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Wieviel Schuld trage ich?

11. September 2006 um 16:44

Diese Geschichte wird wirklich sehr lang und ist die Ergänzung zu dem was ich bereits im Frühjahr 2004 geschrieben habe.
Vorgeschichte:
Wir sind jetzt 29 Jahre verheiratet 49 und 47 Jahre alt und haben 4 Kinder im Alter von 28 bis 14 Jahren.
Meine Frau hatte eine kleine Gaststätte und ich arbeitete als Ingenieur. In meiner Freizeit erledigte ich ihre Buchhaltung und unterstützte sie in ihrer Gaststätte.
Anfang 2003 erhielt ich ein verlockendes Jobangebot von einer Firma die ca. 600km von meinem bisherigen Wohnort entfernt war.

Das Angebot schmeichelte zwar dem Selbstbewußtsein aber eigentlich war ich nicht sehr angetan davon. Im Gespräch mit der Familie kam allerdings heraus, daß für sie die 40000 mehr im Jahr sehr verlockend waren und man hat mir geraten den Job anzunehmen.
Mit meiner Frau habe ich dann vereinbart, daß sie ihre Gaststätte bis zum Sommer (meinem Arbeitsbeginn in der neuen Firma) aufgibt und sie versprach mich, wann immer unsere minderjährige Tochter Ferien hat, zu besuchen.
Der Sommer kam und aus meiner Sicht hatte sie keinerlei Versuche gemacht, ihre Gaststätte zu verkaufen. Sie besuchte mich zwar in den Sommerferien für 2 Wochen, bekam aber scheinbar Depressionen und hatte das Gefühl, daß ich sie nicht mehr liebe (ich war zu diesem Zeitpunkt gerade 1 Monat in der neuen Firma und hatte den Kopf wirklich voll). Mit dem Verkaufen ihrer Gaststätte sagte sie, sollten wir erst einmal warten bis meine Probezeit beendet ist. Das Klang für mich logisch, obwohl sie mit ihrer Gaststätte eigentlich nichts verdiente. Wir hielten es so, daß wir täglich telefonierten (sie rief mich an wenn sie so gegen 01 Uhr in der Nacht von der Arbeit nach Hause kam) und ich jedes Wochenende nach Hause fuhr. An diesen Wochenenden hab ich dann weiterhin ihre Buchhaltung gemacht, Zeit um ihr in der Gaststätte zu helfen und damit länger mit ihr zusammen zu sein, hatte ich nicht. Irgendwelche Aktivitäten ihrerseits zum Verkauf der Gaststätte konnte ich damals nicht feststellen.
Ich fühlte mich damals relativ einsam und ein bißchen wie das 5. Rad am Wagen.
Auf Grund meiner guten Leistungen hat die Firma die Probezeit vorzeitig beendet, sodaß für mich daß Thema Gaststättenverkauf wieder in den Vordergrund rückte. Aber jetzt wollte man das Weihnachtsgeschäft noch mitnehmen und außerdem bekam der Koch noch einen Firmenkredit über mehrere tausend Euro (aus der Privatkasse nicht aus der Gaststättenkasse) damit er nicht kündigt. Ich war ziemlich frustriert und hab das auch zum Ausdruck gebracht, in diesem Zusammenhang soll ich gesagt haben, daß wenn die Gaststätte nicht bald verkauft wird, ich mich scheiden lassen würde. Ich weiß, daß ich das gesagt habe, allerdings nicht mehr in welchem Zusammenhang, aber es war auf jeden Fall nicht ernst gemeint, ich wollte nur ein wenig Druck aufbauen.
Es kommt vielleicht nicht so richtig rüber, aber wir haben an den Wochenenden vielleicht 7 Stunden effektiv zusammen verbracht,die restliche Zeit hat sie in ihrer Gaststätte verbracht oder wir haben geschlafen, daß man in der Zeit kaum Zeit hat dem Partner zu zeigen wie sehr man ihn liebt oder braucht ist wohl klar.
Allerdings sprachen wir darüber, daß sie eine neue Aufgabe braucht, wenn sie die Gaststätte aufgegeben hat. Ihr Wunsch war noch ein weiteres Kind zu bekommen. Diesem Wunsch habe ich sehr gerne zugestimmt. Also versuchten wir in den nächsten Wochen ein Kind zu zeugen.

