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Wie komme ich aus der Opferdenke raus?

4. Oktober 2017 um 10:44

Mir ist schon klar, dass ich oft in dieses komische Opfermuster falle. Bei mir bezieht es sich weniger auf Männer als auf Freunde. 
Ich überprüfe ständig wie so die Bindungen sind zu meinen Freunden. 
Oft falle ich in diese Haltung: Sie meldet sich nicht. Ich bin ihr nicht genug wert. Dann versuche ich ganz gelassen zu bleiben und und nehme die Freundschaften so wie sie sind. 

Ich selber habe die Idealvorstellung einer Freundschaft, in der regelmäßiger Kontakt eine große Rolle spielt. Also nicht stetig und ständig, aber schon eben regelmäßig und nicht, dass man mal nur alle 14 Tage voneinander hört, oder gar nur einmal im Monat. 

Ich selber habe das schon öfter mal signalisiert und Schritte in diese Richtung unternommen, indem ich nach Ritualen gefragt habe, z.B. einmal im Monat treffen. Öfter geht es leider meist gar nicht, da meist 100 km dazwischen liegen. 

Von niemandem kam jubelnder Aufschrei oder Interesse. 

Ich selber bin irgendwie immer die bemühtere. Habe immer mehr Interesse entgegengebracht mehr Nähe gesucht, mehr nach Wohlbefinden gefragt, mehr Aktivitäten ins Leben gerufen. 

Aber nicht zu verkrampft. 

Ja, im letzten Jahr sind genau aufgrund dieser Erkenntnis einige langjährige Freundschaften in die Brüche gegangen. Ich habe an einem bestimmten Punkt geäußert, dass ich mir wünschen würde, dass da mal mehr käme und danach sind besagte Bindungen verebbt. 

Irgendwie fühle ich mich gerade unfähig überhaupt freundschaftliche Bindungen einzugehen, vermisse aber Aktivitäten, Nähe zu Freundinnen...
 

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4. Oktober 2017 um 11:23
In Antwort auf liliane009

Mir ist schon klar, dass ich oft in dieses komische Opfermuster falle. Bei mir bezieht es sich weniger auf Männer als auf Freunde. 
Ich überprüfe ständig wie so die Bindungen sind zu meinen Freunden. 
Oft falle ich in diese Haltung: Sie meldet sich nicht. Ich bin ihr nicht genug wert. Dann versuche ich ganz gelassen zu bleiben und und nehme die Freundschaften so wie sie sind. 

Ich selber habe die Idealvorstellung einer Freundschaft, in der regelmäßiger Kontakt eine große Rolle spielt. Also nicht stetig und ständig, aber schon eben regelmäßig und nicht, dass man mal nur alle 14 Tage voneinander hört, oder gar nur einmal im Monat. 

Ich selber habe das schon öfter mal signalisiert und Schritte in diese Richtung unternommen, indem ich nach Ritualen gefragt habe, z.B. einmal im Monat treffen. Öfter geht es leider meist gar nicht, da meist 100 km dazwischen liegen. 

Von niemandem kam jubelnder Aufschrei oder Interesse. 

Ich selber bin irgendwie immer die bemühtere. Habe immer mehr Interesse entgegengebracht mehr Nähe gesucht, mehr nach Wohlbefinden gefragt, mehr Aktivitäten ins Leben gerufen. 

Aber nicht zu verkrampft. 

Ja, im letzten Jahr sind genau aufgrund dieser Erkenntnis einige langjährige Freundschaften in die Brüche gegangen. Ich habe an einem bestimmten Punkt geäußert, dass ich mir wünschen würde, dass da mal mehr käme und danach sind besagte Bindungen verebbt. 

Irgendwie fühle ich mich gerade unfähig überhaupt freundschaftliche Bindungen einzugehen, vermisse aber Aktivitäten, Nähe zu Freundinnen...
 

hm, das ist schon schwierig. Also, generell sind Freundschaften ja eine Art von Beziehung. Es ist so, dass man mit jemandem befreundet ist, weil man ihn/sie mag. Wenn nun jemand aber nur seine eigenen Massstäbe anlegt und nicht danach schaut, was den anderen so gefällt, was sie mögen und wie sie ticken, dann wird es schwierig. Ich bin ungerne mit Leuten zusammen, die mich nicht sehen und nur ihr Ding durchdrücken. Irgendwie scheint mir, machst du genau das.

