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Wie soll ich mit dieser Beziehung fortfahren?

15. Juni 2002 um 19:06 Letzte Antwort: 18. Juni 2002 um 21:03

Hallo liebes Forum,

Da ich die Antworten auf Fragen teilweise fantastisch bin, wende ich mich - nun ratlos - auch mal hoffnungsvoll per Beitrag an Euch und schütte Euch mein Herz aus.

Es wäre super, wenn sich jemand die Mühe macht und meine kleine Beschreibung durchlesen wüßte und vielleicht auch eine fachkundige Antwort oder einen Tipp weiß

Nun denn, beginne ich:
Es geht um eine Frau. Sie ist 23. Ich bin 26. Ich liebe sie seit ca. 2 Jahren.

Sie hat ein leichtes psychisches Problem. Das merkt man, weil sie keine Nähe zulassen kann, weder zu ihren Eltern (es handelt sich um kein Mißbrauchsopfer), zu mir oder jemand anderem. Sie vertraut einfach nicht, findet sich selbst unattraktiv, glaubt, hat Angst, dass sie alle Dinge, die sie vorhat (Studium Kunst) nicht schafft (fernab ist davon ist sie so ziemlich das intelligenteste, humorvollste, kreativste Lebewesen, dass ich auf diesem Planeten kenne).

Dieses ganze Hickhack mit ihr, diese Achterbahnfahrt macht ich von Tag 1 an mit, und auch heute noch, wobei es sich ingesamt schon gebessert hat. An Weihnachten sind wir uns so nahe gekommen, dass wir miteinander schliefen, das hatte sich kurz danach noch ein paar mal wiederholt. Ich fiel aus allen Wolken als sie mir sagte, dass ich nicht ihr Freund bin?! Obwohl wir uns alles erzählten, Stundenlang in den Armen hielten und auch körperlichen Kontakt hatten. Sie sagte, sie könne mit der Verantwortung nicht umgehen, sie wollte nicht in der Pflicht sein, mich jeden Tag zu küssen.

Und das ist auch das Muster, dass sie z.B. bei ihrer Familie anwendet. Sie bekommt Paranoia, wenn sie auf irgendetwas festgemacht wird, fühlt sich kontrolliert und hat natürlich ständig Angst die Kontrolle zu verlieren. (zuvor hatte sie einen Freund, der erste, der sie 3-4 Jahre noch kontrolliert und aufgelauert hatte)

Nun gibt sie mir trotzdem immer das Gefühl, dass sie Gefühle für mich hat. Ich tue viel mehr für sie.. half ihr beim Lernen, half ihr bei Problemen und sie sagt oft, "dass ich das beste bin, was ihr je passiert ist". Trotzdem ist sie bis heute noch auf fast keinen Wunsch von mir eingegangen, auch wenn ich ihn wiederholte. Sie redet sich da irgendwie raus. Es geht auch um harmlose Dinge, wie besuchen, auf ein Konzert mitgehen, im Arm halten (sie von ihrer Seite macht das ab und zu).

Nun habe ich keine Geduld mehr, weil sich auch wenig daran änderte und mich diese Situation einem Menschen so nah zu stehen, meine innersten Gefühle mit ihm zu teilen, mir meine Zukunft mit ihm vorstellen und diese Kälte auf der anderen Seite bei mir für einen großen Zwiespalt sorgen und es mir immer mehr wehtut. Nun bin ich ratlos... hat diese Frau ein psychisches Problem (sie macht seit 4 Jahren Therapie)? Hält sie mich nur hin? Hat sie (partnerschaftliche) Zukunftspläne mit mir, auch wenn sie aus dem Status "Freundin" zu sein, flüchtet. Ich weiß nicht was ich tun soll, ob ich es noch aushalten kann. Nach zwei Jahren ist meine Kraft (ich habe sehr viel kompensiert) fast am Ende. Andere Männer trifft sie nicht, sie haßt sie zum Teil auch.

Wie soll ich mit diesem Mädchen, welches ich liebe, und mit der ich die wunderbarste Partnerschaft führen könnte, umgehen? Ich bin sehr dankbar für alle Antworten und Denkanstöße!!

- Ratsuchender -, 26 Jahre.

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15. Juni 2002 um 20:48

Hallo lieber Ratsuchender!


Ich habe deinen Beitrag mit großem Interesse gelesen.
Daß du trotz aller Probleme schon seit 2 Jahren zu deiner Freundin hältst, spricht 100%ig für dich!
Einiges, was ich gelesen habe, kam mir im ersten Moment ziemlich bekannt vor; ich bin auch sehr freiheitsliebend...Aber so ausladende Ausmaße nimmt es bei mir dann doch nicht an.
Ich denke nicht, daß sie dich nur hinhält, sondern einfach nicht anders kann! Niemand kann aus seiner Haut und bestimmt ist es für sie auch nicht einfach. Ich könnte mir sogar vorstellen, daß sie den Zwiespalt den du erwähnt hast, genauso empfindet und sich bestimmt auch wünscht, etwas an ihrem Verhalten zu ändern. (sonst würde sie ja auch keine Therapie machen).
Daß sie auch gegenüber anderen Menschen abweisend ist, ist dir zwar auch keine Hilfe, aber ich denke so sind wenigstens jegliche Zweifel ob es an dir liegt komplett auszuschließen!
Wenn ihr euch so gut versteht und kennt, habt ihr doch mit Sicherheit schon öfter über dieses "Problem" gesprochen. Wie sieht die Sache denn aus ihrer Sicht aus? Begründet sie ihre Unnahbarkeit irgendwie?
Daß sie nicht die Verantwortung dafür übernehmen möchte, deine Freundin zu sein und nicht die Pflicht haben will, dich "täglich zu küssen", kann ich irgendwie nachvollziehen. Mir ist es auch schonmal so ergangen, daß ich die andere Person einfach viel zu lieb gehabt habe, um die verantwortung für unser beider Glück als Paar übernehmen zu wollen.
Und Verpflichtungen wollte ich auch nicht eingehen. Ich wollte einfach eine Art von Beziehung, die es eigentlich nicht gibt: nur das Schöne genießen, ohne verantwortung oder Verpflichtungen für den anderen und dich selber übernehmen zu müssen. Ich fühlte mich der Situation schlichtweg nicht gewachsen. Vielleicht geht es deiner Freundin ja genauso?!
Wie gesagt, die Tatsache daß sie eine Therapie mitmacht zeigt ja schonmal, daß sie die Problematik erkannt hat und bereit ist, etwas zu verändern.
Daß du keine Kraft mehr hast, ist verständlich. Es ist nicht einfach, von der Person die man liebt zurückgewiesen zu werden. Ich kann mir aber auch vorstellen, daß es ihr genauso wehtut wie dir, wenn sie dich zurückstösst, denn wie du ja geschrieben hast, bist du für sie das beste, was ihr je passiert ist. Auf der einen Seite scheint sie die Nähe zu brauchen, möchte sich aber auch nicht einnehmen lassen und wenn möglich eure Beziehung alleine steuern.
Auf die Frage, ob deine Freundin Zukunftspläne hat, kann ich dir ja logischerweise keine Antwort geben, aber vielleicht ist es so, daß sie Angst vor der Zukunft hat. Ich spreche da ein bischen aus Erfahrung...Sie weiß ja vermutlich selber nicht so genau, was "das mit euch" so ganz konkret ist und traut sich wahrscheinlich auch nicht, zu planen und vor allen Dingen jemand anderes in ihr Leben fest mit einzuplanen.
Mehr fällt mir dazu im Moment auch nicht ein.
Ich hoffe, ich konnte dir trotzdem irgendwie helfen...

Viele liebe Grüße, Perdida.

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16. Juni 2002 um 2:47
In Antwort auf sibel_11910096

Hallo lieber Ratsuchender!


