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What`s the price for...

27. Dezember 2007 um 1:12

...the biggest failure in my life...

zumindestens denke ich im Moment so. Wie es übermorgen, in einer Woche, in ein paar Monaten, Jahren aussieht, dass weiss keiner.

Vielleicht geht es mir hierbei auch nicht wirklich um eine "Antwort", es tut einfach nur gut seine ständigen Gedanken, einfach einmal aufzuschreiben, versuchen zu ordnen, andere dabei teilhaben zu lassen. Vielleicht war der eine oder andere schon einmal in einer ähnlichen Situation, und kann hierzu vielleicht seine Erfahrungen und Gedanken berichten. Wobei dies natürlich kein Garant dafür ist, das diese bei anderen Individuen auch zutreffend sind.

Um die ganze Situation mit allen Aspekten zu verstehen, muss ich auf jedenfall ziemlich weit ausholen, eine kurze Schilderung wäre zu stumpf, v.a. weil schon sehr viel gesprochen, geweint und Gedanken geflossen sind.

Sie (nachfolgend XXX genannt) (30 Jahre) , und ich (29 Jahre), waren bis vor kurzem seit ca. 11 Jahren ein Paar. An der Schule kennen- und liebengelernt, gemeinsamer Freundeskreis, viele gleiche Interessen, innig bis aufs letzte.
Viele Freunde haben in uns DAS PAAR gesehen, gemeinsames Auftreten war selbst nach 7 Jahren von einer gewissen "Aura" um uns herum beherrscht. Nach 3 Jahren, die erste Trennung (von XXX Seite aus), XXX musste ausbrechen, wollte etwas Neues sehn und erleben, ich war schlichtweg uninteressant geworden, wobei ich dies auch absolut verstehen kann. Habe mich teilweise recht zurückgezogen, habe tage- und nächtelang gearbeitet, habe mich auf der Beziehung ausgeruht. Eine Phase in unserer Beziehung, in der ich keine Energie, kein Kämpfen, keine wirklichen Gedanken dafür aufgebracht habe. Für mich damals der absolute Schock, monatelanges hinterhertrauern. Unfähig neue Beziehungen einzugehen, obwohl einige sehr nette Mädels in mein Leben traten. Nach ca. einem Jahr kam dann endlich neue, extreme Lebensenergie und Lebensfreude zurück. Wenn ich so nachdenke, war dies eine meiner schönsten Zeiten in meinem Leben. Frei von allen Zwängen, nur ich.

Ich war über XXX hinweg.

XXX hatte währenddessen eine 1-jährige Beziehung, zog in eine andere Stadt, lebte ihr Leben, hatte Spass. Wir hatten die ersten 6-8 Monate keinen Kontakt, ich hatte eine Kontaktsperre aus Eigenschutz ausgesprochen, diese verfiel nach ca. einem Jahr, als ich so langsam über sie hinweg war.
XXX neue Beziehung störte mich dann kaum noch. XXX wurde dann schlussendlich betrogen von ihrem Freund zurückgelassen, und den Trost, bzw. den Schutz, die Geborgenheit suchte XXX mit der Zeit dann wieder bei mir. Wir trafen uns immer öfters, und irgendwann funkte es wieder. Ich war wieder interessant geworden, hatte zwischenzeitlich einen neuen Freundeskreis aufgebaut, hatte mein eigenes Leben gelebt. Ich war nicht mehr der, der sich auf der Beziehung ausgeruht hatte, sondern hatte mein eigenes Leben in die Hand genommen.

An diese Stelle muss ich kurz einfügen, "das Leben in die Hand nehmen" bedeutet nicht, dass ich unfähig bin meinen job zu machen, mich in jeglicher Hinsicht zu organisieren. Habe nie ein Problem damit gehabt, mich selbstständig zu ernähren, Verantwortung zu übernehmen, mich und andere zu organisieren. Vielmehr habe ich mein "emotionales" Leben in die Hand genommen. Bin feiern gegangen, hatte Spass, habe Freunde getroffen, kurzum, ich habe gelebt.

