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Wie kann ich meine Ehe retten?

10. April 2007 um 19:11

Hallo,

Zu meiner Person: Ich bin 49 Jahre, seit 22 Jahren verheiratet und habe 3 Kinder (15-21).
Ich muss relativ weit ausholen, um die ganze Geschichte zu erzählen.
Als meine Frau und ich uns erst etwa zwei Jahre kannten, wurde sie schwanger. Wir waren damals beide noch in der Ausbildung, deshalb hatte ich Bedenken, das Kind zu bekommen. Meine Frau wandte sich darauf an ihren Frauenarzt, der das "Problem" ohne Beratung und Aufsehen (Illegal) aus der Welt schaffte, bevor uns beiden richtig klar wurde, was wir da getan hatten. Heute wirft sie mir vor, ich hätte damals gewollt, dass unser Kind getötet wurde.
Ein paar Jahre später haben wir dann unser erstes Kind bekommen und ein Jahr später unser zweites. In dieser Zeit war alles ok und wir waren eigentlich eine glückliche Familie. Nur sexuell war es nicht wirklich die Erfüllung, was in dieser Zeit aber keine große Rolle spielte. Auch als dann das dritte Kind (ein ausgesprochenes Wunschkind) kam, war noch alles in Ordnung. Wir haben dann ein Haus gebaut, gleichzeitig hatte ich einen sehr anstrengenden Job und war wenig zuhause. Da begann viel auseinander zu laufen. Meine Frau wurde krank und war mit den Kindern und dem Haus überfordert. Sexuell lief damals praktisch nichts mehr zwischen uns. Ich begann in dieser Zeit übers Internet erotische Bekanntschaften zu suchen (zunächst nur virtuell), aber irgendwann kam meine Frau dahinter und es gab ein große Krise. Danach wurde die Situation nicht wirklich besser. Meine Frau wurde immer bissiger, und ich verliebte mich in eine andere Frau (Geschlafen habe ich aber nie mit ihr). Obwohl ich nie wirklich vorhatte meine Frau zu verlassen, hatte ich mich doch innerlich schon von ihr abgewendet. Irgendwie schafften meine Frau und ich es aber dennoch uns irgendwie wieder zusammen zu raufen. Andererseits blieb unser Sexualleben für beide Seiten unbefriedigend. Sie erwartete von mir immer, dass ich sie "wie ein Mann" verführe. Ich hingegen erwartete von ihr weibliche Verführung, Zärtlichkeiten auch in der Öffentlichkeit, wenigstens ein bisschen aufreizende Kleidung (was sie strikt ablehnt). Ab und zu war unser Sex zwar nicht schlecht, aber im großen ganzen nicht so wie es der jeweils andere erwartete. Das ging jetzt etwa 8 Jahre so. Irgendwann hatte ich dann die Fantasie, meine erotischen Wünsche mit einer Prostituierten auszuleben. Was ich vor kurzem dann in die Tat umsetzte. Dann bekam ich aber plötzlich Angst, ich könnte mich mit AIDS angesteckt haben. Deshalb musste ich meiner Frau beichten, was ich getan hatte (Ich wollte sie nicht aus purer Feigheit einer Gefahr aussetzen). Das brachte verständlicherweise bei ihr das Fass zum überlaufen. Seitdem höre ich von ihr Dinge wie: "Ein Mann der mich liebt, hat es nicht nötig zu einer ... zu gehen" und ähnliches, und kann dem auch nicht wirklich etwas substantielles entgegensetzen.
Das schlimme ist, dass wir uns außerhalb der beschriebenen Problematik eigentlich immer sehr gut verstanden haben. Wir lieben beide die Natur, lange Spaziergänge, Wanderungen. Reisen gerne, gehen gerne zusammen tanzen.
Wenn ich meine Gefühle betrachte, dann würde ich sagen: ich liebe sie. Schaue ich aber auf meine Handlungen, frage ich mich, ob sie nicht recht hat damit, dass ich sie nie geliebt habe. Ich weiß jetzt nicht mehr weiter. Ich möchte sie nicht verlieren, aber alle Beteuerungen, dass ich sie nie wieder hintergehen werde, klingen in ihren Ohren (verständlicherweise) unglaubwürdig. Sie beschimpft mich nur noch hasserfüllt und wir können zur Zeit gar nicht miteinander reden. Zu allem Überfluss sind ja auch noch die Kinder da, die alle noch zuhause wohnen.
Was kann ich tun, um da noch etwas zu retten?

