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Wie geht es weiter?

21. September 2011 um 23:33

Hallo zusammen,

Ich weiß, dass ziemlich viel Text vor euch liegt, aber bitte, bitte lest euch meinen Beitrag durch, da ich unbedingt eure Meinungen lesen möchte!

ich stecke momentan in einer ziemlich merkwürdigen Situation und habe wirklich keine Ahnung wie es weiter gehen soll...

Zunächst einmal zu den aktuellen "Gegebenheiten":
Ich bin seit knapp 2 Jahren verheiratet (beide berufstätig) und habe einen ehelichen Sohn. Das letzte 3/4 Jahr unser Beziehung war für mich eine arge Ernüchterung. Mein Mann scheint es irgendwie als selbstverständlich hinzunehmen, dass ich mich einfach um alles kümmere, sei es um finanzielle Dinge oder irgendwelche Termine. Von seiner Seite kommt außer viel Gerede keinerlei praktischer Beitrag. Dem hinzu kommt auch noch, dass ich überhaupt nichts Liebevolles von ihm zu erwarten habe. Jedes Mal wenn meinerseits ein Versuch in diese Richung erfolgt ist, dann endete dies mit Antworten wie "Ich bin heute müde", "Ich wollte den Film sehen" oder "Vielleicht nächste Woche". Seit etwa 5 Monaten ist mir mittlerweile gänzlich die Lust vergangen und ich habe mich von ihm deutlich distanziert, was ihm aber bis vor Kurzem gar nicht weiter aufgefallen ist (dazu später).
Mein kleiner Junge (3 Jahre) ist dagegen mein Ein-und-Alles. Wir kommen einfach super miteinander aus (solange mein Mann nicht dabei ist, denn er kann einfach keine Grenzen setzen!!). Er sagt auch von sich aus, dass wir "ganz dolle Freunde" sind.

Seit etwa knapp 3 Jahren arbeite ich nun schon in einem mittelständischen Unternehmen im mittleren Vertriebsmanagement. Vor nun etwas über zwei Jahren habe ich einen absoluten Problemkunden übernommen, an dem sich bereits einige meiner Vorgänger die Zähne ausgebissen haben, da es immer wieder zu heftigen Diskussionen und massiven Beschwerden bei unserer Geschäftsleitung kam. Ein ewiger unkontrollierter Streitherd, den auch ich gleich zu Beginn zu spüren bekam. Nach einigen kommunikationsintensiven (und langen) Wochen, war der Stier auf einmal gezähmt und diese Geschäftsbeziehung ist seitdem so harmonisch wie kaum eine zweite und alles läuft perfekt.
Ebenso harmonisch ist auch der Kontakt mit meinem Ansprechpartner des anderen Unternehmens, den ich nun nachfolgend "Partner" nennen möchte.
Die Telefonate die wir führten, drifteten seit letztem Jahr immer mehr auf eine eher private und vertrauliche Ebene ab, wie "was schenken Sie Ihrem Sohn denn zu Weihnachten?", "ich habe gehört Sie machen noch eine Weiterbildung? Wenn Sie Hilfe brauchen können Sie sich gerne an mich wenden" oder "Was würden Sie als Frau sich zum Geburtstag wünschen?". Mit der Zeit haben sich unsere Gespräche dann immer weiter um das Thema Beziehungen gedreht und ich habe für mich festgestellt, dass ich sehr viele seiner Ansichten und Erwartungen unterstreichen kann und wir uns in vielerlei HInsicht sehr ähnlich sind.
Irgendwann hat mein Partner dann damit begonnen sich Gedanken über ein Treffen zu machen, dass er hinter beruflichen Intentionen verbergen wollte (Messebesuch, Meeting an unserem Standort und an seinem Standort). Diesen Vorschlägen bin ich aber immer wieder geschickt ausgewichen, da ich ihn mir immer auf Distanz halten wollte. Bisher hatte ich folgende Gründe dafür:
- was ist, wenn er für mich mehr sein könnte, als nur ein Geschäftspartner?
- ist er wirklich so, wie er sich mir gegenüber wirklich gibt?
- was wird meine Geschäftleitung dazu sagen, wenn ich mich plötzlich ohne irgendeine wirtschaftliche Notwendigkeit mit einem unserer Kunden treffe?
Ich bin immer davon ausgegangen, dass sich das "Problem" im Laufe der Zeit einfach von allein löst. Aber leider war das zu naiv gedacht...
Unserer Geschäftsleitung sind die täglichen mehrstündigen Telefonate nicht mehr unbemerkt geblieben und hat daraufhin Nachforschungen angestellt, die daraufhin zur Folge hatte, dass mittlerweile in beiden Unternehmen vermutet wird, dass zwischen mir und meinem Partner mehr sein könnte als nur eine geschäftliche Beziehung. Zu meiner Verwunderung hatte dies bisher aber keinerlei Konsequenzen, außer das mir weitere sogenannte "Problemfälle" als Kunden übertragen worden sind. Man scheint wohl auf beiden Seiten recht erfreut über diese "glückliche Konstellation" zu sein. Die beruflichen Aspekte werden von uns beiden nie außer Acht gelassen und wir finden immer Einigungen mit denen beide Parteien leben können. Ebenso wird mein Partner in keinster Weise bevorzugt, sodass man im Grunde genommen sagen kann, dass wir beide mit dieser Situation professionell umgehen können.
Mittlerweile ist mein Partner soweit, dass er mich ganz direkt auf ein privates Treffen auf einen für mich neutralen Boden anspricht, wie etwa seinen ehemaligen Studienort (70km von mir entfernt) oder seinen Wohnort (ca. 350km entfernt). Auf meine anfängliche Ausrede, dass ich nicht so flexibel bin, da ich meinen Sohn mitnehmen müsste, hat er ganz cool reagiert:"Ist doch kein Problem. Ich mag Kinder. Aber die richtige Frau dazu ist schwer zu finden. [...] Dann such ich Ihnen halt ein schönes Hotel aus.". Seit dieser Äußerung ist mittlerweile bei mir der Widerstand komplett gebrochen und ich bin tatsächlich dazu geneigt diesen Mann kennenzulernen - mit Schmetterlingen im Bauch!


