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"Wer Kinder hat, hat Pech gehabt"

2. Februar 2010 um 18:15

"Unser Land ist nicht kinderfreundlich. Das sagen 71,8 Prozent der Deutschen.

Der Spiegel formuliert es mit diesen Worten: >Wer sich für Familie entscheidet, handelt gegen alle Vernunft.< Die FAZ schreibt: <Dass heute, zu den Bedingungen, wie sie herrschen, überhaupt noch Frauen bereit sind, Kinder zu kriegen, ist ein Wunder.<

Aha. Wer sich vermehrt, ist also entweder wunderlich oder schön blöd.

Wenn man in einschlägigen Zeitschriften blättert, dann denkt man: Kinder kriegen ist allenfalls was für besser Gestellte oder leidensfähige. Es ist wie mit allen Nachrichten: Die Dramen verkaufen sich eben besser. Deshalb wird in den Medien auch lieber über >Zoff in der Partnerschaft< und >Sex-Flaute< geschrieben als übers Familienglück.

Wenn man fernsieht, denkt man: Gibt es überhaupt noch Familien mit kleinen Kindern? Oder sind die Kinder alle verhaltensgestört und brauchen eine Supernanny?
Schlimm an diesen Sendungen sind nicht so sehr die propagierten Erziehungsmethoden oder die Zurschaustellung der armen Kinder, sondern die abschreckende Wirkung auf alle, die vielleicht noch eine Familie gründen wollen.

Wer Ratgeber oder Elternzeitschriften liest, kann zu dem Ergebnis kommen: Kinder aufzuziehen ist ungeheuer kompliziert.

Das Kinderkriegen wird manchmal zu einer Riesenaktion aufgeblasen, aber meistens vermiesepetert, schwarzgemalt, schlechtgeredet.
Verbände und Journalisten geben wirklich alles, um mit ihren Bedrohungsszenarien alle potentiellen Eltern gründlich abzuschrecken. Und dann das allgemeine Krisengejaul.

Die in den Medien veröffentlichte Meinung spielt eine sich selbst verstärkende Rolle.
Ist unsere heutige Welt denn nicht die sicherste, bequemste, wohlhabendste, die je existierte?

Und trotzdem: 1946, in Zeiten allergrößter Not, wurden in Deutschland mehr Babies geboren als heute."

(aus: "Einfach Kinder kriegen" von Susanne Wieseler)

Die Frau hat verdammt recht. Wie seht ihr das?

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2. Februar 2010 um 19:46

Ich sehe es so:
je entwickelter eine Gesellschaft ist, desto höher ist der Wohlstand und desto blöder/geiziger werden die Menschen. Die zwar denken, sie geniessen ihr Leben und wollen den Genuss nicht verlieren, aber im Endeffekt werden sie ganz allein und traurig sterben. Das ist wie ein Spott des Gottes...
Genau deswegen vermehren sich die asiatischen Gesellschaften und wir haben immer wieder einen Geburtenrückgang... Peinlich ist das.

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2. Februar 2010 um 19:57

Nun
zum einen, der Vergleich mit 1946 hinkt ein wenig, denn damals gab es die meisten Verhütungsmethoden, die es heute gibt noch nicht.
Zum anderen fehlt mir in der Berichterstattung ein ganz wichtiger Punkt.
Die Scheidungs/Trennungrate. Denn immer mehr Kinder werden nur von einem Elternteil erzogen.
Welche Frau hat schon Lust, früher oder später mit den Kindern allein dazusitzen und um jeden Cent für die Kinder jahrelange Prozesse führen zu müssen.
Und natürlich gibt es auch genügend Männern, die wenig Bock drauf haben, später den Zahlemann machen zu müssen aber seine Kinder nicht sehen darf bzw. permanent von der Frau mit den Kindern erpresst zu werden.

Die Berichterstattung ist mir etwas zu einseitig, weil darin nur die Medien eine Rolle dafür spielen sollen, dass immer weniger Menschen die Lust verspüren Kinder zuu bekommen.

Da gibt es sicherlich noch einige Punkte mehr, die abschrecken. U.a. den von mir oben erwähnten.

