Forum / Liebe & Beziehung

Wie lerne ich, meine Gedanken "zu steuern"?

Letzte Nachricht: 22. August 2008 um 11:33
S
selena_12357897
21.08.08 um 16:55

Liebes Forum,
ich habe mit meinem Freund im Mai Schluss gemacht (siehe mein Beitrag "Schluss gemacht, aber er fehlt mir so. War es ein Fehler?" etwas weiter unten), und seitdem fahren meine Gefühle Achterbahn mit mir.

Meine Frage ist nun eigentlich (ohne auf das Thema, ob es richtig war, sich zu trennen, oder nicht, zu sprechen zu kommen), wie ich lerne, meine Gedanken dahingehend zu steuern, dass ich eben NICHT ständig anfange zu zweifeln; an ihn zu denken; ein schlechtes Gewissen zu haben; dann wieder total traurig zu sein, ihn ganz zu verlieren; es mir mein Herz bricht, wenn ich daran denke, wie er gelitten hat, als ich Schluss gemacht habe; die Entscheidung zu bereuen und so weiter und so fort.

Es macht mich verrückt, ich kann mich auf meine Arbeit nicht konzentrieren, weil die Gedanken dauernd in meinen Kopf kommen, und ich momentan an nichts anderes denken kann. Wie schaffe ich es, positiv zu denken, zu meiner Entscheidung zu stehen, zu akzeptieren, dass ich nicht mehr ändern kann, dass ich ihm damit nun mal zutiefst weh getan habe, dadurch dass ich Schluss gemacht habe? Ich möchte doch einfach nur selber damit klarkommen, aber die Gedanken kommen andauernd in meinen Kopf und doch sind sie sinnlos und helfen mir nicht weiter, und schon gar nicht ihm.

Es frisst mich sonst innerlich auf und ist ein Teufelskreis...

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J
jaana_11887320
21.08.08 um 16:58

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S
selena_12357897
21.08.08 um 23:49

Danke
für deine Antwort. Weil ich ihm diese Liebe nicht zu 100% geben konnte, habe ich Schluss gemacht. Es war kein leichter Schritt, aber er war der einzig richtige, um ihn nicht noch mehr weh zu tun. Die Trennung tat ihm zwar unglaublich weh, aber ich denke, dass es nur noch schlimmer geworden wäre, wenn ich weiterhin mit ihm zusammen geblieben wäre, mit dem BEWUSSTSEIN, ihn nicht so sehr zu lieben wie er mich und wie ich es mir gewünsch hätte (ich war mir dessen vorher nicht bewusst, ich denke aber, unterbewusst wusste ich es schon etwas länger)

Das mit ihm ist eine lange Geschichte. Ich habe mich mit 14 in ihn verliebt - als ich ihn das erste Mal gesehen habe. Damals war es ein kindliches "total-in-ihn-Verschossen-sein ". Dann waren wir mit 15 zwei Monate zusammen, aber ich war noch viel zu unreif, und er auch, damals hat er Schluss gemacht und ich habe "gelitten" (aus heutiger Sicht nicht der Rede wert, aber es war schon schwer für mich, damals der erste Freund, und der macht auch noch Schluss, Weltuntergang für eine 15-Jährige). Danach hatte ich noch 3 Freunde...trotzdem, immer, wenn ich ihn gesehen habe, hatte ich Herzklopfen, meine Knie wurden weich. 3 Jahre lang... bis ich dann, endlich, wieder Kontakt zu ihm hatte und kurze Zeit später, an meinem 18. Geburtstag, mit ihm zusammen kam.
Er hat mich damals mit 14 verzaubert. Ich konnte ihn nie vergessen. Es war damals "Liebe" auf den 1. Blick. Dass er doch nicht die große Liebe war , merkte ich natürlich erst mit der Zeit, anfangs war er es ja. Da habe ich das mit den Augen nicht bemerkt. Es war das größte für mich, mit ihm zusammen zu sein.

Was natürlich an der ganzen Sache komisch ist - ich habe mich ja damals nur in sein Aussehen verliebt, mit 14. Er ging mir danach nie mehr aus dem Kopf und für mich war er die große Liebe. Aber jetzt, im Nachhinein, macht man sich natürlich darüber mehr Gedanken, WARUM man sich in diese Person verliebt hat...

