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Wie soll ich mich entscheiden?

4. Mai 2007 um 5:27 Letzte Antwort: 13. Mai 2007 um 11:02

Hallo an alle

ich weiß, keiner kann mir eine Entscheidung abnehmen, aber vielleicht kann mir jemand etwas Lebenshilfe geben.
Zu meiner Geschichte:

Seit knappen 11 Jahren leben mein Mann und ich zusammen. Davon sind wir fast 6 Jahre verheiratet. Mein Mann hat 2 Kinder aus erster Ehe. Ich werde bald 35 und mein Mann ist 44. Wir wollten seit mehreren Jahren ein eigenes Kind. Dazu mußten wir den Weg der künstlichen Befruchtung gehen. Ich muß dazu sagen, dass mein Mann seinen Sohn adoptiert hatte und keiner sich sicher war, ob die Tochter von ihm ist. Denn die Kinderlosigkeit lag in seiner Ursache. Er hat sich aber immer um seine Kinder liebevoll gekümmert. Es tat mir sehr oft weh, wie seine Kinder mit ihm umgegangen sind und ihn verletzt hatten. Zwischendurch brachen sie den Kontakt mal fast ein Jahr komplett ab.
Aber das ist nicht mein eigentliches Problem, sondern ist ein Teil der sogenannten Lebensumstände.
Von Anfang an unseres Zusammenseins gab es immer wieder Probleme mit seinen Kindern, seiner Ex, dem Kindergeld und dann der Mißbrauch seiner Tochter. Ich war in dieser Zeit immer für meinen Mann und auch für seine Kinder da.Das ging bestimmt so gute 8 Jahre. Wir wollten selbst ja auch noch ein Kind haben. Konnten aber lange Zeit nicht heiraten und so schob sich die Kinderwunsch ein wenig nach hinten. Vor 3 Jahren ist dann meine Mutter an Krebs verstorben. Das hat mich so aus der Bahn geworfen, dass an ein Kind nicht zu denken war. Letztes Jahr wollten wir dann unseren letzten bewilligten Versuch starten. Es hat endlich geklappt. Leider konnte ich die Schwangerschaft nicht halten. Schon während der Behandlung hatte mein Mann eine andere Frau aus dem Internet kennengelernt. Dies erfuhr ich aber erst später. Schon lange davor hatte ich eigentlich schon so ein Gefühl, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Ich habe mich mit meinem Mann einsam gefühlt. Dies war mir aber nicht so richtig bewußt. Mein Mann fuhr auf sehr viele Lehrgänge und fing wieder mit seinem Radsport an, was ein sehr zeitintensives Hobby ist. Letztes Jahr im Sommer erfuhren wir plötzlich, dass seine Tochter ein Kind bekommen hat und mein Mann nun Opa ist. Am Tag darauf hatte er einen Verkehrsunfall mit dem Rad. Ich habe mich natürlich sehr um ihn gekümmert und auch für seine Tochter habe ich sofort Babysachen gekauft. Er bat mich noch im Krankenhaus unter Tränen, dass ich mir meine befruchteten Eizellen alleine in der Praxis einsetzen lassen soll, da wir zu diesem Zeitpunkt wieder in der Kinderwunschbehandlung waren. Das Ergebnis war leider negativ. Keine 4 Wochen später erfuhr ich von meinem Mann, dass er mich mit dieser Frau aus dem Internet betrogen hat. Das er mir während der letzten Kinderwunschbehandlung gewünscht hat, dass es nicht klappt. In diesem Moment hat es mir den Boden unter den Füssen weggerissen. Ich konnte die Welt nicht mehr verstehen und kann es bis heute nicht. Er sagte, er wollte das Haus nicht, was wir uns gebaut haben und er hätte nie heiraten dürfen. Ich solle mir einen anderen Mann suchen, er würde mich nicht mehr lieben. Ich hatte das Gefühl einen vollkommen fremden Menschen vor mir zu haben.
Ich war so durcheinander, dass ich mich dann im Herbst im Internet auf einer Kontaktseite angemeldet habe. Irgendwie habe ich das für meine Selbstbestätigung gebraucht. Ich habe auch viele Anfragen bekommen, auf die ich aber nie geantwortet habe, bis auf eine. Mit diesem Mann habe ich heute noch Kontakt. Im Dezember bat mich mein Mann, dass wir es nocheinmal versuchen sollen, da er mich noch lieben würde. Meine Bedingung war natürlich, dass er den Kontakt zu dieser anderen Frau abbricht. Er versprachs und brach seine Versprechen immer wieder. Ich war immer wieder bereit ihm Vertrauen zu schenken. Er ging sehr schnell wieder zum Alttag über und tat so, als ob nie was gewesen wäre. Er macht solche Dinge lieber mit sich aus. Aber eigentlich gilt für ihn die Vogel Strauss