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10. April 2007 um 21:35

Willst du das wirklich?
Bist du sicher das du noch was retten willst?
Für mich liest sich das nicht so. Es liest sich eher so als wenn du dich eigentlich schon entschieden hättest. Spätestens nachdem du Fremdgegangen bist muss dir das doch schon klar gewesen sein.
Du fragst dich, ob sie nicht recht hat damit, dass
du sie nie geliebt hast. Hallo???
Man weiß doch ob man jemanden liebt oder geliebt hat, vor allem nach 22 Jahren.
Darüber solltest du dir erst mal klar werden.
Wofür willst du sonst was retten?
Nimm dir zur Not eine Auszeit, etwas Abstand kann
auf beiden Seiten Wunder bewirken.

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11. April 2007 um 9:29

Für mich
ließt sich das auch eher so, als wenn da sehr wahrscheinlich nichts mehr zu retten ist. Vorallem von deiner Seite, denn mal ehrlich, du hättest ihr das mit der Prostituieren nicht erzählen müssen. Du hättest auch einfach heimlich ein Aids-Test machen können. Aber du hast es deiner Frau erzählt und dir war vorher klar wie sie reagieren wird. Wolltest du mit diesem Geständnis vielleicht eine Entscheidung (Trennung) provozieren? Bist du wirklich aus Liebe noch mit ihr zusammen oder ist es eher Gewohnheit? Oder hast du einfach nur Angst, wie es den Kindern mit der Trennung geht? Dieses zu differenzieren ist unglaublich schwer, aber versuche es mal.

Ich habe mich nach 18 Ehejahren getrennt. Und zurückblickend kann ich dir sagen, letzendlich war es nicht so schwer, wie ich in meinen Albträumen jahrelang dachte. Jedoch bin ich auch immer der Meinung, wenn es noch ein Fünkchen Hoffnung gibt, sollte man um seine Beziehung kämpfen. Die Idee mit der Paartherapie (oft wird daraus auch Trennungshilfe) finde ich gut. Diese vergiftete Atmosphäre gerade ist auch ganz schlecht für die Kinder.

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11. April 2007 um 14:00

Sex ist nicht igitt ..
Sie meint damit, dass ich, wenn ich sie wirklich lieben würde, kein Bedürfnis hätte zu einer anderen Frau zu gehen, und statt dessen alle Ernergie darauf hätte richten sollen unser eigenes Sexleben in Ordnung zu bringen.

Das mit der Paartherapie hatte ich bereits vorgeschlagen, aber sie weigert sich strikt darauf einzugehen. Sie sagt, ich hätte damit kommen sollen bevor ich fremdgegangen bin, jetzt sei es zu spät.

Ein weiteres Problem könnte sein, dass meine Frau eher ein dominanter Mensch ist, während ich mich gerne führen lasse. Beim Sex aber hat diese Rollenverteilung bei uns nie funktioniert. Ich wollte Zärtlichkeit, sie wollte einfach genommen werden. Ich wollte fantasievolle Spiele, sie wollte schnell zur Sache kommen. Ich wollte auch in der Öffentlichkeit Zärtlichkeiten austauschen, hätte sie gerne in sexy Kleidern gesehen und auch mal gern Sex in der Umkleidekabine gemacht. Für sie gab es Sex nur im verschlossenen Haus mit zugezogenen Gardinen.

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11. April 2007 um 14:08
In Antwort auf ilma_12717703

Willst du das wirklich?
Bist du sicher das du noch was retten willst?
Für mich liest sich das nicht so. Es liest sich eher so als wenn du dich eigentlich schon entschieden hättest. Spätestens nachdem du Fremdgegangen bist muss dir das doch schon klar gewesen sein.
Du fragst dich, ob sie nicht recht hat damit, dass
du sie nie geliebt hast. Hallo???
Man weiß doch ob man jemanden liebt oder geliebt hat, vor allem nach 22 Jahren.
Darüber solltest du dir erst mal klar werden.
Wofür willst du sonst was retten?
Nimm dir zur Not eine Auszeit, etwas Abstand kann
auf beiden Seiten Wunder bewirken.

Ich liebe sie
Das empfinde ich so! Ich bewundere sie, ich finde sie attraktiv und sexy. Aber ich kam nie wirklich an sie heran. Genau das aber wirft sie mir jetzt vor. Dass ich es nicht genug versucht habe und statt dessen den bequemen Weg des bezahlten Sex gewählt habe.

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16. April 2007 um 20:34
In Antwort auf rakesh_12535727

Ich liebe sie
Das empfinde ich so! Ich bewundere sie, ich finde sie attraktiv und sexy. Aber ich kam nie wirklich an sie heran. Genau das aber wirft sie mir jetzt vor. Dass ich es nicht genug versucht habe und statt dessen den bequemen Weg des bezahlten Sex gewählt habe.

