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Wie macht man Schluss ohne zu verletzen?

17. März 2005 um 17:51

Hallo, ich brauch mal einen Rat oder eine Bestätigung.
Vor 2 Jahren sah ich [=männlich, seit langer Zeit verheiratet) nach 20 Jahren wieder meinen damaligen Jugendtraum. Dummerweise verliebten wir uns und hatten beide das Gefühl, genau das ist es, was man in seinem Leben sucht. Der Haken war nur, ich bin verheiratet. Wir hielten danach bis heute den Kontakt per Mail aufrecht (jeden Tag) und ich habe es nicht geschafft Schluss zu machen. Ich bin mir seit längerem im Klaren darüber, dass mir meine Familie wichtiger ist. Ganz abgesehen davon, dass ich mir wie ein gottverdammter Betrüger vorkomme. Auf der einen Seite betrüge ich meine Frau, von der ich mich keinesfalls trennen möchte und auf der anderen Seite betrüge ich die Gefühle eines Menschen, der mir sehr viel bedeutet und den ich nie verletzen wollte.
Das Eigenartige daran ist, dass ich mit meiner Jugendliebe in der ganzen Zeit nur ein paar getroffen habe, d.h. kein Sex, nur Mails, Mails. Telefonate führten wir nur am Anfang, weil ich immer zu ihr sagte, ich kann das nicht auf Dauer. Die Jugendliebe wusste von Beginn in welcher Situation ich war und kannte mein schlechtes Gewissen, ich bin mir aber sicher, dass sie an mich die ganze Zeit glaubte, hoffte und vertraute. Es ist schon eine beschissene Situation jemanden zu enttäuschen, der einen liebt. Das tut sie, da bin ich mir ganz sicher. Ich bin mir aber auch sicher meine Ehe nicht aufzugeben.
Vielleicht bin ich ein Feigling, mag sein. Ich fühle mich nur ganz erbärmlich in dieser Situation. Wie macht man Schluss mit jemanden, den man liebt? Und wie kommt man damit klar über solch einen langen Zeitraum seine Frau gefühlsmäßig belogen zu haben?

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17. März 2005 um 20:26

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nur auf die Überschrift ein:
GAR NICHT geht das ohne zu verletzen, es bleibt einer immer auf der Strecke, aber es ist besser ein schrecken mit ende als ein schrecken ohne ende!

Tekky

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18. März 2005 um 10:31

Verstehe etwas nicht so ganz
Du liebst Deine Jugendliebe und willst sie gehen lassen? Möchtest dafür bei Deiner Frau bleiben, die Du nicht liebst? Wieso denn eigentlich, aus Bequemigkeit oder aus Gewohnheit? Wieso bist Du Dir eigentlich so sicher, dass Du Deine Jugendliebe immer noch/wieder liebst? Vielleicht sind es nur Erinnerungen von früher, die Du einfach nicht ablegen kannst, weil diese Liebe anscheinend unerfüllt blieb?

Du mußt doch wissen, was Du vom Leben erwartest bzw. denk an später, wie das ganze in ein paar Jahren aussehen könnte je nach Deiner Entscheidung. Bleibst Du bei der Frau, mit der Du anscheinend einmal einen Grund hattest eine Familie zu gründen, die Du aber nicht liebst ODER verläßt Du Deine Frau, mit der Konsequenz dass es nicht mehr so gewohnt und bequem sein wird, aber Du hast es versucht und bist bei der Frau die Du liebst (?). Was ist Dir denn wichtiger?

