen Weg die Kinder regelmäßig zu sehen.
Ich wünsch dir viel Glück

Hättest du mal lieber die klappe gehalten...
zum einen hast du scheinbar weder diesen text von netti komplett gelesen noch die vorhergehenden themen...
es streitet keiner ab, dass es bei den zeugen jehovas auch durchaus "normale" familien gibt, dennoch handelt es sich um eine totalitäres system, keineswegs als kirche anerkannt...
im übrigen ist es gut, dass die negativen fälle an die öfentlichkeit getragen werden - egal ob die der zeugen jehovas oder die des ottonormalverbrauchers - denn nur dann kann wirklich was dagegen unternommen werden...
warum wohl gibt es seiten wie www.silentlambs.de? in deinen augen nur für negativschlagzeilen? ich glaube das kaum... ich glaube es ist wirklich nötig vor den zeugen jehovas (und auch vor allen anderen totalitären systemen die unter dem deckmantel der religion agieren) zu warnen und aufklärungsarbeit zu leisten... ich verurteile niemanden der sich, warum auch immer, irgendeiner religion oder pseudoreligion angehörig fühlt und danach lebt; ich verurteile aber jede form von radikalität und extremismus...

bleu de q

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13. Januar 2005 um 12:14
In Antwort auf milana_12112448

Eigentlich wollte ich ja die Klappe halten...
aber so langsam macht es micht echt verrückt, wie dauernd auf Minderheiten rumgehackt wird (das bezieh ich jetzt nicht auf dich Netti sondern auf die anderen die sich relativ wenig mit der Materie beschäftigt haben). Das kennen wir ja alles aus dem Dritten Reicht. "Oh mein Gott, da denkt jemand anders als ich, das ist ja gefährlich...". Ich will nicht behaupten, daß es bei den ZJs keine extremen Menschen gibt, aber das gibt es bei den Katholiken, Muslimen usw. auch (meine ach so christlichen Großeltern haben mit meiner Mutter 15 Jahre kein Wort geredet weil sie keinen Katholiken geheiratet hat, meine pakistanische Freundin wurde von ihrem Vater fast zu Tode geprügelt weil sie nicht den ausgesuchten Mann heiraten wollte...). Ich finde Extremismus hat nichts mit der jeweiligen Glaubensansicht zu tun. Ich selber war auch in meiner Kindheit bei den ZJ und es war eigentlich eine sehr schöne Zeit. Mit 18 habe ich beschlossen einen anderen Weg zu gehen und KEINER hat mir Vorwürfe gemacht oder ähnliches. Ich weiß von KEINEM Fall wo Kinder VERPRÜGELT worden sind. Außerdem hatte ich immer Freunde außerhalb der Religion. Gegen Gehirnwäsche spricht ja schon mal, daß ich einen eigenen Willen habe (und immer gehabt habe). Wenn du in einer extremen Familie aufgewachsen bist tut es mir leid für dich aber bitte hüte dich vor Verallgemeinerungen. Es werden immer nur negative Fälle an die Öffentlichkeit getragen und dadurch entsteht ein seltsamer Gesamteindruck. Ich habe übrigens immer noch sehr guten Kontakt zu meiner Familie und niemand verbietet den Kindern meines Bruders das Wochenende bei mir zu verbringen. Klar haftet einem die Erziehung die man als Kind bekommen hat noch an, aber jeder Mensch kommt irgendwann an einen Punkt wo er für sich entscheidet. Wenn deine Familie etwas seltsam ist versteh ich natürlich, daß du die Kinder nicht zu Ihnen geben willst, aber ich glaube daß man da nicht viel machen kann wenn die Mutter dafür ist. Versuch auf jeden Fall den Kontakt zu ihnen zu halten, denn ich glaube daß sie dich brauchen. Wenn deine Eltern versuchen den Kontakt zu unterbinden mußt du dich wehren. Es gibt bestimmt einen Weg die Kinder regelmäßig zu sehen.
Ich wünsch dir viel Glück

Einen Unterschied macht natürlich
auch, ob beide Elternteile ZJ sind, und wie engagiert sie dort sind. Ist ein Elternteil kein ZJ, wird oft lockerer erzogen.