Da ich meinem Mann diese ganze Geschichte nicht verheimlichen wollte, habe ich ihm zumindest die Entwicklung der Gespräche mit meinem Partner erzählt und auch, dass ich bereits mehrmals von ihm eingeladen worden bin. Allerdings habe ich ihm bisher nicht gesagt, dass ich auch Gefühle für meinen Partner empfinde. Seit Kurzem scheint mein Mann - wenn auch nur in Ansätzen - sich darüber im Klarem zu sein, dass ich in keiner Hinsicht von ihm abhängig bin und mit seinem Verhalten unzufrieden bin. Immerhin führen wir mittlerweile wieder Gespräche über Sachen, die man ja mal machen könnte und er versucht mich völlig machohaft "in die Kiste zu kriegen". Danach habe ich aber nach wie vor keinerlei Bedürfnis.

Ich bin derzeit einfach nur von meinem Geschäftspartner fasziniert, wie er mich über zwei sehr, sehr schöne aber auch beruflich sehr anstrengende Tage so für sich überzeugen konnte, ohne auf mich auch nur ansatzweise belästigend zu sein. Jeden Tag freue ich mich auf seine Anrufe und lache über seine trockenen Sprüche, wie "Fr. XXX! Ach, wie ich Ihre Stimme höre, komme ich jedes Mal ins Schwitzen!". Ich finde diesen Mann im wahrsten Sinne des Wortes "ungesehen" attraktiv. Ein Treffen mit ihm wäre auf jeden Fall ein Blind-Date der besonderen Art.

Bisher war ich alles andere als leicht rumzukriegen und habe mir meine Beziehungen immer selbst ausgesucht.

Leider befasse ich mich nun seit Wochen mit folgenden Gedanken:
- was ist, wenn ich mich richtig verliebe? Was wird aus meinem Mann, wie wird das für mein Kind?
- was ist, wenn mir mein Partner nicht gefällt? Ist unsere Geschäftsbeziehung auch zertsört?
- wie soll eine Beziehung funktionieren? 350km Distanz, jeden Tag beruflichen Kontakt. Wann lerne ich ihn richtig kennen?

Wie soll es weitergehen?

Ich hoffe, dass das ich euch meine Situation einigermaßen gut darlegen konnte, auch wenn es seeehr viel Text geworden ist.
Leider ist es nicht so einfach mit seiner Familie oder in seinem Bekanntenkreis über solche verpönten Geschicke zu reden. Daher möchte ich mich an dieser Stelle bei allen fleißigen Lesern bedanken und würde mich wirklich sehr über eure Meinungen und Tipps freuen und erwarte schon gespannt die ersten Kommentare.

Vielen herzlichen Dank im Voraus!

Liebe Grüße
Eure LaraLu24

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22. September 2011 um 20:31

Das habe ich mir auch schon überlegt
Diese Auffassung habe ich monatelang mit mir herumgerragen, aber ich habe leider mittlerweile ernsthafte Bedenken, ob es sich überhaupt noch lohnt.

