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Wie bringe ich dazu, dass er die Augen aufmacht?

23. April 2003 um 16:36

Hallo, ich (19) habe ein Problem mit meinem Freund (22). Er bekommt sein Leben nicht in den Griff. Ich weiß nicht was ich noch machen soll. Am besten beginne ich mal von ganz vorne, alles zu beschreiben.
Wir sind jetzt fast seit 2 Jahren zusammen. Am Anfang war ich/waren wir sehr glücklich. Doch dann haben seine Eltern begonnen mich hinter meinem Rücken bei ihm und anderen herunterzumachen. Es ging soweit, dass sie mich u.a. als Müllsack bezeichnet haben und ihm eine andere Freundin (speziell die eine, weil die ja viel hübscher ist und intelligenter) vorgeschlagen haben, weil ich "nur" einen Realschulabschluss habe und nicht das Abitur, wo er doch Abitur hat. Dabei muss man sagen, dass seine Schwester in meiner Klasse war und ich dort weitaus bessere Leistungen erbracht habe. Nun ja, das ganze ist dann eskaliert und ich habe kein Wort mehr mit seinen Eltern gewechselt. Er hatte sowieso eine schlechte Beziehung zu seinen Eltern. Er musste den ganzen Haushalt fast alleine führen und durfte nichts unternehmen, ohne dass es Streit gab, auch früher nicht. Als ich einmal zu ihm kam musste er auf einmal den gesamten Garten umgraben und solche Dinge. Dann hat er beschlossen, dass es so nicht weitergehen kann und hat sich eine Wohnung gesucht. Seine Eltern wollten, dass er in die Stadt zieht, wo er studiert, möglichst weit von mir weg eben. Er hat sich dann mit mir und meinen Eltern (bei uns gab es nie solche Probleme) mehrere Wohnungen angesehen und sich dann für eine entschieden, die nicht in dieser Stadt ist. Das war im Oktober 2001. Er hat dann seine Eltern gefragt ob sie auch die Wohnung ansehen möchten, doch sie haben ihm nur an den Kopf geworfen, dass er keinerlei finanzielle Unterstützung zu erwarten bräuchte, wenn er nicht nach Bonn ziehen würde und dass sie ihm dann sein (wirklich seins) Auto wegnehmen würden. Er ist dann in die besagte Wohnung gezogen, hat seine Eltern wegen des Unterhaltes fast verklagen müssen. Ab da wurde unsere Beziehung eigentlich nur fester und besser. Ich wusste genau dass er hinter mir steht. Allerdings sind war da noch nicht zusammengezogen.
Am Anfang war alles in Ordnung, doch seine Wohnung ist immer mehr vermüllt und chaotisch geworden. Wir hatten oft Streit, doch er hat es nicht in die Reihe bekommen aufzuräumen. Es gab nachher nur noch einen Pfad zum Sofa, zum Computer, zum Bad und ins Bett. Anders konnte man nicht treten. Er hat mir dann Mitte 2002 versprochen, dass er das in einer anderen Wohnung nie mehr so aussehen lassen würde, weil es darum ging, eine gemeinsame Wohnung zu nehmen. Im Dez. 2002 sind wir dann zusammengezogen. Zuerst war alles toll. Doch jetzt fängt er hier auch an die Wohnung vermüllen zu lassen. Ich habe leider wenig Zeit, weil ich morgends um 7:00 aus dem Haus gehe und um 22:30 abends heimkomme in der Woche und auch Samstags arbeiten muss. Er hatte jetzt allerdings 2 Monate Semesterferien und ich davon die Hälfte auch nicht arbeiten gegangen. Und trotzdem hat er die Wohnung total herunterkommen lassen. Jetzt habe ich Urlaub und räume seinen Kram und Müll weg. Er ist den ganzen Tag im Schlafanzug, steht um 13:00 auf und frühstückt, guckt fern und sitzt am PC. Das macht mich Wahnsinnig. Das ist mein erstes Problem. Wie bekomme ich ihn dazu, dass er mal aufwacht, und die Wohnung in Ordnung hält. Er muss ja noch nicht mal alles alleine machen. Ich bin ja Samstags zum Teil und Sonntags da. Doch von ihm ist nichts zu erwarten.
Das zweite Problem, dass ich mit ihm habe, ist, dass er sein Studium nicht schafft. Er hat jetzt zum 2. Mal das erste Semester gemacht und schon wieder nicht bestanden, auch nicht in den Nachholklausuren. Er lernt nicht richtig. Er rafft sich für nichts auf. Ich weiß nicht wie das weitergehen soll. Ich komme mir so hilflos vor.
Er setzt sich auch keine Ziele. Er wusste noch nichteinmal, was er mal erreichen will. Er denkt nicht über die Zukunft nach. Und er lebt in ständiger finanziellen Knappheit. Obwohl er über die gleiche Menge Geld verfügt wie ich (gesamt haben wir fast dasselbe raus), ist er ständig am Limit des Kontos. Dabei kaufe ich fast alles. Er kauft sich nur unnützes Zeug. Ich kann das nicht verstehen. Würde ich mich von ihm trennen, hätte er nichts mehr. Fast die komplette Wohnungseinrichtung gehört mir. Aber ich will ihn nicht verlassen, weil ich ihn ja eigentlich liebe. Das macht mich nur alles wahnsinnig. Er bekommt nichts auf die Reihe. Sein Leben geht den Bach herunter und ich glaube, es ist ihm nochnichteinmal richtig bewusst.