Ich muss aber dazu sagen, ich hatte auch sehr sehr schöne Zeiten mit ihm. Ich konnte am Anfang nicht voraussehen, dass es mal so ausgehen würde, ich war total verliebt und glücklich. Mit der Zeit wurde es schwieriger, aber er hat sich auch verändert, und so wollte ich ihm auch zwei mal eine 2. bzw. 3. Chance geben. Deshalb kam die Entscheidung jetzt vielleicht auch etwas "überstürzt", weil ich gemerkt habe, dass es nun reicht, ich seinem Herzen nicht nochmal so ein Hin-und Her antun kann...weil es bei mir einfach wohl nicht mehr 100 % werden würden.

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S
selena_12357897
22.08.08 um 1:02

Nein, es waren auch nicht nur die Augen...
... das mit den Augen habe ich wirklich auch erst bemerkt, als ich schon merkte, dass mir etwas fehlt.

Was mir gefehlt hat...
- ....körperliche Zuneigung, die von ihm aus geht... er hat mich nie von alleine geküsst (ich meine damit richtig geküsst, nen Kuss auf den Mund hat er mir auch von sich aus gegeben, aber keinen richtigen Kuss, da kam die Initiative immer von mir aus), wir haben uns dann max. 20 Sekunden lang geküsst (außer während dem Sex, da war es länger), aber es kam nie vor, dass wir mal auf der Couch saßen und "rumgeknutscht" hätten. Das hat mir sehr gefehlt. Auch, dass ich mich mehr geborgen hätte fühlen können in seinen Armen... denn er hat mich selten so richtig "in den Arm genommen", eher nur wenn ich ihn in den Arm genommen habe. Ich war, aufs körperliche bezogen, die "Stärkere", er wollte immer gekrault werden, in den Arm genommen werden, doch mir fehlte es.
- ....mehr "Verständnis" für mich, für meine Eigenarten. Wahrscheilich hatte er andersrum das Gefühl, dass ich nicht so viel Verständnis für seine Eigenarten hatte. Er sagte zwar immer, dass er mich versteht, und dass ich das nur nich merken würde... aber wenn man es nicht merkt, wenn man das Gefühl hat z.B. dass er genervt ist von meiner Leidenschaft, dem Musikhören... was bringt es mir dann, dass er mir sagt, er WÜRDE es verstehen. Er hat es nicht gezeigt. Ich hatte das Gefühl, er ist genervt von meiner Begeisterung für Musik. Er hat sie nie versucht, mit mir zu teilen, er hat nicht wirklich reagiert, wenn ich ihm versucht habe, sie ihm näher zu bringen. er ist in 4 jahren nicht ein einziges Mal mit mir auf ein Konzert gegangen, obwohl ich ihn so sehr gebeten habe. Ich war einmal mit ihm auf einem Konzert... das er sich ausgesucht hat. Ich wäre nicht dorthin gegangen, aber ich wollte mit IHM auf einem Konzert sein, dachte, er würde danach auch mir einmal den Gefallen erweisen. 30 Euro waren ihm dafür aber zu teuer.. er konnte sehr stur sein. Ich hatte das Gefühl, ihm peinlich zu sein in einigen Situationen. Er sagte, ich sei ihm nie peinlich. Aber er gab mir trotzdem das Gefühl.
- ...mehr LEIDENSCHAFT... er war sehr lieb, sehr besorgt, sehr fürsorglich... fast wie eine Mutter, könnte man sagen.Er hat mich auch sehr ehrlich geliebt. Dies habe ich wirklich alles auch immer zu schätzen gewusst. Aber mir fehlte die Leidenschaft...ich merkte die Liebe zu wenig auf MEINE art. seine art, mir die liebe zu zeigen, war durch seine Handlungen, hat er immer gesagt. Durch das Sorgen für mich...aber leider hat mir das nicht ausgereicht

Wir waren vielleicht einfach zu unterschiedlich....von der Seele her. Ich weiß es nicht... aber nur so kann ich mir erklären, wieso ich vieles so anders aufgefasst habe als er es angeblich gemeint hat...wieso mir so vieles gefehlt hat was er mir seiner Meinung nach aber gegeben hat... Ich brauche die Liebe noch auf eine andere Art und Weise, denke ich... "seelisch", ich muss merken, dass er mich versteht, und genauso möchte ich ihn auch verstehen können... wir beide haben uns oft missverstanden... vielleicht ein Zeichen dafür, dass wir nicht zueinander passten. Obwohl er sagte, ich sei für ihn die große Liebe gewesen. Doch jetzt, im Nachhinein, stellt er fest, dass die Beziehung ihm wohl doch nicht so gut getan hat... wahrscheinlich, weil auch er sich oft nicht verstanden gefühlt hat....