Und da wäre dann auch noch unsere Regierung, die zwar jammert, dass nicht genügend Kinder geboren werden aber so gut wie nichts wirklich vernünftiges auf die Beine bringt, um gegen zu steuern.

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2. Februar 2010 um 20:34

Egoismus

Also, es ist ja jedem Einzelnen überlassen, sich für oder gegen Kinder zu entscheiden, und gewollt Kinderlose sind niemandem Rechenschaft schuldig. (Genausowenig wie eine Mutter jemandem Rechenschaft schuldet, warum sie noch das dritte, vierte oder fünfte Kind bekommen hat.)

Was mich nur seit langem ärgert/ ins Grübeln bringt: früher war Kinderkriegen etwas Selbstverständliches, zum Leben Dazugehörendes und Gutes und ist mittlerweile etwas derartig Problematisches geworden, vorwiegend mit negativ-ablehnenden und skeptischen Gefühlen verbunden.

Ich stimme dir zu, Egoismus und vielleicht auch der Widerwille, sich endgültig festzulegen/ lebenslang Verantwortung zu übernehmen spielen dabei sicher eine große Rolle. Aber daneben gibt es meiner Meinung nach eine Grundeinstellung oder Grundstimmung, die in Kindern erstmal etwas Negatives sieht. Und das betrifft nicht nur die, die sich ganz bewusst gegen Kinder entscheiden, sondern die breite Masse.


Mein Gefühl ist, dass die Leute immer weniger bereit sind, ein unkalkulierbares Risiko einzugehen, WEIL sie heutzutage zufriedener sind und mehr zu verlieren haben als 1946......Die Fallhöhe ist einfach größer, das Anspruchsdenken ist größer, die Möglichkeiten im Leben sind schier unendlich.... Man findet sein Leben wie es ist, ganz in Ordnung, und denkt, ein Kind bringt eh nur alles durcheinander. Man geht eher davon aus, dass das Leben mit Kindern schlechter wird. Und genau das wird auch in den Medien vermittelt.

Es wird viiiiel zu wenig darüber geredet, wie ein Kind das Leben POSITIV beeinflussen kann und was es zurückgibt und wie es das Leben bereichert. Darüber wird überhaupt nicht gesprochen!

Der Witz an der Sache ist, dass man ja erst dann WEISS, was man verpasst und wie es ist, ein Kind zu haben und ein Familienleben zu führen, wenn man es hat...Und dass es dazu kommt, wird eben durch diese allgemeine Negativ-Stimmung verhindert.

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2. Februar 2010 um 20:53

Ja ich denke auch,
das normale Kinder bekommen wird heute total thematisiert und problematisiert.

Ich habe mit Mitte 20 bis Ende 30 meine Kinder bekommen und gar nicht so groß darüber nachgedacht. Parameter waren: Wohnung gut, Mann loyal und treu, Ausbildung in der Tasche, ich will, er will und zack. Und ich denke auch, dass ich ohne Ängste und Unvoreingenommen meine Kinder als Selbstverständlichkeit im Leben begreife und auch so behandle.

Heute wird endlos überlegt und im Zweifelsfall lieber eher nicht.

Es herrscht die totale Ängstlichkeit. Schade !!!!

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2. Februar 2010 um 20:55
In Antwort auf ofi21

Nun
zum einen, der Vergleich mit 1946 hinkt ein wenig, denn damals gab es die meisten Verhütungsmethoden, die es heute gibt noch nicht.
Zum anderen fehlt mir in der Berichterstattung ein ganz wichtiger Punkt.
Die Scheidungs/Trennungrate. Denn immer mehr Kinder werden nur von einem Elternteil erzogen.
Welche Frau hat schon Lust, früher oder später mit den Kindern allein dazusitzen und um jeden Cent für die Kinder jahrelange Prozesse führen zu müssen.
Und natürlich gibt es auch genügend Männern, die wenig Bock drauf haben, später den Zahlemann machen zu müssen aber seine Kinder nicht sehen darf bzw. permanent von der Frau mit den Kindern erpresst zu werden.

