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Wo fängt fremde gehen an?

10. September 2009 um 2:47

Hallo alle zusammen,

jetzt stöbere ich hier schon eine ganze Weile durch dieses Forum und lese den einen oder anderen Beitrag...
Immer wieder lese ich von fremd gehen und Geschlechtsverkehr mit anderen?
Und immer wieder stelle ich mir die Frage wo fängt fremd gehen denn an? Bereits in dem Moment, wo man merkt, dass man sich in jemanden anderes verliebt und starke Gefühle entwickelt. Oder auch vielleicht erst, wenn erste Zärtlichkeiten und intensive Küsse ausgetauscht werden oder sogar erst beim Sex?

Also ich persönlich finde es ja ne intensive Knutscherei fast emotionaler und bedrohlicher als manchen Sex.

Was meint ihr dazu? Wo ist eure Grenze?

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10. September 2009 um 13:30

Mmmmhhh
ja klar ich kann Sex mit Fremden auch vom Sex mit meinem Partner unterscheiden... Aber trotz allem bin ich doch, wenn ich mit wem anders knutsche oder sex habe schon fremd gegangen, oder? Egal ob da im Moment die Gefühle für meinen Partner stärker sind oder nicht...

Gut das kommt sicher auch immer auf die Beziehung an. Ich meine wenn beide sich einig sind, dass man die Sexualität auch mit anderen ausleben darf so lange keine Gefühle im Spiel sind, dann ist das ja in Ordnung.
Leider habe ich noch nie nen Mann getroffen, der dem gegenüber tolerant ist. Ich denke, wenn das klar ist, wäre auch für manchen der Reiz vielleicht auch gar nicht so groß, oder?

LG sunny

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14. September 2009 um 1:33

Archaisch
also zunächst mal ist es schön, hier auch auf Frauen zu treffen, die Sex von Liebe trennen können. Manchmal habe ich in diesem Forum das Gefühl, diesbezüglich allein im Universum zu sein.

Wenn man das hier alles so liest, dann sind die Parameter für "fremd gehen" schon sehr unterschiedlich und individuell gesteckt. Es gibt in diesem Forum schon auch Frauen, die fühlen sich hintergangen, weil ihr Partner Pornos anguckt....
Viele Frauen haben tatsächlich das Gefühl, fremd zu gehen, weil sie sich in einen anderen Mann verliebt haben. Männern käme das, glaube ich, weniger in den Sinn.

Gesellschaftlich gesehen werden körperliche, sexuelle Handlungen am einhelligsten als "fremd gehen" anerkannt. Es geht nicht um das Gefühl oder um Liebe. Weil Gefühl und Liebe ohne Sex keine Kuckuckskinder erzeugen. Auch über Küsse wird daher noch recht großzügig hinweggesehen.

Unter "fremd gehen" wird alles subsummiert, was "fremde" Kinder erzeugen kann, denn jeder Mann will seine eigenen Gene weitergeben und nicht die Gene eines anderen durchfüttern.
Auch Frauen haben kein Interesse daran, dass "ihr" Mann seine Gene noch woanders streut, denn das schmälert die Aufmerksamkeit, die er ihrer "Brut" und damit ihr schenkt.
Dennoch haben beide ein von der Natur gegebenes Interesse daran, den Genpool so gut es geht zu mischen. Deshalb gab und wird es das "fremd gehen" immer geben. Das ist durchaus archaisch, aber wir sind in unserem Denken und Handeln immer noch zu über 50% von diesen archaischen Mustern bestimmt.

Viele Grüße, Jane

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14. September 2009 um 10:42

Unbewusstes Verhalten
Jeder definiert "fremd gehen" ein Stück weit anders für sich. Das habe ich auch eingangs erwähnt. Versucht habe ich, eine allgemeine, gesellschaftliche Sichtweise aufzuzeigen und die Gründe dafür.

Weißt du, auch wenn du damals, als es anfing, für dich das Gefühl hattest, deiner Ehefrau fremd zu gehen, obwohl noch gar nichts sexuell passiert ist, dann ist das so. Da gibt es nichts weg zu reden. Aber die Allgemeinheit interessiert dein Seelenleben an dieser Stelle nicht, verstehst du? Das ist deine ureigene Angelegenheit. Nach dem Motto: "Gedanken sind frei", kann man auch sagen "Gefühle sind frei".
Gesellschaftlich interessant und relevant sind deine Handlungen.

Aber die Frage ist: zählt das gesellschaftliche Urteil - oder das eigene? Und an dieser Stelle würde ich sagen: das eigene!
Deshalb zählt auch nur, dass du deiner geliebten Frau treu bist und dich als Fremdgeher fühlen würdest, wenn du mit deiner Ehefrau schlafen würdest. In gesellschaftlichen Augen siehts genau anders herum aus. Da für dich in dieser Hinsicht dein Urteil zählt, hast du auch kein schlechtes Gewissen.

Nicht jeder Mensch geht fremd, weder emotional noch körperlich. Es gibt genügend Menschen, Männer und Frauen, die es nicht tun. Aus den unterschiedlichsten Gründen.
Nichtsdestotrotz sind unsere Handlungen - unbewusst - archaischen Mustern geschuldet.

Natürlich sind sie unbewusst. Keinem Mann ist rational bewusst, dass es um das Streuen des Genpools geht, wenn ihn fremde Haut anmacht. Kinder will beim fremd gehen keiner zeugen. Der Grund für den Trieb unterliegt nicht unserer Ratio.
Kaum jemandem ist z. B. im Augenblick X bewusst, dass das ureigene Motiv für Sex ausschließlich die Fortpflanzung ist. Was tut der Mensch nicht alles, um genau dieses Resultat zu verhindern - aber vermeidet er deshalb Sex? Nein. Wieder: der Grund für den Sexualtrieb unterliegt nicht unserer Ratio. Der Trieb treibt unser Handeln, aber wo dieser Trieb herkommt, hinterfragt niemand rational, weil er dafür zu stark ist. Das hat die Natur schon ganz geschickt ausgeklügelt.
Es wäre daher sehr eigenartig, wenn du dir über den Genpool Gedanken gemacht hättest.

Liebe Grüße und eine schöne Woche, Jane

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15. September 2009 um 18:58

Ansichtssache
Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, daß für jeden Menschen "fremdgehen" was anderes ist.
Mein Ex hat mich z.B. auch betrogen. Für mich war es nicht so schlimm, daß er mit ihr im Bett war. Schlimm war, daß er mit ihr an den See zum Schwimmen gefahren ist. Das hat er mit mir nie gemacht. Schlimm war natürlich auch, daß er mich angelogen hat als ich ihn auf den Sex mit ihr angesprochen habe.

Für mache Menschen ist es auch schon fremdgehen wenn der Partner mit jemand anderen in das Lieblingsrestaurant geht. Wäre für mich persönlich auch schlimmer als wenn es "nur" um Sex geht.

Ich denke, daß heut zu Tage für viele Menschen das rein körperliche gar nicht mehr so schlimm ist wie es das vor einigen Jahren noch war. Die emotionale Kiste ist doch noch ne nen Tick härter.

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