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S
selena_12357897
22.08.08 um 11:33

Hmm...
Also das mit der Leidenschaft... schwer zu definieren... Er war immer sehr rational, und gleichzeitig auch zurückhaltend (siehe das, was ich über das körperliche geschrieben habe). Rational... z.B.: Ich habe ja 500 km entfernt studiert, es war meine Entscheidung, dahin zu gehen. Ich wusste, dass es schwer für uns beide werden würde, aber ich habe mir gewünscht, an diese Uni zu gehen, wollte es später nicht bereuen. Wenn es ums Besuchen ging, dachte ich so: Lieber ihn sehen, und an anderer Ecke das Geld sparen, als ihn nicht zu sehen. Er hingegen, obwohl er mich wirklich sehr vermisst hat, dachte oft so: Nein, das ist momentan zu teuer, ich kann dich leider nicht besuchen. Außerdem bist du auch weggegangen, da musst DU MICH schon häufiger besuchen. Eine Woche später kaufte er sich eine Hose für 50 Euro. Wenn ich dann sagte, dass er das Geld ja für die Zugfahrt hätte nehmen können, meinte er, dass er die Hose aber brauchte und er könne sich die Zugfahrt halt in dem Moment nicht leisten. Für mich fehlte da auch in gewisser Weise die Leidenschaft... mir ist in solchen Sachen das bisschen Geld dann egal (wir beide hatten ungefähr gleich viel bzw. wenig Geld im Monat), er ging vor. Er hingegen war so rational, so vernünftig, stellte die Vernunft dann über das Herz. Ich bin eher genau andersrum.

Das war jetzt nur ein Beispiel, aber so in etwa kann man sich vorstellen, was mir manchmal an Leidenschaft fehlte, wenn er so rational dachte.
Leidenschaft auch in dem Sinne, dass unsere Abende sich meist folgendermaßen gestalteten: Wir saßen vor dem Fernseher und schauten fern. Wenn wir miteinander geschlafen haben (kam auch nur eher selten vor), dann meist, wenn wir schon ins Bett gegangen sind. Dass es mal spontan passierte, kam selten vor (zwar ab und zu, aber wirklich eher selten). Abends auf der Couch schauten wir halt fern, dann gingen wir ins Bett und evtl. hatten wir dann Sex. Aber dann hatte ich auch nie so Lust, mir hätte es viel besser gefallen, wenn man z.B. anfängt, sich zu küssen... so nicht so geplant, einfach z.b. auf der Couch, nach dem Essen, wie auch immer. Aber er ging dann auf meine Versuche auch nicht so ein, wie gesagt, Küsse dauerten max. 20 Sekunden. Ich habe es öfter versucht, aber er ist nie drauf eingegangen.
Und mir fehlte die Leidenschaft, dass er von sich aus mal mich fest in den Arm genommen hätte, geküsst hätte, und daraus hätte ich dann auch schneller mal Sex entwickeln können, aber so wie es war, hatte ich dann auch eher selten Lust. Er hat sich dann beschwert, dass wir so wenig Sex hatten.
Naja, er ist halt so. Für ihn ist Leidenschaft wohl etwas anderes. Er würde auch bei anderen Frauen nicht anders sein.

Ich möchte ihm da auch keine Vorwürfe mehr machen. Er war nunmal so. Deshalb habe ich dann irgendwann Schluss gemacht, weil er nun mal so war, und er meinte es ja nicht böse, er war nun mal so.... er hätte sich nicht verändern können, dann hätte er sich verstellt. Er hat sich vorher schon sehr mir zuliebe verändert, früher habe ich noch viel weniger gemerkt,dass er mich liebte, seit einer Krise im letzten Jahr hat er es glücklicherweise endlich mal richtig gezeigt. Trotzdem, für mich reichte dies LEIDER noch nicht...

Einsam... hmmm.. einsam gefühlt, also das ist schwer zu sagen. Ich habe mich wohl gefühlt bei ihm. Ich hatte nur in meinem Inneren das Gefühl, dass mir etwas fehlte. Den Wunsch nach mehr. Ich dachte manchmal,wir seien wie Bruder und Schwester. Natürlich nicht ganz, aber mir fehlte der körperliche Teil der Beziehung doch sehr. Es kam da nur wenig von ihm aus, und dementsprechend hatte ich auf Sex weniger Lust. Somit lebten wir zwar gut zusammen, gestalteten unseren Alltag schön, unternahmen oft schöne Dinge, hatten super Urlaube... aber irgendwie war es nicht so, wie ich es mir erwünscht hätte.

Lange Antwort und ich weiß nicht, ob ich alles so rüber bringen konnte, wie ich es empfinde, es ist schwer, in Worte zu fassen...

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