Die Berichterstattung ist mir etwas zu einseitig, weil darin nur die Medien eine Rolle dafür spielen sollen, dass immer weniger Menschen die Lust verspüren Kinder zuu bekommen.

Da gibt es sicherlich noch einige Punkte mehr, die abschrecken. U.a. den von mir oben erwähnten.

Und da wäre dann auch noch unsere Regierung, die zwar jammert, dass nicht genügend Kinder geboren werden aber so gut wie nichts wirklich vernünftiges auf die Beine bringt, um gegen zu steuern.

Ja
In dem Punkt hast du wohl leider Recht - die mangelnde Haltbarkeit von Beziehungen und Ehen spielt in der Entscheidung für/gegen Kinder wahrscheinlich noch eine größere Rolle als Egoismus. Gerade Männer scheint das abzuschrecken, man spricht ja neuerdings nicht mehr von Gebär- sondern vom Zeugungsstreik....
Die typische Konstellation ist ja meist, dass die Frau sich verweifelt ein Kind wünscht, aber ihr Partner keins möchte.

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2. Februar 2010 um 21:40

Auch ein guter Punkt
Der mangelnde Kontakt zu Kindern, das Fehlen von "Großfamilien" (und natürlich die zuverlässige Geburtenkontrolle) tragen wohl zwangsläufig dazu bei, dass Kinderkriegen nicht mehr selbstverständlich ist.

Im Zweifelsfall kriegt man erst dann so richtig Lust auf ein eigenes Kind, wenn man das frischgebackene Elternglück hautnah bei guten Freunden mitbekommt



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2. Februar 2010 um 22:05


Meinungen kommen und Meinungen gehen...Ich hab für mich ne eigene ERklärung gefunden...Scheinbar greift heute ein Naturgesetz
Die Fortpflanzung ist dazu da,das Überleben der Art zu sichern...in schlechten Zeiten wird vermehrt Nachwuchs gezeugt,damit wenigstens "Eins durchkommt"
Uns gehts heuzutage einfach zu gut...der Instinkt,unser Überleben zu sichern ist einfach verkümmert...
Hey..wir kriegen heute schon 300g Embryos durch...ob man das gut oder schlecht findet,sei mal dahingestellt

lg sky

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2. Februar 2010 um 22:09

Hi ...
1946 hatte die frau keine wahl ...

die russen vergewaltigten frauen...

antibabypille gab es nicht ...

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3. Februar 2010 um 0:10

Meiner Meinung nach, hast du die Kommentare...
....
aus Bild und FAZ genau falschrum interpretiert.

Zitat: "Der Spiegel formuliert es mit diesen Worten: >Wer sich für Familie entscheidet, handelt gegen alle Vernunft.< Die FAZ schreibt: <Dass heute, zu den Bedingungen, wie sie herrschen, überhaupt noch Frauen bereit sind, Kinder zu kriegen, ist ein Wunder.<

Aha. Wer sich vermehrt, ist also entweder wunderlich oder schön blöd."

Beide Kommentare sind doch als Kritik an der Politik gemeint. Ich verstehe die Zitate so, dass beide Zeitungen es bedauern, dass dies leider in unserer Gesellschaft so ist/ dass es aufgrund der äußeren Umstände nicht schlau ist, ein Kind zu bekommen.

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3. Februar 2010 um 0:13

Und genau dieser Thread spiegelt es wieder
... was für komische Ängste in Frauen steckt.

Die Selbstverständlichkeit der Fortflanzung wird total ausgeschlossen.

Heut zu Tage ein Kind zu planen, ist wie auf den Mond zu reisen.

Geht es MIR da auch gut auf dem Mond?
Kann ich da auch meine Kosmetikerin, Nageltante und Haarstylisten mitnehmen?
Kann ich mich auf dem Mond, trotz Kind, verwirklichen?
Was, wenn der Mond gegen Kinder ist, kann ich mich dann durchsetzten?
Gibt es da auch Puma-Turnschuhe für mein Kind?





