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Wie kann ich mich gegen Verletzungen in meiner Beziehung schützen, während die Ex so präsent ist?

5. Februar um 13:10 Letzte Antwort: 5. Februar um 19:06

Ich bin traurig und unruhig und wütend und jeder Atemzug schmerzt.
 
Ich bin im Büro, sollte arbeiten, bin nicht konzentriert. Meine Nase schwillt zu, weil ich versuche, die Tränen zu unterdrücken. Hin und wieder kullert mir ein Tränchen herunter und ich tupfe es vorsichtig weg, um das Makeup nicht zu zerstören. Um hier nicht aufzufallen.
 
Warum?

Die Vorgeschichte:
Vor 25 Jahren habe ich mich in einen Mann verliebt. Wir hatten eine super Zeit zusammen, er wollte aber keine "feste Beziehung" eingehen, das alles nicht nach außen tragen, ich war ihm damals (ich war 22) zu jung. Er habe viel mit seiner Arbeit zu tun und all so was. Und ich nahm Rücksicht, arbeitete mit, baute seine Firma mit auf. Die Angestellten wussten nichts von unserer Beziehung, es war aufregend und heimlich und irgendwann dachte ich, würde meine Zeit schon kommen.

Als ich für sechs Monate verreist war, hat er mit seiner Exfreundin ein Kind gezeugt. Ich weiß noch, wie er mir es bei unserem ersten Treffen nach meiner Rückkehr mitteilte. Er war damals sauer auf die Frau, behauptete monatelang, das Kind sei wahrscheinlich gar nicht von ihm. Er hat die Vaterschaft nicht gleich anerkannt, aber als ich das erste Babyfoto sah, war mir völlig klar, dass er der Vater sein musste.
 
Es ist längst geklärt, er ist der Vater.
Unsere Beziehung ging holprig und ich beendete es schließlich, nachdem er weder mit mir zusammen ziehen wollte (ich hätte mich auch um das Kind gekümmert und gerne noch ein paar eigene gemacht), noch mit der Frau zusammen sein wollte, mit der er sich nicht verstand.

Als ich weg war, hat er ein paar Jahre später ein Haus gekauft, ist oben eingezogen und hat Frau und Kind im unteren Stock mitversorgt.
 
Die jetzige Situation:

Vor fast drei Jahren sind wir uns wieder begegnet. Der Funke war sofort wieder da. Er behauptete, er sei lange getrennt, weil er die Frau nicht ertrage. Die Beziehung habe mit ihr nie gut funktioniert und das Kind würde zum Studium jetzt ausziehen. Er wolle das Haus aufgeben, die Frau habe signalisiert, sie wolle dort auch nicht mehr wohnen, es funktioniere nicht.
 
Es schien mir wie eine Fügung. Es dauerte nur wenige Monate und wir waren ein Paar. Ich habe mein Leben für ihn umgeworfen, bin umgezogen, hab wieder in seiner Firma angefangen (aber nur als Aushilfe, meinen eigenen Job habe ich daneben noch).

Als seine Ex erfuhr, dass wir wieder zusammen waren, ist sie durchgedreht. Klingelte ihn nachts telefonisch heraus, so dass er seine Sachen packte, mich mitten in der Nacht zurück ließ und zu ihr fuhr.

Es reißt nicht ab. Sie schickte ihm eine Karte mit einer Liebeserklärung an meine Adresse. Sie schrieb ihm Liebesbriefe, die ich in seiner Wohnung fand. Wir sind uns begegnet, ich war ganz freundlich, offen und habe ihr angeboten, miteinander zu reden. Stattdessen hat sie mich gekränkt und beleidigt.

Zweimal. Er meinte, ich solle es ignorieren, sie sei eben so.

Als ich sie letztlich anzeigte rief sie mich an und gab mir das Versprechen, nie wieder ausfallend zu werden – worauf ich die Anzeige zurück zog.
Dann hat sie es wieder getan. Und wieder.
Erst beim letzten Mal, als ich völlig außer mir war über eine zufällige Begegnung mit ihr, versprach er mir, sich das nächste Mal zu mir zu positionieren.