Grüße

Izabela

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18. März 2005 um 10:37

Je länger (Britta40)
Erst mal danke für deinen Rat. Du hast völlig Recht. Man muss sich irgendwann einmal entscheiden. Allerdings glaube ich nicht, dass es meine "Bekannte" gut überstehen wird. Sie liebt mich, sagt sie. Sie will mich nicht verlieren. Sie möchte wenigstens einen guten Freund. Sie weiß schon seit langem, dass ich mich für meine Frau entschieden habe und möchte mich trotzdem nicht loslassen. Ich hab' ihr schon 1000 x erklärt, dass das für mich alles keinen Sinn macht. Sie sagt, es reicht ihr schon, wenn sie ab und zu etwas von mir hört. Sie möchte, dass ich ihr "nur" hin und wieder sage, dass sie mir fehlt. Aber genau dass möchte ich nicht, weil ich bestimmt damit nur Hoffnungen wecke. Sie sagt, ich solle ihr dann wenigstens sagen, dass sie mir nichts mehr bedeutet. Was ich aber nicht mache, weil es nicht stimme würde. Vermutlich sollte ich es ihr leichter machen und lügen. Sie würde mich zwar dann für einen gottverdammten Idioten halten, der nur mit ihr gespielt hat, ich denke aber, man kann leichter loslassen, wenn man hasst, als wenn man liebt. Außerdem hasse ich mich schon dafür, dass ich mit allem was da passiert meine Ehe mit Füßen trete. 1 x mehr gehasst zu werden, spielt dann auch keine Rolle mehr.
Du hasst übigens auch damit recht, dass es natürlich toll ist begehrt zu werden. Man fühlt sich dann als toller Hecht, der man eigentlich nicht ist. Es ist immer ein schönes Gefühl geliebt zu werden, das ist schon klar. Aber Liebe verlangt bei den Menschen nach mehr. Eigentlich sollte Liebe uneigennützig sein, dem anderen nur das Beste wünschen und nichts zurück wollen. Aber wer ist schon zu so einer Liebe in der Lage? Bei Mann und Frau wird es wohl immer mehr sein.

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18. März 2005 um 11:06
In Antwort auf Izabela

Verstehe etwas nicht so ganz
Du liebst Deine Jugendliebe und willst sie gehen lassen? Möchtest dafür bei Deiner Frau bleiben, die Du nicht liebst? Wieso denn eigentlich, aus Bequemigkeit oder aus Gewohnheit? Wieso bist Du Dir eigentlich so sicher, dass Du Deine Jugendliebe immer noch/wieder liebst? Vielleicht sind es nur Erinnerungen von früher, die Du einfach nicht ablegen kannst, weil diese Liebe anscheinend unerfüllt blieb?

Du mußt doch wissen, was Du vom Leben erwartest bzw. denk an später, wie das ganze in ein paar Jahren aussehen könnte je nach Deiner Entscheidung. Bleibst Du bei der Frau, mit der Du anscheinend einmal einen Grund hattest eine Familie zu gründen, die Du aber nicht liebst ODER verläßt Du Deine Frau, mit der Konsequenz dass es nicht mehr so gewohnt und bequem sein wird, aber Du hast es versucht und bist bei der Frau die Du liebst (?). Was ist Dir denn wichtiger?

Grüße

Izabela

Ich verstehe mich selbst auch nicht
Was ich vom Leben erwarte? Ein gute Frage. Solche Fragen machen mich im ersten Moment immer wieder sprachlos, weil sie mein ganzen Leben in Frage stellen, die ganzen Unwichtigkeiten über die man sich täglich ärgert. Ich muss mich dann immer nach dem Sinn des Lebens fragen und weiß darauf meist keine Antwort. Vielleicht möchte ich ein besserer, zufriedener, weniger egoistischer Mensch werden, hab aber keine Ahnung wie man das macht.
Du irrst dich, wenn du glaubst ich möchte nur aus Gewohnheit, Routine oder Bequemlichkeit mit meiner Frau zusammenbleiben. Gewiss, man läuft Gefahr sich ein wenig zu verlieren, wenn man nicht immer wieder versucht daran zu denken, dass die Beziehung zweier Menschen etwas Einmaliges. ist. Man verdrängt im Alltag nur zu leicht, dass man dem Menschen, der da neben dir steht, einmal ein Versprechen gegeben hat, - ein Versprechen zu dem das stänige Bemühen umeinander dazugehört. Ich vergesse das nur allzu oft.
Nein, meine Frau werde ich nicht verlassen, auch auf die Gefahr hin, die Chance einer Liebe, eines Neuanfangs nicht wahrzunehmen. Gewiss werden Situationen kommen, wo ich mich fragen werde, ob es die richtige Entscheidung war und gewiss wird jetzt eine Phase der Sehnsucht kommen. Mit dem Bedürfnis etwas nicht zu bekommen, dass man unbedingt haben möchte kann man schon schwer umgehen und mit der Entscheidung etwas wegzuwerfen, das man lange Zeit als Ideal angesehen hat, lebt es sich auch nicht leichter.