Hallo Uwe...
ich habe mir Dein Schreiben durchgelesen und hätte dazu folgendes zu sagen.
Der Vater meiner drei Kinder und ich waren beinahe 17 Jahre lang miteinander glücklich und zufrieden gewesen. Wir schätzten uns sehr, hielten fest zusammen und hatten uns furchtbar lieb. Wir fühlten uns wohl miteinander.

Bis auf diese eine Sache! Die körperliche Liebe funktionierte nicht bei uns beiden. Ich glaube ich empfand in all den Jahren sehr viel Freundschaft ihm gegenüber. Ob das Liebe war weiß ich nicht genau zu sagen. Um nichts in der Welt würde ich diese Erfahrung und das Leben mit ihm in ein anderes umtauschen wollen und trotzdem kann ich Dir nicht genau sagen woran es lag. Wir hatten auch unterschiedliche Bedürfnisse was unser Sexualleben anbelangte.
Es ist leicht seinem Partner zu sagen "du bist schuld". Das klingt schon fast ein bißchen nach Resignation und unfair ist es obendrein.
Ich erfand viele Ausreden und glaubte zeitweilig sogar selbst daran.
Weißt Du, es gibt viele Wege die man beschreiten kann, bevor es zur Trennung kommt. In meiner Beziehung lief es am Ende ähnlich wie bei Euch. Unzufriedenheit machte sich breit und das auf beiden Seiten.
Tat einer von uns einen Schritt nach vorne, blockte der andere ab und wartete was noch kommen mochte. Dies rief dann Verletztheit hervor und man machte dicht.
Es war eine verfahrene Situation.

Schlussendlich machten wir uns stark, für uns und die Kinder und so trennten wir uns im Guten. Die Liebe hatte sich gewandelt und es war Zeit für Veränderung.
Wir sind die besten Freunde geblieben und schätzen und nach wie vor. Jeder von uns beiden führt unterdessen ein neues Leben mit neuen Partnern und es fühlt sich gut an. Wir beide haben eigentlich nur gewonnen.

Veränderungen tun weh, aber wir waren uns beide darüber im klaren das wir so nicht weiter leben wollten.
Auch Du brichst in gewisser Weise aus Deiner Beziehung aus, nur fehlt Dir der Mut sie ganz und gar zu beenden.

Dein Liebesleben scheint Dir sehr wichtig zu sein. Du hast Deine Bedürfnisse jahrelang in den Hintergrund gestellt. Du siehst das positive Eurer Beziehung um weiterhin stark sein zu können.
Ich halte das für eine Art Selbstmanipulation. Nach und nach verschleiert sich der Blick für die Realität. Man schraubt seine eigenen Bedürfnisse auf ein Minimum herunter, um sich weiterhin gut fühlen zu können.
Es ist keine Schande sich zu fragen ob man seinen Partner liebt oder nicht. Vielleicht lautet die Frage die Du Dir stellst eher "was will ich?"
Du bist mit einer anderen Frau zusammen gewesen und hast in diesem Moment die Konsequenzen die daraus entstehen konnten billigend in den Kauf genommen. Deine Ehrlichkeit gegenüber Deiner Frau ist großartig.
Aber was hast Du damit bezweckt?
Wolltest Du sie wach rütteln?

Du warst in der Lage, Dich anderweitig verliebt zu haben. Meinst Du, dass Du unterbewußt nicht doch die Flucht nach vorne suchst?
Du schreibst, Du bist beruflich sehr eingebunden. Für mich weist das darauf hin, dass Du ein sehr verantwortungsvoller Mensch sein könntest.
Du scheinst mir hin und her gerissen zu sein. Als tätest Du es Dir verbieten auch nur an Trennung zu denken. Es macht Dir Angst, einerseits fühlst Du Dich wohl, anderseits vermißt Du etwas ganz grundlegendes. Gibt es da einen Ausweg?

Dieses Chat ist in erster Linie ein Erfahrungsaustausch, jeder sollte das für sich daraus ziehen, was ihn weiter helfen könnte.
Niemand hier kann einem anderen raten wie er sich am besten verhalten sollte, denn das was geschrieben steht ist nur ein Bruchteil dessen was in einem Leben, einer Beziehung vor sich geht.
Ich kann Dir nur sagen, seit meiner Trennung blühe ich wieder auf, es macht Spaß zu wachsen und nicht mehr stehen zu bleiben.
Mein Kopf ist viel freier als zuvor und ich möchte sagen, ich fühle mich nach Überwindung der Trennungsschmerzen sehr viel stärker und gefestigter. Es hätte sich niemals etwas an unserem Sexualleben geändert. Mit oder ohne Therapeut nicht. Nicht dauerhaft!

