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Wie ist das in langen Beziehungen?

24. Januar 2017 um 9:41

Ich brauche einen Rat von erfahrenen Menschen.  Ich bin (wieder) in einer Beziehung, die mit 2 Jahren Pause jetzt 12 Jahre besteht. Zwischendurch musste ich gehen, weil mein Partner sich sehr lange dem Alkohol zugewandt hatte und ich es nicht mehr mit ansehen konnte, wie er sich trotz jahre langem Flehen kaputt macht. Wir haben ein ansich harmonisches Verhältnis und im Prinzip kann jeder machen was er will. Wir haben sehr jung ein Haus zusammen gekauft (was im Nachhinein viel zu früh war, ich war 25) und in dem Sinne viel zusammen erreicht, was uns bis heute noch aneinander hält. Als ich die Zeit allein gelebt habe, war ich oft traurig und verängstigt vor der Zukunft, hatte aber jemanden kennen gelernt, der mir Zwischenmenschlichkeit und Leichtigkeit in einer Form "beigebracht" hat, wie ich sie noch nicht kannte und wir hatten eine Nähe, die ich noch nie mit wem anders hatte. Er hat mich überall dran Teil haben lassen, mich mit genommen, seine Freunde, Famile alle super!! Leider hatte ich so viel Zukunftsangst, dass ich zurück "nach Hause" ging. Wir wollten es noch einmal versuchen und nicht so schnell alles weg schmeißen. Mein Partner ist das komplette Gegenteil von mir. Sehr häuslich, sucht nicht direkt Kontakt zu anderen Menschen, wenig emotional, aber auch selten schlecht gelaunt, kocht gern und beschäftigt sich mit sich selbst. Ich finde auch seine Freunde komisch und hab finde sie einfach nicht unterhaltsam. Früher standen sie auch immer im Vordergrund und deren Wünsche waren oberste Priorität. Ich war dann oft der Spießer, weil ich mich nicht dafür begeistern konnte jeden Tag zu saufen. Wenn wir heute mal weg gehen, dann mit meinen Freunden. Da bemüht er sich, wenn er denn mal mit kommt auch wirklich. Ich bin immer gern unterwegs, feiern, unterhalten, was erleben, Input von außen.  Das habe ich früher nie getan als ich mit ihm zusammen war, weil ich die volle Verantwortung für Haus und Hof trug wenn er wieder betrunken war. Jetzt bin ich zurück gegeangen und fühle mich oft sehr gelangweilt. Hab ihm dann gesagt, dass ich gern auch mal was mit ihm unternehmen möchte und nicht überall allein hin marschieren will, wo andere als Paar viel mehr gemeinsam erleben (das war bei uns noch nie so und schon immer hat es mich gestört, vor Allem wenn er grundlos zu Hause getrunken hat). Das ist jetzt alles besser, aber er sagt ich müsste lernen mich allein zu beschäftigen und mir mal wieder nen Hobby suchen. Ähhhhm, ja. Ich mache seit Jahren fast alles allein. Der Unterschied zu heute: Früher hatte ich ein Pferd, was ich verkauft habe weil ich dachte das wäre der Grund warum wir nie was zusammen unternehmen könnten aufgrund Zeitmangel. Jetzt hängen wir nur noch rum, oder renovieren. Wir haben auch kein Sexleben. Seitdem ich wieder eingezogen bin (vor 6 Monaten) nicht 1x. Keiner hat Lust. Wir haben uns super lieb, aber irgendwie ist die Euphorie nach allem was passiert ist weg. Wir sind uns nur einfach super verbunden und dankbar für das was wir zusammen geschafft haben. Er meint: Wenn ich meine das ist nichts mehr, sollte ich das allein entscheiden ob ich wieder gehe und das wäre völlig normal und anderen geht das genauso. Und ich: weiß nicht was ich tun soll und hab Angst alles aufzugeben, dass es dann doch wieder genauso wird mit jemand anders. Kann mir jemand sagen was normal ist nach so langer Zeit? Ich muss jetzt irgendwas tun. Bin 34 und hätte eigentlich auch mal gern Nachwuchs, aber auch Angst, dass ich dann mit einem Kind auch alles allein unternehmen muss... Seit 3 Jahren weiß ich nicht was ich will... und der den ich kennen gelernt habe damals fragt mich immer noch so oft (als Freund) ob ich hier und da mit dem Freundeskreis die ich alle so gern habe mit hin möchte.  Nur muss ich immer absagen, weil ich meinen Partner nicht verletzen möchte, sitze dann aber stumpf zuhause und fühle mich wie 70.   HELP ME!!

