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Wie sage ich es meinem Mann? (sorry etwas lang geworden)

18. März 2005 um 13:37

Hallo,

ich bin jetzt fast 6 Jahre verheiratet. Meinen Mann habe ich im Jahr 1995 kennen gelernt. Direkt am Anfang unserer Beziehung habe ich mich zweimal von meinem (damals noch) Freund getrennt. Dies hatte viel mit äußeren Umständen zu tun, ich habe mich zu sehr von der Meinung von anderen Leuten beeinflussen lassen. Im Januar 1997 sind wir zusammengezogen und ich habe den Kontakt zu den alten Bekannten komplett abgebrochen. Am Anfang lief unser Zusammenleben auch sehr gut, ich war mir sicher, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Im April 1999 haben wir dann geheiratet und im Oktober 2000 kam unser Sohn zur Welt. Zwischenzeitlich waren wir in das Haus meiner Eltern umgezogen, weil wir hier eine große Wohnung (100 qm) für einen günstigen Mietpreis bekommen konnten. Nach der Geburt unseres Sohnes änderte sich mein Leben total (jede Mutter wird verstehen, wie ich das meine), für meinen Mann blieb alles beim Alten. Ich muss dazu erklären, dass wir beide das gemeinsame Hobby Computer haben und vor der Geburt auch unsere Freizeit gemeinsam mit dem PC verbracht haben. Nun hatte ich einen Säugling, der verpflegt und bespielt werden musste (habe ich natürlich gern gemacht) und einen Mann, der mit dem Kind nichts anfangen konnte. Er hat unseren Sohn in der ganzen Zeit vielleicht 10 Mal gewickelt angeblich konnte er das nicht, weil ihm schlecht werden würde. Auch die Mahlzeiten habe ich unserem Sohn gegeben. Er hat seine freie Zeit vor dem Computer verbracht, als wäre dort nicht noch eine dritte Person, die unsere Hilfe braucht. Er müsse sich von der Arbeit erholen oder irgendeine andere Ausrede fiel ihm ein.

In dieser Zeit fing es bei mir an, dass ich mich total zurückgezogen habe. Ich habe nur noch für das Kind gelebt, nur noch mit meinem Mann geschlafen, wenn mir keine Ausrede mehr einfiel. Jetzt mit 4 Jahren ist unser Sohn so geworden, dass Papa nichts machen darf, alles muss ich für ihn tun, er kennt es halt nicht anders. Es wäre mit viel Geduld und Kraft verbunden, das Kind an seinen Papa zu gewöhnen dazu hat mein Mann keine Lust, er spielt lieber am PC.

Nach langem Überlegen bin ich nun zu dem Entschluss gekommen, dass ich meinen Mann nicht mehr liebe. Die Gefühle für ihn sind nach und nach verschwunden. Ich habe mich nun im Internet versucht schlau zu machen, welche Schritte zu unternehmen sind und denke, ich bin nun ganz gut informiert. Ich habe einen kleinen Job zweimal die Woche, wofür ich zur Zeit 250,00 bekomme. Ich werde in den nächsten Wochen meinen Chef fragen, ob ich mehr Stunden (13 Stunden anstatt nun 8 in der Woche) arbeiten kann und dann über 400,00 verdiene, damit ich zurück in die gesetzliche Krankenversicherung kann. Wenn ich die Unterzahlungen richtig berechnet habe, stünden mir nach Abzug aller Kosten ca. 450,00 im Monat zur Verfügung nicht viel, aber ich würde es wohl schaffen, zumal ich ja meine Eltern noch zur Unterstützung habe.

Mein Mann ist mit seinem Leben offensichtlich so zufrieden. Er hat noch nie geäußert, dass ihm eine Veränderung an mir aufgefallen ist (sind Männer so?) und wird wohl aus allen Wolken fallen, wenn ich mit ihm darüber spreche, dass ich mich trennen möchte und das diese Entscheidung endgültig ist, egal, ob er sein Verhalten ändert oder nicht.

Einige Fragen ergeben sich jedoch noch für mich:

Kann man mich zwingen, eine Halbtagsstelle anzunehmen, also jeden Tag arbeiten zu gehen? Mein Sohn geht ja vormittags in den Kindergarten.

Wie sieht es überhaupt mit Kiga-Beiträgen aus, muss ich die noch zahlen bei einem monatlichen Einkommen von ca. 1.400,00 nach der Trennung? Laut Tabelle ja wohl nicht, aber gilt das dann erst nach der offiziellen Scheidung oder schon im Trennungsjahr?

Wir haben einen Kredit aufgenommen, der auf unser beider Namen läuft und durch Bürgschaft meiner Eltern abgesichert ist. Diesen Kredit möchte ich komplett allein zurückzahlen, dafür möchte ich allerdings dann auch die davon gekauften Möbel behalten. Geht das so einfach oder muss ich ihm einen Teil des Hausstandes geben? Wenn ja, ist er dann auch gezwungen, einen Teil des Kredits zu zahlen? Oder ist er grundsätzlich gezwungen, die Hälfte der monatlichen Raten zu übernehmen, egal ob er noch Nutzung daraus zieht?

