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Wie bekomme ich meine Frau aus der Komfortzone?

Letzte Nachricht: 12. Januar um 12:46
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1961peter
12.01.22 um 12:30

Erst einmal möchte ich mich vorstellen und einige Eckdaten nennen: Mein Name ist Peter und ich bin noch 60 Jahre alt. Ich bin Ingenieur und habe einen guten und gesicherten Job. Ich bin mit meiner Frau (ebenfalls 60) seit fast 35 Jahren glücklich, und das meine ich wirklich so, verheiratet (38 Jahre zusammen) und wir haben 2 erwachsenen Kinder, die bereits aus dem Haus sind.
Finanziell geht es uns gut bis sehr gut. Wir besitzen ein Haus, und 2 vermietete Eigentumswohnungen, unsere zukünftige Rente wird, für heutige Verhältnisse, gut ausfallen, so das wir davon und von dem angesparten Kapital mehr als gut leben können.
Meine Frau selbst geht auch arbeiten und hat das große Glück das sie es finanziell nicht muß, sondern einfach nur weil es ihr selbst Spass macht.
Nun zu meinem Problem:

Während ich gerne so langsam, zur Rente hin, an etwas neues denke, und welche Möglichkeiten sich so eröffnen damit, was man so in der Rentenzeit machen kann, also ausser Reisen und irgendwelchen Nebentätigkeiten, weil mir das Spass macht, hat meine Frau so gar keine Vorstellung. Ich kann mir z.b. auch vorstellen einen dreiseitigen Bauernhof zu kaufen und diesen umzubauen (auch wenn ich weiß das dieser vielleicht in meinen Leben nicht mehr fertig wird). Ich kann mir auch vorstellen im Ausland zu leben, z.b. auf Mallorca, Teneriffa o.ä.. Oder ich arbeite irgendwie als Hausmeister, oder halte Vorträge an Uni’s, oder oder oder…..
Wenn ich mich mit meiner Frau darüber unterhalte, dann findet sie alles das gut was sich innerhalb ihrer „Komfortzone“ bewegt. Also z.b. das ich Vorträge halte, oder als Hausmeister arbeite. Bewegen wir uns allerdings ausserhalb dieser Komfortzone, also Haus verkaufen und Bauernhof kaufen, oder umziehen nach irgendwo (auch innerhalb Deutschlands), dann kommen von ihrer Seite immer nur Bedenken. „Was wäre wenn? Was machen wir da? Wie lange kannst Du das im Alter noch? Was soll ich dann machen? Was wenn es uns nicht gefällt?“ etc. etc. pp.. Ich versuche seit über 2 Jahren mich mit ihr vernünftig und mit Kompromissbereitschaft darüber zu unterhalten. Nicht das ihr mich jetzt falsch versteht, es geht nicht um wegziehen oder um Haus verkaufen, mir geht es einzig und alleine darum Möglichkeiten zu eröffnen, was man machen kann. Neue Dinge zu erörtern, und da gehört dies irgendwie dazu. Denn alles das was sie an Ideen hat muß sich innerhalb ihrer o.g. Komfortzone abspielen, es gibt also keinen Blick darüber hinaus.
Zudem kommt eben noch das sie selbst für sich, innerhalb dieser Zone gar keine Ideen entwickelt, was sie tun könnte.
In unseren Gesprächen endet es meistens mit den Worten von ihr: „ja, da müßten wir mal überlegen“ oder „Ja, da müßen wir mal schauen“. Und das seit mehr als 2 Jahren. Wirkliche Gedanken, weil sie das ja nicht für sich selbst in Erwägung ziehen kann, hat sie sich nie darüber gemacht. Dies schränkt dann leider immer wieder ein.
Ein Beispiel möchte ich mal anführen von Vorgestern: Es gab eine Sendung im TV über Wohngemeinschaften (also, nicht sowas wie eine Studenten WG J), in denen man, jeder für sich selbstständig in einer eigenen Wohnung lebt, aber gemeinschaftlich Dinge auch macht. Sei es gemeinschaftliches Kochen, Gartenarbeit, Haus renovieren oder ähnliches. Wir schauten uns die Sendung an und auch meine Frau fand die Sache an sich gut.
Um mehr darüber zu erfahren, habe ich mich auf der in der Sendung erwähnten Website begeben. Dort fand ich z.b. (bitte nur als ein, von drei, Beispielen verstehen), ein Wohnprojekt auf Mallorca. Diese suchten Leute von 50-75 Jahre, um mit denen eine Wohngemeinschaft aufzubauen. Ich zeigte meiner Frau das (und auch andere Projekte, innerhalb Deutschlands) und das erste was meine Frau sagte war: „Naja, da weißt Du aber nicht mit wem du dann zusammen lebst, oder wie die sich das vorstellen. Also ich weiß nicht, ob das was wäre.“. Hä???? Gestern war es noch gut! Und heute gibt es grundsätzliche Bedenken? Ja klar, es wäre ja wieder einmal das verlassen der derzeitigen Komfortzone. Allein der Gedanke darüber löst bei ihr anscheinend immer wieder diesen „Wenn, aber, was wäre“ Komplex aus.
Ich würde gerne von euch wissen ob jemand schon Erfahrung damit gemacht hat. Oder wie man so ein Problem angehen soll. Denn für mich ist es ein Problem, es lässt eben bestimmte Möglichkeiten nicht offen. Ich möchte zum Schluss nochmal deutlich sagen, es geht nicht darum wegzuziehen, unser Haus zu verkaufen oder ähnliches, es geht einzig und alleine um eine offene Diskussion, in der man solche Dinge mit einbeziehen kann, um Möglichkeiten durchspielen zu können. Denn sonst bewege ich mich immer nur in dem was schon da ist, und was man kennt.
Vielen Dank schonmal an alle.
 

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1961peter
12.01.22 um 12:46

@Admin; sorry wurde aus Versehen doppelt erstellt. Bitte einmal löschen. Danke.

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