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Wie geht's weiter??

21. März 2006 um 19:47

Hallo,

ich versuche, mich kurz zu fassen...

Mein Mann und ich sind seit sechs Jahren zusammen, viereinhalb verheiratet. Unsere erste wirklich Krise, hatten wir während und nach der Kinderwunschbehandlung. Als ich endlich schwanger war, ging mein Mann fremd. Monatelang haben wir geredet und gekämpft um dann zu sagen "wir haben es gemeistert", wir blieben zusammen, unser Wunschkind wurde geboren und ist unser größtes gemeinsames Glück.
Mein Mann ist intensiv mit Job und Hobby beschäftigt, das ist und war nie ein Problem für mich, auch alleine ausgehen war oder ist für mich in Ordnung, ich vertraue ihm wieder.

Inzwischen ist es so, dass ich nach fünftägigem Urlaub mit meiner Tochter allein auf einen extrem zurückgezogenen Menschen gestoßen bin - ich kenne meinen Mann und habe nach vier Tagen massiv das Gespräch gefordert.

Mein Mann sagt, er sei unzufrieden mit sich und seinem Leben, wenn er alles erreicht hat, hat er das Gefühl er müsse noch mehr erreichen, er habe immer noch ein schlechtes Gewissen und ist sich nicht sicher, ob er mich noch liebt, oder schlicht die Gewohnheit dahinter steckt.

Er spricht nicht von Trennung, aber auch nicht von kämpfen, sein Argument ist "das schaffen wir schon, wir haben schon ganz anderes gemeistert"...

Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich liebe ihn - auch wenn ich selbst ebenfalls die Frage nach dem "ist es noch Liebe" kenne und mir häufig stelle, auch bei mir sind die großen Schmetterlinge nicht mehr da, ich halte das aber nicht für schlecht, die Liebe wandelt sich eben und wird dadurch nicht schlechter...

Wie reagiere ich? Was kann ich tun?

Es spielen so viele Faktoren eine Rolle. Zum einen unser Kind, ganz klar, er liebt seine Tochter abgöttisch und wir müssen gemeinsam als Eltern versuchen, ihr da durch zu helfen.

Die momentane Situation ist für das Kind - das wissen wir beide - auf Dauer nicht tragbar. Ich selbst komme damit auch nicht klar, weil ich ja quasi völlig in der Luft hänge. Mein Mann spricht nicht von Trennung, maximal wirklich räumlich... das bringt dann aber das Problem mit sich, dass er seine Tochter mindestens fünf Tage die Woche sehen will. Weiter: Er ist selbständig und arbeitet mit meinem Vater zusammen. Er würde also morgens seine Tochter sehen, dann mit meinem Vater in die Firma fahren, in der Mittagspause wollte er wieder hier sein und abends nach Feierabend ebenfalls. Ob ich das kann, vermag ich jetzt noch nicht zu beurteilen. Er spricht von "zu sich kommen", "den Kopf klar und frei bekommen". Er sagt, dass er froh ist, dass ich seine beste Freundin bin, denn er hat keine Freunde, denen er Probleme anvertrauen würde.

Es ist alles so verworren, so suspekt, passt nicht zusammen...

Natürlich bricht es mir das Herz, ihn leiden zu sehen, denn ich ertrage es auch nicht, ihn zwar bei mir zu haben, aber zu wissen, dass er unglücklich ist.

Leichter wäre es natürlich auch, wenn wir wenigstens streiten würden, oder uns nicht verstehen würden - ist aber auch nicht so, an unseren letzten Streit kann ich mich nicht mal erinnern...

Generell klappt unser Zusammenleben gut, auch derzeit. Ich möchte ihm so gerne helfen! Er wünscht sich, dass ich für ihn da bin, ihm zuhöre, sagt aber auch, dass er weiß, dass er das nicht erwarten oder von mir verlangen kann, weil es mich verletzt. Er sagt auch, ich solle ihn einfach mal wurschteln lassen, er bekommt das schon wieder hin. Ich weiß, dass er ein Einzelkämpfer ist und bisher auch wirklich immer alles mit sich auf die Reihe gebracht hat.

Was ich sagen kann ist, wenn er sich sicher wäre, dass er die Trennung will, dann würde er sich trennen und zwar ohne wenn und aber.

Ich kann es nicht beschreiben, warum ich ihm vertraue und seine Aussagen für wahr anerkenne. Ich kann nur sagen, "damals" war es anders.