Könnt ihr mir mal sagen, was ich tun kann, damit er mal die Augen öffnet und beginnt nachzudenken?

Vielen Dank.

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23. April 2003 um 16:50

Unterstütze ihn

Das hört sich ja wirklich nicht so toll an bei dir. Ich denke die Unordnung deines Freundes ist damit zu begründen, das er früher zuhause immer alles machen musste, das kot... ihn so dermaßen an, das er innerlich was aufgebaut hat. Keine Ahnung wie ich das beschreiben soll, aber er kann einfach keine Ordnung halten, da er das früher immer musste. (Keine Angst ich bin nicht so, aber ich kenne ähnliche Situationen bei verschiedenen Personen). Das er mit seinem Geld nicht zurechtkommt, liegt bestimmt daran, das ihm in seiner Kindheit nicht beigebracht wurde, wie man mit Geld umgeht. Vielleicht sollte er sich eine Psychologische Beratung suchen, damit Ziele in ihm geweckt werden und er das ein oder andere dramatische Erlebnis seiner Kindheit verarbeitet. Meiner Meinung nach kannst du nicht wirklich was tun, du kannst ihn zwar zu diesen Gesprächen begleiten, jedoch ist sein Problem so groß, das da profesionelle Hilfe benötigt wird.
Viel Glück!!1

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23. April 2003 um 17:29

Hallo esined
kann es sein, daß dein freund gar kein bock gehabt hat, zuhause auszuziehen? ich kann mir ehrlich gesagt keinen haushalt vorstellen, in dem die eltern und die tochter dem "süßen leben frohnen" und der sohn die ganze arbeit machen muß.

vielleicht ist ihm eine eigene wohnung + studium einfach zu viel und er ist noch nicht reif genug für "so viel" verantwortung.

eine frage noch: warum haben seine eltern denn plötzlich damit angefangen, dich schlecht zu machen?

lg

lily

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23. April 2003 um 17:33
In Antwort auf lisa999

Unterstütze ihn

Das hört sich ja wirklich nicht so toll an bei dir. Ich denke die Unordnung deines Freundes ist damit zu begründen, das er früher zuhause immer alles machen musste, das kot... ihn so dermaßen an, das er innerlich was aufgebaut hat. Keine Ahnung wie ich das beschreiben soll, aber er kann einfach keine Ordnung halten, da er das früher immer musste. (Keine Angst ich bin nicht so, aber ich kenne ähnliche Situationen bei verschiedenen Personen). Das er mit seinem Geld nicht zurechtkommt, liegt bestimmt daran, das ihm in seiner Kindheit nicht beigebracht wurde, wie man mit Geld umgeht. Vielleicht sollte er sich eine Psychologische Beratung suchen, damit Ziele in ihm geweckt werden und er das ein oder andere dramatische Erlebnis seiner Kindheit verarbeitet. Meiner Meinung nach kannst du nicht wirklich was tun, du kannst ihn zwar zu diesen Gesprächen begleiten, jedoch ist sein Problem so groß, das da profesionelle Hilfe benötigt wird.
Viel Glück!!1

..
Ersteinmal, dankeschön, dass du das alles gelesen hast.