Zu zweit verstehen wir uns großartig, dass ich denke, genau so muss es laufen. Wir haben soviele phantastische, aufregende, wunderbare Momente, dass ich denke, ja, das ist der Mann meines Lebens, er ist es immer gewesen. 
Dann ist unsere Beziehung ist voller Hürden, die ich dann doch nicht ignorieren kann:

Er kann nicht bei mir in der Wohnung schlafen (nur in seiner eigenen in seinem Bett).
Er kann nicht mal mit mir gemeinsam in einem Bett übernachten (weder bei ihm, noch bei mir noch im Hotel).
Er will mit mir keine Familie gründen, denn er hat ja schon ein Kind.
Er stellt Regeln auf „keine langen SMS schreiben, weil das zu Missverständnissen führt“ und „nicht telefonieren nach 20 Uhr, weil dann das gesagte die ganze Nacht lang in ihm arbeite“ und schreibt lange Texte und hat vor 20 Uhr keine Zeit, anzurufen, ruft stattdessen spät an.
Er hält sich nicht an Corona-Regeln und hält mich für übertrieben streng.

Ich habe mich darauf eingelassen und genieße die Zeit, die er für uns erübrigen kann.

Jetzt ist Corona und er ist meine Kontaktperson.

Letzte Woche äußerte ich meine Angst, dass er zu ihr zurück gehen würde. SIe wolle ihn wieder und würde ihn zu ihrem Geburtstag sicher einladen. Er sagt, er habe nichts mit seiner Ex zu tun.

Und jetzt schreibt er mir, er gehe heute zu ihrem Geburtstag, sie habe ihn - ggf. auf Wunsch seines Kindes - eingeladen. Er wolle ein Geschenk besorgen.
 
Er verstößt wieder gegen Coronaregeln und diesmal für seine Ex.
 
Jedes Mal denke ich, bei der nächsten Verletzung höre ich auf. Es ist nicht gut für mich, auf jemanden zu setzen, dessen Verhalten mich so unglücklich macht, auch wenn er es beherrscht, mich an anderer Stelle glücklich zu machen.

Wie soll ich damit umgehen?
 





 

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5. Februar um 13:27

>Jedes Mal denke ich, bei der
>nächsten Verletzung höre ich auf.

Anders gefragt: Was ist so gut an ihm, dass du nicht schon bei der letzten, vorletzten, vorvorletzten ... Verletzung aufgehört hast? Warum lässt du dich ständig verletzen?

Haben vielleicht  ver-letzen und letzte nicht mehr gemeinsam, als bloß ein paar Silben? Sollte man nach Verletzungen aufhören? Wie groß sind bei dir Selbstbewusstsein, Selbstwert, Selbstliebe?

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5. Februar um 13:36

Die Ex ist, wenn überhaupt, eine Nebenbaustelle.

Das eigentliche Problem ist, dass du dein gesamtes Leben für einen Mann auf den Kopf stellst, der nur lauwarm bei der Sache ist. Für mich klingt das fast so, als hättest du 25 Jahre auf Pause gedrückt und erst wieder zu leben angefangen, als er erneut aufgetaucht ist. Er wird zur Projektionsfläche für alle möglichen Sehnsüchte und Wünsche. Dabei bist du eigentlich kreuzunglücklich.

Um die weise Maya Angelou zu zitieren: Never make someone a priority when all you are to them is an option. 

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5. Februar um 13:42

Hallo,
krasse Geschichte. Das tut mir wirklich leid für Dich.

Also ich will es mal vorsichtig formulieren, weil man es nicht pauschalisieren kann und sich dann sofort irgendwelche angesprochen fühlen, aber es gibt schon sehr gerissene Frauen, die glauben, dass sie mit einem Kind einen Mann an sich binden. Ganz schön schlau, denken sie, was dann nicht immer gut endet. Aber da sind sie selber schuld, wenn es so "geplant" ist. Das nur mal so am Rande.

Hör auf ihn auf einen Podest zu stellen. Er ist es nicht wert. Du tust Dir damit nur weh. Es mag sein, dass er Gefühle für Dich hat aber alles im Leben basiert auf Aktio und Reaktio. Das kapiern manche einfach nicht. Sie geben sich hin und dann leiden sie so (er in diesem Fall). Handeln bedeutet Konsenquenzen. Die muss er tragen. Nur für sein Handeln büst Du jetzt mit.
Er will keine keine Familie sagt er. Aber Du wohl schon. Und dann diese Regeln, die Du natürlich einhalten sollst. Er hat ein Kind, natürlich werden die für IMMER in Kontakt sein.