Ich habe deinen Beitrag mit großem Interesse gelesen.
Daß du trotz aller Probleme schon seit 2 Jahren zu deiner Freundin hältst, spricht 100%ig für dich!
Einiges, was ich gelesen habe, kam mir im ersten Moment ziemlich bekannt vor; ich bin auch sehr freiheitsliebend...Aber so ausladende Ausmaße nimmt es bei mir dann doch nicht an.
Ich denke nicht, daß sie dich nur hinhält, sondern einfach nicht anders kann! Niemand kann aus seiner Haut und bestimmt ist es für sie auch nicht einfach. Ich könnte mir sogar vorstellen, daß sie den Zwiespalt den du erwähnt hast, genauso empfindet und sich bestimmt auch wünscht, etwas an ihrem Verhalten zu ändern. (sonst würde sie ja auch keine Therapie machen).
Daß sie auch gegenüber anderen Menschen abweisend ist, ist dir zwar auch keine Hilfe, aber ich denke so sind wenigstens jegliche Zweifel ob es an dir liegt komplett auszuschließen!
Wenn ihr euch so gut versteht und kennt, habt ihr doch mit Sicherheit schon öfter über dieses "Problem" gesprochen. Wie sieht die Sache denn aus ihrer Sicht aus? Begründet sie ihre Unnahbarkeit irgendwie?
Daß sie nicht die Verantwortung dafür übernehmen möchte, deine Freundin zu sein und nicht die Pflicht haben will, dich "täglich zu küssen", kann ich irgendwie nachvollziehen. Mir ist es auch schonmal so ergangen, daß ich die andere Person einfach viel zu lieb gehabt habe, um die verantwortung für unser beider Glück als Paar übernehmen zu wollen.
Und Verpflichtungen wollte ich auch nicht eingehen. Ich wollte einfach eine Art von Beziehung, die es eigentlich nicht gibt: nur das Schöne genießen, ohne verantwortung oder Verpflichtungen für den anderen und dich selber übernehmen zu müssen. Ich fühlte mich der Situation schlichtweg nicht gewachsen. Vielleicht geht es deiner Freundin ja genauso?!
Wie gesagt, die Tatsache daß sie eine Therapie mitmacht zeigt ja schonmal, daß sie die Problematik erkannt hat und bereit ist, etwas zu verändern.
Daß du keine Kraft mehr hast, ist verständlich. Es ist nicht einfach, von der Person die man liebt zurückgewiesen zu werden. Ich kann mir aber auch vorstellen, daß es ihr genauso wehtut wie dir, wenn sie dich zurückstösst, denn wie du ja geschrieben hast, bist du für sie das beste, was ihr je passiert ist. Auf der einen Seite scheint sie die Nähe zu brauchen, möchte sich aber auch nicht einnehmen lassen und wenn möglich eure Beziehung alleine steuern.
Auf die Frage, ob deine Freundin Zukunftspläne hat, kann ich dir ja logischerweise keine Antwort geben, aber vielleicht ist es so, daß sie Angst vor der Zukunft hat. Ich spreche da ein bischen aus Erfahrung...Sie weiß ja vermutlich selber nicht so genau, was "das mit euch" so ganz konkret ist und traut sich wahrscheinlich auch nicht, zu planen und vor allen Dingen jemand anderes in ihr Leben fest mit einzuplanen.
Mehr fällt mir dazu im Moment auch nicht ein.
Ich hoffe, ich konnte dir trotzdem irgendwie helfen...

Viele liebe Grüße, Perdida.

Perfekt
Hallo Ratsuchender,
die Antwort von Perdida finde ich perfekt. Deshalb bleibt mir nichts weiter, als mich ihr anzuschließen, damit du siehst, daß andere auch so denken.

Eines möchte ich noch ergänzen. Du solltest deiner Freundin klarmachen, daß deine Kräfte am Schwinden sind und wie groß deine Verzweiflung darüber ist. So wie es aussieht, wird sie dich nicht verlieren wollen.

Viel Glück und Kraft
mikado

--


Ich bin ein Schmetterling.
Ich komme und ich gehe.
Jede Fessel ist zu gross für mich,
jedes Band zu schwach, mich zu halten.

Ich löse mich von allem und fliege fort.
Doch du hast mich gefesselt und gebunden.
Nicht mit Steinen und Ketten an meinen Flügeln,
sondern mit der Freiheit, die Du mir gewährtest.

Du hast mich frei-gelassen,
mit der stummen Bitte zurückzukommen.
Und ich kam zurück;
frei-willig.

Denn bin ich auch ein Schmetterling,
ich brauche eine Heimat.


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16. Juni 2002 um 11:06

Therapie ?
Hallo,

ich möchte mich wohl auch im großen und ganzen an den rat von perida anschliessen. allerdings gibt es eins, was ich mich doch ein wenig wundert. und zwar schreibst du, dass sie bereits seit 4 jahren eine therapie macht und doch hat sich in den letzten 2 jahren nichts an ihrem verhalten geändert....das macht mich stutzig. man muss auch wirklich an sich arbeiten und sich zwingen, dinge zu ändern. es gibt sicher leute, die jahrelang zu therapien rennen ohne einen erfolg zu verbuchen. verstehst du, was ich meine ? ich möchte mir nicht anmaaßen, zu verstehen, was eine person empfindet, die missbraucht wrude. aber ich denke schon, dass sie auch wirklich etwas in die tat umsetzen sollte und das scheint sie doch nicht zu tun laut deinen beschreibungen. und wenn sie es sogar geschafft hat, mit dir ein sexuelles verhältnis einzugehen, ist sie dann über diesen wunden punkt weg ? warum macht sie dann nicht weiter ? ich denke, wie du sagst, etwas besseres wie du kann ihr nicht passieren. ein super freund halt, keine verpflichtungen, keine einschränkungen. bis dann vielleicht einer kommt, bei dem es klick macht....ich bin auf jeden fall der meinung, dass ihr darüber nochmal ganz offen sprechen solltet. du hast die zwei jahre lang wirklich extrem viel investiert und ich glaube dir gerne, dass du keine kraft mehr hast. und das mit recht.

alles gute für die zukunft
liebe grüße
Tanja

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16. Juni 2002 um 12:37
In Antwort auf larisa_12886446

Therapie ?
Hallo,

ich möchte mich wohl auch im großen und ganzen an den rat von perida anschliessen. allerdings gibt es eins, was ich mich doch ein wenig wundert. und zwar schreibst du, dass sie bereits seit 4 jahren eine therapie macht und doch hat sich in den letzten 2 jahren nichts an ihrem verhalten geändert....das macht mich stutzig. man muss auch wirklich an sich arbeiten und sich zwingen, dinge zu ändern. es gibt sicher leute, die jahrelang zu therapien rennen ohne einen erfolg zu verbuchen. verstehst du, was ich meine ? ich möchte mir nicht anmaaßen, zu verstehen, was eine person empfindet, die missbraucht wrude. aber ich denke schon, dass sie auch wirklich etwas in die tat umsetzen sollte und das scheint sie doch nicht zu tun laut deinen beschreibungen. und wenn sie es sogar geschafft hat, mit dir ein sexuelles verhältnis einzugehen, ist sie dann über diesen wunden punkt weg ? warum macht sie dann nicht weiter ? ich denke, wie du sagst, etwas besseres wie du kann ihr nicht passieren. ein super freund halt, keine verpflichtungen, keine einschränkungen. bis dann vielleicht einer kommt, bei dem es klick macht....ich bin auf jeden fall der meinung, dass ihr darüber nochmal ganz offen sprechen solltet. du hast die zwei jahre lang wirklich extrem viel investiert und ich glaube dir gerne, dass du keine kraft mehr hast. und das mit recht.

alles gute für die zukunft
liebe grüße
Tanja

Mini-Mißvertständnis
Hallo Tanja,

Danke für Deinen Beitrag. Ich sehe das ganz ähnlich, eine Änderung muß jetzt wirklich von ihrer Seite kommen, sie muß sich einfach zwingen mal auf andere Menschen, auch mit Verantwortung zuzugehen. Nur ich habe Angst, dass, wenn ich das richtig anspreche, wir uns trennen. Ein kleines Mißverständnis: Sie ist kein Mißbrauchsopfer, auch wenn die Symptome ähnlich sind. Sie hat im Elternhaus recht viel Kontrolle erfahren, was mit dem Ex-Freund weiterging.

Viele Grüße
Ratsuchender
*der immer noch nicht ganz konkret weiß, was er tun kann/soll/muß* *seufz*

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16. Juni 2002 um 12:56
In Antwort auf sibel_11910096

Hallo lieber Ratsuchender!