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3. Februar 2010 um 0:38


also meiner meinung nach,und ich weis jetzt werden wieder steine fliegen

sollte jedes paar was kinder in die welt setzt auch dafuer sorgen koennen

ich finde es ehrlich gesagt erschreckend,das gerade in deutschland die mehrheit fuer den eigenen vorteil zahlen udn sich danach richten soll

ich bin selber mutter und kenne daher beide seiten,zum glueck lebe ich nicht mehr in der brd,allerdings lange genug um zu erkennen,das erstmal rumgepoppt wird um sich dann gedanken zu machen

-oh mein anderer part ist ja gar nicht so dolle udn wir kennen uns auch erst einige zeit
-oh wir haben ja gar kein geld fuer uns,aber ich mag kinder und setze mal welche in die welt ,irgendwer wird das kind schon versorgen
-egal wo man hingeht kinder kinder kinder,ich liebe kinder,allerdings gebe ich mein leben was ich davor hatte nicht auf,und moechte auch mal an einen platz wo ich eben abschalten kann
-bei mancher leuts bildungsgrad fragt man sich was aus den kindern werden soll

usw.die liste koennte man noch unendlich weiter fuehren........


Desweiteren muss ich hier mal anmerken das deutschland mit abstand das einzige land ist,was ich kenne was die probleme tot schweigt

nur nicht unangenehm auffallen

aber das ist ja nicht nur bei dem thema kinder so,sondern bei allem

den wenn wir mal ehrlich sind,was tut deutschland schon fuer die kids heutzutage

-alkohol wird einfach mal so ausgegeben,notfalls flatrate saufen ohne das jemand auf den ausweis schaut

-Jugendzentren werden geschlossen,da zu wenig geld im haushalt ist,aber fuer die neue geschaeftswagen und diaetenerhoeung ist noch genug da

-die kinder heutzutage haben kaum noch respekt udn von anstand ganz zu schweigen,da werden rentner angepoebelt,halb tot getreten,kita besuche oder schulbesuche finden halbherzig statt

-muetter bringen ihre kinder um,und niemand hat was gemerkt

alledings woher sollen die kids das auch besser wissen immerhin kommt nie ein gegendruck
vielleicht ein paar sozialstunden hier oder 1-2 monate jugendarrest,richtige strafmase gibt es nicht mehr,weil heutzutage jeder schon eine schlechte kindheit oder ein falsches umfeld hatte,anstatt richtige musik wird fuer gewalt,nutten und alkohol in die hoehe gelobt

Die lehrer in der schule sind komplett ueberfordert,mal abgesehen das es zu wenig ausreichend gebildete lehrer gibt,da kann es schonmal vorkommen das 2 jahre kein biologie unterricht stattfindet oder der sportlehrer die geschichte erklaeren soll

Ansonsten wer soll sich noch kinder leisten Wieviele menschen kennt ihr die durch selber verdienen ein sehr gutes gehalt haben udn dabei noch locker 1-4 kinder nebenbei gross ziehen koennen

Allerdings ist es ja auch nicht so das man in deutschland festsitzen muesste,manche sind nur einfach auch zu faul etwas an ihrer situation zu aendern udn behalten lieber das bequeme leben ,aber beim meckern sind alle vorne mit dabei

Wir sind vor langer langer zeit mit unseren kids ins ausland gegangen,weil wir eben mehr vom leben wollten

-und was soll ich sagen

-kinder koennen alleine draussen spielen ohne das ich mir sorgen machen muss das ihnen etwas passiert,da hier jeder jedem hilft
-kita udn schulpflicht
-pflichtaktivitaeten der kinder
-abgesicherte schulen durch security
-jugendliche die dich gruessen oder dir die tuer aufhalten
-anstaendige bildung
-alkohol udn zigaretten nur in gesonderten shops mit kontrolle
-polizei die streiffe durch die wohngegend faehrt anstatt sich bei big brother im revier zu amuesieren
-anstaendige gehaelter,womit man wunderbar seine familie durchbringen kann
-es gibt extra wohnsiedlungen wo man unter sich ist,sprich familien gegend,oder mehr ruhig,rentner unter sich usw.
-ich habe noch keine graffiti oder eingeschlagene busshaltestellen gesehen von aufgeschliten bussitzen ganz zu schweigen
-kindergeld und das sind gerade mal 100 dollar,steht hier den geringverdienern zu
dafuer gibt es ermaessigungen bei schulessen,kino oder theaterbesuchen ect.
usw...

