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Wie kann ich es beenden?

2. Januar 2015 um 0:50 Letzte Antwort: 20. Januar 2015 um 1:18

Hallo allerseits...

Vorneweg, ich bin männlich, aber brauche weiblichen Rat für diese Sache. Es ist so... Ich habe seit ca. zwei Monaten eine Freundin, die schwer krank ist. Seit ihrem 13. Lebensjahr ist sie sehr häufig in Kliniken, aufgrund verschiedener psychischer Krankheiten, Essstörung, Selbstverletzung, Depressionen...

Als wir uns kennenlernten, sagte sie mir schnell, dass sie in mich verliebt sei. Ich meinte, ich brauche etwas Zeit. Und auch meine Gefühle wuchsen, jedoch langsam. Hatte erst wenige Monate zuvor eine große Liebe verloren... Ihr ging es mit der Zeit aber immer schlechter, dann hatte sie wieder suizidale Phasen und ich war mir sicher, dass ich bald auch von Liebe sprechen konnte, daher sagte ich ihr, dass ich mit ihr zusammen sein wolle.

Bald ging es ihr auch wieder besser, aber es ist ein stetiges Auf und ab. Wenn wir beisammen sind, ist sie meist sehr ausgelassen und fröhlich, aber sehr sehr oft spricht sie dann nur von ihrer Krankheit, Ärzten, Kliniken und all dem... Ich hatte sie einmal darauf angesprochen, dass ich auch gerne mal Momente nur für uns hätte, statt nur dem Negativen. Sie drohte dann damit eine Mauer aufzubauen und mich nicht mehr an ihren Gefühlen teilhaben zulassen, weshalb ich es widerrief...

Mittlerweile bin ich an dem Punkt, dass ich leider zugeben muss, dass von meiner Seite keine wirkliche Liebe entstanden ist. All dieses negative, dieses auf und ab und alles hat mich auch sehr belastet, ich hätte es wissen müssen... Ich habe sie sehr gern, aber mehr auch nicht. Ich bin nicht glücklich, möchte aber, dass sie es ist.

Ich bin der Meinung, dass ich diese Beziehung beenden muss, aber ich habe Angst und weiß nicht wie. Es sollte eigentlich schnell sein, bevor ihr Schmerz tiefer wird, aber durch ihre Krankheit habe ich extreme Angst, dass sie das nicht verkraftet. Wir hatten einmal ein Erlebnis, als sie glaubte, ich wolle sie nicht mehr und das wäre beinahe böse ausgegangen...

Und unabhängig von meiner Sorge um sie, möchte ich ihr allgemein keine Trennung antun. Sie ist ein so lieber Mensch und verdient nach allem was sie erlebt hat nur das Gute; Und ich selbst hatte schon schwere, schlimme Trennungen selbst erleiden müssen. Auch daher weiß ich nicht, wie ich das bewerkstelligen soll...

Wir hatten keinen Sex bisher, ich habe es auf starke Religiosität geschoben und sie findet das auch okay. Wir sind beide 21... Und ich weiß nicht, was ich tun soll.

Hat jemand einen Rat für mich...?
Wäre wirklich dankbar...

Yassir

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2. Januar 2015 um 15:17

Ja, aber...
Erstmal danke für deine Antwort... Das Problem ist nur, so seltsam sich das auch anhört... Sie hat eigentlich niemanden außer mir. Sie hat keine Freunde, wurde früher viel gemobbt und hat sich dann abgeschottet, ging auf eine Fernschule dann. Die Familie akzeptiert bis heute nicht, dass sie krank ist, ignoriert sie und lässt sie nicht mehr an sie ran. Ärzten und Pflegepersonal misstraut sie aufgrund einiger schlimmer Erfahrungen ebenfalls. Ehrlich gesagt, bin ich ihr einziger Kontakt... Vielleicht kann ich sie nicht "retten", aber ich möchte sie auch nicht zerstören... Und ich habe bereits gemerkt, wie leicht sie wieder stark suizidal wird, wenn etwas bei uns nicht stimmt... Ich glaube fast, ich darf es nicht beenden.

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19. Januar 2015 um 19:52

Auferzwungene Verantwortung
Da bist du ja echt in einer fiese Nummer reingeraten. Da hast du dir nichts böses gedacht, einen Menschen kennengelernt und wurdest auf einmal verantwortlich für ihr ganzes Leben gemacht.

Klar, jetzt fühlst du dich verantwortlich, weil es da sonst niemanden gibt. Passiert etwas, kannst du niemandem sonst die Schuld geben, denkst es ist deine Schuld. Aber das ist eine auferzwungene Verantwortung, die du gar nicht willst. Und nichts ist deine Schuld! Hat dich jemand gefragt, ob du plötzlich verantwortlich für das Leben eines unglücklichen Menschen sein willst?

Ich rate dir dringenst, mach dich von diesem Verantwortungsgefühl frei! Auf Dauer macht es dich auch kaputt und zieht dich in den Abgrund. Sie zieht dich mit ihr zusammen in den Abgrund. Helfen kannst du ihr nicht und ich denke das weißt du.

Mach dir eines klar: Wenn du wirklich beschließt jetzt die Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen, dann werden dadurch deine Lebensqualität und deine Psyche leiden.

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20. Januar 2015 um 1:18
In Antwort auf an0N_1225095499z

Auferzwungene Verantwortung
Da bist du ja echt in einer fiese Nummer reingeraten. Da hast du dir nichts böses gedacht, einen Menschen kennengelernt und wurdest auf einmal verantwortlich für ihr ganzes Leben gemacht.

Klar, jetzt fühlst du dich verantwortlich, weil es da sonst niemanden gibt. Passiert etwas, kannst du niemandem sonst die Schuld geben, denkst es ist deine Schuld. Aber das ist eine auferzwungene Verantwortung, die du gar nicht willst. Und nichts ist deine Schuld! Hat dich jemand gefragt, ob du plötzlich verantwortlich für das Leben eines unglücklichen Menschen sein willst?

Ich rate dir dringenst, mach dich von diesem Verantwortungsgefühl frei! Auf Dauer macht es dich auch kaputt und zieht dich in den Abgrund. Sie zieht dich mit ihr zusammen in den Abgrund. Helfen kannst du ihr nicht und ich denke das weißt du.

Mach dir eines klar: Wenn du wirklich beschließt jetzt die Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen, dann werden dadurch deine Lebensqualität und deine Psyche leiden.

Danke für deinen Beitrag
Du hast völlig Recht, mittlerweile sind wir auch getrennt. War dann doch ganz anders als erwartet... Wir hatten uns gestritten, weil ich gesagt habe, sie könnte einen guten Freund jetzt besser gebrauchen statt Beziehungsstress. Sie meinte dann, sie könne auf so einen Freund gut verzichten, woraufhin ich sagte, ich würde sie nicht hindern, wenn ihr das lieber wäre. Dann hat sie nur triumphierend gemeint, sie sei endlich wieder frei, müsste sich nicht mehr verstellen und ich habe sie ja immer manipuliert und kontrolliert... Wie auch immer sie darauf kommt. Habe dann den Kontakt abgebrochen, weil ich mir das nicht anhören wollte. Es war als wäre sie plötzlich ein ganz anderer Mensch...

Ich danke dir für deinen Rat, sehr sogar.

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