Ich habe deinen Beitrag mit großem Interesse gelesen.
Daß du trotz aller Probleme schon seit 2 Jahren zu deiner Freundin hältst, spricht 100%ig für dich!
Einiges, was ich gelesen habe, kam mir im ersten Moment ziemlich bekannt vor; ich bin auch sehr freiheitsliebend...Aber so ausladende Ausmaße nimmt es bei mir dann doch nicht an.
Ich denke nicht, daß sie dich nur hinhält, sondern einfach nicht anders kann! Niemand kann aus seiner Haut und bestimmt ist es für sie auch nicht einfach. Ich könnte mir sogar vorstellen, daß sie den Zwiespalt den du erwähnt hast, genauso empfindet und sich bestimmt auch wünscht, etwas an ihrem Verhalten zu ändern. (sonst würde sie ja auch keine Therapie machen).
Daß sie auch gegenüber anderen Menschen abweisend ist, ist dir zwar auch keine Hilfe, aber ich denke so sind wenigstens jegliche Zweifel ob es an dir liegt komplett auszuschließen!
Wenn ihr euch so gut versteht und kennt, habt ihr doch mit Sicherheit schon öfter über dieses "Problem" gesprochen. Wie sieht die Sache denn aus ihrer Sicht aus? Begründet sie ihre Unnahbarkeit irgendwie?
Daß sie nicht die Verantwortung dafür übernehmen möchte, deine Freundin zu sein und nicht die Pflicht haben will, dich "täglich zu küssen", kann ich irgendwie nachvollziehen. Mir ist es auch schonmal so ergangen, daß ich die andere Person einfach viel zu lieb gehabt habe, um die verantwortung für unser beider Glück als Paar übernehmen zu wollen.
Und Verpflichtungen wollte ich auch nicht eingehen. Ich wollte einfach eine Art von Beziehung, die es eigentlich nicht gibt: nur das Schöne genießen, ohne verantwortung oder Verpflichtungen für den anderen und dich selber übernehmen zu müssen. Ich fühlte mich der Situation schlichtweg nicht gewachsen. Vielleicht geht es deiner Freundin ja genauso?!
Wie gesagt, die Tatsache daß sie eine Therapie mitmacht zeigt ja schonmal, daß sie die Problematik erkannt hat und bereit ist, etwas zu verändern.
Daß du keine Kraft mehr hast, ist verständlich. Es ist nicht einfach, von der Person die man liebt zurückgewiesen zu werden. Ich kann mir aber auch vorstellen, daß es ihr genauso wehtut wie dir, wenn sie dich zurückstösst, denn wie du ja geschrieben hast, bist du für sie das beste, was ihr je passiert ist. Auf der einen Seite scheint sie die Nähe zu brauchen, möchte sich aber auch nicht einnehmen lassen und wenn möglich eure Beziehung alleine steuern.
Auf die Frage, ob deine Freundin Zukunftspläne hat, kann ich dir ja logischerweise keine Antwort geben, aber vielleicht ist es so, daß sie Angst vor der Zukunft hat. Ich spreche da ein bischen aus Erfahrung...Sie weiß ja vermutlich selber nicht so genau, was "das mit euch" so ganz konkret ist und traut sich wahrscheinlich auch nicht, zu planen und vor allen Dingen jemand anderes in ihr Leben fest mit einzuplanen.
Mehr fällt mir dazu im Moment auch nicht ein.
Ich hoffe, ich konnte dir trotzdem irgendwie helfen...

Viele liebe Grüße, Perdida.

Danke für diese Antwort
Einen schönen guten Tag Perdida,

Deine Antwort war echt super ausführlich, gut und ich bin echt überrascht.

Du hast wohl Recht: Sie hält mich nicht bewußt hin, vielleicht unterbewußt, weil sie eben nicht kann.

Es tut echt gut zu hören, dass es vermutlich nicht an mir liegt, dass ist es ja, was sie auch mit damit schafft, in dem Sie soviel Distanz schafft, ein Angriff auf mein Selbstbewußtsein... welches ja eigentlich ganz ok ist. Ich kann mir ihr einfach nie sicher sein. Ich will sie ja nicht kontrollieren, aber ich muß doch so ein Grundgefühl haben, mich auf sie verlassen zu können. Ich dachte schon, dass ich mal zum Psychologen gehe, vielleicht kann er ja meine "Sehnsüchte" nach Nähe, Geborgenheit, etwas mindern - aber vielleicht ist das auch falsch, weil das Mißverhältnis, einer tut alles, der andere nichts dadurch nicht besser wird - und ich soll mich ja auch nicht aufgeben oder mein Individuum verbiegen.

Was habe ich getan? Eine Schnitzeljagd mit Schatzkarte durch einen verschneiten Wald zu Weihnachten, einen Kuchen mit "Du schaffst es" in 10 kg Haribo geschrieben vor einer Prüfung gebackt. Ich bin einen Tag nachdem sie sagte, sie würde gerne nach Italien ans Meer, mit ihr nach Italien ans Meer gefahren. Ich habe ihr eine fast unmöglich zu bekommende Praktikantenstelle besorgt. Ich habe sie zum Psychologen gefahren (150 km weg) um ihr zu zeigen, dass ich sie auch hier unterstütze und sie akzeptiere. Ich versuche ihr Rückhalt zu geben, wenn sie sich mit ihren Eltern überwirft. Sie erzählt mir auch alles, schrieb mir mal 30 Postkarten an einem Tag (mit Musterentschuldigungen, warum sie sich mal nicht melden kann), fragt mich nach meinen Gefühlen, aber ist fast noch nie auf einen Wunsch eingegangen oder dass ich den Anfang machte sie (super zärtlich) anzufassen.

Stattdessen immer die Angst, etwas tun zu müssen, was der andere will und nicht sie selbst. Angeblich hat sie das schon seit sie ca. 12-13 ist. Vielleicht hat das Pfarrerelternhaus etwas damit zu tun... strenge Moralvorschriften, usw.

Ob es ihr wehtut, wenn sie mich zurückstößt, bezweifele ich. Ich denke, eher sie fühlt sich dann (und nicht nur bei mir, sie bekommt da fast immer Streit) befreit. Dass sie nicht weiß, was das ist... glaube ich auch. Wobei es so maximal bequem für sie ist. Es kann ja nicht so bleiben und irgendwann muß sie ja mal lernen, den Schritt zu machen, und Verantwortung für einen anderen Menschen zu übernehmen, bzw. mal das zu machen, was sie nicht unbedingt ihr primärer Wille ist, sondern was eben das Gemeinschaftliche zu fördern, das Geben und Nehmen in ein richtiges Verhältnis zu setzen.

Nun habe ich Angst, dass, wenn ich das anspreche nicht richtig funktioniert. Sie hat natürlich Angst davor, in dieser Richtung kritisiert zu werden und stellt sich total auf Abwehr ein. Das macht das Ganze auch so schwer, und deshalb habe ich so lange herausgezögert, schließlich will ich sie nicht "manipulieren" oder "kontrollieren" und stellte so alles etwas zurück.

Wie soll ich Ihr das, unter Berücksichtigung obiger Punkte, nur sagen? Wie kann ich ihr das Gefühl geben, dass Vertrauen, dass sie nun in mich hat, in den nächsten Schritt zu investieren und es einfach mal zu versuchen, bzw. sich zu zwingen.

Ist es sicher, dass sie mich nicht nur ausnutzt und nicht als Nachfolger für den Ex nahm, weil es eben bequem ist, und sie eine Stütze braucht? Hätte unsere Beziehung überhaupt eine Zukunft, weil sie sich jetzt sicherlich nicht innerhalb eines Tages ändern wird?

Das dumme ist, mein Leben ist selbst voller Verantwortung gespickt. Ich habe 38 Angestellte, einen Verein, meine Band und all das leidet, wenn es ich es substantiell mit dem Nachdenken, Schlechtfühlen, Vermissen zu tun bekomme. Hach... nie hätte ich gedacht, dass ich das mal für einen Menschen mache. (

Viele liebe Grüße
Ratsuchender

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16. Juni 2002 um 13:00
In Antwort auf sani_12662212

Perfekt
Hallo Ratsuchender,
die Antwort von Perdida finde ich perfekt. Deshalb bleibt mir nichts weiter, als mich ihr anzuschließen, damit du siehst, daß andere auch so denken.

Eines möchte ich noch ergänzen. Du solltest deiner Freundin klarmachen, daß deine Kräfte am Schwinden sind und wie groß deine Verzweiflung darüber ist. So wie es aussieht, wird sie dich nicht verlieren wollen.

Viel Glück und Kraft
mikado

--


Ich bin ein Schmetterling.
Ich komme und ich gehe.
Jede Fessel ist zu gross für mich,
jedes Band zu schwach, mich zu halten.

Ich löse mich von allem und fliege fort.
Doch du hast mich gefesselt und gebunden.
Nicht mit Steinen und Ketten an meinen Flügeln,
sondern mit der Freiheit, die Du mir gewährtest.

Du hast mich frei-gelassen,
mit der stummen Bitte zurückzukommen.
Und ich kam zurück;
frei-willig.

Denn bin ich auch ein Schmetterling,
ich brauche eine Heimat.


Schönes Gedicht!
Liebe Mikado,

Ja, ich glaube auch, dass sie mich nicht verlieren will. Man merkt ja immer erst den Wert einer Sache, wenn sie weg ist.

Ich will sie auch nicht verlieren... noch nie hat mich eine Person so inspiriert! Der Wortwitz übertrifft alles, und der Humor ist so tiergründig, dass man oft erst nach Minuten auf den Sinn kommt

Aber ich weiß es nicht. Es kann ja auch sein, dass sie gar kein partnerschaftliches Interesse hat, und mich nur hinhält. So Gedanken kommen nach vielen Monaten. Und das Gespräch beinhaltet also ein gewisses Risiko, welches vielleicht durch die Projektion einer Angst auf sie entsteht, aber dennoch verhinderte, dass ich es bisher so "ernst" führte.

Aber es ist echt so, die Kraft ist am Ende, irgendwann will man sich ja mal auch geborgen fühlen, sogar als Mann *grins*

Danke!