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24. Januar 2017 um 11:48

Hallo Cefeu, danke für die Antwort. Ich gebe Dir Recht in Allem. Das weiß ich auch nur zu gut. Nur weiß ich auch, dass man, wenn am Anfang alles neu ist - auch Visionen hat und man wieder enttäuscht werden könnte, wenn der Alltag einkehrt. Habe leider nicht so viele Männer so kennen gelenrt, dass ich früh hätte erkennen können was nomal ist und was nicht und das Haus hat uns ja auch sefiitiv zusammen gehalten. Ich hab Angst, weil ich erahnen kann, dass ich mir mit dem "Neuen", - was in meinen Augen mehr den Sinn und Zweck einer Beziehung erfüllt, zumindest zwischenmenschlich - nicht das Gleiche wieder aufbauen kann wie ich in den letzten 10 Jahren meines Lebens durch viel Verzicht erarbeitet habe, rein Materiell natürlich und das macht aller Erfahrung nach auch nicht soo happy, aber lässt ruhig schlafen. Das ist sehr schizophren - ich weiß. Und komischerweise habe ich so ein Grundvertrauen in meinen Partner, obwohl ich in vielen Dingen denke, was er oft tat war sehr egoistisch und das macht mich wütend. Zugleich ist er fürsorglich, kocht tolle Sachen, macht mir eine Wärmflasche für das Sofa, repariert alles im und um das Haus... aber eigentlich ist er nen Eigenbrödler der immer nett ist, sich aber schlecht mit meinen Gedanken identifizieren will. Glaube er hält mich für undankbar und permanent unzufrieden und da frage ich mich, ob ich selbst das Problem der Distanz bin. Fakt ist, in der Zeit mit dem anderen war ich ein Mensch der viel gelacht hat - aber auch viel geweint, weil ich es nicht fassen konnte, dass es so gekommen ist, obwohl wir uns offensichtlich gut verstanden. Aber ich habe mich lebendig gefühlt. Und was mich natürlich auch massiv stört ist, dass potenziell eine andere in das Haus geht wo mein halbes Vermögen und meine halbe Jugend drin steckt mit angucken von Trinkgelagen und Ignoranz, die dann ein sorgenfreies Leben auf meine Kosten führt. Ich weiß das ist oberflächlich - ich habe auch noch immer Gefühle für ihn - für den anderen auch - das ist ja der Mist... Ein Kind werde ich unter keinen Umständen so bekommen, das weiß ich. Wie auch ohne körperliche Nähe... Aber die Zeit rennt mir auch weg.... Ich weiß nicht, finde ihn tatsächlich sehr attraktiv, aber die Lust auf ihn ging damals verloren, als ich ihn ständig betrunken sah und mich jahre gefühlt hab wie die schimpfende Mutter, nicht wie die Frau an seiner Seite. Was ist, wenn ich mich mit 80 immer noch ärgere, dass ich das aufgegeben habe? Das ist meine größte Angst. Ich habe selbst einen super Job und auch viel gespart und mir jetzt sogar noch eine Wohnung gekauft, die bald einzugsfertig ist... und dann muss ich irgendwas entscheiden... Liebe ich ihn so doll, oder warum kann ich immer noch nicht sagen - das geht so nicht mehr... ???   

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24. Januar 2017 um 11:59
In Antwort auf kittythecat3

