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Wieso immer wieder gebundene Männer? Wie beenden?

3. Dezember 2010 um 17:36 Letzte Antwort: 3. Dezember 2010 um 19:23

Hallo,

ich habe mich eben neu angemeldet und hoffe auf den ein oder anderen Hinweis von Euch.

Ich bin 36 Jahre alt und leben seit 4 Jahren eine Affäre. Wobei Affäre vielleicht das falsche Wort ist, da Sex nie im Vordergrund stand, wenn er aber auch Teil des Ganzen ist. Der Mann ist mein engster Vertrauter in jeder Hinsicht, mein bester Freund und wir teilen täglich den Alltag miteinander. Wir haben die gleichen Hobbys und sind beruflich in ählichen Bereichen tätig (aber keine Kollegen).
Er hat seit vielen Jahren eine Lebenspartnerin, mit der er zusammen lebt. Eine Trennung ist für ihn kein Thema.

Durch die enge Bindung zu ihm, habe ich mich in den letzten 4 Jahren um keine Männerbekanntschaft mehr bemüht. Durch den Wegzug von Freundinnen (Heirat, Job...) ist er mittlerweile hier vor Ort meine einzige Bezugsperson.

Ich habe Angst. Sehe einerseits wie fatal es ist, sich an einen Mann zu binden, der nicht zu mir steht und mir keine Perspektive bietet, kann mich andererseits nicht lösen, weil er alle Bereiche meines Lebens begleitet. Er ist für mich alles in einer Person.

Von Mitte bis Ende 20 führte ich mehrere Jahre eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Die Intitiative ging von ihm aus und ich ließ mich darauf ein. Nach Jahren ließ mein Interesse von sich aus nach und ich beendet edas Ganze. Aber über lange Zeit war er für mich der wichtigste Mensch in meinem Umfeld.

Meine Beziehungen zu ungebundenen Männern waren stets - ausgenommen meine ersten beiden Beziehungen als ganz junge Frau, die jeweils ca. 1,5 Jahre hielten - sehr kurz und hielten nur wenige Monate. Sie gingen auseinander, weil der Mann z.B. eine Stelle im Ausland annahm und die Beziehung beendete, aber in zwei Fällen nachdem ich betrogen wurde. In anderen Fällen stellte sich schnell heraus, dass die Lebenskonzepte überhaupt nicht zueinander passten. So war ich mit einem Mann zusammen, der sich ein Großfamilie wünschte und wollte, dass die Frau nicht arbeitet.

Aktuell ist die Situation bei mir so, dass ich bereits seit Monaten keinen Sex mehr mit meiner Affäre habe und dachte, ich könnte mich auf diese Weise emotional lösen. Dies ist aber nicht der Fall. Ich leide sehr.

Ich weiß, dass es moralisch nicht akzeptabel ist, auf das Werben eines Mannes einzugehen, der eine Freundin hat und suche hier keine Fürsprecher für mein Verhalten. Ich räume meine Schwäche ein: ich war und bin bedürftig und dieser Mann ist immer für mich da.

Hat hier jemand eine Idee, wie ich mich aus der Situation befreien könnte, ohne vollends unter zu gehen? Ich habe solche Angst vor dem Alleinsein. Zwar kann ich durchaus viel Zeit für mich allein verbringen, aber wenn ich wüsste dass da überhaupt niemand mehzr ist, das wäre extrem schwer für mich.

Meine Familie wohnt sehr weit weg und beruflich habe ich nur mit sehr wenigen Menschen zu tun. Meine Freundinnen sind nicht mehr da, leben hunderte von km weit weg. Beim Hobby, wie z.B. Sport, redete man zwar mal, aber eine tiefere Bindung ensteht nicht.

Wenn es "nur" Sex wäre, wäre es für mich kein Problem, da dieser für mich keine Priorität darstellt. Aber der Mann ist eben alles für mich. Ich fühle mich zu schwach, um zu gehen, gleichzeitig denke ich, dass ich nur so die Chance hätte, einen Partner zu finden, der zu mir steht.