Ich möchte damit nicht sagen, dass ihr Euch trennen sollt. Aber vielleicht solltest Du Dir die Frage stellen, was Dir und natürlich auch Deiner Frau Eure Beziehung zueinander tatsächlich noch wert ist.
Es ist etwas vorgefallen, was Deine Frau sehr verletzt hat. Das Sie keine Liebe mit Dir praktizieren kann oder möchte hat seinen Grund.
Werde Dir darüber bewußt wie Du weiterleben möchtest. Kannst Du es dauerhaft in Kauf nehmen mehr oder weniger abstinent zu leben oder suchst Du doch nach Veränderung?
Ihr müß reden! Am besten mit einer dritten und neutralen Person, um Eure Bedürfnisse auf den Punkt zu bringen und eine Entscheidung zu treffen.
Was hindert Deine Frau daran diesen Schritt zu gehen? Sucht sie vielleicht den Abstand zu Dir? Kam ihr Dein Fehltritt vielleicht sogar gelegen um Dir den schwarzen Peter in die Schuhe schieben zu können, um es sich selbst ein wenig leichter zu machen?

Ich will das was Du getan hast nicht verschönigen, aus meiner Sicht gesehen war es nicht OK.
Aber es gibt immer zwei Seiten der Medaillie, Du hattest Gründe diesen Schritt zu tun und jeder für sich tut gut daran zu erkennen, dass jeder Einzelne eine Mitschuld trägt, erst dann ist eine Veränderung überhaupt möglich, wenn denn gewollt. Es ist selbst nach solch einem gravierenden Ereignis wichtig, sich gegenseitig verletzlich zu machen um verzeihen und ggf. neu anfangen zu können.

Vielleicht solltest Du Dir über eins aber wirklich bewußt werden, einige Dinge im Leben lassen sich nicht dauerhaft verändern.
Wenn Dir der Sex sehr wichtig ist, wird dies vermutlich immer ein Streßfaktor zwischen Euch bleiben und vermutlich immer wieder zu "Fehltritten" führen. Dauerhaft werdet ihr Euch damit so sehr verletzen, dass bald keine Einigung mehr möglich sein wird, deshalb solltet ihr bald einen Entschluß fassen.Die Trennung oder der Kampf.

Im übrigen könnte ich mir vorstellen, dass Dein Fremdgehen eine so starke Verletzung für Deine Frau darstellt, dass sie nicht mehr gewillt ist Dir entgegenzutreten. Ein Treuebruch ist oft etwas ganz furchtbares. Du sagst sie sei ein etwas dominanterer Charakter, demnach hält sie auch einiges von sich. Gekränkter stolz, gekrankte Eitelkeit hindern daran verzeihen zu können. Siehst Du wirklich noch eine reelle und dauerhafte Chance für Euch?
Du bist mit einer Frau fremd gegangen, die in unserer Gesellschaft nicht sehr gut angesehen wird. Deine Frau fühlt sich bestimmt sehr erniedrigt dadurch.
Ich bin mir sicher das auch sie Eure Sitation genau durchschaut, dass sie weiß was schief läuft, sich nach körperlicher Nähe sehnt und vielleicht sogar Schuldgefühle hegt, weil es nicht funktioniert.

Was mich stutzig macht ist, dass sie sich in die Opferrolle begibt und nicht mehr bereit dazu ist, Dir einen Schritt entgegen zu gehen, sie versucht nicht zu verstehen und mit anzupacken...
Vielleicht braucht das ganze Zeit, dennoch wäre es interessant zu erfahren was ihr beide in Euerem innersten fühlt. Sucht Deine Frau u.U. den Absprung und was willst Du?
Was bist Du bereit für diese Liebe zu investieren?

Wie man solch eine Situation allein ins Reine bringen kann weiß ich leider nicht zu beantworten, dazu gehören immer zwei.
Vielleicht wäre es in Eurer Situation sinnvoll ein kurzes Stück des Weges getrennt zu beschreiten um dann irgendwann vielleicht erneut zueinander zu finden.
So wie es derzeit ist wäre es möglich das ihr Euch früher oder später zerfleischen werdet.

Danke noch einmal das Du Dich für mich zu Wort gemeldet hast. Bei mir läuft es seit dem letzten Wochenende wieder etwas besser. Die Liebe ist ein Kampf, bei der man sich selbst nie vergessen darf.

Lieben Gruß
Triadalon





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