Ich habe ihm schon vorgeschlagen zu einem Psychologen zu gehen, allerdings hat er bloß achlos abgewunken.
Auch habe ich vorgeschlagen, dass er bei Arbeitsamt mal einen Berufsberatungstest (oder wie das heißt) macht, doch auch das möchte er nicht.
Ich weiß wirklich nicht mehr was ich tun soll. Er lässt sich total gehen. Seitdem er zuhause ausgezogen ist wird er auch immer dicker. Ich bin zwar auch nicht dünn, aber sogar sein arzt hat ihm schon gesagt, er müsse was tun, sonst habe er mit 30 einen herzinfarkt.
Ich habe langsam das Gefühl das ich das alles Schuld bin, dass sein Leben erst bergab geht seit ich mit ihm zusammen bin.
Ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll. Ich will ihn auch nicht verlieren, aber wenn es so weiter geht.....

Sogar unseren Freunden, was ich nie gedacht hätte, fällt auf, wie er sich hängen lässt.

Ich würde ihm so gerne daraus helfen.

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23. April 2003 um 17:38
In Antwort auf lily27

Hallo esined
kann es sein, daß dein freund gar kein bock gehabt hat, zuhause auszuziehen? ich kann mir ehrlich gesagt keinen haushalt vorstellen, in dem die eltern und die tochter dem "süßen leben frohnen" und der sohn die ganze arbeit machen muß.

vielleicht ist ihm eine eigene wohnung + studium einfach zu viel und er ist noch nicht reif genug für "so viel" verantwortung.

eine frage noch: warum haben seine eltern denn plötzlich damit angefangen, dich schlecht zu machen?

lg

lily

...
Doch, er wollte unbedingt zuhause weg, das weiß ich sicher. Außerdem hätte ich ihn niemals dazu überredet oder bequatscht auszuziehen, so bin ich nicht.
Seine Schwester ist direkt an ihrem 18. Geburtstag ausgezogen, zu ihrem Freund, hauptsache weg.
Der Vater ist ein A..., seine Mutter hatte einen Schlaganfall und konnte deshalb nicht viel im Haushalt machen.
Und da sein Vater nichts machte musste er wirklich alles machen, von Wäschewaschen bis Putzen. Außer Bügeln. Das hat seine Mutter noch gemacht.

Ich denke, das man mit 22 Jahren dafür reif genug sein kann.

Seine Eltern konnten mich nicht leiden, weil ich nicht die Traumschwiegertochter war, die sie sich erhofft hatten (die sie ihm auch vorgeschlagen haben) und weil ich ja kein Abitur hatte.

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23. April 2003 um 18:56

You can lead a horse to water..
but you cant make it drink.

Hi Esined!

Ich kann Dir aus eigener Erfahrung nur folgendes sagen:

man kann keinen Menschen auf diesem Planeten ändern. Niemanden. Und vor allem niemals. Selbst wenn es so gut wäre für diesen Menschen, es geht nicht. Der Antrieb dazu MUSS immer von innenheraus kommen, aus dem speziellen Menschen heraus, der sich verändern soll/und will.

Du willst Deinem Freund helfen. Du kannst ihm helfen, indem Du ihm Deine Grenzen zeigst: schau her, soweit geh ich mit Dir zusammen, nicht weiter. Dadurch besteht (möglicherweise) der Hauch einer Chance, dass er erkennt, dass sein Verhalten auch euch beide beeinflusst und, wenn ihr es ihm Wert seid, dann kann es den Impuls zu einer Veränderung seinerseits geben. Mehr nicht. Mehr kannst Du auch nicht tun.

Schau, ohne altbacken klingen zu wollen: Du bist noch sehr jung. In dem Alter denkt man, man könne alles ändern, wenn man sich nur genügend anstrengt (ellbow-grease), aber ich selber habe (und das erst mit 26) gelernt, das der größte Wille, die größte Liebe nichts hilft, wenn der andere nicht will. Sogar, wenn er es einsieht.

Du kommst Dir hilflos vor, eben weil Du nicht helfen kannst. Dein Gefühl sagt Dir schon das richtige.


Du darfst Dich aber auch um Himmels Willen nicht von ihm abhängig machen, mit Gefühlen wie:

"Würde ich mich von ihm trennen, hätte er nichts mehr."

Tut das um Deiner selbst Willen nicht.