Ratsuchender

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16. Juni 2002 um 14:31

Hallo lieber ratsuchender!
Ist natürlich nur ein laientip (hab zwar in meinen Kursen schon viel darüber gelernt, aber bin keine geprüfte psychologin ) aber erkundige dich mal über shizoide charaktere, denn ich denke, dass es genau das sein könnte, was deine freundin ist. Hat nix mit shizopren zu tun, auch wenn es vom wort so klingen mag.
Shizoide charaktere gibt es in zwei ausprägungen, einmal in der Form, dass man übertrieben nach zuneigung und gesellschaft sucht, d.h. angst vor dem allein sein hat und einmal in der form, in der es sich bei deiner freundin zu äußern scheint, nämlich dass sie angst vor nähe hat. Shizoide charaktere können absolut liebe menschen sein und auch bedingt viel nähe geben und suchen. Realisieren sie aber für sich, dass es plötzlich zu weit geht blocken sie ab. Den einen Tag hat man das Gefühl ihnen nahe zu sein, wie man einem menschen nur nah sein kann, den anderen Tag verhalten sie sich,als hätte man sie noch nie zuvor gesehen oder mit ihr gesprochen.
Wie gesagt, ist nur n tip, hoffe dir geholfen zu haben.
LG

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16. Juni 2002 um 18:57
In Antwort auf an0N_1277054999z

Danke für diese Antwort
Einen schönen guten Tag Perdida,

Deine Antwort war echt super ausführlich, gut und ich bin echt überrascht.

Du hast wohl Recht: Sie hält mich nicht bewußt hin, vielleicht unterbewußt, weil sie eben nicht kann.

Es tut echt gut zu hören, dass es vermutlich nicht an mir liegt, dass ist es ja, was sie auch mit damit schafft, in dem Sie soviel Distanz schafft, ein Angriff auf mein Selbstbewußtsein... welches ja eigentlich ganz ok ist. Ich kann mir ihr einfach nie sicher sein. Ich will sie ja nicht kontrollieren, aber ich muß doch so ein Grundgefühl haben, mich auf sie verlassen zu können. Ich dachte schon, dass ich mal zum Psychologen gehe, vielleicht kann er ja meine "Sehnsüchte" nach Nähe, Geborgenheit, etwas mindern - aber vielleicht ist das auch falsch, weil das Mißverhältnis, einer tut alles, der andere nichts dadurch nicht besser wird - und ich soll mich ja auch nicht aufgeben oder mein Individuum verbiegen.

Was habe ich getan? Eine Schnitzeljagd mit Schatzkarte durch einen verschneiten Wald zu Weihnachten, einen Kuchen mit "Du schaffst es" in 10 kg Haribo geschrieben vor einer Prüfung gebackt. Ich bin einen Tag nachdem sie sagte, sie würde gerne nach Italien ans Meer, mit ihr nach Italien ans Meer gefahren. Ich habe ihr eine fast unmöglich zu bekommende Praktikantenstelle besorgt. Ich habe sie zum Psychologen gefahren (150 km weg) um ihr zu zeigen, dass ich sie auch hier unterstütze und sie akzeptiere. Ich versuche ihr Rückhalt zu geben, wenn sie sich mit ihren Eltern überwirft. Sie erzählt mir auch alles, schrieb mir mal 30 Postkarten an einem Tag (mit Musterentschuldigungen, warum sie sich mal nicht melden kann), fragt mich nach meinen Gefühlen, aber ist fast noch nie auf einen Wunsch eingegangen oder dass ich den Anfang machte sie (super zärtlich) anzufassen.

Stattdessen immer die Angst, etwas tun zu müssen, was der andere will und nicht sie selbst. Angeblich hat sie das schon seit sie ca. 12-13 ist. Vielleicht hat das Pfarrerelternhaus etwas damit zu tun... strenge Moralvorschriften, usw.

Ob es ihr wehtut, wenn sie mich zurückstößt, bezweifele ich. Ich denke, eher sie fühlt sich dann (und nicht nur bei mir, sie bekommt da fast immer Streit) befreit. Dass sie nicht weiß, was das ist... glaube ich auch. Wobei es so maximal bequem für sie ist. Es kann ja nicht so bleiben und irgendwann muß sie ja mal lernen, den Schritt zu machen, und Verantwortung für einen anderen Menschen zu übernehmen, bzw. mal das zu machen, was sie nicht unbedingt ihr primärer Wille ist, sondern was eben das Gemeinschaftliche zu fördern, das Geben und Nehmen in ein richtiges Verhältnis zu setzen.

Nun habe ich Angst, dass, wenn ich das anspreche nicht richtig funktioniert. Sie hat natürlich Angst davor, in dieser Richtung kritisiert zu werden und stellt sich total auf Abwehr ein. Das macht das Ganze auch so schwer, und deshalb habe ich so lange herausgezögert, schließlich will ich sie nicht "manipulieren" oder "kontrollieren" und stellte so alles etwas zurück.

Wie soll ich Ihr das, unter Berücksichtigung obiger Punkte, nur sagen? Wie kann ich ihr das Gefühl geben, dass Vertrauen, dass sie nun in mich hat, in den nächsten Schritt zu investieren und es einfach mal zu versuchen, bzw. sich zu zwingen.

Ist es sicher, dass sie mich nicht nur ausnutzt und nicht als Nachfolger für den Ex nahm, weil es eben bequem ist, und sie eine Stütze braucht? Hätte unsere Beziehung überhaupt eine Zukunft, weil sie sich jetzt sicherlich nicht innerhalb eines Tages ändern wird?

Das dumme ist, mein Leben ist selbst voller Verantwortung gespickt. Ich habe 38 Angestellte, einen Verein, meine Band und all das leidet, wenn es ich es substantiell mit dem Nachdenken, Schlechtfühlen, Vermissen zu tun bekomme. Hach... nie hätte ich gedacht, dass ich das mal für einen Menschen mache. (

Viele liebe Grüße
Ratsuchender

Hab ich doch gern gemacht!
Hallo Ratsuchender!

Es freut mich sehr, daß du mit meiner Antwort etwas angfangen konntest!
Klar, daß ihr Verhalten an deinem Selbstbewußtsein kratzt...Aber zum Psychologen mußt du doch nun wirklich nicht!! Der Wunsch nach Nähe und Geborgenheit ist doch etwas sehr natürliches was man doch nicht einfach so von einem Psychologen "abschalten" lässt. Dieser Wunsch macht es doch überhaupt erst möglich, Beziehungen zu anderen Menschen einzugehen. Versteh das jetzt bitte nicht falsch, aber damit würdest du dich für sie verändern, würdest dein "normales" (klar, wie definiert man "normal"? aber ich denke, du weißt, wie es gemeint ist) Verhalten für sie aufgeben, obwohl die Reihe doch jetzt mal an deine Freundin ist eine Veränderung herbeizuführen. Denn auch wenn es hart klingt, das Problem liegt nun mal bei ihr. Daß natürlich auch du als Partner sie unterstützen solltest, kannst, darfst...schließt das ja nicht aus.
Du hast es richtig erkannt: ist doch echt keine optimale Voraussetzung für ein Miteinander.
Aus deinem Bericht geht ja auch hervor, daß du dich wirklich sehr anstrengst, es ihr recht zu machen. Mir ist aufgesfallen, daß du in deiner Antwort geschrieben hast: . Das hat sich schon so angehört, daß sie sich der Situation voll und ganz bewußt ist.*Schnauf* Jetzt begeb ich mich schon wieder auf gefährliches Terrain, wenn ich sage, daß ich mir sogar vorstellen könnte, daß sie mitlerweile gar keinen Grund mehr sieht, ihr Verhalten zu ändern, da sich ja die meisten Menschen nach ihr zu richten scheinen. Will sagen: solange sie keinen wirklichen Grund hat und weiter alles so läuft, wie sie es gern hat, wird sie wohl auch keinen Schritt nach vorne machen und anfangen Verantwortung zu übernehmen. Eben diese Geben und Nehmen was auch du erwähnt hast.
Daß sie gleich in die Defensive geht, wenn du sie auf ihr Verhalten ansprichst, ist auch irgendwie einleuchtend. Was soll sie auch zu ihrere Verteidigung vorbringen? Aber du sollstest ein klärendes Gespräch meiner Meinung nach nicht weiter aufschieben. Erkläre ihr doch einfach, daß du sie mit diesem Gepräch zu keiner Rechtfertigung, Entscheidung, etc. zwingen möchtest, sondern einfach willst daß sie weiß daß dir eure Beziehung viel bedeutet, du aber unter ihrer Verhaltensweise leidest. Da muß sie dann auch einsehen, daß das absolut nichts mit manipulieren zu tun hat. Versuche doch, das Thema ohne Vorwürfe vorzubringen (also nicht jammern, beschuldigen, etc. Aber was ich bisher so von dir gelesen habe, ist das auch sowieso nicht deine Art) einfach ohne herumzudrucksen so daß sie auch merkt, daß du einfach nur konstruktiv mit ihr darüber reden möchtest.
Das du etwas Angst vor diesem Gepräch und ihrer Reaktion hast, ist schon klar, aber wenn du dich nicht traust, dann wirst du nie wissen wie es ausgegangen wäre. Und wenn es nicht so läuft, wie du es dir erhofft hast, dann hast du wenigstens die Gewissheit, daß es so schonmal nicht funktioniert.
Gehen wir mal davon aus, daß es klappt. Dann wird sich mit Sicherheit nicht an einem Tag alles ändern; da hast du schon recht. Du mußt selber wissen, wieviel Kraft du noch hast. Aber ich denke mal, wenn sich ihr Verhalten dir gegenüber bessert, dann werden die Kraftreserven doch allein durch diesen Anfang schon wieder etwas aufgefüllt, oder?
Daß dein Umfeld leidet, ist natürlich schade. Aber solange du weißt, für wen du es tust, ist es halb so schlimm. Allerdings weißt du das ja nur, wenn ihr endlich einmal offen über alle Probleme sprecht, ohne das sich jemand angegriffen fühlt.
Es ist echt sehr lieb von dir, wie sehr du dich für sie aufopferst und um sie bemühst, aber vergiss dich selber darüber bitte nicht, okay?! Denn davon hättest weder du noch sie dann was!

