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Wie mit einem Beziehungsphobiker umgehen?

19. Dezember 2011 um 14:57

Mich macht gerade die ganze Sache mit meinem Ex-Freund ziemlich fertig. Wir sind jetzt bald 11 Monate getrennt und hatten auch eine ziemlich schwierige Beziehung hinter uns. Er ist ein Beziehungsphobiker, wie es im Buche steht und konnte sich nie auf mich einlassen. Ich geriet dadurch in Panik und fing an, zu klammern und bekam Panikattacken, magerte regelrecht ab und bekam schlimme Schlafstörungen.

Jetzt hatten wir vor einigen Wochen wiedergesehen auf einer Party und es kam zu mehr. Auf dieser Party sagte er mir, dass er mich sehr geliebt hat, aber einfach unfähig war. Er fing sogar an zu weinen. (Konnte mir nie sagen, dass er mich gern hat und machte fast nur Witze über mich und uns)

Unser Versuch, danach normal miteinander zu reden, ging schief, weil ich doch noch Gefühle für ihn habe/hatte/wie auch immer. Es war immer schon so, dass er erst, wenn er etwas getrunken hatte, sich öffnen konnte. Damals konnte er mir nur betrunken seine Gefühle gestehen und so wurden wir ein Paar. Ja, ziemlich traurig, ich weiß...

Am Samstag habe ich mich wieder bei ihm gemeldet, da ich dachte, evtl schwanger sein zu können. (Ich habe zwar verhütet, aber ich musste mich einmal übergeben. Hab die Pille danach genommen und war verwirrt, dass meine Tage ausgeblieben waren. Aber ich bin nicht schwanger, zum Glück!) Natürlich reagierte er nicht gerade sehr glücklich darüber, dass ich SS sein könnte, aber er war überaus freundlich. So kannte ich ihn gar nicht. Er schlug auch ein Treffen vor, da er sich endlich mit mir wirklich vertragen wollte. Naja. Wir schrieben dann so hin und her und irgendwie kamen wir auf das Thema Sex und fingen an, uns zu sagen, wie scharf wir aufeinander wären. Sowas mache ich normalerweise nicht oder habe ich auch nie gemacht. Jetzt hätten wir für kommenden Sonntag ein Treffen geplant, bei dem wir natürlich auch miteinander schlafen würden.

Ich wohne ca etwas mehr als eine halbe Stunde von ihm entfernt und müsste nicht zwingend notwendig bei ihm übernachten. Er wollte sogar schon, dass ich am Fr komme. Aber Weihnachten lass ich mir nicht kaputt machen. (klingt böse, aber ...naja..) Ich weiß, viele werden denken, er möchte nur mit mir schlafen, benutzt mich, da is nix mehr.. Aber ganz ehrlich - auch wenn es angeblich so toll mit mir ist; wenn man einen "Druck" dort "Unten" verspürt, wartet man nicht extra eine Woche, oder? Wir können auch normal miteinander reden, aber er reagiert eben gar nicht auf Gefühls-Themen. Er ist eben ein totaler Angsthase in der Beziehung. Er kann doch nicht innerhalb von 3 Wochen, in denen er mir unter Tränen gesteht, mich echt geliebt zu haben, so schnell seine Meinung ändern und mich nur für Sex benützen!? Ich spüre, dass er einfach Angst hat. So ist er auch noch nie, denke ich, mit einer Ex-Freundin umgegangen. Dass er schon einmal mit einer anderen Ex im Bett war nach deren Beziehung ist mir klar. Aber ich weiß von ihm, dass er wenn dann nur einmal, und das ist lange her, eine Frau geliebt hatte. Und ich wäre somit nur die 2.

Wie soll ich mit ihm umgehen? Oder sollte ich ihn meiden? Er ist nicht nur ein blöder Arsch, der nur Sex möchte. Das weiß ich. Er würde sich einfach eine andere suchen, so schwer hat er es wirklich nicht. Er hat einfach nur verdammte Angst. Trotzdem ist sein Verhalten verletzend und daneben, da er nichts dagegen tut...Noch nicht halt... Aber ich merke schon, ich bin nicht wirklich ganz neutral bei der Sache, also bitte helft mir. Ich möchte mir nicht noch mehr Schaden. Wie geht man mit einem Beziehungsphobiker um?

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20. Dezember 2011 um 0:28


Entschuldige, da habe ich mich offenbar ein wenig falsch ausgedrückt... Er war unfähig, es mir zu zeigen bzw zu sagen, nicht zu empfinden.

Naja, es ist einfach schwer, wenn man weiß, der andere ist an sich ein feiner Kerl, aber er hat enorme Panik vor Bindungen... Jedenfalls sehe ich das so.

Naja, Weihnachten ist jedes Jahr und der 25. hat für mich keine Bedeutung im Gegensatz zum 24. Deshalb möchte ich nicht mein Leben lang daran denken, wie ich mir den 24. Dezember versauen hab lassen. Auch wenn ich einmal darüber lachen werde. Hoffentlich!

