Home / Forum / Liebe & Beziehung / Wieso habe ich Mitleid mit meinem gewalttaetigen Mann?

Wieso habe ich Mitleid mit meinem gewalttaetigen Mann?

20. April 2012 um 22:35

Hallo ihr Lieben!
Ich braechte dringend Hilfe. Kurzfassung meiner Geschichte: Bin seit 3 Jahren verheiratet und mein Mann und ich haben einen gemeinsamen Sohn (8 Mon.). Mein Mann ist sehr launisch und neigt zu Wutausbruechen oft wegen Kleinigkeiten (er droht mir, dass er mich umbringt, schmeisst Sachen in der Wohnung, hat mich am Nacken gepackt, als ich hochschwanger war, faehrt wie ein Irrer, obwohl er weiss, dass ich Todesangst habe, macht mich nieder, kann mich tagelang ignorieren, wenn er auf mich spinnt, haut Loecher mit den Faesten in die Waende und droht mir, dass es mein Kopf sein wird usw.), aber wir haben natuerlich auch sehr schoene Zeiten gehabt. Mir kommt es vor, als ob ich mit Dr. Jekyll und Mr. Hyde verheiratet bin. Bin wieder zum x-ten Mal abgehauen und diesmal fuer immer. Habe mich mit ihm wieder telefonisch gehoert, da er unseren Sohn wiedersehen moechte. Ich moechte ihm das Kind nicht wegnehmen. Jedes Mal, wenn ich mit ihm spreche, geht es mir elendig. Habe extreme Schuldgefuehle da es ihm so schlecht geht. Er hat bei seinen Eltern gesagt, dass er sich umbringen will. Ich habe immer grosses Mitleid, da er eine schwere Kindheit hatte, einen sehr sehr schweren Autounfall vor 8 Jahren und Drogenprobleme (nur kiffen). Ich habe das Gefuehl, dass ich ihm nicht jetzt im Stich lassen kann und das er mich braucht. Ich will aber nicht mehr mit zusammen sein, da schon zu viele Sachen in unserer Beziehung kaputt sind und meine Gefuehle aufgrund der verbalen und physischen Attacken nachgelassen haben. Er verspricht mir, dass er eine Therapie macht usw. Wie soll ich mich bei dem Treffen verhalten? Ich bin ein sehr sensibler Mensch und iwie habe ich so ein Helfersyndrom, wuerde manchmal am liebsten den Schmerz der ganzen Welt auf mich nehmen, aber ich gehe langsam unter.
Danke euch fuer eure Hilfe im Voraus!

Mehr lesen

21. April 2012 um 17:53

Danke dir
Danke fuer deine Antwort. Es zerfrisst mich innerlich, wenn ich weiss, dass soviele Menschen jetzt leiden. Er ruft mich immer wieder heulend an, dass er mich und sein Kind vermisst. Seine Mom ist auch am Boden zerstoert und ruft mich staendig an. Es tut einfach so weh. Ich frage mich immer wieder, ob ich mich nicht mehr bemuehen sollte, dass wir wieder alles auf die Reihe bekommen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

23. April 2012 um 1:37

Huhu
ich kann dich sehr gut nachvollziehen, weil ich ähnlich in meiner Situation empfinde.

Ich habe auch immer mitleid mit meinem Mann und das gefühl ihm helfen zu müssen und seine Ausflüchte mit seiner Vergangenheit und jetztiger Lebenssituation entschuldige.

Aber ich habe erst vor kurzem einen Kumpel wiedergetroffen, er wurde als Kind eingesperrt, geschlagen etc. und ist als Teenager freiwilig ins Heim. Er ist ständig fröhlich, ein superlieber Kerl und mach viel viel sport. Gleiche Ausgangslage, problem SELBER anders gelöst.
Auch andere Leute haben schreckliches erlebt und den Schritt in ein normales Leben geschafft.

