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Wir sind so verschieden

9. Juni 2009 um 14:08

Wir sind verschieden wie Tag und Nacht
Vor einem Jahr haben mein Freund (32) und ich (28) und sehr schnell ineinander verliebt. Wir trafen uns ein paar mal, unternahmen ruhige Sachen wie kochen, spazierengehen, labern etc., und wenn ich an diese Zeit zurueckdenke, koennte ich heulen, weil es so schoen war: von beiden Seiten war so eine Uebereinstimmung und Sympathie vorhanden, die gar nicht ausgesprochen warden musste, um gespuert zu werden.
Zum Kernproblem: mein Freund und ich sind in bestimmten Bereichen GRUNDVERSCHIEDEN. Wobei ich glaube, dass man von Beginn an sehen konnte, wie ich so drauf bin (ruhig, intellektuell, lustig, sehr sensibel).
Bei ihm hingegen konnte man das nicht sehen: vom Aeusseren her ein kleiner Intellektueller, ein Sensibelchen, auch vom Verhalten her anfangs sehr ruhig, wurde ich nach und nach enttaeuscht: er hat in seinem ganzen Leben sicher noch nie freiweillig ein normales Buch gelesen, fuer spirituelle oder philosophische Fragen hat er gar nichts uebrg (im Gegensatz zu mir, ich hab sowas studiert). Er interessiert sich stark fuer Autos (was ich anfangs nie vermutet haette!) und jegliche Art von Sport: wenn er von der Arbeit heimkommt, wird immer der Sportsender angemacht und GLEICHZEITIG im Internet noch Boxen oder Aehnliches geguckt. Er selbst liebt es, Sport zu treiben und Dinge zu erleben/konsumieren. Und hier ist ein Riesenunterschied zwischen uns: ich liebe und brauche die Stille/Kontemplation,/Schau nach innen (kann aber auch ganz schoen quirlig sein, so ist es nicht), ich verstehe halt nicht, wie man sich staendig nur so hirnlos mit tausend Reizen zubombardieren kann ohne EINMAL das Beduerfnis nach mehr zu haben.
Zudem hat er eine extreme Vergangenheit hinter sich: mit 14 begann er mit psychedelischen Drogen, das ging so bis vielleicht 23 schaetz ich, dann wurde er vermutlich deswegen- schwer krank (Querschnittslaehmung), aber auch in dieser Zeit hatte er NIE das Beduerfnis nach was Tieferem, er ist halt der 100%ige Verdraenger- und ich bin die 100%ige Labertasche, die einfach ALLES analysiert und verstehen will, weil sie sich sonst unwohl fuehlt.
Ich wuerde halt so gern meine Begeisterung und tiefen gefuehle teilen, die ich fuer Musik, Natur oder Literatur hab, aber er versteht das halt nicht. Ich hab ihm ein voll romantisches Lied geschrieben und ihm die Aufnahme geschenkt, viel mehr als ein schwaches ach, das ist ja schoen! kam da nicht.
Das krasse ist halt, das ser so ganz ganz anders nach aussen wirkt: sehr sehr ruhig und brav. Er hat gesagt, das ser das schon oefter zu hoeren bekommen hat, dass die Leute ja nie gedacht haetten wie er so drauf ist, wenn er auf einer Party ist: dann ist er ploetzlich superlaut, will nur noch mit den tollen coolen Leuten zu tun haben und kippt nur in sich rein, dann ist er voller Enthusiasmus-den ich lieber sehen wuerde, wenn ich ein Liebeslied fuer ihn schreibe: da bleiben seine Augen aber leer. Er dreht halt richtig auf, wenn es Action gibt: krassen Sport, Alkohol, Parties. Dazu muss ich sagen, das ser sich mir total anpasst und sagt, er selber haette Lust auf ein ruhiges Leben und das ser sogar denkt, mit einer Partymaus wuerde es nicht klappen. Er lebt jetzt sehr ruhig mit mir, dennoch bin ich aber extreme verunsichert: er ist so anders, als ich es dachte, und ich wuerde so gerne so viele schoene Gedanken und Empfindungen mit ihm teilen, fuer die er einfach nicht viel uebrig hat. Das ist, als spraechen wir eine andere Sprache.
Er ist aber ein guter Kerl, zwar ein bisschen faul, wenn es sein muss sehr egoistisch und bisweilen unglaublich aggressiv (wenn man ihn verletzt).
