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Wieso zweifle ich ab und an?

20. Januar um 11:38 Letzte Antwort: 20. Januar um 13:12

Hallo zusammen,


Ich habe mich hier angemeldet da ich einfach mal ein paar unabhängige Meinungen haben wollte zu meiner Beziehung.


Zu Vorgeschichte:


Ich hatte lange Zeit nur Pech mit den Frauen. Lange Zeit war ich mit mir selbst nicht sehr zufrieden, immer habe ich versucht gut dazustehen. In meiner Schulzeit musste ich einiges einstecken, habe deswegen eine Haltung eingenommen, mit allem was ich tue richtig zu liegen, jeden zu beeindrucken und mit meinem perfekten Leben darzustehen.


Ich habe versucht eine Partnerin zu finden. Zweimal habe ich mit jeweils einer näheren Freundin eine Nacht verbracht, ich habe aus beiden Malen immer alles bis zum Ende ausgemalt in meinem Kopf, Beziehung, Heirat, Kinder. Beide Male wurde ich sehr enttäuscht, beide Male wurde ich danach weggestoßen. Es hat danach einfach nie geklappt. Sogar mit Männern habe ich es probiert, ich dachte, vielleicht finde ich dort mein Glück, dem war nicht so.


Sehr stressig wie ihr euch vorstellen könnt. Bis zum Ende meiner Ausbildung habe ich in WGs gewohnt, und war nie allein wohnhaft. Dann, in 2016 zog ich aus meiner „Ausbildungsstadt“ zurück in meine „Schulstadt“, also zurück in die Heimat. Das erste Mal habe ich komplett allein gewohnt. Zu der Zeit habe ich eine Gesprächstherapie begonnen, da es mir wirklich schlecht so allein ging, und auch ohne Beziehung. Mein Job hat mich damals sehr gefordert, den Tribut den ich zollen musste war eine sehr schlecht Zeit in der ich mit mir selbst zu kämpfen hatte. Ich habe mit der Therapie begonnen, auf andere Meinungen großteils zu verzichten und mein eigenes „Ding zu drehen“. Hat mir sehr gut getan.


3 Jahre später geht es mir gut, trotzdem fehlt mir eine Beziehung. Ich habe mein allein wohnen akzeptiert. Wenn ich nach Hause komme, freue ich mich auf einen entspannten Abend auf dem Sofa mit einer guten Serie oder aber lade mir Besuch ein und man quatscht einfach über alles.


Und dann ist es passiert, ich fand über ein soziales Netzwerk jemanden der mir gefiel, und es wurde auch erwidert!


Leider etwas komplizierter als gedacht. Sie war noch in einer Beziehung, diese war aber zum scheitern verurteilt. Ich habe mit ihr ihre Trennung durchgemacht. Und danach ging es bergauf. Wir haben uns oft getroffen und fanden uns sympathisch! Sie hat nie ein Blatt vor den Mund genommen, neu für mich jemanden zu haben der nicht wie ich dreimal darüber nachdenkt etwas zu tun bzw. etwas zu sagen. Es wurde eine sehr schöne Zeit, sehr aufregend. Ich habe so viel mit ihr gekocht wie lange nicht mehr. Wir sind zu Konzerten zusammen gegangen. SInd essen gewesen.


Ich habe auch recht schnell ihre Eltern kennengelernt. Sie auch meine.


Und dann ist es passiert, sie sagte mir, dass sie mich liebt. Ich war sehr überfordert, habe aber dann aber erwidert, vielleicht ein wenig zu früh, aber ich hatte auch das Gefühl, ist diese Worte aussprechen zu müssen, etwas in meinem Unterbewusstsein hat mich dazu gebracht. Ich bin in dem Moment über meinen Schatten gesprungen und habe dies ohne darüber nachzudenken aus dem Bauch heraus getan. Sowas habe ich sonst nie gemacht.