Kann ich eventuell noch einen Zuschuss zur Miete erhalten, obwohl ich ja in einer viel zu großen Wohnung wohnen würde und auch wenig Miete dafür zahle? Ich möchte nicht ausziehen, schließlich habe ich hier meine Eltern, die mich noch unterstützen könnten und eine günstigere Wohnung würde ich wohl auch nicht unbedingt finden (zahle jetzt 440,00 ).

Und nun zur schwierigsten Frage: Wie sage ich es meinem Mann? Er ahnt ja von nichts und ich könnte mir vorstellen, dass er alles versuchen würde, um die Ehe zu retten. Nur ich will nicht mehr. Wie macht man das am besten deutlich? Klar, in dem man bestimmt und klar sagt, was man möchte, aber das ist wohl leichter geschrieben, als gesagt. Müsste ich nicht dem Kind zuliebe wenigstens einen Versuch starten? Aber ich denke, ICH bin jetzt mal an der Reihe, es ist mein Leben und das möchte ich nicht so weiter führen. Aber sagt man einfach so, aus heiterem Himmel, Ich möchte unsere Beziehung beenden? oder arbeitet man besser daraufhin und erträgt die Situation noch ein paar Wochen/Monate?

Am 01.04. haben wir Hochzeitstag, ich weiß schon jetzt, dass er etwas für mich vorbereitet hat, nun werde ich wohl gute Miene zum bösen Spiel machen müssen oder aber die Trennung jetzt schnell übers Knie brechen. Ich weiß einfach nicht, wie ich das hinbekommen soll. Ich habe so eine Angst vor seiner Reaktion und der Zeit danach, dass ich jedes Mal den Mund nicht aufbekomme, wenn ich mir fest vorgenommen habe "Heute sagst du es ihm".

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19. März 2005 um 14:48

Mir
...scheint, du kommst zu dieser entscheidung ohne auch nur einmal ein wirklich intensives gespräch mit deinem mann geführt zu haben. dann muß ja für ihn alles in butter sein oder glaubst du, er kann gedanken oder deine gefühle lesen....? wie kann er auf dich zu gehen, wenn du dich einfach bloß zurückziehst statt was zu sagen ? hier existieren jede mange mißverständnisse zwischen euch !

vor einer endgültigen trennung sollte man wenigstens mal die vielen angebote der eheberatung in anspruch nehmen - es wäre jedenfalls ein versuch wert und alle mal fair ihm gegenüber.

manche männer kommen nämlich gar nicht auf die idee, daß es mit ihnen langweilig sein könnte und das man eine ehe pflegen sollte, von beiden seiten.

was du da vorhast und die art des wie kommt allein aus dir und hat mit ihm nur wenig zu tun, aber er soll den schwarzen peter nehmen......der buhmann sein, der schuld hat......?

gruß von nemesis/dunkle-mondin.de

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20. März 2005 um 11:20
In Antwort auf lilia_12629207

Mir
...scheint, du kommst zu dieser entscheidung ohne auch nur einmal ein wirklich intensives gespräch mit deinem mann geführt zu haben. dann muß ja für ihn alles in butter sein oder glaubst du, er kann gedanken oder deine gefühle lesen....? wie kann er auf dich zu gehen, wenn du dich einfach bloß zurückziehst statt was zu sagen ? hier existieren jede mange mißverständnisse zwischen euch !

vor einer endgültigen trennung sollte man wenigstens mal die vielen angebote der eheberatung in anspruch nehmen - es wäre jedenfalls ein versuch wert und alle mal fair ihm gegenüber.

manche männer kommen nämlich gar nicht auf die idee, daß es mit ihnen langweilig sein könnte und das man eine ehe pflegen sollte, von beiden seiten.

was du da vorhast und die art des wie kommt allein aus dir und hat mit ihm nur wenig zu tun, aber er soll den schwarzen peter nehmen......der buhmann sein, der schuld hat......?

gruß von nemesis/dunkle-mondin.de

Nachdem...
... ich Deinen Beitrag gelesen habe, habe ich mir schon meine Gedanken gemacht und auch noch einmal meinen Beitrag gelesen. Es sollte auf keinen Fall so rüberkommen, dass er als Buhmann oder als der Schuldige dasteht. Schuld an der "Misere" haben wir beide: Er durch sein Desinteresse und ich wohl dadurch, dass ich nicht energisch und klar genug gesagt habe, was ich von einer Ehe mit ihm erwarte. Dass sein Part eben nicht nur daraus besteht, das Geld nach Hause zu bringen.

