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Wer ist eigentlich seine Nummer 1?

27. Oktober 2007 um 15:29

Ich brauche Eure Hilfe ...

Im November sind mein Freund (21) und ich (18) seit genau einem Jahr zusammen.
Man muss ehrlich zugeben, dass unsere Beziehung nicht von Anfang an glatt lief und auch zwischenzeitlich öfters mal Krisen dazwischenfunkten.
Doch wir hängen sehr aneinander und haben uns immer wieder durch viel Arbeit zusammengerauft. Zwischenzeitlich war dann alles perfekt. Seitdem er seine eigene Wohnung hat, sind wir beide unabhängiger und auch das hatte eine positive Auswirkung auf unsere Liebe.

Doch so nach und nach überkommen mich Zweifel, ob all das genau das ist, wie es sein sollte, wenn man verliebt ist..
Das klingt alles so pragmatisch, was ich hier schreibe, und ich merke auch, dass es mir überhaupt äußerst schwer fällt..

Seit September diesen Jahres arbeite ich als Praktikantin in einem Kindergarten, was mir sehr viel Spaß macht, aber auch extrem kräftezehrend ist. Ein täglicher 8-Stunden-Tag ist eben für jemanden, der frisch aus der Schule kommt, durchaus eine Herausforderung.
Seitdem ich nun also "arbeiten" gehe, findet in der Beziehung zwischen meinem Freund und mir durchweg eine Berg- und Talfahrt statt.
Oft können wir uns nur am Wochenende sehen, da mein Freund Schicht arbeitet. Kommt er 22Uhr von Arbeit, bin ich wirklich zu erledigt, um ihn innerhalb der Woche noch zu besuchen. Noch dazu bin ich, was meinen Schlafrhythmus angeht, durchaus eigenwillig und möchte die Nacht vorm Arbeiten schon gern in meinem eigenen Bett verbringen.
So.
Allein damit sorge ich schon für Unmut.
Und auch sonst hat sich in den vergangen Tagen etwas ereignet, was mich an meiner Wichtigkeit für ihn zweifeln lässt.. Ich nehme es mal als Paradebeispiel für viele vorangegangene Situationen.

In der letzten Woche arbeitete er wieder bis 22Uhr, wodurch wir uns seit Sonntag nicht gesehen hatten und fragte mich gestern Nachmittag, ob ich denn am Abend - Freitagabend halb 11 also - zu ihm käme. Das lehnte ich aber bedauernd ab ... ich wollte einfach früh schlafen gehen, bot ihm aber an, dass ich gleich am Samstagmorgen zu ihm käme und wir dann gern das Wochenende zusammen verbringen könnten.
Nein. Das gänge nicht, der ganze Samstag ist - wiedermal - dem Autobau vorbehalten. Und damit war mir klar, wie es wieder abgelaufen wäre: Ich wäre halb 11 hin, wir hätten Pizza gegessen, DVD angucken, er hätte mit mir schlafen wollen, irgendwann halb 3 hätte ich dann frühstens die Augen zumachen können und am Vormittag gegen 11 hätte ich nach Hause fahren dürfen (oder mit in die Garage kommen können - aber das ist auch nicht gerade erfüllend), weil ja das Auto endlich fertig werden sollte.
Seh ich das nur zu krass? Die ganze Woche über haben wir uns nicht gesehen und am Samstag hat er wieder nur Augen für sein Auto. Das war schon oft so. Das Auto, so glaube ich manchmal, steht eine Stufe höher als ich.
Gestern Abend fragte ich ihn dann also, ob wir dann nicht vielleicht wenigstens am Abend ins Kino gehen könnten. Seine Antwort per SMS lautete: "Da hab ich schon was vor!"
Keine konkrete Erläuterung, kein nichts.

Mittlerweile weiß ich nicht mehr, ob ich das noch länger mitmachen soll. Ich liebe ihn wirklich sehr, wir haben viel zusammen durchgemacht und auch unglaublich schöne Stunden zusammen verbracht. Er tut mir auch durchaus gut, was Selbstvertrauen angeht, generell meine Entwicklung, seitdem wir zusammen sind. Wir ergänzen uns, wir spielen uns gegenseitig die Bälle zu, es kann durchweg toll mit ihm sein.
Dann allerdings sehe ich wieder nur, dass ich für die Nächte zum Ankuscheln gut genug bin, aber tagsüber soll ich mich brav zwischen den Schrott hocken und zugucken, wie er und seine Jungs sich die Wangen mit Öl verschmieren.
Bitte ich ihn darum, mal etwas mit mir zu unternehmen, etwas Essen, Kino, Zoo ... irgendwas, wird das meistens abgelehnt. Auto. Auto. Auto. Oder er ist zu müde. Oder keine Lust. So nach dem Motto: Auf dem Sofa haben wir's doch auch schön. Es ist doch unnormal, dass ich bisher noch nie mit meinem Freund im Kino war! Einmal im Zoo und ab und an mal einkaufen..
Mir tut das weh, dass er nichts mit mir unternehmen will. Oder nur, wenn ich ihn regelrecht dazu zwinge (danach fand er es auch immer "schön"). Ich hab ihm das auch schon oft gesagt ... aber ändern will er anscheinend trotzdem nichts.