Laß den Kopf nicht hängen!

Deine Perdida.

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16. Juni 2002 um 19:13
In Antwort auf sani_12662212

Perfekt
Hallo Ratsuchender,
die Antwort von Perdida finde ich perfekt. Deshalb bleibt mir nichts weiter, als mich ihr anzuschließen, damit du siehst, daß andere auch so denken.

Eines möchte ich noch ergänzen. Du solltest deiner Freundin klarmachen, daß deine Kräfte am Schwinden sind und wie groß deine Verzweiflung darüber ist. So wie es aussieht, wird sie dich nicht verlieren wollen.

Viel Glück und Kraft
mikado

--


Ich bin ein Schmetterling.
Ich komme und ich gehe.
Jede Fessel ist zu gross für mich,
jedes Band zu schwach, mich zu halten.

Ich löse mich von allem und fliege fort.
Doch du hast mich gefesselt und gebunden.
Nicht mit Steinen und Ketten an meinen Flügeln,
sondern mit der Freiheit, die Du mir gewährtest.

Du hast mich frei-gelassen,
mit der stummen Bitte zurückzukommen.
Und ich kam zurück;
frei-willig.

Denn bin ich auch ein Schmetterling,
ich brauche eine Heimat.


Hallo Mikado!
Ratsuchender hat recht: das Gedicht ist total schön! Ich werde es mir gleich mal rausschreiben, denn auch ich bin ein Schmetterling...
Ich weiß zwar, daß es hier im Forum nicht darum geht, daß die Beiträge "perfekt" sind und daß es natürlich in erster Linie wichtig ist, daß man selber zu seinen Texten stehen kann, aber daß meine Meinung auch andere Leute teilen finde ich schon toll!
Also: vielen Dank für das Lob! Habe mich echt gefreut!

Lieb Grüße, Perdida.

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17. Juni 2002 um 12:55

Bei mir isses auch so...
Hallo Ihr !!!

Ich befinde mich momentan in genau derselben Situation wie Ratsuchender:
Ich bin in eine Frau verliebt, die mir bis vor ein drei Wochen äußerst viel Nähe und Zuneigung signalisiert hat, sich seit zwei Wochen aber ziemlich heftig zurückgezogen hat; und meines Erachtens nach "grundlos", da ich mich ihr gegenüber nicht anderst verhalten habe.
Ich wollte nur sagen, daß mir die beiden Beiträge von kleinezicke und Perdida geholfen haben. Vieleicht ist sie ja wirklich ein schizoider Charakter. Was kleinezicke über Schizoide geschrieben hat, trifft ziemlich genau auf die Frau zu: "Den einen Tag hat man das Gefühl ihnen nahe zu sein, wie man einem menschen nur nah sein kann, den anderen Tag verhalten sie sich,als hätte man sie noch nie zuvor gesehen oder mit ihr gesprochen."
Da ich sie am Dienstag wieder sehe, werde ich wohl allen Mut zusammennehmen müssen und sie zu nem klärenden Gespräch bitten. Aber wie soll ich´s anstellen ?? Habt ihr irgentwelche Tips ?? Wir trainieren am Di. miteinander und da weis ich net, ob ein Gespräch nachm Sport das richtige Forum ist...

Grüßles

OVERLORD

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17. Juni 2002 um 14:09

Lieber Ratsuchender
was Du schilderst, klingt wirklich auch traurig, obwohl Du selbst voller Optimismus steckst, was sehr bewundernswert ist, wenn man bedenkt, wie schwierig die Situation für Dich ist, und sicher auch für sie.
Um was genau geht es denn in ihrer Therapie, hat sie damit schon Fortschritte erzielen können? Erzählt sie Dir darüber, ob die Therapie bei ihr anschlägt? Geht es im Inhalt um das Thema Nähe zulassen oder um etwas anderes?
Wie stellt sie sich denn ihre eigene ganz persönliche Zukunft vor, beruflich etc.?

Ich würde ihr auf alle Fälle signalisieren, daß Du als Freund immer für sie da sein wirst, aber ich würde ihr auch deine eigenen Gefühle erklären und darlegen, ich denke nicht, daß sie damit überfordert ist oder Dich "verläßt". Sondern sie muß sich damit auseinandersetzen, daß ist sicher sogar ganz in Ordnung. Ihr sanft Deine eigene Grenze aufweisen in der Hoffnung, sie geht mit Dir weiter, Schrittchen für Schrittchen....sie wird verstehen müssen, daß Deine Kraft auch nur begrenzt ist, sage ihr all das so ehrlich, wie Du es auch hier geschrieben hast.
Und dann gehe mal das Szenario durch, daß Du am wenigsten wahrhaben willst, nämlich daß sie sagt, okay, dann gehe, aber ich werde nicht mitkommen. Wie geht es dann für Dich, für Euch weiter? Wenn Ihr keinerlei Kontakt mehr haben werdet, was machst Du dann? Male Dir das alles im Inneren vor, setze Dich mit allen Varianten auseinander, die Dich treffen könnten. Es ist eins, sich mit etwas zu beschäftigen, was man partout nicht haben will, aber wenn es dann leider doch eintreten sollte, ist es nach wie vor schmerzhaft, aber man ist diesen Weg doch schon gedanklich mal gegangen.
Jedenfalls hat mir das bei meinen Zweifeln und Ängsten geholfen, also ist nur ein Tip!

Alles Liebe!!
natasha

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17. Juni 2002 um 14:46

"Wie soll ich mit dieser Beziehung fortfahren?"
Hallo,

finde es klasse daß du diesen Bericht hier ins Forum stellst. Auch dein Durchhaltevermögen und deine tiefe Zuneigung zu dieser Frau beeindrucken mich sehr. Mein Tip: geht zusammen zu einer Beratungsstelle und vertraut euch dort kompetenden menschen an. Voraussetzung dafür ist natürlich deine "Freundin" möchte das, sieht Sinn darin und besitzt die nötige Kraft dazu in eure "Beziehung" zu investieren. Es wäre vielleicht auch sinnvoll mit anderen Menschen denen Ähnliches wiederfahren ist, in kleinem Kreis sich auszutauschen. Selbsthilfegruppen mit psychol. Begleitung oder Ähnliches z.B. wichtig ist es auf alle Fälle daß du mit einbezogen wirst. denn wenn ihr wirklich was an dir liegt dann kann sie dich nicht ausschließen aus ihrer Lebenswelt. Ich dénke irgendwann muß sie sich entscheiden ob sie den Mut aufbringen will und das "Lebenswerk Liebesbeziehung" mit dir einzugehen oder sich ganz von dir zu distanzieren. Ich wünsche dir ganz viel Energie egal für welche Entscheidung ihr zusammen trefft.
habe große Achtung vor Männern wie dir, schätze deine Einstellung sehr
wenn du mir Mal schreiben möchtest:
GuapoJudy@web.de
liebe Grüße Judy77

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17. Juni 2002 um 15:01
In Antwort auf an0N_1277054999z

Schönes Gedicht!
Liebe Mikado,

Ja, ich glaube auch, dass sie mich nicht verlieren will. Man merkt ja immer erst den Wert einer Sache, wenn sie weg ist.

Ich will sie auch nicht verlieren... noch nie hat mich eine Person so inspiriert! Der Wortwitz übertrifft alles, und der Humor ist so tiergründig, dass man oft erst nach Minuten auf den Sinn kommt

Aber ich weiß es nicht. Es kann ja auch sein, dass sie gar kein partnerschaftliches Interesse hat, und mich nur hinhält. So Gedanken kommen nach vielen Monaten. Und das Gespräch beinhaltet also ein gewisses Risiko, welches vielleicht durch die Projektion einer Angst auf sie entsteht, aber dennoch verhinderte, dass ich es bisher so "ernst" führte.

Aber es ist echt so, die Kraft ist am Ende, irgendwann will man sich ja mal auch geborgen fühlen, sogar als Mann *grins*

Danke!