Ich weiß, ich tue mir sehr schwer, das Treffen abzusagen und ihm den Rücken zu kehren. Deswegen bin ich ja hier, damit ein paar mehr (hoffentlich) mir entweder Hoffnung machen können oder die Wahrheit sagen und mir verdeutlichen, dass so ein Mann (fast) immer nur Probleme und viel Kummer mit sich zieht... Ich möchte einfach nur wissen, ob dieser Fall hoffnungslos für mich bzw uns ist, oder ob ich geschickt an die Sache rangehen kann.

Aber Dankeschön für deine Antwort!
Ich werde (leider) sicherlich noch viel darüber nachdenken...

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20. Dezember 2011 um 0:46

Das wird leider nichts
Hi du!

Ich würde dir gerne Hoffnung machen, aber ich persönlich denke, dass das leider nichts mehr wird, auch wenn ich es dir natürlich gönnen würde.

Das Problem ist Folgendes: Ihr wart zusammen, es hat nicht funktioniert, für dich war es verletzend. Wenn ihr jetzt wieder zusammen kommt, wird sich das nicht ändern! Erstens verändert man selten sein Verhalten gegenüber einer anderen Person (zumindest nicht komplett). Und zweitens ändern sich auch leider Personen nicht (man kann an sich arbeiten, aber das erfordert 1. den persönlichen Willen bzw. erst einmal die Erkenntnis, und dann erfordert es viel, viel Zeit). Wenn du dich also wieder auf ihn einlässt, kannst du mit 98% Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Dinge laufen wie vorher. Alles andere würde fast an ein Wunder grenzen.

Und lasse dich nicht davon beirren, dass er im Moment vielleicht etwas offener ist bzw. versucht, andere Seiten von sich zu zeigen. Ich sage nicht, dass er sich böswillig verstellt, aber es ist liegt einfach in der Natur des Menschen, sich ein wenig zu "verstellen" oder besonders artig zu benehmen, wenn man etwas will, was man gerade nicht hat. Wenn ihr wieder in einer Beziehung seid, wird es - wie gesagt - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit laufen wir damals. Außer er befindet sich vielleicht seit 6 Monaten in Therapie und arbeitet hart an sich und seiner Bindungsstörung. Aber selbst dann wäre mittlerweile nicht alles super.

Ich denke, das ist eine realistische, neutrale Einschätzung der Situation. Jetzt kommt es darauf an, wie du die Sache siehst. Stress und Probleme hat man im Leben schon genug. Eine Partnerschaft sollte Halt und Sicherheit bieten. Wenn du mit Schrecken an eure erste Beziehung zurück denkst und das nicht nochmal willst, solltest du dich fernhalten. Wenn du es nicht sooo schlimm fandest und es unbedingt herausfinden willst, kannst du dich darauf einlassen - aber behalte das Risiko im Hinterkopf und versuche dann, die Anzeichen frühzeitig zu erkennen und die Handbremse zu ziehen.

Ich persönlich würde jedenfalls dazu tendieren, die Sache als erledigt zu betrachten. Ich weiß das sagt sich leichter, wenn man nicht beteiligt ist, aber du hast ja auch um die Meinung Außenstehender gefragt

So oder so: Viel Kraft und Erfolg mit deiner Entscheidung!

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20. Dezember 2011 um 11:35


Das wäre mir zu stressig. Du weißt doch, dass er keine Nähe zulassen kann, also warum überhaupt etwas mit ihm anfangen?

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20. Dezember 2011 um 13:01

Hm...
Es ist wahr... Wenn ich das jetzt so mal ausschnittsweise vor die Augen gehalten bekomme, sehe ich erst mal, wie widersprüchlich er oder ich mich verhalten

Was hab ich nur für ein gewaltiges Brett vor dem Kopf gehabt ... Haha, nein, wirklich, ich hab jetzt trotz alldem immer rausgelesen, dass er ja doch noch was für mich übrig haben könnte.

Ja, vor allem die Beziehung zu meinem Vater war sehr problematisch. Er war ein Mensch, der früher immer weggelaufen ist vor Problemen, mit anderen Frauen dann schlief, obwohl er noch in einer Beziehung war, später blieb er, aber dafür bemerkte man im Laufe der Zeit immer mehr cholerische und narzisstische Züge an ihm... Ein Treffen mit ihm war für mich immer mit Angst verbunden.
Na sehr schön, hab ich mir genauso einen gesucht.. Freud lässt wohl wirklich grüßen!

Ich hab mich aber jetzt entschieden - ich fahre nicht zu ihm. Und ich werde mich in Therapie begeben. Das hatte ich aber schon länger vor. Denn schon nach dem ersten Ende habe ich mir gedacht, dass so eine gestörte Beziehung nicht normal sein kann, von beiden Seiten aus.

Dankeschön für alle Beiträge! Es tut gut, wenn einem mal das Brett weggerissen wird und man halbwegs klar sehen beginnt!
Und wenn ich einen kleinen "Rückfall" haben sollte, schau ich mir den Thread einfach wieder an

LG und danke, ich wünsche euch auch schöne Weihnachten!

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