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Woraus lasse ich mich da nur ein?

3. Mai 2015 um 19:55

Hey Leute...
ich brauche dringend Rat. Meine Freunde und Familie kann ich bei dem Thema gar nicht fragen, weil die sofort sagen würden, ich solle Schluss machen. Aber so einfach ist das eben nicht. Ich (25) bin nun seit über 3 Jahren mit meinem Freund (32) zusammen und muss dazu sagen, dass das meine erste Beziehung ist.
Mein Freund wurde von seinen Eltern leider sehr altmodisch erzogen und von Anfang an war er der Meinung, dass ich nicht arbeiten müsse, sondern gerne zuhause Hausfrau spielen könne. Dafür würde er eben das Geld nach Hause bringen. Jetzt ist es nun mal so: ich habe Abitur und eigentlich auch vor, mich stets weiterzubilden. Habe eine abgeschlossene Ausbildung und eventuell würde ich gerne mal ins Ausland oder 4 Semester in einer anderen Stadt studieren. Aber er plant seit wir zusammen sind schon fest unsere gemeinsame Zukunft und dadurch, dass er ja schon etwas älter ist, hat er es umso eiliger damit, endlich sesshaft zu werden und Kinder zu kriegen. Und ich glaube schon, dass ich auch Kinder haben möchte, bin aber noch nicht an dem Punkt, wo ich darüber nachdenken möchte, da ich vorhabe, selber erst mal zu leben und mich "auszutoben". Er hatte das ja alles schon. Aber ich nicht (er ist mein erster Freund und davor habe ich bei den Eltern gelebt und hatte nie viel erlebt). Jetzt fühle ich mich aber schon lange so, als hätte ich mit dieser Beziehung mich auf eine komplett vorgeplante Zukunft eingelassen, von der ich noch nicht mal weiß, ob ich sie will! Ich weiß aber nur, dass ich mich nicht als Hausfrau und Mutter alleine sehe. Ich sage ja nicht, dass ich das schlimm finde, wenn andere darin aufgehen. Aber ich weiß eben, dass ich da anders bin.
Ich schilder euch einfach mal eine Situation, die sich gestern zugetragen hat. Hatte gestern den ganzen Tag zu tun, habe die Wohnung geputzt, eingekauft etc. und dann Essen gemacht. Als er fragte, was es denn zum Essen gibt, meinte ich, ich probiere etwas Neues aus. Als er die Zutatenliste gesehen hatte, war sein erster Kommentar "das klingt ja wie das, was meine Mutter immer macht". (ihr müsst wissen, seine Mutter ist Köchin/Hausfrau und Mutter mit Leib und Seele). Gut, alles harmlos. Dann war das Essen fertig und er machte den ersten Bisschen und meinte "also das von meiner Mutter schmeckt besser". Gut, ich habe nichts gesagt (habe eineinhalb Stunden in der Küche gestanden und gekocht -.-). Danach noch einmal: "du musst meine Mutter mal fragen, wie sie das macht". Und dann meinte ich mittendrin, dass ich denke, ein Gewürz fehle noch und er kam wieder an und sagte "also das von meiner Mutter schmeckt wirklich besser". Dabei hatte ich ja nicht mal das gleiche gekocht, es waren eben nur ähnliche Zutaten! Und da meinte ich dann zu ihm, ob er nicht einen Satz bilden könne, der nicht mit "meine Mutter" anfängt. Dann ist er plötzlich richtig wütend geworden, wieso ich mich so anstelle und nicht einfach den Hinweis so annehmen könnte, wie er gemeint war und dass er ja nur ehrlich sein wollte. Und dass es doch viel einfacher wäre, das nächste Mal seine Mutter zu fragen, anstatt im Internet nach Rezepten zu googeln. Und da sagte ich dann, dass er sich damit abfinden müsse, dass ich niemals so kochen können werde wie seine Mutter. Was dann das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Ich sei ja nur stur und trotzig und könne das locker alles lernen. Worauf ich dann wieder sagte, dass ich das vielleicht schon lernen KÖNNTE. Aber dass ich das gar nicht wolle, da ich niemals so sein würde wie seine Mutter und jeden Tag perfekte 3-Gänge-Menüs auf den Tisch zaubern würde!!! Dann fragte er, wie ich mir das dann vorstelle, ob die Kinder und er in Zukunft an Knochen rumknabbern sollen. ????!!! Wir haben ja noch nicht mal Kinder, aber ständig zieht er die imaginären Kinder mit rein xD Was für eine Mutter ich denn meinen Kindern mal sein möchte, ob ich nur arbeiten gehen wolle und die Kinder dann in Kindertagesstätten abschieben wolle etc.
Auf sowas mein ich dann immer, wieso ich denn allein dafür verantwortlich sein soll. Dann meint er plötzlich, wir könnens gerne so machen, dass er zuhause bleibt und ich dann das Geld verdiene. Aber ich will das doch noch gar nicht so genau planen! Ich fange gerade erst einen neuen Job an und überlege eben noch, ob ich ein Studium dranhängen möchte etc. Aber mittlerweile fühle ich mich für alles zu alt. Mir kommt es vor, als hätte ich meine einzige Chance, mein Leben zu leben (und zwar bevor ich in der Beziehung war) verpasst. Mein Partner ist in dem Sinne keine BEreicherung für mein Leben, sondern ein Hindernis. Und ich rede jetzt nicht von sexuell austoben. Sondern generell Dinge erleben und Spaß haben. Denn wenn es nach ihm ginge, sollte ich etwa in einem Jahr schwanger werden. Und dann ist doch eh alles vorbei oder nicht? Aber ich kann es ihm ja auch nicht verdenken, dass er jetzt mal konkrete Pläne haben möchte, weil er ja doch schon etwas älter ist. Und ich denke, ich darf ihn auch nicht hinhalten, denn damit stehle ich ihm ja noch mehr Zeit. Und ab 35 will ein Mann dann spätestens auch mal Kinder haben...
Aber ich fühle mich so in die Enge getrieben. Ich hätte gerne mehr Offenheit und nicht alles so verplant. Aber er meint immer, wenn man nicht plant, dann passiert eben gar nichts. Mag ja sein. Ich leg mich eben nicht so gerne fest... Und ich sehe das eben jetzt schon, dass wir als Pärchen wahnsinnig wenig unternehmen, weil immer nur gespart wird und dies und das können wir uns nicht leisten. Er spart eben schon ordentlich für eine Familie. Aber ich denke mir, dass ich dann VOR der Familie nichts erleben werde und danach dann erst rehct nicht. Versteht mich nicht falsch, ich bin keine Geldverschwenderin. Aber seit wir zusammen sind, waren wir vielleicht 10 Mal beim Essen, 10 Mal im Kino und 10 Mal in irgendwelchen Bars oder sonst wo weg. Dafür hatten wir halt auch schöne Urlaube. Aber trotzdem meine ich, dass unser Alltag von Anfang an viel zu sehr Alltag war und dass wir kaum etwas außer Haus unternehmen.
Er ist halt wirklich ein sehr lieber Kerl und ein Mensch mit dem Herz am rechten Fleck. Aber diese altmodische Denkweise, die er von seinen Eltern mitbekommen hat, hat er eben genauso übernommen und ich weiß nicht, ob ich damit jemals klarkommen werde, denn jedes Mal, wenn eine derartige Bemerkung von wegen "das musst du aber als Hausfrau mal können" kommt, möchte ich am liebsten das Weite suchen!
Was denkt ihr? Bitte alle Meinungen, auch wenn sie noch so hart sind und ihr euch über mich aufregt oder sonst wie...

