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Zählt nur seine Arbeit?

Letzte Nachricht: 21. September 2021 um 18:38
F
flower2021
17.09.21 um 0:58

Hallo ihr Lieben,


Ich muss mich dringend an Euch wenden, weil ich Meinungen und Rat benötige und hoffe dass ihr mir helfen könnt. Ich versuche eine Kurzfassung hinzubekommen.


Ich war damals in Elternzeit 1 Jahr und anschließend hatte ich Probleme in meinen Beruf zurück zu kommen, da unser Kind damals nicht in die KITA wollte, jegliche Eingewöhnungen sind gescheitert. Ich hatte meinen Arbeitgeber 3 weitere Monate (unbezahlt) vertröstet, mir Urlaub genommen um die Betreuung zu organisieren. Mein Mann arbeitet in Vollzeit und im Schichtdienst. Ich habe mir den Kopf nächtelang zerbrochen wie es für alle Beteiligten am besten wäre. Ich habe meine Schwiegermutter gebeten immer Montags zu kommen, was sie auch tat. Sie wohnt allerdings 250km entfernt und den zweiten Tag in der Woche habe ich mich nach dem Schichtplan meines Mannes angepasst. So arbeitete ich zunächt 16h wöchentlich. Dies habe ich mit dem Personalrat und vielen Tränen durchgeboxt. Mein Mann als Alleinverdiener hätte nicht geklappt, ich wäre komplett abhängig von ihm. Naja, jedenfalls habe ich mich um die Betreuung alleine gekümmert. Irgendwann konnte meine Schwiegermutter nicht mehr und ich hatte keine Idee als dass ich meinen Mann bat sich den Montag frei zu nehmen, was er auch mit murren tat. Kurze Zeit später klappte der nächste Anlauf mit der Kita und unser Kleiner fühlte sich sehr wohl. 


Ich habe mir in den letzen Jahren ein zweites Standbein als Selbstständige schwer erarbeitet. Unser Kleiner ist nunmehr 6 Jahre alt und geht zur Schule. 
Uns war es immer wichtig das unser Kleiner nicht den ganzen Tag fremd betreut wird. Also arbeite ich von morgens bis Mittags als Angestellte, bringe unseren Sohn zur Schule und hole ihn um 13:00 Uhr ab. Meine selbstständige Tätigkeit passe ich den Arbeitszeiten meines Mannes ab. Wenn er nur Frühschicht hat holt er unseren Kleinen ab und ich arbeite an dem Tag bei meinen beiden Tätigkeiten ausserhalb. Ich muss allerdings bei meiner selbstständigen Tätigkeiten 3-4x die Woche je nach Auftrag erscheinen, so kommt es auch mal vor, dass ich bis Nachts arbeite. Also den Kleinen zur Schule bringe, Mittags abhole, Koche, Spiele, Haushalt und Abends arbeite. (Ausserhalb) Was ich damit sagen möchte, ich passe mich komplett den Arbeitszeiten meines Mannes an und das ist teilweise nicht leicht.


Mein Mann möchte nicht mehr im Schichtdienst arbeiten, was ich verständlich finde. Er wollte innerhalb seiner Tätigkeit einen anderen Bereich wo er früh anfängt und früh aufhört, das passte mir auch. Ich sagte ihm dass es mir aber wichtig ist, dass ich zumindest 2x die Woche voll arbeite und er den Kleinen abholt. Er hat sich beworben und wurde auch angenommen in 3 Wochen fängt er bei seiner neuen Tätigkeit an. Ich hatte ihn nochmal gefragt wie seine Arbeitszeiten sind, damit ich bescheid weiss und planen kann. Er sagte er wüsste es nicht. Ich bat ihm seinen Vorgesetzten zu fragen, schließlich betreuen wir gemeinsam unser Kind. Er sagte mal schauen, das würden wir hinkriegen. Das klang für mich persönlich nicht ernst. Er sagte er müsste ja einen Tag 16 Std. arbeiten und hätte dann 2 Tage frei, an welchen Tagen wüsste er nicht. Ich bat ihn nochmals zu fragen, dass er einen Plan hat,weil ich eben auch arbeiten muss. Daraufhin sagte er, er habe eine schlechte Nachricht in 3 Monaten müsste er wegen der neuen Tätigkeit für 14 Wochen in eine andere Stadt. Ich fragte ihn wie er sich das alles vorstellt? Wie ich meiner Arbeit nachgehen soll. Das würden wir ja dann sehen…Er müsste da erstmal anfangen. Jedenfalls will er sich noch erkundigen wie die Arbeitszeiten sind. 