Da sie aus einer anderen Stadt nach der Trennung zurück in ihrer Heimatstadt war, ist sie dann vorübergehen bei mir eingezogen. Es hat sich gut angefühlt, es war jemand zu Hause, das hat sich sehr gut angefühlt.


Irgendwann war dann aber etwas eigenartig. Ich freute mich dann nicht mehr auf mein zu Hause. Es war nun jemand dort bei mir. Wenn es mir mal schlecht ging, dann konnte ich mich nicht mehr „einsperren“. Meine Wohnung, die ich vorher als meine „Festung der Einsamkeit“ hatte, konnte mir nun nicht mehr meine Einsamkeit geben wenn ich sie brauchte. Ich habe bemerkt, dass ich die letzten Jahre bei Problemen diese eher „weggeschoben“ habe als sie zu verarbeiten. Der Tod von Angehörigen, die Krankheit und der Tod von dem Hund meiner Eltern. Allem bin ich aus dem Weg gegangen, auch bei Kleinigkeiten, bei denen ich mal ein wenig Arbeit rein stecken musste und Aufwand, wurde es zuviel bin ich in meine Wohnung geflüchtet, habe mich in meiner schlechten Laune eingekuschelt und war froh, einfach mit einer Serie im Fernsehen die schlechten Gedanken wegzuschieben.


Und dann fingen sich die Gedanken an zu drehen. Meine Freundin wurde auf einmal zur Last. Ich fing an, die Gefühle für sie in Frage zu stellen. Dies ging so weit, dass ich sie für ein paar Tage aus der Wohnung „geschmissen“/gebeten habe. Mit meinen Eltern habe ich sehr viel gesprochen. Mir hat der „rausschmiss“ sehr wehgetan. Ich habe gemerkt wieviel Schmerzen es mir bereitet meine Freundin von mir wegzustoßen. Dies hat mir gezeigt, dass ich um sie kämpfen wollte.


Die Weihnachtstage waren eine Qual um ehrlich zu sein. Die Gedanken gingen auf und ab. Wir wollten eigentlich zusammen feiern, aber haben dann doch erstmal jeder für sich mit der Familie gefeiert. Meine Eltern, ich bin übrigens ein Einzelkind, haben sich um mich gesorgt. Ich war froh sie für mich zu haben, obwohl sie mich nun immer „du und deine Freundin“ zusammen nannten, war neu für mich, vielleicht ein wenig zu viel, wo ich sie doch immer nur für mich hatte.


Ich find an an mir zu arbeiten um das Problem, das „wegstoßen“ meiner Freundin, zu verarbeiten. Das fällt mir manchmal leichter und manchmal schwerer. Ich denke ich muss lernen meine Probleme nicht nur mit mir selbst auszumachen. Sie unterstützt mich dabei sehr, sagt mir wieviel ich ihr Wert bin, wie sehr sie mich liebt. Aber manchmal kommen dann wieder die Zweifel hoch, ich habe nie gelernt wie es ist jemanden zu lieben, liebe ich sie wirklich? Oder ist es nur eine Torschlusspanik weil ich nicht allein sein möchte?


Ich fühle mich wie ein Kleinkind was diese Beziehung angeht, ich meine, ich kenne es ja auch nicht wirklich. Ich stehe schon mehr für mich ein, nehme mir meine Zeit für mein Hobby und für meine Freunde. Ich habe aber nunmal Angst, dass ich dieses Gefühlsaufundab nie wirklich abbauen kann, obwohl ich, wenn es mir gut geht, ich gerne mit meiner Freundin was zusammen unternehme, und ich genieße es auch sie im Arm zu halten oder in ihrem Schoß zu liegen.


Das war jetzt sehr viel, vielleicht hat einfach jemand ein paar Tipps zu meiner Situation, ich habe einfach sehr viel Angst, dass ich mir alles kaputt gedacht habe mittlerweile und, dass ich sie verliere 😕




Danke für eure Worte und liebe Grüße


Wischmob


 

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20. Januar um 13:12

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