Home / Forum / Liebe & Beziehung / Wir leben nebeneinander her und haben uns fast nichts mehr zu sagen...

Wir leben nebeneinander her und haben uns fast nichts mehr zu sagen...

18. Mai 2013 um 20:30

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und würde mich über Euren Rat freuen. Mein Mann und ich sind seit einem halben Jahr verheiratet. Seit etwas über einem Jahr leben wir zusammen. Davor haben wir eine Fernbeziehung geführt. Damals war es der Wunsch von uns beiden, diese Situtation zu beenden und endlich zusammen zu ziehen. Es gestaltete sich etwas schwierig, aber liess sich dann doch umsetzen. Ich zog zu ihm und begann noch einmal zu studieren. (seit dem Tag lebe ich von meinen Ersparnissen und bin eigentlich finanziell von ihm abhängig). Zuerst war es toll mit ihm zusammen zu leben. Ich hatte das Gefühl, dass wir uns beide erst daran gewöhnen mussten, aber es lief dann ganz gut zunächst. Mein Mann ist 12 Jahre älter als ich und hatte bis dahin noch nie mit einer Frau zusammen gelebt. Ich hingegen war schon in einer langen Beziehung und habe meinen damaligen Partner nach vielen Jahren des zusammenlebens verlassen.

Seit wir nun zusammen leben hat sich unser Sexleben stark verändert. Früher wollte er andauernd - es war mir fast zuviel - heute muss ich fast darum betteln und kann froh sein, wenn es alle zwei Wochen einmal dazu kommt. Habe natürlich versucht, mit ihm darüber zu reden, aber es kamen nur diese allerwelts ausflüchte: zuviel Stress, zu müde... und so weiter. Nach und nach hat sich zu dem sexuellen Desinteresse auch ein persönliches Desinteresse gesellt. Wenn er abends nach Hause kommt hängt er eigentlich meist am Rechner und arbeitet oder chattet noch mit Arbeitskollegen. Oder wenn wir mal 5 Zeit haben am Abend für uns und gemeinsam auf dem Balkon sitzen liesst er nur noch in seinem Handy, schreibt sms oder liest mir aktuelle Nachrichten vor, die mich aber wirklich nciht interessieren. Auch das habe ich ihm schon gesagt und das es mich stört, wenn wir uns mal Zeit füreinander nehmen und der dann nur am Handy rumspielt- Er sagte er könne es verstehen, aber er ändert sein Verhalten wenn dann nur kurz, um dann wieder in alte Muster zurück zu fallen.

Da er dazu übergegangen ist sein Handy vor mir zu verstecken, habe ich in einer günstigen Gegelegenheit (und dafür schäme ich mich noch heute) nachgeschaut. Er schrieb anderen Frauen, zB wenn wir im Urlaub waren, dass er am liebsten wieder nach Hause fahren wolle (tat dabei in der sms so als sei er allein unterwegs). Dann bekam er eine sms von einer Freundin, die er angeblich noch nie gesehen habe und die weit weg wohnen soll. Darin stand, ob er denn noch glücklich mit mir sei?? (die sms kam nach unserer Hochzeit, etwa drei Wochen später). Darauf musst ich ihn ansprechen, denn das war mir zu viel. Er meinte, das sei nur ein Scherz von ihr gewesen und ich solle das nicht so ernst nehmen. Am meisten geärgert hat mich aber eine sms an eine Arbeitskollegin; darin schrieb er "Kuss", und dann einen Kosenamen, den wir uns gegenseitig geben.
Da dachte ich, das ist wie bei Kachelmann!

Was soll das alles? Warum heiratet er mich bzw. sagt ja, wenn er anderen Frauen solche Dinge schreibt. Er hat entweder das berühmte männliche Egoproblem, oder bescheisst mich nach Strich und Faden nd ist aus der "Hochzeitsnummer" nur nciht mehr rausgekomen. In Kombination mit dem emotionalen und körperlichen Desinteresse ist das nicht zu ertragen.
Wobei ich zugeben muss, dass das emotionale schwankend ist; es gibt auch Tage, da ist er sehr zugetan und bemüht, wenn ich die auch an zwei Fingern abzählen kann. Insgesamt habe ich das Gefühl, das er über die Dinge, die ihn beschäftigen (emotional und auch sonst) nicht mit mr spricht, sondern mit anderen Personen (z.B. mit der Arbeitskollegin). Darauf angesprochen, dass ich das Gef+hl hätte an seinem Leben gar nciht mehr teilhaben zu können konnte er das angeblich nicht nachvollziehen.

Was soll ich denn machen? Das ist keine Basis so und macht mich fertig. Ich frage mich heute selbst, warum ich ihn überhaupt geheiratet habe.