Der"Anlaß"
Wir lebten nun so weiter, allerdings besserte es sich in sofern, daß sie nun begann nach Häusern zu suchen, um eines zu finden was zukünftig unser gemeinsames Heim werden sollte. Um die angebotenen Häuser zu besichtigen, besuchte sie mich nun auch
häufiger.
Am Faschingsdienstag 2004 wartete ich dann wie gewohnt so gegen 01 Uhr auf ihren Anruf. Er kam nicht. Ich fing an mir Sorgen zu machen, genauer war ich verrückt vor Sorge. Ich rief in der Gaststätte an, keine Antwort. Ich rief auf ihrem Handy an und
erreichte sie. Sie war in einer Musikbar um mit ihren Kollegen Fasching zu feiern. Ich war wütend, eifersüchtig usw. und sagte zu ihr, daß ich so die Schnauze voll hätte. Ich habe das in der Wut gesagt und es hat mir auch sofort leid getan aber laut ihrer späteren Aussage war das der Bruch in unserer Beziehung.

Das Problem:
In der Folge sagte mir mein Bauchgefühl etwas stimmt nicht mehr in unserer Beziehung. Zeitweise schnürte mir die Angst die Luft ab und ich dachte mein Herz bleibt stehen.
Ihren Geburtstag feierte sie am Sonntag den 7. März in ihrer Gaststätte, normalerweise bin ich am Sonntag schon gefahren, aber ich habe mir den Montag frei genommen und wollte sie mit meiner Anwesenheit überraschen. Meine Kinder und ich freuten uns schon auf die Überraschung. Als sie mich durch die Tür kommen sah, entgleiste ihr Gesicht, von Freude keine Spur sie ist erschrocken daß ich gekommen bin. Sehr häufig am Abend tanzte sie mit einem 35-jährigen Italiener (was mir nicht passte, weil sie mich stehen ließ wie bestellt und nicht abgeholt) der schon versuchte hatte bei meiner 22-jährigen Tochter zu landen und bei ihr abgeblitzt war. Ich hatte ihn ein paar Stunden vorher, als ich an der Theke geholfen habe, im Kühlraum mit der 16-jährigen Aushilfsbedienung rummachen sehen die er fragte ob sie ihm einen bläst. Gegen 22 Uhr schickte mich dann meine Frau mit unserer minderjährigen Tochter nach Hause, damit sie rechtzeitig ins Bett kommt. Als sie dann gegen 1 Uhr nach Hause kam, sagte sie mir dann daß ich ihr mit meiner übertrieben Eifersucht den ganzen Abend versaut habe und daß ich eine Spaßbremse
bin.
Ich habe dann in der Folgezeit versucht nicht eifersüchtig zu sein, obwohl mein Bauch mir sagte, daß massiv etwas nicht in Ordnung ist.
Ende März wachte ich schweißgebadet und weinend aus einem Traum auf, in dem ich geträumt hatte, daß unsere Ehe kaputt geht. Ich rief sie noch weinend an und sie sagte mir, daß das nie passieren würde.
Ich war beruhigt.
Ende März wurde dann auch die Gaststätte verkauft.
Mitte April bekam ich dann ihre Handyrechnung. Es waren ca. 250 SMS geschrieben worden. Ich fragte sie, wem sie soviele SMS schreibt, sie antwortete, daß das Handy meistens die Tochter hat. Ich fragte die Tochter, sie hatte keine SMS geschrieben.
Daruafhin gab meine Frau zu, daß sie die SMS geschrieben hat, daß sie Probleme hat mit der Situation, das Verkaufen der Gaststätte der Umzug an den neuen Ort usw. hätten bei ihr Probleme verursacht und ihre ehemaligen Arbeitskollegen hätten ihr
geholfen. Sie hätte sich auch mehrfach mit ihnen in Bars getroffen.
Wir haben dann sehr lange geredet, ich sagte ihr, daß wenn sie nicht umziehen will, daß sie es nicht muß. Wir einigten uns dann darauf, daß wir es für 1 Jahr versuchen, wenn es nicht klappt gebe ich den Job auf und wir ziehen wieder zurück.
Oberflächlich schien es OK aber mein Bauch signalisierte immer noch Alarm.
Es kam immer wieder vor, daß sie über Handy nicht zu erreichen war, weil sie unterwegs war und das Handy ausgeschaltet hatte.
Am nächsten Wochenende gestand sie mir dann, daß sie für den Italiener Gefühle entwickelt hat bzw. sich in ihn verlebt hatte.
Am 12. Mai sagte sie mir dann am Telefon, daß sie dem Italiener ihre Gefühle gestanden hat und daß er sie auch liebt.
