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Wie mit einem geschiedenen Mann umgehen?

1. Januar 2010 um 19:34


Ich bin seit 6 Wochen mit meinem Freund zusammen. Er ist 38 und geschieden und hat zwei Töchter (11j, 6j). Er liebt seine Kinder sehr. Er ist seit einem Jahr geschieden.
Ich bin 29 und... keine Bemerkungen. Bin ledig und frei wie ein Vogel.
Wir leben ca. 2 Autostunden voneinander. Also sehen wir uns nicht oft.

Wir haben uns kennen gelernt und sind sehr schnell zusammen gekommen. Ich habe mich sofort voll und ganz in ihn verliebt. Trotzdem. Zuerst wollte ich die Beziehung gar nicht starten, weil er eine Familie hatte und dadurch vorbelastet ist. Ich habe Angst vor einer Beziehung mit ihm.
Er hat mich aufgehalten und mir sehr viel Mut zugesprochen. Also gab ich uns eine Chance.

Bald hat er mich wegen etwas missverstanden. Er meinte, dass ich nicht ernst mit ihm meinte und machte Schluss mit mir. Er war sehr sauer auf mich. Ich bin zu ihm gefahren und habe ihm erklärt, dass er mich missverstanden hat. Als er seinen Fehler einsah, wollte er mich gar nicht mehr gehen lassen. Er erzählte mir. Er hatte sich so überreagiert und war so sauer auf mich, weil er dachte, dass ich nicht die Frau wäre, die er sich vorgestellt hatte. Er hatte mich dann so fest umarmt. Ich konnte mich gar nicht mehr von ihm befreien. Er liess mich erst los, als ich ihm versprach, dass ich als seine Freundin blieb.

Ich erzählte ihm, dass ich wahrscheinlich nicht seine Freundin sein kann. Ich liebe ihm sehr, aber ich möchte meine Träume nicht aufgeben. Ich habe nämlich Familiengedanke. Ich möchte später einen Mann heiraten und ein Kind mit diesem Mann haben. Ich habe ihn gefragt, ob er sich vorstellen kann, diesen Mann zu sein. Ob er sich vorstellen kann, wieder heiraten und ein weiteres Kind mit einer Frau zu haben.
Er sagte mir ja. Wenn er später wieder heiratet und diese Frau ein Kind mit ihm haben will, so soll sie eins mit ihm kriegen. Ich konnte ihn nicht glauben, also fragte ich ihn nochmals ernsthaft. Er sagte mir wieder ja. Er sagte, wenn ich wirklich unbedingt ein Kind haben will, können wir es sogar sofort machen. Am liebsten hätte ich sein Angebot auf der Stelle angenommen. So glücklich war ich darüber zu hören.

Endlich konnte ich mich fallen lassen, um die Beziehung zu geniessen. Ich malte bereits unsere gemeinsame Zukunft aus. Wie er, ich, seine beiden Töchter und mit dem Baby umgehen würden. Seine Töchter würden sich bestimmt gerne mit dem Baby spielen. Und da ich sowieso nur ein Kind haben möchte, freue ich mich darüber, dass mein Kind doch Geschwister hat und somit nicht ganz alleine sein werde. Ich möchte nur ein Kind haben, weil ich nicht lebenlang an Kindern anfesseln möchte. Ich bin nämlich nicht so kinderlieb. Aber ich möchte einmal als Frau erleben, ihr eigenes Kind aufwachsen zu sehen.

Alles schön und gut. Leider kam der Schlag. Kaum war ich optimistisch, zeigte er Riesenzweifel. Er wollte unsere Beziehung beenden und wollte Freundschaft mit mir führen. Mich traf wirklich der. Plötzlich dieser Umkehrung.
Ich bestand natürlich auf einer Erklärung. Er meinte, dass er nicht würdig ist, mein Ehemann zu sein. Ich habe ihn nicht verdient. Er kann nämlich nicht mehr in dieser Welt zurechtfinden. Er möchte daher mein Glück nicht gefährden. Seit einem Jahr (seit der Scheidung) kann er keine Beziehung führen. Er hat zu grosse Angst vor der Beziehung. Er kann sich momentan nicht vorstellen, mit einer Frau zusammen zu leben.
Mich traf wirklich der Schlag. Vorher war er voller Optimismus und hatte sogar mir Mut aufgebaut, so dass ich glaubte, dass er bereits über seine Vergangenheit hinweg wäre. Wahrscheinlich kam die Vergangenheit in ihm wieder hoch, als unsere Beziehung ernster wurde.

Nun war ich jetzt der Optimist von uns. Ich versuchte seine Angst abzubauen, indem ich ihm erklärte, dass wir uns nicht unter Druck setzen mussten. Lassen wir die Sache einfach rollen, geniessen wir die Zeit und mal schauen, wie die Sache sich entwickelt. Ich habe zwar Familiengedanke, aber ich ja nicht sofort heiraten und Kind haben. Ausserdem wissen wir beide noch nicht, ob wir überhaupt zusammen passen und eine gemeinsame Zeit verbringen wollen. Es gibt also kein Grund, sich auf die Zukunft zu fixieren.

Ich dachte, die Worte würden ihn helfen. Ich habe mich geirrt. Er ist noch blockierter als zuvor.