also es steht jedem frei etwas an seinem leben zu aendern,allerdings sollte man dafuer selber den arsch mal aus dem sessel bekommen

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3. Februar 2010 um 12:03


Meine Mutter ist auch Hausfrau. Bevor sie mich und meinen Bruder bekommen hat, arbeitete sie als Biologin im Labor und in dem Job ist es besonders schwer, nach ein paar Jahren Erziehungsurlaub den Anschluss zu kriegen, weil das Fachwissen so schnell veraltet. Sie hat sich ihr Leben lang unwohl gefühlt, wenn die Frage kam: "Und was machen Sie beruflich?" Obwohl mein Vater einen guten Job hat und es finanziell drin war, fühlte sie sich ständig genötigt, sich gegenüber Hinz und Kunz zu rechtfertigen.


"gerade als junge frau wird man im berufsleben hemmungslos ausgenutzt.
da arbeite ich doch lieber für leute, die ich mag, anstatt mich tag für tag zum affen zu machen. "

Jaahaa! Alle reden immer davon, die "Karriere" zu opfern, wenn man zuhause bleibt...In meinem Fall frage ich mich - sollte damit mein mickriger Stundenlohn als Freiberuflerin trotz Studium gemeint sein, für den meine Auftraggeber natürlich trotzdem vollen Einsatz und Qualität ohne Abstriche erwarten?


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3. Februar 2010 um 13:16

Zumindest zum Teil...
finde ich hier im thread auch meine Gedanken zu dem Thema wieder. In aller Vereinfachung:

Wer fordert, dass zunächst die maximale vorstellbare Förderung für Kinder gesichert sein muss, daß zunächst die maximale und unbeschränkte Freiheit für jedes Kinderverhalten Vorrang haben muss und zuallererst sowieso die maximale Freiheit und finanzielle Sicherheit auch für die Eltern gegeben sein muss, bevor man von kinderfreundlich reden kann, hat sicher recht mit der Behauptung, Deutschland sei nicht kinderfreundlich. Doch Deutschland entzweit sich schon im Ansatz der Betrachtung, wie denn Kinder in das Leben passen sollen: Die einen wollen nach wie vor, dass die Mutter sich gefälligst um die Kinder kümmere und zu Hause bleibe und dort die Kinder fördere, die anderen wollen Beruf und Kinder mit entsprechender staatlicher Fürsorge unter eine Hut kriegen. Die beiden Lager mögen sich offenbar nicht.

Vierzig Jahre zurück gedacht --- gab es kaum Kindergeld, wenig Busverbindungen zur Schule und wenn doch musste der Schulbus natürlich selbst bezahlt werden. So etwas wie 'Freizeitangebot' für Kinder war praktisch unbekannt, die Kinder lernten es zwangsweise mit sich selbst zurechtzukommen. Kinderhorte und Kindergärten waren außerhalb größerer Kommunen praktisch unbekannt. In vielen auch gedanklich unauflösbaren!! - Familien bestand der Vater (noch...) darauf, der Alleinverdiener zu sein. Auch wenn das Geld - trotz aller Nichtexistenz der technischen Gimmicks und Quälgeister des modernen Lebens - knapp war. Mutmaßlich könnte man sagen, dass die Bildungsmöglichkeiten bis zu einer gewissen Ebene auf dem Lande nicht schlechter als in der Stadt waren. Es hat auch in vielen Fällen völlig gereicht, das Berufsangebot war auch auf dem Lande gegeben. Die übliche Antwort kennt jeder: Wir leben aber jetzt. (Das ist wie mit dem Autofahren: Weil ohne generelle Beschränkung bislang alle theoretisch- beliebig schnell fahren durften, wollen viele heute keine Beschränkung haben. Trotz aller nachweisbaren positiven Effekte. Wiewohl die ersten Automobile gerade mal ganz 20 Kilometer in der Stunde machten . Doch das nur als Illustration.)

