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Forum / Liebe & Beziehung

Wie kann ich ihr helfen?

Letzte Nachricht: 9. Dezember um 16:15
R
rankin-music
08.12.23 um 23:16

Guten Tag zusammen, eigentlich geht's nur indirekt um mich, eher um meine Ex Freundin die sich nach gut vier Monaten, am Montag (wiedermal) von mir getrennt hat. Kurz zu mir, ich bin 40 und von Beruf Rettungssanitäter, ich habe nicht nur wie viele andere im Gesundheitswesen ein "Helfersyndrom" sondern auch Erfahrung mit den ein oder anderen psychischen Einsätzen. Mir geht's nun darum jemand unabhängiges, jemand der neutral ist zu befragen ob ich mit meiner Vorahnung, nämlich das meine Ex Freundin dringend auf Kommunikationsebene, Hilfe benötigt, richtig liege.  Es geht dabei um folgendes, sie ist 28 Jahre alt, Einzelkind und arbeitet in der IT. Vergangene Beziehungen waren bzw liefen nicht so wie sie es sich vorgestellt hat. Eine davon war, laut ihrer Aussage, sehr toxisch. Sie hat mal angedeutet das dort auch etwas "vorgefallen" ist, sie aber damit mittlerweile im reinen ist und deswegen nicht mit mir darüber reden möchte. Die letzte Beziehung war zu letzt eher noch eine Zweckgemeinschaft. Sie hat sich dort gefühlt als sei sie "Mutti für alles" während ihr Ex Partner Zuhause gesessen hat und einfach mal nichts mehr getan hat.  Vor vier Monaten lernten wir uns dann kennen, zwischen uns merkten wir das wir auf einer Wellenlänge sind und alles ziemlich stimmig ist. Deswegen sind wir auch sehr schnell zusammen gekommen. In den vier Monaten hatte sie bereits schon einmal die Beziehung beendet. Ihre damalige Aussage war, das ihr alles etwas zu schnell geht und das sie deswegen völlig durcheinander sei. Zwei Tage später stand sie dann Nachts um 0:20 Uhr vor meiner Tür, man hat alles geklärt und sie ist gegen 3:00 Uhr dann nach Hause.  Zwei weitere Wochen folgten wo es keinerlei Probleme gab. Zwischendurch allerdings sprach sie mit mir darüber das bei ihr auf der Arbeit derzeit sehr viel Stress ist und das dort Dinge passieren die für sie nicht zu erklären sind. Es wurde sehr gutes Personal einfach entlassen etc. Bevor dieses allerdings der Fall war hatte sie noch ihr Gespräch innerhalb der Firma. Dort ging es um eine neue Position die sie so schön wohl wahrnimmt aber halt nicht offiziell. Man hat ihr gesagt, sie müsse sich trotz ihrer guten Arbeitsleistung wohl sehr gut verkaufen können. Ein Punkt der sie tatsächlich sehr zu schaffen gemacht hat. Gespräche mit mir liefen unter Tränen ab. Die Position hat sie dennoch bekommen. Grundsätzlich aber habe ich bereits gemerkt das sie sich mir gegenüber nur sehr schwer öffnen kann.  Naja und letzten Montag war dann Feierabend. Sie hat die Beziehung beendet mit der Begründung ich hätte eine andere Gefühlslage als sie und sie würde sich ihre Zukunft anders vorstellen. Es bleibt aber zu erwähnen das wir regelmäßig miteinander geschlafen haben, dieses war sogar am Samstag noch vorm besagten Montag der Fall. Vor all dieser Zeit gab es immer Nachrichten von ihr wie schön sie findet das ich auf sie eingehe, das sie Schmetterlinge im Bauch hat und das gerade auch die intimen Dinge ganz anders seien als das was sie vorher so erlebt hat. Anscheinend kannte sie dieses "fallen lassen" nicht so.  Für mich selbst ist das alles sehr unbefriedigend gerade. Ich hab einfach im Gefühl das das alles andere Gründe hat, denn so wie ich sie kennengelernt habe, ist sie irgendwie nicht mehr. Es passt für mich einfach nicht zusammen wenn man die Dinge wegwirft die einem eigentlich gut tun und das innerhalb von 2 Tagen zum zweiten mal. Kann das tatsächlich psychischer Natur sein? Vielleicht könnt ihr mir Aufschluss darüber geben....!? Dankeschön vorab! Mark 