Es ist ja nicht so, dass ich nicht in den letzten Jahren mit ihm geredet hätte, es hat sich dann auch für zwei bis drei Wochen geändert, aber dann ist er wieder in den alten Trott verfallen. Mein Fehler war dann wohl, nicht sofort gesagt zu haben "Hallo ? Wolltest Du mich nicht mehr unterstützen?"

Ehrlich gesagt, habe ich dann irgendwann keine Lust mehr gehabt, immer wieder zu reden und bin halt nun an dem Punkt, wo ich sage, es geht nicht mehr. Ich habe keine Lust die nächsten 30-40 Jahre alle zwei bis drei Wochen ein Gespräch zu führen und dabei immer unzufriedenener zu werden.

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21. März 2005 um 18:30
In Antwort auf fanny_11846735

Nachdem...
... ich Deinen Beitrag gelesen habe, habe ich mir schon meine Gedanken gemacht und auch noch einmal meinen Beitrag gelesen. Es sollte auf keinen Fall so rüberkommen, dass er als Buhmann oder als der Schuldige dasteht. Schuld an der "Misere" haben wir beide: Er durch sein Desinteresse und ich wohl dadurch, dass ich nicht energisch und klar genug gesagt habe, was ich von einer Ehe mit ihm erwarte. Dass sein Part eben nicht nur daraus besteht, das Geld nach Hause zu bringen.

Es ist ja nicht so, dass ich nicht in den letzten Jahren mit ihm geredet hätte, es hat sich dann auch für zwei bis drei Wochen geändert, aber dann ist er wieder in den alten Trott verfallen. Mein Fehler war dann wohl, nicht sofort gesagt zu haben "Hallo ? Wolltest Du mich nicht mehr unterstützen?"

Ehrlich gesagt, habe ich dann irgendwann keine Lust mehr gehabt, immer wieder zu reden und bin halt nun an dem Punkt, wo ich sage, es geht nicht mehr. Ich habe keine Lust die nächsten 30-40 Jahre alle zwei bis drei Wochen ein Gespräch zu führen und dabei immer unzufriedenener zu werden.

Das versteh
....ich nur zu gut, daß du keine lust mehr hast reden zu halten und am ende bleibt es wie es ist.dann würde ich zu einer trennung auf zeit raten - damit er merkt, daß es dir ernst ist. wenn er dann immer noch nicht aufwacht hat er eben verspielt.
gruß von nemesis/dunkle-mondin.de

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22. März 2005 um 15:44

Männer können Idioten sein...
Hallo

Ich hab halt leider nicht viel Erfahrung in solchen Sachen, aber seine Meinung schadet ja üblicherweise nicht...
Auch ich würde dir vorschlagen, mit deinem Mann recht schnell mal über eine mögliche Trennung zu sprechen. Du hast gesagt bzw. geschrieben, dass er alles tun würde um sie zu retten, es wäre echt langsam Zeit! Ich finds sehr traurig, dass er sich überhaupt nicht um sein eigenes Kind kümmert. Es scheint mir so als wäre er noch ein Teenie der nur seinen PC braucht. Ich glaube er muss wieder in die Realität gezogen werden. Doch so wie du schreibst scheint es als wäre es bereits zu spät...
Doch ich würds trotzdem versuchen, ihr könnt fast nur gewinnen. Denn verlohren hat er dich ja sonst auch jetzt schon.
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass auch ich auf die Welt kommen musste (die Situation war jedoch nicht ganz so krass) und meine grosse Liebe fast verloren hatte. Doch bei uns gähts wieder auf ne feste Beziehung zu, trotz sehr harten Zeiten...

Viel Glück und alles Gute, egal wie du dich entscheidest.
Robert

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19. Mai 2005 um 17:16

Falsche Hoffnungen machen
Also was ich völlig falsch finde wäre, wenn Du jetzt zu ihm sagst, Du überlegst Dich zu trennen und setzt eine Zeitmarke, obwohl Du schon 100%tig sicher bist. Dann machst Du ihm Hoffnungen und er wird die gesamte Zeit leiden. und danach auch, weil er versagt hat. Dann lieber gleich so, dass Du ihm sagst, dass Du dich trennen wirst, ihr jedoch noch eine gewisse Zeit zusammen wohnt, bis Du ales geklärt hast. Dann verliert er Dich als Person nicht sofort (Einsamkeit) und kann sich darauf vorbereiten.
Ich spreche da aus erfahrung. Meine Frau hat 2 Monate lang gesagt, sie wüsste noch nicht genau, ob sie zu ihrem Liebhaber wolle oder bei mir bleiben. Sie hat versucht, es mir langsam beizubringen. Dabei war es, da bin ich sicher, von Anfang an fest.
Ich musste 2 Monate leiden und dann merken, dass ich verloren hatte. Mir wäre lieber gewesen, es wäre von Anfang an klar gesagt worden. Dann wäre ich heute schon viel weiter.

Rücksicht ist ein netter Zug, aber sie kann sehr schmerzvoll sein.

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