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Wie "hake" ich ihn ENDLICH ab?

30. November 2006 um 17:14

Ich gehöre eigentlich nicht zu den Leuten die Hilfe in Foren suchen - bisher habe ich meine "Probleme" immer sehr gut selbst in den Griff bekommen! Doch diesmal will mir das nicht gelingen und ich fühle mich schrecklich ratlos...ich hoffe es macht sich jemand die Mühe meinen langen Beitrag durchzulesen, das wäre schön.

Ich gehöre zu denen, die IMMER gesagt haben "ich könnte nie fremd gehen, ich käme mit meinem Gewissen nie klar" - eine Zeit lang dachte ich, ich bekäme es dennoch hin! Aus Liebe, weil ich diesen neuen Mann nicht wieder aufgeben wollte. Ich wurde eines Besseren belehrt! Ich hätte wissen müssen, dass es bei mir nicht funktioniert mein Gewissen auszuschalten. Nur wie kommt man da wieder raus? Gefühle lassen sich nicht einfach an- und ausknippsen!!!

Ich bin 39 Jahre alt, 20 Jahre davon schon mit meinem Mann zusammen, 10 Jahre jetzt verheiratet, wir haben eine 9-jährige Tochter. Für Freunde und Verwandte führen wie eine Traumehe! Wir sind das Vorzeigeobjekt, dass es doch noch Ehen gibt die halten und funktionieren.
Sie alle sehen nur die Oberfläche - darunter hat sich über die Jahre hinweg viel verändert. Ich liebe meinen Mann immer noch, dazu stehe ich. Nur hat sich mein Mann jahrelang sehr nachlässig mir gegenüber verhalten: ich war mehr eine Bedienstete für ihn, die zu funktionieren hatte. Aufmerksamkeiten gab es kaum noch, Kuscheln und Zärtlichkeiten waren gestrichen, nach jedem Kuss und jeder Umarmung musste ich erst fragen. Ich wurde für jede Kleinigkeit kritisiert, oft hörte ich nur: "wenn du machen würdest was ich sage, hätten wir keine Probleme miteinander" oder wenn ich drohte damit, dass ich das alles nicht mehr hinnehmen werde und mich trenne kam ein lapidares "wen willst du denn noch bekommen? Jedenfalls keinen der mir das Wasser reichen kann und das weißt du genau!" von meinem Mann, das verletzte mich immer sehr. Und die Wunde wurde immer größer...

Und dennoch liebte ich meinen Mann und nahm das jahrelang hin. Nicht schweigend, aber irgendwann resigierend. Ich hatte keine Kraft mehr mich immer wieder mit ihm zu streiten. Ich konnte aber auch nicht einfach gehen - da ist ein Kind was seinen Vater abgöttisch liebt!!! Aber ich fühlte mich wirklich sehr alleine....oft weinte ich, wenn mich niemand sah.

Dann traf ich IHN! Es war ein blöder Zufall - aber auf den ersten Blick passierte etwas, wo wir beide wussten "da kommt noch was". Ich gab ihm meine Handynummer, nachdem ich dies 3x abgelehnt hatte, er aber nicht nachgab und solange charmant darum bat, bis ich sie rausrückte. Das ging absolut gegen meine Prinzipien. Heute denke ich oft "hätte ich das nur nicht getan! Wäre ich nur hart geblieben!"

Wir telefonierten und simsten über Wochen hinweg - er war ebenfalls verheiratet und hatte eine kleine Tochter. Ich wehrte mich lange, doch er blieb hartnäckig. Ich brach mehrere Male den Kontakt sogar ganz ab, weil ich wusste, dass es zu nichts Gutem führen wird. Er rief mich immer und immer wieder an, bis ich nachgab und den Kontakt erneut aufnahm. Er bemühte sich auf eine so unglaubliche Art um mich, dass ich innerhalb kürzester Zeit mein Herz an ihn verlor! Es kam was kommen musste: ich gab bei einem Treffen jede Gegenwehr auf und es passierte. Es war der unglaublichste Sex den ich je hatte! Dieser Mann gibt mir all das, was ich so lange vermisst habe: Befriedigung, Zärtlichkeit, Aufmerksamkeit. Er schafft es, dass ich mich begehrenswert und schön fühle. Er überschüttet mich mit Komplimenten, und die Nähe die wir spüren, wenn wir zusammen sind ist schier unglaublich. Noch nie habe ich so auf einer Wellenlänge mit Jemandem gelegen. Und er sagt es geht ihm ebenso.