Die Ältesten (so nennt man quasi die Pastoren der ZJ) sind nicht gerade tolerant. Und mein Vater war einer der Ältesten.

Deshalb habe ich vielleicht auch andere Erfahrungen gemacht als Du.

Ich versuche mit allen Mitteln den Kontakt zu halten. Leider arbeitet meine Familie mit sehr harten Bandagen. Heute erhielt ich einen Anruf vom Heim, ob es richtig wäre, daß meine Schwester den Besuchstermin am Montag für mich übernimmt. Sie hätte erklärt, daß das so mit mir abgesprochen wäre!? Ich dachte mich tritt ein Pferd!!!! Ich habe gar keinen Kontakt mehr zu ihr seid die Kinder im Heim sind. Das ist echt übel. Ich rief daraufhin beim JA an, und erzählte davon. Die Frau sagte, daß meine Schwester auch ihr das erzählt hätte, und sie war davon ausgegangen, daß es stimmte.

Denen ist jedes Mittel Recht!

@gwiwileth24: Du kannst froh sein, so eine tolerante Familie zu haben!!!!

Gruß, Netti

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13. Januar 2005 um 12:15
In Antwort auf bleudeq

Hättest du mal lieber die klappe gehalten...
zum einen hast du scheinbar weder diesen text von netti komplett gelesen noch die vorhergehenden themen...
es streitet keiner ab, dass es bei den zeugen jehovas auch durchaus "normale" familien gibt, dennoch handelt es sich um eine totalitäres system, keineswegs als kirche anerkannt...
im übrigen ist es gut, dass die negativen fälle an die öfentlichkeit getragen werden - egal ob die der zeugen jehovas oder die des ottonormalverbrauchers - denn nur dann kann wirklich was dagegen unternommen werden...
warum wohl gibt es seiten wie www.silentlambs.de? in deinen augen nur für negativschlagzeilen? ich glaube das kaum... ich glaube es ist wirklich nötig vor den zeugen jehovas (und auch vor allen anderen totalitären systemen die unter dem deckmantel der religion agieren) zu warnen und aufklärungsarbeit zu leisten... ich verurteile niemanden der sich, warum auch immer, irgendeiner religion oder pseudoreligion angehörig fühlt und danach lebt; ich verurteile aber jede form von radikalität und extremismus...

bleu de q

Hättest du mal lieber meinen Text gelesen
Ich sage nicht, daß es schlecht ist, daß Negatives an die Öffentlichkeit gerät, ich sage nur, daß es schlecht ist, wenn NUR Negatives berichtet wird. Ich habe hier nur gelesen, daß es zu der Religion der ZJ gehört Kinder zu verprügeln, ihnen eine Gehirnwäsche zu verpassen und ihnen Kontakt mit Angehörigen zu verbieten die nicht dieselbe Meinung haben. Und das stimmt so einfach nicht. Das ist alles was ich gesagt habe. Es geht mir darum fair zu bleiben. Manches war auch nicht nach meinem Sinne deshalb bin ich ja gegangen aber ich sehe das Ganze trotzdem noch objektiv und verdamme nicht alles. Bei Netti kommen viele Probleme glaub ich daher, daß sie eine sehr extreme Familie hat. Ich habe auch nichts gegen Netti gesagt, sondern gegen die Leute die sich nie mit der Materie befasst haben und trotzdem meinen ein Urteil abgeben zu können.

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13. Januar 2005 um 12:25
In Antwort auf zowie_12530744

Einen Unterschied macht natürlich
auch, ob beide Elternteile ZJ sind, und wie engagiert sie dort sind. Ist ein Elternteil kein ZJ, wird oft lockerer erzogen.

Die Ältesten (so nennt man quasi die Pastoren der ZJ) sind nicht gerade tolerant. Und mein Vater war einer der Ältesten.

Deshalb habe ich vielleicht auch andere Erfahrungen gemacht als Du.