Tu Du dir was Gutes, lass ihn gehen. Du verdienst etwas viel Besseres. Und er ist nicht der Einzige auf dieser Welt, der Dir dies geben wird.

Alles Gute für Dich

 

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5. Februar um 13:54

Verstehe ich das richtig.

Er hatte vor 25 Jahren, parallel mit euch beiden, unverhüteten Geschlechtsverkehr und dabei die andere Frau geschwängert.

Hatte dann nicht mal die Eier in der Hose, dazu zu stehen und hat erst nach einem Vaterschaftstest dieses Kind anerkannt ?

Daraufhin lässt er dich sitzen und zieht mit der anderen Frau und dem gemeinsamen Kind zusammen.

Jahre später triffst du ihn wieder und denkst, das wäre eine Art Bestimmung, nachdem er dich so verarscht hat ?

Wenn du mich fragst, hat er sich niemals konsequent von der anderen getrennt. Damals nicht und heute auch nicht. Er hält sie warm, lässt sie nicht ganz gehen und sie springt natürlich voll darauf an und kämpft für ihn, weil er ihr suggeriert   dass es noch eine Chance gibt.

So leid es mir tut, du bist zweimal in denselben Kackhaufen getreten und hast beim ersten mal nicht gelernt, dass der am Schuh kleben bleibt und fücherlich stinkt.

 

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5. Februar um 17:02
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>Jedes Mal denke ich, bei der
>nächsten Verletzung höre ich auf.

Anders gefragt: Was ist so gut an ihm, dass du nicht schon bei der letzten, vorletzten, vorvorletzten ... Verletzung aufgehört hast? Warum lässt du dich ständig verletzen?

Haben vielleicht  ver-letzen und letzte nicht mehr gemeinsam, als bloß ein paar Silben? Sollte man nach Verletzungen aufhören? Wie groß sind bei dir Selbstbewusstsein, Selbstwert, Selbstliebe?

Ich habe zur Zeit nur ihn als Kontakt (wegen Corona). Er war nicht der einzige Mann in meinem Leben, aber derjenige, mit dem ich die besten Erlebnisse hatte (zB. Reisen, miteinander arbeiten, über Bücher reden..). Es ist definitiv nie langweilig, aber eben auch nicht bürgelich. Er kam bei den Frauen schon immer wunderbar an, aber das tun sie ja oft, die "einsamen Wölfe". Immer ein bisschen unnahbar, immer etwas unverbindlich. Und nun glaubte ich, wollte er sich endlich zu mir bekennen. Ich habe seine Herkunftsfamilie (Eltern und Geschwister) kennengelernt, vor denen er mich früher verheimlicht hatte. Ich kenne seine Freunde und Geschäftspartner und vor Corona konnten wir eine Menge zusammen machen. Jetzt ist natürlich alles eingeschränkt. Hab ich Angst, allein zu bleiben? Wahrscheinlich schon. Weißt Du, ich will einfach nicht kleinlich sein, nicht die eifersüchtige, die einem alles madig macht. Ich will auch vor seinem Kind, das mich fast eineinhalb Jahre gemieden hat und zu dem allmählich eine Annährung stattfindet, nicht daneben benehmen. Ich kann auch verstehen, dass das Kind beide Eltern möchte (ist ja normal). Ich wünschte nur, er hätte ihr geantwortet, dass er mich mitnehmen will, wenn sie ihn einlädt. Oder der Frau wenigstens gesagt, dass er nicht kommt, weil sie sich mir gegenüber so unmöglich aufführt. Ich will versuchen, mit der Situation umzugehen, statt so schockiert und traurig zu sein.

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5. Februar um 17:17
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Verstehe ich das richtig.

Er hatte vor 25 Jahren, parallel mit euch beiden, unverhüteten Geschlechtsverkehr und dabei die andere Frau geschwängert.

Hatte dann nicht mal die Eier in der Hose, dazu zu stehen und hat erst nach einem Vaterschaftstest dieses Kind anerkannt ?

Daraufhin lässt er dich sitzen und zieht mit der anderen Frau und dem gemeinsamen Kind zusammen.

Jahre später triffst du ihn wieder und denkst, das wäre eine Art Bestimmung, nachdem er dich so verarscht hat ?