Trennung vom jeweiligen Partner war nie ein Thema - wir haben uns gegenseitig nie etwas vorgemacht. Wir haben beide Verpflichtungen, keiner von uns ist so verantwortungslos. Seine Ehe ist "ok", wie er sagt, aber wohl nicht dass was er sich als Erfüllung seines Lebens wünscht. Er sagt, dass er mir 3 Jahre zu spät begegnet wäre.
Meine Ehe war zu diesem Zeitpunkt eher schlecht. Und da mein Gewissen mir keine Ruhe ließ und ich Lügen verabscheue, machte ich daheim reinen Tisch! Ohne dies vorher mit dem neuen Mann abzuklären - aber es hatte auch nichts mit ihm zu tun! Ich erwartete nicht, dass er dasselbe tut. Es ging nur darum meine inneren Frieden zu finden. Diese Zerissenheit musste aufhören!!! Verantwortung hin oder her.

Mein Mann reagierte VOLLKOMMEN anders als ich erwartet hatte! Statt seine Koffer zu packen, kämpfte er. Natürlich war er verletzt, er litt wie ein Hund. Aber er besaß soviel Einsicht, dass er von sich aus sagte "ich bin daran schuld! Ich habe dich ja förmlich dahin getrieben mit meinem Verhalten". Wir vereinbarten ein Pause, blieben räumlich aber zusammen (wg. der Tochter). Ich machte über Monate hinweg mein Ding, mein Mann seins. Ich traf mich immer wieder mit dem Anderen und hatte eine traumhaft schöne Zeit. Mein Mann ertrug dies alles schweigend und war darüber hinaus unglaublich zauberhaft zu mir. Kein böses Wort, keine Vorwürfe. Er verblüffte mich mit wunderschönen Ideen wie Essens-Einladungen, oder einem großen Rosenstrauß auf dem Tisch, wenn ich heimkam - und im Prinzip gerade bei dem Anderen war! Zu meinem Geburtstag machte mein Mann sich eine unfassbare Mühe.... ich war wirklich hin und weg. Da war plötzlich wieder der Mann, in den ich mich vor 20 Jahren verliebt hatte!

Nach endlosen Gesprächen beschlossen mein Mann und ich es mit einem neuen Anlauf zu versuchen. Er war bereit zu akzeptieren, dass ich den Kontakt zu dem Anderen aufrecht erhalte im Sinne einer reinen Freundschaft (uns trennen sowieso fast 200km), aber ich musste die Affäre natürlich beenden. Ich wollte das auch, ich war überzeugt, dass wir unsere Ehe jetzt wieder hinbekommen...und war ebenso überzeugt, dass ich mit dem Anderen eine gute Freundschaft pflegen könnte. Ich wollte ihn unter keinen Umständen ganz verlieren - er ist wie mein Seelenverwandter.

Es war irre schlimm! Nie hätte ich gedacht, dass ich so darunter leiden könnte. Der neue Mann in meinem Leben weigerte sich dies so einfach zu akzeptieren. Er wurde nicht unangenehm, nur lief er jetzt genauso zur Höchstform der "Umwerbung" auf wie zuvor mein Mann! 40 SMS am Tag waren nichts, dazu noch 5 Anrufe. Er fuhr in einer Woche 3x die 400km nur um mich für ein paar Stunden auf einen Kaffee zu treffen und mit mir zu reden. Ich ging drauf ein, weil ich dachte "reden hilft. Wir werden das gemeinsam hinbekommen es auf einen freundschaftlichen Level zu bringen".

