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Wieviel Geduld mit ihm ist angebracht? Neuer Freund kommt aus langer Beziehung...

16. Mai 2015 um 19:46

Hallo ihr Lieben,

ich habe mich nach einem Jahr single sein nun endlich wieder neu verliebt, jedoch komplizierterweise in einen Mann (28), der aus einer 9-Jährigen Beziehung kommt und davon auch 2 Jahre verheiratet war. Diese Trennung ist nun etwas mehr wie 5 Monate her und kam für ihn absolut überraschend. Er meinte mir gegenüber, dass seine Ehe absolut gut war und er mit dieser Frau alt werden wollte, sie hat sich dann aber völlig überstürzt wegen einer bereits seit 3 Monaten existierenden neuen Beziehung getrennt und ist danach aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen. Für ihn war das der totale Schock und die Ex hat es nicht besser gemacht indem sie ihn immer wieder zurückwollte nur um es dann am Ende doch nicht zu tun. Dieses Hin und Her hat ihn so frustriert, dass er laut seiner Aussage irgendwann begonnen hat "sie wirklich zu hassen", hat aber trotzdem noch keine Schritte unternommen um sein Leben nun alleine zu gestalten. Lebt also weiterhin in dem gemeinsamen Haus in dem sie alle paar Tage weiterhin herumspaziert um Post oder Kleidung abzuholen und hatte auch sonst vor meinem Auftauchen wohl eher die Taktik: "Wenn ich nicht darauf reagiere, dann ist es nicht real".

Seitdem er mich vor 1,5 Monaten kennengelernt hat, sind jedoch zumindest ein paar Dinge ins Rollen gekommen. Zb - und das empfinde ich als große Geste - hat er mit der Ex einen Notartermin durchgezogen bei dem die Scheidung fix gemacht und die Sache mit dem Haus geregelt wurde. Sie werden in 6 Monaten offiziell geschieden und sie wird danach das Haus übernehmen.

Das klingt jetzt etwas nach Friede Freude Eierkuchen, ist es aber für mich nicht wirklich. Zunächst leben wir beide sehr weit entfernt voneinander, er in Belgien und ich in Süddeutschland weshalb wir uns höchstens am WE sehen können. Da haben wir uns auch immer konsequent besucht, jedoch musste ich meist nach Belgien kommen, da er kein Auto im Moment hat und sich auch nicht so viele Tage am Stück freinehmen kann. Damit hat aber das Problem begonnen. Seine Ex erlaubt ihm nämlich nicht, dass ich mich im gemeinsamen Haus aufhalte auch wenn sie dort gar nicht wohnt. Sie hat ihm bereits eine riesen Szene gemacht als ich dort ein einziges Mal war und sie kam um irgendetwas zu holen. Sie hat ihn angeschrieben wie eine "Betrogene" weil sie in diesem Moment wohl begonnen hat zu realisieren, dass er tatsächlich aus ihrem Einflussbereich entschwinden könnte. Leider musste ich feststellen, dass er bei dieser ganzen Sache meiner Ansicht nach wirklich "klein beigegeben hat" weil er - wie ich aus einem späteren Gespräch erfahren habe - nicht will, dass ihre Scheidung genauso eskaliert wie etliche, die er durch seine Arbeit als Polizist erfahren hat. Klingt so weit so gut eigentlich ganz vernünftig.
Für mich als neue Freundin bedeutet das aber, dass ich mich auf eine Anweisung der EX hin "verstecken" muss und ich komme mir hierbei wirklich nicht ausreichend wertgeschätzt vor. Ich mag es nicht, dass sie diese Kontrolle über sein Leben hat und weiterhin so stark in seinen Alltag involviert ist da sie ja immer wieder Zeit mit ihm verbringt im Haus oder ihn kontaktiert wo er denn sei wenn er mal zwei Tage auf Grund meines Besuchs nicht im Haus ist. Habe diese Situationen selbst immer wieder miterlebt und mich bringt das stark ins Zweifeln ob er sich tatsächlich genug emotional distanziert hat um sich wirklich in eine neue Beziehung zu begeben. Da sie ihn akut zurück will im Moment kommt natürlich die Angst hinzu, dass er einfach zu ihr zurückgehen könnte.

Ich finde die Vorstellung, dass er mit ihr so glücklich war und dass sie immer noch so um ihn herumschwirrt einfach furchtbar. Er spricht wohl davon, dass er mit mir gemeinsam leben möchte in Belgien, aber ich fühle mich wirklich wie die Ersatzehefrau mit der er seinen Traum einfach weiterlebt. Haus, Garten, Hund - nur die Frau ist eine Andere. Ich finde ihn schlichtweg unglaubwürdig solange er noch in diesem Haus sitzt und sich ihrem Verbot mich dort zu sehen unterwirft. Und solange er weiterhin immer wieder ihre Anrufe entgegennimmt in denen sie ihn fragt wo er sei und ihn nach dem Status unserer Beziehung fragt etc. Oder ihn über einen Neuanfang zuschwallt.
Natürlich habe ich meine Bedenken und Zweifel diesbezüglich in einem rationalen Gespräch ihm gegenübe geäußert jedoch fühlt er sich davon - was ich auch verstehen kann - unter Druck gesetzt und erwartet stattdessen von mir meine eigenen Bedürfnisse für die nächsten Monate zurückzuschrauben und mich nur darauf zu konzentrieren seine Probleme abzufedern und für ihn eine Konstante zu sein, die ihm die nötige Stabilität gibt um sich endlich neu zu organisieren. Ich stelle das gerade bewusst etwas negativ dar, aber so empfinde ich es.