Noch eine nette Geschichte zum Absschluss die ein wenig Hoffnung machen kann (obwohl Dein Freund ja nun wirklich nicht dem Untergang geweiht ist, der wird schon seinen Weg gehen):

Zwei Jungen und ein Mädchen wollte in einem wilden Fluss schwimmen gehen. Das Mädchen hatte große Angst vor den Strömungen im Fluss, die einen unters Wasser ziehen könnten. Der eine Junge meinte:" hab keine Angst. Merke Dir nur: wenn Dich die Strömung hinunterzieht, dann versuch nicht auf halbem Weg wieder nach oben zu strampeln, Du wirst alle Kraft verschwenden und kommst doch nicht oben an. Lass Dich erst ganz bis zum Boden ziehen, dann stoße Dich mit beiden Füssen ab und Du wirst heil nach oben kommen."

Manchmal muss man erst ganz unten ankommen, um wieder nach oben zu können.

Wünsch Dir viel Kraft und dass DU auch an Dich denkst!

Avalanche!

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23. April 2003 um 19:10
In Antwort auf esined

..
Ersteinmal, dankeschön, dass du das alles gelesen hast.

Ich habe ihm schon vorgeschlagen zu einem Psychologen zu gehen, allerdings hat er bloß achlos abgewunken.
Auch habe ich vorgeschlagen, dass er bei Arbeitsamt mal einen Berufsberatungstest (oder wie das heißt) macht, doch auch das möchte er nicht.
Ich weiß wirklich nicht mehr was ich tun soll. Er lässt sich total gehen. Seitdem er zuhause ausgezogen ist wird er auch immer dicker. Ich bin zwar auch nicht dünn, aber sogar sein arzt hat ihm schon gesagt, er müsse was tun, sonst habe er mit 30 einen herzinfarkt.
Ich habe langsam das Gefühl das ich das alles Schuld bin, dass sein Leben erst bergab geht seit ich mit ihm zusammen bin.
Ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll. Ich will ihn auch nicht verlieren, aber wenn es so weiter geht.....

Sogar unseren Freunden, was ich nie gedacht hätte, fällt auf, wie er sich hängen lässt.

Ich würde ihm so gerne daraus helfen.

Du hast keine schuld!
hallo du liebe,

das is echt ne sch*eiss situation... hast mein volles mitgefühl...

sag dir immer wieder dass es NICHT an die liegt. es ist seine reaktion auf was auch immer und das lieg ganz alleine an ihm. natürlich kannst du veruchen ihm zu helfen zu helfen... ich würde das auch tun.

das er keine "perpektive" hat, finde ich grundsätzlich noch nicht soooo tragisch. wer behauptet das man sich im leben ziele setzen muss? persönlich habe ich die, aber ich würde nicht ausschliessen das man auch ohne glücklich ist. zumal sich noch die frage stellt, in welchem bereich man etwas "erreichen" will.

was glaubst du, warum er sich zu nichts aufraffen kann. sich gehen lässt? habt ihr drüber gessprochen? würde mich interessieren.

"wenn einem das wasser bis zum hals steht, sollte man den kopf nicht hängen lassen"

also! kopf hoch!

fühl dich mal gedrückt!

die ebenfalls ratlose kathia

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23. April 2003 um 19:53
In Antwort auf Avalanche

You can lead a horse to water..
but you cant make it drink.

Hi Esined!

Ich kann Dir aus eigener Erfahrung nur folgendes sagen:

man kann keinen Menschen auf diesem Planeten ändern. Niemanden. Und vor allem niemals. Selbst wenn es so gut wäre für diesen Menschen, es geht nicht. Der Antrieb dazu MUSS immer von innenheraus kommen, aus dem speziellen Menschen heraus, der sich verändern soll/und will.

Du willst Deinem Freund helfen. Du kannst ihm helfen, indem Du ihm Deine Grenzen zeigst: schau her, soweit geh ich mit Dir zusammen, nicht weiter. Dadurch besteht (möglicherweise) der Hauch einer Chance, dass er erkennt, dass sein Verhalten auch euch beide beeinflusst und, wenn ihr es ihm Wert seid, dann kann es den Impuls zu einer Veränderung seinerseits geben. Mehr nicht. Mehr kannst Du auch nicht tun.

Schau, ohne altbacken klingen zu wollen: Du bist noch sehr jung. In dem Alter denkt man, man könne alles ändern, wenn man sich nur genügend anstrengt (ellbow-grease), aber ich selber habe (und das erst mit 26) gelernt, das der größte Wille, die größte Liebe nichts hilft, wenn der andere nicht will. Sogar, wenn er es einsieht.

