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Wie komme ich aus der Opferdenke raus?

4. Oktober 2017 um 10:44 Letzte Antwort: 4. Oktober 2017 um 11:52

Mir ist schon klar, dass ich oft in dieses komische Opfermuster falle. Bei mir bezieht es sich weniger auf Männer als auf Freunde. 
Ich überprüfe ständig wie so die Bindungen sind zu meinen Freunden. 
Oft falle ich in diese Haltung: Sie meldet sich nicht. Ich bin ihr nicht genug wert. Dann versuche ich ganz gelassen zu bleiben und und nehme die Freundschaften so wie sie sind. 

Ich selber habe die Idealvorstellung einer Freundschaft, in der regelmäßiger Kontakt eine große Rolle spielt. Also nicht stetig und ständig, aber schon eben regelmäßig und nicht, dass man mal nur alle 14 Tage voneinander hört, oder gar nur einmal im Monat. 

Ich selber habe das schon öfter mal signalisiert und Schritte in diese Richtung unternommen, indem ich nach Ritualen gefragt habe, z.B. einmal im Monat treffen. Öfter geht es leider meist gar nicht, da meist 100 km dazwischen liegen. 

Von niemandem kam jubelnder Aufschrei oder Interesse. 

Ich selber bin irgendwie immer die bemühtere. Habe immer mehr Interesse entgegengebracht mehr Nähe gesucht, mehr nach Wohlbefinden gefragt, mehr Aktivitäten ins Leben gerufen. 

Aber nicht zu verkrampft. 

Ja, im letzten Jahr sind genau aufgrund dieser Erkenntnis einige langjährige Freundschaften in die Brüche gegangen. Ich habe an einem bestimmten Punkt geäußert, dass ich mir wünschen würde, dass da mal mehr käme und danach sind besagte Bindungen verebbt. 

Irgendwie fühle ich mich gerade unfähig überhaupt freundschaftliche Bindungen einzugehen, vermisse aber Aktivitäten, Nähe zu Freundinnen...
 

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4. Oktober 2017 um 11:52

Wow, 

das ist aber eine echt emphatische, mühevolle Antwort. Danke dafür! 
Wahrscheinlich triffst du den Kern.
Ich bin diesbezüglich vielleicht etwas egozentrisch, durchtränkt von Verlustängsten und der Angst nicht wirklich gewollt zu sein. 
Ich habe sogar vor cirka einem Jahr ein Mädchen kennengelernt, die mir in gewisser Weise die Art von Freundschaft, die ich mir so wünsche ermöglichte. 

Ich dachte: Wow, guck mal. Jetzt ist es soweit. Eine total emotionale, warme, verbindliche Frau, ohne Scheu vor Nähe, ein Mädchen, das verbindlich ist. Und in diesem Moment wurde mir auch klar, warum es sonst früher so oft und heute ja auch noch gefühlt oft so distanziert ist. 
Dieses neue Mädchen machte mir richtig Angst. Ich spürte förmlich, dass ich ein großes Problem damit habe mit dieser Art von Begegnung. 

Und das meine ich. Ich habe ja anscheinend die Fähigkeit, das Bewusstsein, dass ich sowas leben kann. Wahrscheinlich habe ich in der Vergangenheit unbewusst Menschen gewählt, die sich ebenso ein wenig in Distanz gewahrt sicherer fühlen.  
Jetzt kann und will ich mehr. Wahrscheinlich bricht grad mein alter Kreis zusammen, weil ich eben das nicht mehr will und die Anderen das ja auch irgendwie nicht so können. 

Aber ich falle so oft in dieses alte Muster. 

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