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Wie soll es weiter gehen?

28. Januar 2016 um 15:36

Hallo Leute,

ich versuche es mal so knapp wie möglich zusammenzufassen. Ich bin 20 und Studentin. Mein Freund ist 23 und studiert das gleiche wie ich im selben Semester. Wir sind jetzt fast 2 Jahre zusammen.Ich bin seine erste Freundin und er mein erster Freund.
Ich bin eigentlich ein sehr positiver, fröhlicher Mensch, natürlich auch manchmal launisch, temperamentvoll und nervig. Ich hatte eine sehr schwere Jugend was meine Familie anbelangt und habe auch 4 Jahre in einem Kriegsgebiet gelebt... Die schlimmst Erfahrung meines Lebens.
Ich habe es gehasst alleine zu Hause zu sein, war deshalb viel unterwegs mit Freunden oder auch alleine. Ich bin eigentlich ein sehr ruhiger Mensch und höre gerne Leuten zu, gebe Ihnen Ratschläge, ich würde also sagen ich habe diesen Mama-Effekt und will mich stets um alle kümmern.
Ich bin jemand der sehr schnell von sehr kleinen Dingen ausrasten kann und zudem ein sehr verpeilter Mensch. Ich vergesse oft Sachen die jemand zu mir vor einer Minute gesagt hat.
Außerdem bin ich jemand der Sachen wie Streit oder Stress sehr schnell, sehr nahe an mich ran lasse, sodass ich dann nicht mehr glücklich bin, schnell abnehme etc. Ich bin auch ein sehr sensibler Mensch, d.h. ich weine oft was wohl auch mit meiner Vergangenheit zusammenhängt.
Jedenfalls habe ich meinen Freund dann im 1. Semester kennengelernt. Er war sehr nett und sympatisch, bei ihm habe ich immer das Gefühl das ich in Sicherheit bin und das ich mich auf ihn verlassen kann. Wir wohnen beide nicht zu Hause, er kann 2-4 mal im Jahr nach Hause fahren & meine Situation ist eher kompliziert, da ich quasi nirgends mehr richtig zu Hause sein kann.
Meine Familie ist sehr anstrengend und schwierig und das belastet mich je älter ich werde.
Da wir im selben Semester studieren, haben wir uns jede Sekunde jeden Tag gesehen. Anfangs lief das ziemlich gut, jedoch ist mein Freund mehr der Typ der das "Alleinsein" braucht und genießt.. es kam also dann zu Streitereien wegen den dümmsten Gründen...
Mein Freund ist eher der Denker und nicht der Redner, was für mich am Anfang sehr schwer war, denn ich rede sehr gerne und offen über alles.
Uns beiden schätze ich mal fehlt der Vergleich, da wir beide keine Erfahrung in Sache Beziehung mit uns bringen. Er ist der Meinung, dass ich oft übertreibe, ich der Meinung das er zu "unemotional" ist. Damit meine ich dass er mich nicht umarmt in der Öffentlichkeit, nicht meine Hand nimmt, mich küsst, außer wenn ich frage:"Kuss?"... Ich schätze meine Vergangenheit holt mich immer mehr ein, und ich ziehe ihn somit mit meinen Launen runter, ist mir bewusst. Ich bin eigentlich kein eifersüchtiger Mensch, dachte ich immer, allerdings hatte ich so sehr Angst ihn zu verlieren, dass ich doch ziemlich egoistisch und eifersüchtig war.
Er sagte mir in den 2 Jahren mindestens 10 mal ob wir nicht Schluss machen wollen, und es hat mich jedes Mal zu tiefst verletzt. Ich habe jedes Mal aufs neue gekämpft um ihn & er schätzte das an mir aber erst gestern habe ich ihm gesagt, dass ich nicht mehr weiß wie loyal er mir gegenüber ist... denn wenn jemand ständig einem sagt: "lass lieber Schluss machen" fragt man sich einfach so einiges.
Natürlich vertraue ich ihm zu 100%, ich weiß auch das er loyal mir gegenüber ist. Ich weiß auch nicht wieso ich es ihm gesagt habe, ich war sauer und von der Uni genervt (bei uns beiden läuft es gerade nicht so.) Er selber beschreibt mich als loyal und das ich immer auf seiner Seite bin egal was.
Ihm stört es, dass ich wenn wir uns mal 6 Stunden am Tag nicht sehen, nichts mit meinen Freunden unternehme, dass Problem ist jedoch das wir beide einfach nicht die "Freunde" an unserer Universität gefunden haben. Manchmal genieße ich diese 6 Stunden einfach auch und mache eben das, was Mädchen so machen.
Nachdem ich gestern das zu ihm gesagt habe, war er richtig verletzt und will mich auch nicht mehr in seinem Leben haben, obwohl er sagte ich gebe dir noch eine Chance. Außerdem will er seine Eltern um Rat fragen weil er verzweifelt ist, genau wie ich.
Wir beide haben so ziemlich den selben Charakter würde ich mal behaupten, deshalb schaukeln wir uns auch bei jedem Streit oft hoch. Aber ist es nicht normal, dass ich so darüber denke?
Ich will ihn nicht verlieren und bin komplett am Ende... ich werde ihn erstmal 1 Woche lang nicht sehen, denn er will für seine Klausur lernen und somit haben wir entschieden, dass wir danach darüber reden.
Es gibt doch so viel positives über ihn, ich vermisse ihn immer wenn ich ihn nicht sehe, aber wenn ich dann angemacht werde vergeht das eben auch wieder schnell. Er macht so vieles für mich und ich kann mich eigentlich immer auf ihn verlassen.
Ist jetzt doch ziemlich lang geworden... ich musste mir das alles mal von der Seele schreiben.
Danke für die, die sich das durchlesen und meine konfusen Gedanken nachvollziehen können.
Ich bin über jede Meinung/Rat dankbar.
Vielen lieben Dank.