Hergeben will ich ihn nicht, ohne Frage! Aber all das, was hier abgeht, ertrage ich auf Dauer auch nicht.

Und überhaupt ... wenn wir zusammen daliegen und die halbe Nacht reden - da bin ich glücklich. Da will ich ihn nie wieder hergeben. Aber dann, wenn es keine Initative gibt, von ihm aus, könnte ich heulen.
Ich: "Wollten wir nicht mal dortunddorthin zusammen essen gehen!"
Er: "Nein?!"
Er will sich nicht mit mir zeigen, so scheint es mir. Sind wir unter uns, dann ist er anhänglich und lieb und sagt liebe Worte und hört mir zu, führt mit mir intelligente Gespräche und bringt mich zum Lachen und all das, was man sich wünscht.
Sind wir aber getrennt, dann meldet er sich nicht ... oder eben nur, wenn er was will. "Komm zu mir heute Abend!" Nur abends. Tagsüber bin ich uninteressant. Oder wir liegen den ganzen Tag zusammen vorm Fernseher. Ich darf mit ihm zusammen einkaufen gehen, darf Dinge mitbringen, die er in seinem Single-Haushalt vergessen hat, aber fragen, ob wir mal spontan spazieren gehen oder shoppen oder ins Kino fahren ... gar nichts. Kleine Aufmerksamkeiten? - Kaum.
Ein Ausgeh-Teufel bin ich auch nicht, ich habs auch gerne mal lauschig. Aber immer?

Weiß nicht, ob das, was ich hier geschrieben habe, jetzt zu wirr war. Ich bin es selber auch. Weil das letzte, was ich will, ist, diesen Jungen wieder herzugeben. Aber so schlecht, wie er mich manchmal behandelt und ich dann weinend auf meinem Bett sitze, richte ich mich ja auch zugrunde.
Und bin ich denn ein schlechter Mensch, wenn ich eben manchmal nachts nicht mehr zu ihm kommen möchte?! Ich bin einfach nicht der Typ, der mal spontan bis halb 4 wach ist. Ich BIN es einfach nicht. Aber andererseits lege ich es mir selber so aus, als würde ich ihn nicht sehen wollen. Aber das stimmt ja nicht. Gemeinsame Aktionen, die nicht immer im Bett enden müssen.
Darüber hinaus will ich aber nicht sagen, dass er mich nur für Sex braucht. Er hat mich gern neben sich liegen, wir kuscheln häufig auch nur. Aber bei ihm bleiben soll ich auf jeden Fall nachts..

Ich bin wirklich verzweifelt und würde mich über Eure Hilfe so sehr freuen ...

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27. Oktober 2007 um 16:03

Hm, ich les da nur eins raus,
ihr habt einfach recht unterschiedliche vorstellungen von freizeitgestaltung. du willst eure beziehung zelebrieren und was mit ihm unternehmen, er ist eher ne sofakartoffel und hat ein heiliges auto.
und anscheinend erholt er sich vor allem am wochenende von der arbeit, aber du erholst dich unter der woche abends. zwei unterschiedliche lebensrhythmen.

und dass man verlangt und erwartet, dass der partner denselben rhythmus annimmt wie man selbst - das ist zwar verständlich, wenn man auf verschmelzung hofft und eigentlich dasselbe leben leben will - aber trotzdem unverschämt.
schließlich weigerst du dich, dich seinem rhythmus anzupassen. wie kannst du da verlangen, dass er sich deinem anpasst?

ok, dazu kommt noch, dass er dir tagsüber zu wenig aufmerksamkeit schenkt. aber auch da - ihr habt unterschiedliche erwartungen, und es gibt keine vorschriften für sowas. insofern kann sich keiner von euch beiden hinstellen und sagen "ich hab recht, und wenn du es nicht so machst, wie ich will, dann liebst du mich eben nicht - hier, auf seite 56 der beziehungsbestimmungen steht's!".