Scheinbar hat sich besonders da etwas geändert. Bestimmte örtliche Schwerpunkte maximaler Anstrengungen bei Freizeit- und Bildungsangeboten nähren die Forderung, dies flächendeckend zu bieten. Auch wenn klar sein sollte, dass das kaum und schon gar nicht schnell möglich ist. Also wollen Eltern und zwar sehr viele dort wohnen, wo es das passende Angebot für die Kinder gibt. Und erwarten natürlich von der Politik, dass sie Ihnen vor Ort auch noch passende Arbeitsplätze, am besten mit Garantie auch guten Einkommens zur Wahrung eines bestimmten Standards zur Verfügung stellt. Und preiswerte Wohnungen. Und preiswerte Bauplätze für Häuser in ruhiger Lage. Was schon alleine aufgrund der heiligen Kuh Marktwirtschaft dann nicht gehen kann, wenn das alle oder doch nur viele wollen. Dazu kommt schon beinahe ein von der Öffentlichkeit generiertes schlechtes Gewissen, wenn Eltern ihren Kindern eine unorganisierte Kindheit gönnen wollen. Kind sein.


Kurzum, wenn nur Idealbedingungen als kinderfreundlich gelten dürfen, dann wird der größte Teil des Landes und der Welt wohl immer kinderfeindlich bleiben.


Den nicht unwesentlichen Punkt Scheidungen, die daraus resultierenden Folgen auch für Alleinerziehende, deren Kinder und der gewünschten Infrastruktur klammere ich jetzt einmal bewusst völlig aus

Ist ja auch nur zum Nach-Denken

asteus

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3. Februar 2010 um 14:45

Doch!
Unser Land ist kinderfreundlich! Ich bin auch der Meinung, dass es noch nie so viele Hilfen gab bei der Kindererziehung wie heute. Man denke nur an das Elterngeld und wie viele Tagesstätten geschaffen wurden (vielleicht noch nicht genug, aber in den letzten Jahren kontinuierlich mehr).

Das Problem heute sind nicht die Kinder, sondern die Mütter! Es wird untereinander Druck ausgeübt, dass keiner mehr weiß, was richtig und was falsch ist. Und jede will es besser als die andere machen!
Hausfrauen reden sich ihre Position auf Kosten der gestressten, berufstätigen Mütter schön, und berufstätige Mütter rechtfertigen ihr "Doppel"leben mit ihrer Selbstverwirklichung, die widerrum in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Haussegen hängt.

Dazu kommt, dass es ständig neue Ratgeber gibt, die Mütter aufzeigen sollen, wie man HEUTE Kinder erzieht. Und bei dem ganzen Wirrwarr wird's erst recht nix!
Da kommt dann z.B. so ein Blödsinn wie antiautoritäre Erziehung in Mode.
Und von mir aus..., man kann es gut finden. Jeder wie er will! Aber wehe im nähren Umfeld gibt es jemand, der sein Kind maßregelt und bestraft!

Ich hab das übrigens erst von einigen Tagen erlebt. Ich bin selbst schwanger und habe zwei Freundinnen, die ein Kind haben und zuhause sind.
Ich habe mal kurz erwähnt, dass ich nach einem Jahr wieder arbeiten gehen würde, wenn es möglich wäre. Das Kind hat Großeltern (Ich bin das auch nicht anders gewohnt!) und es gibt in unserem Kaff auch schon eine Kindertagesstätte.
Dann habe ich mir sofort einen langen Vortrag darüber anhören müssen, dass ein Jahr sehr schnell vorbei wäre, dass Kinder dann immer noch ihre Mutter brauchen und in einer Tagesstätte mit anderen Kindern, die vielleicht zum Teil älter sind, total überfordert sind.
Ich dagegen, habe sofort Argumente wie gesunder Egoismus um nicht unglücklich zu werden, Verhätschelung der heutigen Kinder bis hin zu Weicheiern und ewiger Unselbstständigkeit vom Stapel gelassen!
Wir beide haben wahrscheinlich unrecht!

Und ich denke, bisher kinderlosen Damen graut es vor einem solchen Szenario enorm!

Wir machen uns es selbst schwer. Das Land trifft keine Schuld!