Hallo Cefeu, danke für die Antwort. Ich gebe Dir Recht in Allem. Das weiß ich auch nur zu gut. Nur weiß ich auch, dass man, wenn am Anfang alles neu ist - auch Visionen hat und man wieder enttäuscht werden könnte, wenn der Alltag einkehrt. Habe leider nicht so viele Männer so kennen gelenrt, dass ich früh hätte erkennen können was nomal ist und was nicht und das Haus hat uns ja auch sefiitiv zusammen gehalten. Ich hab Angst, weil ich erahnen kann, dass ich mir mit dem "Neuen", - was in meinen Augen mehr den Sinn und Zweck einer Beziehung erfüllt, zumindest zwischenmenschlich - nicht das Gleiche wieder aufbauen kann wie ich in den letzten 10 Jahren meines Lebens durch viel Verzicht erarbeitet habe, rein Materiell natürlich und das macht aller Erfahrung nach auch nicht soo happy, aber lässt ruhig schlafen. Das ist sehr schizophren - ich weiß. Und komischerweise habe ich so ein Grundvertrauen in meinen Partner, obwohl ich in vielen Dingen denke, was er oft tat war sehr egoistisch und das macht mich wütend. Zugleich ist er fürsorglich, kocht tolle Sachen, macht mir eine Wärmflasche für das Sofa, repariert alles im und um das Haus... aber eigentlich ist er nen Eigenbrödler der immer nett ist, sich aber schlecht mit meinen Gedanken identifizieren will. Glaube er hält mich für undankbar und permanent unzufrieden und da frage ich mich, ob ich selbst das Problem der Distanz bin. Fakt ist, in der Zeit mit dem anderen war ich ein Mensch der viel gelacht hat - aber auch viel geweint, weil ich es nicht fassen konnte, dass es so gekommen ist, obwohl wir uns offensichtlich gut verstanden. Aber ich habe mich lebendig gefühlt. Und was mich natürlich auch massiv stört ist, dass potenziell eine andere in das Haus geht wo mein halbes Vermögen und meine halbe Jugend drin steckt mit angucken von Trinkgelagen und Ignoranz, die dann ein sorgenfreies Leben auf meine Kosten führt. Ich weiß das ist oberflächlich - ich habe auch noch immer Gefühle für ihn - für den anderen auch - das ist ja der Mist... Ein Kind werde ich unter keinen Umständen so bekommen, das weiß ich. Wie auch ohne körperliche Nähe... Aber die Zeit rennt mir auch weg.... Ich weiß nicht, finde ihn tatsächlich sehr attraktiv, aber die Lust auf ihn ging damals verloren, als ich ihn ständig betrunken sah und mich jahre gefühlt hab wie die schimpfende Mutter, nicht wie die Frau an seiner Seite. Was ist, wenn ich mich mit 80 immer noch ärgere, dass ich das aufgegeben habe? Das ist meine größte Angst. Ich habe selbst einen super Job und auch viel gespart und mir jetzt sogar noch eine Wohnung gekauft, die bald einzugsfertig ist... und dann muss ich irgendwas entscheiden... Liebe ich ihn so doll, oder warum kann ich immer noch nicht sagen - das geht so nicht mehr... ???   

Irgendwie hast du einfach nur Angst und bleibst beim (Un-)Bewährtem, wo du immerhin weißt, woran du bist. Ein Haus ist ja gut und schön, aber das hält keine Beziehung zusammen, bloß weil es mal eine gemeinsame Anschaffung war. Da stecken Träume drin, die nicht erfüllt wurden und - denke ich mal - nicht erfüllt werden. 
Vielleicht hast du große Angst, einen solchen Mann, wie du ihn kennengelernt hast, wieder zu verlieren? Als du merktest, welche Bedeutung er für dich hat, und dass er von dir nicht abhängig ist.

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24. Januar 2017 um 12:19

Danke für die harten - aber ehrlichen Worte. Es gibt schon noch Momente über die ich mich  freue. Was mich massiv zurück schrecken lässt, ist diese Ansage von der Generation vor uns: "Früher hat man Dinge repariert, nicht einfach was anderes gemacht..." (und an der Stelle empfinde ich mich wie die Person die versagt hat). Es hört sich für mich an Cefeu, dass Du (ich habe einen anderen Beitrag von Dir gelesen) Dich selbst schon mal mit diesen Themen beschäftigt hast, sonst könnte man ja nicht so eine fundierte Meinung zu Dingen haben, oder? Bist Du ebenfalls diesen Weg gegangen? LG

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24. Januar 2017 um 12:33
In Antwort auf derletztezahlt

Irgendwie hast du einfach nur Angst und bleibst beim (Un-)Bewährtem, wo du immerhin weißt, woran du bist. Ein Haus ist ja gut und schön, aber das hält keine Beziehung zusammen, bloß weil es mal eine gemeinsame Anschaffung war. Da stecken Träume drin, die nicht erfüllt wurden und - denke ich mal - nicht erfüllt werden. 
Vielleicht hast du große Angst, einen solchen Mann, wie du ihn kennengelernt hast, wieder zu verlieren? Als du merktest, welche Bedeutung er für dich hat, und dass er von dir nicht abhängig ist.

Ein schönes Resümé! Ein Stück weit trifft es das sehr gut. Ich hatte zwei längere Beziehungen, die erste scheiterte an Drogenkonsum seinerseits (nach 6,5 Jahren, mein erster Freund) - ich hab mit sowas ebenfalls nichts zu tun und habe mich getrennt. Die zweite hatte ich ja geschildert. Ich dachte auch damals "Jetzt wird alles besser". Dann kam es so. Jetzt - beim Dritten Mal, stelle ich mir eben die Frage: Was mag als nächstes kommen!?