Danke für's zulesen...


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21. März 2006 um 21:38

Dann würde er sich trennen ohne wenn und aber.
du scheinst nicht recht an eine beziehungskrise als ursache zu glauben und ich glaube das auch nicht.
zugegeben, der frühe schwung ist raus.
der alltag hält einzug - an stelle von spass und vergnügen sind verpflichtung und verantwortung getreten.
das bringt einen wandel mit sich den nicht jeder gleich gut verkraftet.
zu allem überfluss findet dieser wandel meist auf allen ebenen gleichzeitig statt.
das schafft verwirrung.

manndel

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21. März 2006 um 21:50
In Antwort auf kaleo_12490902

Dann würde er sich trennen ohne wenn und aber.
du scheinst nicht recht an eine beziehungskrise als ursache zu glauben und ich glaube das auch nicht.
zugegeben, der frühe schwung ist raus.
der alltag hält einzug - an stelle von spass und vergnügen sind verpflichtung und verantwortung getreten.
das bringt einen wandel mit sich den nicht jeder gleich gut verkraftet.
zu allem überfluss findet dieser wandel meist auf allen ebenen gleichzeitig statt.
das schafft verwirrung.

manndel

Danke...
nein, ich glaube nicht an eine Beziehungskrise... weil es keine Krise in der Beziehung ist, sondern nach seiner eigenen (wiederum glaubhaften) Aussage eine "Sinnkrise"... es hat sich alles gebündelt und nun steckt er fest... das fängt in seiner Kindheit an und er weigert sich quasi, das aufzuarbeiten... wie kann ich ihm bloß helfen? Eine Therapie lehnt er nämlich (noch??) ab.

Also, alles völlig in der Norm?

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21. März 2006 um 22:09
In Antwort auf avril_12566198

Danke...
nein, ich glaube nicht an eine Beziehungskrise... weil es keine Krise in der Beziehung ist, sondern nach seiner eigenen (wiederum glaubhaften) Aussage eine "Sinnkrise"... es hat sich alles gebündelt und nun steckt er fest... das fängt in seiner Kindheit an und er weigert sich quasi, das aufzuarbeiten... wie kann ich ihm bloß helfen? Eine Therapie lehnt er nämlich (noch??) ab.

Also, alles völlig in der Norm?

Alles völlig in der Norm?
es gibt nur wenige menschen die nicht in solche krisen geraten.
du sprichst die therapie an und wenn es ein stück vergangenheits bewältigung ist kann sie sehr hilfreich sein.
dränge ihn nicht dazu erwähne höchstens gelegentlich leute denen es geholfen hat wenn dir dazu was einfällt.
ansonsten kannst du ihm nur zur seite stehen und dabei gut auf dich aufpassen.
nimm es nicht persönlich und mache dir immer wieder klar, dass es seine krise ist.

manndel

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21. März 2006 um 22:11
In Antwort auf kaleo_12490902

Alles völlig in der Norm?
es gibt nur wenige menschen die nicht in solche krisen geraten.
du sprichst die therapie an und wenn es ein stück vergangenheits bewältigung ist kann sie sehr hilfreich sein.
dränge ihn nicht dazu erwähne höchstens gelegentlich leute denen es geholfen hat wenn dir dazu was einfällt.
ansonsten kannst du ihm nur zur seite stehen und dabei gut auf dich aufpassen.
nimm es nicht persönlich und mache dir immer wieder klar, dass es seine krise ist.

manndel

Hmmm....
blöd ist nur, dass ich ihn verstehe und trotzdem Angst habe.

Ich weiß nicht, ob es gut ist, dass wir zusammen hier wohnen, weiß aber auch nicht, ob es schlecht ist???

Ich danke dir jedenfalls sehr!

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26. März 2006 um 18:02
In Antwort auf avril_12566198

Hmmm....
blöd ist nur, dass ich ihn verstehe und trotzdem Angst habe.

Ich weiß nicht, ob es gut ist, dass wir zusammen hier wohnen, weiß aber auch nicht, ob es schlecht ist???

Ich danke dir jedenfalls sehr!

...und jetzt werden wir uns "räumlich" trennen...
er bestreitet, dass es eine andere Frau gibt, sein Verhalten bestätigt das, mein Hirn und "Spionierereien" - mit denen er mich nach seiner Aussage testen wollte - sagt kann nicht sein...

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