Ich schaffe es nicht - genauso wenig wie ER! Mein Mann denkt es ist alles wieder in Butter bei uns - betrogen habe ich ihn nicht wieder und bin stark geblieben. BISHER! Aber ich bekomme den Kopf nicht frei. Ich denke ständig an den Anderen, ich fühle mich wie ein Junkie auf Entzug, wenn ich hn länger nicht sehe! Das ist so unfair meinem Mann gegenüber, der sich solche Mühe gibt unsere Ehe zu retten. Ich habe schon versucht den Kontakt ganz zu dem Anderen abzubrechen - er ruft mich sogar im Büro an, wenn ich das Handy ausschalte. Vor zwei Tagen stand er unangemeldet bei mir vor der Tür, weil ich frei hatte und er wusste, dass mein Mann arbeiten muss. Und jedes Mal rast mein Herz wieder, wenn er mich zärtlich umarmt und mir auf diese besondere Weise in die Augen sieht.

Was soll ich nur tun? Ich kenne mich selbst nicht mehr. Nur: kann ich meine Ehe zerstören, meiner Tochter den Vater nehmen, obwohl keine Basis für eine Beziehung zu dem Anderen da ist? Sowohl die Distanz, als auch SEINE persönliche Situation lassen das gar nicht zu....ich muss mich endlich in den Griff bekommen. Ich bin wirklich ratlos und verzweifelt!

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30. November 2006 um 17:41

Entscheidung
Liebe Urmeli,

ich kann dir sehr gut nachfühlen, du fragst was du tuen sollst, ich kann dir nur raten höre auf dein Herz!!! und wenn die Entscheidung auf deinen Geliebten fällt, dann muss er sich klar zu dir bekennen und seine Ehe beenden. Alles andere würde dich unglücklich machen. Die Frage ist auch, kannst du deinem Mann wirklich verzeihen, so wie er zu dir war? Kann er dir verzeihen, dass du ihn betrogen hast? Er wird sicher sagen, ja er verzeiht dir, aber nur weil er Angst hat dich zu verlieren. Aber wer sagt, dass es nicht wieder so unharmonisch wird wie einst, als er sich deiner sicher war?
Ich wünsch dir auf alle Fälle alles Gute bei deiner Entscheidung.

lg Kerstin

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30. November 2006 um 20:19
In Antwort auf kerstin2111

Entscheidung
Liebe Urmeli,

ich kann dir sehr gut nachfühlen, du fragst was du tuen sollst, ich kann dir nur raten höre auf dein Herz!!! und wenn die Entscheidung auf deinen Geliebten fällt, dann muss er sich klar zu dir bekennen und seine Ehe beenden. Alles andere würde dich unglücklich machen. Die Frage ist auch, kannst du deinem Mann wirklich verzeihen, so wie er zu dir war? Kann er dir verzeihen, dass du ihn betrogen hast? Er wird sicher sagen, ja er verzeiht dir, aber nur weil er Angst hat dich zu verlieren. Aber wer sagt, dass es nicht wieder so unharmonisch wird wie einst, als er sich deiner sicher war?
Ich wünsch dir auf alle Fälle alles Gute bei deiner Entscheidung.

lg Kerstin

Mein Herz ist unentschlossen...
Danke dir Kerstin für die netten Worte!

Ich weiß, dass ich meine Entscheidung alleine treffen muss. Und eigentlich habe ich das ja schon getan! 20 Jahre wirft man nicht einfach so weg - und ich denke durchaus, dass der "Schock" bei meinem Mann so einiges verändert hat. Man sollte sich des Anderen eben nie zu sicher sein. Ich liebe meine Mann - das tue ich seit 20 Jahren. Es ist nicht so aufregend, neu und prickelnd wie mit dem Anderen, aber der Alltag kehrt überall irgendwann ein - das würde auch da passieren. Ich bin Realist.
Womit ich leben muss ist einfach, dass es auf der sexuellen Ebene mit meinem Mann nie so war oder werden wird wie mit dem Anderen. Das ist einfach so, da würde auch kein "drüber reden" oder "zeigen wie" funktionieren. Der Andere findet mit traumwandlerischer Sicherheit die richtigen Knöpfe bei mir, die ich selbst noch nicht mal kannte....aber Sex ist auch nicht alles. Alleine damit funktioniert keine Beziehung auf Dauer.