Wir können jemanden erwachsenen nicht einfach so "heilen". Man kann jemanden beistehen, aber nicht seine Probleme lösen. Ich muss mir dies auch jeden Tag immer wieder bewusst machen. Warum verspricht er dir eine Therapie zu machen? Weil du das erwartest oder weil er erwartet dadurch seine Aggressionen zu lösen?
Mein Mann ist auch 2 x in eine Beratung gegangen, aber es hat wenig gebracht, weil er hat dies nur gemacht weil ich sonst die Beziehung beendet hätte damals, er selber hat nicht so den Sinn gesehen und meint immer dass er das alleine in Griff kriegt.. ich glaube nicht mehr dran.

Am Schluss ist es ein Fass ohne Boden, wenn man ständig jemanden beisteht und diese Person bleibt im Sumpf hängen. Ich bin richtig ausgelaugt davon ihm helfen zu wollen und muss ihn wohl ziehen lassen mit dem Wunsch, dass er selber dazulernt und "erwachsen" wird und auch wenn es nichts mehr aus uns wird, so hoffe ich doch, dass er in der nächsten Beziehung lernt und glücklich wird. Aber dass muss er werden.

Wie ist es den wenn er das Kind sehen würde, währe er dann anständig zu dir und vorallem zu dem Kind. Es gibt sonst auch Angebote wo man das Kind unter bewachung sehen kann.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

24. April 2012 um 14:21

Ihr hattet so Recht!
Am Sonntag gab es ein Treffen mit ihm und seinen Eltern, damit er das Kind sieht. Er war natuerlich superlieb und nett, hat Traenen in den Augen gehabt, als er unseren Sohn gesehen hat usw. Als ich ihm in die Augen sah, hatte ich null Mitleid mehr mit ihm und das Wichtigste keine Angst mehr, da ich ihm keine Macht ueber mich eingeraeumt habe. Ich hasse ihn nicht, da Hass ein intensives Gefuehl ist. Diese Person ist nicht bedeutsam mehr fuer mich und mein Leben. Mir gingen die ganzen Bilder durch den Kopf, als er mich beleidigt und erniedrigt hatte. Als ich wieder zu meiner Mom fuhr, war ich gluecklich, wie seit langem nicht mehr. Ich fuehlte mich, wie ein Gefangener am Tag seiner Entlassung. Zwar weiss ich nicht, was noch auf mich zukommt (finanziell, kuenftige Treffen mit ihm, usw.), aber das ist mir egal. Es kann nur besser werden. Alles ist besser, als in einer staendigen Angst zu leben, besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Frage mich zwar jeden Tag, wieso ich das solange ertragen habe, dass jemand meine Wuerde mit Fuessen tritt. Hab leider keine Antwort darauf, aber habe wenigsten eine Lektion fuers Leben gelernt. Wieso habe ich es nicht frueher gesehen, dass er so ein egoistisches, verlogenes Schwein ist, dass nur seine Rollen gespielt hat. Aber iwann kommt die Wahrheit ans Tageslicht und langsam merken auch seine Freunde, seine Schauspielerei. Seine Selbstmorddrohungen und Ausreden bzgl. Kindheit waren nur Druckmittel, denn Unkraut verdirbt nicht. Hatte auch keine Bilderbuchkindheit, aber trotzdem suche ich mir keine Suendenboecke. Er ist zu selbstsuechtig, dass er sich jemals etwas antun wuerde.
einhasel65: hast Recht, obwohl ich deine Wortwahl ein bisschen grob finde. er hatte nie einen wutausbruch in Anwesendheit unseres Kindes. Falls das jemals der Fall gewesen waere, haette ich schon laengst einen Schlussstrich gezogen.
Danke euch nochmals fuer die Antwort und einen schoenen tag noch. Heute goenne ich mir eine Shoppingtour und einen Frisoertermin Das Leben ist die gleiche Zeitspanne, ob man es lachend oder weinend verbringt, also lache ich lieber.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Diskussionen dieses Nutzers
Mein Ehemann ist wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde - hab panische Angst (ACHTUNG: sehr lang)
Von: haidee_12629692
neu
12. April 2012 um 1:04
Lust auf mehr Farbe in deinem Leben?
wallpaper

Das könnte dir auch gefallen