Ratsuchender

"Ich drück dich virtuell ganz fest"
Wärend ich die ganzen Beiträge gelesen habe spürte ich plötzlich das Verlangen dich ganz fest zu umarmen und dir ein wenig Kraft und Energie zu geben. Es ist so selten Männer wie dich "kennenzulernen" weiß wie sehr das Warten und die Ungewissheit wehtun und Zehren. Auch wenn sich meine Situation ein wenig anders darstellt kommen mir einige, nein sogar viele Aspekte sehr bekannt vor. Ich habe es satt immer Verständnis zu zeigen, nachsichtig zu sein, Verständnis aufzubringen: will aufrichtig und ehrlcih geliebt werden, wirkliches vertrauen empfinden und schenken können...
wenn dich meine Geschichte interesiert: ich erzähle sie dir gerne
Judy77

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17. Juni 2002 um 18:42
In Antwort auf sheena_12362348

Hallo lieber ratsuchender!
Ist natürlich nur ein laientip (hab zwar in meinen Kursen schon viel darüber gelernt, aber bin keine geprüfte psychologin ) aber erkundige dich mal über shizoide charaktere, denn ich denke, dass es genau das sein könnte, was deine freundin ist. Hat nix mit shizopren zu tun, auch wenn es vom wort so klingen mag.
Shizoide charaktere gibt es in zwei ausprägungen, einmal in der Form, dass man übertrieben nach zuneigung und gesellschaft sucht, d.h. angst vor dem allein sein hat und einmal in der form, in der es sich bei deiner freundin zu äußern scheint, nämlich dass sie angst vor nähe hat. Shizoide charaktere können absolut liebe menschen sein und auch bedingt viel nähe geben und suchen. Realisieren sie aber für sich, dass es plötzlich zu weit geht blocken sie ab. Den einen Tag hat man das Gefühl ihnen nahe zu sein, wie man einem menschen nur nah sein kann, den anderen Tag verhalten sie sich,als hätte man sie noch nie zuvor gesehen oder mit ihr gesprochen.
Wie gesagt, ist nur n tip, hoffe dir geholfen zu haben.
LG

Ein ähnlicher Gedanke habe ich auch
Hallo "kleinezicke",

Danke für Deinen Tipp. Einen ähnlichen Gedanken verfolgte ich auch mal und bin dann ebenfalls auf den psychologischen Zustand getroffen. Vorher gingen meine Nachforschungen in den Bereich "sexueller Mißbrauch" und ich half da noch einem Opfer, dass ich zufällig traf und gründete dann leidgeprüft einen Verein zu diesem Thema. Dann stellte sich raus, dass es da bei ihr nicht ist - macht aber nix. Mißbrauch ist schlimm genug und zu unpublik als Thema. Ich fragte sie mal, ob sie eine Persönlichkeitsstörung hat (im Verdacht schizoide, paranoide Persönlichkeitsstörung) und sie sagte nein, das ist es nicht. Das Problem hätte vor allem mit ihren Eltern zu tun und sie suchen noch, der Psycho-Analytiker und sie. Vielleicht stimmt's doch? Who knows. Ich würde alles in die Wege leiten, dass sie dann nochmal an der gesunden Form... "Nähe zu Menschen" und nicht abhängig findet... aber ich bin nicht der Therapeut und darf es auch nicht. Ist eben eine Trennung zwischen Partnerschaft und Therapie (glaube ich zumindest mal).

Viele Grüße
Ratsuchender

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17. Juni 2002 um 18:50
In Antwort auf liesa_12170706

"Ich drück dich virtuell ganz fest"
Wärend ich die ganzen Beiträge gelesen habe spürte ich plötzlich das Verlangen dich ganz fest zu umarmen und dir ein wenig Kraft und Energie zu geben. Es ist so selten Männer wie dich "kennenzulernen" weiß wie sehr das Warten und die Ungewissheit wehtun und Zehren. Auch wenn sich meine Situation ein wenig anders darstellt kommen mir einige, nein sogar viele Aspekte sehr bekannt vor. Ich habe es satt immer Verständnis zu zeigen, nachsichtig zu sein, Verständnis aufzubringen: will aufrichtig und ehrlcih geliebt werden, wirkliches vertrauen empfinden und schenken können...
wenn dich meine Geschichte interesiert: ich erzähle sie dir gerne
Judy77

Zwei Leidensgenossen (auch Overlord?)
Hallo July,

Ja klar, schreib doch mal 2,3 Sätze... wenn es Parallelen gibt, und es Dir nicht zu mühsam ist.
Ich muß aber noch sagen, dass es hier eben kein alltägliches Mann-Frau-Problem ist, sondern schon eine psychische Störung vorliegt.

Ich habe kein Problem Verständnis und Geduld aufzubringen, ja zu Überraschen, usw., denn die Person, die man liebt, gibt einem ja auch die notwendige Kraft und Inspiration. Tsja nur wenn das nicht der Fall ist, sie liebt und nicht kann - das ist schwierig, ja schon fast tragisch.

Aber vielleicht ist es das nicht nur? Manchmal stellt sich bei mir die Befürchtung ein, dass das Willkür ist. Vielleicht bildet man sich sowas ab und zu automatisch ein?

Nun ja, ich muß es nun nach 2 Jahren klären, in eine neue Richtung leiten oder abbrechen (was vielleicht auch zu ihrer psychischen Konditionierung beiträgt, aber halt mir nichts nützt).

Viele liebe Grüße
Ratsuchender

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17. Juni 2002 um 18:59
In Antwort auf liesa_12170706

"Wie soll ich mit dieser Beziehung fortfahren?"
Hallo,

finde es klasse daß du diesen Bericht hier ins Forum stellst. Auch dein Durchhaltevermögen und deine tiefe Zuneigung zu dieser Frau beeindrucken mich sehr. Mein Tip: geht zusammen zu einer Beratungsstelle und vertraut euch dort kompetenden menschen an. Voraussetzung dafür ist natürlich deine "Freundin" möchte das, sieht Sinn darin und besitzt die nötige Kraft dazu in eure "Beziehung" zu investieren. Es wäre vielleicht auch sinnvoll mit anderen Menschen denen Ähnliches wiederfahren ist, in kleinem Kreis sich auszutauschen. Selbsthilfegruppen mit psychol. Begleitung oder Ähnliches z.B. wichtig ist es auf alle Fälle daß du mit einbezogen wirst. denn wenn ihr wirklich was an dir liegt dann kann sie dich nicht ausschließen aus ihrer Lebenswelt. Ich dénke irgendwann muß sie sich entscheiden ob sie den Mut aufbringen will und das "Lebenswerk Liebesbeziehung" mit dir einzugehen oder sich ganz von dir zu distanzieren. Ich wünsche dir ganz viel Energie egal für welche Entscheidung ihr zusammen trefft.
habe große Achtung vor Männern wie dir, schätze deine Einstellung sehr
wenn du mir Mal schreiben möchtest:
GuapoJudy@web.de
liebe Grüße Judy77

Schwierig
Halo liebe Judy,

Eine Beratungsstelle? Oh nee, das würde nicht klappen, das würde ja Verantwortung bedeuten, ja eine Entscheidung über ihr Leben von Außen. Eine Verpflichtung und schon etwas verkettendes, wovon sie sich allgemein immer lösen will.

Dazu werde ich sie nicht bekommen. Ich hatte darüber die 2 Jahre ja Zeit alle Arten auf sie einzugehen auszuprobieren... nichts hat wirklich genützt, wenn dann Distanz waren, dann kommt sie oder eben sehr viel für sie tun, sie zu überraschen und über tiefste Gefühle sprechen (die aber nichts mit uns beiden zu tun haben dürfen).

Ich denke, die Wurzel ist da anzupacken, dass sie sich selbst lieben muß, nicht mehr zu 80% im Innenverhältnis schwebt... wie das geht? Keine Ahnung... mit Geduld, Seelen- und Körper-steicheln jedenfalls nicht.

Danke für den Tipp. Bei der nächsten Beziehung (besser nicht ) werde ich mich gerne daran erinnern und in Anspruch nehmen.
Viele liebe Grüße
Ratsuchender

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17. Juni 2002 um 19:02
In Antwort auf suraj_12464077

Bei mir isses auch so...
Hallo Ihr !!!

Ich befinde mich momentan in genau derselben Situation wie Ratsuchender:
Ich bin in eine Frau verliebt, die mir bis vor ein drei Wochen äußerst viel Nähe und Zuneigung signalisiert hat, sich seit zwei Wochen aber ziemlich heftig zurückgezogen hat; und meines Erachtens nach "grundlos", da ich mich ihr gegenüber nicht anderst verhalten habe.
Ich wollte nur sagen, daß mir die beiden Beiträge von kleinezicke und Perdida geholfen haben. Vieleicht ist sie ja wirklich ein schizoider Charakter. Was kleinezicke über Schizoide geschrieben hat, trifft ziemlich genau auf die Frau zu: "Den einen Tag hat man das Gefühl ihnen nahe zu sein, wie man einem menschen nur nah sein kann, den anderen Tag verhalten sie sich,als hätte man sie noch nie zuvor gesehen oder mit ihr gesprochen."
Da ich sie am Dienstag wieder sehe, werde ich wohl allen Mut zusammennehmen müssen und sie zu nem klärenden Gespräch bitten. Aber wie soll ich´s anstellen ?? Habt ihr irgentwelche Tips ?? Wir trainieren am Di. miteinander und da weis ich net, ob ein Gespräch nachm Sport das richtige Forum ist...