Wenn du mich fragst, hat er sich niemals konsequent von der anderen getrennt. Damals nicht und heute auch nicht. Er hält sie warm, lässt sie nicht ganz gehen und sie springt natürlich voll darauf an und kämpft für ihn, weil er ihr suggeriert   dass es noch eine Chance gibt.

So leid es mir tut, du bist zweimal in denselben Kackhaufen getreten und hast beim ersten mal nicht gelernt, dass der am Schuh kleben bleibt und fücherlich stinkt.

 

Nein, sie war damals (vor 25 Jahren) Ex, als ich kam und ich hatte schon damals das Gefühl, dass das nicht gescheit verarbeitet war und wollte ihm Zeit geben. Und sie wurde auch erst wieder aktuell, als ich sechs Monate weg war. In der Zeit haben sie das Kind gemacht. Es ist jetzt 21. Als das Kind etwa zwei Jahre alt war, habe ich den Schlussstrich gezogen, weil seine Ex ständig drohte, dass er das Kind nicht zu sehen bekommen würde.

Als wir uns wieder trafen sagte er mir, sie seien getrennt, im Prinzip nie wieder richtig zusammen gekommen. Was man darunter auch immer versteht. Sie sind gemeinsam mit dem Kind natürlich in Urlaub gefahren und waren auf Familienfesten etc. Geheiratet hat er sie nie.

Sogar seine Eltern und seine Geschwister erzählten mir, wie anstrengend seine Ex sei und dass sie sich wunderten, dass er aus Pflichtgefühl so lange die Beziehung mitgemacht habe. Ich würde um so vieles besser passen.

Wenn ich doch so viel besser passe, warum känkt mich die ganze Geschichte so? Weil er die Familie hat, die ich nie haben werde? Vielleicht. Ich will für mich ein bisschen Ruhe und Gelassenheit finden, wenn er bei "seiner" Familie ist, denn er wird natürlich immer mit ihr zu tun haben, es geht mit Kind gar nicht anders.

 

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5. Februar um 17:39

Und weil er sie so doof und anstrengend fand, hatte er mit ihr ungeschützten Geschlechtsverkehr, nur weil du 6 Monate mal nicht verfügbar warst ?

Da war weder die Liebe zu dir besonders groß, noch glaube ich, dass er sie so schlimm findet wie er es dir immer auftischt.

Auch wird er nicht aus reinem Pflichtbewusstsein bei ihr geblieben sein. Es gibt Gesetzte dafür, dass Väter ihre Kinder sehen können und seine Ex steht wohl kaum über dem Gesetz. Natürlich wäre das etwas Aufwand gewesen und das ganze wäre vor Gericht gegangen aber dann lebt er angeblich lieber x Jahre mit einer Person zusammen, die er angeblich nicht liebt statt 1-2 Jahre für das Sorgerecht zu kämpfen?

Und jetzt lässt er sie immer noch nicht los. Er lässt es zu, dass sie dich beleidigt, stürmt aus deiner Wohnung, wenn sie Terror macht und geht schön auf ihren Geburtag?

Was ist für all die Sachen die nächste Ausrede ? Das Kind kann er als Ausrede ja nicht mehr benutzen, das ist erwachsen.

Er lässt sie nicht ganz los, sie scheint ihm sehr wohl etwas zu bedeuten und zwar genug, um dich zu verletzen.

Ich glaube, du hast vor lauter Liebe, weil er ja soo toll ist, wenn ihr alleine seid, Tomaten auf den Augen.

Dass du besser passt, ist die Aussage seiner Familie. Aber nicht das, was er dir zeigt.

 

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5. Februar um 17:46
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Ich bin traurig und unruhig und wütend und jeder Atemzug schmerzt.
 
Ich bin im Büro, sollte arbeiten, bin nicht konzentriert. Meine Nase schwillt zu, weil ich versuche, die Tränen zu unterdrücken. Hin und wieder kullert mir ein Tränchen herunter und ich tupfe es vorsichtig weg, um das Makeup nicht zu zerstören. Um hier nicht aufzufallen.
 
Warum?

Die Vorgeschichte:
Vor 25 Jahren habe ich mich in einen Mann verliebt. Wir hatten eine super Zeit zusammen, er wollte aber keine "feste Beziehung" eingehen, das alles nicht nach außen tragen, ich war ihm damals (ich war 22) zu jung. Er habe viel mit seiner Arbeit zu tun und all so was. Und ich nahm Rücksicht, arbeitete mit, baute seine Firma mit auf. Die Angestellten wussten nichts von unserer Beziehung, es war aufregend und heimlich und irgendwann dachte ich, würde meine Zeit schon kommen.