Letztens meinte er in einem Streit das einzige, was wir doch gemeinsam haben, sind unsere Streits, ich glaube deswegen straiten wir so viel, wir haben uns einfach nichts zu sagen, wir haben nichts gemeinsam. Kawumm! Keiner von uns traut sich aber, sich die Enttaeuschung zuzugestehen. Dazu kommt auch, das ser von seiner Seite aus mit mir voll zufrieden ist, ICH habe das Problem mit seinem frueheren Lebenswandel (Drogen, Party, sehr frueh Sex etc.) und mit seiner inneren Welt, die so schnell zu befriedigen ist, was ich ziemlich oberflaechlich und hohl finde. Wenn ich aber sage, dass ich es oberflaechlich finde, wie er ist (immer nur KONSUMIEREN: fernsehen, teurer Sport, tolles Essen), statt mal was PRODUZIEREN (lessen/denken/Horizont erweitern), dann gehen aber alle Lichter aus: dann wird er hyperaggressiv. Aber was soll ich machen? Es IST oberflaechlich, wie er mit dem Leben umgeht. Und: das alles tut er nicht, wie jetzt vielleicht viele vermuten wuerden, weil er was verdraengen will, sondern er ist wirklich so: er hatte nie in seinem Leben irgendeine Krise, hatte Erfolg bei den Maedchen, viele tolle Freunde, Eltern, die ihn bedingungslos angenommen haben.bei mir koennte man all das gerade herum drehen, dann wuerde es stimmen: Krise nach Krise, Mobbing, ganz spaet den ersten Freund, zu Party keine Lust, Eltern lehnten mich total ab..
Nein, er HAT tatsaechlich kein Beduerfnis nach mehr. Ich finde diese Exzessivitaet (extremer Alkohol/Drogenkonsum) einfach total hirnlos und wuerde sagen wers noetig hat.- das Problem ist aber: hier geht es um meinen FREUND, und das ganze belastet mich sehr.
Dazu muss ich sagen, dass ich natuerlich auch gern mit Freunden einen schoenen und lustigen Abend habe, bisschen was trinken, tanze gern etc., aber auf keinen Fall exzessiv. Ich find das einfach nur HIRNLOS, sinnlos, was anderes faellt mir nicht ein, und das GIBT mir einfach nichts. Alle 2 Monate einmal ausgehen reicht mir voll und ganz. Durch diese ganze Geschichte da bin ich aber jetzt extreme verunsichert: ich will ihn VERSTEHEN, will NACHVOLLZIEHEN, was ihn bewegt, was in ihm vorgeht, es ist doch der Mann, den ich liebe, und er meint dann immer ganz beleidigt: Da IST aber nicht mehr in mir, ich bin TOTAL HOHL!!!! Und wenn du nach 1 Jahr nicht mehr von mir kennst und denkst ich waere so, dann ist das echt schade! Das Problem ist: er ZEIGT aber nicht das, was da angeblich in ihm sein soll. Seine Augen leuchten, wenn er mit irgendwelchen Idioten, die nur zeigen wollen, wie toll sie Party machen koennen, saufen kann. Wenn ich ihm mal ein Gedicht zeige, was mir Gaensehaut macht, kommt nur ah ja, das is schoen, Gute Nacht. Versteht ihr?? Wir sind vollkommen anders aufgewachsen, er kommt uebrigens aus Amerika, in der Schule kam er nicht mit Literatur etc in Beruehrung und hatte eh nur Parties im Kopf, spaeter studierte er Finanzwesen. Ich bin da halt 180 Grad anders. Was tun???
Kleine Anmerkung: seine Eltern sind bis heute beide Alkoholiker, besonders seine Mutter. Dennoch haben sie aber ihr Leben sehr gut hingegkriegt: sie haben ein gut laufendes Geschaeft und der Sohn war immer das wichtigste. Haben sie ja auch ganz gut hingekriegt, der kriegt sein Leben weitaus besser auf die Reihe als ich. Dennoch hat mich auch das geschockt: die Mutter hat sich fast totgesoffen vor ein paar Jahren, trinkt aber immer noch weiter. Aber mein Freund sagt: fuer ihn waere das dermassen normal gewesen, seine Mutter Zeit seines Lebens jeden Abend sturzbesoffen zu sehen, dass das fuer ihn nie seltsam oder beaengsitend war. Im Gegenteil sagt er, er habe seine Mutter nie schlecht drauf gesehen (keine Ahnung, weshalb