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det92
det92
09.12.23 um 0:29

Hey Mark,

ich bin zwar 10 Jahre jünger und männlich, aber vielleicht interessiert dich meine Einschätzung ja auch

Die Geschichte hört sich ein bisschen so an als wäre sie mit der ersten Beziehung doch noch nicht so "im Reinen" wie sie dir erzählt. Vermutlich wurde diese Beziehung damals einfach nicht wirklich aufgearbeitet und reflektiert.

Der vermeintliche Stubenhocker war in der Folge wohl eher eine Zwischen- oder Trostbeziehung als Alternative zur Auseinandersetzung mit der Beziehung und sich selbst.

Wenn man eigentlich noch immer mit sich selbst und seiner Vergangenheit kämpft, ist man glaub eher unbereit für eine echte, aufrichtige Beziehung. Mit einem Partner, der noch dazu ein Plus an Lebenserfahrung mitbringt, ist man in so einer Situation eher noch mehr überfordert, als das es beruhigt und Stabilität gibt.

Du hast glaub ich absolut nichts falsch gemacht. Ihr habt euch einfach zur falschen Zeit kennengelernt 😉

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L
lissy1208
09.12.23 um 10:12

Hallo Mark!
Ich bin fast 20 Jahre älter als Du, aber immerhin eine Frau😉
Ich gebe Det recht, insofern, dass ich auch denke, dass Deine Bekannte ihre letzte Beziehung noch nicht aufgearbeitet hat.
Aber ich sehe das Problem auch nicht mal so darin, dass ihr euch zur falschen Zeit kennengelernt habt (auch wenn es evtl. wirklich noch zu früh ist für sie).

Für mich sehe ich es aber eher problematisch, dass Du jetzt unbedingt meinst, Du musst ihr da in psychologischer Weise helfen - aber andererseits ja eine Beziehung mit ihr anstrebst. Ich glaub, es wäre besser, wenn sie sich Hilfe von aussen holt. Und ich bin überzeugt, dass sie sich dem gegenüber dann auch leichter öffnen kann. Meiner Meinung nach ist da der (potentielle) Lebenspartner nicht die richtige Person dafür.

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rankin-music
09.12.23 um 13:48

Hallöchen 👋🏼😊 
Also nein um Gottes Willen, ich wollte nicht damit ausdrücken ihr Psychologe seien zu wollen. Sie soll dann schon jemand professionelles damit zur Rate ziehen. Meine Aufgabe wäre dann halt nur weiterhin für sie da zu sein. Das ist mir klar und bewusst. 

Mir ging es im Allgemeinen darum ob es aufgrund meines Textes hier, psychologischer Hilfe bedarf bzw ob man das hier so einschätzen kann. 

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K
kassandra80
09.12.23 um 14:26
In Antwort auf rankin-music

Hallöchen 👋🏼😊 
Also nein um Gottes Willen, ich wollte nicht damit ausdrücken ihr Psychologe seien zu wollen. Sie soll dann schon jemand professionelles damit zur Rate ziehen. Meine Aufgabe wäre dann halt nur weiterhin für sie da zu sein. Das ist mir klar und bewusst. 

Mir ging es im Allgemeinen darum ob es aufgrund meines Textes hier, psychologischer Hilfe bedarf bzw ob man das hier so einschätzen kann. 

Ich denke auch nicht, dass man hier auf die Ferne eine seriöse Einschätzung geben kann. Allein schon dadurch dass wir hier nur Deine Aussage haben und die ist naturgemäss eingefärbt durch Deine eigenen Wünsche, Sehnsüchte und Erwartungen. 

Mein Rat an Dich ist hier von jedweden Hilfeversuchen abzusehen. Du kannst ihr nicht helfen und bist im Grunde auch die denkbar schlechteste Person dafür. So blöd das auch klingen mag. 

Versuche für Dich selbst mit der Sache abzuschliessen. Natürlich ist das nicht einfach und man neigt immer wieder dazu die "was-wäre-wenn-Frage" im Kopf abzuspielen. Aber der entscheidende Faktor sich helfen zu lassen fehlt: Sie muss es wollen oder sich erst einmal selbst bewusst werden Hilfe zu benötigen oder etwas zu ändern. 