Nein, er ist nicht von mir abhängig. Im Gegenteil. Er ist auch noch etwas jünger als ich und sieht diese materiellen Entwicklungen nicht als DAS Lebensnotwendige worauf alles fußt, vielleicht irgendwann, aber er gab mir dafür andere schöne Dinge die nicht so richtig greifbar sind, wie ein tolles soziales Umfeld und Lebensfreude, Nähe, Verständnis und Geborgenheit. Ich habe Angst ihn zu verlieren, wenn ich noch weiter so rumeier, ja. Er wartet ja mehr oder weniger seit 3 Jahren auf mich. Jetzt haben wir eben nur den Status Freunde, aber ich weiß, dass er mit mir zusammen sein will  - wenn ich denn mal in der Lage wäre was zu entscheiden. 

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24. Januar 2017 um 13:40

Ja. Mag sein, genau das versuche ich ja raus zu finden. Welche flockigen Sprüche meinst Du? Dass man versucht hat Dinge zu reparieren? Es gibt nach wie vor Dinge die ich sehr zu schätzen weiß. Wenn wir z.B. zusammen in den Urlaub fahren und uns miteinander beschäftigen, ist es immer schön. Nur sobald wir wieder zuhause sind macht eben jeder sein Ding und es ist übelster Alltag. Mir fehlt die Nähe, die ich selbst nicht geben kann. Ich will hier keine Scheinwelt aufrecht erhalten, weil ich weiß dass ich eine Entscheidung treffen muss und möchte, da der Zustand sehr unbefriedigend ist so und jetzt. Meine Gefühle und Optionen kenne ich auch. Diese Jahre waren im Nachhinein alles andere als "einfach". Aber in der Zeit habe ich eben immer gedacht: Okay es kann nicht immer alles rosa sein es wird schon wieder. Und was wurde war: Ich habe wen anders kennen gelernt (ungeplant natürlich), der mir auch was anderes gezeigt hat. Aber wer sagt denn, dass das auf Dauer wenigstens einigermaßen passt? DAS ist mein Problem. Und was ist dauerhaft eigentlich eine ECHTE Partnerschaft? Meine erste lange endete mit Dogen und fremdgehen seinerseits, die nächste eben so. Da in meinem Bekanntenkreis auch diverse Probleme existieren bin ich leicht verunsichert, was gut und was schlecht ist und was ich einfach nur als schlecht sehe. Weil es eben auch gute Dinge gibt. Wenn ich mal in der Lage wäre, mich selbst darauf einzulassen, würde es ja vielleicht klappen, denke ich. Ich suche den Fehler bei mir, denn nur den bin ich in der Lage zu ändern. Es gibt noch Momente da sehen wir uns an und wissen warum wir das alles gemacht haben und grinsen. Aber die sind eben selten und jetzt wo ich wieder da bin auch noch seltener al in der Zeit wo ich die Sache beendet hatte. Die können wir auch nur teilen, wenn wir allein sind. Wenn wir mit anderen zusammen sind können wir uns komischerweise gar nicht miteinander identifizieren gegenseitig. Ich wüsste eben gern den Grund, warum das alles so ist - dann könnte ich auch eine Entscheidung treffen.

Ich denke aber auch, dass man sich vom Naturell her nicht ändern, bzw. dauerhaft verstellen kann/sollte. Das Hauptproblem ist eigentlich, dass wir sind wie Freunde oder Geschwister. Auf der einen Seite weiß ich das zu schätzen, auf der anderen Seite reicht es mir nicht. Ich habe Angst, dass wenn ich was neues anfange, das nach ner Zeit wieder genauso ist und es dann bereue die ganzen Jahre weg geschmissen zu haben. DAS ist das eigentliche Problem und das macht unzufrieden weil wir nicht mehr voran kommen. Ich sehe nicht vor, mir dann Bettgeschichten zu suchen, weil ich mich sonst fühle wie 70. Das ist dann auch keine echte Partnerschaft mehr für mich.

LG

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25. Januar 2017 um 19:40

Es geht mir nicht im wesentlichen um den Sex. Das ist schon Jahre vorher so gewesen. Es geht mir im wesentlichen um gemeinsame Unternehmungen und gemeinsame Freunde. Und darum dass man Gemeinsamkeiten und was zu erzählen hat. Soetwas kann ich mi auch nicht vor stellen. Für mich persönlich muss Sex schon auch mit liebe zu tun haben. 😊

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25. Januar 2017 um 19:42

Ja das trifft es schon ganz gut. Danke für die exakte Zusammenfassung und die Mut machenden Worte.  😅

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25. Januar 2017 um 19:44

Über die Metapher mit dem toten Pferd muss ich ganze Zeit nachdenken 😅. Lasse es mi insgesamt durch den Kopf gehen, danke ☺

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