saeuft man denn??), die ist halt auch so ne Partytussi, is ueber fuffzig, aber ging mit uns in die Disko, ein Gin nach dem anderen, ziemlich peinlich. Auf jeden Fall war ihr einziger Sohn immer ihr ein und alles, der hat einfach alles bekommen: Zuwendung, Materielles, alles. Er ist ziemlich selbstbewusst, insofern hat die Faru das schon ganz gut hingekriegt. Vielleicht ist das ja auch der grund, warum er so zu Exzessen neigt bzw. Diesem Schwachsinn was abgewinnen kann? Seine Eltern haben es ihm halt als was erstrebenswertes vorgelebt, was was Spass macht, fuer ihn is das nix schockierendes. Noch dazu hat sein vater seine Mutter mehrmals betrogen, zum ersten Mal wohl, als mein Freund so 12 war, aber er sagt, das haette ihm wirklich nichts ausgemacht, er habe das kaum mitgekriegt, seine Eltern haetten nie gestritten.
Ach, diese ganze Exzess-scheisse belastet mich einfach so sehr. Ich find sowas EKLIG. Und seine Mutter ist auch total eklig: spielt die total feine Bonzendame, regt sich ueber meinen simplen Stil zu leben auf, aber wenn sie besoffen ist, schreit sie rum und zeigt den Mittelfinger.das als erwachsene Frau, Hallelujah! Das alles hat mich so aus der Bahn geworfen, und zwar seit einem Jahr: meine Welt ist einfach nicht mehr in Ordnung. Ich dachte immer, der Mann der mich liebt, wuerde sich dafuer interessieren, was ich denke, empfinde, wofuer ich mich interessiere, aber fuer ihn waere es total ok, wenn wir einfach nur in trauter Zweisamkeit eine Fahrradtour machen oder DVDs schauen, zusammen kochen, uns ueber den Alltag unterhalten und das wars. Ich hab voll das Gefuehl, dass das, was da alles ganz tief in mir ist, fuer ihn vollkommen uninteressant ist. Ich muss ihm solche Gespraeche immer regelrecht aufzwaengen.
Wie auch immer, es kommt noch was dazu: seine Ex, mit der er 7 Jahre zusammen war, war genauso drauf wie er, hat noch mehr Drogen genommen, nur Party gemacht, nebenbei noch ein Studium hingelegt, das Genie, und, das schlimmste fuer mich: sie hat innerhalb dieser Studienzeit mit 25 Maennern geschlafen. Danach ist sie ins andere Extrem gerutscht, hat sich wohl sehr dafuer geschaemt und wollte nur noch einne auf brav machen. Ich fuehl mich total unter Druck, weil ich nicht versteh, das ser es ok fand, mit SO EINER zusammen zu sein (das hat ihn nie gekratzt), und ich bin ja das totale Gegenteil: hatte nur 1 Freund vor ihm. Ich fuehlte mich von all dem Scheiss so unter Druck gesetzt, dass ich dachte, ich muesste es gleichtun, um ihn zu verstehen, dachte, ich haette was verpasst und hab mich 3mal bis zur Ohnmacht besoffen, geb ich zu, sehr kindisch und unreif, aber ich muss auch zugeben: ich hab irgendwie allen Halt verloren. Meine ganzen Werte sind irgendwie auf den Kopf gestellt. Ich dachte immer lessen bildet, ich dachte, die Gefuehlswelt sei so interessant, tief und bunt, jetzt werde ich hier mit Konsum jeglicher Art konfrontiert: Alkohol, Sex, Drogen, Parties, Reisen, Gourmet-Essen..Irgendwie, wenn ich erhlich bin, wuerde ich mir so wuenschen, er waere so wie ich..Ich bin einfach staendig nervoes, meine Gedanken drehen sic him Kreis und ich habe meinen ganzen inneren Freiden verloren. Ich bin ja noch verliebt, aber dieser Mann ist ssooooo anders, als ich gedacht hab. Dazu ist er ja kein Monster, sehr intelligent ist er auch, benutzt es aber nur an der Oberflaeche, bzw. Emotional hat er sicher viele Defizite.
Das doofste finde ich noch: er hat diesen Partyscheiss ja nicht aus Verzweiflung oder so gemacht, er fand das einfach supergeil. Hier sind einfach zwei Extreme aufeinandergeprallt, und ich weiss nicht, wie ich meinen Freiden wieder finden kann. Bitte schreibt mir, was ihr denkt!!!! Danke!