Grüßles

OVERLORD

Viel Glück
Hallo lieber Overlord,

Drei Wochen? Das geht ja noch Ich habe schon mal wegen ihr 3 Wochen lang jeden Tag 0,3 kg vor Sorge abgenommen. *grins*

Ich drücke die Daumen für das klärende Gespräch morgen!

Viele liebe Grüße
Ratusuchender

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17. Juni 2002 um 19:35
In Antwort auf dania_12469605

Lieber Ratsuchender
was Du schilderst, klingt wirklich auch traurig, obwohl Du selbst voller Optimismus steckst, was sehr bewundernswert ist, wenn man bedenkt, wie schwierig die Situation für Dich ist, und sicher auch für sie.
Um was genau geht es denn in ihrer Therapie, hat sie damit schon Fortschritte erzielen können? Erzählt sie Dir darüber, ob die Therapie bei ihr anschlägt? Geht es im Inhalt um das Thema Nähe zulassen oder um etwas anderes?
Wie stellt sie sich denn ihre eigene ganz persönliche Zukunft vor, beruflich etc.?

Ich würde ihr auf alle Fälle signalisieren, daß Du als Freund immer für sie da sein wirst, aber ich würde ihr auch deine eigenen Gefühle erklären und darlegen, ich denke nicht, daß sie damit überfordert ist oder Dich "verläßt". Sondern sie muß sich damit auseinandersetzen, daß ist sicher sogar ganz in Ordnung. Ihr sanft Deine eigene Grenze aufweisen in der Hoffnung, sie geht mit Dir weiter, Schrittchen für Schrittchen....sie wird verstehen müssen, daß Deine Kraft auch nur begrenzt ist, sage ihr all das so ehrlich, wie Du es auch hier geschrieben hast.
Und dann gehe mal das Szenario durch, daß Du am wenigsten wahrhaben willst, nämlich daß sie sagt, okay, dann gehe, aber ich werde nicht mitkommen. Wie geht es dann für Dich, für Euch weiter? Wenn Ihr keinerlei Kontakt mehr haben werdet, was machst Du dann? Male Dir das alles im Inneren vor, setze Dich mit allen Varianten auseinander, die Dich treffen könnten. Es ist eins, sich mit etwas zu beschäftigen, was man partout nicht haben will, aber wenn es dann leider doch eintreten sollte, ist es nach wie vor schmerzhaft, aber man ist diesen Weg doch schon gedanklich mal gegangen.
Jedenfalls hat mir das bei meinen Zweifeln und Ängsten geholfen, also ist nur ein Tip!

Alles Liebe!!
natasha

Du hast Recht
Hallo natasha,

Vielen Dank, dass Du Dich meinem Thema angenommen hast... und ich versuche jetzt auf die Fragen zu antworten, vielleicht erweist Du mir ja wieder die Ehre eines Beitrages?

Nun, Optimismus hatte ich reichlich, habe ich jetzt auch... klar, wir sind ja alle Atomverbindungen, Menschen, Bäume, Flüssen, Ameisen und irgendwie muß man sich ja mit den anderen arrangieren und mit einer anderen bewunderten Atomverbindung sein Glück finden

Um was genau geht es denn in ihrer Therapie, hat sie damit schon Fortschritte erzielen können?
Ja konnte sie. Am Anfang hatte sie Paranoia, Platzangst und das ist nun so gut wie weg. Paßt irgendwie, Platzangst physisch ist weg, Platzangst psychisch ist wohl noch da.

Erzählt sie Dir darüber, ob die Therapie bei ihr anschlägt? Geht es im Inhalt um das Thema Nähe zulassen oder um etwas anderes?

Ja, teilweise erzählt sie darüber. Der Analytiker und sie suchen seit vier Jahren nach der Ursache. Meistens geht es um ihre Eltern und ihre Kindheit (die wirken eigentlich total nett und fürsorglich die lieben Eltern).

Wie stellt sie sich denn ihre eigene ganz persönliche Zukunft vor, beruflich etc.?

Nun, sie hat große Angst vor jedem Schritt... obwohl sie es mit ihrer Intelligenz und Pflichtbewußtsein super meistert. Sie hatte die letzten Wochen ein paar absolute Prioritäten (Abi nachmachen (vor 5 Jahren brach sie das ab), Bewerbung Hochschule für Bildende Kunst)... ich habe sie dabei so gut es ging unterstützt (Kisten Studentenfutter, Postkarten aus aller Welt mit "Abi 2002 - Du bist dabei") )

Ich habe ihr vor alles zu sagen. Nun es wird zu Problemen kommen, weil sie mit Kritik, grade wegen ihrem in der Tiefe nicht wirklich vorhandenen Selbstbewußtsein nicht umgehen kann, und sich direkt in die Ecke gedrängt / gezwungen / genötigt fühlt. Deshalb mußte ich ja die eigenen Ansprüche etwas zurückstellen, weil ich nicht immer aus kleinen Dingen einen Streit oder Sorgen hervorrufen wollte.

Um mit Ängsten, Zweifeln usw. umzugehen habe ich mal eine Sitzung beim Psychologen eingelegt. Vielleicht kann er mir ja helfen, damit besser umzugehen? Oder eben, mal meine Interessen durchzusetzen, keine Ahnung, was da objektiv gesehen richtig ist. Welche Ängste und Zweifel hast Du denn??

Vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich freue mich auf Deine Antwort und wünsche Dir einen schönen Montag abend!!

Lieber Gruß
- Ratsuchender -

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17. Juni 2002 um 20:46
In Antwort auf an0N_1277054999z

Zwei Leidensgenossen (auch Overlord?)
Hallo July,

Ja klar, schreib doch mal 2,3 Sätze... wenn es Parallelen gibt, und es Dir nicht zu mühsam ist.
Ich muß aber noch sagen, dass es hier eben kein alltägliches Mann-Frau-Problem ist, sondern schon eine psychische Störung vorliegt.

Ich habe kein Problem Verständnis und Geduld aufzubringen, ja zu Überraschen, usw., denn die Person, die man liebt, gibt einem ja auch die notwendige Kraft und Inspiration. Tsja nur wenn das nicht der Fall ist, sie liebt und nicht kann - das ist schwierig, ja schon fast tragisch.

Aber vielleicht ist es das nicht nur? Manchmal stellt sich bei mir die Befürchtung ein, dass das Willkür ist. Vielleicht bildet man sich sowas ab und zu automatisch ein?

Nun ja, ich muß es nun nach 2 Jahren klären, in eine neue Richtung leiten oder abbrechen (was vielleicht auch zu ihrer psychischen Konditionierung beiträgt, aber halt mir nichts nützt).

Viele liebe Grüße
Ratsuchender

Borderline-syndrom
hallo du,

interessant, was du hier öffentlich gemacht hast. ich möchte dir auch sagen, dass ich es wirklich beeindruckend finde, wie du mit der situation umgehst.

deine freundin leidet unter einer borderline-störung, die ihre ursachen in einer ich-schwäche hat. sie wurde als kind unterdrückt udn gegängelt, konnte ihr ich nicht ausreichend entwickeln, wenig (kein?) selbstbewusstein udn selbstwertgefühl entwickeln.....

die frage, warum nach 4 jahren therapie noch keine besserung eingetreten ist, beantwortet sich nach dem wissen um diese erkrankung recht schnell..... selbst die therapeuten sind meist mit diesen patienten überfordert. borderliner lieben und hassen oft extrem. einen tag lieben sie, einen tag lehnen sie ab.... sie wirken zerrissen, hin- und her gerissen, alles in abstufungen je nach persönlichkeit und intensität der erkrankung....

es gibt darüber literatur, die verständnis für den betroffenen erweckt. tatsache ist jedoch, dass die angehörigen des patienten oft mehr leiden als der betroffene selbst...

ich schließe mich judy an. ich möchte dich auch umarmen, du bist ein liebenswerter mann mit wirklich tiefem charakter...

herzliche grüße
albatros

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17. Juni 2002 um 23:40
In Antwort auf kerena_12134235

Borderline-syndrom
hallo du,

interessant, was du hier öffentlich gemacht hast. ich möchte dir auch sagen, dass ich es wirklich beeindruckend finde, wie du mit der situation umgehst.

deine freundin leidet unter einer borderline-störung, die ihre ursachen in einer ich-schwäche hat. sie wurde als kind unterdrückt udn gegängelt, konnte ihr ich nicht ausreichend entwickeln, wenig (kein?) selbstbewusstein udn selbstwertgefühl entwickeln.....

die frage, warum nach 4 jahren therapie noch keine besserung eingetreten ist, beantwortet sich nach dem wissen um diese erkrankung recht schnell..... selbst die therapeuten sind meist mit diesen patienten überfordert. borderliner lieben und hassen oft extrem. einen tag lieben sie, einen tag lehnen sie ab.... sie wirken zerrissen, hin- und her gerissen, alles in abstufungen je nach persönlichkeit und intensität der erkrankung....

es gibt darüber literatur, die verständnis für den betroffenen erweckt. tatsache ist jedoch, dass die angehörigen des patienten oft mehr leiden als der betroffene selbst...

ich schließe mich judy an. ich möchte dich auch umarmen, du bist ein liebenswerter mann mit wirklich tiefem charakter...

herzliche grüße
albatros

Nun ja
Hallo liebe/r albatros,

Ich gebe das Kompliment lieber zurück. Nicht ich bin lieb, "seine Liebe bekommen" hat auch mit Egoismus zu tun. Aber anonym zu Helfen... das ist wirklich toll... zeigt Tiefe und Charakter )

An das Borderline-Syndrom dachte ich auch schon. Oberflächlich gesehen kommt man wirklich zu dem Schluß.

