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Wie lange geht so was gut ??

25. Oktober 2005 um 13:51

hallo,
vor ein paar monaten ist meine langjährige liebe zu ende gegangen. ich habe so lange gelitten und versuche einen neuen anfang zu machen. ich will mich nicht gleich wieder verlieben sondern suche einfach etwas nähe und eine schulter zum anlehnen und jemanden zum sprechen. auf der eine seite habe ich da soviel glück gehabt in dem ich (sogar über das internet - kaum zu glauben) einen mann kennengelernt habe der an sich so ist wie ich es mir ein wenig erträumt habe. das ist jetzt genau das schlimme daran.
ich fange an mich nach >mehr< zu sehnen und weiß nicht ob ich dann ganz schnell wieder so tief fallen kann. an sich möchte ich nur sowas wie eine kleine, schöne affäre nicht nur tags sondern auch mal in der nacht.

ausserdem habe ich angst davor den ersten schritt zu machen weil ich ihm gesagt habe das ich mir sowas wie einen kameraden vorstelle und mich dadurch für ihn unglaubwürdig mache.

ich weiss nicht ob ich das alles jetzt beenden soll und frag mich, wie lange sowas überhaupt gut gehen kann. kennt das jemand von euch ?

lg
michaela

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25. Oktober 2005 um 13:58

Liebe Michaela,
für mich hört es sich nicht so an,als hättest Du die Trennung schon verkraftet.

Ich weiss auch nicht,ob Du schon bereit bist für eine neue Beziehung,in welcher Form auch immer.
Weil Du Dich so abgrundtief traurig anhörst in Deiner Schilderung.

Lass Dir doch einfach ein bisschen Zeit damit,auch wenn Deiner Sehnsucht nach einem Partner zunächst nicht abgeholfen ist.
Lass die Dinge auf Dich zukommen,und forciere nichts.
Du wirst sicherlich in einigen Wochen oder auch Monaten wieder einen Partner finden,zeitraummässig kann man das nicht festmachen,meine ich,da das bei jedem verschieden sein kann.
LG

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25. Oktober 2005 um 14:10

Eine konstruktion
hallo michaela,

deine angst vor einer erneuten enttäuschung hat dich zu dem von dir beschriebenen modell geführt.
das ist das was dein verstand dir gesagt hat, dein herz will etwas anderes.
wenn du dir klar machst, dass die trennung bestandteil jeder beziehung ist - so wie der tod bestandteil des lebens - dann wird dir die entscheidung ob du dich noch einmal auf eine (liebes)beziehung einlässt nicht so schwer fallen.
nach meiner erfahrung gibt es drei übliche varianten nach enttäuschungen:
1. du verhinderst das verlieben weil du es nicht noch einmal erleben willst.(das funktioniert - selten - und führt nicht zum glück) und daraus wird oft:
2. du verliebst dich irgendwann doch wieder bist aber viel zu vorsichtig und wagst es nicht dich voll darauf einzulassen (das beschert dir schon im ansatz den falschen partner und die beziehung ist von stetem auf und ab gekennzeichnet - bis sie bricht)
3. du liebst jedesmal aufs neue mit ganzem herzen weil du weißt, dass die trennung bestandteil jeder beziehung ist und nach jeder trennung das leben weiter geht und eine neue liebe wartet.

manndel

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25. Oktober 2005 um 15:19
In Antwort auf kaleo_12490902

Eine konstruktion
hallo michaela,

deine angst vor einer erneuten enttäuschung hat dich zu dem von dir beschriebenen modell geführt.
das ist das was dein verstand dir gesagt hat, dein herz will etwas anderes.
wenn du dir klar machst, dass die trennung bestandteil jeder beziehung ist - so wie der tod bestandteil des lebens - dann wird dir die entscheidung ob du dich noch einmal auf eine (liebes)beziehung einlässt nicht so schwer fallen.
nach meiner erfahrung gibt es drei übliche varianten nach enttäuschungen:
1. du verhinderst das verlieben weil du es nicht noch einmal erleben willst.(das funktioniert - selten - und führt nicht zum glück) und daraus wird oft:
2. du verliebst dich irgendwann doch wieder bist aber viel zu vorsichtig und wagst es nicht dich voll darauf einzulassen (das beschert dir schon im ansatz den falschen partner und die beziehung ist von stetem auf und ab gekennzeichnet - bis sie bricht)
3. du liebst jedesmal aufs neue mit ganzem herzen weil du weißt, dass die trennung bestandteil jeder beziehung ist und nach jeder trennung das leben weiter geht und eine neue liebe wartet.

manndel

Ich stimme ...
Manndel zu.

Nur wenn Du Dich ohne Vorbehalt auf etwas einläßt, wirst Du das bekommen, wonach Du suchst.

Und was Deine Glaubwürdigkeit in seinen Augen betrifft, halt es wie Adenauer ('Was kümmert mich mein geschwätz von gestern, ich könnte ja hinzugelernt haben'). Vielleicht ist er über die Entwicklung von einfachem Zuhörer zu mehr ja nicht wirklich böse

LG

Larsen

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26. Oktober 2005 um 13:04
In Antwort auf helmut_12550923

Ich stimme ...
Manndel zu.