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9. Juni 2009 um 14:23

Re
hab ich ja schon, aber meistens fühlt er sich dann schlecht gemacht und wird aggressiv. Es ist überhaupt nicht meine Absicht, ihn zu verurteilen, ich will ihn einfach nur VERSTEHEN; aber er wird immer sauer und aggressiv, sodass ich am Ende immer heulend dasitze und ich mittlerweile lieber in Schweigen hülle, aber so werde ich auch nicht glücklich.

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9. Juni 2009 um 14:39
In Antwort auf cho_12282788

Re
hab ich ja schon, aber meistens fühlt er sich dann schlecht gemacht und wird aggressiv. Es ist überhaupt nicht meine Absicht, ihn zu verurteilen, ich will ihn einfach nur VERSTEHEN; aber er wird immer sauer und aggressiv, sodass ich am Ende immer heulend dasitze und ich mittlerweile lieber in Schweigen hülle, aber so werde ich auch nicht glücklich.

Ganz ehrlich?
Wenn ich deinen Text über eure Beziehung lese, kann ich sein Gefühl schlecht gemacht zu werden ziemlich nachvollziehen.

Du schreibst zum Beispiel: "Aber es ist nunmal oberflächlich, wenn er..." Nein, ist es nicht. Du interpretierst sein Verhalten und bewertest es als oberflächlich, weil du es so kennst und gelernt hast. Aber diese Einschätzung hat keine Allgemeingültigkeit.

Nicht jeder Mensch, der sich nicht für Poesie, Naturromantik, Philosphie etc. interessiert ist deswegen flach und nicht zu sogenannten "tiefen Gefühlen" fähig. Auch Sportfans und Partyfreunde haben Gefühle, die verletzt werden können wenn von der Freundin an der Lebensweise und Denkweise rumgemäkelt wird, ob mans glaubt oder nicht.

Und ich denke er hatte ein SEHR schwieriges Leben, wenn ich nur Alkoholabusus der Eltern höre klingeln bei mir schon sämtliche Alarmglocken. Er hat nur eine total andere Art damit umzugehen als du, und damit hast du offensichtlich große Probleme. Eben weil du so eine Art bisher immer als "oberflächlich" etikettiert hast, und vermutlich wie ich dich vom Schreibstil her einschätze Oberflächlichkeit etwas ist was du verurteilst und womit du dich nicht abfinden kannst.

Das ist dein gutes Recht, aber wenn du deinem Freund wieder näher kommen willst wäre es sicher hilfreich, die eigene Sichtweise auch einmal zu hinterfragen und eventuell bisher gebrauchte Bewertungsmuster überdenken (poetisch/ romatisch/ philosophisch/ introvertiert = gut, sportlich/ extrovertiert/ pragmatisch = schlecht).

Das nur meine schnellen Gedanken dazu..

Grüße und alles Liebe euch beiden,
Mila

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9. Juni 2009 um 14:41

Hallo Lotta
Es muss ja ziemlich in Dir brennen, so viel wie Du schreibst. Im Grunde sagst Du auf viele verschiedene Weisen das selbe: Er ist nicht so, wie Du Dir Deinen Freund wünschst. Und Du leidest sehr darunter, dass er Deine Erwartungen permanent nicht erfüllt. Das kommt ja daher, dass er dies offenbar wirklich nicht kann, selbst wenn er wollte, und dass Du dennoch keinen Schritt von Deinen Idealvorstellungen abweichst. Du bombardierst ihn mit Gedichten und Liedern und fühlst Dich zutiefst verletzt, dass er keinen Zugang für diese Dinge hat. Er wird ihn vermutlich nie bekommen, dass musst Du aber erst noch einsehen, denke ich. Du musst Dir selbst eingestehen, dass Du da mit einem Mann zusammen bist, der Deine Interessen nicht teilt und dem Du keine tiefgründigen Seelengeständnisse entlocken wirst. Es gibt solche Menschen, und Du wirst Dich kaputtmachen wenn Du versuchst, Tiefgründigkeit in ihn reinzuprügeln. Das er so ist wie er ist, bedeutet ja aber keinen Angriff auf Deine Person. Es ist lediglich eine Tatsache und Du bist an der Reihe, Dich zu entscheiden ob Dich seine Defizite nur belasten oder ob Du damit dauerhaft nicht leben kannst.
Für mich stellt sich die Frage, warum Du überhaupt mit ihm zusammen bist. In welche seiner Eigenschaften hast Du Dich verliebt? Was hat Euch am Anfang miteinander verbunden? Könnt ihr zurückfinden zu dieser Basis? Oder habt ihr euch selbst was vorgemacht (oder Du Dir, da er ja zufrieden ist)? Dir dies einzugestehen würde für Dich und Deine Tiefgründigkeit sprechen, die Konsequenzen zu ziehen für Deinen Mut!

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9. Juni 2009 um 14:50
In Antwort auf amika_12466096

Ganz ehrlich?
Wenn ich deinen Text über eure Beziehung lese, kann ich sein Gefühl schlecht gemacht zu werden ziemlich nachvollziehen.

Du schreibst zum Beispiel: "Aber es ist nunmal oberflächlich, wenn er..." Nein, ist es nicht. Du interpretierst sein Verhalten und bewertest es als oberflächlich, weil du es so kennst und gelernt hast. Aber diese Einschätzung hat keine Allgemeingültigkeit.