Wenn du aus dieser Spirale des "Opferdenkens" rauskommen möchtest, dann stell das Anspruchdenken ab. Wandel es um , dass du dich jedesmal sehr freust, wenn du mit den anderen zusammen bist, wenn sie sich melden etc., aber denke nicht, dass sie dazu verpflichtet sind.

Die besten Freundschaften sind übrigens die, bei denen man weiss, dass man scih auch monatelang nicht meldet und beim unverhofften Wiedersehen es trotzdem wunderbar vertraut und schön ist.

Sei einfach mit dir selber zufrieden und mach es nicht davon abhängig, wie andere sich dir gegenüber verhalten.

Ein Vorschlag: Wenn du ein monatliches Treffen möchtest, was bringt das? Z.B. kannst du einführen, monatlich mit Freunden gemeinsam zu abend zu kochen und bis spät in die Nacht zu sitzen. Vielleicht hast du jemanden, der das auch gut findet und ihr ladet dann zusammen jedes mal verschiedene Freunde ein. So hast du die Freunde immer zur selben Aktiviät einmal im Monat zusammen, jedoch in wechselner Konstellation.

Und wenn du jemand sehr vertrautes unter deinen Freunden hast, dann bespreche doch mal genau diese Problem,d as du hier ansprichst mit dieser Person.  Es hilft, sich zu öffnen und so ehrlich zu sein, dass man vielleicht gerade in einer Sackgasse steckt, was diese Art der Beziehungen angeht und man nicht weiss, was man tun soll.... Und dann aber bitte ohne Vorwürfe und ohne mit ABER zu antworten, dir alles anhören. Versuch offene Kommentare anzunehmen und wenn dir ein ABER oder NEIN auf der Zunge liegt, schluck es runter und sage nur "Danke, dass du das so sagst, wie meinst du das genau?" oder "Danke, dass du das so sagst, da muss ich jetzt drüber nachdenken, ist nicht leicht sowas zu hören ..."...

Also - versuche empathisch zuzuhören und deine  eigenen Ansprüche hintenanzustellen.  Sieh es so, wie man mit  Tieren umgeht. Da musst du auch positivi motivieren und kannst keine Ansprüche geltend machen. Ein Tier kommt von selber, wenn es gestreichelt werden will und geht, wenn es nicht mehr will. Und es geht dann ohne dir einen Vorwurf zu machen, sondern einfach weil es einfach gerade nicht in Streichelstimmung ist.

Alles Gute

 

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4. Oktober 2017 um 11:52

Wow, 

das ist aber eine echt emphatische, mühevolle Antwort. Danke dafür! 
Wahrscheinlich triffst du den Kern.
Ich bin diesbezüglich vielleicht etwas egozentrisch, durchtränkt von Verlustängsten und der Angst nicht wirklich gewollt zu sein. 
Ich habe sogar vor cirka einem Jahr ein Mädchen kennengelernt, die mir in gewisser Weise die Art von Freundschaft, die ich mir so wünsche ermöglichte. 

Ich dachte: Wow, guck mal. Jetzt ist es soweit. Eine total emotionale, warme, verbindliche Frau, ohne Scheu vor Nähe, ein Mädchen, das verbindlich ist. Und in diesem Moment wurde mir auch klar, warum es sonst früher so oft und heute ja auch noch gefühlt oft so distanziert ist. 
Dieses neue Mädchen machte mir richtig Angst. Ich spürte förmlich, dass ich ein großes Problem damit habe mit dieser Art von Begegnung. 

Und das meine ich. Ich habe ja anscheinend die Fähigkeit, das Bewusstsein, dass ich sowas leben kann. Wahrscheinlich habe ich in der Vergangenheit unbewusst Menschen gewählt, die sich ebenso ein wenig in Distanz gewahrt sicherer fühlen.  
Jetzt kann und will ich mehr. Wahrscheinlich bricht grad mein alter Kreis zusammen, weil ich eben das nicht mehr will und die Anderen das ja auch irgendwie nicht so können. 

Aber ich falle so oft in dieses alte Muster. 

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