Ich nahm sofort meinen kompletten Jahresurlaub setzte mich ins Auto und fuhr zu ihr. Wir redeten und redeten ich kämpfte um sie mit allen erlaubten und nicht erlaubten Mitteln.
Ich sagte ihr, daß ich auch verzeihen könnte, wenn etwas passiert wäre aber sie schwor mir beim Leben ihrer Kinder, daß nichts passiert sei.
Der ganze Stress führte bei mir zu einem akuten Bandscheibenvorfall, der mich 1 Woche ins Krankenhaus brachte. Sie besuchte mich jeden Tag.
Ende Juni 2004 sind wir zusammen in das inzwischen gekaufte Haus gefahren und leben dort seitdem wieder zusammen. Das "Thema" sollte ich möglichst nicht mehr erwähnen obwohl es mir schwerfiel. Meine Bauch signalisierte mir aber, daß immer noch nicht
alles in Ordnung ist. Ich war mißtrauisch, kontrollierte ihr Handy etc.
Da das Alles meiner Arbeitsleistung nicht förderlich war, wurde ich im Januar 2005 gekündigt. Im Oktober 2005 fand ich eine neue Arbeit wieder 600km vom neuen Wohnort entfernt.
Im Juli 2006 besuchte sie mich zusammen mit unserer Tochter. Abends bekam sie dann eine SMS von einer Freundin und beklagte sich, daß sie keinen Speicherplatz mehr auf dem Handy hat. Sie gab mir dann das Handy ob ich das Problem nicht lösen könne.
Ich beschäftigte mich dann mit ihrem Handy und fragte sie, welche SMS ich löschen kann. Sie wurde wütend, daß ich ihr Handy kontrolliere. Ich Laufe der folgenden Diskussion stand sie wütend und weinend auf und schrie mir ins Gesicht, daß du es weißt, es ist damals etwas passiert es ist etwas passiert und jetzt verlasse ich Dich.
Ich konnte sie dann zurückhalten und sie erzählte mir die Einzelheiten.
Am Faschingsdienstag 2004 hat sie diesen Italiener kennengelernt, sie haben sich viel unterhalten. Bei ihrer Geburtstagsfeier hat sie ihm dann gesagt daß sie ihn liebt. In der Folge haben sie sich dann geküßt und rumgemacht. In den letzten beiden
Märzwochen hat sie 3 mal ungeschützt mit ihm geschlafen. Es hätte ihr aber nichts gebracht, da sein Teil nicht einmal halb so groß sei, wie meines. Eigentlich wollte sie sich auch aus diesem Grund von ihm trennen aber als ich dann im April anfing zu
bohren, dachte sie, sie muß die Konsequenzen aus ihrem Tun ziehen und sich von mir trennen. Sie hatte dann noch bis Ende 2004 Gefühle für den Italiener empfunden und seitdem liebt sie nur noch mich. Für die Kommunikation hatte sie ein 2. Handy das sie im Oktober 2005 weggeworfen hat (ich wußte von diesem Handy und habe es immer wieder verzweifelt gesucht aber nie gefunden).
Ich habe ihr gesagt, daß ich ihr verzeihen will, denn ich liebe sie über alles. Sie sagte, das wisse sie, seit sie gesehen hat, wie ich um sie gekämpft habe. Sie sagte, sie sei damals nicht bei sich gewesen, der Frauenarzt hatte ihr damals gesagt,
sie hätte 2 Eibläschen und sie freute sich auf eventuell Zwillinge aber bekam dann doch ihre Regel (Sie suchte die Ursache damals bei mir und ich habe daraufhin im April 2004 ein Spermiogram durchführen lassen, das bestätigte, daß bei mir alles in
Ordnung ist. Später stellte sich dann heraus, daß sie zwar Follikel entwickelt, daß aber kein Eisprung stattfindet), außerdem die Angst vor dem Umziehen und das Aufgeben ihrer Gaststätte.
Ich sagte, ihr dann, daß sie jetzt reinen Tisch machen soll, daß wir das Problem vergessen können. Sie hatte nicht mehr zu erzählen und sie schwor mir, daß es nicht wieder passieren würde.
3 Wochen später gestand sie mir dann sie an dem Tag an dem sie mich besucht hat, zuerst bei diesem Italiener vorbeifahren wollte, weil er gebettelt hat, daß er sie wieder sehen will. Sie hat es dann aber nicht gemacht. Außerdem hatte sie ihn immer
wieder angerufen, weil sie Angst hatte, daß er sie verrät. Sie ist froh daß sie ihn jetzt nicht mehr anrufen braucht.

