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Wie lange kann die Liebe noch halten?

26. April 2007 um 17:43

Ich bin mit meinem Freund schon seit mehr als 18 Monate zusammen. Es immer alles gut gelaufen und es gab noch keinen einzigen Tag, an dem wir keinen Kontakt hatten. Wir sind schon wie Zwillinge.
Wir kennen uns aus der Schule, besser gesagt, aus der Klasse. Nun bin ich 18 und gehe mit ihm in die selbe Klasse. Wir verbringen so viel Zeit zusammen wie nur möglich und sitzen deshalb auch an einem Tisch.

Er ist mein erster Freund und ich hatte nie Zweifel an ihm. Sogar im Gegenteil. Wir haben eigentlich schon feste Pläne, wie wir zusammen in eine große Stadt fahren um dort zu studieren.

Nach 1 Jahr Beziehung haben wir beschlossen uns zu verloben. Es gab natürlich welche, die das für Blödsinn gehalten haben. Unter anderem meine Freundinnen, welche ich für meinen Freund "versetzt" hab.

Doch ich war mir sicher, dass er der Mann meines Lebens ist. Dazu muss ich sagen, dass ich eigentlich nicht dumm bin. Ich habe wenig Menschenkenntnis und bin eher schüchtern. Und er ist die perfekte Ergänzung zu mir. Wir haben die selben Interessen und hätten am Anfang unserer Beziehung eigentlich nicht viel reden müssen, weil wir sowieso immer das selbe sagen wollten.

Nun hab ich langsam das Gefühl, dass die Liebe von meiner Seite her immer kälter wird. Ich fühle mich wie im Käfig gehalten. Am Anfang gab es immer Probleme, wenn ich was mit einem Jungen zu tun hatte.
Aber egal welches Problem es war, wir haben immer darüber geredet. Immer und immer wieder. Sogar darüber, dass ich meinen Bruder (älter) sagen wir mal sehr anziehend finde. Und wie zu erwarten, war er immer so traurig und meinte, dass ich ihn enttäuschen würde.

Dann kam meine Depression, weil ich keine Freunde hatte (immer noch nicht hab), weil ich wegen der Schule so unter Druck gesetzt wurde obwohl ich nicht mal schlecht war und wegen finanziellen Schwierigkeiten in der Familie. Dazu muss ich noch sagen, dass ich seit meinem 7 Lebensjahr ohne Vater lebe. Auch wegen ihm kamen meine Despressionen.

Nach einem Streit war meine Freund wieder von mir enttäuscht, weil ich mit einem Fremden gechattet habe, und das etwas intimer, hab ich es nicht mehr ausgehalten und wollte mich mit verschiedenen Tabletten vergiften.

Nun geht es mir nach einem Jahr Tabletten und unzähligen Arztbesuchen besser. Ich bin meinem Freund dankbar, dass er in dieser Zeit immer zu mir gehalten hat und immer für mich da war. So hab ich auch die Schule geschafft, denn ohne ihn hätte ich überhaupt keine Freunde in der Schule.

Ich hab die Tabletten abgesetzt und bin nicht mehr so "lahmgelegt". Ich hab nun mehr Selbstbewusstsein, möchte neue Leute kennenlernen und würde gerne ausgehen. Doch es kommt mir auch so vor, als würde meine Liebe zum meinem Freund mit den Tabletten auch gehen.

Alles was jetzt noch da ist, von beiden Seiten, ist nur noch Freundschaft. Immer wenn ich seine Nähe suche, merkt er es nicht. Und immer wenn meine Freund zu mir kommt, will ich nicht. Ich kann es nicht.

Außerdem hab ich jedes Mal ein schlechtes Gewissen, wenn ich einen Mann auch nur anschau. Doch möchte ich mich immer chic machen und den Fremden zu gefallen. So wie bei meinem Fahrlehrer, bei dem ich gestern Nachtfahrt hatte und er in der Dunkelheit noch anziehender gewirkt hat.

Fremdgegangen ist aber niemand von uns. Ich weiß es nur nicht, wie lange es noch so bleibt. Ich habe Angst etwas falsch zu machen und meinen Verlobten (!!!) zu verletzen. Habe aber den Drang dazu und gleichzeitig schlechtes Gewissen.

Mit ihm reden will ich nicht mehr darüber. Es wäre nicht das erste Mal und am Ende würde er mir eh sagen "ich komme immer damit, aber es stellt sich jedes mal raus, dass ich nur spinne..."

Langsam verzweifel ich. Ich kann auch mit niemanden anderen darüber reden...

Was meint ihr dazu?