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3. Mai 2015 um 21:13

Hi
ich war in einer sehr, sehr ähnlichen Situation. Ich war 20, er 32 und er hatte von Anfang an alles für uns verplant. Leider ließ ich mich darauf auch noch ein und so war ich ganz schnell (mit immerhin 22), Hausfrau und Mutter und hatte bis dato noch nichts erlebt, keine Ausbildung, gar nichts.

Ich war irgendwann so am Boden, so unausgefüllt, unglücklich und eingesperrt, dass ich mich mit einem Rundumschlag von ihm befreite. Meine Tochter möchte ich natürlich nicht rückgängig machen, sie ist das Beste, was mir passieren konnte, aber mir kommen doch oft die Gedanken, dass ich mehr hätte auf meine eigenen Bedürfnisse schauen müssen, als ihm seinen Wunsch von einer Hausfrau und Mutter seiner Kinder zu erfüllen.

Jetzt bin ich 27 und mache endlich mein eigenes Ding.

Du wirst es bereuen, wenn du jetzt nicht tust, was du gerne tun würdest... wenn du nichts erlebst, neue Leute kennen lernst, arbeitest, dir deine Wünsche und Träume erfüllst!

Und du darfst nicht vergessen, dass, solltest du Kinder bekommen, sie nur so glücklich werden können, wie du es bist.

Viel Glück!

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3. Mai 2015 um 21:32

Mit dem Kerl hast du keine Zukunft!
Ihr habt einfach zu unterschiedliche Vorstellungen von eurem zukünftigen Leben. Lass dir von ihm nicht dein Leben bestimmen!

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3. Mai 2015 um 22:39

...
Danke für eure Antworten...
@ Lana: du hast Recht, er ist tatsächlich kein Deutscher.

Ich denke, mein Verstand sagt mir auch, dass ich das nicht weiterverfolgen sollte... aber ich bring es einfach nicht übers Herz
Wie gesagt, er ist an sich ein lieber Mensch, aber die Vorstellungen von einem gemeinsamen Leben gehen dann doch auseinander...
Dabei sagt er halt immer, dass viele Menschen heutzutage (und damit meint er wohl vor allem Deutsche) mittlerweile nur noch auf sich selber schauen und ihnen Familie ganz unwichtig ist. Es geht nur noch um Karriere und Geld und Spaß. Keiner will sich mehr festlegen auf irgendwas. Und irgendwie könnte er damit ja auch Recht haben... Oder? Oder hat er mir das nur schon zu lange eingeredet?? Auf der einen Seite finde ich es ja schön, wie wichtig ihm seine Familie ist, aber auf der anderen Seite steht das schon sehr im Weg. Und an diese Kommentare aus dem vorletzten Jahrhundert, dass Frauen dies und das zu tun haben, kann ich mich eben nie gewöhnen...

Danke euch, dass ihr eure Erfahrungen und Tipps mitgeteilt habt!!

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