Als ich für sechs Monate verreist war, hat er mit seiner Exfreundin ein Kind gezeugt. Ich weiß noch, wie er mir es bei unserem ersten Treffen nach meiner Rückkehr mitteilte. Er war damals sauer auf die Frau, behauptete monatelang, das Kind sei wahrscheinlich gar nicht von ihm. Er hat die Vaterschaft nicht gleich anerkannt, aber als ich das erste Babyfoto sah, war mir völlig klar, dass er der Vater sein musste.
 
Es ist längst geklärt, er ist der Vater.
Unsere Beziehung ging holprig und ich beendete es schließlich, nachdem er weder mit mir zusammen ziehen wollte (ich hätte mich auch um das Kind gekümmert und gerne noch ein paar eigene gemacht), noch mit der Frau zusammen sein wollte, mit der er sich nicht verstand.

Als ich weg war, hat er ein paar Jahre später ein Haus gekauft, ist oben eingezogen und hat Frau und Kind im unteren Stock mitversorgt.
 
Die jetzige Situation:

Vor fast drei Jahren sind wir uns wieder begegnet. Der Funke war sofort wieder da. Er behauptete, er sei lange getrennt, weil er die Frau nicht ertrage. Die Beziehung habe mit ihr nie gut funktioniert und das Kind würde zum Studium jetzt ausziehen. Er wolle das Haus aufgeben, die Frau habe signalisiert, sie wolle dort auch nicht mehr wohnen, es funktioniere nicht.
 
Es schien mir wie eine Fügung. Es dauerte nur wenige Monate und wir waren ein Paar. Ich habe mein Leben für ihn umgeworfen, bin umgezogen, hab wieder in seiner Firma angefangen (aber nur als Aushilfe, meinen eigenen Job habe ich daneben noch).

Als seine Ex erfuhr, dass wir wieder zusammen waren, ist sie durchgedreht. Klingelte ihn nachts telefonisch heraus, so dass er seine Sachen packte, mich mitten in der Nacht zurück ließ und zu ihr fuhr.

Es reißt nicht ab. Sie schickte ihm eine Karte mit einer Liebeserklärung an meine Adresse. Sie schrieb ihm Liebesbriefe, die ich in seiner Wohnung fand. Wir sind uns begegnet, ich war ganz freundlich, offen und habe ihr angeboten, miteinander zu reden. Stattdessen hat sie mich gekränkt und beleidigt.

Zweimal. Er meinte, ich solle es ignorieren, sie sei eben so.

Als ich sie letztlich anzeigte rief sie mich an und gab mir das Versprechen, nie wieder ausfallend zu werden – worauf ich die Anzeige zurück zog.
Dann hat sie es wieder getan. Und wieder.
Erst beim letzten Mal, als ich völlig außer mir war über eine zufällige Begegnung mit ihr, versprach er mir, sich das nächste Mal zu mir zu positionieren.

Zu zweit verstehen wir uns großartig, dass ich denke, genau so muss es laufen. Wir haben soviele phantastische, aufregende, wunderbare Momente, dass ich denke, ja, das ist der Mann meines Lebens, er ist es immer gewesen. 
Dann ist unsere Beziehung ist voller Hürden, die ich dann doch nicht ignorieren kann:

Er kann nicht bei mir in der Wohnung schlafen (nur in seiner eigenen in seinem Bett).
Er kann nicht mal mit mir gemeinsam in einem Bett übernachten (weder bei ihm, noch bei mir noch im Hotel).
Er will mit mir keine Familie gründen, denn er hat ja schon ein Kind.
Er stellt Regeln auf „keine langen SMS schreiben, weil das zu Missverständnissen führt“ und „nicht telefonieren nach 20 Uhr, weil dann das gesagte die ganze Nacht lang in ihm arbeite“ und schreibt lange Texte und hat vor 20 Uhr keine Zeit, anzurufen, ruft stattdessen spät an.
Er hält sich nicht an Corona-Regeln und hält mich für übertrieben streng.

Ich habe mich darauf eingelassen und genieße die Zeit, die er für uns erübrigen kann.