Schlussendlich haben wir nach einigen Wochen dann akzeptiert, dies ist keine einfache Affäre, wir lieben wieder einander, und haben dies dann auch wieder in vollen Zügen genossen.
Wir haben dann in unterschiedlichen WGs gewohnt, gemeinsam vieles unternommen, als dann aus der
500m-Beziehung plötzlich eine 150km-Fernbeziehung wurde, aufgrund XXX neuen Studiums in einer neuen Stadt.
Ich wollte aus diversen Gründen wie Job, Freunde, etc. die Stadt nicht wechseln, v.a. hätte ich dort keinerlei arbeitstechnischen Perspektiven gehabt. XXX lebte von da an also 2 Leben. Eins als Studentin, mit neuen Freunden, neuer Wohnung, neuer Stadt, und das andere als Partner von mir, der "zuhause" geblieben war. Für XXX war es anstrengend, immer wieder hinundhergerissen zu sein, zwischen mir, unseren gemeinsamen Freunden, und ihrem neuen Leben. XXX litt teilweise sehr unter der Fernbeziehung,
aber wir waren schon zuviel durch Dick und Dünn gegangen. So einfach wollten wir die Beziehung nicht aufgeben.

Unsere beiden alten WGs wurden zu einer grossen WG, mitlerweile waren richtig enge Freundschaften entstanden, und es wurden trotz der Tatsache, dass XXX in einer anderen Stadt studierte, viele "Zukunftspläne" mit diesen Freunden aus der WG geschmiedet. Ich pendelte, sie pendelte, mir ging es ganz gut in einer solchen Fernbeziehung, ich hatte mein eigenes Leben, und ich konnte meine Sehnsucht nach XXX für die Wochenenden voll in Gang bringen. XXX fühlte sich immer wieder unglücklich, weil sie immer wieder hinundhergerissen wurde, aber es hielt. XXX legte dann ein Urlaubssemester ein, welches sie dann bei mir in unserer gemeinsamen WG verbrachte, viel feiern ging, Spass hatte, etc. Ich war zu diesem Zeitpunkt im Diplom- und Arbeitsstress, hatte keine Zeit, vielleicht auch keine wirkliche Lust solch ein Leben im Moment zu leben. XXX dachte dann eines Tages, dass sie sich in einen Mitbewohner (dessen langjährige Freundin auch in der WG wohnte), der auch solch ein intensives Feierleben praktizierte, verliebt habe, und XXX trennte sich ein weiteresmal von mir. Ich konnte diese "verliebtsein-gedanken" von ihrer Seite aus nicht wirklich ernst nehmen, aus welchen Gründen auch immer. Schlussendlich kam XXX nach einigen Wochen des Überlegens wieder zu mir zurück. Während diese Trennungszeit erging es mir fast genauso schlimm wie während der ersten.

Natürlich hatten diese "Spielchen" mit dem Mitbewohner ernsthafte Konsequenzen, was das WG-Leben anging. XXX war ehrlich, vielleicht zu ehrlich und offenbarte ihre damaligen Gedanken, aber auch deren Nichtigkeit im Nachhinein, den betroffenen WG-Mitbewohnern. Allerdings fing damit das langsame Zusammenbrechen der WG an.
Dies zog sich noch über ein Jahr hin. XXX studierte fertig, und kam dann wieder zurück in die WG und zu mir. XXX merkte schnell, dass diese WG, bzw. diese Freundschaften nicht mehr das waren, was es mal war. Ich kam einigermaßen damit zurecht, da meine "Schmerzgrenze" recht hoch liegt, und ich ansich ein sehr ausgeglichener Mensch bin.

Schlussendlich entschlossen wir beide, das "sinkende Schiff" zu verlassen und uns nach 10 Jahren das erstemal eine gemeinsame Wohnung zu suchen. Vorher allerdings wollten wir noch eine gemeinsame mehrmonatige Reise durch Indien unternehmen, um uns wieder "wirklich" kennenzulernen", Gemeinsames zu erleben, neue Erfahrungen zusammen machen, um gestärkt solch einen Schritt zu wagen. Wir hatten schliesslich fast 10 Jahre in gemeinsamen bzw. getrennten WGs, und mehrjähriger Fernbeziehung gelebt. Und in solchen WGs hat man halt immer genügend "Ablenkung", etc.

Die Indienreise war ein absolutes Desaster. Ich bekam nach 2 Tagen Panikattaken, stand völlig neben mir, hatte absolutes Heimweh, und so flogen wir wieder zurück. Ich muss hierzu sagen, mit Urlauben ansich habe ich mein ganzes Leben bisher immer wieder "Probleme" gehabt. Es wird daran liegen, dass ich als Kind einmal im Urlaub von meinen Eltern alleine im Krankenhaus zurückgelassen wurde, und dies ein gewisses Trauma in mir ausgelöst hat. Dieser Grund war mir, bzw. XXX zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. XXX wusste das ich immer wieder auf Urlauben Heimweh bekomme, bzw. immer wieder krank wurde.
Psychischer Stress wirkt sich bei mir recht schnell körperlich aus.
Die andere Seite der Medaille, XXX zieht ihre gesamte Lebensenergie und Lebensfreude aus solchen Urlauben. Urlaube und Reisen sind der Quell ihres Glücklichseins. Wie wahrscheinlich viele Menschen Nur für mich hat sich dies leider noch nicht so offenbart.
Es ist auf jedenfall schon ziemlich lange ein grosser Knack-Punkt in unserer Beziehung, der vielleicht schon früher von mir hätte angepackt werden müssen, in Form von einer Therapie, o.ä.