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28. Januar 2016 um 17:21

Mir fehlt
gerade noch ein bisschen der Überblick was nun eigentlich euer Problem ist.

Raus lesen konnte ich folgendes:

- Unterschiedliches Nähe-Distanz-Bedürfnis: Schafft ihr es, da Kompromisse zu finden, mit denen ihr beide glücklich seid?

- Deine Eifersucht: Ist die denn begründet? Wenn ja, muss er was ändern, wenn nein, musst du an dir arbeiten.

- Dass er regelmäßig fragt, ob ihr Schluss machen wollt: Würde mich auch verletzen und verunsichern!

- Dass du wenn ihr euch nicht seht auch gerne mal alleine bist, statt bei Freunden: Ähm, das ist ja wohl deine Sache, wie du diese Zeit verbringst. Da hat er sich also ganz einfach raus zu halten. Verstehe sowieso nicht, dass ihn das überhaupt beschäftigt.

- Dein Egoismus: Wie zeigt sich der denn? Etwas Altruismus ist in einer Beziehung immer eine gute Sache.

- Dass er wenig emotional scheint: Ich denke, ein bisschen kann er an sich arbeiten, aber im großen und ganzen ist das wohl sein Charakter. Du bist offenbar die Emotionalere (jedenfalls zeigst du es mehr) und wirst daher in eurer Beziehung auch diejenige bleiben, die sich darum mehr bemüht und da aktiver ist.

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28. Januar 2016 um 23:21

Noch zwei, drei Fragen
Erstmal ein einfacher Tipp:

Wenn das seine erste Beziehung ist und ihr da wenig Erfahrung habt, dann zeigt sein "sollten wir nicht Schluß machen" vielleicht nur die Situationen an, bei denen er überfordert ist und nicht weiß was er oder Du gerade willst. Also: mehr die Hilflosigkeit in der Situation. Das ist nicht schön, klar. Nun studiert ihr ja und scheint ergo wohl recht intelligente Menschen zu sein. Du kannst ihm also ruhig in nem ruhigen Moment sagen: He, du sagst "sollten wir uns trennen", das macht mir Angst, für mich ist Sicherheit in der Beziehung sehr wichtig. Mir würde es helfen, wenn Du einfach sagst: "Wir haben ein größeres Problem hier." Dann versteh ich genauso gut, dass Dir der Punkt gerade sehr wichtig ist, versprochen.

Und dann noch ein paar Fragen:

Was wünschst Du Dir aus der Beziehung? Hauptsächlich Sicherheit, Geborgenheit, Zugehörigkeit?
Weiß er, was Du Dir wünschst? Könnte er es wissen oder hast Du ihm das gesagt?

Was wünscht er sich aus der Beziehung? Vielleicht auch Sicherheit, aber für ihn ist das mehr Einvernehmen, Harmonie? Kann er sich sicher sein, daß Du verstanden hast, was er möchte?

Weiß er, dass Du manchmal Zeit für Dich brauchst? (Die Frage klingt dämlich, entschuldige bitte. Sie ist es nicht). Weiß er, dass Du ihn auch dann liebst, wenn Du Zeit für Dich hast. Denkt er, er hätte Dir gegenüber etwas falsch gemacht, wenn Du Zeit für Dich brauchst? Wenn ihr Probleme habt, brauchst Du speziell dann öfter Zeit für Dich und er könnte inzwischen das eine und das andere in Verbindung bringen (Du brauchst Zeit für Dich = es gibt wohl Probleme)?

Weiß er, wie er Deine "aufbrausende Art" einsortieren muss? Ist das für ihn ungewohnt, vielleicht ein Zeichen dafür, dass etwas gravierendes nicht stimmt? Wie war das bei ihm zuhause, wann wurde es da etwas lauter und ruppiger in der Ansprache? Wie könntet Ihr euch verständigen, so dass ihr beide wisst, wie groß ein aktuelles Problem für jeden von Euch scheint. (Du: "Aber hier ist doch *aufbraus* *schrei* *kopfschüttel*", Er: "Arghl. Ohhh.", Du: "*brüll*, also eindeutig ein Klasse-4-Problem!", er: "Puh, einverstanden, wegen des Lärms hatte ich mindestens mit Klasse-8 gerechnet." ).

Wie wichtig ist es ihm, daß seine Freundin auch von seinen Freunden akzeptiert wird? Was heißt das für ihn?

Ihr seid unerfahren darin, Euch zu Beziehungsfragen auszutauschen. Das sagst Du ja selbst. Habt Ihr ein Ritual oder so was, wie ihr das machen könnt oder könntest Du Dir eines vorstellen, dass für euch beide funktioniert?

Warum es Dir wichtig ist, zu wissen, wie er fühlt und warum es Dir wichtig ist, dass er weiß, wie Du fühlst? Weiß er das auch, hast Du ihm das gesagt?

Oh, Fragen... Mußt Du mir gar nicht beantworten, aber vielleicht helfen Dir zwei, drei davon weiter.

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