Ich werde und würde nie von dem Anderen verlangen, dass er sich trennen soll! Die Fronten waren von Anfang an klar: er würde nie in meine Gegend ziehen, ich kann nicht in seine ziehen ohne meine Tochter aus ihrem sozialen Umfeld zu reißen und meinen sehr guten Job hinzuwerfen - das wäre Irrsinn! Er sagte von jeher, er kann seine Frau nicht mit dem erst ein Jahr alten Kind hängen lassen - ich sagte ich kann meiner Tochter nicht den Vater wegnehmen, den sie über alles liebt! Wir wussten im Prinzip beide es hat keine Zukunft....wieso also darüber jetzt hadern? Und Ansprüche stellen?

Dazu kommt, dass er NIE gesagt hat, dass er mich liebt! Er sagte, er hat mich "irre lieb", oder mal "du stellst alles in den Schatten was ich je kennengelernt habe", auch mal "ich habe dich sehr lieb".... für mich ist das himmelweit entfernt von "ich liebe dich". Aber vielleicht sehe ich das nur so differenziert, keine Ahnung. Nicht zu vergessen, dass er seine Frau schon mal vor 7 Jahren betrogen hat mit einer Arbeitskollegin für recht lange Zeit (wie er unumwunden mir gegenüber gestand - damals war er allerdings mit seiner Frau noch nicht verheiratet). Diese hat die Affäre dann auch beendet, um ihre eigene Ehe zu retten. Er hätte sich von dieser Kollegin sehr ausgenutzt gefühlt, weil er bei ihr auch sehr viel Gefühl investiert hat, sie sich aber nie von ihrem Ehemann getrennt hat, obwohl sie es immer versprochen hatte. Das zumindest habe ich ja nie getan. Davon abgesehen war ich mehrere Monate getrennt, und es hat ihn nicht dazu veranlasst sich ebenfalls zu trennen - wieso sollte ich ihn darum nun bitten?

Das Folgende klingt vielleicht blöde, weil ich es jetzt ja selbst getan habe - aber ich bin keine "Wiederholungstäterin" (und überdies nach all dem jetzt auch absolut geheilt!) Jedenfalls weiß ich nicht, ob ich ihm im Zweifelsfalle überhaupt vertrauen könnte. Für ihn ist es ja nicht das erste Mal, dass er das tut. Er selbst behauptet allerdings, dass er mit der "richtigen" Frau auch definitiv treu sein könnte...wer weiß.

Als ich ihm dann sagte, dass ich mich entschieden habe mit meinem Mann einen neuen Anlauf zu starten, meinte er "ich habe immer gewusst, dass du zu deinem Mann zurück gehst. Ich habe dich auch nicht wirklich verdient. Vielleicht bin ich besser dazu geeignet kaputte Ehen zu kitten, als für andere Dinge." Mir zeriss das echt fast das Herz.... aber den Blick auf die Tatsachen darf ich dadurch dennoch nicht verlieren.

Es kam jedenfalls auch dann nicht das geringste Zeichen von ihm, dass er überhaupt gewillt wäre sich zu trennen. Insofern: das ist für mich keine Option. Aber wie gesagt habe ich da meine Entscheidungsfindung nie von abhängig gemacht! Wenn ich mich komplett getrennt hätte, dann einzig und alleine für mich und mit der Gewissheit mein Leben auch alleine auf die Reihe bekommen zu müssen.

Wonach ich suche ist an sich auch kein Ratschlag für eine Entscheidung - sondern wie ich in Gottes Namen diesen Mann jetzt aus meinem Kopf bekomme! Ich wage es kaum zu sagen, aber selbst beim Sex mit meinem Mann muss ich mich zusammenreißen, dass meine Gedanken nicht zu ihm abdriften. Nennt man sowas "Hörigkeit"? Mich macht das jedenfalls verrückt und am liebsten würde ich alles ungeschehen machen....

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1. Dezember 2006 um 10:50
In Antwort auf laelia_12919258

Mein Herz ist unentschlossen...
Danke dir Kerstin für die netten Worte!