Politik. Wenn man nicht über die Probleme spricht, dann existieren sie auch nicht. Im Januar diesen Jahres fühlte ich mich dann so ausgebrannt, dass ich zu keinerlei Gefühl mehr fähig war. Er hat mich mit meiner Traurigkeit immer allein gelassen, auch als meine Mutter starb. Er sagte mir noch vor kurzem, mit mir wäre ja nichts mehr losgewesen. Also Freizeitmäßig gesehen. Im Januar bat ich dann um die Scheidung. Er fing an zu weinen und bat um eine Ehetherapie. Die ganze Zeit vorher hat er dies immer auf meine Anfrage hin abgelehnt. Nun konnte ich nicht mehr. Seit 3 Monaten schlafen wir nun in getrennten Betten. Wir wohnen immer noch zusammen in dem Haus. Ich habe mich sehr viele Jahre nirgendwo heimisch gefühlt. Erst als wir das Haus gebaut hatten, fühlte ich mich, wie angekommen.
Er hatte nun wieder eine andere Frau kennengelernt und er traf sich mit ihr und auch ich habe die Beziehung zu meiner Internetbekanntschaft intensiviert. Dieser Mann würde mir die Welt zu Füßen legen und auch eine Familie will er mit mir haben.
Ich sehe aber immer noch meinem Mann in Gedanken und kann ihn nicht mit all diesen negativen Dingen in Zusammenhang bringen. Zu sehen, was ich mir mit ihm aufgebaut habe....und dann soll alles einfach verkauft werden? Zu dieser Ansicht ist mein Mann nun auch gekommen. Er bat mich nocheinmal um eine Ehetherapie und das er sich auch drum kümmern würde. Ich bin darauf eingegangen. 3 Wochen sind seitdem vergangen und er hat es gerade mal geschafft, eine Adresse aus dem Internet zu besorgen. Aber eines ist sicher. Das Thema Kinder hat sich für meinen Mann definitiv erledigt. Eigentlich schon vor unseren letzten Versuchen, nur hat er nie mit mir darüber gesprochen. Er hat mich einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Ich gehe seit Dezember letzten Jahres wöchentlich in Therapie. Dort soll ich lernen, was meine eigenen Bedürfnisse und Wünsche sind, da ich zu dem Typ Mensch gehöre, die sich für andere aufopfern.
Bis jetzt bin ich immer noch nicht in der Lage eine Entscheidung für mich zu treffen. Ich weiß nicht, ob ich es schaffen kann, auf meinen Wunsch nach einer Familie zu verzichten. Ich weiß nicht, ob meine Gefühle für meinen Mann wiederkommen werden. Im Moment habe ich ihn nur noch lieb. Aber warum? Damit ich nicht allein bin? Ich könnte ja auch zu dem anderen Mann. Habe auch schon mit ihm gesprochen, dass ich aufgrund meiner Erlebnisse momentan nicht zu mehr Gefühl bereit bin.In den Tagen an denen wir uns getroffen haben, haben wir uns viel umarmt und gekuschelt. Wenn mein Mann mich jetzt mal kurz drücken möchte, ist das etwas unangenehm für mich. Ich habe dem anderen Mann nicht erzählt, dass ich mit einer Ehetherapie einverstanden bin. Ich weiß, dass das sehr unfair ihm gegenüber ist. Und es geht mir auch nicht gut dabei.
Ich weiß einfach nicht was ich machen soll.
Mache ich die Ehetherapie mit meinem Mann, weiß ich, dass ich wieder zurückstecken muß und auf Kinder verzichten muß. Ich habe aber auch große Angst davor, daran kaputt zu gehen. Entscheide ich mich aber für den anderen Mann, habe ich Angst davor, dass ich ihm gegenüber nie mehr Gefühl entwickeln kann. Und ob es da mit Kindern klappt, weiß man ja auch nicht. Ich müßte wieder mein zu Hause aufgeben. Ich habe Angst davor, dass ich durch den Schmerz im letzten Jahr nie mehr große Gefühle zulassen werde. Momentan bin ich dazu nicht in der Lage. Diese ganzen Sachen vom letzten Jahr machen mich nicht wütend ich bin einfach nur tieftraurig. Momentan gibt sich mein Mann Mühe. Er hilft im Haushalt und auch im Garten. Aber das war auch nie das Problem. Mir hat es gefehlt, dass ich nie mit ihm darüber reden konnte, was mich bedrückt und traurig macht. Ich weiß auch nicht, ob eine Ehetherapie da weiter helfen kann. Nur für mein Seelenfrieden ist sehr wichtig, alles versucht zu haben.
Nächsten Monat werde ich 35 und ich habe das Gefühl, bei Null zu stehen.
Wer hat schonmal ähnliches erlebt?
Was haltet ihr von dieser Situation?
Ich bin für jede Meinung sehr dankbar.
Entschuldigt, dass dieses Posting doch sehr lang ausgefallen ist.