Jetzt ist Corona und er ist meine Kontaktperson.

Letzte Woche äußerte ich meine Angst, dass er zu ihr zurück gehen würde. SIe wolle ihn wieder und würde ihn zu ihrem Geburtstag sicher einladen. Er sagt, er habe nichts mit seiner Ex zu tun.

Und jetzt schreibt er mir, er gehe heute zu ihrem Geburtstag, sie habe ihn - ggf. auf Wunsch seines Kindes - eingeladen. Er wolle ein Geschenk besorgen.
 
Er verstößt wieder gegen Coronaregeln und diesmal für seine Ex.
 
Jedes Mal denke ich, bei der nächsten Verletzung höre ich auf. Es ist nicht gut für mich, auf jemanden zu setzen, dessen Verhalten mich so unglücklich macht, auch wenn er es beherrscht, mich an anderer Stelle glücklich zu machen.

Wie soll ich damit umgehen?
 





 

Ich würde mich trennen. Alles viel zu kompliziert, der Mann selbst mit seinen seltsamen Regeln und dann auch noch die Psycho-Ex. Das ist es doch alles nicht wert. 

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5. Februar um 18:17
In Antwort auf

Nein, sie war damals (vor 25 Jahren) Ex, als ich kam und ich hatte schon damals das Gefühl, dass das nicht gescheit verarbeitet war und wollte ihm Zeit geben. Und sie wurde auch erst wieder aktuell, als ich sechs Monate weg war. In der Zeit haben sie das Kind gemacht. Es ist jetzt 21. Als das Kind etwa zwei Jahre alt war, habe ich den Schlussstrich gezogen, weil seine Ex ständig drohte, dass er das Kind nicht zu sehen bekommen würde.

Als wir uns wieder trafen sagte er mir, sie seien getrennt, im Prinzip nie wieder richtig zusammen gekommen. Was man darunter auch immer versteht. Sie sind gemeinsam mit dem Kind natürlich in Urlaub gefahren und waren auf Familienfesten etc. Geheiratet hat er sie nie.

Sogar seine Eltern und seine Geschwister erzählten mir, wie anstrengend seine Ex sei und dass sie sich wunderten, dass er aus Pflichtgefühl so lange die Beziehung mitgemacht habe. Ich würde um so vieles besser passen.

Wenn ich doch so viel besser passe, warum känkt mich die ganze Geschichte so? Weil er die Familie hat, die ich nie haben werde? Vielleicht. Ich will für mich ein bisschen Ruhe und Gelassenheit finden, wenn er bei "seiner" Familie ist, denn er wird natürlich immer mit ihr zu tun haben, es geht mit Kind gar nicht anders.

 

Es kränkt dich deshalb so, weil er sich noch nie voll und ganz zu dir bekannt hat und du das natürlich spürst.

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5. Februar um 18:45

Wow... ich muss schlucken. Ich konnte immer gut mein Leben&meine Zeit mit Männern vergeuden, und bei jedem einzelnen kann ich sogar sagen, ich habe was gelernt. 

Aber das vermisse ich bei dir. Du suchst den Fehler immer noch bei dir, stimmts?

Du meinst,  du willst doch alles dafür tun, um ihn auszuhalten. Und jetzt sogar dich über die Maßen aanstrengen. Für einen Mann,  der nie zu dir hielt.  Und nie tun wird. 

Das tut mir so unfassbar leid,  dass mir beinahe auch ein paar Tränen mein nicht vorhandenes Makeup zerstören. 

Wurdest du jemals richtig geliebt? 

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5. Februar um 18:54
In Antwort auf

Ich bin traurig und unruhig und wütend und jeder Atemzug schmerzt.
 
Ich bin im Büro, sollte arbeiten, bin nicht konzentriert. Meine Nase schwillt zu, weil ich versuche, die Tränen zu unterdrücken. Hin und wieder kullert mir ein Tränchen herunter und ich tupfe es vorsichtig weg, um das Makeup nicht zu zerstören. Um hier nicht aufzufallen.
 
Warum?

Die Vorgeschichte:
Vor 25 Jahren habe ich mich in einen Mann verliebt. Wir hatten eine super Zeit zusammen, er wollte aber keine "feste Beziehung" eingehen, das alles nicht nach außen tragen, ich war ihm damals (ich war 22) zu jung. Er habe viel mit seiner Arbeit zu tun und all so was. Und ich nahm Rücksicht, arbeitete mit, baute seine Firma mit auf. Die Angestellten wussten nichts von unserer Beziehung, es war aufregend und heimlich und irgendwann dachte ich, würde meine Zeit schon kommen.