Ich weiß, dass ich meine Entscheidung alleine treffen muss. Und eigentlich habe ich das ja schon getan! 20 Jahre wirft man nicht einfach so weg - und ich denke durchaus, dass der "Schock" bei meinem Mann so einiges verändert hat. Man sollte sich des Anderen eben nie zu sicher sein. Ich liebe meine Mann - das tue ich seit 20 Jahren. Es ist nicht so aufregend, neu und prickelnd wie mit dem Anderen, aber der Alltag kehrt überall irgendwann ein - das würde auch da passieren. Ich bin Realist.
Womit ich leben muss ist einfach, dass es auf der sexuellen Ebene mit meinem Mann nie so war oder werden wird wie mit dem Anderen. Das ist einfach so, da würde auch kein "drüber reden" oder "zeigen wie" funktionieren. Der Andere findet mit traumwandlerischer Sicherheit die richtigen Knöpfe bei mir, die ich selbst noch nicht mal kannte....aber Sex ist auch nicht alles. Alleine damit funktioniert keine Beziehung auf Dauer.

Ich werde und würde nie von dem Anderen verlangen, dass er sich trennen soll! Die Fronten waren von Anfang an klar: er würde nie in meine Gegend ziehen, ich kann nicht in seine ziehen ohne meine Tochter aus ihrem sozialen Umfeld zu reißen und meinen sehr guten Job hinzuwerfen - das wäre Irrsinn! Er sagte von jeher, er kann seine Frau nicht mit dem erst ein Jahr alten Kind hängen lassen - ich sagte ich kann meiner Tochter nicht den Vater wegnehmen, den sie über alles liebt! Wir wussten im Prinzip beide es hat keine Zukunft....wieso also darüber jetzt hadern? Und Ansprüche stellen?

Dazu kommt, dass er NIE gesagt hat, dass er mich liebt! Er sagte, er hat mich "irre lieb", oder mal "du stellst alles in den Schatten was ich je kennengelernt habe", auch mal "ich habe dich sehr lieb".... für mich ist das himmelweit entfernt von "ich liebe dich". Aber vielleicht sehe ich das nur so differenziert, keine Ahnung. Nicht zu vergessen, dass er seine Frau schon mal vor 7 Jahren betrogen hat mit einer Arbeitskollegin für recht lange Zeit (wie er unumwunden mir gegenüber gestand - damals war er allerdings mit seiner Frau noch nicht verheiratet). Diese hat die Affäre dann auch beendet, um ihre eigene Ehe zu retten. Er hätte sich von dieser Kollegin sehr ausgenutzt gefühlt, weil er bei ihr auch sehr viel Gefühl investiert hat, sie sich aber nie von ihrem Ehemann getrennt hat, obwohl sie es immer versprochen hatte. Das zumindest habe ich ja nie getan. Davon abgesehen war ich mehrere Monate getrennt, und es hat ihn nicht dazu veranlasst sich ebenfalls zu trennen - wieso sollte ich ihn darum nun bitten?

Das Folgende klingt vielleicht blöde, weil ich es jetzt ja selbst getan habe - aber ich bin keine "Wiederholungstäterin" (und überdies nach all dem jetzt auch absolut geheilt!) Jedenfalls weiß ich nicht, ob ich ihm im Zweifelsfalle überhaupt vertrauen könnte. Für ihn ist es ja nicht das erste Mal, dass er das tut. Er selbst behauptet allerdings, dass er mit der "richtigen" Frau auch definitiv treu sein könnte...wer weiß.

Als ich ihm dann sagte, dass ich mich entschieden habe mit meinem Mann einen neuen Anlauf zu starten, meinte er "ich habe immer gewusst, dass du zu deinem Mann zurück gehst. Ich habe dich auch nicht wirklich verdient. Vielleicht bin ich besser dazu geeignet kaputte Ehen zu kitten, als für andere Dinge." Mir zeriss das echt fast das Herz.... aber den Blick auf die Tatsachen darf ich dadurch dennoch nicht verlieren.

Es kam jedenfalls auch dann nicht das geringste Zeichen von ihm, dass er überhaupt gewillt wäre sich zu trennen. Insofern: das ist für mich keine Option. Aber wie gesagt habe ich da meine Entscheidungsfindung nie von abhängig gemacht! Wenn ich mich komplett getrennt hätte, dann einzig und alleine für mich und mit der Gewissheit mein Leben auch alleine auf die Reihe bekommen zu müssen.