Nur wenn Du Dich ohne Vorbehalt auf etwas einläßt, wirst Du das bekommen, wonach Du suchst.

Und was Deine Glaubwürdigkeit in seinen Augen betrifft, halt es wie Adenauer ('Was kümmert mich mein geschwätz von gestern, ich könnte ja hinzugelernt haben'). Vielleicht ist er über die Entwicklung von einfachem Zuhörer zu mehr ja nicht wirklich böse

LG

Larsen

Adenauer ?
der spruch von adenauer ist bestimmt nicht schlecht aber ich komme mit dem anderen nicht klar und das ist mir so wichtig.

michaela

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3. November 2005 um 15:58
In Antwort auf helmut_12550923

Ich stimme ...
Manndel zu.

Nur wenn Du Dich ohne Vorbehalt auf etwas einläßt, wirst Du das bekommen, wonach Du suchst.

Und was Deine Glaubwürdigkeit in seinen Augen betrifft, halt es wie Adenauer ('Was kümmert mich mein geschwätz von gestern, ich könnte ja hinzugelernt haben'). Vielleicht ist er über die Entwicklung von einfachem Zuhörer zu mehr ja nicht wirklich böse

LG

Larsen

Ist es nicht so...
... das es ganz normal ist, dass man sich nach einer Enttäuschung mehr Gedanken macht? Das man zweifelt, auch wenn der neue Partner nichts dafür kann? Das man zwanghaft doch immer daran denken muss, was einem das letzte Mal geschehen ist?
Menschen entwickeln sich doch und man sollte meinen, dass sie auch lernen und grade auch in Beziehungen viel über sich selbst erfahren. Dennoch sind Zweifel und Vorsicht doch durchaus legitim?

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4. November 2005 um 9:30
In Antwort auf hattie_12481591

Ist es nicht so...
... das es ganz normal ist, dass man sich nach einer Enttäuschung mehr Gedanken macht? Das man zweifelt, auch wenn der neue Partner nichts dafür kann? Das man zwanghaft doch immer daran denken muss, was einem das letzte Mal geschehen ist?
Menschen entwickeln sich doch und man sollte meinen, dass sie auch lernen und grade auch in Beziehungen viel über sich selbst erfahren. Dennoch sind Zweifel und Vorsicht doch durchaus legitim?

Es ist nicht nur normal, sondern ...
selbstverständlich, denn die negativen Dinge möchte man ja nicht vielfach erleben und sucht dann Wege sich zu schützen.

Schöne Dinge geniesst man einfach, ohne sich zu viele Gedanken darum zu machen, weshalb man sie geniesst oder was genau man geniesst. Es tut einfach nur gut.

Enttäuschungen hingegen führen häufig zu Reflektion. Warum tut das so weh, was ist mir genau passiert, wo ist mein Anteil daran, was könnte ich zukünftig anders machen, wie könnte ich mich schützen? usw.
Für eine persönliche Entwicklung unabdingbar und notwendig, ich glaube nur die Kunst dabei ist, gleichzeitig seinen Mut und Optimismus nicht zu verlieren und sich vor Augen zu halten, dass in jeder Beziehung zu einem neuen Menschen die Karten wieder neu gemischt werden. Wer Enttäuschungen hochrechnet und dann mit negativer Erwartungshaltung Menschen gegenübertritt, wird viel viel häufiger auch wieder Enttäuschungen ernten als wenn er diesen Menschen mit einem Vertrauensvorschuss gegenüber tritt.

Menschen agieren in Beziehungen zueinander ja nicht im luftleeren Raum, sondern reagieren in vielfacher Weise auf ihr Gegenüber und somit habe ich sehr direkt eine Möglichkeit, diese Beziehung in eine Bahn zu lenken, die mir gefällt.

Bestes Beispiel sind für mich immer Kinder:

Sag einem Kind, dass Du nicht glaubst, dass es dies oder das schaffen wird oder sag einem Kind, dass Du Dir gut vorstellen kannst, dass es dies oder das schaffen wird und dass Du daran glaubst. Ich bin sicher, die Kinder werden trotz gleicher Voraussetzungen unterschiedliche Ergebnisse erzielen.

Meiner Überzeugung nach verhält es sich in den Beziehungen Erwachsener untereinander genauso.

Das Dumme ist nur, dass dieser Vertrauensvorschuss mitunter sehr viel Kraft kostet (umso mehr, je größer die vorher erlittenen Verletzungen waren), aber wie soll jemand reagieren, dem man klar macht, dass er für die Sünden seiner Vorgänger gleich mitbüßt und dass man erwartet, wieder enttäuscht zu werden?

Es ist nachvollziehbar, dass Menschen sich mit dieser Denkweise auf die sichere Seite bringen (wer nur negatives erwartet, kann auch nicht enttäuscht werden) und einen Menschen, der mehrfach schwer getroffen wurde, werde ich mit diesen Sätzen vermutlich gar nicht erreichen, aber darin liegt vielfach schon der Grundstock für viele Probleme, die anders herum VIELLEICHT nicht entstanden wären. Eine Gewähr für gutes Gelingen gibt es nirgendwo, aber man kann selbst die Wahrscheinlichkeit für ein Gelingen heraufsetzen.