Nicht jeder Mensch, der sich nicht für Poesie, Naturromantik, Philosphie etc. interessiert ist deswegen flach und nicht zu sogenannten "tiefen Gefühlen" fähig. Auch Sportfans und Partyfreunde haben Gefühle, die verletzt werden können wenn von der Freundin an der Lebensweise und Denkweise rumgemäkelt wird, ob mans glaubt oder nicht.

Und ich denke er hatte ein SEHR schwieriges Leben, wenn ich nur Alkoholabusus der Eltern höre klingeln bei mir schon sämtliche Alarmglocken. Er hat nur eine total andere Art damit umzugehen als du, und damit hast du offensichtlich große Probleme. Eben weil du so eine Art bisher immer als "oberflächlich" etikettiert hast, und vermutlich wie ich dich vom Schreibstil her einschätze Oberflächlichkeit etwas ist was du verurteilst und womit du dich nicht abfinden kannst.

Das ist dein gutes Recht, aber wenn du deinem Freund wieder näher kommen willst wäre es sicher hilfreich, die eigene Sichtweise auch einmal zu hinterfragen und eventuell bisher gebrauchte Bewertungsmuster überdenken (poetisch/ romatisch/ philosophisch/ introvertiert = gut, sportlich/ extrovertiert/ pragmatisch = schlecht).

Das nur meine schnellen Gedanken dazu..

Grüße und alles Liebe euch beiden,
Mila

Naja
ganz so meine ich es nicht. Er ist definitiv oberflächlicher als ich, aber das ist weder "gut" noch schlecht". Er sagt selber dass er keine starken Emotionen hat, dass er keine nuancenreichen Empfindungen hat, wenn er z.B. Musik hört etc. Also, ehrlich gesagt, ist mir aber so jemand lieber, als ein Kunstliebhaber, der ansonsten vielleicht ein kaltes ... ist, gibt es doch alles. Das Problem ist nur: ich würde so gerne meine Empfindungen TEILEN, geteilte Freude ist doch doppelte Freude. So verhallt irgendwie alles im Nichts. Zudem verdrängt er ganz ganz viel, dazu öffne ich aber ein neues Thema (im Forum), da es mich sehr belastet. Wie auch immer: er würde gern für imme rmit mir zusammen bleiben, aber ich VERSTEH es gar nicht so richtig, was er von "einer wie mir" will, er sagte selber, seine letzte Freundin hätte er ausgewählt nach dem kriterium "eine, die gern Party macht", aber er würde eben jetzt mich wollen. Ach herrjeh.
Nochmal, gegen Missverständnisse: ich wäre VIEL luieber so wie er, in vielen Dingen handle ich viel unitelligenter als er (sich selbst mit Grübeleien das leben schwer machen z.B.), ich will ihn gar nicht werten. Oberflächlichkeit halte ich für wichtig, aber ich finde, sie muss irgendwo auf Reflexion gegründet sein, bei ihm war da aber immer nur Fun (sagt er), und was seine Eltern betrifft, er ist hochzufrieden.

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9. Juni 2009 um 15:07

...
Mir fällt zuallererst deine extrem einseitige Sichtweise und deine verzerrte Wahrnehmung auf.
Glaubst du wirklich, es wäre so viel produktiver, Bücher zu wälzen und stundenlang über irgendwelchen Gedankenkonstrukten zu grübeln, als Sport zu treiben und soziale Kontakte zu pflegen?
Das "wahre" Leben sollte daraus bestehen, in Gedichten und Liedern irgendwelche romantischen Dinge zu finden?
Ich verstehe ja irgendwo das Bedürfnis nach mehr, aber was ist denn an deinen Erstrebungen wirklich so auf "mehr" ausgelegt?

"Mehr" bedeutet für mich, nicht nur um sich selbst und seine kleine Welt zu kreisen und sich an seinen Gedanken zu ergötzen, sondern etwas in der richtigen Welt zu bewegen und zu erreichen.
Das kann man durch viele Dinge erreichen, ob in der Medizin, Kunst, Musik, Sport, Literatur, Wissenschaft... ganz egal.

Ich muss mittlerweile einfach gähnen, wenn ich wieder jemanden davon reden höre, wie ach so tiefgründig er doch wäre.
Kaum einer unserer Gedanken ist so einzigartig, dass er nicht schon mal von irgendeinem anderen Menschen gedacht wurde... fast jeder Mensch denkt, seine Wertvorstellung wäre die Wichtigste, seine Probleme die Größten, und seine Emotionen die reinsten und wahrhaftigsten.
Im Endeffekt kann man doch nicht aus seiner Haut und jedes Gegrübel der Welt wird einen nicht glücklich machen, gleich wie einem die totale Betäubung durch Reizüberflutung nicht wirklich glücklich macht, sondern nur betäubt / vom wahren Leben ablenkt.