Ich fühle mich jetzt 8 Wochen danach immer noch Scheiße. Ich will Rache, nicht an ihr, sondern an ihm, da er ihre Situation ausgenutzt hat, aber ich mußte versprechen daß ich ihm nichts tue.
Mein Bauch sagt jetzt, es ist alles in Ordnung. Sie ist jetzt wieder viel offener und liebevoller, wie wenn diese Last der Lüge sie sehr gedrückt hatte. Aber mein Verstand sagt, wie kannst Du ihr wieder vertrauen. Sind es nicht dieselben Aussagen
und Schwüre wie vor 2 Jahren. Wie bringe ich diese Bilder aus meinem Kopf, ein anderer Mann der meine Frau küßt, betatscht und mit ihr schläft.
Ich will verzeihen aber wie kann ich vergessen. Wer hat Erfahrung damit, wie lange kann es dauern.
Oder ist es sinnlos und man geht den einfachsten Weg und trennt sich? Das will ich schon deshalb nicht, weil dann dieser Typ gewonnen hätte oder hat er schon gewonnen?

Bin dankbar für Tips und Zuspruch. Habe versucht alles Emotionslos zu schreiben, aber in meinem Herzen sieht es ganz anders aus. Manchmal denke ich, es wäre besser einfach zu sterben.

Traurige Grüße

Frosch47

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11. September 2006 um 17:47

Hallo Frosch
Du suchst die "Schuld" also auch bei dem anderen, nicht bei deiner Frau. Wenn ich es richtig verstehe, war es nicht das erste Mal, daß sie dich betrügt. Du mußt wissen, was du tust, dein Bauchgefühl signalisiert es dir doch. Suche aber beim nächsten Mal die Schuld nicht bei dem anderen Mann sondern bei deiner Frau.

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11. September 2006 um 18:00
In Antwort auf christa2210

Hallo Frosch
Du suchst die "Schuld" also auch bei dem anderen, nicht bei deiner Frau. Wenn ich es richtig verstehe, war es nicht das erste Mal, daß sie dich betrügt. Du mußt wissen, was du tust, dein Bauchgefühl signalisiert es dir doch. Suche aber beim nächsten Mal die Schuld nicht bei dem anderen Mann sondern bei deiner Frau.

Hallo Christa
Vielleicht habe ich es nicht richtig beschrieben, es war das erste Mal nur kam das Geständnis für den Betrug im Jahr 2004 erst im Jahr 2006 vor ca. 8 Wochen.
Warum soll ich die "Schuld" bei meiner Frau suchen?
Ich hatte auch schon einige Kolleginnen, die ihr Herz bei mir ausgeschüttet haben, ich habe dabei immer versucht, sie dazu zu bringen, daß sie ihre Ehemänner oder Freunde verstehen und nicht versucht meinen Vorteil aus der "Notsituation" zu ziehen. Bei einer Kollegin, die dann doch mehr wollte, mußte ich dann sagen, daß ich dafür nicht der richtige bin, da ich glücklich verheiratet bin.

Gruß

Frosch47

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12. September 2006 um 19:10
In Antwort auf janusz_832353

Hallo Christa
Vielleicht habe ich es nicht richtig beschrieben, es war das erste Mal nur kam das Geständnis für den Betrug im Jahr 2004 erst im Jahr 2006 vor ca. 8 Wochen.
Warum soll ich die "Schuld" bei meiner Frau suchen?
Ich hatte auch schon einige Kolleginnen, die ihr Herz bei mir ausgeschüttet haben, ich habe dabei immer versucht, sie dazu zu bringen, daß sie ihre Ehemänner oder Freunde verstehen und nicht versucht meinen Vorteil aus der "Notsituation" zu ziehen. Bei einer Kollegin, die dann doch mehr wollte, mußte ich dann sagen, daß ich dafür nicht der richtige bin, da ich glücklich verheiratet bin.

Gruß

Frosch47

Genau frosch
du hast "Nein" gesagt, deine Frau nicht. Kannst aber trotzdem die Ursachen bei allen anderen suchen, ist leichter.

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13. September 2006 um 1:24

Solche Wunden
heilen selten von alleine. Zuviel habt ihr beide in den letzten zwei Jahren durchgemacht. Sucht euch eine Beratung, eine Therapie!

Viel Glück
topaia

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13. September 2006 um 11:31

...
Hallo "Frosch"!

Du kannst ihr vielleicht verzeihen, aber du wirst es nie vergessen. Ich glaub wenn einmal so ein grosser Vertrauensbruch da ist, wird es wirklich sehr, sehr schwer wieder auf die richtige Spur zu gelangen. Sorgen macht, wenn du tatsächich meinst es wäre "manchmal besser einfach zu sterben". Überleg dir den Vorschlag mit der Therapie, scheinst das ganze echt traumatisch zu verarbeiten...

Alles, alles Gute für deine Zukunft!

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12. September 2006 um 22:48
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