Mir kommt es vor als ob ihn meine Tätigkeit nicht interessiert und ich alleine für die Betreuung zuständig bin und zusehen muss wie ich das bewältige. Ich bin mir sicher dass er nicht fragen wird wie seine Arbeitszeiten sind, sondern es mir an seinem ersten Tag erzählen wird, sodass ich dann nicht mehr planen kann. Ich warte jetzt dass es er mir rechtzeitig bescheid gibt, habe es ja mehrmals gesagt.


Ich finde es nicht in Ordnung, dass mein Mann nur an seine Arbeit denkt und nicht an meine und ich habe wirklich die Befürchtung dass er mir einfach am ersten Arbeitstag sagen wird, dass er erstmal keine Zeit hat. 


Er hat sich nie sonderlich darum gekümmert bzw. den Kopf zerbrochen, wie wir es als Familie mit der Betreuung lösen können, ich musste es immer machen. Hätte ich es nicht gemacht dann würde ich nie dahin kommen wo ich jetzt bin. Eine schulische Nachmittagsbetreuung würde zeitlich nicht gehen, da ich bis 19:00 Uhr eine Betreuung benötigen würde


Entschuldigt für den langen Text. 
Wie ist es bei Euch beruflich? Teilt ihr euch die Betreuung? Müsst ihr euch anpassen? Seid ihr alleine mit der Organisation der Kinderbetreuung?
 

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S
spectru
21.09.21 um 18:38

Ich denke Du solltest mit Deinem Mann nicht nur über seine Arbeitszeiten sprechen. Sondern auch über Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ich weiss nicht, aber vielleicht hätte er gerne, wenn Du Dich als Vollzeitmami auf Dein Kind und auf Dich besinnen könntest. Hast Du ihn das mal gefragt und weisst, was er tatsächlich wünscht? Kann er Dir gegenüber auch zu seinen derartigen Wünschen stehen?

Damit will ich keineswegs sagen, dass Du tun musst, was er wünscht. Aber ihr seid in Eurer Ehe zusammen ein Team. Wenn ihr beide etwas anderes wollt, dann wäre dies das zugrundeliegende Problem. Grösser noch als Deine Unkenntnisse über seine Arbeitszeiten.
Ihr müsst Euch in dieser Sache finden, so dass es für Dich und für ihn stimmt. Wenn nötig halt ein Kompromiss. Übrigens sollte dieser Kompromiss bzw. Euer Plan gar Zeit für Euch beinhalten. Selbst wenn es nur für ein paar Stunden pro Woche ist, in denen es nur Euch beide gibt...

Mir scheint es so, dass ihr aktuell so damit umgeht, dass Du Familie und Beruf willst. Er überlässt das alles Dir völlig frei, jedoch auch nur so weit wie Du psychisch und physisch die Extrameile imstande bist, selbst zu gehen. Das scheint nun nobel von Dir, dass Du das machst. Jedoch unterschätze nicht der Wille des Mannes eine Partnerin zu haben die nicht durchgestresst ist.

Du scheinst gut oder mindestens geduldig damit umzugehen. Dennoch machst Du den Eindruck, mehr Verantwortung von Deinem Partner abzuverlangen (insbesondere bezüglich Kinderbetreuung). Vergiss aber nie die enge Verknüpfung von Verantwortung mit der Entscheidung.

Er als Alleinverdiener... ich weiss nicht, ob das finanziell gehen würde? Jedoch was Deine Abhängigkeit betrifft, das sehe ich jeweils nicht so einseitig. Ich verstehe nicht woher diese Angst kommt, dass der Mann zum Tyrannen werden soll. Nun woher diese Angst kommt, ist egal. Aber ist sie real für Dich? Oder ist das nur was uns allen bzw. Dir eingeredet wird?
Ist es vorstellbar, dass aus Deinem Mann ein Tyrann wird? Viel eher ist das Übernehmen und Tragen von Verantwortung gebunden an ein erfülltes Leben. Daher sehe ich das nicht einseitig. Nur Du und Euer Kind können wirklich bedeutsam sein für Dein Mann. Sieh auch die emotionale Abhängigkeit von ihm.

Schon klar, dass Du nun nicht morgen Deine Selbständigkeit aufgeben willst. Ich will auch nicht sagen, dass nur darin die Lösung besteht. Eine Lösung könnt ihr nur für Euch gemeinsam finden. Ich rate aber dazu, lass ihn vermehrt teilhaben an Entscheidungen (z.B. über Familie und Beruf), damit an der Verantwortung (Betreuung / Finanziell) und damit dann auch an der ganzen Bedeutung, welche Euer gemeinsames Kind für Euch hat.

Nun wurde Dir für ein paar Tage hier nichts geschrieben... Weisst Du schon mehr zu den Arbeitszeiten Deines Mannes?

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