Als ich für sechs Monate verreist war, hat er mit seiner Exfreundin ein Kind gezeugt. Ich weiß noch, wie er mir es bei unserem ersten Treffen nach meiner Rückkehr mitteilte. Er war damals sauer auf die Frau, behauptete monatelang, das Kind sei wahrscheinlich gar nicht von ihm. Er hat die Vaterschaft nicht gleich anerkannt, aber als ich das erste Babyfoto sah, war mir völlig klar, dass er der Vater sein musste.
 
Es ist längst geklärt, er ist der Vater.
Unsere Beziehung ging holprig und ich beendete es schließlich, nachdem er weder mit mir zusammen ziehen wollte (ich hätte mich auch um das Kind gekümmert und gerne noch ein paar eigene gemacht), noch mit der Frau zusammen sein wollte, mit der er sich nicht verstand.

Als ich weg war, hat er ein paar Jahre später ein Haus gekauft, ist oben eingezogen und hat Frau und Kind im unteren Stock mitversorgt.
 
Die jetzige Situation:

Vor fast drei Jahren sind wir uns wieder begegnet. Der Funke war sofort wieder da. Er behauptete, er sei lange getrennt, weil er die Frau nicht ertrage. Die Beziehung habe mit ihr nie gut funktioniert und das Kind würde zum Studium jetzt ausziehen. Er wolle das Haus aufgeben, die Frau habe signalisiert, sie wolle dort auch nicht mehr wohnen, es funktioniere nicht.
 
Es schien mir wie eine Fügung. Es dauerte nur wenige Monate und wir waren ein Paar. Ich habe mein Leben für ihn umgeworfen, bin umgezogen, hab wieder in seiner Firma angefangen (aber nur als Aushilfe, meinen eigenen Job habe ich daneben noch).

Als seine Ex erfuhr, dass wir wieder zusammen waren, ist sie durchgedreht. Klingelte ihn nachts telefonisch heraus, so dass er seine Sachen packte, mich mitten in der Nacht zurück ließ und zu ihr fuhr.

Es reißt nicht ab. Sie schickte ihm eine Karte mit einer Liebeserklärung an meine Adresse. Sie schrieb ihm Liebesbriefe, die ich in seiner Wohnung fand. Wir sind uns begegnet, ich war ganz freundlich, offen und habe ihr angeboten, miteinander zu reden. Stattdessen hat sie mich gekränkt und beleidigt.

Zweimal. Er meinte, ich solle es ignorieren, sie sei eben so.

Als ich sie letztlich anzeigte rief sie mich an und gab mir das Versprechen, nie wieder ausfallend zu werden – worauf ich die Anzeige zurück zog.
Dann hat sie es wieder getan. Und wieder.
Erst beim letzten Mal, als ich völlig außer mir war über eine zufällige Begegnung mit ihr, versprach er mir, sich das nächste Mal zu mir zu positionieren.

Zu zweit verstehen wir uns großartig, dass ich denke, genau so muss es laufen. Wir haben soviele phantastische, aufregende, wunderbare Momente, dass ich denke, ja, das ist der Mann meines Lebens, er ist es immer gewesen. 
Dann ist unsere Beziehung ist voller Hürden, die ich dann doch nicht ignorieren kann:

Er kann nicht bei mir in der Wohnung schlafen (nur in seiner eigenen in seinem Bett).
Er kann nicht mal mit mir gemeinsam in einem Bett übernachten (weder bei ihm, noch bei mir noch im Hotel).
Er will mit mir keine Familie gründen, denn er hat ja schon ein Kind.
Er stellt Regeln auf „keine langen SMS schreiben, weil das zu Missverständnissen führt“ und „nicht telefonieren nach 20 Uhr, weil dann das gesagte die ganze Nacht lang in ihm arbeite“ und schreibt lange Texte und hat vor 20 Uhr keine Zeit, anzurufen, ruft stattdessen spät an.
Er hält sich nicht an Corona-Regeln und hält mich für übertrieben streng.

Ich habe mich darauf eingelassen und genieße die Zeit, die er für uns erübrigen kann.