Du willst einen sensiblen Künstlertypen, dann such dir doch bitte einen Künstlertypen, anstatt einen Menschen, der so wie er ist, vollkommen in Ordnung zu sein scheint, mit dieser Verbiegerei die Zeit zu stehlen, und dir selbst gleich noch mit.
Ihr habt euch gegenseitig so nicht verdient... weder im positiven noch im negativen Sinne.
Es steht keinem von euch zu, den anderen so umzukrempeln bis er eurem Willen entspricht.

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9. Juni 2009 um 15:15
In Antwort auf esterya1

...
Mir fällt zuallererst deine extrem einseitige Sichtweise und deine verzerrte Wahrnehmung auf.
Glaubst du wirklich, es wäre so viel produktiver, Bücher zu wälzen und stundenlang über irgendwelchen Gedankenkonstrukten zu grübeln, als Sport zu treiben und soziale Kontakte zu pflegen?
Das "wahre" Leben sollte daraus bestehen, in Gedichten und Liedern irgendwelche romantischen Dinge zu finden?
Ich verstehe ja irgendwo das Bedürfnis nach mehr, aber was ist denn an deinen Erstrebungen wirklich so auf "mehr" ausgelegt?

"Mehr" bedeutet für mich, nicht nur um sich selbst und seine kleine Welt zu kreisen und sich an seinen Gedanken zu ergötzen, sondern etwas in der richtigen Welt zu bewegen und zu erreichen.
Das kann man durch viele Dinge erreichen, ob in der Medizin, Kunst, Musik, Sport, Literatur, Wissenschaft... ganz egal.

Ich muss mittlerweile einfach gähnen, wenn ich wieder jemanden davon reden höre, wie ach so tiefgründig er doch wäre.
Kaum einer unserer Gedanken ist so einzigartig, dass er nicht schon mal von irgendeinem anderen Menschen gedacht wurde... fast jeder Mensch denkt, seine Wertvorstellung wäre die Wichtigste, seine Probleme die Größten, und seine Emotionen die reinsten und wahrhaftigsten.
Im Endeffekt kann man doch nicht aus seiner Haut und jedes Gegrübel der Welt wird einen nicht glücklich machen, gleich wie einem die totale Betäubung durch Reizüberflutung nicht wirklich glücklich macht, sondern nur betäubt / vom wahren Leben ablenkt.

Du willst einen sensiblen Künstlertypen, dann such dir doch bitte einen Künstlertypen, anstatt einen Menschen, der so wie er ist, vollkommen in Ordnung zu sein scheint, mit dieser Verbiegerei die Zeit zu stehlen, und dir selbst gleich noch mit.
Ihr habt euch gegenseitig so nicht verdient... weder im positiven noch im negativen Sinne.
Es steht keinem von euch zu, den anderen so umzukrempeln bis er eurem Willen entspricht.

Deine Reaktion....
....zeigt dass du mich nicht ganz verstehst (kannst weiter unten meine Antwort dazu lesen). genau wie du bin ich der meinung, dass es eigentlich nur das wichtigste ist, glücklich und gut zu sein mit dem was man macht. ich finde mich weder intelligenter noch besser, als meinen Freund. Er kommt im Leben besser zurecht als ich, und ich hab ihm schon oft gesagt, dass ich wünschte, ich könnte mehr so sein wie er. Aber ich fühl mich halt oft allein in meinen Empfindungen, würde gern getröstet und verstanden werden,aber er versteht mich eben nicht, kann mich nicht nachvollziehen.
Für mich ist es halt eine völlig neue Situation mit jemandem zusammen zu sein, der so empfindungsmässig ganz wenig mit mir teilt. Würd eben gern schöne Empfindungen gern MIT ihm erleben, aber ihm sagt das nix.
Ich verstehe deinen Standpunkt, dass es dir Überdruss bereitet, wenn Menschen sich brüsten wollen, wie tiefgründig sie sind (so etwas ist aber GAR nicht tiefgründig). Versteh mich nicht falsch, ich finde mich in keinster Weise "besser" etc., aber deine leicht aggressive Schreibweise finde ich nicht allzu prickelnd, selbst wenn ich so wäre, wie du es interpretiert hast. Wenn ich wirklich so arrogant wäre, wie du glaubst, solltest du keine Zeile an mich verschwenden, denn solche Menschen kann man nicht ändern- muss man auch nicht.