Wir flogen also gemeinsam wieder aus Indien zurück, wobei dies ein Punkt im Leben von XXX war, bei dem XXX sich bewusst das erstemal in ihrem Leben voll und ganz für mich entschieden hatte. "Gemeinsam durch dick und dünn". Normalerweise hätte XXX die Indienreise alleine weitergemacht. Soviel Vertrauen und Zugeständnisse habe ich XXX immer wieder in unserer Beziehung gegeben. Vielleicht zuviel davon. Eifersucht, etc. war ein nur sehr seltenes Thema bei mir.

Wir bezogen dann nach Wochen der inneren Unzufriedenheit (gescheiteter Indienurlaub, Zusammenbruch der WG, dadurch Wegfall eines grossen Freundeskreises) in eine gemeinsame Wohnung.
Das Indien-desaster hatte allerdings auch in mir noch etwas anderes ausgelöst. Eine innere Unzufriedenheit, das Gefühl eines kaum vorhandenen Selbstbewusstseins, das eigene Scheitern an solch einer "Lapalie". Ich bin seither nie wieder wirklich zufrieden geworden mit meinem Leben. Ich sehe dies als absolutes persönliches Problem von mir an, welches ich auch alleine lösen möchte.

Das ist jetzt fast genau ein Jahr her mit Indien, und in dieser Zeit liegt dieser Vorfall wie eine grosse schwarze Wolke über uns und über mir. XXX ist dadurch rießig enttäuscht worden von mir, v.a. weil XXX fast 7 monate dafür Tag und Nacht und die Wochenenden durchgearbeitet hat, um sich diesen Urlaub leisten zu können.


Diese innere Unzufriedenheit, hervorgerufen durch die verschiedenen oben genannten Punkte, lassen mich seitdem an fast allem zweifeln. Ich zweifelte an der beziehung, an meinem eigenen selbstbewusstsein, an der Fähigkeit alleine überhaupt durchs Leben zu gehen, etc. Was ja angesichts der Tatsache, das ich bisher auch alles selber auf die Reihe bekommen habe, absoluter Schwachsinn ist. Aber das Gefühl etwas zu ändern ist trotzdem da.

Das Jahr in der gemeinsamen Wohnung war eine echte Katastrophe. Ich hatte zwischendrin das Gefühl mich in jemanden anderes verliebt zu haben, was ich XXX auch gestanden habe. Dies hat sich mitlerweile als nichtig herausgestellt, auch wenn es monatelang gedauert hat dies zu erkennen. Ich bin so stark mit mir selber und meinen Problemen, meinen Zweifeln, meiner Perspektivlosigkeit beschäftigt, dass ich keinerlei Kraft in die Beziehung mit XXX stecken konnte. Ich habe das Gefühl durch meine ständige Stagnation (über Jahre hinweg diesselbe Stadt, diesselben WGs, diesselben Freunde) habe ich etwas verpasst. Dieses "Ausbrechen", was XXX mit ihrem Studium, ihrem Auslandssemester, ihrem Freund zwischen unserer Beziehung gehabt hatte, prägt ihr ganzes Leben, und ich habe das Gefühl die ganze Zeit etwas verpasst zu haben. Nach all den Jahren habe ich auch das Bedürfniss "auszubrechen"

Nun haben wir uns, natürlich ausgehend von mir, weil ich mir meiner Liebe zu XXX einfach nicht mehr sicher bin/war, getrennt. Haben die gemeinsame Wohnung gekündigt, und ich werde in eine andere Stadt ziehen, um mein "eigenes" Leben, mein Selbstbewusstsein, etc. zu erfahren, bzw. aufzubauen, soweit dies möglich, bzw. von Nöten ist.