Du kommst Dir hilflos vor, eben weil Du nicht helfen kannst. Dein Gefühl sagt Dir schon das richtige.


Du darfst Dich aber auch um Himmels Willen nicht von ihm abhängig machen, mit Gefühlen wie:

"Würde ich mich von ihm trennen, hätte er nichts mehr."

Tut das um Deiner selbst Willen nicht.

Noch eine nette Geschichte zum Absschluss die ein wenig Hoffnung machen kann (obwohl Dein Freund ja nun wirklich nicht dem Untergang geweiht ist, der wird schon seinen Weg gehen):

Zwei Jungen und ein Mädchen wollte in einem wilden Fluss schwimmen gehen. Das Mädchen hatte große Angst vor den Strömungen im Fluss, die einen unters Wasser ziehen könnten. Der eine Junge meinte:" hab keine Angst. Merke Dir nur: wenn Dich die Strömung hinunterzieht, dann versuch nicht auf halbem Weg wieder nach oben zu strampeln, Du wirst alle Kraft verschwenden und kommst doch nicht oben an. Lass Dich erst ganz bis zum Boden ziehen, dann stoße Dich mit beiden Füssen ab und Du wirst heil nach oben kommen."

Manchmal muss man erst ganz unten ankommen, um wieder nach oben zu können.

Wünsch Dir viel Kraft und dass DU auch an Dich denkst!

Avalanche!

Test
mal freundin zeig wie dat hier geht mit antworten *lol*

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23. April 2003 um 20:09
In Antwort auf Avalanche

You can lead a horse to water..
but you cant make it drink.

Hi Esined!

Ich kann Dir aus eigener Erfahrung nur folgendes sagen:

man kann keinen Menschen auf diesem Planeten ändern. Niemanden. Und vor allem niemals. Selbst wenn es so gut wäre für diesen Menschen, es geht nicht. Der Antrieb dazu MUSS immer von innenheraus kommen, aus dem speziellen Menschen heraus, der sich verändern soll/und will.

Du willst Deinem Freund helfen. Du kannst ihm helfen, indem Du ihm Deine Grenzen zeigst: schau her, soweit geh ich mit Dir zusammen, nicht weiter. Dadurch besteht (möglicherweise) der Hauch einer Chance, dass er erkennt, dass sein Verhalten auch euch beide beeinflusst und, wenn ihr es ihm Wert seid, dann kann es den Impuls zu einer Veränderung seinerseits geben. Mehr nicht. Mehr kannst Du auch nicht tun.

Schau, ohne altbacken klingen zu wollen: Du bist noch sehr jung. In dem Alter denkt man, man könne alles ändern, wenn man sich nur genügend anstrengt (ellbow-grease), aber ich selber habe (und das erst mit 26) gelernt, das der größte Wille, die größte Liebe nichts hilft, wenn der andere nicht will. Sogar, wenn er es einsieht.

Du kommst Dir hilflos vor, eben weil Du nicht helfen kannst. Dein Gefühl sagt Dir schon das richtige.


Du darfst Dich aber auch um Himmels Willen nicht von ihm abhängig machen, mit Gefühlen wie:

"Würde ich mich von ihm trennen, hätte er nichts mehr."

Tut das um Deiner selbst Willen nicht.

Noch eine nette Geschichte zum Absschluss die ein wenig Hoffnung machen kann (obwohl Dein Freund ja nun wirklich nicht dem Untergang geweiht ist, der wird schon seinen Weg gehen):

Zwei Jungen und ein Mädchen wollte in einem wilden Fluss schwimmen gehen. Das Mädchen hatte große Angst vor den Strömungen im Fluss, die einen unters Wasser ziehen könnten. Der eine Junge meinte:" hab keine Angst. Merke Dir nur: wenn Dich die Strömung hinunterzieht, dann versuch nicht auf halbem Weg wieder nach oben zu strampeln, Du wirst alle Kraft verschwenden und kommst doch nicht oben an. Lass Dich erst ganz bis zum Boden ziehen, dann stoße Dich mit beiden Füssen ab und Du wirst heil nach oben kommen."

Manchmal muss man erst ganz unten ankommen, um wieder nach oben zu können.

Wünsch Dir viel Kraft und dass DU auch an Dich denkst!

Avalanche!

Selbsmord
hi
der will sich auch noch selbst umbringen. Ich weiß wirklich nicht mehr was ich mchen sol

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23. April 2003 um 22:07
In Antwort auf esined

..
Ersteinmal, dankeschön, dass du das alles gelesen hast.