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9. Juni 2009 um 15:20
In Antwort auf cho_12282788

Naja
ganz so meine ich es nicht. Er ist definitiv oberflächlicher als ich, aber das ist weder "gut" noch schlecht". Er sagt selber dass er keine starken Emotionen hat, dass er keine nuancenreichen Empfindungen hat, wenn er z.B. Musik hört etc. Also, ehrlich gesagt, ist mir aber so jemand lieber, als ein Kunstliebhaber, der ansonsten vielleicht ein kaltes ... ist, gibt es doch alles. Das Problem ist nur: ich würde so gerne meine Empfindungen TEILEN, geteilte Freude ist doch doppelte Freude. So verhallt irgendwie alles im Nichts. Zudem verdrängt er ganz ganz viel, dazu öffne ich aber ein neues Thema (im Forum), da es mich sehr belastet. Wie auch immer: er würde gern für imme rmit mir zusammen bleiben, aber ich VERSTEH es gar nicht so richtig, was er von "einer wie mir" will, er sagte selber, seine letzte Freundin hätte er ausgewählt nach dem kriterium "eine, die gern Party macht", aber er würde eben jetzt mich wollen. Ach herrjeh.
Nochmal, gegen Missverständnisse: ich wäre VIEL luieber so wie er, in vielen Dingen handle ich viel unitelligenter als er (sich selbst mit Grübeleien das leben schwer machen z.B.), ich will ihn gar nicht werten. Oberflächlichkeit halte ich für wichtig, aber ich finde, sie muss irgendwo auf Reflexion gegründet sein, bei ihm war da aber immer nur Fun (sagt er), und was seine Eltern betrifft, er ist hochzufrieden.

Wenn das so ist,
dann denke ich dass du momentan einfach nur verunsichert bist.. weil eben alles so ganz anders ist, als du dir das vorgestellt hattest und es viele Punkte in seinem Leben gibt, die für dich negativ sind. Seine Mutter und ihr Verhalten, seine Ex, sein "Konsumverhalten".. Das halte ich für normal in einer gewissen Phase einer Beziehung, dass eben hinterfragt wird ob man auf Dauer damit leben kann und will, oder eben nicht. Ich denke da wird die Zeit zeigen, wie du damit umgehen kannst.. in einer Beziehung prallen meistens zwei ganz unterschiedliche "Kulturen" aufeinander, und es zeigt sich erst nach vielen Crashs und Zusammenstößen, ob der Weg in eine gemeinsame Richtung führt. Eine schwierige Phase, aber ganz wichtig!

Und dazu noch die Fragen was er von dir will und aus welchen Gründen er mit dir zusammen ist.. solche Gedanken können einen schonmal ganz kirre machen . Mein Rat wäre, sich nur auf ersteres zu konzentrieren, also der Frage ob du auf Dauer mit deinem Freund und seinem Umfeld so wie es ist leben kannst und willst, und die Grübeleien über seine Hintergründe (und am besten noch Vergleiche mit der Ex) total abzublocken. Die werden sowieso zu nichts führen.. glaub ihm doch für den Anfang erstmal, dass er jetzt wirklich etwas ruhiger leben möchte und deine Art schätzt (abgesehen von den Streits die sich daraus ergeben ).

Mein Mann ist auch keiner, der sich für meine tiefen Gedanken und Gefühle interessiert, das kann ich dir sagen.. am Anfang hat mich das auch gestört/irritiert. Aber mittlerweile genieße ich den gemeinsamen Alltag und die gemeinsame "handfeste" Basis die wir haben, und genieße meine feinsinnigen Musik-Erlebnisse eben für mich alleine oder mit Freundinnen. Für mich ist das okay so, weil mir andere Dinge einfach wichtiger sind. Aber das muss jeder für sich selbst herausfinden..

Viel Erfolg dabei!

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9. Juni 2009 um 16:28
In Antwort auf cho_12282788

Deine Reaktion....
....zeigt dass du mich nicht ganz verstehst (kannst weiter unten meine Antwort dazu lesen). genau wie du bin ich der meinung, dass es eigentlich nur das wichtigste ist, glücklich und gut zu sein mit dem was man macht. ich finde mich weder intelligenter noch besser, als meinen Freund. Er kommt im Leben besser zurecht als ich, und ich hab ihm schon oft gesagt, dass ich wünschte, ich könnte mehr so sein wie er. Aber ich fühl mich halt oft allein in meinen Empfindungen, würde gern getröstet und verstanden werden,aber er versteht mich eben nicht, kann mich nicht nachvollziehen.
Für mich ist es halt eine völlig neue Situation mit jemandem zusammen zu sein, der so empfindungsmässig ganz wenig mit mir teilt. Würd eben gern schöne Empfindungen gern MIT ihm erleben, aber ihm sagt das nix.
Ich verstehe deinen Standpunkt, dass es dir Überdruss bereitet, wenn Menschen sich brüsten wollen, wie tiefgründig sie sind (so etwas ist aber GAR nicht tiefgründig). Versteh mich nicht falsch, ich finde mich in keinster Weise "besser" etc., aber deine leicht aggressive Schreibweise finde ich nicht allzu prickelnd, selbst wenn ich so wäre, wie du es interpretiert hast. Wenn ich wirklich so arrogant wäre, wie du glaubst, solltest du keine Zeile an mich verschwenden, denn solche Menschen kann man nicht ändern- muss man auch nicht.