Jetzt ist Corona und er ist meine Kontaktperson.

Letzte Woche äußerte ich meine Angst, dass er zu ihr zurück gehen würde. SIe wolle ihn wieder und würde ihn zu ihrem Geburtstag sicher einladen. Er sagt, er habe nichts mit seiner Ex zu tun.

Und jetzt schreibt er mir, er gehe heute zu ihrem Geburtstag, sie habe ihn - ggf. auf Wunsch seines Kindes - eingeladen. Er wolle ein Geschenk besorgen.
 
Er verstößt wieder gegen Coronaregeln und diesmal für seine Ex.
 
Jedes Mal denke ich, bei der nächsten Verletzung höre ich auf. Es ist nicht gut für mich, auf jemanden zu setzen, dessen Verhalten mich so unglücklich macht, auch wenn er es beherrscht, mich an anderer Stelle glücklich zu machen.

Wie soll ich damit umgehen?
 





 

Du willst mit 47 noch Kinder zeugen, mit einem Mann nicht mal mit dir gemeinsam im Bett schlafen kann (wenn ihr Urlaub macht, schickt er dich etwa auf die Hotelcouch oder bucht ihr echt 2 Betten/Zimmer?), seine Ex nicht loslassen kann, niemals (vor anderen) für dich einsteht, dir Dinge vorschreibt, an die er sich selbst nuch hält.. und und und.. nur weil er lieb und nett zu dir ist?? 

Hattest du noch nie eine schöne Beziehung und er ist tatsächlich deine "Top of" Begegnung oder brauchst du einfach so eine kaputtes, von Abhängigkeiten geprägtes Geplänkel?

Würd dir zu einer Therapie raten.. 

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5. Februar um 19:06
In Antwort auf

Ich habe zur Zeit nur ihn als Kontakt (wegen Corona). Er war nicht der einzige Mann in meinem Leben, aber derjenige, mit dem ich die besten Erlebnisse hatte (zB. Reisen, miteinander arbeiten, über Bücher reden..). Es ist definitiv nie langweilig, aber eben auch nicht bürgelich. Er kam bei den Frauen schon immer wunderbar an, aber das tun sie ja oft, die "einsamen Wölfe". Immer ein bisschen unnahbar, immer etwas unverbindlich. Und nun glaubte ich, wollte er sich endlich zu mir bekennen. Ich habe seine Herkunftsfamilie (Eltern und Geschwister) kennengelernt, vor denen er mich früher verheimlicht hatte. Ich kenne seine Freunde und Geschäftspartner und vor Corona konnten wir eine Menge zusammen machen. Jetzt ist natürlich alles eingeschränkt. Hab ich Angst, allein zu bleiben? Wahrscheinlich schon. Weißt Du, ich will einfach nicht kleinlich sein, nicht die eifersüchtige, die einem alles madig macht. Ich will auch vor seinem Kind, das mich fast eineinhalb Jahre gemieden hat und zu dem allmählich eine Annährung stattfindet, nicht daneben benehmen. Ich kann auch verstehen, dass das Kind beide Eltern möchte (ist ja normal). Ich wünschte nur, er hätte ihr geantwortet, dass er mich mitnehmen will, wenn sie ihn einlädt. Oder der Frau wenigstens gesagt, dass er nicht kommt, weil sie sich mir gegenüber so unmöglich aufführt. Ich will versuchen, mit der Situation umzugehen, statt so schockiert und traurig zu sein.

Warum willst du mit so einer Sitution umgehen lernen.. du verdienst ein besseres Leben.. und du bist mehr Wert als er dich das spüren lässt, sei du dir selbst mehr Wert! 

Mit so einer Situation soll keiner "umgehen lernen"! Einer solchen Situation soll und muss man sich entziehen.. 

Du bist niemals allein! ..aber um das zu erkennen und die Alleinseins-Ängste nicht mehr zu fühlen, bedarf es viel Reflektion.. Stelle Fragen an dich selbst, frag dich so lange bis du eine Antwort hast, was dich bei diesem Knilch ("Einsamer Wolf" ich lach mich kaputt ab dieser Bezeichnung) hält.. 

Ich empfinde gerade sehr viel Mitleid mit dir und hoffe von Herzen, dass du ihn bald loslassen kannst.. 

Denk daran, er hat sich in den 25 Jahren kein bisschen verändert.. 

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