Ich habe XXX nun nach 2 Monaten das erste mal wieder gesehen, da wir einen gemeinsamen Hund haben, der zwischen uns beiden pendelt, und diese Gefühlslosigkeit ihr gegenüber, dieses Nicht-Wissen, schlug um 180 um. Ich verspühre wieder diese Sehnsucht, diese Verbundenheit, den Drang mit ihr zusammen etwas zu entdecken, zu unternehmen, sie zu umarmen, mit ihr gemeinsam zu atmen. All das, was ich seit über 8 Monaten nicht mehr gesehen, gespührt bzw. zugelassen habe. ich würde gerne sagen ich bin mir meiner Gefühle sicher, ich weiss was ich will, aber ich traue mir selber nicht mehr über den weg. Dafür spielten meine gefühle XXX gegenüber das letzte Jahr zu verrückt...

Es sind dicke Tränen gerollt, es wurde wieder geredet, aber XXX traut mir nicht mehr, zuviel habe ich XXX seit der Indienreise enttäuscht, zuviel ist alleine gelebt geworden, obwohl man zusammengelebt hat. Wenn man mich fragen würde, ob ich für XXX sterben würde, ich würde es 100%ig bejahen. XXX sagt, in den letzten 4 Wochen ging ihr es so gut wie seit 1,5 Jahren nicht mehr. XXX geniesst es ihre Unabhängigkeit zu haben, ihr Leben zu leben, ohne ständig auf den "nicht-wissenenden", den zweifelnden Partner zu warten. Wer kann es ihr verübeln? Ich habe XXX sehr enttäuscht, habe nicht zu ihr gehalten. Konnte es aber auch nicht. Ich war und bin zu sehr mit mir selber beschäftigt. Habe zwar gesehen, dass sie beruflich total unglücklich geworden ist, sie an sich und ihrem beruflichen Tun zweifelt, keine Perspektive findet für sich selber.

Ich bin normalerweise der ruhige, standhafte, organisierte Part in unserer Beziehung gewesen, derjenige von uns, der dem anderen den Halt im "normalen" Leben gibt. Derjenige, der nicht "ausbricht". XXX ist der spontane, quirrlige, emotionale "Beziehungs-Part", derjenige, der in unserer Beziehung für den gewissen Pepp zuständig war.

Mein "Ausbruch" aus mir selbst, aus dem standhaften Dasein, hat alles ins Ungleichgewicht gebracht.
Dadurch, dass ich das Gefühl habe auch einmal ausbrechen zu müssen, etwas neues zu erleben.
Nur weiss ich nicht, wieviel davon nur "zusammengesponnen" ist, und wieviel ich das wirklich brauche.
Vor allem ob ich wirklich den "Preis" dafür zahlen möchte.

Gute Freunde sagen wir finden wieder zusammen, sie kennen uns, wir sind füreinander geschaffen, wir sind schon zuviel durch dick und dünn gegangen. Wir müssen beide ersteinmal mit uns selber ins "Reine" kommen. Erst um uns persönlich kümmern...

Wie auch immer, ich merke wie meine Gedanken die letzten Tage, zu 100% nur noch bei XXX sind, so stark wie schon sehr lange nicht mehr...

Ich entschuldige mich für alle Rechtschreibfehler und hoffe niemanden gelangweilt zu haben.

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28. Dezember 2007 um 9:49

Danke für deine meinung
coleen,

JETZT würde dies auch wirklich keinen sinn machen,
zuviel ist passiert, sowohl in beiden eigenen leben,
als auch in der beziehung.

die WGs waren ein produkt unseres lebenstils.
wir haben am anfang der beziehung fast 2 jahre zusammengewohnt,
haben uns total abgeschottet von freunden,
dies wollten wir dadurch ändern.
und nun, das letzte jahr, haben wir bewusst uns dafür entschieden,
alleine wieder zusammenzusiehen. eine tolle wohnung, der perfekte platz für uns,
nur habe ich durch meinen pers. konflikt dies nicht zulassen wollen.
vielleicht habe ich mich auch überrumpelt gefühlt, von fast 5 jahren fernbeziehung und WGs
innerhalb von 2 wochen diese entscheidung treffen zu müssen.
im nachhinein möchte ich mich auf dieses zusammenwohnen einlassen, seine positiven seiten kennenlernen,
die ich immer mal wieder für ein paar tage gesehen, bzw. gefühlt habe.

ob wir füreinander geschaffen sind...das können nur freunde und bekannte sehen oder erkennen,
und die sprechen sehr eindeutige sprache... alle bedauern diese trennung, finden es schockierend,
hätten sowas niemals gedacht. aber sagen auch, dass es im moment der richtige weg so ist.

würde mich über mehr meinungen freuen


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