Wonach ich suche ist an sich auch kein Ratschlag für eine Entscheidung - sondern wie ich in Gottes Namen diesen Mann jetzt aus meinem Kopf bekomme! Ich wage es kaum zu sagen, aber selbst beim Sex mit meinem Mann muss ich mich zusammenreißen, dass meine Gedanken nicht zu ihm abdriften. Nennt man sowas "Hörigkeit"? Mich macht das jedenfalls verrückt und am liebsten würde ich alles ungeschehen machen....

Wie du diesen Mann
aus dem Kopf bekommst? Er kann und will keine Zukunft mit dir und du auch nicht mit ihm, schon alleine das muss ein Grund für dich sein mit ihm abzuschließen.

Er sagt nicht zu dir, dass er dich liebt, weil er damit seine Ehe riskieren würde: sein Fundament, die Sicherheit einer Familie.
Du hast dich gefühlsmäßig auf ihn eingelassen, ihn aus dem Kopf zu bekommen, erfordert viel Disziplin.
Wir können dir hier viele Ratschäge geben, z.b. versuche dich abzulenken, mehr an dich zu denken, an dein Kind. Aber verarbeiten musst du es leider selber.

Ich lese momentan das Buch: "Wenn Frauen zu sehr lieben, die heimliche Sucht gebraucht zu werden" von Robin Norwood. Ich war in einer ähnlichen Situation wie du, mir hat das Buch schon sehr geholfen.

Aber jeder ist anderst gestrickt, versuche einen Weg zu finden, wie du ihn am besten vergessen kannst.....


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1. Dezember 2006 um 11:34
In Antwort auf kerstin2111

Wie du diesen Mann
aus dem Kopf bekommst? Er kann und will keine Zukunft mit dir und du auch nicht mit ihm, schon alleine das muss ein Grund für dich sein mit ihm abzuschließen.

Er sagt nicht zu dir, dass er dich liebt, weil er damit seine Ehe riskieren würde: sein Fundament, die Sicherheit einer Familie.
Du hast dich gefühlsmäßig auf ihn eingelassen, ihn aus dem Kopf zu bekommen, erfordert viel Disziplin.
Wir können dir hier viele Ratschäge geben, z.b. versuche dich abzulenken, mehr an dich zu denken, an dein Kind. Aber verarbeiten musst du es leider selber.

Ich lese momentan das Buch: "Wenn Frauen zu sehr lieben, die heimliche Sucht gebraucht zu werden" von Robin Norwood. Ich war in einer ähnlichen Situation wie du, mir hat das Buch schon sehr geholfen.

Aber jeder ist anderst gestrickt, versuche einen Weg zu finden, wie du ihn am besten vergessen kannst.....


Noch ein Buchtipp!
auch von Robin Norwood, habe ich aber noch nicht gelesen "Die dunkle Seite der Liebe. Wenn Leidenschaft zur Besessenheit wird ".
Wird wohl mein nächstes Exemplar sein....

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1. Dezember 2006 um 16:33

Hallo zaubermoosi und apfel!
Natürlich habt ihr beide Recht - ich kenne das auch aus dem Freundes- und sogar aus dem Verwandtenkreis! Frauen, die immer wieder ihren Männern nachgeben, egal was diese ihnen antun.