Die notwendigen 5 Symptome zum Diagnostizieren bekommt man nicht zusammen.

Sie führt keine Haß/Liebe. Eher ein Wechsel aus "Liebe" und "sich ständig zurückziehen". Das ist nicht so negativ wie bei Borderline. Feige und defensiv, ja ängstlich - ohne die negative zerstörerische Handlungsweisen der Borderliner. Borderline wird glaube ich auch nicht von Panikattacken/Platzangst begleitet?

Sie zerstört auch nicht. Sie verzichtet nur komplett auf Rückhalt, Vertrauen usw. - bei den Eltern, bei mir, und bei anderen. D.h. nicht immer, aber meistens und immer in ernsten Momenten. Es ist eine Form von Kontrollangst?

Hmmh.. schwierig. Ich darf aber nicht zuviel Psychologie betreiben, sondern den richtigen partnerschaftlichen Schlüssel finden... es fällt schwer. Auch wenn wir vorhin zweimal telefonierten und das wieder so witzig, schlagfertig, ideenreich war.. hach.

Liebe Grüße und einen extraschönen Dienstag...
- Ratsuchender -

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18. Juni 2002 um 9:35
In Antwort auf an0N_1277054999z

Nun ja
Hallo liebe/r albatros,

Ich gebe das Kompliment lieber zurück. Nicht ich bin lieb, "seine Liebe bekommen" hat auch mit Egoismus zu tun. Aber anonym zu Helfen... das ist wirklich toll... zeigt Tiefe und Charakter )

An das Borderline-Syndrom dachte ich auch schon. Oberflächlich gesehen kommt man wirklich zu dem Schluß.

Die notwendigen 5 Symptome zum Diagnostizieren bekommt man nicht zusammen.

Sie führt keine Haß/Liebe. Eher ein Wechsel aus "Liebe" und "sich ständig zurückziehen". Das ist nicht so negativ wie bei Borderline. Feige und defensiv, ja ängstlich - ohne die negative zerstörerische Handlungsweisen der Borderliner. Borderline wird glaube ich auch nicht von Panikattacken/Platzangst begleitet?

Sie zerstört auch nicht. Sie verzichtet nur komplett auf Rückhalt, Vertrauen usw. - bei den Eltern, bei mir, und bei anderen. D.h. nicht immer, aber meistens und immer in ernsten Momenten. Es ist eine Form von Kontrollangst?

Hmmh.. schwierig. Ich darf aber nicht zuviel Psychologie betreiben, sondern den richtigen partnerschaftlichen Schlüssel finden... es fällt schwer. Auch wenn wir vorhin zweimal telefonierten und das wieder so witzig, schlagfertig, ideenreich war.. hach.

Liebe Grüße und einen extraschönen Dienstag...
- Ratsuchender -

Borderline-syndrom
wie bei vielen erkrankungen, sind auch beim borderline-syndrom die grenzen fließend......
was die angst- und panikattacken betrifft, sind diese nicht zwingend bestandteil, können jedoch begleitend dazukommen.

mich hat deine beschreibung an meine freundin erinnert, die eine tochter mit dieser erkrankung hat. vieles was du schreibst, taucht auch dort auf. alles in allem verliert diese tochter nach und nach jegliche person, die in welcher form auch immer, interesse an ihr hatte. es geht letztlich darum, nicht selbst zu verzweifeln.... die mutter selbst ist schlimmer dran als das mädchen, das darfst du mir glauben.

ich denke jedoch, du brauchst das kompliment doch nicht zurückgeben. ja, jedes geben hat auch (bewusst oder unbewusst) vorteile für den gebenden. ich hab aber zu deiner person hingefühlt, hingespürt und ich fühle/spüre, du bist ein liebesfähiger mensch.... das ist ausschlaggebend.

wünsche dir eine lösung, die allen dabei hilft sich weiter zu entwickeln. alles was uns begegnet birgt schließlich einen tiefen sinn. ihn zu entdecken, sich selbst treu bleiben, authentisch sein, adäquat zu handeln, sind forderungen des lebens an uns, die uns schritt für schritt einen stück weiter auf dem weg ZU UNS bringen. UND jeder mensch hat eine eigenverantwortung...... auch für seine erkrankung. das bitte ich, nicht aus den augen zu verlieren.

alles liebe
albatros

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18. Juni 2002 um 12:28
In Antwort auf liesa_12170706

"Ich drück dich virtuell ganz fest"
Wärend ich die ganzen Beiträge gelesen habe spürte ich plötzlich das Verlangen dich ganz fest zu umarmen und dir ein wenig Kraft und Energie zu geben. Es ist so selten Männer wie dich "kennenzulernen" weiß wie sehr das Warten und die Ungewissheit wehtun und Zehren. Auch wenn sich meine Situation ein wenig anders darstellt kommen mir einige, nein sogar viele Aspekte sehr bekannt vor. Ich habe es satt immer Verständnis zu zeigen, nachsichtig zu sein, Verständnis aufzubringen: will aufrichtig und ehrlcih geliebt werden, wirkliches vertrauen empfinden und schenken können...
wenn dich meine Geschichte interesiert: ich erzähle sie dir gerne
Judy77

Anfrage
Hallo Judy,

Laß uns doch mal telefonieren? Es gibt in der Tag einige Parallelen und ich habe Dir auch was zu sagen...

Schreib mir doch kurz 'ne Mail: seventh-son@gmx.de

Gruß
Ratsuchender

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18. Juni 2002 um 19:48

*seufz*
4 Kilo über das Wochenende leichter bin ich zu dem Entschluß gekommen, die Beziehung zu beenden. Vielen Dank für Eure Beiträge. Sie haben mir etwas Kraft gegeben und die habe ich dringend gebraucht.

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18. Juni 2002 um 19:53
In Antwort auf an0N_1277054999z

*seufz*
4 Kilo über das Wochenende leichter bin ich zu dem Entschluß gekommen, die Beziehung zu beenden. Vielen Dank für Eure Beiträge. Sie haben mir etwas Kraft gegeben und die habe ich dringend gebraucht.

Ach Mensch...
Das ist ja irgendwie schade- wenn auch verständlich!

Hast Du denn mit ihr in der letzten Zeit darüber gesprochen, daß Du keine Kraft mehr hast?

Aber ist wohl etwas schwer, wenn sie es gar nicht als Beziehung betrachtet...

Ich wünsche Dir alles Gute!

Liebe grüße, harter Kern

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18. Juni 2002 um 20:59
In Antwort auf an0N_1277054999z

Anfrage
Hallo Judy,

Laß uns doch mal telefonieren? Es gibt in der Tag einige Parallelen und ich habe Dir auch was zu sagen...

Schreib mir doch kurz 'ne Mail: seventh-son@gmx.de

Gruß
Ratsuchender

Oh na klar....
Das finde ich eine schöne Anfrage. Uberrascht mich sehr bin ja gespannt was du mir zu sagen hast!!!
Würde dich gerne Mal etwas besser kennenlernen lieber "Ratsuchender" scheinst ein sehr tiefsinniger und emotionaler Mann zu sein...
liebe Grüße Judy

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18. Juni 2002 um 21:03
In Antwort auf an0N_1277054999z

*seufz*
4 Kilo über das Wochenende leichter bin ich zu dem Entschluß gekommen, die Beziehung zu beenden. Vielen Dank für Eure Beiträge. Sie haben mir etwas Kraft gegeben und die habe ich dringend gebraucht.

Ich bewundere DICH
Finde deine Entscheidung etwas traurig aber sehr bewundernswert. Das war ein riesiger und schwerer Schritt und ein neuer Lebensabschnitt beginnt nun für dich. Wie fühlt sich das an?
Kann mir diese Emotion nicht wirklich vorstellen.
Würde mich freuen mit dir in Kontakt zu bleiben!
Judy77

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