Fakt ist, dass sie offensichtlich selbst im Moment nicht weiss was sie will oder braucht. Damit ist Herzschmerz vorprogrammiert bei jedem, der sich auf dieses Hin und Her einlässt. Erst recht Menschen bei denen quasi automatisiert der Impuls zu helfen ausgelöst wird, sobald sie auch nur jemand Hilfsbedürftigen von Ferne erahnen. Ich spreche hier aus Erfahrung: Tu das nicht. Es wird Dir nur schaden und ihr dabei trotzdem nicht helfen. 

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lissy1208
09.12.23 um 14:36

Ok, dann bin ich ja etwas beruhigt!😉
Aus dem, was Du schreibst, würde ich jetzt nicht unbedingt davon ausgehen, dass Deine Bekannte einen Psychologen braucht. Aber ich denk mal, sie ist vielleicht wirklich noch nicht so weit, wieder eine feste Beziehung einzugehen.

Und was ich eigentlich auch meinte mit meinem ersten Post hier: Du kannst ihr ja ruhig sagen/zeigen, dass Du sie sehr gern hast/schätzt/begehrst - aber ich würde es unterlassen, sie bzw. ihr Verhalten ihr gegenüber so zu analysieren, wie Du es hier machst. Kann mir nicht vorstellen, dass das einer Frau gefällt, sowas ist doch sehr unsexy...

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R
rankin-music
09.12.23 um 15:13

Nein nein! Ich will hier nichts analysieren oder so das ist nicht mein Recht. Ich suche lediglich nach Antworten, antworten die mir helfen. Mir war irgendwie immer wichtig das es ihr gut geht und das soll auch schon wohl so bleiben. Ich möchte hier niemanden an den Pranger stellen oder sonstwas. Es ging mir einfach nur darum zu erfahren ob es für mich eine Möglichkeit gibt ihr zu helfen oder ob ich es sein lassen soll und für mich in allem einen Strich ziehen muss. 

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S
sisteronthefly
09.12.23 um 16:15

Hallo, 

ich kann mir vorstellen, wie verwirrend ihr Verhalten und ihre Aussagen auf dich wirken. Es kann schon sein, dass ihre Psyche in Mitleidenschaft gezogen wurde. Man kennt solches Verhalten teilweise von Borderlinern oder aus einer PTBS. Das muss aber alles nicht zutreffen! Viel wichtiger finde ich es, dass du dich nicht in einen Sog hineinziehen lässt. Möglicherweise suchst du jemanden, dem du helfen kannst? Bitte nicht falsch interpretieren aber wenn dem so wäre, ist das kein gesundes Verhalten. 

Was sagen denn die rettungsdienstlichen Leitlinien dazu, wenn eine Person Hilfe ablehnt und geht? 
PsychKG kommt hier auch nicht zum Tragen. 

Du solltest vielleicht akzeptieren, wenn Menschen ihre Gründe nicht mit dir teilen mögen. So schwer das auch manchmal ist, ist es ihr Recht! Jeder hat das Recht auf eigene Entscheidungen, d.h. auch Dinge, die vermeintlich gut tun wegzuwerfen. Jeder hat das Recht zu Verwahrlosen wenn es der freie Wille ist. Vielleicht guckst du nochmal in die Charta der Rechte. 

Alles in allem schreibe ich das ein wenig um dir den Kopf zu waschen. Lass deine eigene Unzufriedenheit nicht über den Rechten anderer stehen. Das ist wohl in deinem Job enorm wichtig. Du kannst nicht jeden retten. Vielleicht ist das ein Thema, welches du mit deinem Wachleiter oder in einer Teamsitzung besprechen könntest. Ich glaube, es fällt vielen Menschen in helfenden Berufen schwer Leid zu sehen aber mit gebundenen Händen dazustehen. 

Ich würde an deiner Stelle ihre Aussage der unterschiedlichen Zukunftsvorstellungen akzeptieren. Du findest bestimmt eine Partnerin, die besser zu dir passt und vielleicht nicht gerettet werden muss. 

LG Sis

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