Ich behaupte jetzt aber mal, dass es bei mir schon ETWAS anders gelagert ist.
Man darf nicht übersehen, dass mein Mann über 15 Jahre ein ganz wundervoller Partner und Ehemann war. Er ist auch ein wirklich außerordentlich guter Vater, der sehr viel Zeit mit seiner Tochter verbringt. Er ist zwar kein Stubenhocker, geht also auch mal weg, aber ist schon sehr familienbewusst. Kein Trinker, kein Raucher, kein Choleriker. Er ist 200%ig zuverlässig, hält immer seine Versprechen, ist sozusagen ein "Fels in der Brandung". Und bis vor einigen Jahren war er auch liebevoll, zärtlich und sehr aufmerksam zu mir.....wieso das irgendwann anders wurde kann er heute ja noch nicht mal selbst erklären. Aber er hat durch all das erkannt, was schief gelaufen ist. Ich habe meinen Mann erst einmal weinen sehen (auf der Beerdigung seiner Oma, die er sehr liebte) - nach dieser Geschichte saß er weinend neben mir und meinte: "Es tut mir so leid, was ich dir jahrelang angetan habe! Ich weiß nicht wie du das ertragen konntest und bewundere dich dafür. Bitte verzeih mir das alles irgendwann. Ich habe dich wie Dreck behandelt und hasse mich dafür." Er bat mich NICHT meine Entscheidung, nämlich dass ich mich trennen möchte, zu überdenken! Er nahm es einfach hin. Er erlebte mehrere Monate, wie ich mehr bei dem Anderen war als bei ihm und es fiel kein böses Wort. Er schluckte alles und war dennoch sehr lieb und zauberhaft in dieser Zeit zu mir, anstatt mir meine Affäre vorzuwerfen.

Wir hatten dann nach meinem Geburtstag eine seeeehr lange Aussprache. Und er sagte, dass er seine Fehler erkannt hat und nie wieder dieser Mensch sein will, den er selbst zutiefst verabscheut.
Ich kenne meinen Mann seit 20 Jahren - ich glaube ihm das. Er hat mich noch nie belogen, und er weiß, dass es nur diese eine weitere Chance für ihn geben wird! Ich denke einfach, dass dieser "Schuss vor den Bug" ihn richtig wachgerüttelt hat. Und insofern hatte das alles sogar was Gutes.

Aber umso schlimmer ist es für mich halt, dass ich rein mental noch immer nicht mit dem Anderen abgeschlossen habe. Und das irgendwie auch sehr schwer ist, weil dieser wie ein Verrückter an einem Kontakt mit mir klammert! Und ich es auch nicht schaffe ihm so weh zu tun, dass ich sage "scher dich zum Teufel" - du liebe Güte, wie müsste ich mich da fühlen? Ich hätte ihn dann wirklich nur zum "Aufmöbeln meiner Ehe" benutzt!!! Er ist mir ja nun mal nicht egal, im Gegenteil, ich würde schon sagen, dass ich ihn liebe. Aber ich liebe eben auch meinen Mann sehr - das muss sich jetzt für euch unglaublich schräg anhören, aber so sind nun mal die Fakten.

Es muss doch möglich sein das verträglich auf einen rein platonischen, freundschaftlichen Level zu bekommen, oder nicht?

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1. Dezember 2006 um 17:34

Findest du, dass ich "schön geredet" habe?
Eigentlich nicht - oben im ersten Posting habe ich die Situation dargestellt wie sie war, bevor das mit dem Anderen passierte. Da hat mein Mann sich nun mal jahrelang ziemlich mies verhalten, da beißt die Maus keinen Faden ab. Und an den jahrelangen Demütigungen kaue ich durchaus immer noch, das vergisst man so schnell nicht! Vermutlich ebenso wenig wie mein Mann meinen Seitensprung einfach so "abhaken" kann. Da haben wir jetzt beide unser Päckchen zu tragen...

In dem anderen Posting von vorhin habe ich jetzt erklärt, WARUM ich mich letztlich für meinen Mann entschieden habe! Und wie die IST-Situation gerade ist. Einfach, um zu zeigen, dass er nicht nur "markiert", damit ich bleibe, sondern dass er im Prinzip nur wieder zu dem Mann wurde, der er lange Zeit ja mal war und in den ich mich mal verliebt hatte.....wieso, weshalb, warum er dazwischen für etliche Jahre so ein schrecklicher Mensch wurde, kann er ja nicht mal selbst erklären. An mir lag es nicht, ich denke ich habe sein Verhalten nicht provoziert, was er ja auch bestätigt hat mit "Vielleicht warst du einfach ZU lieb. Ich hätte vielleicht viel eher einen ordentlichen Tritt in den Hintern gebraucht!"

Daher: ich denke schon, dass ich versucht habe bei den wirklichen Fakten zu bleiben. Ist halt auch schwer Situationen, die sich über Jahre hinweg erstrecken, in ein einziges, möglichst kompaktes Posting zu packen.

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1. Dezember 2006 um 15:08
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