Wir schauen viel zu sehr, was unsere Mitmenschen tun und achten darauf, was man über uns denkt oder sagt. Finden es hip irgendwelche Kinderpsycholgen zu zitieren, Anstatt unserem Instinkt und unserer Liebe zu unseren Kindern zu folgen!

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3. Februar 2010 um 15:25
In Antwort auf vesta_12503867

Doch!
Unser Land ist kinderfreundlich! Ich bin auch der Meinung, dass es noch nie so viele Hilfen gab bei der Kindererziehung wie heute. Man denke nur an das Elterngeld und wie viele Tagesstätten geschaffen wurden (vielleicht noch nicht genug, aber in den letzten Jahren kontinuierlich mehr).

Das Problem heute sind nicht die Kinder, sondern die Mütter! Es wird untereinander Druck ausgeübt, dass keiner mehr weiß, was richtig und was falsch ist. Und jede will es besser als die andere machen!
Hausfrauen reden sich ihre Position auf Kosten der gestressten, berufstätigen Mütter schön, und berufstätige Mütter rechtfertigen ihr "Doppel"leben mit ihrer Selbstverwirklichung, die widerrum in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Haussegen hängt.

Dazu kommt, dass es ständig neue Ratgeber gibt, die Mütter aufzeigen sollen, wie man HEUTE Kinder erzieht. Und bei dem ganzen Wirrwarr wird's erst recht nix!
Da kommt dann z.B. so ein Blödsinn wie antiautoritäre Erziehung in Mode.
Und von mir aus..., man kann es gut finden. Jeder wie er will! Aber wehe im nähren Umfeld gibt es jemand, der sein Kind maßregelt und bestraft!

Ich hab das übrigens erst von einigen Tagen erlebt. Ich bin selbst schwanger und habe zwei Freundinnen, die ein Kind haben und zuhause sind.
Ich habe mal kurz erwähnt, dass ich nach einem Jahr wieder arbeiten gehen würde, wenn es möglich wäre. Das Kind hat Großeltern (Ich bin das auch nicht anders gewohnt!) und es gibt in unserem Kaff auch schon eine Kindertagesstätte.
Dann habe ich mir sofort einen langen Vortrag darüber anhören müssen, dass ein Jahr sehr schnell vorbei wäre, dass Kinder dann immer noch ihre Mutter brauchen und in einer Tagesstätte mit anderen Kindern, die vielleicht zum Teil älter sind, total überfordert sind.
Ich dagegen, habe sofort Argumente wie gesunder Egoismus um nicht unglücklich zu werden, Verhätschelung der heutigen Kinder bis hin zu Weicheiern und ewiger Unselbstständigkeit vom Stapel gelassen!
Wir beide haben wahrscheinlich unrecht!

Und ich denke, bisher kinderlosen Damen graut es vor einem solchen Szenario enorm!

Wir machen uns es selbst schwer. Das Land trifft keine Schuld!

Wir schauen viel zu sehr, was unsere Mitmenschen tun und achten darauf, was man über uns denkt oder sagt. Finden es hip irgendwelche Kinderpsycholgen zu zitieren, Anstatt unserem Instinkt und unserer Liebe zu unseren Kindern zu folgen!

"Das Problem heute sind nicht die Kinder, sondern die Mütter!"
Das Gefühl habe ich auch. Die eigentliche Front verläuft zwischen berufstätigen Müttern und Vollzeitmüttern.
Warum macht man da so eine Ideologie draus?

Es ist den Kindern egal, ob sie eine berufstätige oder eine nicht berufstätige Mutter haben - solange die Mutter zufrieden ist, eine gute Bindung zu ihrem Kind hat und das Kind seine Bedürfnisse erfüllt bekommt.

Es ist unmöglich, ein Lebensmodell zu Nonplusultra zu erklären, weil die Umstände in jeder Familie zu unterschiedlich sind. (Finanzen, Selbstverständnis, Ausbildung, Jobaussichten, Motivation, Interessen, Persönlichkeit, Rollenvorbilder etc pp )

Manche Mütter lieben ihren Job und schöpfen daraus Kraft, Lebensfreude etc. Manche Mütter richten sich ihr Leben auch ohne eine bezahlte Tätigkeit spannend und inspirierend ein.
Schlecht dran sind doch eigentlich nur die, die sich zwischen (ungeliebtem) Job und Kind und Haushalt aufreiben müssen, weil es finanziell nicht anders geht, und die, denen zuhause die Decke auf den Kopf fällt, die aber mit Kinder(n) ihre Karrierepläne nicht mehr verwirklichen können.