Mir ist klar, dass ich ihm Zeit geben muss und nicht so stark auf ihn einwirken sollte und das tue ich auch. Wenn ich nichts von ihm höre wegen seines wahnsinnig zeitfordernden Jobs lasse ich ihm seinen Freiraum, warte bis er sich meldet, schreibe höchstens etwas wie "Ich wünsche dir einen tollen Tag, denke an sich " oder etwas anderen bestätigendes in dieser Richtung, würde mir aber natürlich wünschen, dass auch mal MICH jemand richtig bestätigen würde und dass er auch etwas Energie darauf verwenden würde mir MEIN Ängste und Zweifel zu nehmen die durch diese komplizierte Situation logischerweise da sind. Ich meine ich bin 22 und habe mir all seine Probleme nun auf die Schulter geladen weil ich ihn ehrlich gern habe, weiß aber einfach nicht wann ich von ihm weitere Schritte verlangen kann oder ob ich zu egoistisch oder ungeduldig reagiere wenn ich von ihm verlange sich endlich einer neuen Bleibe und einem neuen Leben zu widmen in dem sie nicht eine der Hauptrollen spielt.

Wie seht ihr das alles? Ich hab die Situation jetzt wirklich ausführlich geschildert - danke an dieser Stelle fürs Lesen - und würde gerne eure Meiunung hören wieviel Zeit ich ihm geben und wie ich mich am Besten verhalten sollte!!!


Liebe Grüße und vielen Dank, eure Aichada

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16. Mai 2015 um 20:55

Nein
Ich finde ganz und gar nicht, dass du zuviel forderst. Du bist völlig im Recht, ich kann deine Gedanken vollkommen verstehen. Dein Freund will eine neue Beziehung haben - dann muss er sich bitte auch dementsprechend verhalten. Anderenfalls darf er keine neue Beziehung eingehen, wenn die alte ihn noch so sehr im Griff hat. Und das würde ich ihm auch genauso sagen.

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16. Mai 2015 um 21:18

Danke für die bisherigen Antworten
Ja, mein Bauchgefühl sagt mir ganz deutlich, dass ich da für eine ungewisse Zeit nicht sehr viel erwarten kann und der Gedanke jetzt Nägel mit Köpfen zu machen scheint ihn auch ganz deutlich zu überfordern. Habe ihm auch bereits einen kleinen Dämpfer verpasst vor zwei Wochen weil ich ganz deutlich gespürt hatte, dass er von mir schlichtweg Dinge erwartet, die ich nicht leisten kann.
Er hat von mir unentwegt Bestätigung und Zukunftsversprechungen erwartet, die ja so gar nicht machbar sind - was weiß ich wo ich in einem Jahr oder in zwei Jahren emotional bin? Auf Grund dessen habe ich ihm damals gesagt, dass ich die Dinge entschleunigen möchte und wir doch noch nicht sofort von einer Beziehung sprechen müssen in dieser komplizierten Lebensphase. Daraufhin hat er den totalen Trigger erlebt, weil er dachte ich bin die nächste Frau, die ihn stehen lässt und ist auf Distanz gegangen. Um die Situation zu retten bin ich daraufhin nach Belgien gefahren um ihm zu zeigen, dass ich ihn keines Falls von mir wegstoßen möchte, hat aber nur bedingt funktioniert weil er wie wahnsinnig gearbeitet hat und gar nicht wirklich in der Lage war emotional Nähe zu mir aufzubauen.
Als ich wieder zurück gekommen bin, bin ich mir selbst so dumm vorgekommen, dass ich ihm mitgeteilt habe, dass ich bei ihm keine wirklichen Aktionen sehe, nicht mal weiß wann wir uns das nächste Mal sehen werden weil er sich bis jetzt nicht um ein neues Auto gekümmert hat um mich besuchen zu können und dass ich mir in den letzten Tagen sehr weggestoßen vorgekommen bin. Er hat meine Perspektive leider nicht verstanden und mir nur gesagt, dass er sich mit Diskussionen und all diesen gemischten Gefühlen nicht wohlfühlt und dass ich mit dem Druck, den ich auf ihn ausübe, nichts erziele. Ich weiß wie viel er arbeitet, daher weiß ich auch, dass es für ihn nicht so einfach möglich ist zu einem Autohändler zu fahren oder sich akut um eine neue Bleibe zu kümmern, aber auf mich wirkt es so als hätte er Bammel vor Entscheidungen und wäre sich im Grunde emotional noch unsicher was er will.

