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Wettbewerbsgedanke - Wie kann ich das überwinden?

27. Januar 2016 um 2:26

Hallihallo,

mein Problem ist etwas speziell, nimmt mich aber ziemlich mit. Mein Partner und ich studieren das gleiche Fach an der gleichen Hochschule. Er ist in jedem Fach immer besser als ich und irgendwie nimmt mich das mittlerweile ziemlich mit... Vielleicht klingt das für Außenstehende unlogisch, aber irgendwie hab ich daraus mit der Zeit unterbewusst einen Wettbewerb gemacht?! Wettbewerbe haben mich noch nie wirklich angespornt, sondern eher ausgebremst, weil ich ziemlich schnell das Selbstvertrauen verliere.
Hat vielleicht jemand schon mal was ähnliches mitgemacht und weiß, wie ich aus diesem Teufelskreis rauskomme? Ich will mich ja eigentlich gar nicht mit ihm messen, aber da wir sonst sehr gleich sind, ordne ich mich bei schlechteren Noten automatisch intellektuell unter ihm ein :/
Hat jemand eine Idee, wie ich mein Selbstvertrauen dahingehend aufbauen kann? Das nimmt mich nämlich ganz schön mit.. Mittlerweile hat sich die Traurigkeit nämlich in Neid entwickelt und dieseso Gefühl finde ich gar nicht toll.. Gerade in einer Beziehung.

Lieben Gruß,
Julchen

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27. Januar 2016 um 13:38

Ich bin ebenfalls
objektiv in der selben Situation und vor allem früher ging es mir ähnlich wie dir, wobei ich sagen muss: Bei mir war es nie Neid im Sinne von, dass ich es ihm nicht gönne. Ich gönne es ihm, aber durch seine Noten wurde mir sozusagen vor Augen geführt, was drin gewesen wäre und dann ärgert man sich über sich selbst, dass es nicht besser gelaufen ist.

Mir haben drei Dinge geholfen, die zwar sehr persönlich auf mich zugeschnitten sind, aber vielleicht trifft das eine oder andere auch auf dich zu:

1. Er investiert mehr Zeit ins Lernen als ich das mache, somit kann ich nicht die gleichen Noten erwarten.

2. Wenn er etwas nicht versteht, dann liest, recherchiert und überlegt er so lange bis er es verstanden hat. Ich hab bei manchen Dingen einfach nicht den Atem, mich da voll rein zu beissen, wenn mich das konkrete Problem nicht interessiert.

und 3. Ich habe auch einen Vorteil dabei: Wenn ich etwas nicht verstehe, kann ich ihn fragen und er ist da wirklich sehr oft hilfreich, was mich dann freut weil ich es dann verstehe und ihn freut es, weil er mir Helfen konnte.

Ach ja und für die großen Prüfungen haben wir zusammen gelernt und konnten so beide vom Wissen des jeweils anderen profitieren. Das hat uns glaube ich doch einiges an Zeit gespart und auch gezeigt, dass eben jeder seine spezifischen Stärken und Schwächen hat.

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27. Januar 2016 um 17:37
In Antwort auf coquette164

Ich bin ebenfalls
objektiv in der selben Situation und vor allem früher ging es mir ähnlich wie dir, wobei ich sagen muss: Bei mir war es nie Neid im Sinne von, dass ich es ihm nicht gönne. Ich gönne es ihm, aber durch seine Noten wurde mir sozusagen vor Augen geführt, was drin gewesen wäre und dann ärgert man sich über sich selbst, dass es nicht besser gelaufen ist.

Mir haben drei Dinge geholfen, die zwar sehr persönlich auf mich zugeschnitten sind, aber vielleicht trifft das eine oder andere auch auf dich zu:

1. Er investiert mehr Zeit ins Lernen als ich das mache, somit kann ich nicht die gleichen Noten erwarten.

2. Wenn er etwas nicht versteht, dann liest, recherchiert und überlegt er so lange bis er es verstanden hat. Ich hab bei manchen Dingen einfach nicht den Atem, mich da voll rein zu beissen, wenn mich das konkrete Problem nicht interessiert.

und 3. Ich habe auch einen Vorteil dabei: Wenn ich etwas nicht verstehe, kann ich ihn fragen und er ist da wirklich sehr oft hilfreich, was mich dann freut weil ich es dann verstehe und ihn freut es, weil er mir Helfen konnte.