Er sagte, er empfand Abneigung von meiner Haltung und das Ganze ekelte ihn.
Was bedeutet das???

Zuerst habe ich gedacht, dass er die ganze Zeit mit mir gespielt hat. Dass er nur auf eine Affäre hinaus will. Aber wenn ich mich überlege, wie und wie viele Male er mich aufgehalten hat, kann ich dies mir schlecht vorstellen. Da hätte er eindeutig zu viel Mühe investiert.

Also angenommen, er meint es ernst mit mir. Wieso diese Reaktion? Ist er überfordert mit mir? Hat er tatsächlich Angst vor einer Beziehung mit mir?

Falls ja, möchte ich ihn so gerne halfen! Ich möchte, dass er sich wieder zurecht in dieser Welt findet und wieder an die Liebe glaubt. Ich habe ihn als Optimist kennen gelernt. Er hat eine harte Schale. Aber bald habe ich bemerkt, dass sein Kern sehr empfindlich ist. Ich vermute, dass er sehr einsam ist und nach Zuneigung sehnt. Ich möchte ihm die Gefühle der Vertrautheit, der Gemeinsamkeit, der Geborgenheit und der Sicherheit wiedergehen, die er einst verloren hat.

Tipps??
Danke fürs Lesen.

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19. Dezember 2010 um 14:38

Genau das selbe mache ich gerade auch mit
Ja, ich glaube bei geschiedenen Männer gibt es eine Art panik- Knopf, den man drückt wenn man das Thema Heirat, Kinder anspricht unabhängig davon ob man das nur mal so in der Theorie besprechen möchte oder doch wirklich oben auf die Prioritätenliste setzt.
Nach dem Gespräch scheint der Mann zu keinen rationalen Überlegungen mehr im stande. Nur Panik, Abwehr, NEIN.

Mich würde auch interessieren ob noch andere Frauen die gleichen Erfahrungen gemacht haben oder ob es Männer gibt die diese Reaktion verstehen und erklären können.

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19. Dezember 2010 um 15:07

Was meinst du genau
mit anderen Erwartungen, anderen Ängsten? Was sind das für welche genau ?

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19. Dezember 2010 um 17:03

Finger weg
Wir Frauen sind keine Therapeuten für gebrochene Männerseelen - leider ist es nach meiner Erfahrung so, dass ein Mann eine Trennung/Scheidung wesentlich schwerer verkraftet als eine Frau, zumal die meisten Scheidungen von Frauen ausgehen. Er bekommt die Kinder nicht mehr zu sehen, muss von nun an zahlen, Streitereien um das Sorgerecht, gebrochenes Ego, weil eine Frau ihm den Laufpass gegeben hat etc. pp.

Diese Typen sind nicht wirklich offenen für eine Beziehung, sie haben Panik, dass ihnen noch mal das Gleiche passiert. Finanziell und emotional sind sie meist völlig ausgeblutet. Du hast da einen sehr schwierigen Patienten vor dir, und ob er dir das geben kann, was du dir wünschst, wage ich zu bezweifeln ...

Mein Rat: suche dir jemand in deinem Alter, der noch nicht soviel emotionalen Ballast hat!

Viel Glück

Delilah

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19. Dezember 2010 um 19:35

Du sagst genau das
was ich auch hören musste.

dabei verstehe ich auch noch nicht was du mit Entwicklungsstufe meinst ?

meinst du man kann gar keine Kompromisse mehr eingehen, weil es zu viel vom eigenen Leben nimmt ?

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19. Dezember 2010 um 20:28

Da muss man ja aber echt
frustriert sein, um sowas zu schreiben, denn Familie ist das Größte, was man im Leben haben und die Nähe der geliebten Menschen fühlen kann. Hast du dir oft vorgestellt, was du im Alter ganz allein mit Haufen unseriöser Männer machen oder haben wirst? Offensichtlich nur Leere und Hoffnung, eine verwandte Seele zu treffen...

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19. Dezember 2010 um 21:58

Ähm
Du würdest perfekt zu meinem Objekt der Begierde passen glaube ich.

Darf ich fragen was an Kompromissen so falsch ist ? Ich meine man muss sein Leben ja nicht komplett auf den Partner einstellen aber ein Kompromiss heisst doch den Partner einzubeziehen und nur ein wenig nachzugeben.

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19. Dezember 2010 um 23:23

"ich bin nicht so kinderlieb,
und möchte nur ein Kind haben", so schreibst du. Du hättest aber 3 Kinder . Kinder, die Eltlern brauchen ,die sie von Herzen lieben und die Situation meistern, die nicht einfach ist. Es ist gut wenn dieser Mann die Bremse zieht. Eine Erfahrung dieser Art muß genügen.
Und du bist auch nicht seine Therapeutin, du kannst ihn nicht retten, das ist nicht deine Aufgabe.Rette dich, da hast du genug zu tun. Beziehung und Ehe sind zudem kein Kinderspiel , sondern eine richtige Herausforderung. Er hat verständlicher Weise Angst vor einer neuen Beziehung. Ist die Trennung/Scheidung auch erst 1 Jahr her. Lernt euch mal erst richtig kennen, bevor ihr überhaupt von gemeinsamer Zukunft redet.
Gruß Melike.

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19. Dezember 2010 um 17:07

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