Lg Lady

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26. April 2007 um 18:42

Hallo Lady
ich kann gut verstehen, in welcher Lage du dich fühlst. Einerseits so viele gemeinsame Zeiten und Gefühle. Er war immer für dich da auch an schwarzen Tagen. Und plötzlich scheint sich bei dir was zu verändern und du fühlst dich gefangen. Nach dem was du schilderst, klingt für mich heraus, dass du im Grund noch mal richtig Leben willst. Dass du spürst, dass in dir mehr ist, als du lange vermutet hast! Und vielleicht ahnst du, dass dein Freund dir zwar immer eine Stütze war, er aber gleichzeitig bedeutet, dass du im Grunde zu einem großen Teil ihm gehörst. Wenn du sagst, dass du manchmal Freundinnen hast sitzen lassen und eine Zeit lang depressiv warst. Eure Bindung war sehr eng und daran seid ihr beide gewöhnt. Gleichzeitig willst du ausbrechen und dich weiter entwickeln. Das finde ich ganz natürlich, nachdem du ja noch recht jung bist und du neue Kräfte entdeckt hast.
Ich denke, dass es für deine Entwicklung sehr wichtig ist, dich nicht bremsen zu lassen. Auch nicht von eventuellen Schuldgefühlen, dass du ihm verpflichtet wärst, nachdem er immer zu dir gehalten hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass deine Gefühle für ihn wieder leidenschaftlicher werden, wenn ihr es schafft, eure Beziehung etwas zu verändern. Ich glaube, dass die Beziehung zu ihm dich im Moment in bestimmten Verhaltensrollen festhält, so dass du dich gefangen fühlst. Vielleicht schaffst du es, diese zu erkennen und dich etwas zu befreien. Was natürlich von beiden abverlangt, Veränderungen in der Beziehung mit zu gestalten.
Vielleicht hatte eure Beziehung aber auch ihre Zeit und es wird irgendwann nicht mehr zu vermeiden sein, dass du dich trennst. Ich glaube du stehst zwischen dem Konflikt mehr du selbst zu sein oder bei ihm zu bleiben, was dir beides sehr wichtig ist.
Ich wünsch dir alles Gute dafür!
Jattalia

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26. April 2007 um 20:17
In Antwort auf enid_12742846

Hallo Lady
ich kann gut verstehen, in welcher Lage du dich fühlst. Einerseits so viele gemeinsame Zeiten und Gefühle. Er war immer für dich da auch an schwarzen Tagen. Und plötzlich scheint sich bei dir was zu verändern und du fühlst dich gefangen. Nach dem was du schilderst, klingt für mich heraus, dass du im Grund noch mal richtig Leben willst. Dass du spürst, dass in dir mehr ist, als du lange vermutet hast! Und vielleicht ahnst du, dass dein Freund dir zwar immer eine Stütze war, er aber gleichzeitig bedeutet, dass du im Grunde zu einem großen Teil ihm gehörst. Wenn du sagst, dass du manchmal Freundinnen hast sitzen lassen und eine Zeit lang depressiv warst. Eure Bindung war sehr eng und daran seid ihr beide gewöhnt. Gleichzeitig willst du ausbrechen und dich weiter entwickeln. Das finde ich ganz natürlich, nachdem du ja noch recht jung bist und du neue Kräfte entdeckt hast.
Ich denke, dass es für deine Entwicklung sehr wichtig ist, dich nicht bremsen zu lassen. Auch nicht von eventuellen Schuldgefühlen, dass du ihm verpflichtet wärst, nachdem er immer zu dir gehalten hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass deine Gefühle für ihn wieder leidenschaftlicher werden, wenn ihr es schafft, eure Beziehung etwas zu verändern. Ich glaube, dass die Beziehung zu ihm dich im Moment in bestimmten Verhaltensrollen festhält, so dass du dich gefangen fühlst. Vielleicht schaffst du es, diese zu erkennen und dich etwas zu befreien. Was natürlich von beiden abverlangt, Veränderungen in der Beziehung mit zu gestalten.
Vielleicht hatte eure Beziehung aber auch ihre Zeit und es wird irgendwann nicht mehr zu vermeiden sein, dass du dich trennst. Ich glaube du stehst zwischen dem Konflikt mehr du selbst zu sein oder bei ihm zu bleiben, was dir beides sehr wichtig ist.
Ich wünsch dir alles Gute dafür!
Jattalia

Ich habe Angst
Ich hab schon so oft daran gedacht, wie es wäre, wenn wir nicht mehr zusammen sind.
Ich hab viel zu viel Angst davor daran zu Grunde zu gehen.
Ich weiß nicht, ob ich es alleine schaffe.

Aber wenn ich mit ihm darüber rede, hat er keine meinung dazu...

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27. April 2007 um 9:48
In Antwort auf ekta_11889866

Ich habe Angst
Ich hab schon so oft daran gedacht, wie es wäre, wenn wir nicht mehr zusammen sind.
Ich hab viel zu viel Angst davor daran zu Grunde zu gehen.
Ich weiß nicht, ob ich es alleine schaffe.

Aber wenn ich mit ihm darüber rede, hat er keine meinung dazu...

Hmm..
Nachdem ihr so lange so intensiv zusammen ward ist diese Angst verständlich. Leider ist es im Leben aber so, dass man in manchen Fragen doch allein steht/ bzw. andere Ansprechpartner braucht. Dein Freund wird dir nicht beantworten können oder dir Mut zusprechen, ob oder dass du auch ohne ihn Leben kannst. Er will dich doch sicher nicht verlieren! Die Kraft und den Mut kannst du nur in dir selbst finden, wenn es dir wichtig ist.
Ich kenn das so gut, wenn man sich vor dem Allein sein fürchtet und wenn man sich an jemanden so gewöhnt hat!
Hast du denn noch ein paar Freundinnen, mit denen du die Freundschaft eventuell ausbauen kannst? Es ist immer gut im Leben mehrere Stützen zu haben.
LG

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