Seit fast einem Jahr habe ich jetzt einfach das Gefühl, dass ich maximal eine Mitbewohnerin für meinen Mann bin, aber weiter nichts. Wenn nach zwei Jahren Ehe die Luft schon raus ist, wie soll es dann erst nach 5 Jahren sein???
Ich habe ihn ja bereits auf sein Verhalten angesprochen und ihm gesagt, dass ich mir unsere Ehe eigentlich etwas anders vorgestellt habe. Außer einem "Ich halt gerade nicht in der Stimmung" kommt dazu ja von ihm gar nichts zurück. Seine Lustlosigkeit würde ja nicht einmal an mir persönlich liegen, "es ist halt einfach so". Es scheint ihm wirklich gleichgültig zu sein.
Ich habe ihm auch schon die Pistole auf die Brust gesetzt und ihm gesagt, dass ich sich für mich eigentlich nichts ändern würde, wenn wir getrennte Wege gehen würden. Daraufhin kann er mich jedes Mal voll und ganz verstehen und gelobt Besserung. Wochen später - alles beim Alten. Hake ich dann noch einmal noch, heißt es, dass ich ihn ständig unter Druck setzen würde. Man könne sich ja nicht einfach von heute auf morgen komplett ändern...

Was soll ich noch tun? Wofür soll ich kämpfen?

Ich glaube, ein erfülltes Familienleben sieht anders aus, oder?

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22. September 2011 um 21:39

Wie soll ich das Problem zu Hause lösen?
Hallo brahms88,

danke erst einmal, dass du prinzipiell auf alle meine Baustellen eingegangen.

Zunächst einmal zu dem Punkt "professionelles Arbeiten":
Trotz dieser Telefonate mit meinem Geschäftspartner schaffe ich es sämtliche Aufgaben abzuarbeiten, ohne das es hierzu bisher zu Beschwerden gekommen ist. Auch leidet die Qualität meiner Arbeit in keinster Hinsicht unter dieser "Beziehung". Diese ausgedehnte Art unseres Geschäftsverhältnis wurde, sowohl von unserer Geschäftsleitung als auch von meinem Vorgesetzten zur Kenntnis genommen und offensichtlich nicht als Ärgernis empfunden.

Zu Punkt "Teilwahrheiten":
Was genau soll ich deiner Meinung nach meinem Mann sagen? "Ich glaube ich liebe einen anderen Mann, weiß es aber noch nicht genau, weil wir bisher immer nur miteinander telefoniert haben"????
Ich habe meinem Mann bisher von allen Tatsachen, die ich auch oben geschrieben habe, erzählt - ausgenommen diesem gewissen Reiz. Da solche Gegebenheiten natürlich genügend Platz für Interpretationen bieten, sollte mein Mann eigentlich schon auf die Idee gekommen sein, dass da vielleicht auch mehr sein könnte als nur eine Geschäftsbeziehung.
Was habe ich deiner Meinung nach wem verschwiegen?

Nun zu Punkt "Ehe":
Mein Mann ist mir ja nach wie vor nicht egal, sonst hätte ich ja schließlich schon längst meine sieben Sachen gepackt. Das Problem ist, dass ich zur Zeit selber nicht genau weiß, welche Gefühle ich für ihn habe. Ist dort noch Liebe oder ist da nur noch gewohnte Vertrautheit?
Ich bin auch wirklich nicht der Typ, der Problemen einfach den Rücken kehrt und die Flucht ergreift. Ich weiß einfach nur nicht, was ich noch tun kann um die ganze Situation zu verbessern und ob sich das überhaupt lohnt oder ob es vergebene Liebesmüh ist?
Was ich aber ganz genau weiß ist, dass es so wie es jetzt seit fast einem Jahr läuft, für mich einfach nicht weitergehen kann.
Für den Fall, dass ich mich irgendwann tatsächlich für einen anderen Mann entscheiden sollte, würde ich selbstverständlich meine jetzige Ehe beenden und mit den alten Problemen aufräumen bevor es ins nächste Abenteuer geht. Ein Doppelleben kommt für mich auf keinen Fall in Frage.


"würde dein mann so nen mist abziehen und du bist die letzte die davon erfährt wärst du auch nicht gerade glücklich.

ohhh wie mich diese Naivität immer nervt."

Sorry brahms88, aber diese Äußerung kann ich leider nicht nachvollziehen. Bisher ist außer diesen Telefonaten nichts weiter gelaufen und ich habe meinem Mann auch die Inhalte unserer Gespräche nicht vorenthalten.
Ich persönlich werte diese Gespräche insgesamt eigentlich eher als Flirt. Ich finde das sollte eigentlich nicht verboten sein.
Mein Mann flirtet im Übrigen auch mit anderen Frauen aus unserem Bekanntenkreis, trotzdem dass wir im selben Raum sind.
Was genau findest du denn naiv?

Würde mich freuen hierzu noch eine Antwort von dir zu bekommen. Mich interessiert deine Meinung.

LG LaraLu24

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