Mehr lesen

19. Mai 2013 um 12:27

Kein guter Start in eine Ehe!
Wenn man das lesen würde von jemandem, der schon 20 Jahre mit dem Partner verheiratet ist, würde man sagen, nun gut, die haben sich halt auseinandergelebt.
Aber gleich zu Beginn?! Nein, du hast sicherlich besseres verdient!
Jeder Mensch verdient von seinem Partner Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit! Schon klar, die Bedürfnisse dahingehend können etwas auseinandergehen, aber wenn du mit der Situation nicht glücklich bist, dann musst du etwas ändern!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

19. Mai 2013 um 19:07

Bindungsangst
Schon ungewöhnlich, dass er 12 Jahre älter ist als Du und bisher nie mit einer Frau zusammen gelebt hat, oder? Möglich, dass er sich zwar eine "normale" Beziehung wünscht, das aber wegen Bindungsängsten nicht hinkriegt. Die Schreiberei mit den anderen Frauen würde auch in dieses Bild passen.
Wenn er es nicht selbst einsieht und was ändern will, kannst Du nicht viel machen. Ausziehen wäre auf jeden Fall mal das Gebot der Stunde (wenn es denn finanziell machbar ist). Vielleicht kommt er mit etwas Distanz wieder auf Dich zu. Alles Gute orange

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

19. Mai 2013 um 19:36
In Antwort auf krista_12360808

Bindungsangst
Schon ungewöhnlich, dass er 12 Jahre älter ist als Du und bisher nie mit einer Frau zusammen gelebt hat, oder? Möglich, dass er sich zwar eine "normale" Beziehung wünscht, das aber wegen Bindungsängsten nicht hinkriegt. Die Schreiberei mit den anderen Frauen würde auch in dieses Bild passen.
Wenn er es nicht selbst einsieht und was ändern will, kannst Du nicht viel machen. Ausziehen wäre auf jeden Fall mal das Gebot der Stunde (wenn es denn finanziell machbar ist). Vielleicht kommt er mit etwas Distanz wieder auf Dich zu. Alles Gute orange

AW
Ja, darüber habe ich auch schon nachgedacht. Es scheint schon irgendwie so zu sein. Als wir noch nciht zusammen lebeten konnte er sicherlich auch noch ganz gut damit umgehen. Und auch ich, denn ich hatte ja meine Freiräume und meinen Job und mein eigenes Leben. Jetzt ist das nicht mehr so und das ist schwer - für ihn wie für mich. Ich hase es abhängig zu sein und das belastet mich.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

19. Mai 2013 um 19:59

Danke
Ach Auskunft, . Ja ich habe natürlich schon öfter versucht mit ihm zu sprechen. Erst nur abstrakt, ob ihn etwas stört und dass er mir das immer sagen möge, weil es wichtig ist darüber zu sprechen. Da kam dann nichts - bzw.nicht viel - nur Belangloses. Dann habe ich ihm einmal ganz klar gesagt, dass ich den Eindruck hätte, uns fehle die gemeinsame Basis. Er war niedergeschlagen und meinte, er sehe es nciht so. Dazu muss ich sagen, dass ich lange lange gezögert habe, mich auf ihn und die Beziehung - auch mit ihm unter einem Dach einzulassen. Das habe ich dann auch immer unter anderem dadurch zu Ausdruck gebracht, dass ich nicht von "uns" sondern von Deins und meins usw. sprach. Irgendwann fuhr er mich an und meinte: "Jetzt sag endlich uns!". Das hat mir zu denken gegeben. Ich habe ihn auch im Ungewissen gelassen woran er bei mir ist.
Aber Du hast Recht ich muss mit ihm sprechen. Ich fragte ihn mal, warum wir eigentlich zusammen seien. Er entgegnete: das geht jetzt aber in eine ganz strange Richtung. Das war wie ein Schlag ins GEsicht.
Warum schreibe ich das alles? Ich weiss längst die ANtwort: ich habe aus Angst wieder einen Nasenstüber nach dem anderen zu bekommen diese Gespräche vermieden, weiss aber dass ich ein finales klärendes Gespräch führen muss. Ohne ein solches kommen wir nicht weiter und zu keiner Entscheidung. Nur ist mir nciht klar wie man einen Menschen dazu bringt ein Gespräch zu führen dem er sich mit aller Gewalt zu entziehen bzw. nicht zu stellen versucht.

Mir ist es inzwischen fast zu blöd geworden und ich wollte schon mehrfach alles hinwerfen. Aber dafür ist mir die Beziehung trotz allem zu wichtig - und ich dazu im Moment noch abhängig von ihm.

Ich hoffe, dass es sich ändert bzw. die Situation entspannt, wenn diese Abhängigkeit nciht mehr gegeben ist und ich wieder arbeiten gehen kann. Dann kann ich auch den Abstand, von dem ihr schriebt, herstellen und wieder Dinge tun, die mir Freude machen. Spätestens dann kann ich dieses GEspräch erzwingen und dann ggf. alles beenden, so traurig mich das auch machen würde. ABer es ist scheisse ein Beziehung zu führen in der einer der Starke ist und der andere nur hinterherläuft. Als wir beide ebenbürtig waren, lief es gut. Diese Abhängigkeit hat nach meiner Ansicht alles kompliziert gemacht. Fragt sich nur, was das über den Charakter des Partners aussagt. Einen unabhängigen Menschen habe ich gern um mich, einen Abhängigen (den ich noch dazu überredet habe sich in diese Abhängigkeit zu begeben) kann ich nicht mehr ertragen? Vielleicht hat Ihr alle Recht und wir passen wirklich nicht zusammen.
Oder ich habe zu hohe Ansprüche an eine Beziehung - dass immer alles schön und harmonisch ist.... Bin verwirrt.

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Noch mehr Inspiration?
pinterest