Ich bin fast 37 - ich merke, wie die Zeit mir davon läuft, ohne je anzukommen. Früher war ich kein "Angst-Mensch", eher unerschrocken. Heute liege ich nachts wach und sehe die Jahre vorüber ziehen. Ich reagiere zunehmend mit bissigen, bösartigen, verbitterten Kommentaren auf ihn, während er immer freundlich zu mir ist. Ich denke, dass sind die verletzten Gefühle der Ablehnung (weil er letztlich mit einer anderen lebt) die diese gehässigen Ausbrüche bewirken. So kenne ich mich gar nicht und so möchte ich auch nicht sein.

Gruß,

criska







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3. Dezember 2010 um 18:03

Hallo Criska,
ja ich kann verstehen, dass Dich das ziemlich mitnimmt.

Rein strategisch gesehen, wäre es doch am besten, wenn Du noch 'bei ihm bleibst' und Dir parallel einen Neuen suchst. So würden 'die Männer' es machen.

Ausserdem hat er ja auch noch eine Andere. Dann kannst Du das doch auch... so wärst Du jedenfalls - zumindest was Deine Befürchtungen der Einsamkeit angeht - abgesichert.

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3. Dezember 2010 um 18:17

Ich frage mich immer
Warum Männer eine Affäre viele Jahre führen?
Wäre doch einfacher, eine richtige Beziehung anzufangen und dieses feiges Versteckspielchen zu treiben.
Warum offiziell eine andere Frau an der Seite haben und nebenbei eine andere? Macht doch keinen Sinn.

Eigentlich will man dann keine von beiden richtig.
Warum Frauen da mitmachen, weiß ich nicht, ist mir auch egal.
Ich sage immer Ja-ja oder Nein-nein. Jemanden jahrelang an der Pelle habe, der mehr von mir erwartet, ist mir zu komplitiert und zu ätzend.
ONS ist ok, aber eine Affäre - ein Nogo.

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3. Dezember 2010 um 19:23
In Antwort auf nastassja1212

Hallo Criska,
ja ich kann verstehen, dass Dich das ziemlich mitnimmt.

Rein strategisch gesehen, wäre es doch am besten, wenn Du noch 'bei ihm bleibst' und Dir parallel einen Neuen suchst. So würden 'die Männer' es machen.

Ausserdem hat er ja auch noch eine Andere. Dann kannst Du das doch auch... so wärst Du jedenfalls - zumindest was Deine Befürchtungen der Einsamkeit angeht - abgesichert.

Verständnis
Danke nastassja für Dein Verständnis.

Wir stehen fast rund um die Uhr in Kontakt. Es wäre mir rein tatsächlich unmöglich jemanden kennen zu lernen, ohne dass er es merken würde. Beim geringsten Verdacht, ich könnte mich auch nur umschauen, zieht er sich zurück, bzw. kündigt es an. Und da er alle Lebensbereiche bei mir völlig ausfüllt, habe ich Angst davor. Er hat sich unentbehrlich gemacht, Stück für Stück.

Ich hatte seit Jahren kein einziges Date mit einem Mann mehr. Habe auch niemanden kennen gelernt. Wenn mein Telefon klingelt sind es meine Eltern oder er. Sonst gibt es keine Kontakte mehr, da ich nach dem Wegzug der Freunde keine neuen Freunde mehr kennen lernte.

Meine Affäre versucht alles, um mir in jedem Lebensbereich vollends zu genügen - was auch so ist. Ich kenne niemanden, der auch so viele Interessen mit meinen teilen würde und niemanden, der immer für mich da ist, wenn ich ihn brauche. Ich langweile mich nie mit ihm, freue mich über jeden Anruf, jede E-Mail.

Aber natürlich übernachtet er nicht bei mir, wohnt erst recht nicht mit mir zusammen und stellt mich in der Öffentlichkeit nur als eine Bekannte vor.

Ich bräuchte sonst niemanden, wenn er sich für mich entschieden hätte. Aber so habe ich eben ein großes Problem: eine sehr tiefe emotionale Bindung einerseits und andererseits ein schlechtes Gewissen der anderen Frau gegenüber und die Angst, da in eine letztlich für mich fatale Situation geraten zu sein.

Leider vermute ich, dass ein Therapeut auch nicht mehr sagen könnte, als "Verbindung kappen, neue Freunde suchen". Ist halt schwer, mit Ende 30 komplett bei Null anzufangen. Wie soll man die Zeit überstehen, bis man neue Freunde hat, einen neuen Vertrauten?

Jede Neuigkeit wird sofort miteinander geteilt. Wenn das wegfiele - ich kann es mir gar nicht vorstellen.

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