Ich versuche mit allen Mitteln den Kontakt zu halten. Leider arbeitet meine Familie mit sehr harten Bandagen. Heute erhielt ich einen Anruf vom Heim, ob es richtig wäre, daß meine Schwester den Besuchstermin am Montag für mich übernimmt. Sie hätte erklärt, daß das so mit mir abgesprochen wäre!? Ich dachte mich tritt ein Pferd!!!! Ich habe gar keinen Kontakt mehr zu ihr seid die Kinder im Heim sind. Das ist echt übel. Ich rief daraufhin beim JA an, und erzählte davon. Die Frau sagte, daß meine Schwester auch ihr das erzählt hätte, und sie war davon ausgegangen, daß es stimmte.

Denen ist jedes Mittel Recht!

@gwiwileth24: Du kannst froh sein, so eine tolerante Familie zu haben!!!!

Gruß, Netti

@Netti
Mein Vater ist auch Ältester und meine ganze Familie (Onkel, Tanten, Oma usw.) sind ZJ. Aber sie haben mir echt nie Schwierigkeiten gemacht. Du tust mir echt leid, ich find es kraß wie unterschiedlich Glauben ausgelegt wird. Anscheinend läßt deine Familie wirklich nicht mit sich reden. Vielleicht solltest du sie mal auf die Bibel verweisen wenn sie doch so fromm sind und ihnen mal zeigen, daß sich Lügen nicht so gut mit Frömmigkeit verträgt. Ich wünsch dir viel Glück.

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13. Januar 2005 um 18:08

Alles...
...Teufelspack, Zeugen Jehovas und wie se alle heißen!

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12. Oktober 2005 um 23:20

Keine Verallgemeinerung, aber auch keine VERHARMLOSUNG, bitte!
Hast du dir den Thread von Netti mal genau durchgelesen? Du magst doch nicht ernsthaft behaupten, dass DAS normal ist und keinem Kind schadet!?
Entschuldige Yvonne, aber genau deine Worte werden in der Regel dafür benutzt, um schädigendes Verhalten "im Namen Gottes" zu entschuldigen, d.h. es wird mit dem Finger auf andere "böse" Religionen gezeigt, abgelenkt, relativiert, rationalisiert und verharmlost.
Lies dir bitte Netti's Thread nochmal durch, sie nennt konkrete Situationen und schimpft nicht pauschal auf die Zeugen Jehovas.
Was hat denn der 2. Weltkrieg und Irland mit den Problemen dieser Familie zu tun? Es geht hier um Kinder, die sich nicht selbst schützen können und glücklicherweise jemanden haben, der bereit ist dies für sie zu tun, tut mir leid, aber du trägst hier eher dazu bei, die Vorurteile über die Zeugen Jehovas aufrechtzuerhalten statt sie zu beseitigen.

Grüße
Flinkes Schneckchen

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12. Oktober 2005 um 23:35

Netti, geh nochmal zum Jugendamt!
Ich finde es toll, was du für diese Kinder tust! Und lass dich nicht von einer Mitarbeiterin im Jugendamt beirren, die offensichtlich lieber den Kopf in den Sand steckt statt zu handeln.
Geh da nochmal hin und verlange mit jemand anderem zu sprechen, du hast schon mal erreicht, dass die Kinder aus der Familie rausgekommen sind, der erste Schritt ist getan, lass nicht zu, dass die Kinder vom Regen in die Traufe kommen. Du musst diese Verantwortung nicht alleine tragen, sicher gibt es im Jugendamt kompetente Mitarbeiter, die den Ernst der Lage erkennen und dich unterstützen. Versuche die Lage möglichst ruhig und sachlich im Jugendamt darzustellen, das macht dich glaubwürdig. Spreche nicht von Vermutungen, sondern von Situationen in der Vergangenheit, also Beweisen, die darauf schließen lassen, dass eine "Gefährdung des Kindeswohl" besteht.
Wenn das Jugendamt sich querstellt, wende dich an eine sog. "Erziehungsberatungsstelle", NICHT bei der Gemeinde oder Stadt sondern schau mal, ob du solch eine Stelle bei Caritas oder Diakonie findest, die sind unabhängig und können dich da vielleicht auch unterstützen.
Viel Glück und alles Gute!

Grüße
Flinkes Schneckchen

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