Leider sind wir so gestrickt, dass uns von unseren eigenen Ansichten abweichende Lebensmodelle eher verunsichern oder befremden. Und oft ist es einfach Neid. (à la "Die kann es sich leisten, zuhause zu bleiben, während ich mir jeden tag den @rsch abarbeite, damit wir über die Runden kommen" oder "Die hat einen tollen Job und schafft es, alles unter einen Hut zu kriegen").

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3. Februar 2010 um 16:14


Ich finde Deutschland kinderfreundlich.

Was sich Kinder heutzutage herausnehmen können, durften wir "früher" nicht einmal ansatzweise.

Kinder kosten Geld; Geld, das die neue Konsumgesellschaft eben lieber für sich selbst ausgibt. Manchmal geht es auch nicht anders und FRAU muss mit zum Lebensunterhalt beitragen. Von 1500 Euro lebt man eben auf Hartz4-Niveau.

Ist es da nicht logisch, dass man als arbeitende Mama neidisch auf die ist, die den Luxus haben, zu Hause beim Kind bleiben zu können und trotzdem jammern, wie stressig das sei?
Andere gehen nebenbei noch halbtags oder ganztags arbeiten, schmeißen den Haushalt und kümmern sich um die Kinder. Ich empfinde es da wirklich als Frevel, als Hausfrau zu jammern, weil man so viel zu tun hat. Man sollte das genießen. Und selbst wenn alle Kinder krank sind: Meine Kolleginnen müssen nach solchen durchzechten Nächten halt dann eben um halb 6 aufstehen, die Kinder versorgen/wegbringen, in die Arbeit gehen und volle Leistung bringen. RESPEKT! Andere müssen nichts tun außer die eigenen Kinder versorgen und die jammern dann noch, anstatt dankbar zu sein.

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3. Februar 2010 um 17:28

Wenn ich aber
selber mit dem Leben nicht ganz klar komme, das Gefühl habe das ist keine Welt in der ich ein Kind auf die Welt bringen will, dann muß ich doch kein Kind bekommen. Du kannst nicht sagen das ein Grund dumm ist. Ich finde eher bedenklich wenn jemand ohne Sinn und Verstand Kinder in die Welt setzt ohne an die Zukunft zu denken.

Ich bin jetzt 30 und hatte eigentlich auch eine andere Lebensplanung. Ich hätte gern schon ein Kind mit 25 gehabt. Möchte aber auch finanziel Abgesichert sein und nicht von meinem Freund abhängig sein. Seit ca nem Jahr bin ich jetzt in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. Theoretisch kanns jetzt los gehen mit dem Kinder machen. Praktisch habe ich ziemlich große Angst in der Erziehung Dinge falsch zu machen, Angst davor später nen "Satansbraten" zu haben.

Mittlerweile bin ich mir nicht mal mehr sicher ob ich wirklich Kinder haben möchte.

Ich hatte eine sehr schöne Kindheit und meine Eltern konnten mir und meiner Schwester viel ermöglichen. Urlaub, Skifahren usw.
Ich weiß das ich das nicht so hinkriegen würde. Generell ja auch nicht schlecht aber ich möchte mir und meiner Familie was bieten. Und wo steht geschrieben das ich Kinder bekommen muß.

Dazu kommt noch das ich und mein Freund beide Neurodermitis haben. Ich weiß nicht ob ich einem Kind das antun will.

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3. Februar 2010 um 17:35

Also ganz ehrlich
ich habe drei Kinder und auch mit meinem Wissen von heute (alleinerziehend, und egal was die Medien sagen oder andere) würde ich es, wenn ich nochmal die Wahl hätte, ganz genau so wieder machen!
Ich liebe meine Kinder über alles, auch wenn sie viel Zeit, Kraft und Geld kosten, überwiegt diese Liebe alles.

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