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18. März 2005 um 11:17
In Antwort auf betrueger

Ich verstehe mich selbst auch nicht
Was ich vom Leben erwarte? Ein gute Frage. Solche Fragen machen mich im ersten Moment immer wieder sprachlos, weil sie mein ganzen Leben in Frage stellen, die ganzen Unwichtigkeiten über die man sich täglich ärgert. Ich muss mich dann immer nach dem Sinn des Lebens fragen und weiß darauf meist keine Antwort. Vielleicht möchte ich ein besserer, zufriedener, weniger egoistischer Mensch werden, hab aber keine Ahnung wie man das macht.
Du irrst dich, wenn du glaubst ich möchte nur aus Gewohnheit, Routine oder Bequemlichkeit mit meiner Frau zusammenbleiben. Gewiss, man läuft Gefahr sich ein wenig zu verlieren, wenn man nicht immer wieder versucht daran zu denken, dass die Beziehung zweier Menschen etwas Einmaliges. ist. Man verdrängt im Alltag nur zu leicht, dass man dem Menschen, der da neben dir steht, einmal ein Versprechen gegeben hat, - ein Versprechen zu dem das stänige Bemühen umeinander dazugehört. Ich vergesse das nur allzu oft.
Nein, meine Frau werde ich nicht verlassen, auch auf die Gefahr hin, die Chance einer Liebe, eines Neuanfangs nicht wahrzunehmen. Gewiss werden Situationen kommen, wo ich mich fragen werde, ob es die richtige Entscheidung war und gewiss wird jetzt eine Phase der Sehnsucht kommen. Mit dem Bedürfnis etwas nicht zu bekommen, dass man unbedingt haben möchte kann man schon schwer umgehen und mit der Entscheidung etwas wegzuwerfen, das man lange Zeit als Ideal angesehen hat, lebt es sich auch nicht leichter.

Woher weißt Du, dass Du die Jugendliebe liebst?
Wieso bist Du Dir denn da so sicher, dass es so ist? Ist das nicht nur die Vorstellung sie nicht haben zu können, die Dich reizt?

Du hast doch schon die Entscheidung getroffen, dass Du bei Deiner Ehefrau bleibst. Also, eigentlich verstehe ich Dein Problem nicht so ganz. Du sagst Deiner Jugendliebe einfach, dass sie wußte worauf sie sich einläßt und dass Du ihr nicht geben kannst, was sie von Dir braucht, weil jemand anders an Deiner Seite ist und basta Wieso liegt Dir denn so viel daran, sie nicht zu verletzen? Wie möchtest Du denn das machen? Dich mit ihr weiter treffen und sie anlügen bzw. nichts sagen oder machen, bis sie alleine von Dir weggeht, weil Du den Mut nicht hast, es ihr ins Gesicht zu sagen? Hat sie Dich vor die Wahl gestellt, für welche Frau Du Dich entscheidest? Vielleicht hast Du einfach nur ein schlechtes Gewissen und machst Dir selber diese Probleme, die es eigentlich gar nicht gibt?

Grüße

Izabela

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18. März 2005 um 23:17

Wow,10 Jahre
sind eine lange Zeit. 20 Jahre Ehe habe ich auch schon fast erreicht. 3 Kinder hab' ich ebenfalls, die mir sehr viel bedeuten.
Die Jugendliebe wil schon mehr von mir, das ist schon klar. Alle Zugeständnisse und Einschränkungen enstehen aus der Angst mich zu verlieren. Sie hat fürchterliche Angst davor.
Ich kann bzw. möchte eine "Beziehung" aber nicht aufrechterhalten um eine Option für alle Eventualitäten zu haben, das hat kein Mensch verdient. Die Garantie auf ewige Liebe gibt es nicht, aber diese fehlende Garantie sollte man nicht dazu benutzen jemanden bis in alle Ewigkeiten warten zu lassen. Es ist schon eigenartig. Eigentlich bin ich mir sicher mit meiner Entscheidung und anderseits fällt es mir verdammt schwer loszulassen.
Irgendwie möchte sie wahrscheinlich genau das, wofür du gegenwärtig lebst und genau das ist es, was ich niemanden zumuten möchte, auch wenn jemand die Bereitschaft dafür zeigt. Das kann es einfach nicht sein.
So platonisch wie du denkst, ist es übrigens auch wieder nicht gewesen. Das Bedürfnis nach Nähe war da. Ich hab's nur nicht zugelassen diesem Bedürfnis nachzugeben.
Nochmals danke für deine Sätze. Scheintst ein netter Mensch zu sein. Ich wünsch' dir jedenfalls viel Glück in deiner Beziehung.

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