Liebe Grüße Masi72

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4. Mai 2007 um 5:57

Ich verstehe dich
denn mir geht es momentan nicht viel anders. Mein Mann und ich schlafen seit 3 Jahren in getrenten Betten ,er macht seine Wäsche selber und zu sagen haben wir uns auch nichts mehr.Ich habe lange Zeit darüber nach gedacht was ich tun soll,doch letztendlich habe ich begriffen das ein Hoffen auf Veränderungen nichts mehr bringt.Er ist nur noch für sich da, seine Kinder interesssieren ihn nicht mehr . Ich denke es ist an der Zeit einen Schlußstrich zu ziehen, denn ich werde mein Leben ( werde nächsten Monat 33)nicht aufgeben und später denken war das alles?Deine Entscheidung kann dir niemand abnehmen aber glaube mir nicht alle Männer sind es wert das man sich aufgibt!!!

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13. Mai 2007 um 11:02
In Antwort auf sonal_12846746

Ich verstehe dich
denn mir geht es momentan nicht viel anders. Mein Mann und ich schlafen seit 3 Jahren in getrenten Betten ,er macht seine Wäsche selber und zu sagen haben wir uns auch nichts mehr.Ich habe lange Zeit darüber nach gedacht was ich tun soll,doch letztendlich habe ich begriffen das ein Hoffen auf Veränderungen nichts mehr bringt.Er ist nur noch für sich da, seine Kinder interesssieren ihn nicht mehr . Ich denke es ist an der Zeit einen Schlußstrich zu ziehen, denn ich werde mein Leben ( werde nächsten Monat 33)nicht aufgeben und später denken war das alles?Deine Entscheidung kann dir niemand abnehmen aber glaube mir nicht alle Männer sind es wert das man sich aufgibt!!!

Hi...
und danke für dein Posting
Du schreibst, ihr schlaft seit 3 Jahren in getrennten Betten? Wie alt sind denn deine Kinder und wie reagieren sie darauf?
Mein Mann bemüht sich seit 4 Wochen um mich. Seit dem Zeitpunkt, wo er mich um eine Ehetherapie gebeten hat. Am Donnerstag hatten wir den ertsen Termin. War okay. Mehr kann man wohl beim ersten mal noch nicht sagen. Als mein Mann dem Therapeuten gegenüber erzählte, dass er mich noch liebte und vor allem auch sagen konnte, warum er mich liebte, saß ich da, und heulte, wie ein Schloßhund.
Ich kann aber nicht genau sagen warum ich so geheult habe. Klar...es tat gut, so etwas zu hören...ich fragte mich aber auch, warum hat er mir das nicht schon viel früher gesagt?
In dieser einen Stunde konnte mein Mann auch lockerer reden, als allein mit mir zu Hause. Das einzigste was so einigermaßen klar ist, wir haben wohl die gleiche MAcke. Wir wollen es immer den anderen Recht machen und merken dabei nicht, wie sehr wir uns dafür verbiegen mußten.
Mein Mann schläft wieder in unserem Ehebett. Ich mag aber nicht von ihm berührt werden. Ich weiß nicht, ob dieses Gefühl für ihn jemals wieder kommen wird. Ich bin mir noch nicht mal sicher, ob ich es überhaupt wieder haben will. Die Angst, für ihn wieder Liebe zu empfinden, auf Kinder zu verzichten und dann doch nach 3 oder 5 Jahren betrogen und belogen zu werden...ist unheimlich groß.
Wie man merkt, bin ich immer noch total verunsichert.
Kein Ahnung, wie lange dieser Zustand anhalten wird.

Ich wird mich freuen, wieder mal was von dir zu lesen.
PS: ich hab auch nächsten Monat geburtstag.

LG Masi 72

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