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Wo fängt Untreue an

3. Juni 2013 um 13:17 Letzte Antwort: 7. Juni 2013 um 0:23

Ich habe lange nicht verstanden, warum manche Leute fremdgehen. Ich habe mir auch nie wirklich Gedanken darum gemacht.
Heute weiß ich, dass die schlimmste Untreue eigentlich nur die Untreue gegen sich selbst sein kann. Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass am Wichtigsten überhaupt die Treue zu sich selbst sein muß.
Liebt man einen Menschen, dann hofft man, dass derjenige das auch tut. Was, wenn aber der zweite Liebe ganz anders definiert? Was, wenn man dahinter kommt, dass der andere ganz etwas anderes unter Liebe versteht als man selbst?
Ich z. B. bin der Meinung, dass es einfach sein muß, wenn man liebt, dass es nicht schwer fallen darf, etwas für den anderen zu tun. Viele, ist auch mehrfach hier zu lesen, finden es jedoch wichtig "an der Beziehung zu arbeiten", finden es wichtig "Kompromisse zu treffen". Was, wenn es für den einen selbstverständlich wird, dass der andere an der Beziehung arbeitet und dass der andere Kompromisse macht? Was, wenn einer von beiden zu bequem wird, an der Beziehung zu arbeiten? Ist das nicht auch schon Untreue? Betrügt man nicht auch schon den Partner, wenn man sich denkt der andere wird schon einlenken?
Liebe sollte nicht zur Schwerarbeit ausarten, sie sollte beflügeln, sie sollte sich leicht anfühlen und sie sollte sich gut anfühlen. Sie sollte Dir einfach auch erlauben, einfach nur Du selbst zu sein, Dich für nichts entschuldigen zu müssen, Dich besser zu fühlen und Dir nicht abverlangen, auf etwas verzichten zu müssen. Sie sollte es Dir ermöglichen Dir selbst treu zu bleiben, egal welche moralische Einstellung Du auch hast.
Es gibt keine Besitzansprüche in einer gleichwertigen Partnerschaft. Besitzdenken hat mit Liebe überhaupt nichts zu tun und soll es auch nicht haben. Ich kann auch nicht versprechen, was ich in ein paar Jahren fühle oder denke, ich kann es immer nur für den Augenblick garantieren, also ist es eigentlich nicht richtig "ewige" Liebe und Treue zu versprechen.
Also sucht es euch aus, wo die Untreue anfängt. Ich sage, wenn man verspricht etwas zu tun oder auch nicht zu tun in Zukunft, wo man heute noch nicht mal weiß, wie man zu dieser Zeit fühlt, dann ist das der Anfang von Untreue zu sich selbst.
Liebe Grüße
Alex

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5. Juni 2013 um 7:17

Ja schon, aber ...
Sicher muß es ab un zu Kompromisse geben, sicherlich auch Tolereanz, aber es darf sich keiner von beiden selbst verlieren.
Was wenn immer Du diejenige bist, die wartet, darauf, dass er vom Rechner weggeht und was wenn er es doch nicht tut, weil er es für selbstverständlich haltet, dass Du darauf wartest bis er am Rechner fertig ist?
Und was passiert, wenn Du dann nicht mehr kuscheln willst, weil Du was anderes tust? Was wenn es dann immer seltener dazu kommt, dass er mit Dir kuschelt, weil eben der Rechner wichtiger wird?
Es sollte auch mal umgekehrt sein, dass der Rechner wartet bis Dein Bedürfnis nach kuscheln gestillt ist.
Es sollten die Bedürfnisse beider gestillt werden und das dürfte auch nicht schwer fallen, wenn beide das Gleiche unter Liebe verstehen.

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7. Juni 2013 um 0:23

Ich sehe das folgendermaßen...
Ich denke, grundsätzlich, kann jeder Mensch der richtige Partner sein. Es kommt eben immer darauf an, wieviele Kompromisse man eingehen möchte. Beziehungen sind Entscheidungen die man trifft. Natürlich gehört auch eine Menge Arbeit dazu, aber dasgrößte Problem oder Hinderniss, ist man immer selbst. Behandelt man den Partner so, wie man selbst gerne behandelt werden möchte, und kommt das gleiche zurück, hat man sehr viel Glück gehabt. Ist dem nicht so, sollte die Suche vielleicht besser weitergehen, bevor man sich selbst untreu wird und solange verbiegt, bis es passt.

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