Natürlich sind Zweifel und Vorsicht legitim, aber die Mischung machts. Auf der einen Seiten der 'gesunde Menschenverstand' und auf der anderen Seite das positive Zugehen auf einen Menschen.

LG

Larsen

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4. November 2005 um 14:55
In Antwort auf helmut_12550923

Es ist nicht nur normal, sondern ...
selbstverständlich, denn die negativen Dinge möchte man ja nicht vielfach erleben und sucht dann Wege sich zu schützen.

Schöne Dinge geniesst man einfach, ohne sich zu viele Gedanken darum zu machen, weshalb man sie geniesst oder was genau man geniesst. Es tut einfach nur gut.

Enttäuschungen hingegen führen häufig zu Reflektion. Warum tut das so weh, was ist mir genau passiert, wo ist mein Anteil daran, was könnte ich zukünftig anders machen, wie könnte ich mich schützen? usw.
Für eine persönliche Entwicklung unabdingbar und notwendig, ich glaube nur die Kunst dabei ist, gleichzeitig seinen Mut und Optimismus nicht zu verlieren und sich vor Augen zu halten, dass in jeder Beziehung zu einem neuen Menschen die Karten wieder neu gemischt werden. Wer Enttäuschungen hochrechnet und dann mit negativer Erwartungshaltung Menschen gegenübertritt, wird viel viel häufiger auch wieder Enttäuschungen ernten als wenn er diesen Menschen mit einem Vertrauensvorschuss gegenüber tritt.

Menschen agieren in Beziehungen zueinander ja nicht im luftleeren Raum, sondern reagieren in vielfacher Weise auf ihr Gegenüber und somit habe ich sehr direkt eine Möglichkeit, diese Beziehung in eine Bahn zu lenken, die mir gefällt.

Bestes Beispiel sind für mich immer Kinder:

Sag einem Kind, dass Du nicht glaubst, dass es dies oder das schaffen wird oder sag einem Kind, dass Du Dir gut vorstellen kannst, dass es dies oder das schaffen wird und dass Du daran glaubst. Ich bin sicher, die Kinder werden trotz gleicher Voraussetzungen unterschiedliche Ergebnisse erzielen.

Meiner Überzeugung nach verhält es sich in den Beziehungen Erwachsener untereinander genauso.

Das Dumme ist nur, dass dieser Vertrauensvorschuss mitunter sehr viel Kraft kostet (umso mehr, je größer die vorher erlittenen Verletzungen waren), aber wie soll jemand reagieren, dem man klar macht, dass er für die Sünden seiner Vorgänger gleich mitbüßt und dass man erwartet, wieder enttäuscht zu werden?

Es ist nachvollziehbar, dass Menschen sich mit dieser Denkweise auf die sichere Seite bringen (wer nur negatives erwartet, kann auch nicht enttäuscht werden) und einen Menschen, der mehrfach schwer getroffen wurde, werde ich mit diesen Sätzen vermutlich gar nicht erreichen, aber darin liegt vielfach schon der Grundstock für viele Probleme, die anders herum VIELLEICHT nicht entstanden wären. Eine Gewähr für gutes Gelingen gibt es nirgendwo, aber man kann selbst die Wahrscheinlichkeit für ein Gelingen heraufsetzen.

Natürlich sind Zweifel und Vorsicht legitim, aber die Mischung machts. Auf der einen Seiten der 'gesunde Menschenverstand' und auf der anderen Seite das positive Zugehen auf einen Menschen.

LG

Larsen

Natürlich...
...darf man erlebte Enttäuschungen nicht dem neuen Partner anrechnen, das ist theoretisch klar. Wie kann man sich aber sicher sein, dass man das nicht unbewußt trotzdem tut? Man hat doch ein Bild der gescheiterten Beziehung im Kopf und meist auch ein Gefühl woran es gelegen hat, dass es nicht gepklappt hat. Also werd ich in der nächsten Beziehung darauf achten, dass dieser Mensch genau die störenden Verhaltensmuster nicht mehr hat. Wenn ich dann befriedigt festgestellt habe, dass dieser neue interessante Mensch wirklich vollkommen anders reagiert, als ich es bisher gewohnt war, dann freue ich mich. Um dann nach einiger Zeit festzustellen, dass nun dafür wieder andere neuartige Probleme auftreten. Probleme, die vorher nicht existierten, aber in dem eben nicht luftleeren Raum zwischen zwei Menschen entstanden sind.
Ich denke schon, dass die meisten Menschen doch erstmal positiv auf eine neue Bekanntschaft zu gehen, aber leider lassen sich Erfahrungen nicht abschalten. Sie sind da und bei den kleinsten Anzeichen einer Wiederholung möchte man sich am liebsten in sein Schneckenhaus zurück ziehen.
Ein Vorgehen wollkommen ohne Kopf ist also nicht möglich und doch auch gar nicht fair. Schließlich will man selber ja auch ernst genommen werden.

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