Ich habe ihm schon vorgeschlagen zu einem Psychologen zu gehen, allerdings hat er bloß achlos abgewunken.
Auch habe ich vorgeschlagen, dass er bei Arbeitsamt mal einen Berufsberatungstest (oder wie das heißt) macht, doch auch das möchte er nicht.
Ich weiß wirklich nicht mehr was ich tun soll. Er lässt sich total gehen. Seitdem er zuhause ausgezogen ist wird er auch immer dicker. Ich bin zwar auch nicht dünn, aber sogar sein arzt hat ihm schon gesagt, er müsse was tun, sonst habe er mit 30 einen herzinfarkt.
Ich habe langsam das Gefühl das ich das alles Schuld bin, dass sein Leben erst bergab geht seit ich mit ihm zusammen bin.
Ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll. Ich will ihn auch nicht verlieren, aber wenn es so weiter geht.....

Sogar unseren Freunden, was ich nie gedacht hätte, fällt auf, wie er sich hängen lässt.

Ich würde ihm so gerne daraus helfen.

"..."

Das er zu einer Psychologischen Beratung abgewunken hat, deutet schon darauf hin, das da was getan werden muss. Denn wenn man keine Hilfe braucht reagiert man anders, mit rückfragen, warum....
Aber du hast ja schon wirklich viel versucht.
Geb' dir keine Schuld, was würde vielleicht alles ohne dich passiert sein. Dich trifft keine Schuld, jeder Mensch ist für sein eigenes TUN & HANDELN verantwortlich.
Setze ihm die Messer auf die Brust, er ändert sich oder bei euch ändert sich etwas.
Denn wenn du ehrlich bist, möchtest du weiter in einem Müllhaufen wohnen, dich garnicht auf zuhause freuen... oder tust du das wenn du nach einem stressigen tag nach Hause kommst?

Sprich' mit ihm darüber und werde du dir selbst über deine Gefühle klar. Möchtest du SO weiterleben? Wenn du diese Frage (natürlich mit etwas überlegung) mit Nein beantwortest, solltest du Konsequenzen ziehen.
Ziehe für ein paar Tage zu einer Freundin, vielleicht öffnet ihm das ja die Augen.

Berichte weiterhin,
ganz viel Kraft wünsche ich dir, Lisa

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23. April 2005 um 15:42

Für Interessierte
Ich danke euch für die Hilfe, die ihr mir damals gegeben habt.
Es ist echt ein Zufall, dass ich heute, auf den Tag genau zwei Jahre nach meinem damaligen Eintrag nochmals darauf gestoßen bin. Alleine das ist es wert, mich nochmal zu melden.

Ich habe mich letztes Jahr im Juli 2004 von meinem Freund getrennt. Nachdem wir nochmals umgezogen sind.
Er hat das Studium gewechselt und es scheint jetzt recht gut zu laufen. Das habe ich von Bekannten gehört. Wir haben fast garkeinen Kontakt mehr.
Er musste tatsächlich seine Eltern auf Unterhalt verklagen. Diesen Prozess hat er gewonnen. Sie müssen jetzt zahlen.
Zu seinem Unordnungs-Problem kann ich allerdings nichts sagen, ob sich das gebessert hat. Ich weiß zwar, dass er eine kleine Wohnung hat, aber ich habe sie nicht gesehen, wie gesagt, wir sind nicht mehr zusammen.

Als wir uns getrennt haben war ich nicht wirklich traurig. Es war vielmehr eine Erleichterung. Für mich. Ich habe auch nicht um die Beziehung getrauert (es waren immerhin über 3 Jahre).
Wir haben uns getrennt, als er den Prozess gegen seine Eltern gewonnen hat und wir eigentlich keine Probleme mehr hatten. Ich denke, dass uns diese Probleme zusammengehalten haben. Denn schon im Dezember 2003 habe ich nach einer neuen Wohnung gesucht, aber habe mich dann noch zu einem weiteren Versuch durchgerungen. Im Mai 2004 sind wir noch gemeinsam umgezogen.
Die Trennung hat mir gut getan. Wirklich, wie eine Belastung, die von einem abfällt.

Ich habe keinen neuen Freund und komme sehr gut alleine zurecht.

Ich danke hiermit noch einmal allen, die so nett reagiert haben und mir helfen wollten.
Dankeschön.

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