...
Unabhängig davon, wie du nun wirklich bist, bin ich trotzdem der Meinung, dass ihr euch beide so nichts Gutes tut, denn entweder du verbiegst dich bzw. vernachlässigst deine Bedürfnisse, oder er tut es.
Und da wir vermutlich nur ein Leben haben, ist es zu schade dafür, es mit dem Falschen zu verschwenden.

Ein Beziehungsende muss ja nicht zwingend mit Geschirrwerfen, Beschimpfen und verprügeln einhergehen... die Erkenntnis, dass man einfach nicht zusammenpassen würde, ohne sich selbst aufzugeben, reicht doch schon.
Warum zusammenzwingen, was nicht zusammenpasst? Ihr findet doch sicher beide auch andere Partner, die euch mehr wertschätzen.

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9. Juni 2009 um 19:39

Du wirst ihn nicht ändern können...und ebenso wenig Dich selbst!!
Ich habe Deinen Beitrag mit Interesse gelesen und kann nach all den Ausführungen einfach zu keinem anderen Eindruck kommen,
dass sich da zwei grundverschiedene Personen getroffen haben, die eigentlich nicht zueinander passen. Sein "harmloses" Äußeres ließ nicht darauf schließen, dass er so ein "Partytier" ist. Ich kann Dich dahingehend gut verstehen, dass Dich in seinem Umfeld und auch an seinem Verhalten Dinge abstoßen und sogar ekeln.
Dir ist deshalb kein Vorwurf zu machen - Du empfindest es eben so. Das ist völlig legitim. Nur ist er eben wie er ist und das ist letztlich ebenso legitim. Gerade in so grundlegenden Eigenschaften und Ansichten ändern sich Menschen meines Erachtens nicht mehr, so dass über kurz oder lang vermutlich nur eine Trennung in Frage kommt. Es paßt einfach überhaupt nicht!!! Man muß deshalb auch keinem einen Vorwurf machen geschweige denn Schuldzuweisungen aussprechen - es ist so einfach wie es ist: es paßt nicht!!!

Finde Dich mit dem Gedanken ab, dass Ihr wohl nicht auf lange Sicht glücklich sein könnt, zumal ja jetzt schon davon die Rede ist, dass Eure Streitereien die einzigen Gemeinsamkeiten darstellen. Das Ganze hat einfach keinen Sinn und Du solltest auch keine weitere Enegie investieren, zu fragen, warum er so ist wie er ist. Er ist es einfach und er ist als Partner für Dich geeignet.

Alles Gute weiterhin....

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9. Juni 2009 um 19:40
In Antwort auf charis_12920607

Du wirst ihn nicht ändern können...und ebenso wenig Dich selbst!!
Ich habe Deinen Beitrag mit Interesse gelesen und kann nach all den Ausführungen einfach zu keinem anderen Eindruck kommen,
dass sich da zwei grundverschiedene Personen getroffen haben, die eigentlich nicht zueinander passen. Sein "harmloses" Äußeres ließ nicht darauf schließen, dass er so ein "Partytier" ist. Ich kann Dich dahingehend gut verstehen, dass Dich in seinem Umfeld und auch an seinem Verhalten Dinge abstoßen und sogar ekeln.
Dir ist deshalb kein Vorwurf zu machen - Du empfindest es eben so. Das ist völlig legitim. Nur ist er eben wie er ist und das ist letztlich ebenso legitim. Gerade in so grundlegenden Eigenschaften und Ansichten ändern sich Menschen meines Erachtens nicht mehr, so dass über kurz oder lang vermutlich nur eine Trennung in Frage kommt. Es paßt einfach überhaupt nicht!!! Man muß deshalb auch keinem einen Vorwurf machen geschweige denn Schuldzuweisungen aussprechen - es ist so einfach wie es ist: es paßt nicht!!!

Finde Dich mit dem Gedanken ab, dass Ihr wohl nicht auf lange Sicht glücklich sein könnt, zumal ja jetzt schon davon die Rede ist, dass Eure Streitereien die einzigen Gemeinsamkeiten darstellen. Das Ganze hat einfach keinen Sinn und Du solltest auch keine weitere Enegie investieren, zu fragen, warum er so ist wie er ist. Er ist es einfach und er ist als Partner für Dich geeignet.

Alles Gute weiterhin....

Als Partner nicht geeignet
sollte es natürlich heißen!!

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