Ach ja und für die großen Prüfungen haben wir zusammen gelernt und konnten so beide vom Wissen des jeweils anderen profitieren. Das hat uns glaube ich doch einiges an Zeit gespart und auch gezeigt, dass eben jeder seine spezifischen Stärken und Schwächen hat.

Mhm..
Hey,

erstmal danke für eure Antworten. Wir studieren beide wirklich parallel. Gleiche Fächer, gleiches Semester, gleiche Prüfungen. Es ist nicht so, dass ich es ihm nicht gönnen würde... Nur er lernt nicht mehr als ich, liest nicht mehr als ich, recherchiert nicht mehr als ich.. Und ich hab dann meine 4,0 und er hat dann eine 2,0 obwohl es ja "auch so schlecht bei ihm gelaufen ist..".
Nach 3. Semestern ist das ziemlich hart. Jedes Mal sag ich "Ja, ich hab ne 2,3 bekommen.. Äh mein Freund ja.. Der hat ne 1,3...". Gleichzeitig schaffe ich es aber auch nicht mich aufzuraffen, was das lernen angeht. Ich hab damals bei meinem Abi nie gelernt und kann das auch gar nicht irgendwie!
Ich gucke mal mit dem Hobby suchen. Ich programmiere gerne in meiner Freizeit, was mein Freund nicht so drauf hat. Oh Gott.. Ich hab schon Probleme, dass hier zu schreiben, weil ich mich mit diesen Gefühlen so unendlich doof fühle.. :/
Ich habe auch Angst, dass unser Berufsleben ebenfalls zu einem Wettbewerb wird..

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27. Januar 2016 um 18:01
In Antwort auf luba_987067

Mhm..
Hey,

erstmal danke für eure Antworten. Wir studieren beide wirklich parallel. Gleiche Fächer, gleiches Semester, gleiche Prüfungen. Es ist nicht so, dass ich es ihm nicht gönnen würde... Nur er lernt nicht mehr als ich, liest nicht mehr als ich, recherchiert nicht mehr als ich.. Und ich hab dann meine 4,0 und er hat dann eine 2,0 obwohl es ja "auch so schlecht bei ihm gelaufen ist..".
Nach 3. Semestern ist das ziemlich hart. Jedes Mal sag ich "Ja, ich hab ne 2,3 bekommen.. Äh mein Freund ja.. Der hat ne 1,3...". Gleichzeitig schaffe ich es aber auch nicht mich aufzuraffen, was das lernen angeht. Ich hab damals bei meinem Abi nie gelernt und kann das auch gar nicht irgendwie!
Ich gucke mal mit dem Hobby suchen. Ich programmiere gerne in meiner Freizeit, was mein Freund nicht so drauf hat. Oh Gott.. Ich hab schon Probleme, dass hier zu schreiben, weil ich mich mit diesen Gefühlen so unendlich doof fühle.. :/
Ich habe auch Angst, dass unser Berufsleben ebenfalls zu einem Wettbewerb wird..

Ich kenne das.
Wir haben auch vollkommen parallel studiert.

Klar, lernen muss man lernen. Das konnte ich nach meinem Abi auch noch nicht wirklich, weil's halt nicht nötig war... Naja, Studium ist dann eben doch was anderes. Vielleicht hat er eine besser Lerntechnik. Hast du ihn mal danach gefragt? Oder habt ihr mal zusammen gelernt?

Und die weitere Frage: Ist es für euer Berufsleben wichtig, dass die Noten besonders gut sind (das ist ja sehr vom jeweiligen Studium abhängig....)? Wenn nicht, dann solltest du einfach versuchen, dem keinen so großen Stellenwert zuzumessen.

(Ach ja und sag ihm, dass du das Gejammer von ihm "lief sooo schlecht" nicht so gut wegstecken kannst, wenn er dann im Endeffekt ohnehin die bessere Note hat und bitte ihn, das zu unterlassen. Das ist nämlich nicht zu viel verlangt, weils halt eben nervt. )

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