Zu der Ex will er wohl laut seinen Aussagen und auch laut seines besten Freundes mit dem ich gesprochen habe nicht mehr zurück, aber frei um sich offen auf mich einzulassen und sich auch mal um mich zu kümmern ist er auch nicht. Habe kontinuierlich das Bedürfnis ihm irgendwie bewusst zu machen, dass er mich doch nicht so belasten kann mit allem und dass ich ein Recht darauf habe, dass meine Bedürfnisse ebenfalls befriedigt werden, aber ich weiß aus den Erfahrungen der letzten Gespräche, dass ich damit ja nur Stunk erziele und ihn weiter von mir entferne.

Ich würde mir das ganze um ehrlich zu sein nicht mehr antun, wenn ich nicht ehrlich das Gefühl hätte, dass er ein guter Kerl ist und unter normalen Bedingungen wirklich Beziehungspotenzial hat. Er ist ein sehr guter Polizist, man kann - insofern er Ruhe hat - gut mit ihm auch über Gefühle reden (insofern sie ihn nicht unter Druck setzen) und hat sich glaube ich in seiner letzten Beziehung wirklich intensiv um seine Frau bemüht. Solche Männer wie er sind wirklich nicht so leicht als "volle Singles" zu finden und daher sehe ich es auch etwas als ein Glück, dass ich die Chance auf eine vllt zukünftige stabile Beziehung mit ihm habe sobald dieser ganze Käse gegessen ist.

Denkt ihr nicht, dass man zumindest versuchen sollte ein paar Monate die Füße still zu halten um sich nicht die Möglichkeit zu verbauen, dass es doch etwas wird?

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17. Mai 2015 um 10:50

Nochmal
dankeschön für die ausführlichen Antworten - besonders cefeu!

Gestern Abend haben wir miteinander telefoniert, ganz entspannt über Arbeit und die Erlebnisse des Tages. Habe mich dann aber doch weiter vorgetastet und ihn gefragt wie es ihm denn nun eigentlich generell gehe, ob er akut in einer Leidensphase ist oder was er denn nun fühle. Ich habe das nicht auf mich oder seine Ex konkret bezogen sondern ihn nur ganz allgemein gefragt, seine Reaktion war aber leider nicht das was ich mir gewünscht hatte.

Ich muss grundsätzlich dazu sagen, dass er seit zwei Wochen zusätzlich zu dem ganzen Ärger um Scheidung, Haus und Auto - zu dem ich in seiner Empfindung ja auch noch hinzukomme weil ich etwas von ihm "fordere" - auch noch eine Veränderung in seinem Beruf hat. Er arbeitet jetzt in einer höheren Einheit bei der Polizei und hat meist 12 bis 14 Std Arbeit am Tag, kommt abends heim und muss oftmals bereits um 4:30 am nächsten Morgen dort antanzen. Dadurch ist er laut seiner Aussage gestern abend - verständlicherweise - so ausgelaugt, dass er aktuell überhaupt nichts fühlt und endlich mal Leere in seinem Kopf ist nachdem er sich seit 5 Monaten konstant verrückt gemacht hat. Er sei auch froh darüber weil es ihm einfach zu viel ist sich mit diesen ganzen Dingen auseinanderzusetzen und besonders in den nächsten Wochen einfach auch nicht die Energie aufbringen möchte und kann sich um ein neues Auto zu kümmern mit dem er mich besuchen könnte oder den Auszug zu organisieren. Auch über meine Zweifel und Gefühle will und könne er sich keine Gedanken machen in der nächsten Zeit. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen wie ich am anderen Ende der Leitung erstarrt bin. Er wollte mich damit sicherlich nicht absichtlich verletzten oder herabsetzen aber das war eine deutliche Absage an alles was er mir im Vorfeld versprochen hatte und besonders eine Absage an mich als Person in seinem Leben.

Habe dann das Gespräch unter einem Vorwand sehr schnell beendet und seine Gute Nacht SMS, die er mir dann noch geschickt hatte, ignoriert. Seitdem denke ich unaufhörlich daran wie ich mich verhalten soll und kann. Wie ihr alle schon festgestellt habt, mag ich ihn wahnsinnig gern und ich habe ehrlich akut Angst ihm einen Grund dafür zu geben mich von sich zu stoßen in dem ich jetzt daraus ein Drama mache mit dem er sich aktuell ja eh nicht auseinandersetzen kann.
Ich denke daran mich jetzt erstmal gar nicht mehr zu melden von meiner Seite aus und mich tot zu stellen.
Cefeu, denkst du ehrlich es kommt dabei etwas Gutes rum wenn ich ihm jetzt die Pistole auf die Brust setze und mich verziehe? Wie hoch sind meine Chancen dann, dass er mich als Partnerin überhaupt noch in Erwägung zieht? Kann sich auch erstmal nicht mehr zu melden eine Lösung sein? Ich denke daran, seine Kontaktaufnahme zuzulassen aber nüchtern zu bleiben und ihm ggf,auf Nachfrage seinerseits zu sagen, dass ich Abstand zu ihm und diesen Themen möchte weil er offenbar noch nicht bereit für mich ist.

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