du schreibst, er behandelt dich manchmal so schlecht, dass du weinend auf deinem bett sitzt? ist das nur, weil er dich wochenends nicht so beachtet, wie du es gern hättest - oder ist da wirklich was passiert? kann es sein, dass er unter der woche abends auch weinend auf seinem bett sitzt, weil du wieder nicht zu ihm kommen willst?

im endeffekt kann man wohl nur sagen: keiner von euch kann den anderen zur anpassung zwingen.
entweder ihr versucht es mit gegenseitigem verständnis und dem einen oder anderen kompromiss - und das bedeutet, dass ihr BEIDE aufeinander zugeht -, oder ihr zwingt weiterhin dem anderen auf, eure erwartungen zu erfüllen, und heult, wenn es nicht klappt. oder ihr trennt euch und sucht euch partner, die einen kompatibleren lebensrhythmus zu euren vorzeigen können.

lg
cefeu

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27. Oktober 2007 um 17:24
In Antwort auf cefeu

Hm, ich les da nur eins raus,
ihr habt einfach recht unterschiedliche vorstellungen von freizeitgestaltung. du willst eure beziehung zelebrieren und was mit ihm unternehmen, er ist eher ne sofakartoffel und hat ein heiliges auto.
und anscheinend erholt er sich vor allem am wochenende von der arbeit, aber du erholst dich unter der woche abends. zwei unterschiedliche lebensrhythmen.

und dass man verlangt und erwartet, dass der partner denselben rhythmus annimmt wie man selbst - das ist zwar verständlich, wenn man auf verschmelzung hofft und eigentlich dasselbe leben leben will - aber trotzdem unverschämt.
schließlich weigerst du dich, dich seinem rhythmus anzupassen. wie kannst du da verlangen, dass er sich deinem anpasst?

ok, dazu kommt noch, dass er dir tagsüber zu wenig aufmerksamkeit schenkt. aber auch da - ihr habt unterschiedliche erwartungen, und es gibt keine vorschriften für sowas. insofern kann sich keiner von euch beiden hinstellen und sagen "ich hab recht, und wenn du es nicht so machst, wie ich will, dann liebst du mich eben nicht - hier, auf seite 56 der beziehungsbestimmungen steht's!".

du schreibst, er behandelt dich manchmal so schlecht, dass du weinend auf deinem bett sitzt? ist das nur, weil er dich wochenends nicht so beachtet, wie du es gern hättest - oder ist da wirklich was passiert? kann es sein, dass er unter der woche abends auch weinend auf seinem bett sitzt, weil du wieder nicht zu ihm kommen willst?

im endeffekt kann man wohl nur sagen: keiner von euch kann den anderen zur anpassung zwingen.
entweder ihr versucht es mit gegenseitigem verständnis und dem einen oder anderen kompromiss - und das bedeutet, dass ihr BEIDE aufeinander zugeht -, oder ihr zwingt weiterhin dem anderen auf, eure erwartungen zu erfüllen, und heult, wenn es nicht klappt. oder ihr trennt euch und sucht euch partner, die einen kompatibleren lebensrhythmus zu euren vorzeigen können.

lg
cefeu

Erst einmal vielen Dank ...
für Deine schnelle Antwort, cefeu.

Die Meinung eines Außenstehenden kann manchmal Wunder wirken, denn so gesehen habe ich das tatsächlich noch nicht..

Allerdings erscheint es mir trotzdem so, dass vielmehr ich die Kompromisse eingehe als er. (Aber wahrscheinlich ist das bei sowas öfters der Fall .. :|)
Wir haben schon oft diskutiert über die vielen Stunden, die er in der Garage verbringt. Und ... meine Güte, es ist sein Hobby und wer wäre ich denn, wenn ich ihm das verbieten würde. Er hat Spaß daran und weiß sehr viel darüber und soll das gefälligst auch ausleben. Ihm geht es gut da und die Ergebnisse sind ja nun auch nicht unbedingt schlecht.
Aber ist es denn wirklich zuviel verlangt, dass man, wenn man schon innerhalb der Woche mehrere Stunden da verbringt, am Samstag mal sein Werkzeugköfferchen zusammenzupackt und ein wenig Zeit mit der Freundin verbringt, die man die ganze Woche über nicht gesehen hat? Sein bester Kumpel ist Single und weil der da am Bauen ist, muss mein Freund auch da sein?

Ist es nicht verständlich, dass mich das stört und verletzt?
Oder erhebe ich tatsächlich zu hohe Besitzansprüche?
Denn es ist ja AUCH nicht so, dass ich am Abend dann nie bei ihm bin.. Und das gerne tue für die Zeit, die uns zusammen bleibt. Nur manchmal eben will ich abends auch einfach meine Ruhe..

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27. Oktober 2007 um 16:17
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